Ja, guten Tag, Philipp. Ich klinge sehr sinnentleert, weil diese Woche ist grauenhaft. Es gibt weder Champions League noch Europa League, noch Conference League noch sonst irgendwas DFB-Pokal. Keine tollen Nachrichten. Die Meisterschaft ist durch. Der erste Absteiger steht mit dem ersten FC in einem Auffest. Frank Schmidt hat es selbst in der Pressekonferenz nach dem Spiel bestätigt. Was bleibt uns denn noch, lieber Arndt? Was bleibt uns denn noch? Wir sind aber auch verlogene Schweine, weil wenn Champions League ist, sagen wir, scheiß, Champions League interessiert uns gar nicht, gucken wir gar nicht, Länderspiele interessieren uns gar nicht, Conference League interessiert uns gar nicht Und jetzt ist das alles nicht, jetzt ist die Lehre da. Wenn ihr uns heute hört, Mittwochabend ist nach Nachholspiel HSV gegen Bayer Leverkusen, dann ist die Tabelle endlich wieder gerade gezogen. Aber ansonsten ist diese Woche wirklich nichts richtig. Doch, Moment, wir kriegen ganz böse Zuschriften, wenn wir Deutschland gegen Slowenien Frauen WM-Quali nicht erwähnen, 5 zu 0 am gestrigen Abend aus heutiger Sicht. Aber ansonsten, pass auf, wir machen jetzt einen Vorspann und dann sind wir beide, sammeln uns in der Zeit und dann sind wir voll da und haben vor allem ganz viel spannenden Content. Ja, jetzt geht's ab wie die Wilde Wurz. Das Intro mit der Gitarre und Jutta Laune von den beiden Hochs. Juhu, Abba! Also es ist alles vorbereitet, jetzt geht's los. Zeigler und Köster Der Fußball-Podcast von Elf Freunde.

So, jetzt geht's los. So, und jetzt sind die beiden Hosts wie ausgewechselt. Wir müssen das so machen wie manche Fußballer. Wir müssen uns die Ohren reiben. Das stimuliert den Vargusnerv. Dann ist man nämlich richtig voll da. Oder wir patschen uns. Ich glaube ganz ehrlich, den Vargusnerv, den hast du gerade ausgedacht. Ich muss aber sagen, ich fühle mich jetzt gerade so ein bisschen vor Intro und nach Intro wie ein Kumpel, mit dem ich mal durch Köln gefahren bin. Und der war sehr, sehr abgeschlafft. Und dann sagt er, ich muss mal ganz kurz nach oben gehen, warte mal hier im Auto. Dann habe ich fünf Minuten im Auto gewartet. Dann kam er wieder runter und hatte so einen richtigen Frankfurter Kranz unter der Nase. und hatte sich offenbar kolumbianisches Marschierpulver eingeworfen, aber richtig aufgedreht. Und so ist das jetzt. Das ist wie auf Kokain jetzt hier, wir Bäder. Es ist ja auch nicht so, dass es gar keine Themen gibt. Wir haben uns heute mal wieder ein bisschen vorbereitet. Das ist eine der drei Folgen, was lang in der Geschichte des Podcastes.

Also jedenfalls rudimentär. Wo wir anfangen? Wir haben so ein paar Themen. Nationalen ist irgendwie noch ganz weit weg gefühlt. Da müssen wir nachher auch drüber reden, aber ist irgendwie noch ganz weit weg. Naja, Nagelsmann, das Interview, da müssen wir gleich mal durchhecheln, quasi durch sämtliche kontroversen Aussagen. Aber wir beginnen mal ganz kurz mit dem deutschen Klassiko. Bayern gegen Dortmund und was war es für ein Gewese vorher. Und Nico Schlotterberg, der noch sagt, wir greifen wieder an und sie hätten rankommen können auf fünf Punkte.

Pustekuchen, jetzt sind es elf und alles ist vorbei. Und Borussia Dortmund muss irgendwie gucken, dass wenigstens die Vizemeisterschaft, also quasi die Meisterschaft der kleinen Leute für sich sichert. Und ansonsten zieht der FC Bayern einfach seine Kreise. Das war relativ schnell Luft rausgelassen aus einem großen Thema, nämlich Meisterschaft für den BVB, oder? Ja, vor allem am selben Spieltag, wirklich der Meister steht quasi fest, der erste Absteiger steht auch fest. wo man ja auch lange auch noch auf richtig viel Spannung gehofft hat. Also jetzt im Moment ist, wenn wir ehrlich sind, auch bei fünf Punkten Vorsprung wären die Bayern jetzt durch gewesen. Also auch da wäre nicht mehr viel passiert. Aber bei zehn Punkten Vorsprung, da sind es elf, elf sogar. Da ist nun wirklich gar nichts mehr zu machen. Da brauchst du auch nicht mehr drüber zu reden. Das heißt, das Thema kannst du jetzt aussparen. Und zwar dummerweise zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wo noch zehn Spiele zu spielen sind. Das hatte übrigens auch Frank Schmidt in der PK, die hast du eben schon kurz jetzt erwähnt, auch gesagt, dass es ganz bitter ist, jetzt eigentlich schon abgestiegen zu sein, obwohl noch zehn Spiele sind. Am Ende. Haben wir heute deutlich unterstrichen, dass wir da nicht dran vorbeikommen, dass unser Weg Stand heute in die 2. Liga führen wird. Wir müssten mehr Punkte aufholen im Schnitt, als wir im Schnitt nach 24 Spieltagen geholt haben. Deutlich mehr. Und am Ende kann jeder die Tabelle lesen mit 8 Punkten. Rückstand auf den Relegationsplatz plus das deutlich schlechtere Torverhältnis. So 9 Punkte bei noch 10 Spielen. Wir haben 3 Siege in der ganzen Saison. Das wäre jetzt, glaube ich, nicht richtig, sich hier jemand anzulügen und so tun.

Durchhalteparolen stehen die Zeichen ganz klar dafür, dass wir leider in die 2. Liga zurück müssen. Das Bittere für uns, dass ich hier heute sitze und es sind noch 10 Spiele zu spielen. Ja, das muss man auch mal sagen, das ist bitter. Und gleichzeitig finde ich es herzerfrischend, dass er jetzt nicht Thomas Doläsk verkündet, ja, ist noch alles drin und solange wir rechnerisch nicht abgestiegen sind, werden wir alles geben. Das ist ja die übliche Sprachregelung. Frank Schmidt, in so vielen Sachen herzerfrischend, in dieser Variante eben auch. Es hätte gegen Werder Bremen irgendwie wenigstens ein Sieg daherkommen müssen. Aber ich kann mir natürlich vorstellen, wie erleichtert du gewesen sein musst, wie viel negative Schlagzeilen ansonsten produziert worden wären. Und Tune wäre wahrscheinlich schon wieder kurz vor der Ablösung gewesen. Da muss man wahrscheinlich gucken, dass man auch als Startsprecher nicht komplett durchgerät vor Freude, oder? Ich kann dir gar nicht sagen, wie groß die Erleichterung war. Weil das war natürlich so ein Spiel, da konntest du alles verlieren. Wenn das verloren worden wäre, dann hättest du hier dermaßen Land untergehabt. Und es gab auch schon wieder die ersten Leute, die in Kolumnen geschrieben oder in Podcasts erzählt haben, also Also wenn das nicht gewonnen wird, dann muss Thion auch schon wieder weg, dann muss jetzt ein Retter her, dann muss jetzt alles auf links gezogen werden.

Wie gesagt, du hast dich eines direkten Konkurrenten entledigt mit Heidenheim. Und hast einen Sieg geholt, hast in der ersten Halbzeit zweimal das leere Tor nicht getroffen, hast ein Tor aberkannt bekommen, also zur Halbzeit dachtest du schon, meine Güte, ey, wenn das jetzt nicht gewonnen wird. Und das Schöne ist auch, aus Bremer Sicht jetzt mal, um ganz dick die Werder-Brille aufzuhaben, es haben zwei Spieler getroffen, die auch schon beide als, warum haben sie die denn geholt, abgetan worden sind. Und Jovan Vilosovic, sehr junger Stürmer, hat das erste Tor geschossen. Ein sehr, sehr gutes Kopfballtor. Und Cameron Puertas, bislang wirklich mit einer sehr überschaubaren Darbietung diese Saison, kam mit einem Marktwert von 10 Millionen, war mal der beste Spieler der belgischen Liga und hat bislang nahezu nichts, nichts so richtig Nennenswertes gezeigt. War ein richtig starker Spieler. Und auf einmal musst du sagen, okay, wenn die beiden jetzt wirklich weiter funktionieren, dann hast du einmal doch gar nicht so schlecht eingekauft eigentlich. Dann sind die Transfers jetzt okay. Dann musst du diese Bodyface-Geschichte noch irgendwie verdauen. Der übrigens sich aus dem kranken Exil gemeldet hat, gesagt hat, läuft alles gut bei ihm und vielleicht spielt er bald wieder.

Auch so dafür Werder. Bin ich auch gespannt. Es ist aber pure Erleichterung. Es ist also auch nicht, wie manche Kolumnisten jetzt wieder geschrieben haben, ja, jetzt sind die gleich wieder euphorisch, völliger Blödsinn. Hier ist überhaupt nicht euphorisch, es ist wirklich einfach nur Erleichterung. Aber jetzt will ich mal deine Meinung hören. Es wird natürlich auch viel darüber diskutiert, über die Szenen, die du sicherlich auch gesehen hast, dass ein Sprecher der Bremer Ultraszene vorm Spiel das Mikrofon bekommen hat, Und eine Rede gehalten hat, um die Fans einzuschwören. In erster Linie aber um diese Szenen, über die wir vor einer Woche geredet haben, dass die Spieler quasi davon abgehalten wurden, am Müller-Tor in die Kurve zu gehen. Das hat er eigentlich erklären und einordnen wollen und das hat er auch ganz gut gemacht. Aber manche Leute sagen jetzt auch wieder Bankrotterklärung, dass du jetzt schon im Ultra das Mikrofon gibst, das ist ganz, ganz gefährlicher Weg. Was sagst du? Ja, das ist ja so ein Phänomen, das hast du ja nicht nur bei Werder, sondern bei ganz, ganz vielen anderen Vereinen auch, das nicht so sehr Schnappatmung auslöst, wie, dass Ultras irgendwo eine Bühne bekommen oder angeblich, Anführungsstriche, und mehr Einfluss bekommen, Anführungsstriche, oben. Es kann ja der letzte schangelige Investor, der das Bein nachzieht oder 37 Insolvenzen und drei betrügerische Konkurse hinter sich hat, kann ja sich in den Verein einkaufen und sagen, ja, erst ihn mal machen lassen. Aber sobald Ultras auch nur in irgendeinem Vereinsgremium, sei es der Ehrenrat oder sei es irgendein Beisitzerposten, den man da bekommt, übertragen bekommt, heißt es sofort, die Ultras bekommen mehr Macht und Alfred Draxler greift zum Riechsalz und so weiter. Alfred Draxler, Alfred Draxler, sitzt kerzengerade an seiner Tastatur, sobald er sowas sagt. Ja, mit Angsterektion.

Genau, mit Angsterektion. Auf jeden Fall ist es dann so, dass leider Gottes diese Diskussion oft sehr wenig sachlich geführt wird. Ich fand es diesmal gut. Du musst jetzt nicht vor jedem Spiel in einem Ultra das Mikro geben. Der Platz ist da eher auf der Tribüne. Aber um mal diese Szene, die ja nun auch bundesweit für Beachtung gesorgt hat, mal einordnen zu können, fand ich es gar nicht verkehrt. Das gab es ja mitunter auch schon mal. Ich glaube beispielsweise bei Dynamo Dresden, wo der Ultra leider Gottes das gleich genutzt hat, um über die Magdeburger, die glaube ich in der Gästekurve waren, oder das war irgendein anderer... Pockiger Ostverein. Auf jeden Fall die Magdeburger dann erstmal in Senkel zu stellen, das fanden dann alle hinterher nicht so richtig gut. Kein Drama und zumindest finde ich, wenn es mal darum geht, die Reihen ein bisschen zu schließen, völlig okay.

Und wie gesagt, das Zerbel, die Ultras übernehmen, die Macht im Verein, jetzt ist endgültig alles verloren. Das ist gerne so Apokalypse von Leuten, die gerne selber irgendwie am Machtkarussell ein bisschen mitdrehen. Insofern konnte ich das nicht richtig verstehen. Aber lieber Arndt, wir müssen mal ganz kurz von dort aus ja auch mal zum 1. FC Köln kommen, wo auch inzwischen alles extrem brennt. Lukas Kwasniok unter Druck, weil der FC Köln nicht mehr so performt wie am Anfang. Es war eine ziemlich schlimme Leistung gegen den FC Augsburg.

Lukas Kwasniok hat hinterher so Phrasen gedroschen wie Ja, es ist jetzt wichtig, dass wir Spiele gewinnen. Da denkt man, ja, lieber Trainer Lukas Kwasniok. Das ist eine gute Erkenntnis, die zumindest jeder Trainer bis in die Kreisliga 10 runter hat. Es ist wichtig, Spiele zu gewinnen. Andererseits wird jetzt... Schon so hart auf ihn eingedroschen, was auch wiederum nicht schön ist. Ja, aber ich bin noch ein bisschen ratlos, weil ich mir jetzt mal extra angeguckt habe, wie das Jahr bislang läuft für den 1. FC Köln. Und ich kann da nichts Niederschmetternd oder Unnormales erkennen. Sie haben das Jahr begonnen mit dem 2-2 in Heidenheim. Dann sind sie Bayern 1-3 unterlegen in einem eigentlich ganz guten Spiel. Dann haben sie Mainz geschlagen, was wichtig war.

Dann haben sie in Freiburg knapp verloren, 2-1. Dann haben sie Wolfsburg geschlagen, was auch wichtig war. Und dann haben sie gegen Leipzig verloren, in Stuttgart verloren, 2-2 gegen Hoffenheim, was hochgradig respektabel ist. und jetzt haben sie das Spiel in Augsburg gehabt. Also für einen Aufsteiger eine völlig normale Bilanz total im Rahmen. Und Lukas Kwanselt hat auch gesagt, wir sind über dem Strich. Was wollt ihr eigentlich? Ich glaube, dass manchmal diese Frühstarts, also diese Momente, in denen alle denken, ey, wir sind der FC Köln und wir sind in der oberen Tabellenhälfte. Das kann doch schöner nicht sein. Und dann merkst du, dass du so langsam abschmierst. Dann guckst du auf die Formkurve und denkst, ja, das wird ein böses Ende nehmen. Aber das ist eben auch so eine Apokalypse, der, finde ich, Fans sehr, sehr schnell anheimfallen, dass sie denken, das wird immer schlimmer. Und dann gibt es vielleicht auch ein paar ungünstige Auftritte von Lukas Krasnjöck wie neulich, als er da seinen fünfminütigen Monolog geredet hat, wo man sich hinterher fragte, was ist denn jetzt genau der Inhalt, was will er uns genau sagen und warum vergleicht er das Ganze mit anderen Reden und so weiter und so fort. Er will nur sagen, er macht vielleicht jetzt auch nicht alles richtig, aber die ganz große Krisenstimmung, die es momentan beim FC gibt, kann ich auch nicht so richtig nachvollziehen.

Zumal es den VfL Wolfsburg gibt. Das darf man nicht vergessen. Der VfL Wolfsburg steigt möglicherweise aber aus der Bundesliga. Und es gab bei uns ein paar Apokalyptiker auch in der Redaktion, die sagten, Wenn die einmal absteigen, dann kommen die nie wieder. Das ist ja nur ein totaler Quatsch. Die werden immer wieder kommen, weil die einfach wahnsinnig viel Kohle im Rücken haben. Das ist wirklich hochgradig spannend auch. Der VfL Wolfsburg spielt jetzt gegen den HSV am Wochenende. Er muss dann nach Hoffenheim. Das wird schwierig. Und dann spielen sie gegen uns, also gegen Werder. Und dann müssen sie nach Leverkusen, haben Frankfurt, haben Union auswärts und haben Gladbach. Das ist dann Ende April. Da müsste es dann ziemlich klar sein, wohin der Weg geht. Also ob sie dann sich nochmal zusammengerissen haben. Der VfL Wolfsburg ist auch in der großen Falle, wie viele Vereine.

Bei denen ein Trainerwechsel nicht so richtig gezündet hat, Und da hat ja der Cheftrainer eine interessante Pressekonferenz gegeben, wo er gesagt hat, also er wehrt sich ehrlich gesagt dagegen, dass irgendwie immer der Trainer schuld sein soll, weil im Verein da läuft so viel schief, ich paraphrasiere jetzt mal, dass es da ganz viele Gründe gibt. Aber er wehrt sich dagegen, dass er jetzt der Grund sein soll. Viele sagen auch, der leistet eigentlich gute Arbeit, aber die Bilanz ist natürlich desaströs. Ein ganz schlechtes Spiel in Stuttgart, dann haben sie zu Hause gegen Wolfsburg verloren, immerhin einen Punkt geholt in Leipzig, aber zu Hause gegen Dortmund verloren, in Köln verloren, in Mainz verloren, nur unentschieden gegen Heidenheim. Also das ist wiederum eine ganz andere Bilanz, als der 1. FC Köln hatte. Da sieht es düsterer aus. Ja, das gab auch sehr, sehr viele ungute Analysen dessen, was da gerade in Wolfsburg passiert. Der Kader ist wohl lausig zusammengestellt. Die Stimmung insgesamt im Verein ist wohl auch nicht gut.

Alles das, was man so als Erfolgskriterien normalerweise bei Vereinen hat, nämlich dass du einen gut verzahnten Jugendbereich mit dem Profibereich hast, dass du die gemeinsame Philosophie hast, dass die Stimmung in der Mannschaft gut ist, dass sich keine allzu große Klickenbildung gibt. Alles das nicht beim VfL Wolfsburg vorhanden. Und ich glaube, wenn so der Rest der Liga mal auf die guckt, dann denkt man auch, die performen jetzt seit so vielen Jahren unter ihren Erwartungen und unter dem finanziellen Einsatz. Da wäre es doch eigentlich mal ganz gut, wenn die auch mal absteigen würden. Einfach mal, um sich gesund zu schrumpfen. Es ist allerdings so, dass es am Ende genauso wie den FC Augsburg oder Mainz 05 niemals erwischt. Es erwischt immer andere. Das ist irgendwie das eher eine Gesetz der Bundesliga. Es erwischt immer welche Untoten wie St. Pauli oder Heidelheim oder Mönchengladbach beispielsweise, wo auch große Krise gerade ist und es sehr, sehr viele Sitzungen gab mit den ganzen Gremien und alle sich fragen, wie konnten wir da unten reingeraten, wo wir doch so einen tollen Interimstrainer haben und die Mannschaft sich doch eigentlich wieder berappelt hat. Aber ich glaube, es könnte in diesem Jahr einfach, weil so viel schief läuft.

In Wolfsburg tatsächlich passieren. Aber das muss man eben auch mal sagen, und damit monologisiere ich auch schon zu Ende, der VfL Wolfsburg-Kanal, wird natürlich wieder hochkommen. Sie werden mit aller Macht versuchen, wieder in die erste Liga zu kommen und die finanziellen Mittel werden da sein. Man hört so aus dem Konzern, alles das, was den VfL Wolfsburg ausmacht, da wird ja gerne mal die Geschichte erzählt, ja, die armen Arbeiter beim VW-Werk, die müssen Schichtarbeit machen und Kurzarbeit machen und gleichzeitig kriegt der VfL so viele Millionen in den Hals gestopft. Also wie sagte der Kollege, es ist noch nicht mal ein Rundungsbeitrag in der VW-Bilanz, was der VfL Wolfsburg da bekommt. Insofern muss man sich jetzt keine Gedanken darüber machen, dass großen Sparprogrammen auch der VfL Wolfsburg zum Opfer fällt. Die werden natürlich wiederkommen. Ich ganz auf die Gefahr, mich zu wiederholen sage, aber ehrlich gesagt auch nochmal, dass ich finde, dass es gerecht ist und auch nachvollziehbar, dass beim VfL Wolfsburg einfach nicht funktioniert, dass du da einen Verein hast, wo nichts gewachsen ist in der Mannschaft. Also wo du Spieler zusammenholst, die alle irgendwie ein gutes Profil haben und alle eher teuer sind. Also die Kaderkosten sind ja immens bei dem Verein für das, was jetzt in der Saison rausspringt. Die gehen da aber alle gemeinsam unter, weil es eben keine Mannschaft ist, wo du sagst, ja geil, ich bin froh, dass ich jetzt hier bin und hier wollen wir jetzt richtig was aufbauen, sondern da gehst du hin, um richtig gut Geld zu verdienen.

Und du weißt ganz genau, wenn es irgend geht, bist du da auch in zwei Jahren wieder weg. Also genauso spielen sie halt auch. Und wenn du dir anguckst, wer da alles gespielt hat in den letzten Jahren, Max Kruse, Diego, Kevin De Bruyne und so weiter, das ist ja nicht so, dass da irgendeiner jetzt eine wahnsinnige Strahlkraft entwickelt hat, sondern es ist also so, die haben da alle ihr Ding abgezogen und sind dann wieder weg gewesen. Ich will jetzt nicht schon wieder Walders Ivanauskas. Gott, hab ihn selig, den quicklebendigen Walders Ivanauskas erwähnen. Aber der wollte ja gar nicht. Und die Frau von Walders Ivanauskas wollte auch auf keinen Fall nach Wolfsburg kommen.

Es gab mal vor Jahren, als Julian Draxler in Wolfsburg gespielt hat, die Älteren mögen sich erinnern, kurz nach dem Krieg, da gab es mal, glaube ich, eine Spiegelreportage. Und dann sah man Julian Draxler in so einem blitzblank, sauber geputzten und offenbar vormöblierten Appartement, wie er elegisch und melancholisch zugleich aus so einer großen, bodentiefen Fenster in so einen komischen Vorgarten guckte. Und ich glaube, ich habe nie ein Bild im Spiegel gesehen oder sehen viele Kriegsbilder auch dabei, das so deprimierend war wie Julian Draxler in Wolfsburg. Das ist halt so eine Durchgangserhitzerstation für junge Talente. Man kann schon sehr, sehr gut verdienen, man kann Bundesliga spielen und man weiß aber auch, allzu lange bleibst du da halt nicht. Das war bei Kevin De Bruyne so, bei Julian Traxler so, der erst mal seinen Karriere-Höhepunkt in Katar gefeiert hat. Also will nur sagen, es ist schwierig für so einen Klub, der es irgendwie aber auch nicht schafft, lebendiger zu werden. Und ich habe mich mit ein paar Kollegen mal darüber unterhalten, was eigentlich beim VfL Wolfsburg passieren müsste, damit der mal lebendiger wird. Und ich glaube, die Antwort ist wirklich, dass er mal die Kontrolle loslassen würde. Also, dass der Konzern und die ganze Führung im Verein mal ein bisschen Kontrolle loslassen könnte und sagen könnte, wir müssen nicht immer mit allem, was wir machen, konzernkompatibel sein, sondern wir lassen mal so eine Art Vereinsleben richtig zu. Das wäre ihm, glaube ich, zu wünschen, aber das ist eine Sache, das geht man wahrscheinlich eher in der zweiten oder in der dritten Liga an, als in der ersten, wenn du ohnehin im Abstiegskampf verstrickt bist.

Philipp, das ist jetzt nicht abgesprochen. Wollen wir mal einen melancholischen Blick werfen auf die Karriere von Julian Draxler? Weil ich finde es irgendwie komisch, der Name kam jetzt so aus dem Universum. Der spielt noch bei Al-Ali. Al-Ali. Al-Ali. Und hat noch bis 2028 Vertrag da. Und spielt ja schon seit drei Jahren. Wird dieses Jahr 33, das finde ich auch erstaunlich. Und hat davor Benfica Lissabon gespielt, zehn Spiele.

In Paris Saint-Germain hat er in sechs Jahren 130, 131 Spiele gemacht. Auch nicht die Welt. In Wolfsburg hat er in zwei Jahren 34 Spiele gemacht. Und davor war er bei Schalke der Riesenname und das große Talent. Also eigentlich einer, der wirklich seine Karriere auch irgendwie, wie Marcel Reif sagen würde, verhühnert hat. Ja, das sieht er ja selber gar nicht so. Ich habe, um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern, vom längeren Zeit mal angefragt wegen eines Interviews mit Julian Draxler. Und dann gab es längere Debatten mit dem Kollegen, der ihn damals betreut hat. Und ich meine, das wäre doch eigentlich mal eine gute Sache, zu erklären, wie das alles so gelaufen ist. Und warum er möglicherweise doch im Reinen ist mit sich und seiner Karriere und den Entscheidungen, die er getroffen hat. Das ist dann aber nicht zustande gekommen. Ich vermute auch mal, weil es eine gewisse Erklärungsnot gegeben hätte. Also er war ja unbestritten ein großes Talent. Und ich kann mich noch erinnern an diese großen Wagen, die mit dem Plakat von Julian Draxler eigentlich durch Gelsenkirchen fahren sollten. Verlängert bis 2042 oder so stand da drauf. Dann ist er ja weggegangen und er galt immer so als der klassische gesichtslose und meinungslose Jungprofi, der alles dann noch ausrechnet war. Der hat 58 Länderspiele. Kannst du dich an eins erinnern? Also ich kann mich eher an Länderspiele von Christian Panda erinnern, als an Länderspiele von Julian Draxler. Und das ist ja kein gutes Zeugnis. Also irgendwie, er hat keine Spuren hinterlassen. Wann hat er nochmal für die Nationalmannschaft gespielt? Zehn Jahre lang, 2012 bis 2022. Zehn Jahre als Nationalspieler. Leck mich am Arsch. War denn bei der WM 2014 war Julian Draxler dabei?

Also EM 2012 hat er gespielt, wurde nominiert genau für die WM war sogar, ey, Der war mal Kapitän der Nationalelf. Ja, leck mich am Arsch. Das gibt es doch gar nicht. Hier kommen die total arten Fakten auf den Tisch. Julian Draxler. Und im Halbfinale gegen Brasilien wurde er eingewechselt. Das war sein erstes Spiel bei der WM. Also er hat dann vorher keine Rolle gespielt. Das ist schon lang her. Aber ich glaube, das war noch vor der Pubertät.

Er löste im Alter von 20 Jahren Christian Schmidt nach 104 Jahren als bislang jüngsten Nationalmannschaftskapitän des DFB ab. Arnd, ich bin ganz ehrlich. ich bin jetzt schon, Arndt, ich bin vor zwei Minuten schon eingenickt. Alles an mir vorbeigegangen. Wir können aber mal, wo wir gerade bei der Nationalmannschaft sind, wunderbare Überleitung machen. Eine Taf.6 und brisante Überleitung zur Nationalmannschaft, denn es gab ein großes, großes Interview im Kicker, im Sportmagazin Kicker bei meinen Kollegen mit Julian Nagelsmann. Das ging über ungefähr 114 Seiten und danach kam noch ein 103-seitiges Interview mit Thomas Müller auch noch hinterher. War eine große Interviewausgabe. Andy Warhol hätte seine große Freude gehabt. Auf jeden Fall hat Julian Nagelsmann alle in den Senkel gestellt. Es war Ein bemerkenswertes Interview, denn normalerweise sind Interviews mit Bundestrainer in so einer Phase, also kurz vor der WM, glatt gebügelt. Da gibt es die eine oder andere diplomatische Aussage. Dann heißt es mal, ja, der muss sich noch ein bisschen mehr anbieten. Aber was Julian Nagelsmann alles so vom Stapel gelassen hat, das war schon beeindruckend. Also unter anderem hat er klar gemacht, ich paraphrasiere mal, dass er durchaus unterschiedliche Kriterien hat bei verschiedenen Spielern. Goretzka muss beim FC Bayern nicht allzu viel spielen, ist trotzdem gesetzt fürs Mittelfeld. Dafür El Mala, über den hat er richtig abschätzig geredet. Ja, er hat es bei uns ganz ordentlich gemacht, was ja normale Zeugnissprache eine gute Vier ist. Er hat es ordentlich gemacht, er hat sich stets bemüht. Aber der muss mal mehr spielen, so geht es nicht. Er kann nicht nur 50 Prozent spielen.

Es war bemerkenswert. Ich weiß nicht, wie hast du das gelesen? Also fandst du das irgendwie eine gute Wortmeldung? Oder dachtest du auch irgendwie, warum geht das so sehr aus dem Sattel? Ja, ich fand es auch erstaunlich. Ich habe natürlich die Überschrift vor allem gelesen über Niklas Füllkrug, über den er gesagt hat, naja, also da sehe ich jetzt gerade wenig Anlässe, ihn zu nehmen, weil er hat kaum Spielzeit und er trifft auch nicht viel. Da bin ich auch ein bisschen zusammengezuckt, weil ich dachte ...

Es ist jetzt relativ frühzeitig, solche Aussagen zu treffen. Ich weiß es auch nicht so genau. Ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich habe immer noch nach wie vor kein Gefühl für die WM und für die Nationalmannschaft und für die Perspektiven, die dieser Kader haben wird, den er jetzt zusammenstellt. Ich weiß auch nach wie vor nicht, wen er mitnehmen sollte, wen er nicht mitnehmen sollte. Die Aussage über Goretzka finde ich eigentlich gut, aber auch überraschend, dass er sagt, ja, der wird auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen, sinngemäß.

Finde ich mutig. Ja, ich weiß auch nicht, es ist irgendwie an mir vorbeigerauscht, das Interview. und ich habe es gelesen und gedacht, aha, gut. Also ich muss sagen, ich war verwundert, auch deswegen, weil es so unvorsichtig ist. Also es kann ja auch einfach sein, dass du mal ein bisschen Verletzungspech direkt vor der WM hast und dann hast du ein, zwei, drei Leute, die du nicht mitnehmen kannst und dann musst du plötzlich einen mitnehmen, über den du vorher so abschätzig gesprochen hast. Also ob es nur Füllkrug ist oder El Mala, kann ja sein, dass du die große Sturmvisiere plötzlich in der Nationalmannschaft hast und dann hast du einen, der sagt, ja, der hat ganz ordentlich abgeliefert, aber da muss noch was kommen oder Füllkrug, der trifft gerade nicht und dann musst du den Bullen doch irgendwie mit in den Kader aufnehmen. Also völlig ohne Not ganz, ganz viele Fässer aufgemacht. Ich glaube, wenn es darum ging, so ein bisschen WM-Vorfreude zu erzeugen oder zumindest nochmal so, das darf man auch nicht vergessen, das Ziel, das er selber aufgestellt hat, der nach der Euro gesagt hat, jetzt wollen wir auch mal Weltmeister werden und das jetzt einfach mal so abzuräumen und nicht zu sagen, da habe ich die Mannschaft nicht ordentlich zusammengestellt, sondern der taugt nicht und der haut nicht hin und der muss noch was tun und der spielt zu wenig, den kann ich nicht mitnehmen, der zieht das Bein nach. Das fand ich schon bemerkenswert. Und wie gesagt, erstaunlich unnötig. Also es ist wirklich unnötig, wenn es darum geht, eine gute Stimmung herzustellen. Pass auf, da sind wir auch bei einem wichtigen Thema. Ein Kollege hat unter der Woche gefordert, Antoni Rüdiger darf nicht mehr zur WM. Wegen seines Fouls an Chetafes Rico. Hast du das Foul gesehen? Ja, ich hab's gesehen. Und ich weiß nicht, wie es dir ging.

Erst denkst du, ja, stolpert er da rum, aber dann denkst du, also zumindest als unabhängiger Beobachter, da kann er ja auch einfach mal nicht so wüst draufsteigen. Da kann er ja vielleicht mal nicht so rumtapsen wie das Urmüll in der Puppenkiste. Also das, finde ich, funktioniert so nicht. So kannst du eigentlich auf dem Niveau nicht spielen. Und ich kann, muss ich sagen, den Zorn vom Getafe-Kollegen gut verstehen. Der hat ja Zitat gesagt, er hat versucht, mir das Gesicht einzuschlagen. Es war ein Foul, man muss das dazu sagen, erstaunlicherweise. Ich habe das Spiel nicht live gesehen und habe es dann versucht, mir in irgendwelchen YouTube-Zusammenfassungen anzugucken. In den meisten Zusammenfassungen war diese Szene gar nicht drin. Und irgendwann habe ich eine gefunden, wo es drin war. Und es ist ja so ein ganz merkwürdiger Zweikampf, wo es wirklich mehr so ein Übereinanderstolpern ist, wo dann aber Rüdiger Rico mit dem Knie im Gesicht trifft, also am Kiefer. Jetzt nicht volle Kanne frontal. Ich finde, man kann auch nicht unbedingt sagen, dass es nach Absicht aussieht. Es ist eine komische Szene und ich muss ganz ehrlich sagen, ich meine, Antonio Rüdiger ist 33 und er ist nicht so unersetzlich, dass man sagen kann, er muss auf jeden Fall mitgenommen werden. Aber ich weiß auch nicht, ob die Szene ausreicht, um zu sagen, nee, den lassen wir mal lieber zu Hause. Nein, also das ist natürlich auch so eine Quatsch-Diskussion und ich glaube auch, gerade weil Antonio Rüdiger so einer ist, der natürlich polarisiert, dass solche Diskussionen bei dem permanent aufkommen und natürlich wirkt er auch manchmal wie so ein Psycho auf dem Rasen, aber ich finde gleichzeitig.

Diese Abstrafmentalität, dass die Leute dann sagen, ja, der darf auf keinen Fall mehr mit, das ist auch so typisch, ne? Das käme bei keinem anderen Nationalspieler aufs Tapet, nur eben bei Antonio Rüdiger. Wo wir grad bei solchen Szenen sind. Wir haben eine Szene aus dem Klassiko noch gar nicht entsprechend thematisiert, nämlich das VfL von Schlotterbeck. Wo ja viele Leute gesagt haben, es hätte eigentlich rot geben müssen. Und ich aber im Nachhinein, je öfter ich mir das angeguckt habe, gedacht habe, okay, ich habe da keine Lust, bei so einem Foul über das Trefferbild zu reden. Ich finde aber, du musst unterscheiden, ob jemand den Ball spielt oder nicht. Und er hat den Ball ja gespielt. Also das Foul hinterher war trotzdem faul. Und es war klar, dass es geahndet werden muss. Und es war auch gut, dass es eine Karte gab. Aber ich finde auch, also eine rote Karte wäre gewesen, wenn er dem absichtlich die Knochen poliert. Und das war ja bei der Szene nicht der Fall. Ja, und es war Mentalität.

Mentalität. Nico Schlotterbeck ist eben einer, von dem du das Gefühl hast, am liebsten würde der irgendwie mit dem Messer zwischen den Zähnen auflaufen. Das mag ich eigentlich ganz gerne bei dem. Also man kann natürlich hinterher sehr, sehr viel ramentern und ich glaube, der Protest der Münchner fiel auch deswegen dann jetzt nicht so geharnischt aus, weil sie zum Schluss ja auch das bessere Ende für sich hatten. Ich glaube, wenn die verloren hätten oder nur unentschieden gespielt hätten, hätte man auch ganz anders drüber debattiert. Aber es reiht sich natürlich ein in eine Vielzahl von Debatten, die wir haben. Nur ich finde, wenn in dem Moment auf gelbe Karte entschieden worden ist, dann ist das auch okay. Ich mag es dann auch nicht, dieses Sezieren hinterher, guck mal da und da gibt es noch eine andere Einstellung und hier siehst du was. Das ist berechtigt, wenn der Ball klar über der Torlinie ist, aber bei so einem Foul, finde ich, ist es eben oft so, dass ja auch eine Binsenweisheit, dass Superzeitlupen und Super, Super, Superzeitlupen oft dann auch verzerrte Darstellungen vom eigentlichen Tatgeschehen bringen. Insofern, ich konnte mich da nicht so wahnsinnig drüber aufregen. Mehr aufregen konnte ich mich eigentlich darüber, dass wir...

Und das ist ja eine Diskussion, zu der wir jetzt zum Anfang unserer kleinen, feinen Aufnahme hier zurückkehren, dass du jetzt null Spannung mehr hast. Und das ist ja so, wie in manchen dunklen Jahren auch schon in den 10er Jahren, als die Bayern auch Abonnementsmeister waren. Und die Frage ist doch auch wirklich, was wollen wir eigentlich dagegen tun? Haben wir uns da jetzt komplett dran gewöhnt? Es ist einfach vorbei. Wir haben keine Spannung mehr. Die Bayern sind auf ewig und immer enteilt. Und dann bekommen sie durch die Champions League nochmal mehr Kohle dazu. Und die Dortmunder sind immer wahnsinnig zufrieden damit, wenn sie wenigstens Zweiter werden. Was soll denn eigentlich noch passieren, damit in der Bundesliga die Leute sagen, so können wir nicht weitermachen? Also es wird ja nicht besser. Ich finde, dafür ist es erstaunlich ruhig. Also es gibt immer viele Erfolgsmeldungen. Ja, die Bundesliga, Rekordumsatz. Und dann haben wir auch noch jetzt einen Vertrag mit China abgeschlossen und so weiter. Aber man muss es doch einfach mal so sagen. Dass es keinen sportlichen Wettbewerb mehr an der Spitze gibt, solche Ausreißer wie Leverkusen bestätigen da nur die Regel. Das ist doch ein Alarmzeichen, da musst du doch eigentlich als Liga sagen, wir müssen jetzt handeln. Und wie gesagt, der Reflex ist ja nicht, jetzt schaffen wir 50 plus 1 an, weil wir noch ein paar zwielichtige Investoren brauchen, sondern wir müssen an die Frage, wie Geld verteilt wird, in der Bundesliga ran. Um dich mal zu zitieren, denkt ja niemand an die Kinder. Ja.

Aber stell dir jetzt mal einen 10-jährigen Fan vor, der jetzt dabei ist, Fußball cool zu finden. Und dem musst du aber erklären, ja, also Fußball ist auch total toll, aber du musst vor der Saison dir keine Gedanken machen, wer Meister wird, weil das steht immer schon vorher fest. Das ist eigentlich, da musst du dir wirklich jetzt nicht den Kopf zermatern. Ich erzähle immer wieder gerne, dass in meinen ersten vier Jahren als Fußballfan vier verschiedene Mannschaften Meister geworden sind, vier verschiedene Vereine. Ich gucke auch immer ganz gerne so geschichtlich, wenn du guckst, ersten zehn Jahre Bundesliga, sieben verschiedene Meister, in den letzten zehn Jahren neunmal Bayern. Es sind einfach die Relationen komplett verloren gegangen und zwar sehenden Auges und zwar so, dass du wusstest, das würde passieren. Es ist ja nicht so, dass die Entwicklung jetzt völlig überraschend kam und du gar nicht genau weißt, warum das so passiert ist, sondern du konntest dazugucken. Ja, das ist doch deprimierend, das ist doch deprimierend, wenn du mir überlegst, dass diese Chroniken aus dem Jahr 66, 67 von Eidra Branschowk wahrscheinlich in Niedersachsen noch beliebter sind als dänische Pornohefte. Dann ist das doch irgendwie einfach wunderschön, dass du mal in deine Chronik gucken kannst. Du hast sie kopiert, du Schwein. Du hast sie kopiert, du Schwein. Gib sie mir wieder. Ja, ja.

Na gut, also ich will nur sagen, genauso wie die, diese Meisterschaften vom 1. FC Kaiserslautern, das ist alles Legendenschatz der jeweiligen Klubs. Und das hast du einfach nicht mehr. Du hast mal Leverkusen und es ist halt eben nur Leverkusen. Du hast Dortmund, kurz nach der Kreidezeit, 2012, wo die nochmal Meister geworden sind. Aber das ist doch zutiefst deprimierend. Und warum gibt es da nicht längst Alarmstimmung? Ich glaube, das liegt daran... Dass irgendwie die meisten Klubs sich doch damit abgefunden haben, dass es eben so ist. Also wenn du jetzt mal bei Eintracht Frankfurt rumhörst oder beim VfB Stuttgart oder bei RB Leipzig oder wem auch immer, die sagen ja alle nicht die scheiß Bayern, sondern die sind irgendwie froh, dass sie dann auch mal an die dicken Fleischtöpfe der Champions League können. Die sind froh, dass sie selber noch irgendwie zu den privilegierten oberen Sechs gehören. Also es gibt überhaupt gar kein Wille, das zu verändern. Und das ist deprimierend. Also das ist deprimierend und ich glaube, das wird auf die Dauer, zumindest auch wenn es um internationale Vermarktung geht, auch um nationale, irgendwann echt mal richtig auf die Stimmung drücken. Man kann es ja komplett ablesen, also du kannst ja gucken, wann, wie viel Geld wohin geflossen ist, durch neue Verträge, durch Einnahmen in der Champions League und so weiter. Ich zitiere auch jetzt gerne nochmal die Meister des ersten Jahrzehnts dieses Jahrtausends, wenn wir 2000 anfangen. Die Meister in dieser Reihenfolge Bayern, Dortmund, Bayern, Werder, Bayern, Bayern, Stuttgart, Bayern, Wolfsburg. Da war noch Bewegung.

Vizemeister Schalke ist noch Vizemeister geworden in der Zeit. Zweimal, nee, dreimal sogar. Dreimal Vizemeister in diesen zehn Jahren. Es war ganz viel Bewegung im Gange. Und wenn du dann guckst, im Jahr 2010, da fing die böse Entwicklung an. Zehn und elf und zwölf Dortmund noch zweimal Meister geworden. Und danach nur noch Bayern. Und Vizemeister fast immer Dortmund, bis auf wenige Ausnahmen. Also da fing es an, dass es wirklich anfing, öde zu werden. Jetzt werden natürlich die Kritiker sagen, ja, aber in England, da fließt ja auch viel mehr Geld. Und da gibt es ja auch spannende Meisterschaften. Was machen wir denn verkehrt? Altes russisches Sprichwort, man soll Unvergleichliches nicht vergleichen. Das bedeutet, die Premier League und die Bundesliga kannst du schon deswegen nicht vergleichen.

Unterschiedliche Eigentumsverhältnisse, unterschiedliche Geschichten. Die Engländer haben großes Glück gehabt, dass es die Kolonien haben. Hat Herbert Bruchhagen mal in einem Impulsvortrag festgestellt. Also das kann man natürlich sehr, sehr weit treiben, ob man das vergleichen möchte oder nicht. Aber die Schuldfrage kann man jetzt doch eindeutig klären. Borussia Dortmund ist schuld. Kannst du dich noch erinnern an den Mythos Donald Trump, warum der so groß geworden ist? Alle sagen immer, als Obama ihn beim Korrespondentendinner im Weißen Haus gedemütigt hat, als der seine zweite Präsidentschaft hatte, da hat Trump entschlossen.

Dass er jetzt aber bitteschön mal Präsident werden will, um diese Demütigung auszuwetzen. Und ich glaube, Dortmund hätte die Bayern einfach nicht reizen dürfen 2011, 2012. Also ich glaube, diese große Wunde, dass Jürgen Klopp die Dortmunder damals zum Double geführt hat, ich kann mich noch an dieses rauschhafte DFB-Pokalfinale erinnern, ich glaube, das hat die Bayern dann so gereist, dass sie endlich mal ernst gemacht haben und seitdem vorneweg marschieren. Aber ich prophezeie einfach mal, und das ist ja zu dem Thema vielleicht dann noch abschließend, dass es auf jeden Fall Verteilungskämpfe geben wird in Zukunft. Und ich glaube nicht, dass das alles immer so weitergeht, dass die Leute sich jetzt auf 20 und 30 Jahre damit abfinden, dass einfach immer der FC Bayern Meister wird. Vielleicht sollten sie in der Sportschau und dem Sportstudio immer eine Tabelle ohne den FC Bayern einblenden. Die sind einfach oben, die kann man sich dazu denken. Und dann gibt es einfach eine 17-köpfige Liga und wird die Vizemeisterschaft eben als eigentliche Meisterschaft gefeiert. Bekommt auch eine kleine Meisterschale und so weiter. Das ist ja auch so ein Ding, dass die Bayern ja früher immer mal latent gedroht haben, wir verlassen die Bundesliga, wir vermarkten uns selbst, wir machen unser eigenes Ding und wir spielen dann in der Europaliga, bringen viel mehr Geld und die Bundesliga ist gar nicht mehr so interessant für uns.

Und da haben immer alle gesagt, um Gottes Willen, dann wäre das Ende. Und jetzt mittlerweile erlebst du doch ein Achselzucken, wenn Leute sagen würden, jetzt die Bayern verlassen die Bundesliga, dann würden doch viele, viele Menschen sagen, ja dann ist das halt so, dann machen die ja ihr eigenes Ding und der Rest spielt die Bundesliga aus und hat wieder spannende Meisterschaften. Das ist doch gar nicht mehr so das Schreckgespenst. Und ich möchte mal eine Vorhersage machen. Ich bin ziemlich sicher, dass in drei, vier, fünf Jahren dieses ganze große Thema Europäische Superliga wieder sehr präsent sein wird. Also wir denken ja immer, dadurch, dass es die Proteste in England gab, dadurch, dass alle zurückgerudert sind und nur noch die großen, gierigen spanischen Clubs übrig geblieben sind, dadurch sei das Thema vom Tisch, ist es aber nicht. Also die ganze kapitalistische Logik, um mal Hartmut Rosa zu zitieren, die ganze kapitalistische Logik, die wir da haben, die fußt natürlich auch darauf, dass du nochmal guckst, wo kann ich noch mehr Geld verdienen? Und diese Superliga wird es irgendwann geben. Also es wird irgendwann große Bestrebungen geben und da können sich 150 West Ham-Fans noch an irgendwelche Gitterketten, da können sie in England, in London, in Deutschland, in Berlin, in München protestieren.

Das wird nichts helfen. Da frisst die Revolution ihre Kinder oder ernährt sie meinetwegen auch. Dann wird es so sein, dass du einfach zusätzlich noch eine Superliga hast und der FC Bayern hat dann wahrscheinlich 50 Spieler im Kader und dann lässt er 20 in der Bundesliga spielen und noch 15 möglicherweise in der Superliga. Also das Thema wird auf jeden Fall uns wieder beschäftigen. Und das ist natürlich deprimierend und gleichzeitig ist es natürlich auch Teil dieses unfassbaren Zirkus, der sich da inzwischen international im Fußball abspielt. Jetzt haben wir ja diese Diskussion, ich mache heute Spiegel Online auf und dann lese ich, Trump, ist es egal, ob der Iran an der WM teilnimmt? Und dann dachte ich, das ist mal eine Meldung, das ist mal eine Meldung. Also es ist ja wirklich eine Frage nach diesem entfesselten Krieg, ob ein Kriegsgegner dann in die USA reisen wird und dort fröhlich Fußball spielen wird. Du hast es ja vorhin schon gesagt, also so richtig freuen kann man sich auf dieses Turnier doch nicht, weil man denkt, das hat 150.000 politische, gesellschaftliche Implikationen, die einem nicht passen. In Mexiko killen sich alle gegenseitig in den Kartellkriegen, in den USA ist dieser Eistrupp unterwegs und Trump verwandelt das alles in eine Diktatur. Das ist doch alles so wahnsinnig unerkehlich. Wann können wir uns denn endlich mal wieder auf ein Turnier freuen?

Ganz, ganz schwieriges Thema. Ich habe übrigens eine interessante Nachricht am Rande. Wir haben ja irgendwann schon mal darüber geredet, dass es dieses Jahr wahrscheinlich nicht mal ein fünftiges WM-Album geben kann, weil es dafür zu viele Mannschaften sind mit 48. Ich habe jetzt herausgefunden, das WM-Album wird erstens relativ spät erscheinen in diesem Jahr und zwar Mitte Mai, weil dann erst alles so richtig klar ist und es werden 980 Bilder erscheinen. Bislang waren das immer so 400 oder so.

980 Bilder und es werden alle Mannschaften drin sein. Das wären ja zwei Bände wahrscheinlich oder so oder so ein Schuborg, keine Ahnung. Es ist auch erstaunlich, wenn du dir dann anguckst, den Fußball global und als Ganzes.

Eigentlich, der große rote Faden ist, alles wird unübersichtlicher und schwammiger. Die Weltmeisterschaften werden schwammiger, die nationalen Wettbewerbe werden schwammiger. Es gibt immer mehr Wettbewerbe, wo du überhaupt nicht weißt, warum es die gibt. Der Fußball wird einfach weniger verständlich, weniger überschaubar und wird einfach mehr zu einem, aber das ist jetzt keine besonders mutige Aussage, zu einem Vehikel, um möglichst viel Kommerz zu generieren und alles irgendwie noch so melkbar zu machen, wie es irgendwie ist. Ah, 980 Bilder, du bist ja so ein manischer Sammler, also wirst du dich da reinstürzen? Also wirst du sagen, ich muss Haiti noch komplett bekommen oder was ist das denn? Ich weiß nicht, wie man das machen soll, also ob dann jetzt 15 Bilder in einer Tüte sind oder ob dafür die Bilder nur so Briefmarken groß sind und auf jedem Sticker sind vier oder ich weiß das nicht, ich bin da sehr gespannt. Aber überleg mal jetzt auch wieder, wer denkt da denn wieder an die Kinder? Überleg mal, du bist ein 10-jähriges Kind, willst das WM-Album sammeln und weißt ganz genau, du musst eigentlich eine Hypothek aufnehmen, deine Eltern, damit du das hinkriegen kannst. Ja, Mutti kündigt den Bausparvertrag, damit der Sohn das Panini-Album vollkriegt. Diese ganzen Tauschbörsen, die es früher gab, das wird es natürlich alles inzwischen nicht mehr geben, aber um mal kulturkritisch zu sein, ich glaube ehrlich gesagt, das ist für sehr, sehr viele Kinder jetzt auch nicht mehr das große Desiderat, der große Wunsch ist zu sagen, oh, das Größte, was jetzt bei der WM noch auf mich wartet, das ist ja wohl eindeutig das Panini-Album. Die sind ja inzwischen längst viel weiter. Dann haben sie irgendwelche komischen Trading Cards oder dann können sie irgendwie bei FIFA irgendwelche Packs öffnen und so weiter. Wir kommen da doch gar nicht mehr mit, wir alten weißen Männer. Ja, pass auf. Wir können ja trotzdem mal feststellen. Du oder ich? Ja, du oder ich. Ich oder du? Erst du. Müllers Kuh. War schon halb im Satz.

Ja, aber wir können trotz allem mal feststellen, die WM nah dran. Und ich bin zumindest mal gespannt, ob sich die ganzen politischen Implikationen noch irgendwie auflösen. Ich werde ja hinfahren und ich werde auch im deutschen Quartier vorbeischauen. Und dann gucke ich mal, wie die Stimmung so ist. Ich hoffe, dass wieder dieser schreckliche deutsche WM-Fanbus dabei ist, der immer aussieht, als ob sie irgendwie in der Schinkenstraße losgefahren sind und per Mein Schiff 5 rübergefahren worden sind in die USA. Ich bin sehr, sehr gespannt, ob der Fanclub Nationalmannschaft bei Coca-Cola wieder bei ist. Ja, so wird es sein. Aber wir werden trotzdem versuchen, jeden Tag einen Podcast zu machen, oder? Ja, natürlich. Und ich werde mit der Zeitverschiebung hadern. Und ich werde natürlich auch dann so die klassischen Amerika-Klischees bedienen. Fotos von Mount Rushmore und beim Drive-Thru-Tree. Cowboy-Hood.

Köster am Grand Canyon und solche Sachen. Und in Las Vegas. Ich werde nichts mit Fußball zu tun haben, aber ich werde einfach mal als Spesenritter durch Amerika gondeln, habe ich mir überlegt. Pass auf, ich habe noch, bevor wir Frimpong von seiner Showtreppe holen, der ja diese Woche wieder da ist, der eben schon einmal demonstrativ gegähnt hat, weil er einfach beleidigt ist, dass er noch nicht rankommt. Ein wichtiges Thema noch, IFAP, neue Regeln. Neue Regeln, also eine Sache, die ich ja schon mal gefordert habe, gelb-rote Karten dürfen in Zukunft auch überprüft werden. Aber, und jetzt fasst du dich an den Kopf, nur die zweiten gelben Karten, also die zur gelb-roten Karte führen, werden geprüft. Die ersten sind dann egal. Also ob die erste völlig Wumpe war und ob da irgendeiner den sterbenden Schwan gemacht hat oder so, die völlig ungerechtfertigt ist, das wird nicht überprüft. Obwohl das ja ginge. Es ginge doch ohne Problem, dass du, wenn ein Spieler eine gelbe Karte bekommst, die stehen lässt, aber du schon mal vermerkst, die war nach Lage der Dinge eigentlich nicht gerechtfertigt. Das könntest du machen. Aber stattdessen werden wir jetzt durch die Überprüfung der zweiten gelben Karten dauernd Fälle haben, wo einer vom Platz muss und wo jeder weiß, ja, die erste war ja eigentlich Wumpe, die war völlig hanebüchen, aber der geht jetzt trotzdem vom Platz. Das heißt also, das wird auch wieder eher nicht mehr Gerechtigkeit. Dann werden jetzt in Zukunft auch bei Ecken überprüft und bei Ecken und Einwürfen wird die Zeit genommen, auch wieder mit Finger hochzeigen und so weiter. Die einzige Sache, die ich gut finde, ist, ein Spieler, der vom Platz muss, nach einer Minute darf der erst wieder auf den Platz. Das finde ich eine sinnvolle Regelung. Alles andere.

Da denke ich, ey, da sitzen die zusammen und beratschlagen da in ihrem Landhaus und ihrem Gutshaus oder wo die ja immer da waren. Und dann kommt sowas dabei raus. Das ist seltsam. Ah, und ich finde einfach sehr, sehr schön, dass du ja überall immer sehr wohltemperiert bist. Aber kaum geht es um Regelauslegung. Du bekommst in so einem geifernden, jammernden Unterton. Das gefällt mir sehr. Das gefällt mir sehr. Ja, aber sag doch selbst. Da erlebe ich den wahren Arndt. Ja.

Sehr schön. Mehr hast du dazu nicht zu sagen, oder was? Doch, ich habe anbindend. Im Gegensatz zu dir moderiere ich solche Themen nicht mit einem Na-ja-ab, sondern führe sie fort, in dem ich sage, es gibt immerhin, und es wird, glaube ich, jetzt gerade in der kanadischen Liga erprobt, das Daylight-Upside, um mit den New Angels zu sprechen, Daylight in your eyes. Es ist jetzt so, wir erklären das nochmal kurz, Upside gibt es dann nur, wenn der Angreifer mit dem kompletten Körper vor dem Abwehrspieler ist, um die gleiche Höhe aufzulösen, also man muss das Daylight, das Tageslicht zwischen den beiden sehen und dann ist es erst Upside und das wird jetzt erprobt. Im Hintergrund Shownote, Tim Pomerenke gähnt schon wieder, ohne die Hand vor den Mund zu nehmen. Ich habe gelangweilt am Hinterkopf. Ja, ich bin froh, dass er sich nur am Hinterkopf kappt. Aber sehr gelangweilt. Wie ein einzelner Mensch so gelangweilt aussehen kann. Ja, genau. Also pass auf, auf jeden Fall wird es jetzt erprobt und ich bin froh, dass es passiert, weil das ist ja, dazu habe ich jetzt neulich sogar eine wissenschaftliche Abhandlung gelesen, dass es totaler Quark ist, dieses ganze Erfassungssystem, das immer eine totale.

Millimetergenaue Genauigkeit und Exaktheit vortäuscht. Das werden wir aber in einer späteren Sendungen nochmal dekonstruieren. Auf jeden Fall wird es in Kanada ausprobiert und ich bin darüber sehr froh und deswegen ist dieses ganze Gemecker, das ganze Gemecker, ich möchte da niemanden angucken und ich möchte auch jedes Abend nicht persönlich nennen, die Regelkundler und die Regelhüter auch ein bisschen unnötig. Ja, aber weißt du, welcher Gedanke mir noch gekommen ist? Wir haben doch diese eigentlich unausgesprochene Regel, wenn die Zeit eigentlich abgelaufen ist, aber eine Mannschaft startet meinetwegen noch einen vielversprechenden Konter, dann pfeifst du diesen Konter nicht ab, auch wenn die Zeit eigentlich abgelaufen ist. Da entscheidest du doch auch im Sinne des Fußballs und sagst, nee, wir haben so viele Unwägbarkeiten, eventuell wäre es ungerecht, denen jetzt dieses fast sichere Tor abzupfeifen, das lässt immer noch laufen. Und genauso könntest du auch alle Entscheidungen handhaben. Du könntest doch bei jeder Entscheidung sagen, das ist jetzt nicht im Sinne dieses Spiels, im Sinne dieser Entscheidung, dass wir jetzt hier auf einen Millimeter gehen, genauso wenig wie wir bei der Nachspielzeit auf die Sekunde abpfeifen, wenn der Ball noch in der Luft ist und ein Spieler allein aufs Tor zuläuft und so weiter. Du könntest doch diesen Geist in alle Entscheidungen reintragen und könntest sagen, was wäre denn jetzt fair? Wäre es fair, das so zu entscheiden? Oder müssen wir jetzt hier mit dem Geodreieck kommen und das Geodreieck ist in den seltensten Fällen die faireste Lösung. Es ist eigentlich die Lösung, die immer, jetzt immer mehr um sich greift. Weiß der Geier. Ja, weiß der Geil oder weiß auch nicht. Das ist immer eine sehr schöne Überschrift auch über die Podcast-Folge. Das Geodreik ist immer die faireste Lösung. Nein, die faireste. Das würde niemand verstehen und alle denken, es ist ein Mathematik-Podcast.

Achso, Ant, ich habe die letzten zwei Minuten schon wieder nicht zugehört. Ich verstehe. Du hast ja auch im Kopf gefasst. Und ich höre im Hintergrund schon ganz leise eine anschwellende Melodie. Ein Mann, der aussieht wie Elvis in seinen jungen Jahren. Er trippelt gerade aufgeregt oben an der Showtreppe und die großen Scheinwerfer errichten sich auf ihn. Das Showorchesterungelenk ist dabei und in der Mitte. Hier ist der Frimpong Tibarenke.

Da ist er. Moin. So, jetzt kannst du auch wach werden. Moin. Moin. Warum hast du gegähnt, Tim? Ach, ich finde das immer so spannend, wenn das so in diese ganzen Regelfragen geht. Da lese ich auch die Mails immer ganz mit ganz... Du hast bei allen Themen vorher auch schon gegähnt. Ja, ich habe auch solitär schon komplett durchgespielt. Ich weiß gar nicht mehr, was ich machen soll. Ach, solitär. Solitär war schon auf Windows 95 installiert, vorinstalliert, ne? Zeitlos. Ich möchte nochmal mit einer Sache aufräumen. Ich war natürlich letzte Woche nicht im Urlaub. Ich habe das harte journalistische Handwerk verrichtet. ich war als Reporter unterwegs. Ach, ja. Homo Renke, what are you doing? Yes, yes, working, working. Dann reich mal schön die Reisespesen-Abrechnung ein. Ja, da kann man viel rauslesen wahrscheinlich am Ende. Hast du schöne Mates für uns? Ja, sicher. Von Marc. Marc hat ein Trikot-Thema, das haben wir auch sehr gerne. Moment mal eben, warum lachst du jetzt schon beim Namen Marc, Philipp? Was ist denn los mit dir von Marc? Naja, ich dachte, jetzt kommt irgendwie ein D-Mark-Scherz. Ist auch egal, lies einfach vor. Ähnlich, für die bevorstehende WM will ich mir ein Schottland-Trikot kaufen, schreibt Marc. Wegen der horrenden Preise hat mein Kollege eine Seite mit Fake-Trikots empfohlen. Wie steht ihr zu dem Thema? Nur Originale?

Da lache ich mal wie dieser asthmatische Hund. Natürlich nicht nur Originale. Ich finde, es ist eine eher eine Pflicht, wenn man nach Thailand, nach Vietnam oder in die Türkei fährt, ein Fake-Trikot mitzubringen. Das kann dann auch meinetwegen ein blaues Dortmund-Trikot sein oder ein gelbes Bayern-Trikot. So was musst du unbedingt mitbringen. Es kann auch sein, dass du BVB als BVG gelistet ist. Finde ich völlig okay. Es ist nur wichtig, dass du nicht nach Hause kommst und deinen staunenden Freunden erzählst, das hat mir Steffen Freund selber geschenkt, das ist Matchborn von 2004 oder so. Also ich finde, eine ordentliche Genese hinterzulegen, finde ich schon wichtig. Aber ansonsten Fake-Trikot ist unbedingt erlaubt. Die werden auch immer besser. Es gibt ja jetzt immer mehr so Versande, wo die Fake-Trikots so gut sind, dass du sie wirklich nur als richtiger Experte noch von richtigen Trikots, früher war es ja ganz einfach, da war einfach alles aufgedruckt und es fühlte sich auch billig an und die Kragen waren anders und so weiter, aber mittlerweile sehen die wirklich richtig, die haben Hologramme, die haben gestickte Wappen, weil interessant ist bei den, ich will jetzt keine Werbung machen für einzelne Seiten, aber wenn da Thai-Qualität drunter steht.

Dann klingt das ja irgendwie Halbseiten, das heißt aber immer, dass das quasi die Original-Trikots sind, weil die wohl unter Originalbedingungen mit Original-Zutaten in Originalfabriken da gefertigt werden. So ganz genau weiß ich es nicht, aber auf jeden Fall, diese Trikots kannst du nicht von Originalen unterscheiden. Und ich finde persönlich, ich würde mir nie ein Fake-Trikot meines Vereins anziehen oder kaufen. Aber wenn es um irgendein Trikot geht, was ich just for fun bei einem WM-Spiel, beim Public Viewing, irgendwo mal für zwei Stunden anhabe, da hätte ich, glaube ich, keine Skrupel. Aber sagt das niemandem weiter? Nein, also ich muss sagen, ich würde auch gerne Fake-Trikots anziehen. Also wenn ich so ein wunderschönes, gefälschtes Gary-Weber-Trikot von Ali Day mit Ali Day hinten drauf hätte, da wäre doch mir völlig egal, ob mir da jetzt jemand auf allem noch am Trikot fingert und sagt, das ist aber nicht original. Genauso ist es ja, finde ich, bei gefälschten Trikots Nationalmannschaften, also bin ich völlig schmerzfrei. Was ich aber rund um das Pokalfinale 2025 sehr, sehr schön fand, dass in den sozialen Netzwerken ein Kollege herumgeistete, der wohl ein Nachfahre der Firma Seidensticker war. Also irgendeiner aus dieser großen Dynastien. Amina Bielefeld hatte ja mal Seidensticker als Trikotsponsor. Und der lief dann in einem wunderbaren Vintage-Trikot mit Seidensticker-Aufdruck rum und posierte damit stolz. Und das sah so aus, als ob er das aus dem Firmen- oder aus dem Familienfundes rausgeholt hat. Und dann war das auch gefälscht. Also der Seidensticker-Erbe lief mit einem Amina-Seidensticker-Trikot herum. Und das war auch fälscht. Das war wahrscheinlich auch Teilqualität. Insofern, man kann es ja einfach gar nicht mehr auseinanderhalten. Insofern hat bei mir jeder Absolution, der mit so einem gefälschten Ding rumläuft. Mhm.

Das ist ein bisschen, Thai-Qualität ist also das Label, auf das man achten muss. Interessant. Gut, wir lernen noch was. Stell dir mal vor, du bist auf dem Bazar und dann sagt dir einer, das ist Thai-Qualität. Nicht schlecht, gleich mal 100 Euro mehr. Jetzt wisst ihr genau, was los ist. Nico schreibt uns. Ja. Ich bin großer Anhänger von Hertha BSC und fahre mit meinem elfjährigen Sohn zu nahezu allen Auswärtsspielen. Das sind für uns besondere Erlebnisse, gemeinsame Erinnerungen, die bleiben sollen. Umso ärgerlicher finde ich es, dass man inzwischen kaum noch richtige Hard-Tickets bekommt, sondern fast alles nur noch über Print-at-Home läuft. Ehrlich gesagt verstehe ich den Sinn dahinter nicht ganz. Die Tickets werden am Ende doch wieder ausgedruckt. Der emotionale Wert eines echten Tickets, das man aufheben, sammeln oder später gemeinsam durchblättern kann, geht dabei komplett verloren. Gerade für Kinder ist so ein Ticket doch viel mehr als nur ein QR-Code. QR-Code. Ich war mir bei Print-at-Home schon so unsicher, aber Print-at-Home-QR-Code. Ich muss eine Linie haben. Dazu kommt, dass ich im Schnitt rund 40 Euro pro Ticket bezahle und mein Sohn bei Auswärtsspielen ebenfalls den vollen Preis zahlen muss. Wenn man solche Preise aufruft, sollte es meiner Meinung nach zumindest möglich sein, auch wieder vernünftige Hard-Tickets anzubieten. Mich würde wirklich interessieren, wie ihr das seht. Ist es einfach der Lauf der Zeit oder geht hier wieder ein Stück Fankultur verloren?

Ich würde es total gut finden, wenn es die Wahl gäbe, dass du als Fan weiterhin dir so Souveniertickets meinetwegen kaufen kannst als Special Interest Angebot, dass du von deinem Verein immer das Angebot hast, ein richtig gedrucktes, gutes Ticket zu bekommen und wenn du da keinen Wert drauf legst, kriegst du halt so einen Print at Home Lappen, einen QR-Code. Warum nicht beides? Dazu muss man aber auch sagen, dass das Design von... Du weißt doch gar nicht, was ich sagen will, Erndt. Ja, sehe ich auch so genau so. Ich setze noch mal an, mein Lieber.

Also pass auf. Also was ich sagen wollte ist, dass das Design von Printtickets ohnehin total auf den Hund gekommen ist. Also wenn man sich mal anschaut, wenn du alte Trikots rausholst vom FC Bayern in diesem wunderbaren rosa Gazetto de la Sport Design oder diese wunderbaren Tickets von Haubold Eschwege und glaube ich aus Nieder Fischbach gab es auch einen Hersteller mit noch 10 Pfennig für den Sportgroschen abgedrückt. Dann sah das irgendwie netter aus. Hornberger Waldfischbach war das immer. Hornberger Waldfischbach. So nämlich. Also auf jeden Fall. Damals hatte das Ganze noch ein irgendwie netteres Layout. Ich muss ehrlich sagen, die ganzen Tickets, die ich in den 90ern und insbesondere in den Nullern bekommen habe, wo du immer gesehen hast, dass das von einem 24-Nadeldrucker ausgedruckt worden ist auf der Geschäftsstelle.

Da jetzt zu sagen, ey, das brauche ich unbedingt als Memorabilia für mich daheim, weiß ich gar nicht. Also ich fände es auch schön, wenn es die Wahl gäbe. Das ist so ein bisschen wie Vinyl und Streaming. Für den Traditionalisten gibt es ein ordentliches Ticket. das auch gar nicht so museal sein soll. Also ich finde, das soll auch funktionieren. Das soll eine Abrisskante haben und damit soll man auch reinkommen. Ich möchte gar nicht, dass das wie so ein Schmuckbrief oder so eine Kommunalobligation ist, die du da an der Wand hängst, sondern ich finde, das muss dann auch ein reguläres Ticket sein. Aber das kann ja nicht so schwer sein, dass du entweder sagst, hier komm, die einen zücken ihr Handy, das machen wahrscheinlich ohnehin 90 Prozent und der Rest 10 Prozent kriegt eben dieses Ticket, um sich daran zu erinnern. Finde ich auch nicht verkehrt, wenn du dafür 40 oder 45 oder 50 Euro ausgegeben hast. Insofern kann man dem Herr Tana und seinem Sohn nur beipflichten. Unbedingt wieder gedruckte Tickets. Ich betraue aber auch sehr den allgegenwärtigen Tod der Programmhefte. Das ist jetzt wieder ein anderes Thema, aber es geht in die gleiche Richtung. Ich möchte vehement widersprechen ... Von mir aus die ganze Zettelwirtschaft komplett abschaffen. Ich gähne mal. Ich finde es auch total lästig, wenn man sich irgendwo ein Haartticket bestellen muss und das dann erstmal zugeschickt bekommt für irgendwas. Alles digital, alles auf dem Handy. Aber du hast doch die Wahl. Ja, aber was soll das ganze Gedrucke? Am Ende heißt es ja, haben sie denn das ausgedruckt dabei? Nein, das kann doch keine Rede von sein. Jetzt bist du richtig engständig, Tim, so kenne ich dich gar nicht. Ja, manchmal, manchmal. Ich habe so meine Themen. Ey, das Gedruckte, weißt du, aber das sind auch so Leute, die früher zur Zeitung gesagt haben, Oh, da hast du offenbar etwas auf Totholz gelesen.

Oder so Autofahrer, da sitzen sie in ihren Blechkisten. Ich glaube, das Sammelticket, das ist doch bestimmt das Gleiche wie der Panini-Sticker. Ich weiß gar nicht, wer das jetzt interessanter findet als Sammlerobjekt. Vater oder Sohn? Will ich mal in den Raum stellen. Also ich schnaufe empört.

Und wenn wir schon bei Hertha BSC sind, vielleicht sollten das erst mal funktionierende Ticketscanner eingeführt werden, dass man da nicht immer fünf Minuten rumwienert, dass man irgendwie das Handy richtig halten muss, damit man reinkommt. Ja, das ist allerdings wirklich ein mega Ärgernis. Also wenn man einmal im Olympiastadion war und versucht hat, sein Handy mit mittelgroßer Bildschirmbeleuchtung unter diese bescheuerten Scanner zu packen und da hast du meistens noch eine Innensenatorin und noch eine Stadionregie, die sagen, das ist doch super, die Dinger funktionieren einfach nicht. Da hat man nicht auf Teigqualität geachtet, liebe Leute. Okay. Nun gut, nächste Zuschrift bitte. Zenturan schreibt uns, ich erinnere mich an Zeiten, in denen der Spielstand in Live-Übertragung bewusst nicht permanent eingeblendet wurde, aus Sorge, die Zuschauer könnten sonst wegschalten und man darauf warten musste, dass irgendwann der Spielstand für ein paar Sekunden eingeblendet wurde. Als Ende der 90er der Spielstand dann Einzug hielt, waren die Schriften entweder so klein, dass man eine Lupe brauchte oder es wurden willkürliche Vereinskürzel verwendet.

Mittlerweile gibt es links und rechts neben dem Vereinsnamen die Trikotfarben, oben Hinweise auf Platzverweise, bei manchen Sendern unter dem Vereinskürzel sogar die Anzahl der bereits vorgenommenen Wechsel und dennoch verfügbaren Wechselfenster.

Daher meine Frage an euch. Welche Informationen sind für euch in der Ergebnisanzeige wirklich notwendig? Und ab wann wird es zu viel? Also für mich ist das ganz klar. Ich brauche die beiden Mannschaften und den Spielstand und die Spielminute. Mehr brauche ich nicht. Also diese ganzen Anzeigen, gelbe Karten, rote Karten, wer schon irgendwie Blähungen hatte und wer zwei Minuten draußen war oder wer schon vom Schiedsrichter böse angeguckt worden ist, das brauche ich alles nicht. Das hat ja manchmal schon fast so eine QVC24-Anmutung, dass du das Gefühl hast, jetzt werden gleich noch Trikots verhökert. Ich finde ja ohnehin auch eine totale Frechheit. Wir erinnern uns, als die Streaming-Dienste mal angetreten sind oder die Bezahlsender, da hieß es damals, ja, das ist Fernsehen ohne Werbung. Inzwischen hast du ja permanent diese verkleinerten Fenster oder es wird für irgendwelche komischen Haut-rauf-Events noch geworben oder für irgendwelche Wettcodes und so weiter. Also ohnehin gruselig. Ich bin der Meinung, lass den Bildschirm frei. Es wird mir ohnehin viel zu viel geflackert. Ich will da jetzt gar nicht noch anheben, aber wenn man sich inzwischen mal anguckt, wie viel Werbung du auf so einem klassischen Bundesliga-Bild siehst. Du hast inzwischen drei Werbebanden übereinander. Eine ist auf der Tartanbahn, eine auf der ersten Höhe, zwei versperren noch den Zuschauern die Sicht. Das ist eine einzige riesige Ramspude. Das sieht aus wie so ein Outlet-Center an der Autobahn irgendwie zwischen Hannover-Garbsen und Hannover-Langenhagen. Was ist das denn? Na gut, ich rede mich auch in Rage. Ich will nur sagen, möglichst wenig Anwendung. Ich finde es immer ganz komisch bei so alten Archivübertragungen, dass da nur so nach dem Zufallsprinzip zweimal im Spiel irgendwann eine Uhr eingeblendet wurde. Und du den Rest der Zeit wusstest überhaupt nie, wie lange gespielt war.

Also da ist schon eine deutliche Verbesserung, dass die Zeit eingeblendet wird. Ja, aber man kann auch sagen, früher wurde auch Replay, also Zeitlupe noch eingeblendet. Immer so blinkend, als ob es jetzt so eine Art Breaking News gibt. Replay oder Superzeitlupe wurde ja zu Beginn von Ranmal eingeführt. Die Superzeitlupe, das war einfach noch unschärfer und noch schlechter zu erkennen als in der normalen Zeitlupe. Das war jetzt auch keine wirkliche Verbesserung. Aber wie gesagt, ich bin puristisch, möglichst wenig Einblendung. Manchmal wurde auch über Satellit eingeblendet. Auch gut. Auch nicht schlecht. Ihr müsst mir nochmal sagen, wer ist denn jetzt dran mit einem Kurzreferat heute? Ich. Ach, du warst ja nicht da, du warst ja in Urlaub, stimmt ja. Ich bin ja völlig aus dem Rhythmus. Ja, Arndt ist völlig aus dem Rhythmus. Willst du mal die Musik abspielen? Ja, los geht's. Ist euer Wart.

Und zwar habe ich meine persönliche Beziehung zum wunderbaren Ort Villingen-Schwenningen genutzt. Da habe ich letzte Woche einen Auftritt gehabt, um mir den FC Villingen auszusuchen. Tim, da warst du einmal nicht da, dann war das Glücksrad nämlich gar nicht benutzt. Skandal. Wir haben zwar gestartet, aber nicht beendet. Nein, den FC 08 Villingen, weil ich habe da ganz viele Kontakte gehabt, ganz viele Sachen erfahren und ganz viele sehr nette Begegnungen gehabt. Zunächst mal muss ich dazu sagen, dass mir eine Leserin geschrieben hat, ich soll unbedingt sagen, weil Philipp, du das mal irgendwann nicht geglaubt hättest, dass Robert Prosinecki in Villingen geboren wurde. Das hast du irgendwann mal nicht geglaubt. Und ich soll das deswegen unbedingt nochmal sagen. Er wurde auch in Villingen geboren, hat aber da nie gespielt, sondern dann bei den Kickers aus Stuttgart, auch ein ganz leidiges Thema übrigens, wo ich dauernd darauf angesprochen werde, weil wir dann endlich vorbeigucken, aber da gehen wir jetzt heute einfach nicht näher drauf ein. Da hat er gespielt. Also der FC 08 Villingen ist die größte und erfolgreichste Mannschaft im Schwarzwald-Bahr-Kreis, kommt aus Südbaden.

Und gilt als, Funfact, als erfolgloseste Mannschaft im DFB-Pokal, weil sie schon elfmal qualifiziert waren und auch nicht einmal die erste Runde überstanden haben. Das bislang letzte Mal war vor anderthalb Jahren 0 zu 4 gegen Heidenheim. Sie spielen in der Oberliga Baden-Württemberg, sind der aktuelle Siebter. Das ist die Liga, die wir vor kurzem schon mal hatten, weil der VfR Mannheim da nämlich auf Platz 2 steht. Und ich glaube, wir müssen überhaupt, ich jetzt auch richtig in die Tiefe gehe, unbedingt noch mal das Vereinslied hören. Das habe ich nämlich auch vorbereitet.

Was hast du dir jetzt gedacht, das Untergehen als Reimkommende, Philipp? Irgendwie habe ich das Gefühl, das ist so ein Baukastenprinzip bei Vereinsliedern, wo die gleichen Reime an der gleichen Stelle kommen. Ja, aber so ist es einfach. Du hast Baukästen, du hast einen örtlichen Musiker, der nach vier Bier verspricht, dass er die Vereinshymne einsingt. Dann wird meistens der Drumcomputer angeschmissen und eine schmissige Cityhymne drüber geballert. Und dann geht's los. Manchmal kommt ja Großartiges raus. Wir hatten ja Barmig Uhlenhorst, wir hatten Wattenscheid 09 mit Lenny und später auch mit den Kassierern nochmal neu verformt. Ach, und hier finde ich es auch gar nicht so verkehrt. ist was zum Mitklatschen und die Leute freuen sich und mit drei Bieren kann man den Refrain auch mitsingen. Ich finde es gar nicht so verkehrt. Also ich habe gerade gesagt, aktuell Platz 7 in der Oberliga Baden-Württemberg.

Starke Leistungsschwankungen, und zwar merkwürdige Ergebnisse. Beim Tabellen-3. Ravensburg haben sie gewonnen, beim 2. VfL Mannheim und beim Tabellen-4. haben sie Punkte geholt. Dafür haben sie beim Tabellen-Vorletzten 1 zu 6 verloren, bei Bietigheim-Bissingen nämlich. Und zu Hause nur unentschieden gegen das abgeschlagene Schlusslicht gespielt. Also eine ganz merkwürdige Saison, die auch geprägt ist von Turbulenzen, wie überhaupt der ganze Verein geprägt ist von Turbulenzen. Der wird in der Region nur FC 08 Hollywood genannt, weil da permanent irgendwelche Leute kommen und Leute gehen und Leute sich gegenseitig rauswerfen. Der Trainer Steffen Breinlinger ist im Januar angeblich einvernehmlich gegangen nach dieser durchwachsenen Vorrunde. Also sie nennen sich jetzt auch, weil sie irgendwie damit so ein bisschen kokettieren, nennen sie sich auch den FC Hollywood des Schwarzwaldes. Und sie haben aber interessanterweise eine große Vergangenheit. Sie haben nämlich vor dem Krieg zeitweilig erstklassig gespielt und noch in den späten 60er Jahren zweitklassig. Und da gab es einen Vereinsmäzen, Paul Rieger. Da habe ich mal einen alten O-Ton von ihm aus dem Jahr 1968. Das war der, der damals alles im Laufen gehalten hat, aber nicht ganz freiwillig, beziehungsweise er war nicht ganz glücklich damit. Sie haben doch auch persönlich aus der eigenen Tasche den Verein finanziell sehr stark unterstützt. Was haben Sie nun persönlich davon?

Herrgut, Ado, das ist schlimm. Da ärgere ich mich über mich selber, dass ich so umgeschickt war und habe das angenommen, dieses Amt. Ich suche vergebens nach einem Nachfolger, aber die sagen alle, lass mich in Ruhe. Er hat relativ viel Geld in den Verein gesteckt, hat so auch die Tribüne, glaube ich, mitfinanziert, die anfangs seinen Namen trug und dann irgendwann aber nicht mehr, weil er eine nicht ganz koschere Vergangenheit im Dritten Reich gehabt haben soll. Aber darüber erfährt man relativ wenig. Es soll auf jeden Fall so gewesen sein, dass sie den Namen dann wieder getilgt haben. Es gab vor dem Krieg noch einen A-Nationalspieler, Hermann Gramlich, der bekannte Hermann Gramlich, wo ihr jetzt beide sagt, ach, Hermann Gramlich. Der Hermann Gramlich. Ali Günnes hat da gespielt, Kai Brünker hat da gespielt und seine Karriere ausklingen ließ Daniel Caligiuri, auch in Villingen.

Das Maskottchen ist das Zebra Masai, auch interessant. Früher mal, wie das so war, ein lebendiges Zebra und jetzt aber nur noch so ein Student im Zebra-Kostüm. Und sie spielen am nächsten Samstag um 14.30 Uhr beim SV Oberachern. Und ich drücke die Daumen. Und man darf nicht vergessen, auch das Zebra-Vorbild für den Weltroman Die Weiße Masai gewesen. Und, aber was viele auch nicht wissen, Robert Prosinecki hat da mal gespielt. Das wusste ich natürlich. Nein, nein, nein, er wurde da geboren. hat er nie gespielt. Ach, er hat er nie gespielt? Nein. Ach so. Na gut, ich habe eben nicht ordentlich zugehört, aber ist ja auch spektakulär. Aber er hat bei der Stuttgart der Kickers, glaube ich, gespielt. Irgendwie sowas war das. Ja. Irgendwie. Ja, ich kann mich so halb dran erinnern. Aber das war ein sehr schöner Impulsvortrag, insbesondere, weil eins nicht geklärt wurde, ist, warum sich Villigen und Schwelligen mindestens zu hassen wie Bietigheim und Bissigen und Baden und Baden. Das müssen wir unbedingt in der nächsten Folge nochmal nachreichen. Ja, pass auf, aber ich will dir das nochmal einmal vorlesen hier. Laura, Laura Hertkorn hat nämlich geschrieben, ein Beitrag für den Impulsvortrag. Die Stadt hat einen berühmten Sohn, Robert Prosinecki, wurde dort geboren. Vor zwei Jahren hat Philipp bei seiner Veranstaltung Elffreunde Eutour in Villingen-Schwenning das nicht geglaubt. Ja, ist ja gut. Das hast du eben schon erwähnt, nur um mich reinzureiten. Dankeschön, lieber Arndt. Na, das trägt jetzt auch nicht so gut eine Atmosphäre bei. Insofern fände ich es gut, wenn wir einfach uns jetzt streiten, während das Glücksrad läuft. Denn es muss natürlich ein neuer Verein bestimmt werden für unseren Impulsvortrag und dann bin ich wieder da und hoffentlich nicht aus dem Osten. Doch unbedingt aus dem Osten. Gerne einen Ostverein. Oder aus dem Verein im Westen. Nein, ich will einen Ostverein. Ich will einen Ostverein. Bitteschön.

Oh, oh. Und das Glücksrad bleibt stehen bei Altglienicke. VSG Altglienicke. Ja, das ist so ein Glück. Du wolltest einen Ostverein, du hast einen Ostverein. Ah, die VSG Altglienicke. Das freut mich natürlich sehr. Das ist im Speckgürtel von Berlin unterhalb von Köpenick. Angeblich die dritte Kraft in Berlin, wie ich neulich in der Zeitung las, von zwei Jungfunktionären. Da bin ich mal gespannt. Ist nicht so richtig ostig. Ich finde, so Hauptstadt ist immer so Mittelosten. Mir wäre natürlich sowas wie Grimitschau oder sowas lieber gewesen. Das ist aber nur gut. Man kann nicht alles haben. Ich freue mich sehr. Gut, und damit haben wir es geschafft, ihr Lieben. War eine schöne Folge. Wieder erwarten. Dann hören wir uns nächste Woche wieder. Und ich wünsche euch allen ein tolles Fußballwochenende. Tschüss, macht's gut. Bis nächste Woche. Jedenfalls. Viel Spaß. Ciao. Also in diesem Sinne, bleibt gesund. Alles Gute und bis demnächst. Danke. Das war Zeigler und Köster. Der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+. Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster, wenig überraschend, Arndt Zeigler und Philipp Köster.