Arndt. Philipp! Du klingst etwas niedergeschlagen, ich nicht. Warum du? Was ist passiert? Lieber Arndt, ich heuchele Betroffenheit. Ich heuchele Betroffenheit über das Ausscheiden von Borussia Dortmund gegen Atalanta Bergamo. 1 zu 4. Kurz vor knapp hat Benze bei Ihnen noch durch einen Kung-Fu-Tritt gegen einen Stürmerkopf das Spiel entschieden, weil es danach Elfmeter gab und viele, viele Diskussionen hinterher. Erregte Diskussionen darüber, ob das jetzt nur wirklich ein Elfer war. Das werden wir alles, denke ich mal, gleich miteinander besprechen. Aber erstmal hören wir Chopins Traumarsch beziehungsweise die fröhliche Gitarre. Die Violin. Also es ist alles vorbereitet. Jetzt geht's los.
Uns fällt nichts mehr ein, wie wir dieses beschissene Intro anmoderieren können. Das ist ja schon mal aufgefallen. Es ist kein beschissenes Intro, aber es ist wirklich, wir wissen jedes Mal nicht mehr, was man sagen soll. Also, Benze Baini, in der, ich glaube, 90 plus 4. Minute, eigentlich waren nur 3 Minuten Nachspielzeit angekündigt, aber es ist ja jetzt mittlerweile die Mindestnachspielzeit. Deswegen war das schon mal jetzt nicht so schlimm. Aber er trifft Christowitsch am Kopf mit einer Ausholbewegung, mit der Hacke mehr oder weniger, von vorne nach hinten, um einen Ball zu klären, den er auch trifft. Und nun ist eine ganz schwierige Entscheidung zu treffen, nämlich macht man das Spiel so wirklich zu als Schiedsrichter? Da muss man dann Elfmeter pfeifen. Wir haben beide nicht ganz einheitliche Meinungen. Erzähl erstmal deine. Also für mich ist es ja so, dass die modernen Spieler immer inzwischen so gerühmt werden, dass sie diesen 360-Grad-Blick haben. Also irgendwie wird er schon geahnt haben, dass hinter ihm der Spieler ist. Er tritt ihn auch noch und wunderbar war natürlich auch so, dass hinterher noch sehr, sehr viel Blut verspritzt wurde. Also er sah aus wie so ein Vietnamkämpfer, nachdem der Vietcong erwischt hat. Und das hatte natürlich auch nochmal einen gewissen optischen Effekt darauf. Also ich fand, du musstest als Schiedsrichter schon sehr, sehr viel Beharrungsvermögen haben, um da keinen Elfer zu pfeifen. So würde ich es mal formulieren. Ich finde es auf verschiedene Ebenen. In diesem Fall ist es ein klassischer Fall, wo ein Elfmeter nicht verkehrt war, aber ein Nicht-Elfmeter für mich auch nicht verkehrt gewesen wäre, weil der Gegner natürlich den Kopf sehr tief hat, Christowitsch. Der hat den Kopf so auf 1,20 ungefähr gefühlt.
Benzebaini muss ja den Ball irgendwie klären dürfen und sieht ihn im Rücken nicht, trifft deswegen den Kopf, weil der Gegner den Kopf so tief hat. Also wenn das ein Treffer am Oberschenkel oder am Bein gewesen wäre und wenn sie bei Ihnen ja auch noch den Ball getroffen hat, dann hättest du wahrscheinlich anders entschieden. So war es die Stirn und die hat geblutet, aber man muss irgendwie auch findig ranziehen, wie tief der Kopf war.
Gab es ja noch eine ganz wichtige Facette des Ganzen, dass der Kommentator Robby Hunke, herzliche Grüße, gesagt hat, es kann ja schon allein deswegen kein Elfmeter sein, weil er den gar nicht gesehen hat. Deswegen kann es ja auch keine Absicht gewesen sein. Da muss ich widersprechen, weil wenn das erlaubt wäre, dass du einen Gegner straffrei umtrittst, wer dann in deinem Rücken ist, dann dürftest du ja in Zukunft so tun, als würdest du einen Gegner nicht sehen, trittst nach hinten, triffst ihn, war keine Absicht, gibt dann kein Elfmeter. Also bei Hand ist Absicht oder nicht eine entscheidende Frage, aber bei Fouls darf das eigentlich kein Kriterium sein, weil sonst dürftest du ja wirklich jeden umnieten, den du nicht siehst. Ja, stell dir mal vor, du verprügelst eine Viertelstunde im Strafraum und sagst, aber ich habe nie geguckt. Tut mir leid, das kann kein Elbauer, das kann kein Platzverweis sein. Der Punkt ist natürlich, dass die Dortmund sich wahnsinnig darüber ärgern, weil nach dem 2-0-Hinspielerfolg sich alle schon in Sicherheit wenden. Ich als Bielefelder weiß nach dem Relegationsspiel von 2014 gegen den SV Darmstadt 98, wie schlecht sich zwei Tore Vorsprünge im Rückspiel anhören und anfühlen können. Klar ist aber eben auch, das war selbstverschuldet. Niko Kovac hat hinterher in der Pressekonferenz ja auch kein gutes Haar an seiner Mannschaft gelassen. Hat gesagt, war unnötig und war verdient. Und wenn man sich so mal den ganzen Spielverlauf angeguckt hat, sie hätten da nicht verlieren dürfen oder sie hätten da nicht verlieren müssen gegen eine Mannschaft, die ganz passabel gekickt hat, die jetzt aber auch keine Übermannschaft ist. Ja, es waren schon...
Kacktore, würde ich sagen. Ich weiß jetzt nicht, was für ein Wort ich sonst finden sollte. Nein, aber der BVB hat natürlich auch enttäuscht. Also sie haben ja eigentlich erst mit dem 1-3 so richtig angefangen, richtig Gas zu geben. Und wenn man jetzt mal guckt, sie sind im Pokal 0-1 ausgeschieden gegen Bayer Leverkusen im Achtelfinale. Sie haben die Bayern vor der Brust und wenn sie das verlieren, dann dürfte die Meisterschaft auch gegessen sein. Also es sind auch wieder so Wochen und ich mag jetzt schon nicht daran denken, dass dann wieder über ein Mentalitätsproblem geredet wird beim BVB, falls sie gegen die Bayern auch nicht reüssieren. 1 zu 4 gegen Bergamo ist insofern eine Hausnummer, weil die italienischen Mannschaften natürlich eigentlich ganz viele Sorgen hatten in dieser Runde. Juve ist draußen gegen Galatasaray, Inter ist draußen gegen Bodo Glimt. Also es sind keine schönen Tage für italienische Champions-League-Teilnehmer. Insofern hat Bergamo da so ein bisschen das Bild gerade gerückt und die Ehre gerettet, wenn man das so pathetisch sagen möchte.
Aber beim BVB ist das eine Saison, wo jetzt schon zwei Wettbewerbe vergeigt sind, relativ früh, wir haben immer noch Februar.
Da kannst du deine Betroffenheit gerne weiter heucheln. Ja, zumal ich natürlich wieder mit großem Vergnügen diese ganzen YouTuber gesehen habe, die sich das BVB-Trikot zerrissen haben. Toxy Böhler hat wieder geguckt, als ob er Ketamin geschluckt hätte. Also ich sag's mal so, das hat mir als alten BVB-Hassern ein bisschen Freude gemacht. Es ist allerdings aber auch so, dass es mir zumindest für Niko Kovac ein bisschen leidtut, weil der ja eigentlich wunderbare Aufbauarbeit geleistet hat. Und man kann eigentlich nicht hoch genug schätzen. Da können wir mal ganz kurz einen Abzweig hinmachen, dass er den BVB stabilisiert hat. Und eigentlich ist er auch in einer sehr, sehr angenehmen Situation jetzt vor dem Spiel gegen Bayern München, weil eigentlich der zweite Platz einigermaßen gesichert ist und man doch jetzt eigentlich ohne großen Druck da reingehen kann in dieses Spitzenspiel. Oder muss der BVB jetzt noch was beweisen? Also ich finde natürlich vor dem Spiel immer spannend. Das Spiel hast du ja einmal pro Jahr. Einmal pro Jahr regen wir uns auch drüber auf, dass es El Clasico genannt wird, was wahrscheinlich diesmal, weiß ich nicht, auch wieder irgendwann kommen wird. Und es ist eigentlich ja immer das Gleiche. Eigentlich denkst du, oh, wenn der BVB jetzt auch mal so richtig das Messer zwischen den Zähnen hat und die Bayern schlägt, dann kann es richtig spannend werden. Das passiert ja meistens nicht. Also ich weiß nicht, wie oft ich schon Bayern-BVB geguckt habe, oft auch mit BVB-Fans aus meinem Freundeskreis und hinterher alle trösten musste immer. Meistens muss ich immer alle trösten.
Und für dich übrigens, das möchte ich auch mal einschieben, muss ich mich immer entschuldigen, dass du wieder was vom freien Westen geredet hast. Jetzt muss ich wieder bei meinen BVB-Freunden sagen, ja, so doll hasst ihr euch gar nicht. Oder ich muss mich bei Leuten entschuldigen, die es unmöglich finden, dass du sagst, okay, Kindern rauch ins Gesicht zu blasen. Jede Woche muss ich mich entschuldigen, unfassbar. Das ist wirklich anstrengend. Ja, aber gut. Aber dazu kann ich auch mal kurz erzählen, dass ich mich auch nochmal entschuldigen musste.
Nämlich, in Leverkusen waren die Leute sehr, sehr sauer, weil ich hatte irgendwann, weil es mal wieder Vorfälle im Gästeburg-Club und es ist ja wirklich legendär historisch, dass in Leverkusen die Gästefans sehr, sehr schlecht behandelt werden, mal abgesehen davon, dass ohnehin in der Bayarena die Gästefans in ein ganz kleines Camembert-Stückchen in der Ecke gepresst werden und es wirklich keine nette Auswärtserfahrung ist. Dann hatte ich aber im Kurznachrichtendienst X geschrieben, ja, gästebetreuungstechnisch ist Leverkusen schon immer das Scheiße aus der Liga gewesen. Und sehr, sehr viele Leute in Leverkusen sind sehr, sehr sauer darüber gewesen. Da musst du mich auch entschuldigen. Also der Punkt ist, glaube ich, bei mir ist so, ich habe dann so 180 Ruhrpulse und dann haue ich einen raus und dann muss ich hinterher so, ja, das war auch nicht so gemeint, das habe ich auch irgendwie anders gemeint und eigentlich mag ich den BVB auch. Naja, zumindest beim BVB bin ich ja konsistent in der Sache. Aber was mir auch uns aufgefallen ist, wie...
Rhetorisch dilettierend wahnsinnig viele Funktionäre sind. Also Lars Ricken sich anzuhören vor und nach Bergamo, wo du dachtest, mein lieber Scholli, bildet doch erstmal Hauptsätze und Relativsätze und versuch mal konsistent zu argumentieren. Lukas Quasniok ja auch einen so unfassbaren Auftritt gehabt vor der Presse, wo er den Stimmungs-, nicht Stimmungsboikott oder die ausbleibende Stimmungsmacher auf den Rängen kritisiert hat nach einem medizinischen Notfall im Kölner Stadion und sich auch fünf Minuten um Kopf und Kragen geredet hat. Dann denke ich doch, wahrscheinlich sollten keine Spieler in der Rhetorik-Schulung machen, das ist schon völlig okay, aber so Trainer-Funktionäre sollten doch einigermaßen konsistent argumentieren können, finde ich. Das ist übrigens auch noch ein Thema, das haben wir schon mal angeschnitten, medizinische Notfälle. Ich meine, am Wochenende war es ein tragischer Fall, der FC-Fan ist offenbar verstorben und er ist irgendwo runtergefallen, glaube ich. Das ist also ein eher untypischer Fall, aber ich glaube, wir sind beide auch ein bisschen konsterniert, dass es mittlerweile an jedem zweiten Spieltag einen medizinischen Notfall irgendwo gibt. Das ist eine Sache, die hat man früher alle fünf Jahre mal gehabt und jetzt mittlerweile jedes zweite Spiel hast du irgendwo medizinischen Notfall, wo der Support eingestellt wird und ich frage mich, was genau.
Ist dafür verantwortlich. Warum passiert das jetzt überall? Also ich habe mir jetzt die Statistik nicht angeschaut, aber es sind ja in aller Regel sehr, sehr unterschiedliche Gründe, warum es medizinische Notfälle gibt. Manchmal kann ich es nachvollziehen, also gerade wenn die Behandlung noch im Stadion stattfindet oder direkt hinter der Tribüne. Manchmal denke ich aber auch, da geht es einem schlecht oder gibt es einen medizinischen Notfall, der wird abtransportiert. Dann sehe ich eigentlich nicht so einen wirklichen Grund, warum man nicht einfach weitermachen sollte. Also das passiert ja bei Großveranstaltungen, dass mal einer umkippt. Ich will das jetzt gar nicht bagatellisieren, aber nicht immer ist es ja auch ein Notfall, der dahingehend ausläuft, dass es lebensbedrohlich wird und dass dann sofort für 80 oder 90 Minuten die Stimmung beim Teufel ist, weiß ich nicht. Ist zumindest auch eine neue Entwicklung. Ich weiß nur, dass es schon früher mal so war, dass mal einer mit einem Kreislaufkollaps zusammengeklappt ist oder dass einem schlecht wurde und er rausgetragen werden musste.
Ja, weiß ich nicht. Also unnatürliche Häufung oder möglicherweise achten wir auch mehr drauf, kann es dir gar nicht so genau sagen. Aber ich weiß nicht, hast du diese Darbietung von Lukas Krasnjöck gesehen? Nee, aber ich weiß jetzt schon, wofür ich mir nächste Folge wieder für dich entschuldigen muss. Also ich kann das mal kurz repetieren. Er hat gesagt, ja, wenn ich jetzt über die ausbleibende Unterstützung sinngemäß jetzt reden würde, dann müsste ich auch zwölf Minuten reden. Da würden zwölf Minuten nicht ausreichen, wie Vincent Compagnie sie zum Thema Rassismus gebraucht hat. Wo alle dachten, warum bringt er eigentlich sein Geplapper mit dem Vortrag von Vincent Compagnie, der ja sehr, sehr durchdacht war, sehr, sehr stringent war zusammen. Da vergleicht er wirklich Äpfel mit Birnen. Und dann habe ich wieder gedacht, meine Jüte, was für eine peinliche Jockelei das ist. Warum hält er nicht einfach die Klappe, warum redet er nicht einfach über das Spiel oder über Sachen, über die er irgendwas zu sagen hat und von denen er sich sagen könnte, dass er sich da auskennt. Das ist hochnotpeinlich. Dann denke ich auch, wenn du da als Journalist sitzt und dieses ganze Geplapper hörst, wie peinlich das ist, überhaupt in diesem Raum dann zu sein und sich das anzuhören und nicht dieses Bedürfnis nachzugehen, das permanent zu unterbrechen und sagen, jetzt reden Sie mal wieder von Sachen, von denen Sie was verstehen. Also das war kein gutes Zeugnis für den Kölner Trainer. Philipp, ich glaube, er ist einfach genau wie du. Er haut Sachen raus und dann hinterher sind Sie draußen.
Ihr seid Brüder im Geist, es ist einfach genau das Gleiche. Genau das Gleiche. Jetzt bekommt das auch einen Unterton, mein Lieber. Ganz schwierig, ganz schwierig. Wenn Frimpong Timmerenke heute da wäre, liebe Freunde, aber er ist ja auf dem Spesenritterurlaub in Thailand oder hat einen Arzttermin, ich weiß es nicht genau, auf jeden Fall ist er nicht da, er könnte dich jetzt korrigieren. Ich und Lukas Quasenjörg. Wir Brüder im Geiste, das ist hart. Das ist hart, lieber Arndt. Wir müssen, glaube ich, das Champions-League-Thema noch ein bisschen abrunden, indem wir noch wirklich Budo Glimt nochmal loben, die insgesamt mit 5 zu 2 gegen Inter gewonnen haben in beiden Spielen. Also nicht nur das Hinspiel, sondern dann auch noch das Rückspiel. Und die jetzt hintereinander Atletico Madrid, Manchester City und zweimal Inter geschlagen haben. Als erste Mannschaft aus den nicht Top-5-Ligen im Achtelfinale der Champions League sind erst 2018 aufgestiegen, also vor acht Jahren in Norwegen und seitdem aber viermal Meister gewesen. Also es ist ein Verein, wo Erstaunliches passiert. Ja und sie werden jetzt auch zugeworfen mit Geld, darf man nicht vergessen, 11 Millionen Euro wird es geben oder 10 Millionen Euro dafür, dass sie weitergekommen sind in der Champions League. Man gratuliert ihnen natürlich und ist wahnsinnig gerührt über so einen ganz, ganz kleinen Verein, der aber auch viele Fans mit in San Siro nach Mailand genommen hat und es war blitzsauber rausgespielt. Man merkte richtig, unter welcher Favoritenbürde und unter welcher Last Inter Mailand stand, die auch wirklich nicht gut gespielt haben, die es unendlich viele Versuche brauchten, um den Ball wenigstens einmal im Tor unterzubringen. Und es ist ja eine sehr, sehr rührende Geschichte, weil die ja auch aus dem Norden Norwegens kommen.
1975 sind sie das erste Mal norwegischer Pokalsieger geworden. Und eine der eher weniger erzählten Geschichten ist ja, dass die bis 1975 oder bis in die 70er Jahre die Klubs aus Norden-Norwegen noch nicht mal am nationalen Liga-Betrieb teilgenommen haben, Zumindest nicht am Erstligabetrieb, weil sie einfach zu schlecht waren. Und in diesen letzten 50 Jahren hat sich nicht nur der Fußball in Nordnorwegen sehr, sehr entwickelt, sondern eben auch bei Baudu glimmt.
Man fragt sich immer so, wie das dann so weitergeht. Wahrscheinlich wird dann jetzt genau Schluss sein. Wahrscheinlich hört dieses Märchen jetzt auch irgendwann auf. Aber es ist einfach auch so schön zu sehen, wie die sich freuen. Es ist schön zu sehen, wie eng die Verbindung zwischen den Spielern und den Fans ist. Die spielen ja auch in einem kleinen Stadion, haben glaube ich ein Etat, wo hierzulande so ein mittelmäßiger Zweitligist sagen würde, ja, da können wir noch ein bisschen was draufpacken. Also das ist ein modernes Fußballmärchen.
Es gab übrigens noch bei Juventus gegen Galatasaray eine Szene, wenn ich mit dir reden möchte. Und zwar gab es da... Ja, eine rote Karte für Kelly von Juventus. Ich weiß nicht, ob du es gesehen hast, das war erst eine gelbrote Karte. Und dann hat er sich es angeguckt und eine rote Karte gegeben. Und ich glaube, die Entscheidung ist nach dem, was wir jetzt so an Entscheidungen sehen, ist die okay gewesen. Aber ich finde immer psychologisch interessant, der wusste also, er hat eine gelbrote Karte, Kelly. Und er muss vom Platz. Und dann kommt der Schiedsrichter und guckt sich das nochmal an und gibt ihm dann glattrot. Und der ist aus allen Wolken gefallen, dass er jetzt eine glattrote Karte kriegt. Das heißt, es war irgendwie von vornherein klar, er darf nicht mehr mitspielen. Und dann war klar, okay, er darf jetzt aber sogar mit einer roten Karte nicht mehr mitspielen, was für ihn in dem Moment, in dem Spiel ja nichts ändert und trotzdem war er völlig von den Socken, dass es jetzt aus gelb, rot und rote gemacht worden ist, was wie gesagt im Effekt nichts ändert und ich finde immer diese Momente, die sieht man relativ häufig. Dass ein Schiedsrichter eine gelb-rote Karte kriegt, der weiß selbst ja, dass er schon eine gelbe hat. Und der Schiedsrichter nestelt ungefähr vier Minuten an der Tasche. Du weißt ganz genau, da kommt jetzt eine Karte raus und wird eine rote sein. Und trotzdem sind die Spieler immer erstaunt. Dann sehen sie, gucken sie mal nach oben und sehen völlig unglaublich diese rote Karte an. Obwohl sie vorher schon vier Minuten wissen, okay, der Schiedsrichter holt da jetzt keinen Schokoriegel raus, sondern es wird die rote Karte sein. Finde ich ganz komisch. Das siehst du ganz oft. Ja, und diese Amateurpantomime, die hast du so häufig. Und sie schaffen es ja auch immer wieder. Das gibt es doch gar nicht. Das ist ungefähr so wie bei so einem Kindertheater, wenn das Kasperlo um die Ecke kommt. Ich? Ach so, ich? Oder was?
Das letzte Mal, dass ich jemanden so erstaunt habe gesehen, war Bernd Stromberg, als er die Gesamtleitung angetragen bekommen hat. Also das ist erstaunlich und gleichzeitig wird es den Leuten aber auch immer wieder abgenommen. Er kann es gar nicht fassen und geht da gestikulieren vom Platz und du weißt schon, er kriegt die rote Karte. Und der Schiedsrichter, wie gesagt, deutet es schon an. Aber da kommen wir natürlich auch ganz elegant noch einmal kurz auf das Thema VAR, weil es sehr, sehr viele Zuschriften gab, nachdem wir in der letzten Ausgabe mal wieder jede Menge gewettert hatten. Und wir versprechen auch, dass wir demnächst mal eine ganze Menge Folgen machen werden, indem wir uns möglicherweise nur noch sehr, sehr gelassen über den VAR, über den Videobeweis auslassen. Aber da wurde dir zum Beispiel vorgeworfen in den Zuschriften. Ich erzähle das nur mal so. Das soll doch auch endlich mal. Ja, du sollst endlich auch mal klare Positionen beziehen. Im Gegensatz zu mir, der immer klare Position bezieht, der sich nicht wegduckt. Lieber Arndt, wie stehst du denn zum Videobeweis? Ich bin seit meinem zwölften Lebensjahr gefühlt gegen den Videobeweis und habe das auch in jeder Folge geblickt durch. Ich verstehe gar nicht, wie man zum Ergebnis kommen könnte, ich sei gar nicht kritisch. Ich möchte genau, ich soll doch endlich auch mal sagen, schaff den ganzen Bums wieder ab, so wie du das wenigstens sagst, hier klare Kante. Ja, schaff den ganzen Bums wieder ab, sage ich seit acht Jahren.
Ja. Und dann kommen wir aber wieder, wir wollen das Thema jetzt wirklich mal nicht vertiefen. Ich finde, es tut uns wirklich gut, mal ein paar Folgen gar nicht über den VR zu reden, obwohl das Schwierige ist ja, er gibt uns ja immer wieder neuen Stoff. Wir lassen das jetzt einfach mal, wir versuchen das mal, wirklich. Es kommen dann immer die gleichen Sachen, es kommt dann immer, ja, abschaffen kann man den jetzt nicht mehr und ihr wollt doch mehr Gerechtigkeit und dann heult ihr doch auch wieder rum, wenn ihr irgendwann mal ein Spiel ohne VR habt. Nee, das tun wir ja eben nicht. Das haben wir noch nie getan. Wir haben noch nie in irgendeinem Spiel bedauert, ah, Mist, kein VR, das ist aber ungerecht, sondern nee. Wir haben dann beide eine ganz klare Haltung und da sind wir wirklich, das ist die einzige Sache, wo wir uns völlig einig sind, glaube ich.
So ist das nämlich. Und man darf ja auch mal feststellen, nachdem wir in der letzten Ausgabe, finde ich, sehr, sehr sinnig und sehr, sehr stichhaltig über die Challenges gesprochen haben und gesagt haben, warum das keine gute Idee ist. Und dann gab es jetzt 50 Zuschriften und 50 Zuschriften, in denen gesagt wird, die Challenges, das funktioniert im Feldhockey und beim Hallenhalmer, aber super. Und deswegen muss das auch bei uns eingeführt werden. Und warum wir denn so inkonsistent sind. Und ich finde, also meine Haltung ist ja eh ganz klar, ich will überhaupt gar nichts von all dem und das auch schon seit 1977, ich will irgendwie keinen Kölner Keller und keine Frankfurter Etage und keine Challenges, keine Reviews, keine anschließenden Rechtfertigungen, dann will ich keine achtmal modifizierte Handspielregelung, über die wir auch schon so oft gesprochen haben, keine wartenden Schiedsrichter, kein vergeblich jubeles Publikum, ich will auch keinen Alex Feuerherd, der mir dann alles hinterher nochmal erklärt, ich will keinen Knut Kircher und keinen Kut Knircher und ich will überhaupt gar nichts. Gar nichts, gar nichts von dem, aber der Punkt ist eben auch, wenn wir gerade da sind und wir regen uns nochmal auf, dann regen wir uns natürlich auch über faktische Entscheidungen auf, so ist es halt, aber ganz prinzipiell wären wir beide überhaupt nicht glücklich, wenn das alles wäre wieder wie, keine Ahnung, 82 oder 83, wo ein Wolf-Dieter Ahlenfelder nach 35 Minuten abpfeift, auch okay, auch gut, so, ne, und deswegen.
Also ich sag mal so, ich bin ja mit sehr, sehr vielen Sachen, seh ich anders, manche Sachen seh ich genauso und in dieser Sache möchte man sagen, passt kein Blatt Papier zwischen uns beiden. Ja, aber ich will noch mal eine klare Sache, weil mir da auch widersprochen worden ist. Ich habe ja gesagt, du kannst auch keine unterschiedlichen Sportarten miteinander vergleichen. Du kannst nicht eine Tradition des Fußballs mit der von Feldhockey in den USA vergleichen oder mit sonst irgendwas. Und die Stimmung, es ist doch wirklich, guck dir doch Handball an. Da rotzen die Spieler nicht auf dem Boden. Da gibt es auch keine Diskussion um Entscheidungen. Da wird der Freiwurf ausgeführt und so weiter. Ja, weil das sich da ganz anders etabliert hat über Jahre. Und du wirst es im Fußball auch nicht ändern, dass der Fußball da in irgendeiner Form anders gefühlt wird als andere Sportarten. oder genauso gefühlt wird. Das ist ganz anders. Du kannst Fußball nicht mit einer Sportart vergleichen, wo die Zeit gestoppt wird zum Beispiel. Allein das schon ist ein Riesenunterschied. Du kannst Fußball nicht mit einer Sportart vergleichen, wo die Zuschauer eine ganz andere Rolle spielen und ganz anders eingreifen und mit. Michael Ballack zu reden, der Fan ist nicht nur Zuschauer, er ist Teil des Spiels.
Siehst du doch auch so, oder? Dass man unterschiedliche Sportarten miteinander vergleicht, immer verkehrt. Das haut nie hin. Ja, jedes Mal, deswegen gucke ich, wenn Handball-WM ist oder Eishockey-WM, toll, wie die miteinander umgehen. Das sind noch richtige Kerle, da sollen sich die Fußballer mal eine Scheibe abschneiden. Und schau mal, wie die sich vor dem Spiel gegenseitig den Ball zu werfen, das müsste es im Fußball auch geben.
Fußball ist Fußball, Football ist Football, Handball ist Handball und der Videobeweis ist kein Videobeweis, weil, wie ist es, was es schon heißt, Zitronenfall, da falten auch keine Zitronen. So, Punkt. Ja, ja, ja, absolut.
Jetzt müssen wir aber nochmal kurz über Vincent Compagnie reden und seine Ausführungen am letzten Wochenende zum Thema Rassismus, zum großen Skandal um Vinicius Junior und die rassistischen Beleidigungen, die er seitens eines Benfica-Spielers erleiden musste. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Es gab ja ganz, ganz viel Resonanz. Die Gazetten waren voll, die Online-Dienste alles voll. Historische Rede, epochale Rede, eine Ansprache, die unseren Blick auf Rassismus im Fußball ändern wird. Das war eine Einzige von vielen Schlagzeilen. Und jetzt stelle ich fest, dass Mitte der Woche das Thema wieder komplett aus den Schlagzeilen verschwunden ist. Und was bleiben wird, ist glaube ich so die diffuse Erinnerung daran, dass Kompanie sich gegen Rassismus positioniert hat. Ich würde mit dir gerne nochmal einmal kurz drüber reden, was eigentlich passieren müsste, damit wir anders über Rassismus reden. Wir haben ja beide schon in der letzten Folge mal drüber gesprochen, wie schwierig das ist, das dann auf dem Spielfeld zu handeln. Also die Beweisführung, wer ist schuldig, wer ist wie schuldig, muss man ganz prinzipiell einfach immer dem beleidigten Spieler glauben. Ich würde prinzipiell sagen ja, weil es gar keinen Grund gibt, das überhaupt sonst zu thematisieren. Aber es ist nun mal so, und ich glaube, das ist eigentlich eine Problematik, über die wir viel zu wenig geredet haben, dass ansonsten, jenseits von rassistischen Beleidigungen, alles an Trashtalk auf dem Spielfeld erlaubt ist. Also alles an Beschimpfungen, an Beleidigungen, homophobe Beleidigungen, sexistische Sprüche, was auch immer.
Nichts wird auch nur ansatzweise dazu führen, dass ein Spiel abgebrochen wird.
Du kannst dich noch erinnern an 2007, als Roman Weidenfeller mal einer Sperre entgangen ist, weil er behauptet hat, dass er zu Gerard Asamoah nicht schwarzes Schwein, sondern schwule Sau gesagt hat. Da hat sich doch absolut gar nichts verändert. Also selbst hier als der... Schwede Edwards. War das wirklich so? War das wirklich so? Das müssen wir mal überprüfen, ob das wirklich so war. Das war ziemlich sicher so, das stand sogar in der Bild-Zeitung, was natürlich ein toller Beleg dafür ist, das stimmt. Jedenfalls, selbst als Edwards von den Go-ahead-Eagles sich über die Nase von Angelo Stiller lustig gemacht hat, bei dem Spiel gegen den VfB Stuttgart, gab es ein bisschen öffentliche Aufregung, keine Sperre, nichts außer symbolischen 500 Euro Geldstrafe vom Verein. Also die Frage ist doch auch so ein bisschen, kommen wir da raus aus dieser ganzen Falle, wenn alles erlaubt ist, außer Rassismus? Ich glaube, wir sind ja in einem ganz schwierigen Spannungsfeld. Also, wenn du jetzt die Stiller-Geschichte nochmal erwähnst, ich finde ja grundsätzlich gut, wenn ein Verein, also der quasi in Anführungsstrichen schuldige Verein, klar benennt, nee, wir wollen nicht, dass unsere Spieler sich so benehmen. Wir haben da einen anderen Ehrenkodex, wir haben da eine andere Wertevorstellung und wir finden das, ganz oft wird aber reflexartig der eigene Spieler in Schutz genommen und gesagt, ja, das hat er so ja bestimmt gar nicht gesagt. Also, seinen Mannschaftskameraden haben das ja auch alle nicht gehört.
Also, diese halbherzigen Verteidigungsreden finde ich immer so unangenehm, auch gerade bei Rassismusvorwürfen. Wir können ja ruhig mal bei Vinicius bleiben als Beispiel. Da hat es ja ganz oft auch so eine, also erstens Mourinho hat ja wirklich eine sehr unrühmliche Rolle gespielt und zweitens hat es aber generell auch so Leute gegeben, die gesagt haben, na, der hat es gerade nötig, das ist ja auch ein Arschloch, der soll sich doch gar nicht so beschweren. Und das ist eben aber ein Unterschied, ob ich sage, er ist ein Arschloch, das darf ich glaube ich sagen, oder ob ich sage, er ist seine Hautfarbe wegen ein Arschloch und das ist ja letztendlich das, was bei Rassismus dann oft mitschwingt. Natürlich darf man jeden Spieler, darf man menschlich geringschätzen, aber eben nicht seine Hautfarbe wegen. Und wenn, sobald das ins Spiel kommt, musst du reagieren und du hast völlig recht, es ist ja eine große Ratlosigkeit. Also sobald sowas passiert, wissen ja viele Vereine nicht, gehen wir jetzt vom Platz, was passiert, wenn wir vom Platz gehen, die Verbände eiern dann auch rum und wissen dann auch nicht, welche Mannschaft sie genau bestrafen sollen, ob sie die bestrafen, von der der Vorfall mutmaßlich ausgegangen ist oder die Mannschaft bestrafen, die vom Platz gegangen ist, dann kommt immer, das ist nicht die Sache des Vereins, einfach vom Platz zu gehen, das muss der Verband regeln. Ich finde, wir müssen mal, und vielleicht ist da auch Companies Rede ein guter Anlass, es muss mal so eine Art Anlass.
Ein Regelwerk dafür geben, wie genau mit sowas umzugehen ist, dass man nicht jedes Mal wieder bei Null anfangen muss zu überlegen, oh, Rassismus, möglicherweise, wir wissen aber nicht genau, was passiert ist, aber wir müssen jetzt mal überlegen, was können wir denn jetzt mal tun? Es wird jedes Mal überlegt, was können wir denn jetzt mal tun? Und jedes Mal wird bei Null wieder angefangen gefühlt. Es gibt natürlich, glaube ich, diese Ansage, wie ein Schiedsrichter im Stadion reagieren soll, wenn er es eindeutig mitbekommen hat. In der Natur der Sache liegt, dass der Schiedsrichter es meistens eben nicht mitbekommen hat. So doof ist ja keiner, dass man es dem Schiedsrichter direkt durch die Nase reibt. Ich finde, es muss ganz klare Regeln geben, ganz klare Umgangsweisen. Und ich möchte auch mal mit dir jetzt vielleicht noch mal ganz kurz sammeln, die Sachen, die wirklich abartig sind und die echt nervig sind, dass wirklich Fans sagen, naja, das kann er sich ja auch ausgedacht haben.
Niemand mit dunkler Hautfarbe oder der in irgendeiner Form diskriminiert wird, hat großen Spaß daran, sich eine Diskriminierung auszudenken und dafür dann durch die Öffentlichkeit gezogen zu werden.
Ich glaube, das kann sich keiner von den weniger benachteiligten Menschen vorstellen, wie das ist, wie sich das anfühlt, wie sich struktureller Rassismus auch anfühlt. Ich will diese Ausreden einfach nicht mehr hören. Nee, die Ausreden will ich auch nicht mehr hören. Ein Punkt nochmal, der mir irgendwie so wichtig ist, ist, dass wir natürlich ansonsten alles erlauben. Also Fakt ist ja, dass es beispielsweise homophobe Beleidigungen auf dem Spielfeld noch und nöcher gibt, die einfach wegignoriert werden, weil die sagen, das geht mich ja nichts an. Wir haben auch rassistische Beleidigungen, die es auf dem Spielfeld gibt, die nicht zur Anzeige gebracht werden, weil das natürlich auch ein Problem ist. Also wenn wir alles erlauben, sagen, sonst kannst du jeden Trash-Talk machen, du kannst die Leute wegen, keine Ahnung, wegen der Nasenform, wegen vermuteter sexueller Orientierung, wegen einem nachziehenden Beinen, was auch immer, die kannst du die ganze Zeit attackieren. Aber was du nicht machen darfst, ist Rassismus.
Dann, glaube ich, kommen wir aus dieser Falle deswegen nicht raus, weil du natürlich deinen Rassismus als den größtmöglichen Tabubruch siehst und als schwerstmögliches Vergehen auf dem Spielfeld. Und dann gibt es einen Mechanismus, der total schwierig ist, der bei diesem Spiel Real gegen Benfica gut zu beobachten war, da wird dann sofort nach stichhaltigen Beweisen verlangt. Wenn die nicht vorliegen, weil der Spieler sein Trikot über den Mund gezogen hat, wird die Beleidigung sofort angezweifelt. Und dann ist schon, finde ich, die Frage, wenn auf dem Feld nicht geklärt werden kann, was passiert ist, wie kann ein Prozedere dann aussehen, also was du sagst. Und zweitens finde ich es auch ein Problem, dass der Spieler, der beleidigt wurde, sofort in die Rolle des Anklägers gerät. Also im Extremfall gilt er ja plötzlich als derjenige, wegen dem ein Spiel abgebrochen wird. und viele Spieler wissen das ja und sagen deswegen, ey, ich ignoriere das einfach, weil ich nicht so in die Öffentlichkeit möchte. Und wenn es dann passiert, hast du ja trotzdem die Situation.
Dass ein Jose Mourinho sagt, ja, der Eusebio damals, der ist auch ein schwarzer Spieler gewesen und der ist ja in Lissabon super beliebt gewesen, was ja auch nicht stimmt historisch, was wir wissen. Insofern finde ich, braucht es, glaube ich, prinzipiell eine größere Sensibilität auch bei anderen Beleidigungen, meiner Meinung nach. Also, dass du sagst, alles ist erlaubt, nur Rassismus nicht. Ja, das ist ganz wichtig. Misogynie generell, Sexismus, Body-Shaming, das fällt ja in ganz vielen Bereichen an. Du kannst doch einen Spieler niveauvoll beleidigen. Aber es gibt eben Grenzen und die muss es weitergeben. Und natürlich ist es auch so, dass das Ganze gerade von Fanseite auch scheinheilig ist. Also wenn ich mir angucke, was unter jedem Vereinspost nach Niederlagen, ganz egal, ob das erste oder zweite oder dritte Liga los ist, wiederum beleidigt wird, wie alle als Nieten und Idioten und Versager geframed werden, Und dann gleichzeitig aber auch mögliche Sensibilität eingefordert wird, wenn es mal um den Spieler der eigenen Mannschaft angeht, ist es natürlich auch so, dass viele Anhänger, zumindest die ganzen Kugelschreiber-Hooligans, die es da so gibt und Tastatur-Hooligans, dass die sich ja möglicherweise fragen, welche Rolle sie da selber spielen. Ich will nur sagen, und ich glaube, da sind wir uns auch einig, es braucht ein klares Prozedere und es braucht aber auch, glaube ich, prinzipiell ein Bewusstsein dafür, dass... Auf dem Spielfeld nicht alles erlaubt ist und das, was inzwischen sehr, sehr beschönigend unter Trashtalk läuft oder ich verunsichere mal meinen Gegenspieler.
Da können manche Spieler sagen, mir ist das egal, andere Spielern macht es offenbar ja auch was aus, aber da jetzt so zu tun, als ob rassistische Beleidigung das Einzige ist, wo nichts geht und ansonsten ist alles möglich, finde ich dann auch ein bisschen schwierig. Ja, wo wir gerade bei bösen Menschen sind. Vielleicht können wir an der Stelle mal einspielen, das habe ich auch in unserer Gruppe gepostet, den sehr, sehr wütenden Werder-Fan, der durch seine Trikotsammlung geht, Dann sind wir da nämlich beim nächsten Thema. Wir hören uns das einfach mal an. Wollt ihr mal sehen, seit wann ich fern bin von dieser Müllmannschaft?
Seit wann ich mich verarschen lasse von dieser Müllmannschaft? Wollt ihr sehen oder nicht? Wie viel Geld ich in meinem Leben ein Kind, ein Kind habt ihr verarscht? Guck mal, es hört nicht aus. Von jedem Jahr zwei Trikots und das dreimal. Drei Trikots zweimal. Jedes Jahr, jedes Jahr, jedes Jahr, jedes Jahr, jedes Jahr. jedes Jahr. Was ihr lieben Hörer nicht sehen könnt, ist, wie der Kollege mit seinen spitzen Fingern durch die Trikots geht und sagt, hier verarscht, da verarscht, da bin ich ja noch verarscht worden. Und es sind sehr, sehr viele Trikots. Es ist auch unter anderem, was ich lustig finde, das Trikot der meiste Saison dabei, wo er auch sagt, der Duel-Duel-Siegersaison ist auch schon verarscht worden. Der Duel-Duel-Siegersaison ist auch schon verarscht worden. Ich bin verarscht worden, ich bin verarscht worden. Also ich sag mal so, niemand auf der Welt ist jemals so verarscht worden wie dieser Anhänger eines Vereins, der durchaus einige in den letzten Jahrzehnten hatte. Und Arndt, du hast dich auch verarschen lassen in den letzten Jahrzehnten.
Fällt es dir jetzt wie Schuppen aus den Haaren? Ja, nein, also man muss dazu sagen, es sind auch alles Trikots angeblich aus seiner Kindheit, aber alles Erwachsenengrößen. Also er fächert dadurch Trikots und er ist immer verarscht worden. Und wie gesagt, auch Dubelsiegersaison und auch Champions League Jahre und Diegos Trikot und so weiter immer verarscht worden. Ja, auch da möchte ich auf eine Mail kommen von einem Leser, ich glaube, er hieß Mike, der mir vorgeworfen hat, ich soll doch endlich mal kritisch sein mit Werder und das ist doch nicht mehr zu ertragen, wie unkritisch ich bin. Und ich soll doch endlich mal meine Meinung sagen und das geht doch so gar nicht weiter. Und da sind wir wieder bei einem Phänomen, über das wir reden wollen, denn ich glaube, er meint... Ich soll endlich auch mal rollende Köpfe fordern, soll ich endlich mal. Ich bin doch immer viel zu nett, weil der Verein mir so nahe ist. Und ich bin ja zwar vielleicht nicht direkt Angestellter, aber ich darf doch bestimmt gar nicht meine Meinung sagen. Ich sage jetzt mal meine Meinung. Es ist eine Kack-Saison. Es ist eine Kack-Saison und es war ein völlig niederschmetterndes Spiel von Werder auf St. Pauli am Wochenende. Und sie haben richtig schlecht gespielt. Sie haben gut begonnen, aber dann richtig schlecht gespielt. Und es ist ganz, ganz bitter, sowas anzuschauen als Fan. Und es ist ganz, ganz bitter, eine solche Mist-Saison zu haben, in der du letzte Saison noch Achter warst und jetzt bist du 17. Und stehst mit dem Rücken zur Wand und hast 13 Spiele nicht gewonnen. Und das ist absolute Kacke, das anzugucken. Und es macht keinen Spaß. Und es ist enttäuschend, anzugucken, wie schlecht eigentlich gute Spieler, die das durchaus schon bewiesen haben, dass sie gut in der Bundesliga spielen können, wie schlecht die im Moment spielen, das niederschmettern. Das macht überhaupt keinen Spaß. Aber, und jetzt möchte ich mit dir auch gerne wieder darüber diskutieren.
Ich verstehe eben nicht diese Bestrafungslust. Ich verstehe nicht, dass du nach einem schlechten Spiel gegen St. Pauli mit manchen Leuten darüber diskutieren sollst, ob Clemens Fritz weg muss. Das ist überhaupt nicht mein Thema, wenn Werder gerade gegen St. Pauli verloren hat, jetzt gegen Heidenheim spielt und die Spieler schlecht gespielt haben auf dem Platz und ich auf die Spieler sauer bin, weil ich denke, ey Leute, ich mag, ich liebe euch alle, ihr habt alle mir schon wunderschöne Momente geschenkt, aber ihr habt richtig schlecht gespielt. Das ist ganz schwer anzugucken. Und es ist aber immer so, dass Kritik gleichgesetzt wird mit Menschen müssen ihren Job verlieren und Menschen müssen öffentlich abgeurteilt werden. Das betrifft im Übrigen nicht nur Trainer und Sportdirektor, sondern das betrifft auch, manche Leute picken sich auch immer einzelne Spieler raus, das kennst du bestimmt auch, dass immer einzelne Spieler schuld sein müssen. Die ganze Mannschaft spielt Grütze, aber der eine Spieler, der war besonders schlecht, obwohl das meistens gar nicht war.
Also es ist so diese Sehnsucht als Fan, besser mit einer Niederlage umgehen zu können, wenn man öffentlich Menschen dafür bestrafen kann, wie schlimm das ist und wie sehr sie dich, und da sind wir bei dem schon gehörten Fan, wie sehr sie dich jetzt das ganze Spiel schon wieder verarscht haben. Ja, und man darf ja auch nicht vergessen, dass teilweise dann die Wut der Leute auch dann Spieler trifft, die bisher auch als Juwele, als Supertalente gehalten. Der arme Torhüter Mio Backhaus oder Heiner, wie ich ihn nenne, der daneben gegriffen hat und leider Gottes einen Ball hat passieren lassen, den du normalerweise und 150 Mal im Training hältst und natürlich auch im Spiel hältst. Da stehst du natürlich auch als Trainer da und denkst, why, warum passiert uns das gerade? Aber dann jetzt so zu tun, als ob der absichtlich diesen Ball durchgelassen hat oder ob der eine totale Dilettante ist, eine totale Fliegenfänger, ist ja auch so kurzsichtig und es vor allen Dingen zerrüttet ja auch so die Beziehung zwischen Spielern und Fans. Wenn du sagst, willst du jetzt die restlichen 13 Spiele oder 24 oder 44 Spiele, die da jetzt noch bei Werder Bremen spielt, willst du den jetzt die ganze Zeit irgendwie verachten, willst du sagen, das ist keiner mehr, der das W auf dem Trikot tragen darf, das Wappen, das ist ja alles so kurzsichtig. Also, ich sag's mal so, die.
Die Abstiegsverhinderungswahrscheinlichkeit, die steigt garantiert nicht dadurch, dass du die Mannschaft in Senkel stellst. Pass auf, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich weiß nicht, ob du die Szenen gesehen hast. Die Spieler sind dann am Mellantor nach der Niederlage in Richtung Fankurve gegangen und sind dann von einem, ich sag mal jetzt verantwortlichen, sicher nicht das falsche Wort, aber von einem Sprecher der Fanszene, sind sie in meinen Augen sehr besonnen davon abgehalten worden, in die Kurve zu gehen. Also der hat die nicht beschimpft, sondern der ist auf die zugegangen und gesagt, nee komm, geh mal nicht in die Kurve. Wie findest du das? Ich sag's mal so, wenn das Ganze nicht so wirkt, als ob Lehrer Lempel dann zu seinen Schülern kommt und sagt, ihr dürft heute nicht in die Kurve, weil ihr es nicht verdient habt. Das finde ich dann problematisch. Ich hab die Szene auch gesehen und ich fand, es war eigentlich vernünftig. Es war nicht herrisch. Es hatte jetzt keine, wir bestimmen über eure Laune oder über das, was ihr macht, Geste. Das fand ich dann als Kommunikation sehr okay.
Prinzipiell fremdlich, aber auch ein ganz kleines bisschen mit diesen Ritualen vor der Kurve. Also, dass immer in die Kurve gegangen werden muss und nochmal fünf Minuten lang die Arme hochgerissen werden muss bei Siegen und entschuldigend und bedröppelt geguckt werden muss bei Niederlagen als Respektsbezeugung. Ich finde ohnehin, dass es inzwischen unendlich viele hinterfragenswerte Riten im Fußball gibt. Das fängt so an bei, ich trete nicht auf das Wappen des gastgebenden Klubs. Oft liegen ja irgendwelche komischen Plastikmatten mit dem jeweiligen Wappen. Das ist immer respektvoll außen rumgegangen wird. Ich meine, dann legst du nicht auf den Boden, wenn niemand drüber gehen soll. Oder auch dieses, er hat mir den Handschlag verweigert. Meine Güte, weißt du, da ist ein Trainer sauer und dann schüttelst du dir halt hinterher die Hand. Du musst dir nicht immer vor der Kamera die Handschülle und sagen, good game, wunderbar gespielt, Respekt für eure Leistung und so weiter, Jesus Christ. Also, dass dann immer so getan wird, als ob so präsidiale Etikette bei einem diplomatischen Empfang verletzt worden ist, finde ich auch immer übertrieben. Und dann eben auch diese psychologische Deutung von Spieler stehen vor der Kurve betröppelt rum. Das würde ich mir einfach ersparen. Du hast verloren, dann gehst du einfach in die Kabine, blöd gelaufen. Du musst dich bei den Fans bedanken. Ich fand es diesmal gut, aber ganz prinzipiell bin ich ohnehin der Meinung, muss nicht immer als Ritual sein, dass du als Spieler vor der Kurve stehst. Und ich muss jetzt aber doch nochmal den Spielerversteher auch mimen, denn es ist wirklich so, ich finde eben verfehlt, wenn du den Spielern wirklich die Zuneigung entziehst und ihnen sagst, Leute, ihr seid für uns jetzt der letzte Dreck, wir wollen euch bei uns nicht in der Kurve haben, Werder spielt jetzt zu Hause als 17. gegen den 18. Heidenheim.
Man will, glaube ich, als Fan auch eine Nähe zu den Spielern eigentlich haben. Man will ja eigentlich, dass die Spieler das nächste Mal wieder gerne in die Kurve kommen und man sie feiern kann, weil man gerade so einen Schulterschluss geübt hat und die Spieler jetzt wieder besser gespielt hat. Man will der zwölfte Mann sein, man will die Spieler auch antreiben. Und es ist halt wirklich, du hast jetzt bei Werder seit 13 Spielen nicht gewonnen. Wie willst du denn da auf dem Platz stehen, wenn du wirklich, du gehst doch nicht mit breiter Brust auf den Platz. Es muss doch jeder mit einem Fünkchen Empathie nachvollziehen können. Dass du da nicht deine beste Leistung bringst, wenn du dann auf den Platz gehst und du bist eh schon unter Druck und du wirst von allen Seiten befeuert und deine eigenen Fans sagen jetzt schon, wir wollen mit dir nichts mehr zu tun haben nach dem Spiel. Es geht doch nur zusammen. Du musst doch wirklich eine solche Situation im Sinne von Fankultur lösen, indem du sagst, Leute, Fankultur ist aber eigentlich auch, dass man auch schwere Phasen durchsteht und dass man bei schweren Phasen nicht der Mannschaft die Unterstützung entsagt. Und es ist doch wirklich die Vereine, die am, ich sage das immer wieder gerne, die am meisten aus sich machen, sind die Vereine, die eben solche Phasen bewältigen, indem sie wirklich zusammen funktionieren, indem wirklich die Fans den Spielern auch zeigen, Leute, wir wissen, dass es gerade richtig schwer ist für euch und wir sind auch angepisst, weil wir haben gerade wieder eine Auswärtsfahrt angetreten, fahren jetzt wieder nach der Niederlage nach Hause und es geht schon seit dem letzten Oktober so gefühlt.
Aber wir gehören jetzt irgendwie zusammen. Wir sind eure Fans, ihr seid unsere Spieler und wir müssen das gemeinsam lösen. Wir sind sauer, ihr seid auch sauer auf euch. Ihr seid vielleicht sogar auch sauer auf uns, weil unsere Unterstützung jetzt gerade nicht so gut war. Aber ey, jetzt kommt ein ganz wichtiges Spiel und jetzt muss es wieder bei Null losgehen. Es muss bei jedem Spiel wieder bei Null losgehen im Idealfall. Ja, und es gibt auch meiner Meinung nach eine ungesunde Verklärung von Aggression. Also ich kann mich noch erinnern, als Amina Bielefeld in die erste Liga aufgestiegen ist, in dieser unsilligen Corona-Zeit. Dann gab es eine erste Bundesliga-Saison, wo sie die Klasse gehalten haben und in der zweiten Saison ging es dann runter.
Und dann war das ganze Jahr über, natürlich auch weil die Leute wieder dankbar waren im Stadion, eine sehr friedfertige Atmosphäre auf der Alm. Also die Leute haben sogar noch in den letzten Spielen, da wurde Stefan Ortega verabschiedet und prinzipiell herrschte so eine Stimmung, dass alle Leute trotz allem die Mannschaft gefeiert haben. Es gab kein einziges Spiel, in dem laut gepfiffen wurde, obwohl die Mannschaft nicht gut gespielt hat, obwohl da Leute drin waren, von denen du wusstest, die können besser spielen. Und ich will nicht wieder Robin Hack erwähnen, aber auf jeden Fall war es so, dass es eine ganze Menge gute Stimmung gab auf der Bielefeld-Alm und hinterher wurde dann unter anderem auch als Grund für den Abstieg genannt, das war alles zu friedlich. Das war nicht aggressiv genug. Da waren die Leute nicht so fordernd gegenüber den Spielern, wie es hätte sein können. Da gab es eine zu große Wohlfühlatmosphäre. Und dann denke ich immer so.
Ich glaube das einfach nicht. Ich glaube nicht, dass Spieler durch mehr Aggressionen, durch mehr Feindseligkeit auf den Rängen auch nur ansatzweise mehr laufen, sicherer am Ball sind, mehr Motivation haben. Denen muss mal Beine gemacht werden, die brauchen einen richtigen Schleifer. Weißt du, dann hast du so jemanden wie Daniel Thun, der nun wirklich auch ein guter Trainer ist, der in eine Situation vielleicht reingekommen ist, in der die Mannschaft nicht so gut funktioniert. Dann hast du da den Bildkreis Alfred Draxler, der in seiner Analyse verkündet, ja, das war schon eine Fehlverpflichtung. Ist jetzt klar, nicht nur der Kollege Steffen Horst war ein Fehler, sondern natürlich auch Daniel Thun. Weiß er doch gar nicht. Checkt überhaupt nicht, wie der arbeitet. Das ist ein total integrer, guter Übungsleiter, den jetzt quasi schon gleich wieder als Fehleinkauf oder als Fehlverpflichtung abzustellen. ist auch so kurzsichtig. Und dann frage ich mich auch immer, muss das immer so sein, dass wir immer noch gucken, wo ist der nächste Konflikt, wo ist der nächste große Clash, den wir herbeischreiben und herbeireden können? Bei Daniel Dichun finde ich interessant, ich kann seine Arbeit nicht beurteilen. Ich habe auch ein eher sehr, sehr gutes Bild von ihm bislang. Aber es gibt auch sowohl Fans, aber auch Kollegen von uns, die sagen, ja, den hätte man nie holen dürfen, weil der ist ja nicht Bundesliga erfahren.
Ey, der hat den HSV trainiert, der hat Fortuna Düsseldorf trainiert und das über Jahre. Dann zu sagen, es ist aber nicht Bundesliga erfahren, Also das sind zwei große Vereine, zwei große Traditionsvereine, die er trainiert hat. Da ist es dann egal, ob das die zweite Liga ist, wo du vor 50.000 Zuschauern Spiele machst oder ob es die erste Liga ist. Natürlich hast du in der ersten Liga die schwierigeren Aufgaben und die stärkeren Gegner, aber also das als Kriterium anzuwenden, finde ich verfehlt, sportlich verfehlt, ehrlich gesagt, als Urteil. Ja, und ich kann auch nicht erkennen, dass du jetzt in den letzten Folgen zu milde mit dem SR Werder umgegangen wärst. Fakt ist auch einfach, manchmal läuft es super, manchmal läuft es schlecht. Und dann immer zu sagen, da ist der aber schuld, nämlich der Fritz Clemens. Und das habe ich schon vor Jahren gesagt. Das ist natürlich auch ein bisschen billig und wird der Komplexität der Situation, glaube ich, auch in allerseltensten Fällen gerecht. Ihr spielt aber jetzt gegen Heidenheim. Und wir haben ja schon in der letzten Woche Lobeskränze gewonnen. Wo ja gute Arbeit geleistet wird, um dich mal auf die Palme zu bringen. Wo gute Arbeit geleistet wird. Genau, naja gut, aber wo es ja immerhin so ist, dass sie sagen, sie machen auf jeden Fall weiter, weil an ihm liegt es nicht. Das ist möglicherweise auch eine etwas unterkomplexe Analyse, aber ich finde es irgendwie rührend. Es wird dem Verein zu Ehre gereichen, dass sie mit ihm weitermachen. Und wir haben ja schon gesagt, der wird einen Zinnteller bekommen und mit 67 in die Rente verabschiedet, in den passiven Teil der Altersteilzeit möglicherweise ein bisschen früher. Aber das ist ja nun auch, unabhängig davon, dass ich finde, dass die auch gerne zweite oder dritte Liga spielen können, ist das eigentlich sehr, sehr schön. Aber es ist ja so ein Duell, vor dem man dann drei Nächte nicht schlafen kann, oder? Ja. Als Werder-Fan. Ja, also vor allen Dingen, es kann ja wirklich vieles repariert werden. Wenn du gewinnst, bist du allerhöchst wahrscheinlich nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz.
Und dann hast du vor allem diese, dann brauchst du nicht mehr von dieser Kack-Serie zu reden, von 13 Spielen ohne Sieg, sondern dann kannst du wirklich in Spiele gegen dann auch machbare Gegner, vielleicht verlierst du auch bei Union Berlin, kann sein. Dann hast du trotzdem wirklich dieses Gerede nicht mehr von dieser Serie und Daniel Thun hat endlich seinen ersten Bundesligasieg und die Spieler haben auch vielleicht eine Blockade weniger, die sie mit sich rumschleppen. Also es ist ein Spiel gegen Heidenheim, da kann ganz viel...
Es kann aber auch ganz viel kaputt gehen und deswegen schlafe ich wirklich schlecht. Also es ist so, dass ich mir das nicht vorstellen mag, wenn das Spiel nicht gewonnen wird, wie es dann aussieht. Ich möchte auch mit den Spielern nicht tauschen, die da jetzt auf den Platz gehen und vor heimischem Publikum im ausverkauften Haus unbedingt Heidenheim schlagen müssen, die ja nun auch nicht normalerweise so überall weggefiedelt werden mit 7-0, sondern es ist auch ein Gegner, der gut funktioniert, der jetzt gerade gegen Stuttgart unentschieden gespielt hat. Also das ist so ein Gegner, der noch auch erstmal schlagen muss, auch wenn sie Tabellenletzter sind. Ich habe echt Schiss, ich habe echt Schiss, dass es schief geht. Ich habe nicht Schiss vor Heidenheim, aber ich habe wirklich Angst vor der Gesamtsituation. Es gibt schon wieder Leute, die gesagt haben, wenn die das verlieren, dann muss Daniel Thielen auch schon wieder entlassen werden. Und dann sind wir so ein richtiger Pissverein, der permanent Trainer entlässt. Das möchte ich nicht. Also ich möchte absolut, dass das funktioniert.
Deswegen, also mal gucken, was es wird. Ich möchte dazu nur sagen, ich bin Anhänger eines Vereins, der mal für einen einzigen Spieltag noch Jörg Berger verpflichtet hat, damit der uns vom Abstieg rettet. Und der hat uns natürlich nicht vom Abstieg gerettet. Und du redest hier mit jemandem, der für ein Spiel noch Thomas Schaaf nochmal zurückruht hat, damit der uns vom Abstieg rettet. Und der uns natürlich auch nicht vom Abstieg gerettet hat. Das ist doch schrecklich, das ist doch schrecklich. Oder wie Christoph Daum, der damals bei Eintracht Frankfurt noch geholt wurde und wirklich jeden hessischen Rundfunkreporter angepumpt hat, der eben dann nicht bei drei auf den Bäumen war. Also es ist immer eine sehr, sehr schlechte Idee, nochmal einen neuen Übungsleiter, um einen neuen Impuls zu setzen, zu verpflichten. Also sollte man einfach sein lassen. Insofern wünschen wir dem SV Werder und den Funktionären ein bisschen Ruhige. Wir haben eben das ja schon gestriffen und gestroffen und gestrufft, den deutschen Klassiko, den deutschen Klassiko zwischen dem BVB und dem FC Bayern. Man muss es ja in der Retrospektive sagen, gut, dass Niko Kovac nicht dicke Backen auf der Pressekonferenz gemacht hat und gesagt hat, jetzt greifen wir die Bayern aber richtig an. Es sind jetzt ja acht Punkte, es können fünf Punkte werden, aber irgendwie fehlt einem auch der Glauben, dass ausgerechnet jetzt nochmal die große Trendwende kommt und der BVB nochmal ins Titelrennen eingreift. Für die Mannschaft war es wahrscheinlich nicht so schlecht, aber irgendwie ist es dann doch die zurückhaltende und eher realistische Art von Niko Kovac, die sich da auszeichnet. Ja, was ich interessant finde, ist übrigens, wenn wir jetzt nicht nur den BVB sehen, sondern auch die anderen Mannschaften, Was da für ein Vakuum entstanden ist hinter den Bayern. Das ist jetzt nicht allein der große Abstand, sondern du hast Bayer Leverkusen, die auch nicht so richtig geil spielen im Moment. Und du hast RB Leipzig, die auch öfter mal Spiele nicht gewinnen und hinterher nicht genau wissen, warum.
Also du hast wirklich hinter den Bayern Mannschaften, die alle irgendwie mit sich zu tun haben. Dadurch, dass die so viel mit sich zu tun haben, ist momentan Hoffenheim der heiße Scheiß da hinter den Bayern, die wirklich eine unfassbar gute Saison spielen. Es ist ganz komisch, du hast wirklich niemanden, der da so reinstößt und wo du sagst, okay, wenn die Bayern nicht, dann kann aber jetzt der BVB jetzt definitiv Meister werden. Das Gefühl hast du jetzt ja nicht mehr. Also spätestens jetzt seit Bergamo hast du es nicht mehr.
Vielleicht reden wir nächste Woche schon wieder ganz anders drüber, weil die Dortmunder über sich hinausgewachsen sind und 3-0 gegen Bayern gewonnen haben. Aber ich sehe das noch nicht. Nee, ich sehe das auch nicht. Und normalerweise wäre es ja wirklich so gewesen, und das finde ich dann wiederum wirklich krass, dass der BVB eine wunderbare Saison spielt und auf jeden Fall für die Meisterschaft infrage gekommen wäre. Also wenn der FC Bayern nicht wäre. Und das ist natürlich, finde ich, auch irgendwann ein richtiges, richtiges Wettbewerbsproblem. Also wenn du einfach für eine ganze Liga, auch in der internationalen Vermarktung, es wurde gerade wieder ein großer Deal mit China und den dortigen Übertragungsrechten verkündet, 30 Jahre nachdem das erste Mal was in China zu sehen war und dann stellst du einfach fest, oben passiert nichts mehr. Es ist einfach nicht spannend und vergleich das mal mit England, wo Arsenal ja gerade bei Tottenham gewonnen hat, wo immer wieder Spannung herrscht. Jetzt sagen viele, ja, da brauchst du einfach Investoren. Das ist ja auch so eine Fantasielosigkeit, du sagst, nur indem wir die Vereine verkaufen, schaffen wir bei uns möglicherweise wieder ein bisschen mehr Spannung. Das ist so eindimensional gedacht, als allererstes mal die internationalen TV-Gelder wieder besser und gerechter verteilen, dann kommen wir auch auf den grünen Zweig. Aber wie gesagt, das ist zumindest was die... Spannung im Titelkampf angeht, echt erschütternd für die Bundesliga. Ja, vor allem Investoren ist ja immer der Denkfehler dabei, wenn dein Verein ganz viel Kohle von einem Investor kriegt, kriegen ja andere Vereine auch ganz viel Kohle von ihren Investoren. Das heißt, du verlagerst das Problem ja nur auf eine höhere Ebene sozusagen und sorgst dafür, wenn es nicht alle Vereine sind, also wenn in der Bundesliga vielleicht nur die ersten sechs, sieben, acht Vereine tolle Investoren haben.
Aber die Vereine auf Platz 14, 15 nicht, machst du die Liga wieder noch langweiliger und du sorgst dafür, dass das Gefälle noch größer wird zwischen den Vereinen. Und du machst vor allem auch die internationalen Wettbewerbe noch langweiliger, weil dann deine Liga ja auch zu denen gehört, die ganz viel Geld haben durch Investoren und so weiter. Es gibt da keine gute Lösung mehr dafür. Also den Geist kriegen wir nicht mehr in die Flasche.
Möglicherweise ist der Zug auch schon wieder abgefahren. Übrigens, wir müssen noch ganz kurz über den BVB sprechen. Es gab großen Ärger für die BVB-Anhänger. Und das ist ein Phänomen, über das jetzt sehr, sehr viele Vereine sich schon inzwischen wundern, die in Südeuropa Spiele haben. Es ist so, dass du eigentlich als deutscher Fan nicht mehr mit deinem Fanblock nach Italien beispielsweise reisen kannst, weil es permanent Betretungsverbote gibt. Das war in Neapel beispielsweise schon so, als Frankfurter gespielt hat. Und jetzt gab es noch mal erstaunliche Weiterungen. Denn es war jetzt nicht nur die italienische Polizei, sondern die deutsche Bundespolizei, die einigen oder eine ganze Menge BVB-Anhängern die Ausreise verweigert hat. Und das ist ja nun, davon nicht vergessen ... Der Eingriff in ein verbrieftes Grundrecht von jedem. Es gibt das Grundrecht auf Freizügigkeit. Du kannst dich innerhalb von Deutschland frei bewegen und darfst auch nicht nur innerhalb der EU, sondern du hast auch das Recht, das Land zu verlassen. Jetzt gab es aber relativ viele, die auf Flughäfen oder vorher schon gesagt bekommen haben, ihr dürft nicht ausreisen. Und wenn man den Schilderungen der Anhänger glauben darf, war das teilweise auch wegen Fan-Utensilien oder wegen Stickern so. Und dann wurde gesagt, nee, Freunde, ihr seid nicht dabei.
Erstaunlicherweise ist, wenn man dann bei der Bundespolizei anfragt, wie ich das gemacht habe, kriegt man nur Floskeln. Also ich habe eine Antwort bekommen, wo dann erstmal 15 Zeilen juristisches Gewäsch, was ich mir auch über Chat-GPT und ähnliches hätte runterladen können und Dinge, die ich überhaupt nicht gefragt hatte. Dann so Sachen, das ist ja auch so eine wunderbare Finte, nicht nur der Polizei, sondern von vielen öffentlichen Stellen, wenn du irgendwas fragst, wird etwas anderes dementiert. Ich habe dann zum Beispiel gesagt, warum wurden diversen BVB-Anhängern die Ausreise verweigert? Dann sagte nur der Pressesprecher, die Bundespolizei verfügte keine generelle Ausreiseuntersagung gegen Fans des Vereins Borussia Dortmund. Nie behauptet, nie gefragt, aber gut, dass er es nochmal festgestellt hat. Und zum Schluss, ich bitte um Verständnis, dass ich derzeit keine weiteren Ausführungen zu ihren Fragen geben kann, insbesondere nicht bei aktuellen, anlassbezogenen grenzpolizeilichen Maßnahmen. Und ich kann nur prophezeien, ich kann nur prophezeien, wenn die Fanszenen das mal vor den Verwaltungsgerichten klären lässt, in welchen Fällen diese Ausreiseuntersorgung stattgefunden hat, dann wird es einige Fälle geben, wo es keine konkreten Verdachtsfälle gab, dass die sich an Ausreitungen beteiligen, wette ich hundertprozentig und wir werden das natürlich verfolgen, klar ist aber auch, dass es seit der Innenministerkonferenz im Dezember.
Eine deutliche Strategieänderung bei vielen Polizeieinheiten in der Bundesliga gibt und in der zweiten Liga, das gibt es bei Hertha BSC, das gibt es bei Borussia Dortmund, wo viele Fans uns inzwischen berichten, dass die Polizei inzwischen auch an Orten steht, an denen sie früher nie stand, obwohl es tatsächlich jetzt in Dortmund auch keine besonders gestiegene Gewaltproblematik gibt. Also ich bin mal gespannt, wie das so weitergeht. Aber klar ist eben auch, das ist registriert worden. Ich glaube nicht, dass es ein guter Weg ist, wenn die Polizei immer noch auf mehr Präsenz setzt und darüber dann noch klagt, dass es mehr Einsatzkosten gibt und gleichzeitig den Dialog immer häufiger verweigert. Also das wird schwierig, glaube ich, in den nächsten Jahren. Es wäre einfach gut, wenn man eine Erklärung kriegen würde der Form.
Ja wir machen das jetzt so, weil, Punkt. Wenn wir alle damit umgehen könnten und verstehen würden, warum was wie gemacht wird, würde es glaube ich manche Situationen schon ein bisschen verbessern, aber das findet bislang halt überhaupt nicht statt. Die Polizei sieht es, glaube ich, wie Thomas de Maizière so in Richtung, die Antwort würde in weiten Teilen die Bevölkerung verunsichern. Ich glaube aber, dass das gerade, wenn es in den Eingriff von Grundrechten gibt, sich immer mal wieder der Eindruck festsetzt, dass Fans eine Art Experimentierfeld für jede Form von restriktiven Maßnahmen sind. Und noch einmal, das ist ja nicht richterlich bestätigt, das ist einfach die Polizei, die aufgrund einer wagen Gefahrenprognose für Anhänger des BVB gesagt hat, ihr fahrt mal nicht nach Bergamo. Also ich bin mal gespannt, ob das Verwaltungsgericht oder die Verwaltungsgerichte das bestätigen werden und falls nicht, wird das sicher auch Folgen haben für andere Polizeieinsätze. Jedenfalls kann ich derzeit nicht feststellen, dass die Polizei immer das, was wichtig wäre, nämlich Dialog mit den Fans sehen und gemeinsame Lösungssuche, dass sie das in irgendeiner Weise vorantreiben, stattdessen immer mehr Knüppel aus dem Sack und restriktive Maßnahmen. Das ist kein guter Weg, auf dem sich die Polizei da befindet, finde ich. Mein Lieber, ich würde jetzt ja eigentlich gerne mal zu Frimpong Timmerenke geben. Aber Frimpong Timmerenke, er ist ja nicht da. Aber lass uns das Lied doch trotzdem mal hören, oder? Ja, lass uns doch. Ich finde, ohne das Lied. Ja, und dann können wir uns ja vorstellen, dass er wie in einer Bermuda-Shorts in seinem Urlaub, irgendeine Urlaubstreppe in einem All-Inclusive-Hotel herunterkommt. Also, wir hören uns einfach mal an. Ja.
Frimpong Timmerenke. Und bevor wir zu meinem Freund, ich grüße meinen Freund David, der gesagt hat, er freut sich immer besonders auf das Ding Dong in dem Lied. Also, hier ist Frimpongs Auftrittsmusik, obwohl er jetzt gerade nicht da ist, aber nur für alle, für die die Folge auch nur komplett ist.
Ach, wir vermissen ihn schon, oder? Aber du hast trotzdem einen Leserbrief. Ja, ich habe trotzdem einen Leserbrief. Und er ist uns geschrieben worden aus den USA. Aus den USA. Und es geht um Fremdpunkt Timmerenke. Und ich lese das mal ganz kurz vor, weil es so rührend ist. Lieber Arnd, Philipp und Tim heißt es hier. Ich lebe in Minnesota in den USA, höre jede Woche euren Podcast und wollte euch folgen, die Geschichte zum globalen Einfluss eures Podcasts zuschicken. Und da habe ich schon gedacht, was wird das denn wohl sein? Also, ich lasse euren Podcast oft zu Hause bei einem Lautsprecher beim Kochen laufen. Meine Kinder sind in den USA geboren und verstehen kaum Deutsch. Und ich dachte, sie nehmen da eher weniger auf. Vor ein paar Wochen habe ich mit meinem achtjährigen Sohn ein Liverpool-Spiel geschaut. Und plötzlich schrie er nach einem Ballverlust des Liverpooler Rechtsverteidigers. Pomerenke, what are you doing? Er denkt aufgrund des Showtreppen-Jingles tatsächlich, dass Jeremy Frimpong eigentlich Frimpong Timmerenke heißt. Ich lasse ihn erst mal bis auf Weiters in dem Glauben. Viele Grüße, Raphael. Ist das nicht schön? Ist das nicht schön? Pomerenke, what are you doing? Ich würde sagen, er hat es geschafft. Er ist unsterblich. Mehr geht auch nicht. Mehr geht auch nicht. Ich fand es großartig, vor allen Dingen, weil die Genese ja kaum noch nachzuvollziehen ist, warum Frimpong Timmerenke eigentlich. Frimpong Timmerenke heißt, viele Leute fragen uns das ja auch. Wir werden das irgendwann auch nochmal in einer Art Telekolleg Zeigler und Köster auffriemeln. Aber das ist doch schön. Pomerenke, what are you doing? Super. Und jetzt kommen wir zum kleinen Verein und das ist ein bisschen verkehrte Welt, weil das ein Verein eigentlich aus meiner Gegend ist, den wir in dieser Rubrik würdigen wollen. Ist euer Verein.
Ja, es geht um Atlas Delmenhorst. Und wenn du sowas hörst wie Düsternort, Schafkowen, Hasport, Bungerhof, Ibrump und Stickras, dann könnte das natürlich eine Oberligatruppe aus den 80er Jahren sein. Es sind aber wunderschöne Stadtteile von Delmenhorst. Das heißt, du bist Delmenhorst. Wichtig. Horst Delmen. Du fängst schon mal an. Ja gut, scheiße. Delmenhorst, ich sage jetzt immer Delmenhorst. Positiv kann man vermerken, dass die AfD die Alternative für Deutschland noch 2016 15,2 Prozent bekommen hat in der Kommunalwahl. Jetzt nur noch 8,3. Weiter so Delmenhorst. Wenn man sich fragt, warum Atlas Delmenhorst Atlas Delmenhorst heißt, dann liegt das an der Atlas Weihhausen GmbH. Er ist ein mittelständischer deutscher Baumaschinenhersteller mit Sitz in Wildeshausen. Namensgeber und langjähriger Mäzen und Sponsor. Ein bisschen so wie Olympia Wilhelmshaven. Atlas Delmenhorst ist nicht vom Dierke Atlas gesponsert, sondern von Atlas Weihhausen GmbH und Co. KG.
1912 wurde der Vorgängerverein gegründet. hat gespielt in dem Stadion an der Düsternortstraße. Das ist jetzt kein reines Fußballstadion, aber ganz atmosphärisch, was vor allen Dingen an den heißblütigen Delmerhorstern-Zuschauern liegt. Dann 1973 ging es erst richtig los. Da gab es nämlich eine Fusion des SSV Delmenhorst, der VSK Bungerhof und, glaube ich, von Roland Delmenhorst. Ich komme auch nicht so richtig hinterher. Auf jeden Fall ganz am Ende war es dann der SV Atlas Delmenhorst. Wie gesagt, durch die Firma Atlas die Maschinen herstellt. Dann gab es in der Oberliga Nord sehr, sehr stimmungsvolle Spiele. Sehr, sehr viele Spiele auch gegen Branchengrößen wie beispielsweise den FC St. Pauli. Ich habe natürlich mich so ein kleines bisschen mal im Archiv umgetan. Dann gab es zum Beispiel in der Im Jahr 1979 in der Amateur-Oberliga-Nord ganz wunderbare Spiele, beispielsweise gegen den VfB Oldenburg. Vor richtig vielen Zuschauern auch, ne? Ja, vor 10.000 Zuschauern, also nicht weniger. Dann ist es so gewesen, dass sie beispielsweise auch mal gegen den FC St. Pauli gespielt haben, 1980 in der Oberliga.
Da heißt es, ich zitiere mal, ein Freudengeheul war im Spielerbus des FC St. Pauli auf der Rückreise von Delmhorst zu hören, als durch das Radio die Meldung kam, in der Amateur-Oberliga-Nord unterliegt Atlas Delmhorst dem FC St. Pauli mit 1 zu 2. Erst eine Stunde nach ihrem ersten Auswärtssieg wurde den Hamburger Spielern und Trainer Kurt Böge richtig klar, welche hervorragende Leistung sie vollbracht hatten. Also gab es richtig schöne Derbys, war glaube ich dann auch wirklich die Hochzeit des SV Atlas, zumindest jetzt was so die Liga angeht, dies war ja damals die dritte Liga. Es gab dort auch stimmungsvolle Musik und wir hören einfach mal kurz hinein in diesen wunderbaren Song, der fast so schmissig ist wie Barmbeck Uhlenhorst vom Sänger Toni, hat vielleicht jetzt nicht ganz so die inhaltliche Durchdringung, aber trotzdem schön und sehr, sehr schwungvoll und was zum Mitklatsch.
Ich weiß übrigens über Atlas Dämmhaus gar nicht so viel. Ich weiß nur, die haben wirklich immer in Oberliga-Zeiten, als die Oberliga Nord noch die dritte höchste Spielklasse war, haben sie vor richtig vielen Zuschauern oft gespielt. Und sie waren, wie das oft so ist mit einem Vorortverein, wenn man den so nennen darf, waren auch ein Verein, in dem ehemalige Werder-Spieler ihre Karriere haben ausklingen lassen. Also es gab so ein paar Ex-Profis, die bei Atas Delmhorst dann noch gespielt haben mit 35, 36.
Das war früher auch eine Tradition. Ja, zum Beispiel Günther Bernhard, der hat seine Fußballlaufbahn bei Atas Delmhorst beendet, wo er erst Schlussmann war und später dann auch Trainer, hat dann auch zu dem damaligen Höhenflug des Klubs wesentlich beigetragen. Irgendwann hat er dann entschieden, Schluss mit dem Fußball, jetzt haben Beruf, Familie und Hobby Vorrang. Und das ist ja immer so schön, diese ganzen Spieler früher, das war bei Günter Bernhard nicht anders, das war dann die Generalvertretung für Sport und Freizeitkleidung aus Herzogen Auras, wirst du das wohl gewesen sein. Also das war immer eine große Karriereperspektive, auch für Günter Bernhard, fand ich irgendwie sehr, sehr schön. Heinz-Dieter Hasebrink hat da auch gespielt, war, glaube ich, Mannschaftskapitän. Und ich kann mich noch an Bilder erinnern aus meiner Kindheit, die sind in den 70er-Jahren irgendwann mal in die Oberliga Nord aufgestiegen. Und das sah aus wie Bayern München wird deutscher Meister. Gefühlt waren da 60.000 Leute in dem Haus. auf den Straßen und haben den Verein gefeiert. So viele werden es nicht gewesen sein, aber es sah sehr imposant aus. Es gibt auch eine sehr schöne Situation. Irgendwann wurde nämlich mal der SV Atlas Delmenhorst dem SV Werder zugelost als Gegner in der allerersten DFB-Pokal-Hauptrunde. Ist noch gar nicht so lange her und es gibt auch, da hören wir mal ganz kurz rein, natürlich dann eine wunderbare Filmaufnahme, wo wir sehen, wie die Leute im Klubheim des SV Atlas Delmenhorst auf das Los Werder Bremen reagieren.
Arndt, du wirst bei diesem Spiel wahrscheinlich dabei gewesen sein. Kannst du kurz sagen, wird Delmhorst in irgendeiner Weise auch nur ansatzweise als Rivale oder als Nachbar oder irgendwas gesehen? Wahrscheinlich ist das jetzt nicht die große Rivalität, oder? Nein, da sind zu viele Ligen dazwischen. Sie sind ja eher so ein klassischer Oberligist, also jetzt Oberligist. Nicht mehr damals die drittklassige Oberliga, sondern jetzt die fünftklassige Oberliga.
Liebäugeln immer so ein bisschen mit der Regionalliga. Das können sie wohl auch gelegentlich mal geschafft haben und schaffen. Aber nein, die sind von Werder zu weit weg. Das Spiel war übrigens damals im Weserstadion, obwohl es ein Heimspiel für Atlas war. Einfach wegen der Zuschauersituation. Es war also offiziell ein Auswärtsspiel von Werder, aber im Weserstadion, deswegen war ich auch privat da. War eines der letzten Spiele im Weserstadion, wo ich mal privat einfach so gemütlich sitzen konnte und mir ein Spiel angucken konnte. Und es war ein Spiel, in dem, glaube ich, wie mich recht im Sinne Claudio Pizzaro ziemlich gezaubert hat. Und Niklas Füllkrug gerade nach seiner Rückkehr nach Bremen wieder gespielt hat. Also es war noch eine etwas unbeschwertere Zeit. Ja, das Ausweichstadion für solche großen Nummern ist oft auch das Oldenburger Marschwegstadion. Da hat man unter anderem gespielt 2025, 2026. Da gab es wieder in der ersten Runde den Erzfahrt Lars Delmhorst. Und daher kennt man die, glaube ich, auch hauptsächlich. Da haben sie auf Borussia Mönchengladbach sind sie getroffen. Und die Gladbacher haben mit Mühe nur 3 zu 2 gewonnen. Früher gab es das auch schon mal gegen den FC St. Pauli. 0 zu 5 haben sie mal verloren. Also das sind alles so Partien, glaube ich. Das ist momentan das große Highlight. Sie spielen ansonsten in der Oberliga Niedersachsen. Aber ansonsten ist das erstaunlicherweise ein bisschen so wie der SC Herford oder der VfR Uli Bürstadt. So Mannschaften, die man da doch irgendwie kennt. Also ich wäre mal wirklich gespannt, wenn du 100 Leute in der ganzen Bundesrepublik fragen würdest. Was verbindet ihr mit Delmhorst? Ich würde mal zumindest annehmen, dass so 15 bis 20 Leute sagen würden, der SV Atlas Delmhorst.
Delmhorst, ja. Ja, Delmhorst, Entschuldigung. Oh Mann, ist das wirklich so? Sag mal wirklich Delmhorst? Steffen Horst, Delmhorst. Haben wir eigentlich irgendwas über die auch mit unangenehmen Unterwanderung durch eher rechte Fans? Das ist in Delmhorst auch mal ein Problem gewesen. Ja, das habe ich ausgeblendet.
Ich sage mal, nur Gutes über die Toten und nur Gutes über die kleinen Vereine. Also diese ganze Problematik, ich würde wahrscheinlich sogar, selbst bei Allemannia Aachen würde ich die rechten Fans in dieser Rubrik ausblenden. Ansonsten gerne draufknüppeln, aber in dieser Rubrik, finde ich, sollte man einfach nur warmherzig sagen, der SV Atlas Delmhorst ist seit vielen, vielen Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der niedersächsischen Fußballgeschichte. Punkt. Dann werfen wir jetzt das Glücksrad an? Ja! Können wir das eigentlich, wenn Frimpong gar nicht da ist? Ja, wir versuchen es einfach mal, wir das Ding in Gang kriegen. Ja, pass mal auf, wir bringen das Ding in Gang, aber ich habe schon ein Vöglein-Switch anhören, dass du ins Glücksrad eingreifen willst, weil du einen speziellen Verein gerne würdigen würdest. Also ich würde sagen, wir lassen es laufen, aber es bricht dann einfach zwischendurch ab. Und ich rufe einfach irgendwann Halt. Also, hier kommt das Glücksrad. Hier läuft das Glücksrad.
Halt! So, und da halten wir es an. Wir brauchen auch unseren Notar nicht. Notar Matthäus brauchen wir gar nicht, der gar nicht eingreifen muss diesmal. Weil wir diesmal erstmalig den Verein nicht losen. Das liegt daran, dass ich unterwegs bin und wenn ihr uns heute hört, vorgestern, in Villingen war. Villingen, Schwenningen. Das heißt, es ist eine völlig verwirrende Konstellation, weil man ist mal in Villingen, mal ist man in Schwenningen. Ich bin in Villingen im Hotel gewesen, in Schwenningen aufgetreten, ist aber eigentlich ein Ort.
Der BSV Schwenningen war mal Zweitliges, übrigens ein ganz unrühmliches Kapitel, das dem Verein auch nicht gut getan hat. Aber der FC 08 Villingen, der im Übrigen auch sich gelegentlich FC 08 Hollywood nennt, weil es da viele Geschichten gibt, der hat meinen Auftritt mit veranstaltet und es waren sehr viele sehr nette Menschen, die ich kennengelernt habe und die mir sehr viele Geschichten über den Verein erzählt haben. Und ich möchte gerne nächste Woche einfach über den FC 08 Villingen reden. Werde ich einfach mal machen. Ja, dann könntest du ja natürlich auch noch die Schwenningen Wild Wings, das ist ja glaube ich Eishockey, kann ich mich glaube ich erinnern, kannst du auch noch würdingen und das sind glaube ich zwei verfeindete Stadtteile, was ich sehr sehr schön finde, also die haben nichts miteinander zu tun, ich war vor einem oder zwei Jahren auch in Villingen Schwenningen und da war es auch so, dass wenn man Villingen auf Schwenningen anspracht, erntete man sehr sehr viele, sehr sehr sehr sehr viele verachtende Kommentare und umgekehrt auch so, das ist so eine klassische Fusion wie, wahrscheinlich wie Rottach-Egern oder Garmisch-Parten-Kirchen oder Baden-Baden. Also es war schön, über Schwenningen, das möchte ich Ihnen noch kurz erzählen, weil ich über Schwenningen nächste Woche nicht reden werde. Der BSV Schwenningen war 1976-77 Zweitligist und hat sich rettungslos verschuldet und hatte einen sehr windigen jugoslawischen...
Damals noch Spielerberater namens Mischa Mihailovic, der auf einem Foto drauf zu sehen ist, wo er gerade Helmut Haller verpflichtet, der aber nur zwei Spiele gemacht hat für Schwenningen und auch relativ übergewichtig ankam. Und später hat er noch einen deutschen Stürmer, ich glaube Peter Drengs war der Name, der auch stark übergewichtig ankam, hat er aus Valladolid geholt, der auch nicht so richtig funktioniert hat. Und der Spielerberater ist so ein Sonnenbankgegerbter Typ mit einem Hemd, was so bis zum Bauchnabel aufgeknöpft ist, der hochgradig Halbseiten aussieht und der unter anderem seinen Sohn noch mit untergebracht hat als Profi beim BSV Schwenningen. Also ein ganz merkwürdiges Kapitel war es. Und sie haben unter anderem 1 zu 10 bei Bayern Hof verloren. Also es war keine schöne Saison für Schwenningen.
Und mittlerweile ist der Verein, glaube ich, irgendwo im Kreisliga-Bereich angekommen und ist nicht mehr der ganz große Lokalrivale vom FC 08. Aber der FC 08 ist ein Verein, über den wir nächste Woche reden werden. Du möchtest was sagen, Philipp. Ja, das finde ich übrigens immer total super, wenn so Altstars gerade in den 70er und 80er Jahren noch bei total bizarren Mannschaften gespielt haben, um einfach die Karriere ausklingen zu lassen. Ich muss da immer an Johann Neskens denken, der glaube ich in seiner Spätphase, nachdem er ja zumindest bei Amsterdam und Barcelona und so weiter ja noch reüssiert hat, war er glaube ich noch bei Kansas City in Bahre und in Zug in der Schweiz und wurde glaube ich auch noch Trainer beim FC Zug in der Schweiz. Wo man mir dachte, was hat dich denn als Superstürmer ausgerechnet dahin verschlagen? Also das mit Helmut Haller natürlich auch genau so schön. Mario Kempis hat er noch in Österreich lang gespielt, also auch kleineren Verein am Schluss seiner Karriere. Da wird einfach ein bisschen was mitgenommen. Wie es Helmut Haller in Schwenning gespielt hat, hat noch Lothar Emmerich in Würzburg gespielt, auch seine Karriere ausklingen lassen. Was ich an Helmut Haller sehr, sehr schön finde, ist, dass er aus meiner Heimatstadt Augsburg kommt, unter anderem auch wieder Roland Grahammer, der Armin Fee und der Bernd Schuster. Der Bernd Schusch, der kommt auch aus Augsburg. Und die Puppenkiste. Und die Puppenkiste. Ich werde dieses fantastische Foto von Mischa Mihailovic, dem Berater, neben Helmut Haller, werde ich übrigens posten auf unserem Insta-Account. Freue ich mich jetzt schon drauf. Wunderschön. Also wir verabschieden uns, rufen natürlich auf zum Besuch der Augsburger Puppenkiste. Hallo Jim, hallo Lukas, hallo Arndt. Wir freuen uns auf den Impulsvortrag über Villingen oder Schwenningen oder Helmut Haller über den schmierigen Spielerberater. Und in der nächsten Woche wieder da. Mit Frittbongern. Mit Frittbongern.
Frittbongern, Timmerenke. Also macht's gut, ihr Lieben. Bis nächste Woche. Bis dann. Tschüssi. Also in diesem Sinne, bleibt gesund, alles Gute und bis demnächst. Danke. Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+. Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster, wenig überraschend, Arndt Zeigler und Philipp Köster.