Bevor es losgeht, ein wichtiger Hinweis. Dieser Podcast ist keine Anlageberatung oder Empfehlung. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Diese stellen keinen Ersatz für eine professionelle und individuelle Beratung dar. Werteentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung. Aktien fürs Leben – der Vermögenspodcast von Capital mit Petra Ahrens und Timo Pache. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Woche von Aktien fürs Leben. Und es ist eine Woche, die mal wieder mit einem ziemlichen Rums beginnt, schon am Wochenende. Darauf kommen wir gleich. Petra, was haben wir dennoch im Gepäck dabei? Ja, legen wir los. Also, ich habe sie im Portemonnaie und sie wahrscheinlich auch. die Kreditkarte mit dem Visa-Logo. Mit knapp 260 Milliarden verarbeiteten Transaktionen. Im letzten Jahr ist Visa der Zahlungsdienstleister weltweit. Jetzt wird diskutiert, ob zukünftig die KI-Visa gegebenenfalls die Schau stehlen könnte.
Wir hinterfragen das heute skeptisch im Podcast. Schon oft haben wir an dieser Stelle über den Hype um die Abnehm-Medikamente gesprochen. Meist ging es dabei um das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk. Eine Zeit lang sogar Europas wertvollstes Unternehmen. Doch die Zeiten sind vorbei. Vor allem US-Konkurrent Eli Lilly holt merklich auf und übernimmt das Geschäft, insbesondere natürlich in den USA. Und wir sprechen heute über das Duell zweier Pharma-Giganten. Jawohl, und zu guter Letzt haben wir ein kleines Unternehmen aus Deutschland, das eine Nische besetzt, die plötzlich kräftigen Aufwind erleben könnte. Es handelt sich dabei um Envitec, ein Hersteller von Biogasanlagen und nach eigenen Angaben einer der Weltmarktführer. Hintergrund ist natürlich der Plan der Bundesregierung, künftig bis zu 10 Prozent Biogas in die Gasversorgung zu mischen. Auch hier schauen wir heute mal genauer hin. Und an dieser Stelle wie immer von uns der Hinweis, wer sofort zu einem dieser drei Unternehmen springen möchte, kann dies natürlich gerne tun und orientiert sich dann bitte an den Zeitangaben in den Shownotes. Und wir beginnen aber jetzt mit dem Wochenrückblick und müssen als erstes reden über den Iran. Am Samstagfrüh bei Tageslicht haben Israel und die USA es doch getan.
Trotz eigentlich noch weiter geplanter Gespräche über ein neues Atomabkommen haben die beiden Länder Iran angegriffen und innerhalb weniger Stunden die politische, militärische und religiöse Führung des Landes ausgeschaltet. Das Ausmaß dieses Krieges ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt, glaube ich, für uns alle noch relativ unkalkulierbar.
Alle haben erwartet, dass der Ölpreis kräftig reagieren wird. Das hat er heute Nacht auch getan. Mit Eröffnung der Märkte ist der Ölpreis je nach Sorte um etwa 9 bis 10 Prozent gestiegen. Liegt jetzt aktuell bei 73 bis 80 Dollar je Barrel. Und ebenfalls erwartungsgemäß, die Aktienmärkte haben ein bisschen nachgegeben. Nachgegeben heute Morgen etwa zwei Prozent im Minus liegt der DAX aktuell bei 24.750 Punkten. Petra, ist das für dich eine Reaktion, die, naja... Ist das schon, also preist die jetzt alles ein, was in diesem Konflikt an Eskalationspotenzial schon stecken könnte oder ist das jetzt erstmal einfach nur so ein langsames Beginnen und tatsächlich werden wir jetzt eine Phase erleben, wo es vielleicht eher weiter abwärts geht? Also im Moment können wir ja noch gar nicht so richtig beurteilen, wie lange dieser, du sprichst von Konflikt, also wie lange dieser Krieg im Nahen Osten jetzt anhält. Und was wir sehen, sind ja erstmal ganz erwartete Reaktionen, gar nicht mal so übertrieben. Also ein DAX heute Morgen, wir zeichnen ja am Montagmorgen auf von minus zwei, minus 2,5 Prozent, hält sich ja noch im Rahmen, dass der Ölpreis reagiert. Das ist ganz klar. Es gibt auch Experten, die sagen, je nach Länge dieses Krieges kann der Ölpreis auch durchaus auf 100 US-Dollar pro Barrel anziehen.
Gold als sicherer Hafen steigt natürlich auch. Aber im Moment ist es einfach so, wir haben die Angriffe. Was mich so ein bisschen verwundert, ist wirklich, dass sämtliche Länder im Nahen Osten da momentan mit einbezogen werden und bombardiert werden, wiederum vom Iran. Die Frage ist natürlich, schlagen die in irgendeiner Form zurück? Und die große Frage ist wirklich, wie lange dauert das Ganze? Und je länger das dauert, umso negativer natürlich auch für die USA, vor allen Dingen für Donald Trump. Der muss Ergebnisse zeigen, aber es darf für ihn dürfen es keine US-Soldaten im Grunde genommen dürfen hierbei Opfer werden, weil dann werden seine Mittermwahlen im November sehr, sehr stark gefährdet sein. So und das ist halt diese Frage, wie lange dauert dieser Krieg, wie lange spitzt sich die Situation zu, was passiert mit der Straße von Hormuz, wo natürlich überwiegend der Ölexport, Transport drüber läuft und dann wissen wir, dass natürlich, wenn der Ölpreis teurer wird, unglaublich viele Branchen darunter leiden. Also natürlich die Fluggesellschaften, wir sehen es bei Logistikunternehmen, aber natürlich auch die Industrie.
Das hat entsprechende Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum, natürlich auf die Inflation. Können wir aber heute noch gar nicht sagen. Also da müssen wir erstmal gucken, was passiert jetzt in den kommenden Tagen und Wochen und je länger es dauert, umso kritischer wird es für die Märkte. Was ich ganz interessant finde, ich habe am Wochenende eine Studie gelesen vom Institut der Wirtschaft in Köln, also bei dir vor der Haustür quasi, Petra. Die haben sich Ende 2023 schon mal angeguckt, wie groß ist der Impact des Ölpreises, eines starken Ölpreisanstiegs auf die deutsche Wirtschaft. Und das Ergebnis war insofern interessant. Die haben so unterschiedliche Szenarien durchgerechnet. Ein Ölpreis von 100 Dollar über einen längeren Zeitraum, 120 Dollar und 150 Dollar. Was ich interessant fand, bei einem Ölpreis von 100 Dollar ist der Impact nicht sehr hoch. Da reden wir über einen Wachstumsrückgang in Deutschland von 0,1 bis 0,2 Prozent, je nach Dauer dieses höheren Ölpreisniveaus.
Stärker ist der Effekt wirklich bei der Inflation, weil du doch über einen längeren Zeitraum dann siehst, wie der Ölpreis doch in alle Kategorien irgendwie so einsickert offensichtlich. Zum Teil über die Produktionskosten, die steigen, zum Teil über die Transportkosten, die steigen. Fand ich interessant. Was ja dann möglicherweise auch Implikationen hat auf die europäische Geldpolitik. Wir sind da noch nicht. Aber das kann natürlich irgendwann dann tatsächlich nochmal ein Problem werden für die EZB, wenn die Inflation tatsächlich...
Deutlich ansteigen sollte. Aktuell sieht es ja überhaupt nicht danach aus oder bis jetzt zumindest nicht. Aber auch das werden wir beobachten müssen. Ja, es ist viel zu früh zu sagen und nicht nur auf die EZB-Team und natürlich auch bei der FED. Also die USA haben natürlich momentan mit einer wesentlich höheren Inflation zu kämpfen und das wäre natürlich auch Gift für das, was Donald Trump vorhat. Und daher unter diesen Gesichtspunkten kann ich auch diesen Angriff nicht ganz so nachvollziehen. Aber wir müssen das einfach abwarten. Aber ja, je länger das dauert, umso schwieriger wird es. Und wir wissen alle, wir kommen von einem ganz hohen Niveau. Und wir haben im Grunde genommen die ganze Zeit die rosa-rote KI- und Technologiebrille auf. Und wenn hier natürlich etwas passiert und die Rohstoffpreise ziehen wieder an, wird es natürlich die gesamten Branchen erwischen. Also im Moment hoffen wir halt einfach, dass es letztendlich relativ schnell dort geht, dass sich ein neues Regime bildet, dass die Mullahs jetzt in Verhandlungen gehen mit den USA und mit Israel und dass es dort Frieden gibt. Aber da sind wir lange noch nicht.
Ändert sich für dich denn etwas ganz grundsätzlich an der Aktienauswahl durch diesen Konflikt, zumal wenn man unterstellt, dass er vielleicht länger dauern könnte? Nun, also wer mich hier öfter hört, der weiß also, dass ich natürlich immer und gerade in den vergangenen Monaten eine hohe Cash-Position bei Mandanten und auch bei mir selbst aufgebaut habe, weil ich einfach immer daran glaube, dass es Korrekturen in den Märkten geben wird oder Crashs und das, was jetzt am Wochenende passiert ist, war ja auch so ein bisschen zu erwarten.
Was es für mich im Grunde genommen nicht ändert, langfristig, wenn sich dieser Krieg hier widerlegen wird, hat es nichts mit KI oder mit Technologieaussichten zu tun. Das ist langfristiges Wachstum. Was ich natürlich sehe, ist, dass diese Sektorenrotation, die wir hier an dieser Stelle schon mal öfter angesprochen haben, dass diese Branchen davon weniger betroffen sind. Also was kümmert es eine Johnson & Johnson, eine Procter & Gamble, eine Colgate-Palmolive, ob da jetzt im Nahen Osten es wieder eskaliert. Das sind jetzt diese Old Economy-Unternehmen, die im Moment natürlich dann auch der Fels in der Brandung sind. Und deswegen, wofür ich immer plädiere, eine breite Streuung sämtlicher Länder und Branchen im Depot tut im Moment gut. Also langfristig, Timo, um deine Frage zu beantworten, ändert sich für mich hier momentan noch gar nichts. Dann lass uns doch über zwei Unternehmen nochmal sprechen.
Im Kern sind es sogar vier Unternehmen, die in der letzten Woche Schlagzeilen gemacht haben. Zum einen reden wir über Warner Brothers, die ja jetzt sich selbst quasi verkauft haben an Paramount. Also sie haben im Grunde genommen den favorisierten Bieter für sich selbst gewechselt.
Netflix hatte ja diesen Bieterreigen eröffnet mit einem sehr attraktiven Angebot. Das hatte Warner Brothers zunächst favorisiert. Dann ist Paramount mit der Familie im Hintergrund von Larry Ellison und seinem Sohn David eingestiegen in diesen Bieterwettkampf. Hat gesagt, ja, wir haben auch Interesse. haben ihr Angebot mehrfach nachgebessert, zuletzt auf 31 Dollar je Aktie, was Warner Brothers im Grunde genommen bewertet mit einem Preis von 111 Milliarden Dollar. Das war deutlich höher als das konkurrierende Angebot von Netflix. Und das hat tatsächlich das Management von Warner Brothers dann zum Umdenken bewogen. Und sie haben gesagt, okay, dann unter diesen Umständen favorisieren wir jetzt doch Paramount und Skydance. Das ist ganz spannend, natürlich auch politisch, weil Larry Ellison... Sein Sohn werden dem Trump-Lager zugeordnet. Trump selber hat diesen Deal auch favorisiert. Das Ganze muss ja durch die Wettbewerbshörden in den USA auch genehmigt werden. Da könnte es jetzt ein bisschen besser für aussehen, als wenn Netflix zum Zuge gekommen wäre.
Aber die interessante Reaktion ist ja die Netflix-Aktie. Also Warner Brothers ist ehrlicherweise so ein bisschen rumgedümpelt. Paramount hat deutlich zugelegt, ja, um 18 Prozent immerhin. Aber Netflix, da war die Erleichterung so richtig groß. Die haben um mehr als 20 Prozent gewonnen, von 77 auf 93 Dollar. Hat dich das überrascht? Nee, im Grunde genommen nicht. Also ich persönlich habe darauf spekuliert.
Dass Netflix den Zuschlag bekommt und habe langfristig hier den Ertrag gesehen. Das war der Grund, warum ich hier gekauft habe. Aber letztendlich ist es so, die Aktionäre atmen auf, weil der Deal war ... Zu teuer, ist letztendlich zu teuer geworden und die Aussichten damit einfach für Netflix zu ungewiss. Und aufgrund dessen konnte allein letzte Woche Netflix schon die Aktie um 20 Prozent zulegen. Und dann kommt noch hinzu, dass Warner Brothers ja auch noch eine Art, nennen wir es mal Trennungsgebühr in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar an Netflix zahlen muss. Also die füllen denen auch noch die Kasse. Insofern ist Netflix sie erstmal geht ganz klar als Gewinner aus diesem Rennen heraus, obwohl sie nicht den Zuschlag bekommen haben. Stimmt. Ja, und dann Dann hatten wir letzte Woche noch wirklich sehr, sehr gespannt am Mittwoch auf die Zahlen von NVIDIA gewartet. Und als diese dann um 22.30 Uhr verkündet wurden, haben die uns auch wahrlich nicht enttäuscht. Selbst in diesen hochbewerteten Zeiten bestätigt der US-Chip-Riese seine Rolle als unverzichtbares Unternehmen der digitalen Wirtschaft. Umsatz und Gewinn wurden auf neue Rekordwerte gehievt. 73 Prozent Anstieg zum Vorjahr. und die globale Nachfrage nach KI-Rechenleistungen wächst weiterhin massiv. Also besonders hervorzuheben bei den Zahlen war, dass allein das Rechenzentrum-Geschäft 62 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete. Das macht ungefähr 90 Prozent des gesamten Geschäftes aus.
Und die erste Reaktion der Börse war ein Anstieg der Aktie um vier Prozent. Das war noch in der Nacht war das zu sehen, aber auf Wochensicht verlor dann Nvidia in der Tat auf 6,5 Prozent. Und wir haben das schon mal gesehen bei Verkündung der Zahlen im letzten November, haben wir eine ähnliche Reaktion erleben können. Ja, Nvidia ist stark, aber die Konkurrenz wird halt auch größer. China hat Potenzial und der Kuchen könnte sich halt ein bisschen mehr verteilen, weil große Tech-Konzerne wie Microsoft, wie Amazon und Meta natürlich parallel auch nach alternativen Anbietern suchen. Und ich finde... NTV hat es sehr schön formuliert in der Erklärung, es fehlt anscheinend im Moment die Fantasie, dass die Aktie weiter to the moon laufen könnte und das beobachten wir hier natürlich auch. Wobei das ja auch so ein bisschen so eine self-fulfilling prophecy ist. Wenn alle irgendwie skeptisch sind, ob das so weitergeht, dann wird die Aktie halt nicht to the moon laufen. Aber ich finde das schon bemerkenswert. Ich meine, du steigerst irgendwie deinen Umsatz um 73 Prozent.
Gewinn, ich glaube, auf Jahressicht etwa plus 66 Prozent. Und die Aktie rutscht trotzdem runter. Ich glaube, auf Monatssicht im Februar liegt Nvidia 6% im Minus. Anfang Februar kostete die Aktie noch 188 Dollar. Jetzt sind wir irgendwie bei 177 Dollar zum Wochenende gewesen. Das passt für mich irgendwie nicht so richtig zusammen. Man kann jetzt sagen, ja, KI revolutioniert das alles, die Geschäftsmodelle, die Konkurrenz nimmt zu. Aber wenn wir uns doch einig sind, dass am Ende die Infrastrukturschaffer, Ausrüster und Bauer diejenigen sind, die am ehesten noch sozusagen einen Burggraben haben werden. Auch wenn Nvidia Konkurrenz bekommt, verstehe ich trotzdem nicht die Härte dieser Reaktion an den Märkten. Sell on very good news heißt das in diesem Fall.
Ja, die Wurzeln von Visa reichen zurück in die 1950er und 1960er Jahre in den USA. Damals startete die Bank of America ein Kreditkartenprogramm, das später unter dem Namen Bank America Card bekannt wurde. Und dann 1970 wurde aus diesem Programm ein eigenständiges Unternehmen, nämlich Visa, wie wir es heute kennen.
Über die Jahrzehnte wuchs Visa durch die Zusammenarbeit mit Banken und mit Händlern in über 200 Ländern zum weltweit wertvollsten Zahlungsdienstleister. Ein besonderer Meilenstein dabei war 2008 der Börsengang, der damals einer der größten IPOs der Geschichte war. So, und wenn wir an Visa denken, dann sehen viele von uns eine Kreditkarte im Portemonnaie. Aber wichtig ist, Visa selbst gibt halt keine Kreditkarten aus. Visa selbst vergibt keine Kredite an Endkunden und legt auch nicht Direktzinsen oder Gebühren fest.
Stattdessen ist Visa vor allen Dingen eins, ein globales Netzwerk, das vier Gruppen miteinander verbindet. Das sind die Karteninhaber und die Händler und die dahinterstehenden Banken des Karteninhabers und die Banken des Händlers. Also wir müssen uns das wie folgt vorstellen, die Transaktion geht vom Händler zur Händlerbank, dann über das Visa-Netzwerk zur Bank des Karteninhabers und wieder zurück, inklusive Autorisierung und der späteren Abrechnung. Und für diese ganzen Dienstleistungen kassiert Visa dann natürlich die Gebühren von den Banken und teilweise von den Händlern, übrigens nicht von den Kreditkarteninhabern. Ja, und so läuft das ganze Produkt und dann kann man sich natürlich auch vorstellen, wie extrem skalierbar dieses Geschäftsmodell ist und jede zusätzliche Transaktion kostet dann natürlich relativ wenig Geld, bringt aber natürlich zusätzliche Gebühren. Tolles Geschäftsmodell. Tolles Geschäftsmodell, absolut. Man sieht es ja auch in den Umsatz- und Gewinnzahlen. Wir haben ja selten Unternehmen, die im Grunde genommen, es sei denn, es handelt sich um Nvidia.
Die die Hälfte ihres Umsatzes eigentlich über einen sehr langen Zeitraum als Nachsteuergewinn ausweisen können.
2018 hat der Umsatz von Visa bei gut 20,6 Milliarden US-Dollar gelegen. Davon blieben etwa 10 Milliarden US-Dollar als Nachsteuergewinn. 2025 hatte sich das Ganze verdoppelt. Wir reden über 40 Milliarden US-Dollar Umsatz und fast 20 Milliarden Nachsteuergewinn. So, und das Interessante ist jetzt aber, dass der Aktienkurs seit einer gewissen Weile, etwa seit Anfang letzten Jahres kann man sagen, eher so seitwärts läuft. Der steigt nicht mehr, sondern geht sogar so ein bisschen runter. Wir waren Anfang letzten Jahres mal so bei 360, 370, 380 Dollar. Inzwischen liegt der Aktienkurs bei 320 Dollar. Und die Frage ist ja, was ist da los, wenn die Geschäfte doch eigentlich so gut laufen? Und es hat auch was mit KI zu tun. Ja, es hat auch was mit KI zu tun. Wir wissen ja, diese Diskussion um ...
Antrofic, die ja mal kurzfristig mit ihrem Anbieter Claude heißt, der glaube ich mal alles in Frage stellen, was da gerade draußen passiert wird. Also, dass man im Grunde genommen zukünftige große Unternehmen mit historischen Datenbeständen, mit Software, mit Dienstleistungen plötzlich durch die KI komplett ersetzen kann. Und unter diese Spekulation und Sorge ist auch Visa gefallen, wobei Visa auch noch ein anderes Problem hat.
Es gibt halt den Gesetzesvorschlag, diesen Credit Card Competition Act, wo halt mehr Wettbewerb im Kreditkartennetzwerk geschaffen werden soll. Und das würde natürlich dann Visa auch entsprechend so ein bisschen konterkarieren. Also es gibt hier momentan einige Probleme, mit denen das Unternehmen zu kämpfen hat. Aber das Geschäftsmodell ist weiter skalierbar, ist sehr profitabel. Und an dieser Stelle darf man auch auf den ROSI, auf den Return on Capital Employed.
Wirklich den in den Fokus setzen, weil der liegt bei 70 Prozent. Also das Unternehmen setzt 100 Euro ein und bekommt 70 Euro als Gewinn zurück. Das ist schon höchst profitabel. Das stimmt. Die Frage ist halt, wie dauerhaft können sie das halten? Du hast einerseits den politischen Gegenwind unter Donald Trump erwähnt, das andere ist sozusagen so eine strukturelle Verschiebung. Das ist sehr, sehr ungewiss, aber es gibt eben die Spekulation, dass künftig sogenannte KI-Agenten im Grunde genommen für mich die Finanztransaktionen übernehmen können. Im Zweifelsfall mit irgendwelchen Digitalwährungen, mit Stablecoins oder so aus meinem Wallet alles bezahlen und dann Visa bezahlen. Das Geschäft verlieren wird. Ja, finde ich, klingt erstmal nachvollziehbar. Aber auf der anderen Seite, wenn ich mir anschaue, die Amerikaner, die leben ja tatsächlich sehr viel auf Pump. Die konsumieren auf Pump auch. Und das muss ja irgendwie trotzdem weitergehen. Das kann man zwar wahrscheinlich in seiner Wallet über Stablecoins auch abbilden.
Trotzdem würde ich denken, ob da jetzt wirklich das Kreditkartengeschäft so unter Druck geraten wird dadurch oder ob nicht Visa wiederum selber dann am Ende solche Lösungen anbieten wird mit Stablecoins und Adidas, KI-Agenten, dass dann eigentlich auch das Geschäft wieder durch Visa abgedeckt wird. Da wäre ich, glaube ich, auch eher bei Visa als jetzt bei irgendwelchen unbekannten KI-Agenten, Open Claw und so, die jetzt kommen. Ja, ich finde auch die Skepsis im Markt, dass wir jetzt plötzlich durch diese destruktiven Technologien jetzt einen plötzlichen und schnellen Wandel erleben, das finde ich einfach viel zu übertrieben. Wir haben hier wirklich ein Unternehmen, was jeder kennt, jeder hat die Karten. Die haben ihre Beziehungen zu den Kreditkarteninhabern, die haben ihre Beziehungen zu den Händlern, zu den dahinterliegenden Banken. Das ist ein langfristiger Trend, natürlich auch weg vom Bargeld, der sich hier noch weiter ergeben wird. Wir haben dieses unbarausskalierbare und margenstarke Geschäftsmodell.
Und wie du gerade richtig gesagt hast, natürlich wird Visa hier auch nicht schlafen. Ja, die werden auch Wallets und Services anbieten und sie sind ja auch sehr, sehr stark unterwegs in der Betrugsprävention, also hier unterstützen sie auch. Ich glaube mir einfach nicht, dass sich hier Visa als großes Unternehmen hier wirklich die Wurst vom Brot nehmen lässt und daher sehe ich die aktuelle Skepsis für übertrieben. Dann ist es ja aber eine ganz interessante Einstiegsgelegenheit, glaube ich. Das KGV liegt aktuell bei 25. Das ist historisch deutlich niedriger als das, was wir über viele Jahre gesehen haben. Da lag das KGV so zwischen 30 und 40.
Das heißt, wenn ich dich so richtig verstehe, sagst du, also eigentlich ganz schön, dass die Aktie jetzt so ein bisschen seitwärts bis rückwärts gelaufen ist bei 320 Dollar. Eine interessante Gelegenheit zum Einstieg. Sehe ich genauso. Visa ist ein absolutes Qualitätsunternehmen, mag kein risikoloser Selbstläufer sein, aber Rückschläge können hier wirklich zum Einstieg oder auch zur Vergünstigung genutzt werden. Das Duell Der Hype um die Abnehmenspritzen war schon öfter Thema in diesem Podcast. Wir wollen nochmal darauf zurückkommen, denn man hat den Eindruck, dass sich an der Börse zumindest ein klarer Gewinner des Wettrenns einstellt. Und es ist nicht mehr Novo Nordisk, die in den ersten Jahren das Geschäft ziemlich unter sich ausgemacht haben, sondern zunehmend kommt jetzt Eli Lilly ins Spiel, ein US-Konkurrent.
Der ebenfalls solche Abnehmpräparate entwickelt hat. Kurz zur Erinnerung, bei Novo Nordisk sprechen wir immer über das alte Diabetes-Medikament Ocempic, von dem man dann irgendwann festgestellt hat, Mensch, die Leute nehmen so dolle ab, Machen wir doch daraus noch ein Abnehmmedikament. Das haben sie dann VEGUVI genannt. Und bei Eli Lilly hat man sich das Ganze interessiert angeguckt. Auch die sind seit vielen Jahrzehnten ein Diabetes-Spezialist, haben also mit ähnlichen Wirkstoffen schon gearbeitet und haben jetzt daraus eine Abnehmenspritze entwickelt, die heißt bei ihnen Munyaro und haben auch gleichzeitig noch eine Pille entwickelt mit einem unaussprechlichen Namen, den wir auch schon häufiger in diesem Podcast hatten, namens Orphoglipron. Ich hoffe, ich habe es richtig ausgesprochen. Ja, und wenn man sich jetzt die aktuellen Geschäftszahlen von Ila Lilly anschaut, dann räumen die zumindest in den USA, aber auch im Rest der Welt sehr ordentlich den Markt aufnehmen. Immer höhere Umsatzanteile Novo Nordisk ab. Novo Nordisk hat mehrere Gewinn- und Umsatzwarnungen jetzt in Folge abgegeben, während Ila Lilly eigentlich die ganze Zeit nur Zuwächse, Zuwächse und Zuwächse zu verkünden hat. Petra. Ist für dich dieses Rennen schon entschieden? Ach, um Gottes Willen, nein. Also es ist sehr interessant zu beobachten.
Aber das Rennen kann nicht entschieden sein, weil wir sprechen hier von einem weltweiten, unglaublich großen Markt der Adipositas-Medikamente. Und da gibt es ja noch viel, viel mehr. Also die Nachfrage alleine an diesen Medikamenten wird steigen. Dann haben wir diese positiven Ergebnisse auf Herz-Kreislauf. Und es gibt auch noch die Behandlung von Folgeerkrankungen, die hier das Ganze auch noch mal antreiben. Also wir sprechen hier bis 2030 im hohen zweistelligen Milliardenbereich, teils 70 bis 100 Milliarden US-Dollar, die alleine diese sogenannten GLP-1-Medikamente und Kombinationstherapien bringen sollen. Und wenn ich einen so großen Markt habe, dann haben wir hier nicht nur einen Gewinner, dann wird es sicherlich zwei Firmen geben. Aber im Moment ist es halt einfach so, Eli Lilly hat Novo Nordisk in Rang abgelaufen, hat viel, viel mehr von deren Geschäfte und von deren Kuchen abbekommen, weil sie halt viel, viel früher auch mit den Tabletten auf den Markt gekommen sind. So, das macht jetzt Novo Nordisk auch. Die kommen hier auch mit einer Tablette raus.
Aber es ist halt nun mal so, dass es hier einige Gewinnwarnungen gab. Eli Lilly steigert die Geschäfte, legt gute Zahlen vor. Novo Nordisk hat jetzt gerade mit diesen Umständen zu kämpfen. Und da sagen natürlich die Börsianer, finden wir nicht toll, wir wechseln mal gerade hier einfach die Reihe. Und das merkst du im Kurseinbruch. Aber ich finde natürlich für einen so großen Markt und für einen so großen Player wie Novo Nordisk ist, ist eine Abstrafung von 70 Prozent, von bis zu 70 Prozent natürlich enorm. Und daher muss man sich hier wirklich in Zukunft die Zahlen und die Entwicklung genauer angucken. Lass uns doch einmal kurz tatsächlich über die Aktien reden. Also Eli Lilly hat sich der Aktienkurs in den letzten zwei, drei Jahren in etwa verdreifacht von fast 300 Dollar auf über 1000 Dollar jetzt zuletzt.
Und 52 Dollar stand die Aktie, glaube ich, Ende letzter Woche. Das ist natürlich ein monströser Anstieg, während bei Novo Nordisk, wo die Geschäfte anstehen, Auch so einigermaßen okay laufen, aber halt nicht gemessen an den Erwartungen, die man mal hatte, hat man sich halt mehrfach korrigieren müssen. Aber wir reden auch hier über ein Unternehmen, was immerhin im letzten Geschäftsjahr noch knapp 42 Milliarden Euro umgerechnet Umsatz gemacht hat und davon etwa 13, 14 Milliarden Euro Nachsteuergewinn übrig blieb. Trotzdem hat die Aktie massiv nachgegeben. Du hast es gesagt, minus 70 Prozent. Ich hätte gesagt, sie hat sich in etwa geviertelt von 138 Euro im Höhepunkt Mitte 2024 sind wir inzwischen bei 31 Euro angekommen. Das Ganze spiegelt sich natürlich in einem quasi diametral entgegengesetzten KGV. Wir reden bei Ila Lilly über ein KGV von 47 für das aktuelle Geschäftsjahr und bei Novo Nordisk über ein KGV von 14, was ja historisch irgendwie totales Schnäppchen ist.
Novo ist irgendwie gerade an der Börse total im Hintertreffen. Aber es muss nicht so bleiben, wenn ich dich richtig verstehe, sagst du, weil der Markt so groß ist. Ja, natürlich. Also du hast es eben gesagt, wir haben hier eine völlig konträre Entwicklung von ähnlichen Unternehmen. Und Novo Nordisk wird gerade an der Börse bewertet, als ob sie regelrecht tot wären. Und aktuell wird Novo so bewertet, als lege das Wachstum bei 2% für die nächsten 5 Jahre realistisch scheinen hingegen so sechs bis sieben Prozent. Und dann haben wir auch noch eine Dividende von 4,25 Prozent, was Eli Lilly alles nicht momentan generiert. Ich habe das Gefühl, dass das, was wir als Hype bei Novo gesehen haben, komplett raus ist, bei Eli Lilly aber komplett drin ist. Und deswegen, wenn ich mich heute entscheiden müsste, würde ich halt in die Zukunft gucken und würde sagen, wer bleibt auf diesem Niveau bestehen? Beziehungsweise wer gleicht sich diesem fairen Niveau wieder an? Und da gibt es für mich nur einen Kandidaten. Und deswegen finde ich das unglaublich interessant, dieses Duell zu beobachten. Ja, natürlich Novo hat Probleme, aber diese Änderung, Die erhebliche Übertreibung im Kurs ist über alles einkalkuliert und hier sollte es dann auch mal wieder nach oben gehen.
Ja, heute schauen wir uns ein Unternehmen an, das mitten in der Energiewende steht. Envitec Biogas ist ein Spezialist für Biogas und Biomethan, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt, von der Planung und dem Bau von Anlagen über Service bis hin zum eigenen Anlagenbetrieb. Schauen wir kurz zurück. Envitec wurde 2002 von Olaf von Lemden, Kunibert Ruhr und Tobias Schulz gegründet, damals mit nur 17 Mitarbeitern. Den Rückenwind lieferte das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das seit 2000 feste Vergütung für Strom aus Biogas einführte und diesen Markt überhaupt erst wirtschaftlich attraktiv gemacht hat. Bereits 2003 baute Envitek die erste Biogasanlage. Ab 2005 folgte die internationale Expansion mit Tochtergesellschaften in Italien und in Südosteuropa. Später dann auch kamen Großbritannien, die Niederlande und weitere Länder hinzu. Und Timo, du hast das Unternehmen vorgeschlagen. Mir war es gar nicht so ganz bewusst, weil es doch enorm klein ist und ja eigentlich dann nicht so richtig zu den Aktien des Lebens zählt. Dennoch, ich finde es äußerst interessant. Ja, ich bin darauf gekommen, weil in der vergangenen Woche ja die aktuelle Bundesregierung aus Union und SPD nach monatelangem Hin und Her endlich ihre Eckpunkte zur Reform des Heizungsgesetzes vorgelegt hat.
Und wir erinnern uns, das war dieses Habecksche Heizungshammergesetz mit dem Wärmepumpenzwang, alles sehr, sehr aufgeladen. Jetzt will die Koalition das alles wieder so ein bisschen die Hitze da rausnehmen aus dem Heizungskeller und sagt, okay, liebe Leute, ihr könnt euch eigentlich noch frei weiter entscheiden, ob ihr mit Öl und Gas weiterheizen wollt. Wärmepumpen sind auch okay, aber ihr könnt auch mit Öl und Gas weitermachen, damit man aber die Klimaziele erreicht bis 2045 und darüber hinaus. Und das geht ja mit Öl und Gas nicht ganz so einfach wie mit vielleicht einer Wärmepumpe, hat man sich jetzt als Bundesregierung entschieden, dass man ab 2028, 2029 sehr harte Beimischungsquoten für Biogas und Biotreibstoffe für Heizöl- bzw.
Gasheizungen vorschreiben möchte. Und zwar bis zu 10% Beimischungsquote. Das ist sehr, sehr viel. Das ist gemessen an dem, was heute beigemischt wird, ungefähr eine Verzehnfachung, weil heute wird da quasi nichts beigemischt. Und die Frage ist natürlich sofort, okay, wer baut diese Biogasanlagen jetzt, die da alle entstehen sollen, vor allen Dingen innerhalb der Kürze der Zeit. Und dann habe ich mal geguckt, gibt es einen aktienbörsennotierten Biogasanlagenhersteller in Deutschland?
Und siehe da, es gibt tatsächlich einen Envitec. Und interessanterweise hat diese Aktie am Montagabend, als die Eckpunkte der Koalition vorgestellt wurden, auch prompt um 20, 30 Prozent zugelegt. Und sie hat ja auch im Laufe der ganzen Woche um 40 Prozent zugelegt von 17,50 Euro auf 26 Euro. Und dann ging es zum Ende der Woche wieder ein bisschen runter. Aktuell steht sie jetzt bei 22 Euro, aber immer noch 30 Prozent im Plus. Das war der Hintergrund, weshalb ich gesagt habe, oh, lass doch mal so ein Unternehmen angucken, wie seriös ist denn das? Weil offensichtlich kommen auch ein paar andere Leute darauf, sich zu sagen, oh, Biogasanlagen scheinen jetzt ein gutes Geschäft zu sein. Ja, wir haben uns die Zahlen ein bisschen genauer angeguckt. Und wenn man sich jetzt erstmal Umsatz und Gewinn anschaut, dann sieht das irgendwie alles ganz ordentlich aus. Umsatz ist in den letzten acht, neun Jahren in etwa um das Doppelte gestiegen, von 160 auf 340 Millionen Euro. Und der Gewinn zuletzt im Geschäftsjahr 2024 lag bei 29%. Knapp 30 Millionen Euro, sagen wir mal großzügig. Ist ja erstmal ganz solide, oder Petra?
Absolut. Also die haben im Grunde genommen, profitieren sie von dem Anlagenbau, von Servicebetriebsführung und sie haben einen sehr starken und profitablen Eigenbetrieb. Das finde ich auch interessant. Die betreiben selber 90 Biogasanlagen und speisen das Gas dann ein. Genau und dadurch sind sie halt, das ist auch das stärkste Segment, was sie haben und das entwickelt sich natürlich sehr robust und ist auch weiterhin sehr profitabel. Genau, so jetzt gucke ich mir aber den Aktienkurs an und dann stelle ich fest, die hatten 2021, 2022, 2022, 2023, muss man fairerweise sagen, hatten sie eigentlich ein ziemliches Hoch im Nachgang wahrscheinlich des Ukraine-Krieges, haben viele festgestellt, oh die explodierenden Gaspreise, alles ganz schön unsicher. Ich stelle mal um auf Biogas. Da lag die Aktie bei fast 60 Euro. Und dann ging es aber doch über all die Jahre merklich runter. Inzwischen, wie gesagt, sind wir bei 23 Euro, 22 Euro angekommen. Zwischendrin stand die Aktie aber Ende 2025 auch mal bei deutlich unter 20, Richtung 15 Euro. Das heißt... Und eigentlich, wir haben hier zwar ein Trendthema, Biogasanlagen, das jetzt auch großen politischen Rückenwind erreichen wird oder erfahren wird.
Aber zu den alten Höhen aus dem Jahr 2022, 2023 mit 55, 60 Euro je Aktie ist es noch ein ganz schön weiter Weg. Ja, und die Politik ist Fluch und Segen natürlich zugleich. Also wir haben hier diese hohe regulatorische Abhängigkeit, die wir sehen. Und Biogas und Biomethan sind ja nicht ganz so en vogue wie jetzt das Thema zu den erneuerbaren Energien. Und wir haben das zentrale Thema für Envitec derzeit durch die EU-Richtlinie Red 3 zur Förderung der erneuerbaren Energien. Und hier liegt ein Referentenentwurf, ein deutscher, vor, der die Streichung der Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe vorsieht. Und das würde natürlich Profitabilität bestimmter Projekte gerade bei Envitec deutlich beeinträchtigen. Also das ist immer so ein kleines Damoklesschwert, was wir hier natürlich sehen, was die Politik auch mit sich führt. Ja, dann haben wir natürlich auch Rohstoff- und Preisrisiken, die wir hier berücksichtigen müssen. Und was mir hier noch nicht so gut gefällt bei diesem Unternehmen, es hat diese klassischen, ich nenne es mal diese Small-Cap-Aktienrisiken. Die Aktie hat ein geringes Handelsvolumen, was natürlich zu einer stärkeren Wohler, zu stärkeren Schwankungen führt. Das kann positiv, aber auch natürlich dann negativ sein und das gibt immer so eine gewisse Abhängigkeit.
Sie sind ja stark dominiert durch ihre Gründer noch, die halten etwa 60 Prozent der Aktien und schütten sich immer ganz ordentlich was aus. Also als Aktionär profitiere ich da natürlich am Rande stehend auch ein bisschen, aber bei mir weckt das immer Misstrauen, weil ich mir vorstellen würde, wenn die jetzt expandieren wollen, dann brauchen sie auch viel Kapital aus dem laufenden Geschäft und wenn sie sich das die ganze Zeit als Dividende ausschütten, dann bleibt da nicht mehr viel von übrig. Also sie haben im Grunde genommen Gewinn, der schwankt so zwischen 20 Millionen, sage ich mal, und in Boom-Jahren 23 waren es auch mal 60 Millionen und dann schütten die sich aber wirklich große Teile dieses Gewinns aus. Im letzten Geschäftsjahr von 30 Millionen Gewinn landeten 44, 45 Millionen in der Ausschüttung. Das war wahrscheinlich nachlaufend zu den Boom-Jahren 23 und 22. Das ist vielleicht mal in Ordnung. Aber irgendwie würde ich erwarten, dass du eigentlich eine etwas konservativere Ausschüttungspolitik betreibst bei so einem Unternehmen und sagst, okay, ich reinvestiere in mein Geschäft, um zu expandieren. Und das scheint mir hier so ein bisschen auf der Strecke zu bleiben, oder? Ja, korrekt. Also das missfällt mir auch.
Ja, es gibt diese starke Position im Eigenbetrieb. Aber das möchte ich ja natürlich auch vielleicht auf breitere Füße stellen. Und dazu gehört eine weitere, nennen wir es mal Internationalisierung. Und die kostet Geld. Und das ist Geld, was ich in meiner Kasse haben muss. Das ist der Free Cash Flow. Und wenn ich das mir selbst so ausschütte, wird mich das hindern, zukünftig weiterhin Wachstum zu generieren. Aber nichtsdestotrotz, es ist natürlich sehr interessant, Rückenwind, Energiewende und wir wissen, Biogas und Biomethan sind nicht abhängig von Sonne und Wind. Also da könnte sich noch einiges tun.
Einfach mal beobachten. Wunderbar, das war mal wieder Aktien fürs Leben, der Vermögens-Podcast von Kapital. Kapital. Wir entlassen Sie in eine wahrscheinlich sehr spannende und sehr ereignisreiche Woche, die wir jetzt wirklich noch nicht komplett absehen können. Kommen Sie gut da durch und wir sagen bis zum nächsten Mal. Das machen wir. Bis dahin. Tschüss. Tschüss, bis dann. Vielen Dank.