Also wenn das Wetter so richtig von warm zu kalt oder umgekehrt umschlägt, dann kenne ich das auch. Dann zuckt auch mal mein Körper etwas. Spannender Grund, das heute mal im Podcast unter die Lupe zu nehmen. Dr. Anne Fleck, Gesundheit und Ernährung. Und bei mir sind es die Kreislaufprobleme, wenn die Temperaturen plötzlich nach oben schießen. Sind wir wetterfühlig? Ja, dieser Frage werden wir jetzt nachgehen. Und wir, das bin ich, Dr. Anne Fleck, genannt DocFleck, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie und Ärztin für Vorsorge- und Ernährungsmedizin. Und Kirsten Frindrop, Redakteurin und Co-Host dieses Podcasts.
Ja, unsere Reihe über Naturheilverfahren. DocFlecks kleine, hebelgroße Wirkung geht heute weiter mit Sonne, Wind und Regen. Wie das Wetter unser Wohlbefinden beeinflusst und wie wir schnell und einfach gegensteuern können. Ja, Anne, was können wir denn machen, wenn das Wetter umschlägt? Von kalt zu warm, Gewitter, es gibt ja so alles Mögliche. Die einen kriegen Kopfschmerzen, die anderen Kreislaufprobleme oder Gliederschmerzen.
Vorweg sei gesagt, für diese Folge, dass sich die Wissenschaft da nicht so ganz einig ist. Es gibt wenige evidenzbasierte Studien zum Thema Wetterfühligkeit. Eine Befragung aus 2002 ist schon ein bisschen her. Die sagt aber, dass sich 54 Prozent der Deutschen als wetterfühlig bezeichnen würden. Und, das finde ich auch ganz interessant, Frauen sind mehr betroffen als Männer, ältere eher als Jüngere. Was ist da los? Ja, das ist eine sehr berechtigte Frage und ich muss ehrlich sagen, die Wissenschaft ist sich da nicht ganz einig. Das ist ja gut so. Wissenschaft ist immer Streit und gute Wissenschaft will sich immer selbst widerlegen. Es gibt einfach da wenig robuste Studien. Ich muss nur gerade mit einem Schmunzeln dran denken. Auf einem Symposium meinte ein Kollege, ein Charité-Professor, mir geht das jetzt so auf den Kranz. Ich kann evidenzbasiert nicht mehr hören. Und das fand ich insofern lustig. Ich meine, natürlich berücksichtigt die Medizinwelt Studien. Und wir brauchen viel, viel Evidenz. Aber ich wusste genau, was er meint. Wenn wir uns nur darauf verlassen, geht nie etwas vorwärts. Dann wären wir heute noch, die Erde ist eine Scheibe. Dann gäbe es keinen Fortschritt. Dann würde niemand zum Mond fliegen. Und das ist, was wir brauchen in der Medizin. Innovation. Aber niemand wird Geld geben für eine Studie.
Zur Wetterfühligkeit, weil da kannst du jetzt nicht ein Patent anmelden oder ein Präparat anmelden. Es ist einfach so, wie es ist.
Nur deswegen, wir nähern uns ja Themen und bei uns wird nichts ausgeschlossen oder gecancelt. Und deswegen fand ich das trotzdem ein spannendes Feld. Denn das ist auch genau das, was wir in der Praxis beobachten. Es ist nicht etwas, was es nicht gibt. Und das hat einfach auch mit der Stabilität der Regulationsfähigkeit und Kraft der Körpersysteme zu tun. Und deswegen würde ich das einfach mal so hinstellen, es ist wie es ist und das einfach mal ohne Wertung beleuchten. Aber es ist etwas, was man bei vielen Menschen doch herauskitzeln kann und das sind dann oft Beschwerden, wo dann erst so im Nachhinein sich herausstellt, das und das war an dem Tag. Ich hatte mal ein ganz spannendes Gespräch mit einer sehr geschätzten internistischen Kollegin, die mir erzählt hatte an einem Wochenendgespräch, wo sie sagte, sag mal Anne, war das bei dir auch die Woche so schlimm und ich, wieso? Sie hatte also in der Familie Diabeteskranke, also Mann, Kind, Vater und auch in der Praxis viele Diabetesfälle und es gab einen Tag, wo sie sagte, es war wie verhext. Alle möglichen Leute hatten Diabetes-Probleme. Das fällt mir aber gerade spontan ein und das.
Ich glaube, wodurch wird denn sowas beeinflusst? Zumal das auch noch Menschen waren, die jetzt nicht in derselben Straße, im selben Haus gewohnt haben und alle denselben hochglykämisch lastigen Kuchen gegessen haben. Also vielleicht gibt es da einfach Dinge, die wir noch nicht verstehen. Davon sollte jeder von uns ausgehen. Weil wenn wir wissen, wie Medizin vor 700 Jahren war oder vor 200 Jahren, dann können wir davon ausgehen, was wir heute wissen, ist ein Nichts. Und so, finde ich, sollte man immer mit Demut an die Sache rangehen. Ja, dann tasten wir uns doch langsamer ran an die Wetterfügigkeit. Man unterscheidet tatsächlich zwischen drei Stufen. Also einmal hätten wir das Wetter reagierend, das Wetter fühlend und das Wetter empfindlich sein. Wetter reagierend sind wir alle, das ist tatsächlich nichts Besonderes. Wer wetterfühlend ist, merkt Wetterumschwünge schon etwas deutlicher. Das bezieht man auf an sich gesunde Menschen, die starke negative körperliche und psychische Reaktionen auf das Wetter verspüren. Klassische Symptome sind dann so Sachen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Gereiztheit, Konzentrationsschwierigkeiten oder auch mal Schlafstörungen und Narben, die wehtun können.
Da würde ich uns beide einstufen, Anne. Genau. Und dann haben wir noch die dritte Stufe. Das sind dann die wetterempfindlichen. Die haben dann schon Vorerkrankungen, die sich durch die Wettereinflüsse verstärken können. Besonders ausgeprägt in den ersten zwei Tagen eines Wetterwechsels. Häufige Erkrankungen an dieser Stelle, deren Symptome intensiver werden, sind Asthma, Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Migräne. Stimmst du dem zu, Anne? Ja, das stimmt. Und das kann man auch belegen. Und deswegen muss sich jetzt auch keiner genieren, wenn da mal irgendwo was reagiert. Man muss jetzt jedem nicht unter die Nase binden. Ich bin wetterfühlig, macht es ja auch nicht besser. Aber ich finde, es hilft so ein bisschen, ja, was draus zu machen. Es hilft einem mal einzuordnen, warum zieht heute das ein bisschen mehr als das. Und dann geht man nicht ins Drama und dann geht es weiter. Ja.
Anne, welche Wetterlagen sind es denn, die uns die meisten Probleme machen? Also man vermutet vor allen Dingen Tiefdruckwetterlagen als problematischste Wetterlagen mit niedrigen Temperaturen, Sturm, Wind, Gewitter und vor allen Dingen auch diese schnellen Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Und die Hochdruckwetterlagen sind meist angenehm, also wenn die Sonne scheint, die Temperaturen mild sind und das Wetter auch stabil bleibt. Kann man denn sagen, dass es sich bei der Wetterfühligkeit um eine Krankheit handelt? Was sagt die Medizin dazu?
Eine Krankheit ist es nicht. Es ist eher eine Regulationsweise. Also man muss erst mal gucken, sich vorzustellen, was passiert denn biologisch im Körper, wenn sich das Wetter ändert. Und der Körper, damit er unbedingt und gut funktioniert, muss sich ja auch immer an eine konstante Temperatur innerlich halten, egal was draußen im Wetter los ist. Die zentrale Rolle hat hier auch das vegetative Nervensystem. Das ist also der Dirigent, der automatisch Prozesse steuert, wie Temperatur, Blutdruck, Herzschlag, Stoffwechsel. Und das Problem jetzt mit dem Wetter wechseln ist, dieser Wechsel zwingt das vegetative Nervensystem zu schnellen, ständigen Anpassungen. Und nicht alle Menschen können solche rasanten Umschaltungen gleich gut bewältigen.
Das sehe ich zum Beispiel bei uns in der Praxis, weil ich regelmäßig bei allen auch das Vegetativum durchmesse. Und das wäre auch mal zum Beispiel, das wäre mal eine richtig interessante Studie. Man macht die Herzfrequenzvariabilitätsmessung bei den Menschen und schätzt danach Symptome ein und sieht dann, wenn sie sich schlecht anpassen können, schlecht regulieren können, haben sie dann und dann diese Beschwerden. Dann hat man einfach eine schöne Korrelation geschaffen. Also so sehen wir einfach auch nochmal an klaren Beispielen, wie sich das anfühlt.
Warum sind denn Vorerkrankte und Akutkranke dann besonders betroffen? Oder warum fühlen die sich dann besonders schlecht oder merken Wetterumschwünge auch sehr schnell? Ich glaube, diese individuellen Unterschiede hängen zusammen mit der Flexibilität des Nervensystems, was ich eben schon angedeutet habe. Manche Menschen haben ein sehr reaktives Vegetativum, andere eher ein starres, was sich schlechter anpasst. Die Grundgesundheit ist wichtig, wer schlecht schläft, wer andauernd unter Stress steht. Wer sich wenig bewegt, miserabel ist, der hat einfach wenig Puffer für Belastung. Der kann schlechter regulieren. Die Genetik kann eine Rolle spielen. Ich finde, die Genetik hat ihre Berechtigung aber nicht die größte. Wir wissen aus der Epigenetik, Genetik macht 15 Prozent aus. Das heißt, der Lebensstil ist einfach wichtig. Und auch das Alter und Geschlecht. Ältere Menschen und Frauen reagieren im Schnitt stärker. Ich will mal noch ein Beispiel geben, was eigentlich passiert, wenn wir zum Beispiel jetzt auf einmal Wuff, es wird heiß. Dann versucht der Körper sich abzukühlen durch Gefäßerweiterung oder er schwitzt stärker. Dann wird der Herzkreislauf belastet. Das Herz muss schneller pumpen, damit der Körper gut versorgt wird. Und dann gleichzeitig verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte, weil er schwitzt. Dann kommt der Flüssigkeitshaushalt etwas aus dem Takt.
Und bei älteren Menschen oder bei Vorerkrankungen kann das auch zu Schwindel, Kopfschmerz oder Kollaps führen. Also ich kann mich mal erinnern, ich war mal in Vietnam.
Ist ja ein wunderschönes Land, aber da war eine klimatische Bedingung, dass ich mich auf den Boden legen können. Also das war und das ging bei mir richtig schnell.
Und vielleicht auch ein bisschen zu wenig getrunken oder zu wenig gesalzen, dass sich Flüssigkeit besser im Körper bindet. Und bei Kälte haben wir es umgekehrt. Also die Blutgefäße verengen sich. Das ist einfach der Schutzmechanismus des Körpers, um uns vor Wärmeverlust zu schützen. Der Blutdruck steigt aber deutlich an. Das kann zum Beispiel vor allen Dingen Menschen mit Herzproblemen schwer belasten. Oder auch die Muskeln verspannen sich, merkt man ein kalter Zug. Die Glieder können steifer werden oder schmerzen. Das sind so diese Dinge, dieser normale Wahnsinn, der dann auch im Körper realistisch abläuft.
Wir hatten einen extrem kalten Winter in Deutschland. Vielleicht steht uns ein sehr warmer Sommer bevor, wenn diese Extreme so eintreten. Warum haben dann viele Menschen Last mit Migräne oder Kopfschmerzen?
Also das ist ganz, ganz oft so auch wegen des Luftdruckeffekts. Ein fallender Luftdruck, vor allen Dingen vor Tiefdruckgebieten oder Gewittern, der wird oft als Trigger für Kopfschmerz beschrieben. Und das ist sogar relativ gut erforscht. Also wir sehen, es gibt ja auch Studien. Und Schwüle und Hitze verstärken das. Das heißt, schwüles, feuchtwarmes Klima kann Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Müdigkeit zusätzlich verstärken durch diesen kombinierten Effekt von Hitze und Feuchte. Und man hat diese Gefäßtheorie, dass vermutet wird, dass sich Blutgefäße im Gehirn und die umliegende Muskulatur nicht so schnell an Wetterveränderungen anpassen können. Also egal, ob das jetzt super warm ist im Sommer oder kalt im Winter. Und diese Spannungsänderungen in und um die Gefäße, die können dann unmittelbar Kopfschmerzen auslösen. Das ist interessant. Also ich hatte jetzt gerade auch, hatten wir auch so einen Tag, wo so ein Temperatursprung war und hatte auch eine liebe Freundin von mir, die nie Kopfschmerz hatte. Auf einmal gesagt, ich hatte so ein Kopfweh. Ja, das passt dann. Und das ist so wie eine Art Überreaktionsproblem, das heißt das vegetative Nervensystem kommt jetzt hier wieder ins Spiel, wir haben eine.
Überreaktion und das gerät dann bei Wetterwechseln bei manchen Menschen aus dem Gleichgewicht und Kopfschmerz ist da ein Klassiker, Diese Wetterfühligkeit, die nennt man übrigens in der Fachsprache Meteoropathie.
Und was ich interessant finde, ist bei Menschen mit Migräne oder Menschen, die ohnehin ein empfindsames Nervensystem haben, dass die sehr sensibel auf diese Reize reagieren können. Aber es ist sogar ein dokumentierter Migräne-Trigger. Das ist auch im Lehrbuch so beschrieben. Und deswegen kann man aber auch immer auch vorbeugen, wenn man jetzt weiß, jetzt geht hier morgen die Temperatur ganz groß nach oben, wenn man weiß, man ist da einfach sensitiver, ein bisschen mehr trinken, auf gute Magnesiumversorgung achten, den Schlaf im Auge behalten, dass man einfach weiß, ich gehe da präventiv ran oder ich haue mir da nicht eine dreifach aufgewärmte Erbsensuppe rein, die den Histaminspiegel hochtreibt. Das ist ja auch ein Migräne-Treiber.
Ja, gute Tipps für den Alltag. Genau. Wir hatten vorhin schon kurz das Thema mit den Narben.
Warum ist das so, dass Narben bei einem Wetterumschwung kitzeln, kribbeln, dass man einfach so ein Ziehen merkt? Woran liegt das? Also zum einen ist das ein Kälteeffekt. Vor allen Dingen Kälte lässt ja Haut und Muskeln so ein bisschen zusammenziehen. Das ist ein physiologischer Effekt. Man weiß aber auch, dass eine Narbe zum Beispiel im Bauchraum oder so auch schmerzen kann oder fühlig werden kann. Und die liegt ja dann nicht an der Oberfläche. Das liegt daran, dass Narbengewebe weniger elastisch ist. Und weil es weniger elastisch ist, reagiert es auf Stärke, auf Kontraktionen. Und es kann einfach deswegen mehr ziehen, mehr stechen oder mehr brennen. Und dann haben wir aber auch eine erhöhte Nervensensibilität. Das heißt, im Narbengewebe enden oft mehr freie Nervenfasern und dann gibt es da einfach viel mehr Zellen, die solche Botenstoffe wie Histamin oder andere Neuropeptide ausschütten. Das heißt, an diesem Endstückchen wird die Stelle viel empfindlicher für alles Mögliche an anderem Reiz. Ob das jetzt Temperaturwechsel ist, Luftdruckveränderung oder vielleicht eine Darmschlinge mit Kohl gefüllt, die da gerade an einem operierten Ovar vorbeizieht. Das hängt alles damit zusammen. Aber das heißt ja nicht, dass man sich da nicht was einfallen lassen kann.
Was kann man sich denn da einfallen lassen? Also was dagegen helfen könnte, ist so ein praktischer Tipp, sich warm zu halten, um Spannungsgefühle zu verringern. Dann, wenn man jetzt eine äußere Narbe hat, auch das Narbengewebe pflegen, regelmäßiges Creme. Es gibt auch sehr gute Narbencremes, zum Beispiel in der Apotheke, die die Hautgeschmeidigkeit erhalten. Das reduziert die Reaktivität und natürlich auch Bewegung. Leichte Bewegung empfehle ich immer, um die Durchblutung des Körpers anzuregen. Die Elastizität von Narbengewebe verbessert sich damit immer indirekt. Also Bewegung ist einfach ein Mittel, was so viel Gutes auch hier bringt. Und dann gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten. Ja, wir kommen jetzt zu deinem Spezialgebiet. Welche Rolle spielt denn wieder mal unsere Ernährung bei Wetterfühligkeit? Also gibt es so etwas, dass wir uns wetterfest essen können?
Das ist eine lustige Frage. Also da muss ich ganz ehrlich antworten. Ich bin immer ehrlich, aber hier würde ich sagen, Wetterfühligkeit, die können wir auch nicht mit gutem Essen komplett verhindern. Aber gesundes Essen kann den Körper natürlich 100 Prozent erheblich widerstandsfähiger machen gegen alles, weil besseres Essen, Kreislauf, Nervensystem und Stoffwechsel stabilisierend wirkt. Und das ist entscheidend. Menschen mit stabilen inneren Regulationssystemen, Stoffwechselsystemen, autonomes Nervensystem, Neurotransmittersystemen, die verkraften solche Wetterumschwünge einfach besser.
Und wenn man sich jetzt vorstellt, wie sieht jetzt so eine wetterfestere Ernährung aus, dann hätte ich als Grundprinzip empfohlen, natürlich wie immer, anti-entzündlich, darmgesund, das heißt Viehgemüse, maßvoll Obst, wenig Zucker, gesunde Fette, wenig Alkohol, regelmäßig essen, damit der Blutzuckerspiegel stabil bleibt, weil starke Blutzuckerschwankungen verstärken Nervosität, können auch Kopfschmerzen triggern. Das ist total wichtig.
Und auch natürlich die Flüssigkeitszufuhr, die ist enorm wichtig. Also gerade wenn es zu warm umschlägt, das Wetter oder zu heiß wird, so zweieinhalb bis drei Liter Wasser oder ungesüßter pro Tag, werden schon gut, vor allen Dingen verteilt über den Tag zu trinken und nicht erst, wenn der Durst kommt. Das ist nämlich ein unverzeihlich später Indikator manchmal. Und bei großer Hitze empfehle ich wirklich auch leicht gesalzene oder mineralstoffdichtere Getränke oder auch eine malende Brühe, um den Elektrolythaushalt zu stärken. Das ist gerade auch bei Älteren sehr wichtig. Natrium, Kalium, Magnesium. Aber auch für alle, die sich viel bewegen, die Sport bleiben und die Energie haben wollen, die im Leben stehen und viel leisten wollen und können, ist das wichtig. Weil wir dann in der Wärme einfach auch durch Schwitzen mehr Elektrolyte und Nährstoffe ausschwitzen. Jetzt gibt es diesen Mythos, dass man bei Hitze besser was Warmes trinkt oder was Lauwarmes trinkt. Was sagst du dazu?
Also was man da sagen muss, ja, das kommt auch in der indischen Medizin oft vor. Das hängt damit zusammen, wenn wir eiskalte Sachen trinken, muss der Körper das wieder von innen erst aufwärmen. Das heißt, wir haben eigentlich eine paradoxe Wirkung. Wir erhitzen uns zusätzlich. Insofern ist es eher klug, moderate Temperaturen oder sogar was leicht Warmes im Sommer zu trinken. Das mache ich auch sehr gerne. Ich trinke sowieso lieber warm als kalt. Und Eiswürfel sind für mich nicht so meine Freunde. Ich denke mir immer, was ist denn das für ein Wasser, was da im Getränk sich gerade entfaltet. Nee, ich mag einfach nicht eiskalt. Aber gegen Eis in Form von eiskalt habe ich nichts. Eiscreme. Eiscreme, genau. Ja, da bin ich auch sofort dabei. Das ist eine tolle Abkühlung. Genau. Genau, das kann ich sogar lustigerweise auch im Winter essen. Ich kann mich erinnern, ich bin mal zu einer Prüfung in einem eisigen Winter an die Uni gestapft und hatte eine Eiswaffel in der Hand mit so zwei Kugeln Eis, Karamell und Mango und ich hatte fast blaue Hände und bin dann, hatte mir vorher dieses Eis da...
Gegönnt. Und ja, die Prüfung ist trotzdem gelaufen. Also gut gelaufen, aber das war schon interessant. Ja, und dass du überhaupt eine Eisdiele gefunden hast, also im Winter. Die meisten haben ja doch... Dass die die offen hatte, ja. Ich glaube, das war so ein Café, die hatten Eis. Das war nicht eine Eisdiele. Du konntest ja auch Kuchen kaufen, aber ich war irgendwie aufgeregt und es gab noch diese eine Stunde und dann bin ich da hingepilgert und habe mir dann zwei große Kugeln gegönnt. Du erinnerst dich auf jeden Fall noch sehr genau dran, dass du noch weißt, welche Geschmacksrichtung die Eiskugeln hatten. Ja, total. Es ist ganz verrückt. Ja, also wirklich mein Gehirn, mein stärkster Muskel. Ich erinnere mich sogar manchmal an Tagen noch, also wo ich wusste, da hattest du den lieblingsalten Pulli an, den blauen. Wirklich schräg. Ja, schön. Gutes Gedächtnis. Vielleicht geht das ja einigen da draußen auch so. Ja. Oder was ich auch an den ersten Schultag anhatte. Gut, das sind natürlich manchmal sehr, sehr wichtige Tage im Leben. Aber das da war jetzt eher so, ja, irgend so lästiges Histologie-Testaten. Was du dir schön machen wolltest, vorher mit einem Eis. Ich wollte es mir vorher ein bisschen gemütlich machen, genau.
Anne, was sagst du, welche Nahrungsmittel unterstützen denn unsere Nerven und Gefäße ganz besonders gut, wenn das Wetter mal wieder schwankt? Also überhaupt sind das Lebensmittel, die uns grundsätzlich gut tun können. Als Mineral unterschätzt für die Nervenstabilität und die Muskelentspannung für die Kreislaufstabilität ist natürlich Magnesium. Die meisten Menschen haben, das sehe ich in unserer Praxis in den Messungen, einen signifikanten Magnesiummangel. Also hier braucht es eine Menge und da eignen sich zum Beispiel Nüsse, Kerne, Samen, grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte.
Mineralien, reiches Wasser und natürlich auch eine hochwertige Supplementierung.
B-Vitamine sind ganz wichtig für ein stabiles Nervensystem, Stressabbau. Das kriegt man vornehmlich aus tierischen Produkten, Eiern, Fisch, Fleisch, Käse, grünes Gemüse. Ich würde aber auch da immer schauen auf eine hochwertige Ergänzung. Vor allen Dingen, wenn man sich Pflanzen betont, ernährt zu achten. Dann ganz wichtig die Omega-3-Fettsäuren in der Top-Qualität und auch generell farbig essen. Also einen hohen Anteil an bunten Gemüse- und Obstsorten. Ich glaube, dann ist man sehr, sehr gut gefeit. Und natürlich diese Freunde Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma, also alles, was so ein bisschen anti-entzündlich ist, ist auch nie zu verachten. Und wahrscheinlich auch regelmäßig essen, gerade wenn der Körper so gegen Wetterumschwünge ankämpft. Absolut. Also das ist die Regelmäßigkeit beim Essen, muss man wirklich mehr diskutieren. Also ich glaube fast schon, dass auch teilweise das Intervallfasten, gibt es ja auch interessanten Daten zu, in Teilen individuell entzaubert ist. Also wenn du Hashimoto hast oder ein Hormonbildungsproblem beispielsweise und du verzichtest dann auf dein Frühstück oder Menschen mit einer Nebenniereninsuffizienzschwäche, die es ja auch zuhauf gibt, die verzichten aufs Frühstück, die tun sich überhaupt keinen Gefallen. Die sind dann schon um 11 Uhr eigentlich.
Stoffwechselphysiologisch, biochemisch deutlich im Nachteil. Wäre auch eine interessante Studienarbeit. Was passiert, wenn du dann erst um 1 Uhr isst, bist du dann anfälliger für bestimmte Dinge. Also die Regelmäßigkeit, da sind wir auch wieder bei unserer Folge mit der Kneipp-Medizin, lade ich nochmal alle herzlich ein. Macht eine ganze Menge.
Wenn wir jetzt wissen, dass ein Tag mit einem starken Wetterumschwung ansteht. Gibt es Lebensmittel, von denen du dann eher abraten würdest? Du hattest eben schon einmal die dicke Kohlsuppe im Darm erwähnt.
Ja, es gibt schon ein paar Sachen, die man absolut vermeiden sollte. Vor allen Dingen zwei Sachen. Alkohol, weil das den Körper sehr entwässert, den Kreislauf belastet und eben auch zusätzlich Kopfschmerzen verstärken kann. Und vor allem bei Hitze ist Alkohol problematisch. Und Koffein sollte man reduzieren, weil das auch eine stark entwässernde Wirkung hat. Und gerade bei empfindlichen Menschen doch auch diese Kopfschmerz-Symptomatik auslösen und verstärken kann. Und dann einfach auch herausfinden, was passt denn zu mir, also von den Lebensmitteln. Vielleicht auch bei dem einen oder anderen, wenn Histamin ein Thema ist, ist vielleicht Paprika, Tomate, Aubergine nicht so das Beste oder zu viel Hülsenfrüchte. Da kann man unter Umständen auch, wenn man weiß, dass das ein Thema ist, das mal berücksichtigen.
Jetzt ist Ernährung das eine. Was können wir denn noch machen, um so ein bisschen wetterfest zu werden im Alltag? Also ganz wichtig fände ich, es möglich ist, sich einfach zu machen, praktisch rangehen. Ein paar rausschauend denken, Wetterbericht schauen, habe ich mir auch noch nicht so angewöhnt. Fand ich, liegen ja auch manchmal daneben. Aber wenn der große Wetterwechsel kommt, kann man ja da schon mal ein bisschen antizipieren. Es gibt auch dieses sogenannte Bio-Wetter. Da kann man auch mal gucken als kleiner Tipp. Ja, ja, ja, genau. Sehr gut. Den Schlaf erhöhen in den Tagen zuvor. Also ich merke auch, wie gut es mir tut, wenn ich über sieben Stunden schlafe. unter sieben Stunden.
Jetzt nicht so, wie es anders ginge. Mit Stress umgehen lernen, schwierige Aufgaben und Konflikte vielleicht dann doch in die andere Wetterzone schieben. Ich würde mich mehr bewegen, einfach doch ein bisschen mehr regelmäßige Bewegung in diese Tage bringen. Das ist vorbeugend schon mal gut. Und wenn man merkt, irgendwie ist jetzt heute nicht mein Tag, würde ich sofort mehr trinken. Weil Kopfschmerzen sind ein Zeichen von Dehydrierung und kombiniert dann meist mit Stress. Dann regelmäßig essen, leichte Mahlzeiten, die den Kreislauf nicht und die Verdauung schwer belasten. Und je nachdem, wie das Wetter ist, auch auf eine schöne Temperatur achten. Sitze ich im Zimmer, was zu kalt ist, was zu warm ist, bin ich entsprechend angezogen. Also dass man sich warm hält oder entsprechend für Kühlung sorgt, leichte Kleidung. Und was ich auch toll finde, ist Entspannungstechniken. Und das langfristigste, wichtigste finde ich aber auch, diesen regelmäßigen Schlaf-Wachrhythmus. Also auch am Wochenende versuchen, einen regelmäßigen Rhythmus zu haben, eine Ordnung zu haben und alles immer so ein bisschen ausgewogen. Also ich glaube, je krasser man was macht oder diese Extreme.
Die können dann auch dazu führen, dass es einem an so einem Tag dann nicht ganz so gut geht. Also wenn die Basis steht mit besser essen, ausreichend moderat bewegen, mit dem Stress umgehen und für genug Schlaf sorgen und Flüssigkeit, dann ist man da viel, viel besser gefeit.
Ja, damit sehen wir schon. Auf das Wetter haben wir keinen Einfluss, aber auf das, was wir essen und trinken und dann damit umgehen. Und genau das kann darüber entscheiden, ob der Wetterumschwung uns ausnockt oder ob wir stabil bleiben. Vielen Dank, Anne, wieder für deine ganzen Tipps. Ja, und ich würde jetzt gerne auch noch was sagen, weil manchmal ändert sich ja nicht nur das Wetter, manchmal ändern sich ja auch Dinge oder man entwickelt sich weiter. Ich wollte allen Menschen, die mir auch im DocFlag Plus-Bereich gefolgt sind, darauf hinweisen, da entwickelt sich gerade was Neues. DocFlag zieht um. Das heißt, hinter den Kulissen entsteht gerade eine neue Plattform, die ich selbst betreue, voller Innovationen, mit Raum für persönliche Begegnungen, mit frischen Formaten, mit praxisnahen Gesundheitsimpulsen, wie man sie von mir kennt und liebt. Und da möchte ich alle, die uns hier zuhören, auch herzlich einladen, mich auf dieser neuen spannenden Reise zu begleiten. Infos kann man dann auch gerne bei uns dann unter unseren Shownotes finden. Und das ist aber eine wichtige Info, dass die Menschen wissen, es geht weiter. Kommt alle mit. Sehr gerne.
Und wir haben auch noch eine kleine Neuerung. Nächste Woche starten wir nämlich eine neue Reihe hier im Podcast zum Thema Longevity. Also lange gesund leben und nehmen zuallererst unser Gehirn unter die Lupe. Es ist interessant, Anne, dass du heute schon gesagt hast, das ist dein größter Muskel. Mein größter Muskel. Ja, die Kommandozentrale. Unsere Schallzentrale überhaupt.
Ja, ich finde es ganz toll, dass wir unsere kleinen Reihen hier erobern. Alle, die uns zuhören, auch herzliche Einladung, wenn auch jemand eine Idee hat für eine Reihe.
Aber was mich da auch so bewegt ist, zum Beispiel auch bei Demenz. Du kriegst ja fast die Diagnose erst, wenn du deinen Partner nicht mehr erkennst. Also wir müssen uns eigentlich schon viel, viel früher mit der gesunden Alterung des Gehirns beschäftigen. Deswegen wäre einfach auch mein Appell, je jünger man diesen Podcast hört, je jünger man sich mit dem Thema Gesundheit individuell liebevoll beschäftigt, umso besser. Aber gerade das Thema Longevity wird ja auch im Moment auf der einen Seite gut und auf der anderen Seite so ein bisschen breit getreten und da wollen wir es auch so ein bisschen Ordnung schaffen. Auf die Dinge, auf die es ankommt und wo es auch schon wirklich sichere Fakten gibt und Erfahrungen. Und dass man nicht wieder über jedes Hölzchen springt. Was einem hingehalten wird. Ja, genau.
Und wir starten eben mit dem Gehirn und nehmen das näher unter die Lupe, weil wir uns gedacht haben, was hilft uns ein topfitter und faltenfreier Körper, wenn das Oberstübchen nicht mehr mitmacht. Genau, das Dachgeschoss ist einfach, das Dachgeschoss ist wichtig, das sollte nicht vergammeln. Damit starten wir nächste Woche, ich freue mich schon drauf und danke Anne und dann bis nächste Woche. Bis nächste Woche, macht was Traumschiffes.