Trump always chickens out, Taco Tuesday oder wie man das auch immer nennen möchte. Fakt ist, es gibt eine Waffenruhe in Nahost. Iran und USA wollen verhandeln und die Börsen feiern das. Der DAX hat die 24.000 Punkte schon wieder übersprungen. Wer hätte das gedacht noch vor ein paar Tagen und der Pendel seitdem auch so um diese Marke. Gold und Bitcoin auch im Plus. Der Ölpreis knickt ein, Raimund. Alles so zu erwarten, was die Börsenreaktion angeht? Ja, ich habe es zumindest erwartet. Aber ich glaube, die Börsen haben es auch erwartet. Du nennst es Taco, Trump isst wie ein Kind und er ist eigentlich auch insofern vorausbrechenbar aus meiner Sicht. Ich erinnere mich noch an das alte Lied von, wer war das noch, der Kinder an die Macht gesungen hat. Ja, Udo war das doch, oder? Nee, nee. Egal, aber Kinder an die Macht. Der hat es sich wahrscheinlich anders vorgestellt gehabt. Nee, Grönemeyer. Grönemeyer natürlich, Herbert Grönemeyer aus Bochum. Nee, klar, jetzt haben wir es. Der hat sich das anders vorgestellt, sicherlich. Aber das ist wie ein Kind an der Macht für mich.
Und auch das, was er dann noch am Dienstagabend von sich gegeben hat und diese Drohungen, alles. Ich habe das nicht ernst genommen, ehrlich gesagt und er vermutlich auch nicht, aber egal, damit war aus meiner Sicht zu rechnen und die Marktreaktion, die ist zwar heftig, aber dennoch, gerade wenn ich mir die US-Märkte angucke, darüber haben wir ja auch in den letzten Wochen schon gesprochen, das war schon recht verhalten. So eine richtig, richtig große Angst oder Panik wegen des Kriegs und auch wegen des Ölpreises kam da nicht auf. Ja, der Index der S&P hat die 200-Tage-Linie unterschritten für zwei Wochen, da kommen wir am Ende vielleicht nochmal dazu, aber jetzt hat er sich schon wieder so stark erholt, das heißt, Irgendwie haben die Märkte auch damit gerechnet, dass sowas kommt und jetzt ist es da. Natürlich ist damit noch nicht die Welt wieder vollkommen in Ordnung, weiß Gott nicht. Aber es geht jetzt mal voraussichtlich erstmal eine Zeit lang nach oben. Ich persönlich rechne natürlich damit, dass es im Jahresverlauf nochmal Richtung Sommer, Spätsommer, Herbst nochmal weitere heftige Korrekturen an den Aktienmärkten gibt. Nicht, soweit sind wir noch nicht, welche Anlässe es dann gibt, ob das die Privatkreditkrise sein wird oder was anderes, schauen wir mal.
Jetzt jedenfalls, auch hier gibt es natürlich immer noch wieder Unsicherheiten und wir werden in den nächsten Tagen und Wochen auch damit leben, dass es da Rückschläge gibt, dann gibt es in den Verhandlungen wieder mal was, was nicht so richtig läuft. Aber wie dem auch sei, wenn man sich die Wandlung von Donald Drummond angucken will oder die angebliche Wandlung, mal ein Beispiel. Wir alle erinnern uns ja an die Drohung, dass er es gesagt hat, er würde die gesamte Zivilisation auslöschen im Iran. Und was hat er jetzt heute schon gesagt? Wir zeichnen am Mittwoch auf. Ja, man denkt sogar daran oder er denkt daran, dass man für die Sicherung der Straße von Hormuz ein Joint Venture gründen könnte mit dem Iran, um diese Straße gemeinsam zu sichern. Also da sieht man doch, wie dieser US-Präsident, der hoffentlich nicht mehr allzu lange US-Präsident sein wird, tickt. Aber für die Märkte ist das durchaus keine allzu große Überraschung, finde ich, zumindest auch nicht für mich. Ist und bleibt ein Geschäftsmann, Donald Trump. Wir sind heute nicht allein, der Krypto-Experte Markus Miller ist mit dabei und wir sprechen nämlich noch über den Bitcoin.
Deswegen nehmen wir direkt mal dazu. Markus, welche Signale lesen Sie denn ab aus dem aktuellen Marktgeschehen, diesen Reaktionen?
Ja gut, ich sehe das ähnlich eigentlich wie der Raimund oder der Herr Brichter. Es ist einfach so, ich habe eine aktuelle Marktanalyse dazu geschrieben, die heißt Im Nahen Osten nichts Neues. Es gibt ja das Buch Weltliteratur im Westen nichts Neues und da geht es ja darum.
Dass sich eben die Menschheit an die Schrecken des Krieges gewöhnt. Und genauso ist es momentan auch. Man gewöhnt sich eben an diese ganzen Konflikte und die Börsen antizipieren das Ganze eben auch. und das nutzt sich einfach ab. Und Fakt ist einfach der, dass Donald Trump jetzt mal wieder eingeknickt ist. Also er gibt da eben ein Interview mit einem Osterhasen zusammen zum Thema wir bomben den Iran in die Steinzeit zurück. Fakt ist ja auch zum Beispiel die militärischen Anlagen des Iran sind ja ganz hervorragend gesichert, weil sie kilometerweit Oder hunderte Meter weit zumindest unter der Erde sind. Also das wird gar nicht funktionieren. Und dann ist es jetzt so, es ist ja kein politischer Sieg als das, was es jetzt gemacht wird in diesem True Social Posting von Donald Trump. Sondern der Zehn-Punkte-Plan, der jetzt als Sieg, als diplomatischer Sieg vor zwei Wochen verkauft wird, der enthält ja sehr, sehr viele iranische Forderungen. Und das ist ja eher, glaube ich, auch ein bisschen ein Zeichen von Schwäche. Es zeigt sich aber, dass die Märkte darauf reagieren, aber eben das Ganze zunehmend auch antizipieren und so langsam wird ja die Methode immer auch klarer, auch den Marktteilnehmern massive Drohungen bei den Zöllen beispielsweise.
Auch bei Grönland, bei Venezuela, beim Iran, aber dann auch wieder zurückrudern. Also dieses massiv-Maximaldrohung, Androhung, Ultimatum, Zurückroutern und ich glaube, das antizipieren die Märkte mittlerweile und die Marktteilnehmer sehr, sehr gut. Dennoch führt es zu Volatilität, also zu Schwankungen. Und es ist ja auch die Frage, wie nachhaltig diese Waffenruhe am Ende bleibt.
Ölpreis, sind wir uns einig, wird so schnell nicht mehr auf das Vorkriegsniveau zurückfallen, oder? Das heißt, tanken, machen wir es mal ganz Verbraucher nach, für uns alle bleibt erstmal weiter teuer, oder? Also aus meiner Sicht ist das beim Ölpreis schon eine gefährliche Situation jetzt aus Investorensicht. Also ich würde nicht auf hohe Ölpreise nachhaltig setzen. Natürlich kann es kurzfristig sein, dass wir nochmals eine Explosion beim Ölpreis sehen. Aber dann würde ja die ganze Welt in eine Rezession fallen. Und dann würde Öl eben nicht mehr benötigt werden. Und man soll sich mal zurückerinnern, was passiert ist damals bei Corona, als die Öl-Futures ja ins Negative gefallen sind, als keiner mehr Öl benötigt hat, weil die Weltwirtschaft stillgestanden ist. Und eine andere Gefahr ist ja auch bei Ölinvestments die, das sollte das nachhaltig so hoch bleiben, dass ein gesellschaftlicher Trommel Weil die Menschen, viele oder fast alle, jeder, wo Auto fährt, spürt es an der Tankstelle, dann wird es eben auch Überrenditen geben, die Staaten abschöpfen wollen. Also es wird staatliche Maßnahmen geben und staatliche Eingriffe. Deswegen dieser große Peak beim Ölpreis kann auch sehr, sehr schnell mal wieder bei einer Deeskalation der Lage in die andere Richtung schwenken. Ja, gerade zum Ölpreis würde ich gerne auch nochmal was sagen.
Wenn man den sich ganz langfristig anguckt und das tue ich ja, ich bin ja ein Freund des Langfristigen, da sieht man tatsächlich, dass der ja seinen Höchststand im Jahr 2008 erreicht hat. Ich wiederhole, 2008.
Also das ist eine ganz lange Zeit her und damals war er fast ganz knapp bei 150 Dollar pro Berl. Und das war auch eine Riesenspekulation. Und wenn man jetzt mal Donald Trump wieder dazu zieht. Ich erinnere mich, ich habe, als der Ölpreis damals ganz hoch war, ein Interview bei CNBC gesehen mit jenem besagten Donald Trump. Der war damals noch nicht in der Politik, zumindest nicht so wie später, sondern er war eben Investor und er hat damals, als der Ölpreis da oben war, gesagt, der Ölpreis wird fallen auf 50 Dollar.
Man kann ja von Donald Trump halten, was man will und ich habe ja klar gemacht, was ich von ihm halte, aber das hat gepasst. Kurze Zeit später, nämlich auch noch im Jahr 2008, Anfang 2009, fiel der Ölpreis tatsächlich auf diese 50 Dollar. Donald Trump hatte damals das Argument gebracht, das war eine riesen Spekulation im Markt auf steigende Ölpreise. Also wir alle erinnern uns, Peak Oil war damals angesagt, das heißt die Ölförderung hat ihr Peak erreicht, also ihre Spitze und wird immer knapper das Öl, deswegen muss der Preis steigen und da haben sich weltweit alle möglichen Fonds und Investoren drauf geschmissen und haben Öl gekauft. Und der Trump hat gesagt, ja, dadurch, dass an den Terminmärkten der Ölpreis so weit gestiegen war, hat das durchaus auch Wirkungen gehabt auf den realen Ölmarkt. Die Folge war nämlich, dass, wie er sagte, damals hunderte von Schiffen auf den Weltmeeren unterwegs waren, die Öl geladen hatten und es aber nirgends absetzen konnten, weil der Ölpreis eben so stark gestiegen war, hat man das Öl eben dann zwischengelagert auf diesen Schiffen. Und wenn das Öl dann anlandet, hat er gemeint, wenn das dann tatsächlich auf den Markt trifft, dann wird es runtergehen. Und das kam dann auch tatsächlich so. So viel dazu. Und die Spitze von damals, des Ölpreises, die haben wir auch tatsächlich nicht mehr gesehen.
Markus hat es gerade gesagt, zwischenzeitlich fiel er ja sogar ins Minus der Ölpreis wegen der Corona-Krise. Im April 2020 war das, glaube ich, ganz kurz, sogar auf Null. Also wenn man dann diese weite Spanne sich anguckt von 150 auf Null, um dann wieder im Zuge des Ukraine-Krieges auf etwa 130 Dollar zu steigen, aber nicht mehr in der Spitze auf 150. So und dann ist er wieder gefallen und jetzt ist er wieder gestiegen, aber auch nicht mehr auf 130, sondern noch auf 120 in der Spitze. Wir haben darüber berichtet. Also man sieht, dass es durchaus in der Spitze immer niedrigere Hochs gibt und ich habe letztens eine Analyse eines US-Experten, Ölmarktexperten gehört. Ich möchte es hier mal mit allem Vorbehalt weitergeben. Der hat gesagt, der Ölpreis wird, wenn diese Irankriegssache vorbei ist.
Mittel- bis langfristig auf 25 Dollar wiederfallen. 25 Dollar pro Fass. Ich will das jetzt nicht so übernehmen, aber ich halte es durchaus für möglich, dass es so kommen wird. Ich würde zumindest nicht langfristig auf einen steigenden Ölpreis wetten. Und jetzt zurück zu deiner Ausgangsfrage, Etienne. Langfristig würde das auch wieder sinkende Benzin- und Dieselpreise bei uns bedeuten. Wann das so sein wird, weiß natürlich niemand. Da gibt es ja auch immer den Staat, der noch ein Wörtchen mitredet. Denn da steigen ja auch zusätzlich oder darüber hinaus auch immer die Abgaben, die CO2-Abgabe zum Beispiel, die ist ja auch jetzt erst wieder gestiegen. Also das muss man auch natürlich einberechnen. Aber ich bin relativ sicher, dass wir jetzt bei zwei Euro kommen. 50 war es, glaube ich, im Dieselpreis erstmal wieder für längere Zeit die Spitze gesehen haben. Tja, dann würde ich sagen, kommen wir mal zu unserem Hauptthema. Habe ich gerade schon kurz angestriffen vorne. Der Bitcoin hat eine ganz wichtige Marke geknackt, nämlich die von 20 Millionen geschürften Coins. Damit bleibt nur noch eine Million übrig, die im Verlauf des nächsten Jahrhunderts dann neu erzeugt werden. Der letzte Bitcoin, wir haben ja schon oft drüber geredet bei Brichter & Bell, dürfte dann um das Jahr 2140 geschürft werden. Markus, warum ist denn das so wichtig eigentlich?
Ja, das ist einfach eine klare Bemessungsgrundlage, die wir in anderen Finanzbereichen unseres Lebens nicht haben. Niemand kann sagen, wie viel Gold im nächsten Jahr gefördert wird. Niemand kann sagen, wie viel Geld im nächsten Jahr gedruckt wird. Aber ich kann genau sagen, dass alle zehn Minuten ein neuer Bitcoin-Block entsteht bis ins Jahr 2140, dass wir alle vier Jahre ein Halving-Ereignis mathematisch, algorithmisch in diesem Programmcode der Bitcoin-Blockchain festgeschrieben haben, dass sich also diese Mining-Rewards halbieren alle vier Jahre und dass wir eben eine klare Limitierung haben bei 21 Millionen Stück. Und das haben wir in anderen Bereichen unserer Wirtschaft nicht, auch nicht bei Aktien. Bei Aktien kann man natürlich auch neu emittieren bzw.
Kapitalerhöhungen machen. Immobilien kann man neu bauen, man kann neue Grundstücke ausweisen, man kann in die Höhe bauen, Geld kann man drucken, Anleihen kann man emittieren. Also alles ist in unserem Leben relativ unbegrenzt. Und hier ist es eben so... Im Gegensatz zu Gold ist der Bitcoin nicht nur auch limitiert mathematisch. Gold ist natürlich durch sein Vorkommen der Erdkruste limitiert, sondern auch ganz, ganz klar berechenbar bis ins Jahr 2140. Und diese mathematische Grundlage, die ist ein einzigartig wertvoller Schatz, basierend auf einem Algorithmus. Und das ist auch der Wert des Bitcoin, der immer mehr Investoren, privaten wie institutionellen, bewusst wird. Da möchte ich gerade nochmal einhaken. Es sind natürlich jetzt ganz wichtige Dinge, die du da auch gerade gesagt hast. Entschuldigung, wir duzen uns hier, also wir kennen uns gut, Markus, deswegen sage ich hier, Markus, ich möchte das auch nicht nach draußen hin, nicht verheimlichen, dass wir uns schon lange kennen und deswegen, aber tatsächlich, da gibt es einige Anschlussfragen. Erstmal, wenn ich das richtig nachgerechnet habe, 20 Millionen geschürft, 20 Millionen sollen es nur werden. Erstmal, das wären ja dann schon 95 Prozent der überhaupt irgendwann jeweils in Umlauf kommenden Bitcoin.
Warum braucht es, für die ersten 95 Prozent hat das ja nur 16, 17 Jahre gebraucht, warum braucht das jetzt so lange, um die restlichen 5 Prozent noch zu schürfen? Ja, weil das natürlich Satoshi Nakamoto, wer ja immer auch sein mag, in diesem White Paper, also in dem Grundlagenpapier auf neun Seiten, am 31. Oktober des Jahres 2008 klar definiert hat für, nicht alle Ewigkeit, aber für die Ewigkeit bis eben ins Jahr 2140. Und weil dieser Konsens-Algorithmus-Proof-of-Work eben unveränderbar ist.
Keine Zentralinstanz in Eingriff genommen werden kann. Also es kann nicht eine Notenbank kommen oder ein neuer Notenbankpräsident oder ein neuer US-Präsident oder sonstige Zentralinstanz, sondern es ist eben festgeschrieben. Und es macht ja schon Sinn, dass man am Anfang dann eben mehr ausgibt, dass eben ein Wert, wie der Bitcoin es eben darstellt, ein System in Umlauf kommt, aber es dann mit zunehmender Dauer immer stärker verknappt wird. Und dieser Effekt der Begrenztheit, das ist etwas ganz, ganz Entscheidendes. Weil was mir eben auch auffällt bezüglich des Wortes Knappheit, das ist ein Unsinn. Also wenn ich in Bitcoin-Büchern selbst lese, der Bitcoin ist knapp, dann ist das Unsinn. Wenn ich um zwei Uhr an einem Samstagabend eine Banane kaufen will, dann habe ich Probleme, eine Banane zu kaufen. Wenn ich um zwei Uhr am Samstagabend oder in der Nacht einen Bitcoin kaufen will, habe ich gar keine Probleme. Also der Bitcoin ist begrenzt, aber er ist nicht knapp. Das ist auch mal was ganz Wichtiges, was wir uns ökonomisch klar werden müssen. Also das ist schon ein wichtiger Unterschied. Aber nochmal zurück zum Programmcode, den du da genannt hast, der angeblich nicht verändert werden kann.
Kann er wirklich nicht verändert werden? Nicht von einer Zentralinstanz wie einer Notenbank, aber kann er nicht von der Bitcoin-Gemeinschaft? Könnte er rein theoretisch nicht geändert werden? Ja, das ist richtig. Also es ist eher einfach ein Konsensalgorithmus, also wenn ich mehr wie 50 Prozent eben der Abstimmungsverhaltens auf mich vereine, also der Mining Power beispielsweise, dann kann ich den Konsensalgorithmus theoretisch verändern. Aber jetzt kommen wir ja wieder zurück auf das Ökonomische. Wer wäre denn so unintelligent, wenn er von einem bestimmten Gut sehr, sehr viel hat, hier den Vertrag so zu verändern, dass das komplett verwässert wird? Also das ist relativ ausgeschlossen, dass so ein Effekt eines Tages umgesetzt werden würde. Da müsste gerade jemand aus ideologischen Gründen sehr, sehr viele Bitcoin kaufen, alle Bitcoin-Mining-Power, jedenfalls mehr als 51 Prozent der Rechenleistung auf sich vereinen und dann das, was er besitzt, bewusst zerstören. Und das ist unwahrscheinlich. Ja, aber wenn es nicht nur einer wäre, sondern eben 50 Prozent aller, die in der Bitcoin-Gemeinde versammelt sind und Bitcoins haben.
Die könnten sich ja rein theoretisch auch zusammenschließen und sagen, ja, wir machen das jetzt so, wir ändern das. Ja, aber gehen wir mal in einen anderen Bereich, in den Aktienbereich. Warum sollten jetzt Aktionäre, die an einer bestimmten Aktiengesellschaft beteiligt sind, sagen, wir wollen jetzt, dass unser Unternehmen in Insolvenz geht? Also wenn ich was besitze, dann will ich ja diesen Wert schützen und niemand stimmt ja dann ab dahingehend, dass das, was ich besitze, dass das vernichtet wird. Deswegen ist das aus meiner Sicht sogar ausgeschlossen. Es sei denn, sie verkaufen es vorher zu Höchstpreisen, bevor es dann quasi geändert wird. Das ist ja aber beim Bitcoin nicht der Fall, weil man beim Bitcoin ja unterscheiden muss zwischen den Bitcoin-Besitzern, also Proof of Work, die eben Bitcoin gekauft haben über eine Wallet oder über einen ETF oder einen ETP, ein Finanzprodukt, und den Minern, die die eigentliche Macht des Bitcoin-Netzwerkes haben durch den Konsens-Algorithmus Proof of Work und eben hier Einfluss nehmen können und hier ist die Hashrate beziehungsweise die Rechenleistung sehr sehr stark diversifiziert und wenn man sich auch mal die Bitcoin-Blockchain anschaut, die ist ja gespiegelt auf Tausende, weit mehr als Zehntausende Nodes. Also wir haben hier eine brutal starke Dezentralisierung und der Bitcoin ist das stärkste.
Bestgesicherte Netzwerk dieser Welt, wird sogar über Satelliten abgebildet, die Bitcoin-Blockchain, also selbst wenn die Erde zerstört wird.
Und dass man sich jetzt Gedanken macht, dass dieses dezentrale, bestgesicherte Netzwerk der Welt das Abstimmungsverhalten dahingehend ändert, dass man sich selbst zerstört, das halte ich einfach für nicht realistisch. Da haben wir in unserem zentralisierten Leben, auch in unserer zentralisierten Geld-Finanzwirtschaft.
Tausende, hunderttausende andere Bereiche, wo das weitwahrscheinlich ist, dass wir so ein Ereignis haben, dass irgendwann mal jemand auf den Knopf drückt und sagt, okay, Gold wird enteignet, die Währung wird eine Reform gemacht oder sonstige Dinge. Also Konten werden eingefroren und so weiter. Das ist alles beim Bitcoin äußerst unwahrscheinlich aufgrund seiner Ausrichtung und Ausgestaltung auf Basis von Mathematik und Algorithmen.
Es gab ja mal ein interessantes Beispiel, da haben sich wohl auch die Mehrheit dazu entschlossen, aus dem Bitcoin, aber das war dann den abzuspalten, aus dem Bitcoin wurde ja ein Bitcoin Cash abgespalten. Interessant natürlich, den Bitcoin, den gab es dann parallel dazu, ganz normal und das hat dem ja überhaupt nicht geschadet. Wie ist denn das zu bewerten? Das ist ungefähr so zu bewerten, wie wenn im Louvre in Paris die Mona Lisa hängt und dann kommt jemand und sagt so, ich male jetzt die Mona Lisa nach oder ich mache einen Sonderdruck und verbreite die Mona Lisa. Also wenn wir uns jetzt mal das Technologische anschauen, man spricht bei solchen Ereignissen von einem sogenannten Hard Fork. Also ein Fork ist eine Gabel, also eine Abgabelung der Blockchain, die nicht abwärtskompatibel ist. Ich möchte das mal ganz einfach beschreiben. Also wenn eine bestimmte Gruppe kommt, das war zum Beispiel bei Bitcoin Cash der Fall und dann später bei Bitcoin Cash nochmals, da gab es dann Bitcoin ABC und Bitcoin Satoshi Vision, weil diejenigen Entwickler, die das forciert gehabt haben, die haben gesagt, nein, Satoshi Vision, das ist der wahre Bitcoin. Da wird dann eben was aus dieser Bitcoin-Blockchain abgegabelt, ein Hard Fork gemacht und weitergeführt. Aber das ist total erfolglos und niemand braucht diese Dinge. Also das hat auch überhaupt keine Auswirkungen.
Im Gegenteil, es war sogar positiv, weil sie haben dann bei Bitcoin Cash beispielsweise für einen Bitcoin auch ein Bitcoin Cash zusätzlich bekommen und all jene, die das dann gleich verkauft haben, die haben eigentlich sehr, sehr gut profitiert, weil Bitcoin Cash ist danach als Zahlungsverkehrsmedium und als Wertaufbewahrungsmedium vollkommen in der Bedeutungslosigkeit versunken. Schauen wir vielleicht nochmal auf den aktuellen Kurs. Wir dümpeln ja ein wenig rum, so bei 70.000 Dollar, bevor es jetzt gerade diese positiven Reaktionen an den Börsen gab, wegen der Waffenruhe. Aber worauf warten die Anleger denn eigentlich? Also wo stehen wir gerade beim Bitcoin? 70.000 dümpeln ist natürlich relativ, weil wir waren auch schon weit drunter. Deswegen ist es natürlich immer noch eine krasse Zahl. Aber wie schätzt du es ein? Ja, ich sehe das jetzt gar nicht so. Also dümpeln heißt ja auch immer, hat ja eher ein bisschen was Negatives. Ich würde da jetzt eher das Wort verwenden, wir konsolidieren auf wirklich hohem Niveau, rein in Bezug auf...
Preis und in Bezug auf den Wert, also die Marktdurchdringung, die Adaption des Bitcoin, gerade im institutionellen Bereich, haben wir natürlich ganz, ganz massive Fortschritte oder auch in bestimmten Regionen. Wir haben über 50 Prozent Transaktionswachstum beispielsweise im Kryptosegment in Ländern wie Afrika, also über 205 Milliarden US-Dollar Gegenwert. Das sind ganz, ganz bedeutende Entwicklungen. Und es ist natürlich vieles überlagert derzeit von der Geopolitik. Und es ist ja auch so, dass bestimmte Narrative, also Gold ist eine Krisenwährung.
Auch so derzeit zu hinterfragen sind. Wir haben ja auch einen massiven Einbruch beispielsweise gehabt beim Goldpreis trotz Kriegsausbruch. Und das ist ja immer ein Zeichen dafür, dass in unserem System, im Finanzsystem auch etwas nicht stimmt, weil eben Liquiditätsbedarf da ist. Und beim Liquiditätsbedarf ist es dann eben so, dann wird dasjenige verkauft, was sehr, sehr schnell und einfach liquidierbar ist und wo eben noch große Gewinne auch drauf sind. Das ist eben auch Gold. Und beim Bitcoin bin ich eben der Ansicht, ich sehe das eben so, dass in den anderen Zyklen des Bitcoin die Drawdowns, also die Rückschläge, weitaus größer waren. Die Volatilitäten, also die Schwankungsbreiten viel höher waren und dass wir jetzt eben eine durchaus sehr, sehr gesunde Konsolidierung sehen und ich mir auch sehr, sehr gut vorstellen kann, so wie es in der Vergangenheit ja auch immer in den Zyklen der Fall war.
Dass wir auch eine massive Aufwärtsbewegung beim Bitcoin wieder sehen werden in den nächsten Monaten, die deutlich auch über die alten Hochs gehen kann, weil eben der Bitcoin im institutionellen Bereich massiv Fortschritte als Anlageklasse macht, dort eben an Akzeptanz gewinnt und natürlich auch Im Retail-Bereich, also alle großen deutschen Banken haben mittlerweile Kryptoverwahrlizenzen, steigen in das Kryptogeschäft ein. Selbst die Volksbanken, die Raiffeisenbanken bieten mittlerweile ihren Privatkunden den Handel mit Kryptowährungen und die Verwahrung mit Kryptowährungen an. Also und deswegen bin ich der Ansicht, dass hier eine sehr, sehr positive Grundlage derzeit gelegt wird für positive Kursentwicklungen in der Zukunft. Und diese Volatilität, also diese Schwankungen, das ist eben der Preis, den ein Anleger bezahlen muss für exorbitant hohe Renditen, die eben in der Vergangenheit erzielt wurden und die ich mir auch in der Zukunft sehr, sehr gut beim Bitcoin eben weiter vorstellen kann. Du hast gerade die starken Schwankungen in der Vergangenheit angesprochen.
Langfristig, und das wissen ja unsere Hörerinnen und Hörer, bin ich durchaus derselben Meinung wie du, dass Bitcoin eigentlich nur steigen kann, auch aufgrund der, nicht der Knappheit, aber eben der Begrenztheit, wie du es nennst. Aber wenn wir in die Vergangenheit gucken, in der relativ jungen Vergangenheit des Bitcoin, da gab es ja oft, und darüber haben wir hier auch schon gesprochen, an anderer Stelle, Einbrüche.
Preiseinbrüche von 50, 60, 70 bis 90 Prozent. Das war alles nur vorübergehend. Der Bitcoin hat sich dann wieder erholt. Dennoch haben wir eben, du hast gerade gesagt, diese ganz starken Einbrüche noch nicht erreicht. Deswegen gehe ich durchaus davon aus, deswegen auch die spannende Frage an dich, was du davon hältst, dass es durchaus nochmal, klar, nach einer Zwischenerholung nochmal weiter runtergehen kann.
Dass es auch mal 60, 70, auch von der Spitze 80% ins Minus gehen kann. Das würde jetzt ein Bitcoin vielleicht von, was weiß ich, von einem Preis von 50.000 bedeuten oder auch vielleicht sogar unter 50.000. Aber auch das wäre langfristig überhaupt kein Weinbruch, aber möglich wäre es doch, oder? Ja. Ja, natürlich. Möglich ist es immer, gerade bei bestimmten Ereignissen, die man sich eben vorstellen kann. Und das ist ja auch jetzt eben, dazu habe ich auch neulich relativ viel verfasst, wir sprechen ja immer von so schwarzen Schwänen, also unvorstellbare Ereignisse, wo dann plötzlich kommen, wie damals eben der 11. September. Wir leben aber derzeit eben in der Welt der sogenannten grauen Rhinozerose, Also der grauen Nashörner von Ereignissen, die möglich sind und auf die wir sehenden Auges zulaufen. Zum Beispiel exorbitant steigende Staatsverschuldungen, Rentensysteme, die vor dem Kollaps stehen. Und beim Bitcoin kann man sich natürlich solche extremen Ereignisse auch vorstellen. Beispielsweise auf der geopolitischen Natur, bei einem exogenen Schock, also einem massiven Kriegsausbruch im Nahen Osten, einer totalen Eskalation. Aber auch Systemdefekten innerhalb der Kryptoökonomie. Das ist ja auch nicht von der Hand zu weisen. Also beispielsweise Quantencomputer.
Die eben Einfluss nehmen könnten auf die Stabilität der Blockchain beziehungsweise der Bitcoin-Blockchain. Oder, du hast es ja vorher angesprochen, es gibt 20 Millionen Bitcoin, nur noch eine Million Bitcoin werden bis ins Jahr 2140 gemeint, aber auf einer Wallet liegen mehr als 1,1 Millionen Bitcoin und das ist die Wallet von Satoshi Nakamoto oder die Wallets, die ihm zurechenbar sind. Ja, was wäre denn, wenn der morgen aufwacht? Also wenn diese Wallets aktiviert werden und verkauft werden würden, Dann wäre ein totaler oder ein massiver, zumindest temporärer Bitcoin-Einbruch die Folge. Selbst wenn nur zehn Bitcoin davon bewegt werden würden, weil der Markt es nicht erwartet, weil der Markt davon ausgeht, diese Bitcoins sind verloren. Wir haben ein anderes Systemrisiko, das ist Michael Saylor mit seiner Aktiengesellschaft Strategy, früher MicroStrategy, die 760.000 Bitcoin in ihrer Bilanz haben, die sie kreditfinanzieren teilweise. Wenn es hier zu einem Problem kommt und ein Abverkauf, ein Zwangsverkauf erfolgen sollte, dann kann ich mir auch solche Kurse vorstellen. Aber insgesamt bin ich sehr, sehr positiv gestimmt, dass eben diese Entwicklungen weitergehen. Der Bitcoin an Akzeptanz gewinnt eben als digitales Gold in unserer Finanz- und Realwirtschaft.
Genau, Strategy und Michael Saylor ist ein gutes Stichwort für mich, Da kommt ja noch dazu und du hast es selbst gesagt, der Bitcoin ist ja inzwischen etabliert in der gesamten Finanzindustrie.
Da gibt es natürlich auch Leute, die vielleicht auch gerade in puncto Strategy und Michael Saylor, das ist ja eine Firma, die eigentlich nur in Bitcoin investiert, auch noch teilweise auf Kredit finanziert, in Bitcoin investiert, also das hebelt. Und dass da eben Leute kommen und Ansätze gab es ja schon, die spekulieren dann auch darauf. Aha, dem zeigen wir es doch jetzt mal und spekulieren vielleicht auf fallende Strategy-Aktienkurse. Die Aktie ist auch notiert, aber gleichzeitig auch auf einen fallenden Bitcoin-Kurs. Im Zuge eben einer möglichen Pleite von Strategy, ausgeschlossen ist die ja nicht.
Das heißt, klar, langfristig sind wir uns einig, wäre das eine gesunde Reaktion, Aber kurzfristig könnte genau das doch zu einem noch stärkeren Bitcoin kommen. Crash führen, oder? Ja, genau. Genau so ist es. Wobei, Strategie ist ja dennoch in Bezug auf Wandelanleihen solide finanziert. Das Problem sehe ich eher hier bei den Strategie-Aktionären, die ja fortlaufend verwässert werden. Weil ihre Anteile am Unternehmen werden ja fortlaufend durch die Ausgabe von neuen Vorzugsaktien und neuen Wandelanleihen verwässert. Das Systemrisiko, auch bei einer Liquidation von Strategy auf den Bitcoin, halte ich dennoch für relativ begrenzt, weil dann eben zu erwarten ist, dass sich die anderen großen Proxy-Leverager, also diejenigen, die in Bitcoin investieren, wie Morgan Stanley, Goldman Sachs oder eben auch BlackRock vor allem, sich diese Bitcoin einfach krallen würden. Aber die könnten auch gleichzeitig sagen, okay, diesen Marktteilnehmer, den wollen wir raus haben, dem zeigen wir es jetzt nochmal und gehen da short. Ja, aber mittlerweile aufgrund dieser hohen Bitcoin-Volumina, die Strategie in der Bilanz hält, es wären natürlich massive Short-Positionen erforderlich.
Und das würde natürlich auch im Markt auffallen, also wenn jetzt hier BlackRock oder auch über zwischengeschaltete Gesellschaften das tun würde. Und das halte ich jetzt auch nicht für besonders wahrscheinlich. Aber ich persönlich sehe es schon auch so, dass ich das jetzt nicht gut finde, was Michael Saylor eben macht, der ja in der Bitcoin-Maximalisten-Community wie so ein Gott verehrt wird. Also die sagen, hier ist ja das Narrativ, Michael Saylor ist Fiat-Short. Also der shortet praktisch die Fiat-Währungen, also in dem Fall natürlich den US-Dollar.
In Bitcoin. Das wäre jetzt genauso, wenn es ein Unternehmen geben würde, das eben Fiat Short ist, also kreditfinanziert, nur Gold kauft. Also das gleiche System, was Michael Saylor mit Bitcoin macht, mit Gold macht. Und da kenne ich jetzt kein Unternehmen, das so vorgeht. Fachbegriff müssen wir, glaube ich, erklären. Fiat, Währung und Short. Also Fiat hat nichts mit der Automarke zu tun, sondern ich glaube, das kommt aus der Bibel sogar. Gott hat ja wohl gesprochen, es werde Licht gesprochen, es werde Licht. Das heißt auf Lateinisch Fiat Lux und da kommt es wohl her, dass man dann auch das Geld, was wir als Dollar oder Euros oder Yens oder Pfund Sterling in den Händen halten, Fiat-Geld genannt wird, weil es eben so, wie du es beschrieben hast, eben auch eher nach dem Motto, es werde Geld, Fiat-Geld entsteht und deswegen es auch eigentlich unbegrenzt in Umlauf gebracht werden kann. Und da ist es ja auch dein Argument, der Bitcoin kann ja nicht unbegrenzt in Umlauf gebracht werden, sondern nur noch 5% mehr.
Fiat-Währungen oder das Fiat-Geld kann noch weitaus mehr als 5% und wird auch noch weitaus mehr als 5% stärker in der Menge steigen. Da sind wir uns glaube ich einig. Und nur das mal als kleine Erklärung, wir wollen ja nicht zu sehr in den Fachjargon abdriften. Markus, der Punkt, weil du hattest ja gesagt, es hat sich einiges getan beim Bitcoin jetzt trotz der wenigen, in Anführungszeichen, Kursbewegungen, die wir gesehen haben. Wie interpretierst du das jetzt, dass es nicht stärker runtergegangen ist im Zuge des Nahostkonflikts und des Krieges? Ist das auch ein Zeichen, was deine These stützt, dass es da eher nach oben gehen könnte?
Ja, natürlich, weil sich natürlich der Markt verbreitet, also dass wir neue Investoren oder Investorengruppen sehen, die eben auch in Kryptowährungen investieren. Dazu zählen eben auch Pensionskassen, Family Offices, Investmentfonds, Unternehmen, die Bilanzreserven auch in Bitcoin aufbauen. Und hier ist ja das Positive, die Regulierung, dass eben ein regulatorisches Umfeld eben geschaffen wurde.
Dass jetzt eben diese Unternehmen rechtssicher oder diese Institutionen, diese institutionellen Investoren rechtssicher auch in den Bitcoin investieren können. Und auf der anderen Seite werden natürlich massiv Infrastrukturen auch durch Gesetze geschaffen. Also wir haben ja einen Boom bei Stablecoins. Das sind Kryptowährungen, die mit konventionellen Landeswährungen hinterlegt sind, wie dem Euro oder dem US-Dollar. Auch in Deutschland und in Europa gibt es da mittlerweile ein Konsortium, DBS-nah mit AllUnity, die eben einen Euro-Stablecoin aufgelegt haben. Es gibt jetzt einen Schweizer Franken-Stablecoin. Also diese privatwirtschaftlichen Währungen auf der Blockchain, die boomen und dadurch werden natürlich Infrastrukturen geschaffen. Blockchain basiert, auf die auch andere Kryptowährungen wiederum aufbauen können. Und das verbreitet sich immer mehr. Und wenn dann so Autobahnen eben entstehen, kann eben auch Bitcoin drauf fahren, Ethereum drauf fahren und das wird in der Zukunft aus meiner Sicht eben für eine massive Nachfrage weiter sorgen.
Nochmal zurück zum Stichwort Vergleich Bitcoin zum Gold. Viele bezeichnen ihn ja als digitales Gold, tue ich im Übrigen auch.
Wir haben gerade gesagt, 95 Prozent der aller möglichen Bitcoins sind schon geschürft worden. Wie sieht es denn im Vergleich dazu mit dem Gold aus? Ja gut, es gibt natürlich auch Prognosen, wie viel Gold eben noch förderbar ist oder wie viel Goldvorkommen noch eben gefördert werden können oder neu erschlossen werden können. Und da ist es natürlich so, da muss man natürlich die Geologen fragen, wie wahrscheinlich ist das. Aber das sind ja alles nur Nährungswerte und theoretisch könnte man ja in der Zukunft, wir haben ja jetzt einen großen Börsengang vor der Tür vielleicht mit SpaceX, wir könnten ja auch vielleicht einen Planeten erschließen in der Zukunft, wo aus Gold besteht oder Goldvorkommen sind. Also hier wäre ja auch vieles möglich, dass neue Fördervorkommen beispielsweise erzielt werden können und das ist für mich eben schon ein massives Argument auch für den Bitcoin und ich würde sogar noch mal weitergehen, in ein paar Jahren oder Jahrzehnten kann ich mir vorstellen, dass der Bitcoin als Eich-Instrument dient für unser Geld.
Also wir haben in Deutschland ein Eichgesetz oder in Europa. Alles Mögliche ist geeicht, von der Wasseruhr bis zum Tacho und der Tankuhr. Aber unser Geld ist nicht geeicht. Und aufgrund der Spezifikation des Bitcoin könnte man eben den Bitcoin als Eichinstrument hernehmen, so wie früher den Goldstandard, also dass man Geld gegen Gold eicht, dass man eben Geld, Währungen gegen den Bitcoin eicht, also das Urmeter des Geldes. Das ist für mich die Vision, die ich mir vorstellen kann, dass Bitcoin die in der Zukunft eben einnimmt. Du hattest eben noch einen ganz spannenden Aspekt genannt. Da schlummert noch einiges oder viele gehen davon aus, dass womöglich Bitcoin auch einfach für ewig verloren sind. Das macht das Ganze ja auch so spannend und treibt ja auch ein bisschen diese Goldgräberstimmung. Was gibt es denn da eigentlich für Berichte, womöglich auch für Zahlen und für Geschichten, die dahinter stecken? Also wo schlummern da noch Bitcoins in Wallets auf dieser Welt und warum ist das eigentlich so, dass da keiner mehr rankommt?
Ja, da kann man auch wieder eine Parallele zum Gold nehmen. Es gibt ja auch viel Gold, das eben verloren ist, das mal in Südamerika gefördert wurde, geklaut wurde von den großen Eroberern, den Spaniern, den Portugiesen, den Holländern. Dann sind die Schiffe auf hoher See untergegangen und jetzt liegt das Gold irgendwo auf dem Meeresgrund. Und da ist die Frage, kann das jemals wieder gehoben werden oder eben nicht. Beim Bitcoin ist es so, es gibt eben Schätzungen aufgrund der Transaktionshistorie in der Blockchain, die belaufen sich darauf, dass ungefähr 20 bis 25 Prozent, und das ist ein enormer Prozentsatz, aller jemals geförderten Bitcoin verloren sind, weil gerade in den Anfangsjahren des Bitcoin eben sehr, sehr viele private Schlüssel einfach nicht sorgfältig verwahrt wurden und somit die Bitcoin eben in der Blockchain liegen. Aber der Zugang zu diesem Bitcoin nicht mehr existent ist. Und die größten unbewegten Wallets sind eben die Wallets, die Satoshi Nakamoto zuordnenbar sind, mit 1,1 Millionen Bitcoin ungefähr. Jetzt ist aber dieses Narrativ zu sagen, okay, das verringert ja die Angebotsmenge, weil diese Bitcoins sind verloren, aus meiner Sicht nicht zutreffend. Ich gehe davon aus, dass diese Bitcoin, die in alten, ungewarteten Wallets liegen.
Eines nicht allzu vornen Tages gehoben werden können, nämlich durch den Einsatz von Quantencomputern und dass sich Notenbanken, Zentralbanken diese Bitcoin krallen und in ihre Bilanzen aufnehmen. Steile These, ich bin gespannt, ob es so kommt. Ja, man sieht ja.
Staaten haben ja unterschiedliche Möglichkeiten, Bitcoin zu bekommen, also sie können sie natürlich kaufen, das macht El Salvador, sie können sie meinen, das macht Bhutan. Ein kleiner Staat im Himalaya. Sie können Steuereinnahmen erzielen. Das macht in der Schweiz ein Kanton.
Dann können Sie natürlich Bitcoin beschlagnahmen. Also das machen die Amerikaner, das machen auch die Deutschen. Also viele Staaten sind zu Bitcoin oder Kryptovermögen gekommen durch Beschlagnahmung. Und wir haben einen Staat, der hat ganz enorme Kryptovermögen aufgebaut durch Klauen. Also indem Sie einfach die Kryptowährung klauen. Das ist Nordkorea mit ihrer Hackergruppe Lazarus. Und diese Bitcoins sind aber natürlich kontaminiert. Das heißt, die müssen ja irgendwie gewaschen werden. Und meine, das ist keine These mehr, sondern das ist Fakt. Es gibt mittlerweile drei Arten von Bitcoin. Weiße Bitcoin, graue Bitcoin und schwarze Bitcoin. Weiße Bitcoin sind all diejenigen Bitcoin, die voll legitimiert sind, wo die Wallets über Identifikationsdaten einem Kunden, einer Person zuordnenbar sind. Dann gibt es graue Bitcoin, die Kunden gekauft haben, Menschen gekauft haben, schon mit legalem Geld, aber die auf privaten Wallets liegen, beispielsweise auf Ledger oder Tresor, die noch nicht legitimiert sind. Die werden eines Tages nachlegitimiert werden müssen, weil ansonsten können sie sie nicht verkaufen. Und dann gibt es eben die kontaminierten Bitcoin, die schwarzen Bitcoin aus illegalen Geschäften und mit denen wird man in Zukunft immer weniger anfangen können. Und nur Staaten werden in der Lage sein, diese Bitcoin zu entkontaminieren.
Das ist vergleichbar mit dem Oetker-1000-Mark-Scheinen. Die 1000-Mark-Scheine aus der Oetker-Entführung, die waren eben nummeriert, mit denen hat der Täter oder der Entführer wenig anfangen können, sondern die waren einfach dokumentiert. Und das war ja Jahrzehnte her. Und beim Bitcoin, jeder illegale, kriminelle Bitcoin ist eben in der Blockchain dokumentiert und den auszugeben wird eben immer schwerer. Deswegen gehe ich davon aus, dass die Notenbanken starten.
Sich dieser Systematik bewusst worden und dann eben anfangen, diese scheinbar verloren gegangenen Bitcoin eines Tages an sich zu nehmen und zu entkontaminieren, technologisch. Das wäre jetzt quasi eine Beschlagnahmung, das haben wir auch schon erlebt. Das Land Sachsen hat ja auch erst vor kurzem einen riesen Batzen an Bitcoin beschlagnahmt und dann auch auf den Markt gelegt.
Aber jetzt nochmal zurück zu dieser Quantencomputer-These. Das fand ich ja spannend. Wie können Staaten jetzt mithilfe von Quantencomputern an die Bitcoin kommen, die ja weder weiß, schwarz noch grau sind, sondern die einfach irgendwie verloren gegangen sind, irgendwo in irgendwelchen Wallets rumliegen? Wie soll das denn funktionieren? Ja, weil diese Wallets nicht gewartet sind. Also wenn du ein Auto vor 30 Jahren in die Garage gestellt hast und du kommst 30 Jahre später und versuchst mal das Auto zu starten, wird wahrscheinlich die Batterie nicht mehr funktionieren, der Kolben wird festgefressen sein und so weiter. Und deswegen, das Wichtigste kann man hier auch für jeden Privatanleger, der privat seine Bitcoins verwaltet, feststellen, wartet eure Wallets, ladet regelmäßig die aktuellen Software herunter, dass eben auch die neuen Systematiken der Wallet entstehen, dass die eben quantenresistent werden. Wenn ich eine alte Wallet habe, die nicht gewartet wird, weil eben der einstige Besitzer nicht mehr lebt.
Dann wird es eben in der Zukunft möglich sein, dass diese Wallet durch den Einsatz von Quantencomputer eben geknackt werden kann und diese Bitcoin- bzw. Diese Kryptowährungen dann entwendet werden können. Und das wäre dann, das ist ja ein Diebstahl. Aber wenn das Staaten machen, dann ist es eben eine Beschlagnahmung und deswegen gehe ich davon aus, dass diese Wallets, diese ungewarteten Wallets eines Tages von Staaten an sich gebracht werden. Durch den Einsatz auch von der Quantentechnologie, weil die Wallets nicht gewartet sind. Gut, da muss sich jetzt aber keiner Sorgen machen, der Bitcoin über, weiß ich nicht, einen Neobroker gekauft hat oder so, der ist da nicht betroffen, oder? Genau, also es ist ja so, es gibt Storage, also wenn ich jetzt ein Bitcoin kaufe über einen Neo-Broker oder eine Kryptobörse, dann habe ich ja die Private Keys, also da habe ich den privaten Schlüssel und auch den Recovery Seed, also den Backup-Code, den Generalschlüssel nicht in der eigenen Hand.
Sondern ich delegiere diese Verwaltung an den Neo-Broker. Und wenn der seriös arbeitet, und die arbeiten ja seriös, weil sie auch Regulierungen unterliegen, dann setzen die ihre Systeme fortlaufend eben auf die neuesten Sicherheitsstandards. Und deswegen müssen sich Anleger da keine großen Gedanken machen. Und ich sage ja auch immer, in der Bitcoin-Maximalisten-Community ist ja dieses erste Gebot, not your keys, not your coins. Weil be your own bank. Also man soll seine eigene Bank werden, man soll das immer selber verwahren. Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, ich habe so viele Anleger erlebt, die ihre Bitcoin verloren haben, nicht weil die Kryptobörse pleite gegangen ist oder weil die Kryptobörse gehackt worden ist, sondern weil sie selber Fehler in der Verwaltung gemacht haben. Also in der Verwaltung der Bitcoin. Und deswegen ist es für Investoren, die nicht besonders technikaffin sind, aus meiner Sicht besser bei einer regulierten Kryptobörse seine Bitcoin- oder Kryptowährungen zu verwahren und dort die Private Keys und auch die Wartung der Wallets professionellen Technikern zu überlassen, professionellem Management, als das selber zu machen und dann auf irgendwelche Scammer, Spammer, Fischer reinfallen oder irgendwo seine Private Keys oder seinen Recovery. Sieht, die 24 Wörter eingeben und dann ist alles verloren. Also ich habe ja wöchentlich derartige Fälle eben. Ja, das ist, glaube ich, ein extrem guter Tipp nochmal für alle, die sich damit beschäftigen oder überlegen, das zu machen.
Markus Miller hat uns die gegeben heute und wir sagen erstmal ganz herzlichen Dank zu den 20 Millionen geschürften Bitcoins und der Prognose, was da denn noch drinsteckt, wie viel Potenzial und vor allem, womit da auch in den nächsten Monaten und Jahren zu rechnen ist. Schönen Dank erstmal, Markus, an dieser Stelle und es war bestimmt nicht unsere letzte Folge, da bin ich mir sicher. Vielen Dank für die Einladung und sehr gerne jederzeit wieder. Ja, super, finde ich auch. Vielen Dank auch von mir. Ich weiß halt, wenn man mit richtigen Experten spricht, dann dauert es auch ein bisschen länger, aber es kommt auch viel dabei raus. Tschüss, bis zum nächsten Mal, Markus. Tschüss. So, und jetzt haben wir ja noch, wie hatten wir das letztens genannt, die Hörerfrage der Woche. Wir haben diesmal drei Fragen sogar von zwei Hörern, von David und Christian und die wollen wir natürlich jetzt nochmal hier hochschmeißen. Raimund, ich fange mal mit der von David an, der schreibt erstmal ein großes Lob an euch für euren Podcast. Ich verpasse keine Sekunde, höre euch echt gerne zu, ihr macht das super. Freut uns riesig, dafür machen wir es. Schönen Dank David an der Stelle und er sagt, ich würde gerne, wie im letzten Podcast angeboten, die Links für die Anleihemärkte bekommen.
Und ihr könntet mir vielleicht auch noch mal ganz kurz erklären, wie ich die genau für mich einsetzen kann, Raimund. Genau, David. Nicht nur du, auch viele andere haben tatsächlich nach diesen Links gefragt. Ich habe dann auch alles brav verschickt, natürlich in einer vorbereiteten Mail. Das ging also ganz locker, musste nur einmal angelegt werden. Aber tatsächlich, was macht man damit? Also das liegt völlig bei dir, was du damit machst. Ich finde es eine interessante Information, zu beobachten, wie sich die Renditen der wichtigsten Staatsanleihen, und zwar der zehnjährigen Staatsanleihen, das ist ja meistens das Entscheidende im zehnjährigen Bereich, wie die sich verhalten, ob sie steigen oder fallen. Denn das ist im Prinzip die Zinsentwicklung, die der Markt vorgibt. Das andere, der Leitzins, das ist ja immer nur der Notenbankzins, auch nur kurzfristig. Denn kurzfristige Zins, der gilt ja nur eigentlich für Verleihungen über Nacht, also von heute auf morgen. Und so eine zehnjährige Rendite, die gilt für Ausleihungen, auch für Geldanlagen für zehn Jahre. So, was machst du damit? Es gibt tatsächlich auch Phasen für den Aktienmarkt, in denen die Renditeentwicklung besonders marktbeeinflussend ist.
Gerade auch die 10-jährige US-Rendite. Und wenn du da guckst, naja, wenn die steigt oder fällt, dann kannst du schon oft Rückschlüsse darauf ziehen, warum jetzt die Aktien gestiegen oder gefallen sind. Und das ist für mich eigentlich eine ganz gute Ergänzung. Sie gehört zum Bild dazu, wenn man die Kapitalmärkte, wenn man die beobachtet, dann sollte man unbedingt auch die Entwicklung der Renditen beobachten. Das Schwierige ist nur, dass du in herkömmlichen Veröffentlichungen und auch in hörkömmlichen Internet-Tools quasi nur oder oft nur die Kurse bekommst der Staatsanleihen. Und aus diesen Kursen der Staatsanleihen musst du dann selbst, das kannst du im Prinzip oft gar nicht, die Rendite umrechnen. Und das erleichtert eben diese Rendite-Links, die ich euch geschickt habe. Da macht die Umrechnung CNBC bzw.
Auch im Hintergrund natürlich eine Software oder eine KI und das wird automatisch gemacht und vor allen Dingen minütlich oder auch sogar sekündlich angepasst. Also du kannst genau gucken, wenn du mal so einen Link geöffnet hast, dann siehst du, wie sich die Rendite auch innerhalb von Minuten oder Sekunden nach oben oder unten bewegen kann. Das finde ich sehr spannend und deswegen wollte ich euch daran teilhaben lassen. Ja und Christian hat sich das auch angeschaut, er hat geschrieben, er hat den ersten Feiertag genutzt und die letzte Podcast-Folge gehört und fand das sehr interessant und informativ und hat direkt sich auch mal selbst informiert und die CNBC-Website sich mal rausgesucht, glaubt er zumindest, aber er wollte nochmal nachfragen und hat dabei zwei Fragen uns geschrieben.
Vor allem geht es da um die 200-Tage-Linie. Das fand er sehr interessant. Er sagt, ob wir nicht eine Internetseite empfehlen könnten, in der man die 200-Tage-Linie anschaulich darstellen lassen kann. Er hätte einige gefunden, die das konnten, aber teilweise noch viel mehr, was es dann für einen Laien wieder undurchsichtig gemacht hat, schreibt er. Vielleicht fangen wir damit mal an.
Ja, tatsächlich, da gibt es viele Möglichkeiten. Das hängt dann ganz von deiner persönlichen Einstellung ab. Ob du jetzt OnVista nimmst, du hast uns geschrieben, dass du das mit OnVista herausgefunden hast. Aber tatsächlich ist es oft so, wenn man da Seiten aufruft, in denen die 200-Tage-Linie drin ist, ist oft das, ich sag mal, verschmutzt, auch mit anderen Zahlen und Linien, mit denen man als Laie dann oft auch gar nichts anfangen kann und die die Sache auch unübersichtlich machen. Wenn du zusätzlich zum Charts da noch viele, viele andere Linien und Zahlen hast. Deswegen empfehle ich, keep it simple, mach es einfach und ich zum Beispiel nutze ganz persönlich, ich nutze die Seite von comdirect, da kann ich mir nur den Chart aufrufen, den alleinigen und dann kann ich dazu wählen, dass ich so einen gleitenden Durchschnitt eben die 2er-Tage-Linie dazu mir aufrufen lasse. Dann habe ich nur den Chart, also nur den Index, den Hund, wie ich es ja nenne und die 200-Tage-Linie, das Herrchen dazu und dann kann man sehr schön sehen, wie das eine um das andere rumschwingt.
Und ich nehme das auch gerade für den S&P 500 bei Comdirect, wobei dann noch als kleiner Hinweis, den S&P 500 bei Comdirect gibt es nur mit einer Tagesveränderung, also da kannst du keine Intraday-Schwankungen raussehen, sondern das wird immer nur einmal am Ende des Tages, nach 22 Uhr, wenn die Wall Street geschlossen hat, wird dann der neue Wert eingegeben. Das macht es für langfristige Betrachtungen trotzdem noch interessant, aber da gibt es auch die Möglichkeit, auch einen Realtime S&P 500 sich raufzurufen, da muss man einfach die S&P 500 Indikation nehmen, findest du auch ganz leicht dort und dort, dann kannst du sogar auch den vorbörslichen S&P 500 nachvollziehen und dann siehst du dann schön, wenn diese Indikation steigt, dann steigt in der Regel auch dann der S&P 500 zum Börsenbeginn oder umgekehrt, wenn er fällt, dann fällt er. Okay, und dann nimmst du einen Jahreschart, um die 200-Tage-Linie anzeigen zu lassen? Oder wie machst du das?
Kommt dann ganz auf den Betrachtungszeitraum an. Also wenn ich, ich kann es ganz kurzfristig machen, jetzt zum Beispiel wollte ich ja sehen, wie der S&P 5 die 200-Tage-Linie, durchstößt, von oben nach unten zunächst, von unten nach oben, da habe ich ganz einfach nur den Chart, kann man auch auswählen, den Zeitraum der letzten drei Monate genommen und dann habe ich schön gesehen, wie er dann von oben nach unten durchstoßen hat, der Index, die 200-Tage-Linie, das war vor zweieinhalb Wochen, glaube ich, ungefähr und wie er jetzt am Mittwoch, also Tag unserer Aufzeichnung, wieder von unten nach oben durchstoßen hat. Und das ist dann ganz interessant zu sehen. Wenn ich es längerfristig sehen will, kann ich auch bis zurück, bis in die ganze Historie, kann ich sehen, dann wird es natürlich auch sehr kleinteilig. Aber dann sieht man schon, dass der Index um diese 200-Tage-Linie schwankt. Und dann sieht man die ganz großen Ausbrüche nach oben und unten, die sieht man dann schon. Aber je längerfristig es wird, desto kleiner wird natürlich dann auch die Skalierung Und desto weniger kann man jetzt genau nach Wochen, Monaten oder sowas feststellen, wie oft der Index jetzt oder wie lange der Index jetzt oberhalb oder unter der 200-Tage-Linie war.
So, aber wir haben es gesagt, Christian hatte noch eine zweite Frage. Er schreibt nämlich im groben Zeitraum, er hat da ein bisschen sich mal durchgeklickt, zwischen dem 26.03.2025 und dem 9.05.2025 war die 200-Tageslinie länger als vier Wochen über dem Index, was im Nachgang betrachtet keinen längerfristigen Abwärtstrend angezeigt hat oder ausgelöst hat. Das sei ihm durch Zufall aufgefallen, er fand es interessant. Er schreibt, ich denke mal, dass solche Situationen dann die Ausnahme der Regel darstellen, beziehungsweise ich auch nicht weiß, was den Kurs im Mai letzten Jahres in dieser Richtung beeinflusst hat, was eine längere Phase als die vier Wochen dann erklären würde. Ist ja ganz interessant.
Richtig, das ist ein wirklich guter Punkt, den du da ansprichst. Ich hatte ja gesagt, es gibt so eine Faustregel, so eine grobe Richtlinie. Wenn der Index länger als vier Wochen unter der 200-Tage-Linie notiert, dann ist es doch ein stärkerer Rückgang, auch ein stärkerer Kurseinbruch. Und wenn das eben innerhalb von wenigen Tagen oder auch Wochen wieder der Index von unten nach oben durch die Linie stößt, dann ist es meistens nur eine kleinere Korrektur. Interessant war dieser Zeitraum im letzten März bis letztem April und dann bis Anfang Mai, wie du sagst, schon. Nämlich insofern, als da, wie du richtig sagst, der S&P 500 länger als vier Wochen unter der 200-Tage-Linie war. Nämlich es waren gut sechs Wochen sogar. Aber, und jetzt kommt das Aber, warum das wahrscheinlich auch ein bisschen länger gedauert hat im letzten Jahr, Der Einbruch unter die 200-Tage-Linne, der war viel stärker als diesmal, zumindest Stand jetzt. Da ging es ja fast doppelt so stark im Zuge des von Donald Trump ausgerufenen Zollkrieges. Das ist ja viel stärker nach unten bis Anfang April.
Wie gesagt, prozentual etwa doppelt so stark wie jetzt. Und dann braucht natürlich auch der Index, weil er ja viel weiter von unten wieder den Erholungsvorgang gestartet hat. Dann braucht er auch etwas länger, um wieder durch diese Linie zu steigen. Trotzdem war es im letzten Jahr tatsächlich, wie wir jetzt im Nachhinein wissen, auch nur eine vorübergehende Korrektur. Ganz anders als zum Beispiel im Jahr 2022 wegen der Zinserhöhungen, die es damals gab, wegen der hohen Inflationsraten und auch wegen des Ukraine-Kriegs. Das war aus meiner Sicht aber eher noch nur ein zusätzlicher Faktor. Die Zinserhöhungen und das Aufführen des Gelddruckens der Notenbanken, die ja sogar Geld wieder eingesammelt haben, war für mich die entscheidendere Größe. Da war der S&P 500 tatsächlich viel länger, monatelang unter der 200-Tage-Linie und das war dann auch eine längerfristige, auch nur Korrektur im ganz langfristigen Trend, aber immerhin doch ein bisschen was, was ein bisschen länger gedauert hat. Diesmal...
Stand jetzt, könnte es tatsächlich so sein, dass es nur zweieinhalb Wochen gedauert hat und wir uns jetzt wieder einer längeren Erholungsphrase nähern oder schon dabei sind, die schon begonnen hat. Interessant ist ja, dass es auch, wir haben ja in den letzten Tagen ja darüber gesprochen, also in den letzten Wochen meine ich besser gesagt, als wir immer wieder darauf hingewiesen haben, so stark war der Einbruch ja gar nicht. Tatsächlich, auch als es unter die 200-Tage-Linie ging, gab immer wieder eine Erholung an die Linie ran, dann wieder mal ein Abpraller. Also der Index hat sich schon relativ nahe an dieser Linie aufgehalten, was für mich eben ein Anzeichen war, dass die Börsianer und Börsianerinnen doch eher vorsichtig waren, um jetzt hier auf fallende Kurse zu spekulieren und jetzt nochmal richtig mal dem Index eins auf den Deck zu geben durch Verkäufe. Und das muss man ja sehen, solche Verkäufe sind ja nicht nur durch ängstliche Investoren, die jetzt ihre Aktien auf den Markt schmeißen, bedingt, nein, oft auch durch ja tatsächlich aktiv spekulierende Trader, die dann sagen, okay, jetzt geht es nach unten und dann wetten wir einfach auf fallende Kurse und gehen dann, wie man im Fachjargon sagt, short. Also wir verkaufen den Index, ohne quasi die Aktien zu haben. Wir schließen nur Wetten auf einen fallenden Index ab.
Und diese Leute waren diesmal oft offensichtlich auch ein bisschen vorsichtig und haben gedacht, naja, dem Donald Trump traut man ja alles zu. Und das Risiko, ich hatte es mal so auch in der Telebörse genannt, das Risiko auf fallende Kurse zu setzen, war mindestens genauso groß in den letzten Wochen, wie das Risiko auf steigende Kurse zu wetten. Und das hat sich ja Stand heute zumindest bewahrheitet. Und schauen wir mal, endgültig, wie gesagt, hatte ich am Anfang schon gesagt, glaube ich nicht, dass es für dieses Jahr das schon gewesen ist. Ich rechne im Spätsommer, Herbst durchaus nochmal spätestens mit einer weiteren größeren Korrektur, wohin die uns anführen wird. Das warten wir mal ab. So, und wenn ihr auch noch Fragen habt, das hat zum Beispiel Dietmar gemacht, den können wir nächste Woche dann mal reinnehmen, weil wir heute einfach sonst schon viel zu lange sind, schreibt uns eine E-Mail. Brichter-und-bell-at-gmail.com oder ntv.de, das sind unsere beiden Anlaufmöglichkeiten. Wir freuen uns sehr darüber, sagen schon mal schönen Dank und dann sagen wir auch bis nächste Woche. Mal gucken, was dann passiert. Ja, schauen wir mal. Ich bin gespannt, was Donald Trump bis dahin wieder an Neuigkeiten verbreitet. Ciao, ciao.