Ja und wir nehmen euch heute mit in die Wilhelm-Eppstein-Straße nach Frankfurt. Was wollen wir denn da, fragt ihr euch jetzt vielleicht. Da ist die Zentrale der Bundesbank seit 1972, aber das ist demnächst Geschichte, denn die Bundesbank wird da nicht mehr zurückkehren und das, obwohl ja die Goldreserven der Bank unter diesem Gebäude gebunkert sind und jetzt wird es natürlich spannend, Raimund, also was passiert damit, was ist da überhaupt die Geschichte?
Vielleicht ganz kurzes Wort, bevor wir dazu kommen. Wir haben uns natürlich einen Gast eingeladen heute, der mit uns alles einschätzen kann. Robert Fittje ist das, der Gold-Experte, den wir auch schon öfter im Podcast hatten. Erstmal an der Stelle schönen guten Tag, Herr Fittje. Ja, schönen guten Tag auch von meiner Seite und vielen Dank für die erneute Einladung. Bevor wir aufs Gold schauen, und da scharren wir schon mit den Hufen, weil es natürlich ein super cooles Thema ist, kurzes Update mit Blick auf Iran. Reimund, wo stehen wir da in dieser Woche? Was ist eigentlich wirklich bahnbrechend passiert, seitdem wir vor ein paar Tagen das letzte Mal gesprochen haben? Ja, interessant. Wir gehen jetzt in die dritte Woche des Krieges und die Märkte, vor allen Dingen eben auch in den USA, der amerikanische Aktienmarkt, das lese ich ja am S&P 500 ab, am S&P 500. Für mich wichtigsten Index der Welt. Ja, die sind immer noch relativ entspannt, die Amerikaner. Beim DAX gab es die üblichen Korrekturen, aber wir haben ja letzte Woche auch schon darüber geredet. Erstaunlich ruhig dort und das hat sich eigentlich in dieser Woche fortgesetzt. Jetzt gab es zwar erneut einen Anstieg des Ölpreises auf über 100 Dollar pro Fass, Aber die Aktienmärkte, gerade der amerikanische, die haben doch da wieder nur ganz verhalten reagiert.
Das heißt, eigentlich ist das Thema Krieg, wenn es nicht jetzt noch eine ganz, ganz dramatische Wende nimmt, ist das in den Märkten aus meiner Sicht eingepreist. Etwas anderes ist auch sehr interessant. Wir hatten ja hier auch drüber gesprochen, die nächste große Krise oder größere Krise könnte vielleicht eine US-Kreditkrise werden. Stichwort Private Credit, Blue Oil, die Blaue Eule. Wir haben darüber gesprochen, dass die in der Bredouille sind, einige Private Credit Firmen.
Das ist eigentlich sogar eine negative Sache, die diesen Krieg inzwischen ja auch schon teilweise überlagert, ohne dass es in den aktuellen Berichterstattungen größer auffällt. Ich will ein Beispiel nennen, der vorletzte Freitag, da gab es ja einen kurzen Abverkauf an der US-Börse und zwar kurz vor Schluss und das war dann der Freitag, bevor der Ölpreis auch über 100 Dollar stieg. Und dann haben ja auch die Kommentatoren gesagt, naja, das war Kriegsangst. War es aber im Prinzip gar nicht, denn kurz vor Schluss des Börsengeschehens dort haben nämlich die Finanzwerte verloren. Und das war wieder so ein kleiner Ausläufer der eventuell sich ankündigenden Kreditkrise. Die ist noch nicht da und ich glaube auch, sie wird nicht so schnell jetzt überhand nehmen und die Märkte nach unten drücken. Aber das ist ein Ding, was man immer im Auge haben muss und ja, neben dem allgemeinen Kriegsgeschehen, aber das ist aus meiner Sicht tatsächlich jetzt, was die Märkte anbelangt, erst einmal, ja. Adapter gelegt. Herr Fittje, wie sehen Sie das? Sie haben ja auch einen Blick drauf.
Ja, also ich sehe das natürlich so ein bisschen aus dem Bereich eines Edelmetallhändlers. Und letztlich diese Indikatoren, die Sie genannt haben, die korrelieren sehr gut auch mit einem sehr moderaten Goldpreis, der doch auch kurzfristig als Krisenindikator bei einer von den Märkten stärker antizipierten oder unkontrollierter eingeordneten Krise ja durchaus auch heftiger hätte reagieren können. Insofern stimme ich dieser Wahrnehmung aktuell zu, die ich auch beobachte, dass die Märkte doch grosso modo derzeit irgendwo ein mehr oder weniger eingehegtes, limitiertes, kriegerisches Unterfangen oder eine Situation, die sich zumindest nicht unkontrolliert ausweitet, einpreisen. Ja und ansonsten die großen Krisen dieser Zeit schlussendlich sind ja die Liquiditäts- und vor allen Dingen die Schuldensituation. Und insofern wird ja jede, wie bei der blauen Eule eben genannten kurzfristigen Liquiditäts-Engpass-Krise sofort mit neuen fiskalischen, geldpolitischen Maßnahmen begegnet. Und das ist ja letztlich die übergeordnete Triebfeder, die dann auch für höhere mittelfristige Inflationsraten und natürlich auch mittelfristig für steigende Goldnotierungen weiterspricht.
Gold ist gesucht als sicherer Hafen, das sehen wir, aber wundert es Sie, dass es nicht noch Dollar hoch geht mit dem Goldkurs? Der ist ja so ein bisschen seitwärts seit ein paar Tagen unterwegs, eigentlich seit Beginn dieses Krieges, da gab es auch mal eine kurze Minusphase, aber seitdem ist es ja auch nicht stärker gestiegen. Ja, das ist natürlich richtig kurzfristig, wenn gleich man auch als Goldinvestor ein Stück weit verwöhnt ist, was die Wertentwicklung angeht. Ich meine, wir kommen jetzt nach drei starken Jahren mit massiven Kursanstiegen. Letztes Jahr zuletzt in US-Dollar mit 67 Prozent Kurs zu gewinnen, in Euro 47 Prozent. Dieses Jahr sind wir ja immer noch zweistellig im Plus, das darf man auch nicht vergessen. Das heißt, wir sind rund 20 Prozent vorne, was den Goldpreis angeht. Und da hatte sich ja schon Anfang, Mitte Februar eine Korrekturformation gebildet, die jetzt weiter anhält. Und ja, diese kriegerischen Handlungen, die militärischen Auseinandersetzungen haben jetzt nicht dazu geführt, dass die Konsolidierungsformation nach oben aufgelöst worden ist. Spricht aber eben umgekehrt aus meiner Sicht auch dafür, dass es derzeit noch nicht nach einer allzu unkontrollierten Eskalation, zumindest nach Ansicht der meisten Finanzmarkt- und Goldinvestoren aussieht, was uns ja insgesamt geopolitisch durchaus vielleicht etwas Zuversicht auch unterfüttern sollte.
Ja, hundertprozentige Zustimmung. Ich meine, wir müssen ja auch gucken, worüber wir reden. Der Goldpreis hat in den letzten zwei Jahren sich mehr als verdoppelt, also mehr als hundertprozentig gemacht. Das ist für Gold schon tatsächlich eine große Hausnummer und wenn es da mal und vielleicht kann es auch dieses Jahr seitwärts oder auch mal abwärts gehen ein bisschen mit dem Goldpreis, da muss man echt auch sagen, ja worüber reden wir denn da? Natürlich, das ist immer möglich und wir müssen auch darauf gefasst sein, dass eben Gold nicht jedes Jahr um 20, 30, 40, 50 Prozent steigt und da muss es solche Phasen geben. Ich sage sogar, das ist gut so, denn in solchen Aufwärtsphasen muss es immer Beruhigungsphasen geben, auch Abwärtsphasen, die dann einen Teil des vorangegangenen Anstiegs korrigieren. Das ist dann langfristig die gesunde Entwicklung, auf die wir beide setzen, Herr Fethje. Gold wird aus meiner Sicht in einigen Jahren, genau kann ich natürlich nicht sagen, wann wird der Preis fünfstellig sein, was die Finance anbelangt, also mehr als 10.000 Dollar.
Ja, dem stimme ich zu. Ich meine, wir haben seit übergeordnet, jetzt seit der Jahrtausendwende, eine Goldhoss oder vielmehr eine Fiat-Währungsbest, dass alle Währungen massiv gegenüber dem Goldpreis abwerten. Der Goldpreis ist letztlich das Spiegelbild, das Barometer, das diese Entwertung anzeigt. Und man darf nicht vergessen, wir kommen Anfang der Nullerjahre von Notierung um die 200, 250 US-Dollar. Jetzt sind wir mittlerweile bei 5000, aufwärts der 5000er-Grenze. Und als ich meine Karriere im Bereich des, meine unternehmerische Karriere in dem Bereich des Edelmetallhandels verlagert habe, da war im Jahre 2008, 2009 ja die Diskussion im Gange, ob denn 1000 US-Dollar jetzt eine Blase seien, ob denn vierstellige Kursnotierungen jemals vorstellbar sein sollten. Naja, und solange wir im Zeitalter dieses Schuldgeldsystems und der ewig sozusagen eskalierenden, exponentiell weiter fortschreitenden Aufschuldung uns befinden, insoweit wird auch der Spiegel dieser Entwertung, dieser Aufschuldung, der Goldpreis nominal höhere Notierung erreichen und damit auch früher oder später sicherlich eine fünfstellige Wegmarke überstreiten. Übrigens ein interessanter Aspekt.
Den wir jetzt auch in dieser Folge wieder merken, mit Ihnen, Herr Fittje. Wir haben in der letzten Woche mit Marc Friedrich, dem Finanzexperten und Bestsellerautor, darüber geredet. Ähnliche Aussagen, wie auch wir hier in puncto Reset-Szenario, darauf gehen wir am Ende auch nochmal ein mit einer höheren Frage.
Tatsächlich sind es die weltweit steigenden Geld- und Schuldenmengen, die das Problem sind. Und das ist ja auch das interessante oder ein interessanter Aspekt dieses Podcasts, das muss ich auch mal erwähnen, das sind nämlich Dinge, die in den Mainstream-Medien oder auch in den normalen Finanzmedien zumindest nicht so thematisiert werden wie bei uns, dass wir tatsächlich auch mal auf die ganz, ganz großen langfristigen Gefahren dieses Geldsystems hinweisen.
Da sind ja die meisten eher in, ja ich sag mal gleichgültig oder in der Sache unterwegs. Naja, das wird schon alles irgendwie klappen, hat bisher immer geklappt, wird auch irgendwie klappen. Aber da baut sich tatsächlich was auf, was wir nicht nur an den Edelmetallpreisen sehen, die stark steigen, was wir auch an den, Aktienkursen sehen, die in einer Art Katastrophenhoss sich befinden und was wir auch beim Bitcoin sehen, auch wenn der dieses Jahr, dabei bleibe ich, erstmal abwärts gerichtet sein wird. Das heißt, es wird aus meiner Sicht weiter nach unten gehen bis in den Herbst hinein. Aber auch das im Bereich des Bitcoin nur eine gesunde Korrektur. Ja, das ist eindeutig so. Am Ende Sachwerte sind Trumpf in einer inflationären Geldordnung oder man könnte auch von Geldunordnung sprechen. Fakt ist natürlich, also wenn man mal zurückgeht, früher Gold und Dollar waren synonym und eigentlich alle Währungsbezeichnungen waren ja nur eine Gewichtsmenge an Gold. Und das wurde ja dann mal umgedreht, dass nicht der Dollar mit einem Zwanzigstel sozusagen einer Unze Gold denominiert war, sondern irgendwann dann der Goldpreis mit 20.
0,67 seinerzeit US-Dollar ausgewiesen wurde, dann auf 35 und dann eben in immer höhere Notierung gestiegen ist. Was natürlich das Problem dieser inflationären Geldordnung ist, ist schlussendlich seine Umverteilungswirkung. Und das führt eben dazu, dass nicht alle Menschen gleichermaßen sich davor schützen können, also unabhängig davon, ob sie das kognitiv, intellektuell umreißen oder nicht, sondern es ist eben so, dass permanente Geldmengenausdehnungen, unterschiedliche Gruppen, unterschiedliche Marktteilnehmer zu unterschiedlichen Phasen erreichen. Und insbesondere die Finanzindustrie, die sozusagen sehr nah an der Geldmengenkreation, sozusagen an der Kreditexpansion sitzt, dort wird dann natürlich ein überproportionales Gewicht entstehen. Es besteht einfach die Möglichkeit, zu noch unveränderten Preisen zu investieren.
Und dann wird sozusagen eine Kaskade an steigenden Notierungen weitergegeben. Und am Ende der Nahrungskette bleibt dann eben der Empfänger von öffentlichen Leistungen, von der normale Arbeitnehmer, der Lohnempfänger, der eben nicht in der Lage ist, seine Kaufkraft gleichermaßen zu schützen vor diesen Geldentwertungen. Das ist der sogenannte Cantillon-Effekt und diese Umverteilungswirkung, das ist ja eigentlich das Ungerechte und das im Kern Problematische an unserem Geldsystem. Wobei wir ja in diesem Podcast immer sagen, auch jeder, auch ihr da draußen habt die Möglichkeit, euch darauf vorzubereiten, dass ihr eben nicht ganz am Ende steht, indem ihr eben in die besagten Assets, in die besagten Vermögenswerte investiert. Das sind eben Edelmetalle, das sind aber auch Aktien und das ist der Bitcoin.
Unternehmen, die Immobilien, auch darüber haben wir schon des Öfteren hier diskutiert. Herr Fittje, wie ist das in Ihrem Kollegen- und Bekanntenkreis? Gehen da auch viele oder alle von einem Crash, einem Reset-Szenario aus.
Also ich habe natürlich vielleicht einen nicht ganz repräsentativen Freundes- und Bekanntenkreis, der sich natürlich auch korraliert hat in den letzten Jahren sehr stark durch meine berufliche Tätigkeit. Insofern sind da spätestens seit der Finanzkrise 2008 eigentlich Diskussionen um mögliche Szenarien, wie eine Überleitung stattfinden könnte in eine vielleicht wieder sachlich abgesicherte Währungsordnung, ob das evolutionär, revolutionär, chaotisch von oben gesetzt durch Zentralbankwährungen, also durch CBDCs entsprechend ausgestattet sein wird. Es wird sehr häufig sehr viel darüber diskutiert, aber was ich auch beobachte, gehört auch dazu, so ein Stück weit auch ein Gewöhnungseffekt mittlerweile. Naja, man spricht ja jetzt so viele Jahre über diese übergeordneten Ursachen, über die systemischen Probleme. Man hat es irgendwann ein Stück weit umrissen und letztlich bleibt einem ja auch subjektiv und persönlich nur die Möglichkeit, individuell damit umzugehen, auszustrahlen, Lösungen zu offerieren und persönlich wie auch im Umfeld sich entsprechend zu positionieren. Dafür ist natürlich dann auch die persönliche Lebenszeit am Ende zu begrenzt, als dass man sich da ständig und tagtäglich nur mit diesen Themen da irgendwo übermäßig beschäftigen möchte. Aber interessant ist es schon, dieser langfristige Aspekt. Das heißt, alle, und ich wiederhole, alle haben eigentlich die Möglichkeit, sich darauf einzustellen, darauf vorzubereiten.
Aber nicht alle tun es. Das kann man auch festhalten. Aber an der Stelle, Herr Fittje, würde ich tatsächlich auch Ihre Meinung, Ihre Expertise auch nochmal reinholen. Also Raimund hat es ja schon gerade angeschnitten und weil uns eben so viele Hörermails auch erreichen, wie soll ich mich aufstellen, was soll ich mit meinem Geld machen, macht es überhaupt Sinn, Geld zu halten oder muss ich es investieren, aber wo rein und wie mache ich das am besten, was wäre Ihr Lösungsweg oder Ihre Vorbereitungen?
Ja, tatsächlich bin ich persönlich auch, und das ist auch das, was ich immer wieder gebe, weil ich keine jetzt aktive Anlageempfehlung aussprechen möchte, aber persönlich habe ich mich dem Thema eigentlich immer genähert, dass ich in Währung, in Kontoguthaben eigentlich immer nur Ausgaben für die nächsten Monate vorhalte, dass ich für die nächsten, sagen wir mal, sechs bis zwölf Monate laufende Kosten daraus decken kann. Darüber hinaus habe ich ein breit gestreutes Portfolio an Sachwerten. Für mich sind monetäre Edelmetalle da der absolute Schlüssel- und Basis-Investmentfaktor, der in meiner persönlichen Allokation auch stark übergewichtet ist. Und darüber hinaus habe ich dann ein Aktienportfolio, das einfach breit den Aktienmarkt versucht über ETFs abzubilden. Das ist ganz unspektakulär. Noch einige individuelle direkte Aktientitel, die ich dann noch wähle und investiere, thematisch gegliedert nach aktuellen Makrothemen, die ich dann auf Anlageentscheidungen umsetze. Ein bisschen Bitcoin ist noch dabei in der Tat und insofern bin ich eigentlich sehr nah dabei bei dem, was sie vorgestellt haben. Immobilie ist bei mir nur die selbstgenutzte Wohnimmobilie im Portfolio sozusagen, insofern mehr ein Nutzgegenstand als ein Anlagegegenstand und ansonsten ist ein Großteil meines Kapitals natürlich im betrieblichen Vermögen meines Unternehmens gebunden.
Superspannend, das mal zu hören. Vielen Dank für diese Offenheit. Dann nehmen wir doch mal Ihre berufliche Expertise und alle, die jetzt denken, es heißt immer Gold, Edelmetall, das ist definitiv ein ganz wichtiges Asset, was man nehmen sollte. Wir haben schon oft drüber geredet, aber jetzt haben wir hier mit einem Experten, mit einem Händler gerade das Gespräch. Wie kann ich am einfachsten Gold kaufen für alle, die da draußen zuhören, es noch nicht getan haben?
Vielleicht können Sie nochmal ganz kurz einen Abriss geben. Wie mache ich das am besten? Ja, also im Prinzip die Basisvorsorge ist sozusagen kleiner Handbestand an physischen Edelmetallen. Da würde ich auch tatsächlich kleine Einheiten wählen. Die lassen sich entweder bei einem zertifizierten Händler oder bei online führenden Anbietern. Auch unser Haus hat da entsprechend führende Angebote online, die wir offerieren. Darüber hinaus, wenn es dann um entweder regelmäßige Anlagen geht, haben sich mittlerweile die sogenannten Edelmetall-Sparpläne stark durchgesetzt. In dem Metier, erlauben Sie mir den Hinweis, sind wir auch Marktführer. Das haben wir mehr oder weniger popularisiert, diese Anlageform über die letzten 15 Jahre.
Und ja, darüber hinaus gibt es dann, wenn es jetzt wirklich um größere Anlage beträgt, natürlich noch die Möglichkeit, dann persönlich ausgewählte Produkte, seien es Münzen, seien es Waren, an internationalen Standorten auch noch zu verwahren für diejenigen Investoren, denen einfach noch eine geopolitische Diversifikation und Streuung ein bedeutendes Kriterium bei der Anlageentscheidung darstellt. Ein Wort vielleicht noch zu den Sparplänen, Edelmetalle. Ich mache das auch selbst, ich mache auch einen Sparplan in Gold.
Tatsächlich sieht man das Gold aber ja dann nicht, weil man ja darin nur regelmäßig anlegt, indem man da Geld überweist. Kann man sich hundertprozentig sicher sein, dass dieses Gold, jedes Gold, was ich da kaufe, jedes Gramm, dass das auch tatsächlich dort gelagert wird, wo es vorgegeben wird, dass es dort gelagert wird und kann man dort im Ernstfall auch ran?
Also kann ich natürlich nur für unser Unternehmen jetzt beantworten. Wir haben jetzt eine substanziell sechsstellige Anzahl an solchen Verträgen, um da vielleicht auch eine Größenordnung mal abzubilden. Wir bieten die bundesweit an, auch über die deutschen Grenzen hinaus. Und es ist so, dass wir quartalsweise Inventuren durchführen, wo wir dann von einem externen Wirtschaftsprüfer das vollständige Vorhandensein bestätigen lassen. Sämtliche Barren mit Herstellerangaben und Seriennummer versehen, dann auch sämtlichen Investoren und auch Partnern unseres Hauses zugänglich machen in einem Online-Bereich, der jederzeit einsehbar ist. Damit sind wir auch einiges transparenter als die Deutsche Bundesbank, weil das ja sicherlich auch noch gleich Thema sein wird. Und jeder Kunde hat die Möglichkeit, auch die in einem Goldsparplan angesparten Beträge dann auch physisch entsprechend in Stückelungen ausliefern oder abholen zu lassen, sofern er das wünscht. Jetzt kommen wir über diesen Umweg aber tatsächlich sehr geschickt an die Bundesbank ran. Herr Fittier, vielen Dank dafür. Denn tatsächlich sagt auch die Bundesbank, ja, unser Bestand, den wir in New York haben, bei der dortigen Zentralbank, der amerikanischen, bei der Landeszentralbank in New York, ja, der wird auch regelmäßig geprüft. Zwar nicht von uns, sagt die Bundesbank selbst, aber von anderen. Und dann wird das dann zertifiziert und dann gibt es dann irgendwelche Belege Und den glaubt man dann.
A, wie glaubwürdig ist das aus Ihrer Sicht? Wie sinnvoll? Oder sollte man sich selbst immer ein Bild davon machen, ob das Gold, wo es liegen soll, ob es tatsächlich dort liegt? Denn Sie, und jetzt komme ich zurück zu Ihnen, verlassen sich ja auch dann auf Wirtschaftsprüfer, die das ja irgendwie schon richtig geprüft haben werden. Genau, wir lassen es extern auditieren und ich glaube, das ist auch Teil der sozusagen Verlautbarungen und der Zweifel, die es da durchaus gibt, um die Bundesbank, um das Stände, die gelten übrigens auch für die in Deutschland gehaltenen Reserven, auch dort veröffentlicht die Bundesbank lediglich interne Inventarnummern.
Das sind also 100 und ich glaube 36.000, irgendwie sowas von der Größenordnung der Position. Und es geht dann los in den Warenlisten der Bundesbank mit Inventar Nummer 1 und nummeriert sich dann hoch bis zu 136.000. Aber das ist natürlich kein Merkmal, das dazu geeignet ist, eine eindeutige Definition und sozusagen Produktüberprüfung durchführen zu können. Dazu bräuchte es dann die Angabe des Herstellers und der Seriennummern. All dies findet sich nicht in den Veröffentlichungen der Bundesbank und das nährt natürlich die Zweifel bzw.
Auch die kritischen Fragen sozusagen der Skeptiker, die daran sich entbrennen. Und darüber hinaus entsteht natürlich dann insbesondere bei den im Ausland gelagerten Positionen, insbesondere in den USA, die ja mal historisch entstanden sind aus Handelsüberschüssen, die die Bundesrepublik Deutschland ja zur Bretton Woods Zeit in den 50er, 60er Jahren erwirtschaftet hat und die dann im Grunde zu den damaligen 35 US-Dollar je Unze einfach in Gold bei der Federal Reserve dann gut geschrieben bzw.
Eingebucht worden sind. Und da wäre es doch sicherlich im Sinne der Souveränität Deutschlands und auch irgendwo zur Beruhigung der Zweifler ein starkes und auch aus meiner Sicht notwendiges Transparenzsignal, diese Bestände vollständig zu auditieren und auch vollständig hinsichtlich ihrer eindeutigen Bezeichnung sämtlicher Produkte aufzuführen und den eigentlichen Eigentümern, nämlich den Bundesbürgern, dann auch diese Transparenz zu gewähren. Kurze Nachfrage, bei Ihnen gibt es diese Transparenz, bei Ihnen gibt es also die Serienummern, bei Ihnen gibt es tatsächlich den Hersteller, wenn Sie quasi Ihr eigenes oder das Gold Ihrer Kunden zertifizieren lassen? Absolut, das ist ein Marktstandard und das gibt es nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Mitbewerbern, denn das ist die einzige Möglichkeit auch eine Mehrfacheigentümerschaft, die ja häufig bei Hinterlegten oder vielleicht auch nicht Hinterlegten bei Finanzprodukten, also wo letztlich Eigentumsansprüche an Gold gehandelt werden.
Wenn sie nicht eindeutig den Barren bezeichnen können mit seiner Hersteller-Seriennummer und mit der Angabe des Herstellers, dann können Sie auch nicht ausschließen, dass Eigentumsansprüche an genau diesen Wahrern möglicherweise auch noch in irgendeinem anderen, beispielsweise Gold-ETF oder ETC, enthalten sein könnte. Ich sage nicht, dass das so ist, aber Sie können es zumindest mit der Beweisführung nicht ausschließen. Und insofern wäre es aus meiner Sicht ein leichtes, diesen Zweiflern sozusagen den Wind aus den Segeln zu nehmen und diese Transparenz endlich herzustellen. Denn der politische Druck wird ja gerade in der aktuellen geopolitischen Gemengelage sicherlich nicht abnehmen, sondern tendenziell eher zunehmen. Und insofern empfiehlt ich es persönlich auch eher als ein souveränes Zeichen, dies proaktiv zu tun, als später, wenn man möglicherweise zu sehr in den Druck kommt und dann reaktiv, schrittweise, salamitaktikmäßig diese Information nach und nach erst preisgeben würde. Über die Gründe kann man nur spekulieren, aber welche Erklärungsansätze haben Sie? Warum ziert man sich da bei der Bundesbank? Das ist in der Tat die schwierigste aller Fragen.
Schlussendlich, da kann man jetzt natürlich die wildesten Theorien herbeiziehen. Sicherlich das Pragmatischste ist erstmal, dass es möglicherweise Abkommen gibt zwischen den Lagerstätten, zwischen der Fed, zwischen der Bank of England und der Bundesbank, da nicht oder nur teilweise Transparenz walten zu lassen. Man darf ja auch nicht vergessen, auch diese Art und Weise, wie heute veröffentlicht wird, die gibt es ja auch erst seit 2014 oder 2015, also im Zuge der damaligen Rückholung von gut 600 Tonnen Gold, die teils aus den USA und teils dann durch Auflösung des vorherigen vierten Lagerortes noch bei der Banque de France in Paris herrührten. Und seither gibt es diese, ich nenne es mal Teiltransparenz, dass man da immerhin eine Idee dessen hat, welche Produkte jetzt genau eingelagert sind, welche Barren es genau sein sollten.
Ich kann die genauen Gründe tatsächlich, auch wenn ich darüber spekulieren möchte, nicht exakt herleiten. Insofern kann ich eigentlich nur den Appell wiederholen, dass mir und vielen hunderttausend Investoren da draußen, die das immer wieder nachfragen, damit ein sehr, sehr positiver Dienst getan wäre. Und dass es aus unserer Sicht auch ein Anspruch ist im Sinne der Transparenz, der Eigentümer, der ultimativen Eigentümer dieses Goldes, auch die entsprechenden Inventarinformationen offengelegt zu bekommen. Dann lassen Sie uns doch jetzt mal zum Gold kommen, dass die Bundesbank...
Das angeblich, sage ich mal in Anführungsstrichen, ja in Frankfurt lagert. Da gibt es ja jetzt sogar schon Witze in den Medien, die sagen, naja, er wird jetzt auf dem ehemaligen Bundesbankgelände oder auf dem jetzt noch Bundesbankgelände, was gerade renoviert wird oder saniert wird und das soll ja demnächst dann verkauft werden. Da soll eine Hochschule oder eine Schule, eine internationale Schule eingerichtet werden und das wäre ja dann die erste Schule, die in ihrem Keller nicht irgendwelche Bücher oder sonstiges hat, sondern die hätte dann in ihrem Keller Gold. Ist das denn überhaupt machbar? Also auf dem jetzigen Bundesbankgelände soll eine Schule einziehen möglicherweise und unter der Schule ist dann unser Goldschatz gelagert. Wie sehen Sie das? Ja, das ist schon suffisant und es wird ja noch humoristischer, wenn man dann im Prinzip nicht nur festhält, dass es eine internationale Schule sein soll, sondern wenn ich richtig informiert bin, sollen es ja auch noch die Kinder von Mitarbeitern der Europäischen Zentralbank sein, die dort unterrichtet werden. Also insofern ist ja auch der thematische Bezug dann auch noch.
Nein, also grundsätzlich, das ist natürlich durchaus kritisch beleuchtet worden, ja auch in der Presseschau zu dieser Veröffentlichung und zu diesem Entscheid des Bundesbankvorstands.
Schlussendlich muss man aber natürlich sagen, jetzt unabhängig von der Frage, ob das zum richtigen Zeitpunkt erfolgt ist, ob das in einer hinreichenden wirtschaftlichen Würdigung erfolgt ist, ob da nicht schon zu viel Kapital investiert worden ist in die Renovation, in die Renovierungsvorhaben, die dann mehr oder weniger abgeschrieben werden müssen, dass natürlich rein funktional ein Verwaltungsgebäude ja sowieso getrennt ist von dem Logistik, wenn es sich um Wertdienstleistungen angeht oder um Wertelogistik handelt. Insbesondere bei der Dimension, wie es bei der Bundesbank unterirdisch da eingelagert ist, wo es die gesamten in Deutschland gehaltenen Goldbestände, wo die verwahrt werden, Da sind sowieso höchste Sicherheitsmaßnahmen, Grundvoraussetzungen und sowieso strikt der Sicherheitsbereich getrennt vom Verwaltungsgebäude. Also das muss man der Fairness halber einräumen und dann auch aus der praktischen Abwägung heraus sozusagen nüchtern betrachten. Nichtsdestotrotz alles in allem sicherlich eine semi-glückliche Kommunikationspolitik, wie sie da jetzt vorgelebt worden ist. Aber praktikabel aus Ihrer Sicht? Mir fehlen die Details für das Gebäude, jetzt für das Sicherheitskonzept. Ich bin da kein Spezialist, aber ich will nicht ausschließen, dass es praktikabel sein kann. Also hypothetisch muss es sich nicht zwingend ausschließen.
Wie würde denn so ein Umzug von so viel, einem so großen Goldbestand überhaupt in der Praxis funktionieren? Naja, immer nur in kleinen Portionen. Das ist ja auch immer, wenn man jetzt auch über große Goldtransporte spricht, über mehrere tausend Tonnen. Es gibt dafür Wertelogistikunternehmen, die das ohne Probleme bewegen können, nur halt eben nicht in einer Fuhre oder in einem Flugzeug. Also man stellt es sich ja auch gemeinhin oft so vor, dass wenn jetzt irgendwie 500 oder 1000 Tonnen Gold international bewegt werden, dass da jetzt ein Flieger damit vollgemacht wird und dann nichts anderes transportiert wird als dieses Gold. In der Praxis ist es genau anders. Da werden meistens kleinere Einheiten zwischen 1 und 5 Tonnen in die Frachträume der Passagiermaschinen mitgegeben. Und da fliegen ja reichlich über den Atlantik beispielsweise Passagierflugzeuge jeden Tag. Und genauso gibt es auch die Möglichkeit.
Im nationalen Raum Wertelogistik-Dienstleister zu betrauen, die dann in mehreren unauffälligen, kleineren Einzelportionierten Fuhren sozusagen dann auch eine solche Herkulesaufgabe logistisch bewerkstelligen. Über einen Zeitraum dann sicherlich von mehreren Monaten. Eine Frage, die mir noch einfällt, weil wir eben noch über die Investitionen in Golpein gesprochen hatten und Sie ja auch sagten, das ist physisch hinterlegt. Und Raimund, wir hatten ja auch mal darüber geredet, wie viele Leute sich denn tatsächlich das physisch hinterlegte Gold abholen oder schicken lassen. Wie ist das denn bei Ihnen? Machen das viele Leute? Also bei uns ist es ja so, dass wir auch den physischen Handel direkt zur Lieferung anbieten. Das heißt, diejenigen Kunden, die schon kurzfristig wissen, dass sie einen direkten Bestellvorgang platzieren möchten, tätigen das nicht über den Umweg des Goldsparplans, sondern machen das unmittelbar.
Insofern ist die reine Quote der Investoren, die dann aus einem Sparplan heraus das angesparte Guthaben physisch in Anspruch nehmen, geringer. Vielleicht auch geringer, als er wäre, wenn wir das Lieferangebot unseres Hauses nicht hätten. Aber es bewegt sich bei uns irgendwo im unteren oder mittleren einstelligen Prozentbereich der Investoren, die dann auch eine physische Auslieferung über die Zeit beanspruchen. Ich muss auch dazu sagen, wir bieten das jetzt mittlerweile 15 Jahre lang schon an. Das heißt, wir haben auch einfach sehr langfristige Kundenbeziehungen, die dann nach zehn oder zwölf Jahren auch insgesamt einen physischen Goldschatz angespart haben, den sie dann auch physisch in Anspruch nehmen möchten. Und insofern ist das vielleicht eine unter dem Marktdurchschnitt liegende, aber doch nicht ganz weit hergeholte Quote. Nochmal kurz zurück zum Gold der Bundesbank. Denn da ist ja tatsächlich, sind die beiden Goldbestände zu unterscheiden, die, die in Frankfurt sind und die eben in New York. Letztere gibt es Forderungen, die zurückzuholen. Gehen wir auch gleich nochmal darauf ein. Aber bevor wir auf die Rückholung eingehen, doch nochmal zur Frage.
Ich habe es auch nicht persönlich gesehen, Sie wahrscheinlich auch nicht. Ist das Gold in Frankfurt tatsächlich dort, wo es die Bundesbank vorgibt, dass es da ist? Ich gehe davon aus, und man sollte jetzt auch nicht aus einer vollständig gelebten Transparenzpraxis nicht unmittelbar sofort das Gegenteil ableiten. Es ist ja auch so, dass jetzt im Rahmen der besagten Rückholaktion, die 2011 initiiert worden ist und dann nach langer, intensiver öffentlichen Debatte und auch zunehmend steigenden öffentlichen Druck in den Jahren 2013 bis 2016 dann zu einer Rückführung substanzieller Mengen, also es war eine 670 Tonnen, wenn ich mich recht entsinne, geführt hat. Diese Bestände wurden damals ja auch erfasst und tatsächlich physisch bewegt. Da gibt es also keine Zweifel an diesen wahren Bewegungen. Und ebenfalls gibt es ja auch keine Zweifel an der Entstehungsgeschichte des bundesdeutschen Goldschatzes. Deswegen zweifle ich persönlich nicht das Vorhandensein des Goldes an, sondern reibe mich tatsächlich eher an der Transparenzpolitik.
Die aus meiner Sicht nicht in hinreichendem Maße geboten ist. Und sollte das Gold jetzt zurückgeholt werden, was in New York noch liegt, aus Ihrer Sicht? Also ich bin bekanntlich im Camp der sogenannten Repatriierer. Ich zähle auch zu einem der Erstunterzeichner dieser 2011er-Kampagne, holt unser Gold heim. In der Tat bin ich der Meinung, die wesentlichen Argumente, die es gegeben hat, früher, zu Zeiten des Kalten Krieges, ein geopolitisch international gestreutes Lagerkonzept mit einem substanziellen Anteil in Großbritannien, in den USA zu lagern. Das hat sich einfach durch die Praxis überlebt. Diese Argumente bestehen nicht fort, aber sie werden eben immer noch angebracht und immer noch verwendet. Und es wird so getan, als ob ein physisches Vorhandensein in New York notwendig wäre, um Gold zu liquidieren. Und das ist ja auch nicht der Fall.
Allenfalls könnte man auch aus Frankfurt heraus physische Goldverkäufe durchführen und auch überall in allerheren Länder die Goldbestände bei einem Verkaufsszenario dann auch ausliefern. Und die zweite Frage ist ja, würde man überhaupt, weil das ist ja das nächste Argument der Bundesbank, dass ja im Grunde die Goldbestände dazu in New York gelagert sind, dass im Falle einer Währungskrise sie dort veräußert werden könnten. Und das ist ja der zweite Zirkelschluss aus meiner Sicht. Im Falle einer Währungskrise würde man ja gerade kein Gold verkaufen, sondern man würde ja die eigene Währung überhaupt dadurch nur stabilisieren können, dass man noch einen harten Kern vor- und nachweisen kann, dass man nämlich noch eine eiserne Goldreserve verfügbar hat. Und im Sinne einer geopolitischen und gelebten Souveränität ist dann eben auch der Lagerort im eigenen Lande sicherlich zu präferieren, gemäß dem Motto, if you can't touch it, you don't own it. Wenn du es nicht anfassen kannst, dann gehört es dir nicht. Gegenargument ist ja oft in diesem Fall, naja, das wären...
Macht außen hin offensichtlicher Vertrauensverlust in die US-Notenbank, wenn man das Gold jetzt dort nicht mehr für sich hält und zurückholt? Das könnte auch wiederum für Verwerfungen sorgen. Was halten Sie davon? Ja, das wird häufig vorgebracht, verfehlt aber im Kern aus meiner Sicht wirklich einen sachlichen Punkt zu haben, argumentativ, denn schlussendlich, es sind ja nun einmal deutsche Reserven. Und wenn da jetzt einfach die deutsche Politik sich entscheidet, diese Stärke oder die Bundesbank in dem Fall sich entscheidet, diese auf eigenem Boden zu verwahren, dann ist es ja nicht in allererster Linie ein Vertrauensverlust gegenüber den Verwahrer oder gegenüber den USA oder gegenüber der Institution, sondern es ist schlicht und ergreifend eine Neuausrichtung oder eine politische Entscheidung, die von einer souveränen Nation gefällt worden wäre und die einfach eigene Interessen da adressiert. Insofern würde ich dieses Argument eigentlich nicht gelten lassen. Anderes Argument heißt es dann oft, wenn es Gold hier ist, ist es ja auch nicht unbedingt sicherer als in New York. Es würde dann ja auch dem Zugriff oder vielleicht auch der Gier anderer ausgesetzt. Stichwort Russland. Putin hätte dann ja vielleicht ein Ziel in Frankfurt, sich auch den Goldschatz anzueignen. Der wäre dann insofern in den USA sicherer.
Naja, aber das setzt ja dann voraus, dass Putin erst ein Interesse generieren würde ab der 1711. Tonne und die ersten 1710 in Frankfurt verwahrten Tonnen Gold ihn nicht irgendwie aus der Reserve locken. Also auch dieses unmittelbare Bedrohungspotenzial kann ich nicht erkennen und kann das auch nicht teilen.
Insofern aus meiner Sicht spricht zumindestens viel dafür, einen höheren Anteil der deutschen Bestände insgesamt dann auch in Deutschland zu verwahren. Man hat ja diese Neubewertung vor gut 15 Jahren schon einmal durchgeführt, hat das dann vor zehn Jahren vollzogen. Insofern wäre auch eine solche Neukalibrierung jetzt auch nichts historisch Ungewöhnliches. Man hat auch in den 2000er Jahren ja nochmal substanzielle Mengen an Gold aus London regiert. Richtung Frankfurt überführt. Insofern, das ist nichts Ungewöhnliches und der Kern der Eisernen Reserve, der sollte immer im eigenen unmittelbaren Verfügungsbereich sich befinden und aus meiner Sicht wäre da ein Anteil deutlich oberhalb der aktuellen 51 Prozent auf jeden Fall angemessen. Dann nehmen wir nochmal den Faden auf, den wir ganz am Anfang mal ausgerollt haben, Krieg in Nahost, Iran und das Thema Gold, das ist ja natürlich ein ganz wichtiger Umschlagsplatz Nahost beim Thema Gold. Herr Fitti, was haben Sie da feststellen können in den letzten Wochen? Gab es da irgendwelche Bewegungen möglicherweise auch, wo Sie gesagt haben, oh, das ist aber interessant?
Naja, es ist sehr früh gewesen, dass die Handelsscheibe Dubai insbesondere durch die Sperrung des Flughafens da auch die Goldlogistik sozusagen gestört hat. Wenngleich das hauptsächlich, muss man ehrlicherweise sagen, die Europa-Asien-Route betrifft. Das heißt, 70 Prozent ungefähr der weltweiten Gold-Raffinerie-Kapazitäten, die sind ja in der Schweiz im Tessin ansässig von vier führenden Raffinerien. Und deswegen wird ja ein Guteil des weltweit sozusagen geschmolzenen Goldes dann in Form von Barren über eine dieser vier Raffinerien dann ausgeliefert und ein Guteil des dann auch nach Asien transportierten Goldes wird üblicherweise über den Hub Dubai dann weiter bewegt. In die andere Richtung gibt es auch Bewegungen, dass über Dubai Gold Richtung Europa dann auch bewegt wird, aber in etwas niedrigerem oder in deutlich niedriger ausgestaltetem Umfang. Und insofern, ja, da gibt es durchaus logistische Störungen und auch gewisse Knappheitssignale.
Allerdings würde sich das ja dann auch erst verschärfen, wenn die Situation unkontrolliert eskalieren würde und auch insbesondere sich zeitlich länger erstrecken würde. Und all das ist aktuell auf jeden Fall nicht absehbar. Und ich sage es nochmal, es bleibt ja auch zu hoffen, dass dieser Konflikt eingedämmt werden kann und eben nicht zu einem absoluten Flächenbrand sozusagen eskaliert. Wenn Sie sagen Einschränkungen, inwiefern spüren Sie es im Alltag oder ist es noch nicht wahr?
Das ist bei uns jetzt nicht unmittelbar messbar, aber es gab Meldungen, dass im asiatischen Raum da Lieferengpässe und teilweise auch Kontingentierungen von Verfügbarkeitsmengen für Investoren kurzfristig ausgesprochen worden sind. Aber das sind eben aktuell alles noch regionale Phänomene, die aus meiner Sicht sich zurückführen lassen auf die Einschränkungen, die logistisch dann über den Hub Dubai grundsätzlich zurückzuführen sind.
Dann würde ich sagen, kommen wir an der Stelle nochmal zu einer höheren Frage und Herr Fittier, Sie können gerne bei uns bleiben, weil es geht auch so ein bisschen um das, worüber wir schon gesprochen haben. Reset und auch Gold spielt eine Rolle. Die Mail hat uns der liebe Axel geschrieben und ich versuche es mal ein bisschen zusammenzufassen, aber im Zweifel werde ich es einfach vorlesen, was er uns geschrieben hat, weil es sonst den Inhalt verfehlt. Also er schreibt, er hat nochmal eine Frage zum Schutz meiner Geldanlagen beim Reset, wenn ich es richtig verstanden habe, sollte man die Bargeldquote reduzieren und in Sachwerte wie Aktien, ETFs, Bitcoin, Rohstoffe, Gold, Silber, Immobilien oder auch mal was Bares in Dinge investieren, haben wir in dieser Folge jetzt auch so nochmal bestätigt. Dann schreibt er, ETFs gelten ja als Sondervermögen, sind damit bei Insolvenz der Fondsgesellschaft oder Depotbank geschützt. Bei einigen Investments besteht allerdings ein Imitentenrisiko und da kommt er jetzt zum Punkt, Zum Beispiel Euvaxgold physisch mit Gold hinterlegt, aber es besteht ein Imitentenrisiko. Gold in einem Bankschließfach zu hinterlegen ist auch nicht sicher, sagt er.
Und bei ETPs auf Bitcoin sind Produkte durch echte Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum gedeckt. Das bedeutet, dass ich einen Lieferanspruch habe auf digitale Assets. Dann schreibt er weiter, da es sich rechtlich aber um eine Inhaberschuldverschreibung handelt, besteht dennoch ein Emittentenrisiko. Also, Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich, es besteht keine Einlagensicherung. Er schreibt also, lange Rede kurzer Sinn, wenn ich mein Kapital von einem Reset schützen möchte, sollte ich dann nicht auch das Emittentenrisiko im Blick haben, Raimuth? Genau, lieber Axel, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Gerade dein letzter Satz, das Emittentenrisiko ist gerade im Hinblick auf einen möglichen Reset. Bis dahin spielt es voraussichtlich weniger eine Rolle, aber dann erst recht, denn wir wissen nicht, wie so eine Umwandlung dann vonstatten gehen wird. Da wird es Kontraktrisiken geben, gegenseitig, da können es Ausfälle geben, dann gibt es die berühmten Kaskadeneffekte und so weiter.
Deswegen möglichst bei allen Anlagen, so weit wie möglich, das Emittentenrisiko ausschließen. Das kannst du bei den ETFs machen, insofern, weil das sind dann tatsächlich Sondervermögen. Du hast dann auf jeden Fall Zugriff auf die beim ETF hinterlegten Aktien. Das kannst du aber auch bei den Rohstoffen machen, bei Gold und Silber und bei Bitcoin. Selbstverständlich, da haben wir auch gerade drüber geredet, Gold- und Silbersparpläne, wo das Edelmetall physisch hinterlegt ist, dann hast du auch kein Emittentenrisiko im Unterschied, zum Beispiel zu Euvax oder Xetra Gold und beim Bitcoin ist es ähnlich.
Da gibt es Produkte auf den Bitcoin oder auch auf Ethereum, aber auch hier gibt es dann oft, weil das ETPs sind, dieses Emittentenrisiko. Auch da gibt es aber die Möglichkeit, den Bitcoin oder auch... Um das Ether oder eine andere Kryptowährung direkt zu halten. Das kannst du, darüber haben wir auch schon häufiger hier an dieser Stelle gesprochen.
Mit einer eigenen Wallet machen. Also du hast dann deinen eigenen Schlüsselbund in der Wallet, du hast dann deine eigene Kryptowährung irgendwo verwahrt. Du kannst es aber auch ganz einfach, und das ist dann so ähnlich, Nicht wie wenn du einen Gold- oder Silbersparplan bei Instituten abschließt. Du kannst das auch bei Neobrokern machen. Also ich sage immer das Beispiel, andere machen das sicherlich auch, aber Trade Republic bietet das an. Da kannst du mit einem normalen Sparplan regelmäßig einen festen Betrag in Bitcoin anlegen und der wird dann auch in Bitcoin angelegt ohne das emittenten Risiko. Selbstverständlich, risikolos ist gar nichts. Es gibt da auch wiederum zwischengeschaltete Verwahre und da weiß man letztendlich auch nicht, ob da irgendwas im Zweifelsfalle passieren kann. Das will ich ganz eindeutig sagen. Die hundertprozentige Sicherheit gibt es da auch nicht, aber so weit wie möglich kannst und solltest du das Emittentenrisiko ausschließen.
Falls ihr Fragen habt zu dem, was wir heute erzählt haben oder generell zur aktuellen Situation an den Finanzmärkten oder auch mit Blick auf die aktuelle Lage in Nahost, schreibt uns gerne, so wie Axel das getan hat, berichterundbell at gmail.com oder ntv.de, das sind unsere E-Mails und dann freuen wir uns sehr auf eure Zuschriften, egal zu welcher Uhrzeit. Ich glaube, die von Axel, die kam fast kurz nachdem wir den Podcast überhaupt veröffentlicht hatten. Wir freuen uns sehr. Also deswegen schreibt uns und an der Stelle sagen wir jetzt erstmal schönen Dank und schöne Grüße in die Schweiz an Herrn Fittje, der uns auch heute wieder geholfen hat, das Ganze noch ein bisschen besser zu verstehen. Ganz herzliche Grüße, Dankeschön und auf bald, Herr Fittje. Vielen Dank und herzliche Grüße zurück. Super und ich mache schon mal einen kleinen Ausblick auf unser nächstes Thema, was wir vorhaben in der nächsten Woche. Ganz anderes Thema, Etienne, und zwar wollen wir da über ganz, ganz schlimme Fettnäpfchen reden, in die man bei Bewerbungsgesprächen treten kann und die man auf jeden Fall vermeiden sollte. Das Interessante dabei ist, dass es inzwischen völlig andere Fettnäpfchen sind als noch vor ein paar Jahren. Spannende Folge also. Spoiler bis dahin. Ich freue mich drauf.