Hey, Super Bayern, grüß dich Arndt. Wie soll ich denn darauf jetzt reagieren? Hallo Philipp, richtig schönen guten Tag. Du stehst doch unter dem Eindruck des Spiels. Ja, 6 zu 1 gegen Atalanta Bergamo. Und die Bayern haben die Dortmunder und die Frankfurter gerecht, haben die Italiener quasi im eigenen Stadion gedemütigt. Und das hat mich doch ein bisschen gefreut, weil ich ja auch zumindest eine blitzeropropatie fand, um mal wieder ins Hochdeutsche zu wechseln. Und ich hätte es den Bayern so nicht zugetraut. Das werden wir natürlich gleich analysieren. Aber du wirst wahrscheinlich auch vom Fernseher gesessen haben und es zumindest im Review gesehen haben. Und warst du erstaunt über so viel Bayern-Präsenz? Ich habe es zunächst mal auf dem Ticker nur gelesen, weil ich wieder auf einer Bühne gestanden habe in Erfurt an einem Abend, als das Spiel war. Und allein den Ticker konnte man ja schon kaum glauben. Weil auch zeitgleich ja das Ganze mit Tottenham passiert ist. Also es lief ja beides simultan. Tottenham bei Atletico. Und es war ein sehr turbulenter Ticker. Und dann habe ich gedacht, okay, das guckst du dir spätabends nochmal in der Zusammenfassung an. Und es war ganz surreal, das anzugucken, finde ich. Weil ich habe nachher auch mal etwas verunsichert geguckt, ist Bergamo vielleicht gerade richtig scheiße? Sind die zu Hause, werden die dauernd windelweich geschossen? Aber die sind sogar sehr heimstark und haben bislang, glaube ich, nur 0 zu 1 gegen Inter verloren und 2 zu 3 gegen Bilbao an Heimspielen dieses Jahr. Ansonsten war da für Vereine meistens nichts zu holen, wie der BVB ja auch festgestellt hat. Sowas hatte ich so noch nicht gesehen. Tja, das werden wir gleich tiefengründig und faktenfrei analysieren. Gehen jetzt aber mal in die Intro-Pause natürlich wieder mit einer schwungvollen Gitarre.

Die ihr so noch nicht gehört habt. Also es ist alles vorbereitet. Jetzt geht's los.

Arndt, bevor wir in die Bayern-Exegese hineingehen, ganz kurz natürlich nochmal der Fakt, dass du in Erfurt warst und dir dort eine Thüringer Bratwurst kredenzt wurde und mal wieder mir nachgetragen wurde, dass du mal wieder sagst, oh, sehr schmackhaft, es gibt ja keine bessere Bratwurst, ist die leckerer. Wurde dir erzählt. Ja, wurde mir erzählt, genau. Kannst du dazu was sagen? Ja, ich bin sogar demonstrativ mit einer Bratwurst auf die Bühne gegangen. Das macht es jetzt vielleicht für dich noch ekeliger. Aber die war wirklich sehr lecker.

Ich habe auch mit mehreren Interessenten noch mal deinen Tino-Zippel-Monolog vorgespielt, dein Gedicht, was ich auf meinem Handy noch hatte, was wieder für großen Anklang gesorgt hat. Ja, und es war interessant. Wie gesagt, ich konnte dadurch Champions League nicht verfolgen, wie das immer so ist. Aber was übrigens auch interessant ist, kleine Randnote, noch zwei Dinge unbedingt dazu noch. Erstens, nach jedem verdammten Auftritt kommen Leute zu mir und sagen ... Warum hat keiner Albanien gerufen? Ich wollte ja, aber ich habe mich nicht getraut. Bei jedem Auftritt sitzen Menschen im Publikum, die gerne Albanien rufen würden und sich nicht trauen. Ich sage euch hiermit, macht es einfach. Und, worüber ich mich total gefreut habe, das würde ich auch freuen, mich hat Alex aus Erfurt angesprochen, der gesagt hat, er hat durch unseren Podcast wieder angefangen, aktiv Fußball zu spielen. Und zwar während der Euro hat er uns gehört und hat er so einen Bock gekriegt, einfach selbst wieder zu spielen, seitdem spielt er. Ach, ist doch rührend, dass wir die Leute noch zur Praxis animieren. Ansonsten können wir einfach mal feststellen, und das kann ich mir dann sehr schön vorstellen, wie du abends dann noch im Hotelbett gesessen hast, dir eine Tüte Erdnüsse reingepfiffen hast und beispielsweise den Tottenham-Keeper gesehen hast oder Bergermann gesagt hast, oh, was ist denn das denn für Loser, das kann ich auch tausendmal besser, um mal nämlich tatsächlich bei den Bergermasken zu bleiben, wie Harry Valerian es sagen würde. Während Arndt Zeigler, auch das kann man vielleicht mal off-topic sagen, gerade eine Tüte Erdnüsse to go, ich glaube von Ölche in die Kamera hält.

So war es dann gestern Abend, sehr, sehr schön. Aber als du das dann quasi im Real Life gesehen hast, trotzdem war man doch, muss man sagen, über die Bayern-Präsenz wirklich überrascht. Also ich hätte gedacht, das wird sowas Kniffliges, da fährt man mit einem 1 zu 0 oder mit einem 2 zu 0, wo man sich noch nicht sicher sein kann, ob das im Rückspiel möglicherweise nochmal eine ganz enge Kiste wird nach Hause. Stattdessen dominieren sie nach Belieben. Also es gab ja keinen souveräneren Auftritt als der Bayern. Ja, und man muss dazu sagen, es gibt ja auch immer diese Schlagzeilen oder diese Meinung, ohne Kane sind die beiden eigentlich nur halb so gut. Jetzt haben sie gestern wirklich lange ohne Kane gespielt. Hat gereicht für Bergamo.

Es ist erstaunlich. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich habe auch versucht, mir das zusammenzureimen. Warum können die da so überlegen sein? Warum sind sie auf dem Level so gut? Selbst gegen Mannschaften, die eigentlich zumindest auf Augenhöhe im eigenen Stadion ihnen Paroli bieten müssten, um mal das autoreale Wort zu sagen. Selbst gegen die gewinnen sie dann einfach mal 6-1 auswärts. Also ich habe dafür keine Erklärung. Vielleicht ist das auch der große Unterschied, seitdem Vincennes Compagnie am Ruder ist, dass jeder Gegner ernst genommen wird. Ich erinnere nochmal an das legendäre Interview beim Bayern-TV-Kanal, als Villarreal, glaube ich, dem FC Bayern im Viertelfinale oder Achtelfinale zugelost wurde vor ein paar Jahren und Hasan Salihamidzic sich vor Lachen nicht mehr einbekam, weil Villarreal ein so einfacher, schlagbarer Gegner ist. Und das hat man diesmal gemerkt, wie ernst die genommen sind, wie die Betriebstemperatur bei den Bayern sehr, sehr schnell und sehr früh hoch war. Also das war ein beeindruckender Auftritt. Aber, das muss man eben sagen, hinterher beherrschten dann nicht diese wunderbaren Tore die Schlagzeilen, sondern Joshua Kimmich. Warum Joshua Kimmich, Arndt? Ja, Joshua, weil er sich die Sperre setzt. Ich sag immer Joshua. Ich sag immer Joshua. Weil sich beide wirklich sehr vollendet eine Sperre abgeholt haben. Und zwar beide durch Zeitspiel. Das fand ich insofern interessant, weil jeder wusste irgendwann, okay, wenn das Spiel durch ist, die gefährdeten Spieler werden dann überlegen, ob sie sich eine Gelbe abholen.

Und dann aber wirklich durch Zeitspiel, wo der Schiedsrichter gar nicht anders konnte, als zu reagieren und nicht einfach jetzt nochmal einem Gegner die Knochen poliert oder so, wäre ja auch gegangen, wenn man das geschickt anstellt. Also eigentlich haben sie es sehr human gemacht, aber natürlich auch auf eine sehr perfide Art und Weise. Ja, und natürlich war das eigentlich Unangenehme, nicht, dass er die Gelbe Karte kassiert hat, sondern dass er hinterher in den Interviews so rumlügen musste. Also es gab dann ja natürlich das übliche Frage-und-Antwort-Spiel Und die Reporter bohrten natürlich und hätten, glaube ich, Kimmich am liebsten noch mit dem Schaumstoff angestupst, damit er endlich die Wahrheit sagt. Aber wir hören mal ganz kurz rein, wie Kimmich sich doch relativ schön aus der Affäre gezogen hat. Ich habe schon lange gebraucht, wollte jetzt nicht da ins Bessing reinspielen.

Ich habe zu lange gebraucht, auf jeden Fall. Am Ende haben wir jetzt die Quittung, dürfen nicht mitspielen. Fertig. Ich glaube, der Kollege meint, weil es durchaus Leute gibt, die sagen, das haben sie sich Absicht abgeholt. Wie Herrn Kimmich und Ulyse.

Nee. Nee. Hätte ich natürlich als Joshua Kimmich auch gesagt. Nee. Wieso denn?

Wie so ein Typ, der auf dem Schulhof beim Klauen erwischt worden ist. Nee, war nicht, war ich nicht. Der war das, der Dicke dahin. Vorher muss man doch so I, ich sage drei I vorne. Ja, ja, ja.

Also das ist natürlich der klassische Machert-Otze-Moment, den Joshua Kimmich da jetzt erlebt hat, das ist, muss man ja auch sagen, einfach regelkonform. Es gibt ja auch so ein paar Umgehungstatbestände, die es jetzt in der Vergangenheit auch immer mal wieder gab. Zum Beispiel wird öfters mal die Regel ausgenutzt, dass Torhüter, wenn sie verletzt sind, nicht raushumpeln müssen, sondern im Strafraum behandelt werden. Sowas wird ja unter anderem auch dazu genutzt, damit sich, glaube ich, am letzten Spieltag die Ramadan-Fastenden-Spieler noch ein paar Datteln und ein bisschen Wasser einführen konnten. Also ich will sagen, es gibt solche Regeln, die man einfach ein bisschen dehnen kann. Insofern auch kein großes Ding. Und ich glaube, ehrlich gesagt, in den 80ern wäre das jetzt mal abseits von Erich Ruthemüller, der ja natürlich auch so dämlich war, das auch noch zu gestehen, indem er sagte, mach es, Otze. Gibt es, glaube ich, auch gar keine Sanktionen dafür. Insofern fand ich die verwunderte Feststellung von Josef Kimmich schon ganz okay. Es ist ja auch nicht unsportlich in dem Sinne, weil man muss ja sagen, es ist ja keine Wettbewerbsverzerrung oder so, sondern die waren ja einfach so gut, dass sie dich das leisten konnten. In einem K.O.-Spiel im Achtelfinale der Champions League noch ein bisschen Gas rauszunehmen. Also insofern muss man in dem Fall wirklich sagen, wenn das Regelwerk das hergibt, dann würden es alle machen wahrscheinlich. Kommen wir auch mal zum anderen großen dramatischen und tragischen Ereignis der Königsklasse, nämlich dem Downfall von Tottenhams Ersatztorwart Antonin Kinski, 22 Jahre alt, bekam eine Chance und erlebte dann einen, wie es so schön heißt, einen echten Albtraumabend. Und mehrere Tore hat er kassiert und wurde dann ausgewechselt nach nur wenigen Minuten. 17.

Schrecklich, schrecklich, schrecklich, schrecklich. Dann allein dieser Weg weg von dem Strafraum, du siehst, du wirst ausgewechselt und dann kommt ein Ersatzkeeper für dich und du weißt, du hast die große Chance verballert. Das kann traumatisierend wirken, würde ich mal als alter Psychotherapeut sagen. Er ist ja auch direkt in die Kabine gegangen, also hat sich nicht auf die Bank gesetzt oder so. Also der war fertig und das muss man ganz ehrlich sagen, ist auch ein Spiel, was eine Karriere beenden kann. Oder eben sehr, sehr, sehr, sehr kaputt machen kann. Wir haben das bei Loris Karius gesehen im Champions-League-Finale, wo er ja dann irgendwann mit Gehirnerschütterung gespielt hat und mehrere Mal daneben gegriffen hat. Das hat ja Jahre gedauert, bis der wieder irgendwo ein ernst zu dem Stammtor geworden ist, richtig, nach dem Spiel. Es ist für den Torwart natürlich noch mal was Besonderes, als wenn du als Linksverteidiger daneben liegst oder so, dann kannst du dir schon mal so ein Spiel leisten, dann bist du trotzdem zwei Spiele später vielleicht wieder dabei. Aber als Torwart ist der jetzt abgestempelt. Und das Bittere ist, ich weiß jetzt nicht genau, weil ich das Spiel nicht ganz gesehen habe, wie viele krasse Fehler er gemacht hat. Aber der krasse Fehler war ja eigentlich nur so sehr beim dritten Torwart. Beim zweiten war es sein Verteidiger, der den Fehler gemacht hat und beim ersten Tor ist er einfach nur ausgerutscht. Also es war einfach ein komplett gebrauchter Tag mit einem krassen Fehler, der wahrscheinlich aber dazu geführt hat, dass alle gemerkt haben, oh nee, der ist jetzt mit den Nerven nicht mehr gut zu Fuß, den müssen wir jetzt rausnehmen.

Man muss natürlich dann aber in erster Linie erstmal fragen, was reitet einen Trainer in einem Achtelfinale der Champions League in Madrid bei Atletico zu sagen... Ich stelle mal den zweiten Torhüter auf, der ist bestimmt auch gut. Also da muss man sich als Trainer, glaube ich, mal hinterfragen. Ja, absolut. Und man muss natürlich auch sagen, dass man nur hoffen kann.

Dass das jetzt keine bleibenden psychischen Schäden hinterlässt. Natürlich ist das erstmal ein richtiger Knick. Das hat man häufiger wirklich bei Torhütern, gerade weil sie so eine exponierte Position haben. Wir erinnern uns an Olli Isoao bei Arminia Bielefeld, der dann als erster Pannen-Olli in die Bundesliga-Geschichte einging. Oder kannst du dich noch an Mladen Pria erinnern beim Hamburger SV? Natürlich. Alter, unter Josep Skopla war es, glaube ich, so, dass er gleich, glaube ich, nur deswegen ins HSV-Tor gespült wurde, weil Uli Stein, glaube ich, vorher mit dem Faustschlag rausgeflogen war und Skobla dann offenbar gehört hatte, dass das der beste Torhüter Jugoslawiens ist. War er aber gar nicht. Hatte dann wohl auch sehr, sehr obskure Art und Weise, Bälle zu fangen. Hat später aber auch gesagt, er hätte sich sehr, sehr einsam beim HSV gefühlt. Seine Frau nicht da. Niemand hätte ihm geholfen. Er konnte die Sprache nicht und so weiter. Das war auch sehr, sehr unglücklich. Aber diese Geschichten von damals, das erinnert mich immer daran, dass es Torhüter dann besonders schwer haben. Ich finde, Loris Karius hat sich ja, obwohl das auch ein schlimmes Ereignis war, auch natürlich durch die nachfolgende Geschichte, dass er möglicherweise doch, glaube ich, eine Gehirnerschütterung erlitten hatte durch einen Zusammenprall oder durch einen Foul, ein bisschen rausgerettet daraus. Also zumindest der Ruf ist nicht komplett ruiniert. Aber ich finde schon, das ist für Torhüter nicht leicht, weil sie jetzt erstmal immer wieder daran erinnert werden, landen in jedem Jahresrückblick, werden von den Leuten schnell abgestempelt. Also man kann nur hoffen, dass das glimpflich für den Kollegen Kinski ausgeht. Ja, und bei Karius muss man sagen, er hat jetzt auf Schalke offenbar sein Glück gefunden. Wahrscheinlich auch ein Verein, wo er jetzt einfach richtig gut hinpasst und der auf einem sehr guten Weg ist.

Er war vorher, glaube ich, bei Union Ersatztorwart als ausgeliehener Spieler. Und bei Schalke wussten sie ja auch erst nicht, ob sie ihn verpflichten sollen. Er musste wirklich den Umweg gehen als Champions-League-Teilnehmer vom FC Liverpool wieder ganz nach unten und dann jetzt in der zweiten Liga. Ich vermute mal, das war für ihn jetzt eine richtig gute Entscheidung, dass es bei Schalke geklappt hat und dass er das angegangen ist. Die anderen Beispiele übrigens, beim Laden Praliger fällt mir noch ein, der wurde dann in einer Bildkolumne von Paul Breitner nur noch die Praline genannt. Und Olli Isoau, das war doch, hilf mir weiter, das war doch der von Amina Bielefeld mit dem 1 zu 11 in Dortmund. Auf dem Platz stand, wo es bei Halbzeit noch 1-1 stand oder so. Ja genau, zehn Tore in einer Halbzeit kassiert. Und wenn man sich das nochmal anschaut, was man ja als alter masochistisch veranlagter Arminia Bielefeld-Fan gerne mal macht, dann sieht man, dass Olli Isoau bei den letzten fünf Toren, unter anderem durch Lothar Huber, der ja auch so wunderbar aussah, als ob er direkt danach erstmal mit so einer Kipplohre in den Schacht einfährt. Isoau, der finnische Torhüter, einmal das seltene Glück in diesem Spiel, den Ball festhalten zu können. Inzwischen beinahe, muss man sagen, eine Katastrophe für die Bielefelder.

Sie sehen auch natürlich, wie Bielefelds Deckung jetzt wirklich aufgeregt umherläuft, beinahe wie eine Schar von Hühnern und immer wieder steht ein Dortmunder frei, hier wieder Klotz, schießt ein Tor, das 9 zu 1, die Soau, der seiner Mannschaft schon manchen Punkt gerettet hat, denken wir nur an den gehaltenen Elfmeter, Strafstoß in Leverkusen, als die Armin 1 zu 0 gewann, heute erlebt er seinen schwärzesten Tag bisher in der Bundesdirektspiel. Zorc wird gelegt von Reiß und Strafraum. Schiedsrichter Karius zögert keine Sekunde. Strafstoß in der 86. Minute. Und dann wird Fuber schießen. 10 zu 1 stehts.

Elf Meter und er bringt das 11 zu 1. Ein Ergebnis, das doch bei uns hervorragende Form bestätigt, das aber der wahren Spielstärke der Bielefelder Arminia keinesfalls entspricht. Also Lothar Huber und andere die Tore gemacht und er reagierte auch gar nicht mehr. Viel runter wie eine Bahnschranke, Antritt wie eine Wanderdüne. Also das war alles so, dass man dachte, ja, vielleicht ist das doch keine so gute Idee. Die nachvollen Torhüter kamen auch nicht viel besser aus dem Knick. Aber wie gesagt, der erste Pannen-Olli der Bundesliga-Geschichte. Tottenham ist damit auch so gut wie raus. Die ja ohnehin eine gruselige Saison. Ich glaube, kurz oberhalb ein Atemzug noch von den Abstiegsplätzen in der Premier League. Jetzt auch im Achtelfinale dann wahrscheinlich raus.

Grauenhaft, grauenhaft, grauenhaft. Und bei Arsenal, die ja nun ganz kurz davor sind, auch endlich mal wieder den Titel in der Premier League zu gewinnen, löst das natürlich wie Schadenfreude aus. Aber man fragt sich schon ein bisschen, wie so ein hochbezahltes Ensemble so gruselig spielen kann. Pass auf, jetzt lass uns mal über die Bundesliga reden. Und ich habe gerade in der Vorbereitung zu diesem Podcast, ich bereite mich ja neulich vor, gesehen, dass es ein Hammer-Spieltag ist. Also es gibt selten einen Spieltag mit so vielen Spielen, wo es wirklich für beide Mannschaften um was geht. Wir fangen an Freitag mit Gladbach-St. Pauli, das ist schon mal nicht schlecht. Dann, die Älteren werden sich erinnern, Leverkusen-Bayern war auch mal ein Spitzenspiel. Dann haben wir Dortmund gegen Augsburg, deswegen interessant, weil Augsburg einfach sehr stark geworden ist. Und Dortmund natürlich die Punkte braucht, um Platz zwei zumindest zu untermauern. Dann haben wir Wolfsburgs ersten Auftritt in Hoffenheim, dankbare Aufgabe für Dieter Hecking. Und dann haben wir noch HSV gegen Köln, auch ein Hammerspiel. Und wir haben Werder gegen Mainz, das ist aus meiner Sicht natürlich ein Hammerspiel, weil Werder dann den Aufwärtstrend möglicherweise hoffentlich rechtfertigen kann. Und dann haben wir noch Stuttgart gegen Leipzig. Also es ist echt ein Spieltag, der es in sich hat, meine Damen und Herren. Und jetzt müssen wir zum Vorschlag kommen, oder? Naja, naja. Also ich muss da sagen, bei... Hälfte der Partien geht mein Ruhepuls jetzt nicht unbedingt nach oben. Werder gegen Mainz, das ist ja auch sehr, sehr spannend.

Ja, der Verlierer ist wieder richtig dick in der Tinte und der Gewinner hat sich richtig Luft verschafft. Ja, aber wie es jetzt auch ist mit diesem blitzsauberen Auftritt bei Union Berlin.

Wir reden heute nicht mehr über Werder, aber darüber müssen wir ganz kurz reden. Doch, beziehungsweise wir reden später bei den Briefen mit Frimpong, Timmerenke natürlich noch mehr über Werder. Aber jetzt mal kurz im Hauptteil ist es so, kann ich nur ganz kurz sagen, was das für ein Unterschied ist. Ein Gemotze über Thun die letzten Wochen. Der ist wahrscheinlich auch bald weg. Und jetzt zwei Siege hintereinander. Und wahrscheinlich wird jetzt schon an so einem Messing-Denkmal schön neben dem Roland in Bremen diskutiert drüber, weil er der große Retter sein wird. So schnell kann es gehen bei euch. Bei den Fans geht das gar nicht so schnell. Aber ich finde die mediale Wahrnehmung noch mal interessant. Es gibt da wirklich teilweise Kolumnisten, die... Doch, in der Deichstube. Ich habe es in der Deichstube gelesen. Vor zwei Wochen Kolumnisten geschrieben, alles furchtbar. Und wenn er gegen Heidener verliert, muss er weg. Dann müssen sie den Retter holen. Der gleiche Typ schreibt jetzt... Ja, also Daniel Thun hat genau die richtigen Dinge in Bewegung gesetzt. Das ist seine Handschrift und alle Werte jetzt besser und so weiter. Dass sie am Millern-Tor verloren haben, ist zwei Wochen her. Also es ist unglaublich. Unterstützt ja auch unsere These oder meine. Ich glaube, du unterstützt sie auch, dass wirklich einfach viele Leute gar nicht kapieren. Es geht gar nicht um Trends, sondern es geht oft darum, dass du einen Spielplan hast, der passt. Das ist was anderes, ob du gegen Heidenheim und Union Berlin spielst oder vorher gegen Dortmund, Leverkusen, Freiburg auswärts und gegen Bayern. Das ist übrigens auch eine Spielplanentwicklung, die der HSV, beim HSV war Land unter, als sie gegen Leverkusen und Leipzig verloren haben. Jetzt haben sie dafür Wolfsburg geschlagen, plötzlich HSV, riesen Aufwärts-Trend. Ey, du hast schlagbare Gegner und du hast Gegner, gegen die es einfach total schwer ist. Und das siehst du jetzt auch an den Spielen. Du musst einfach weiter arbeiten.

So nämlich. Und jetzt kommen wir nämlich zu Dieter Hecking, der auch weiterarbeiten muss, aber unter denkbar ungünstigen Zuständen. Denn der Wolfgang Wolfsburg ist in Not wie selten in den letzten 10, 15 Jahren. Da gab es ja immer mal wieder diesen Ärger darüber, dass die Mannschaft mit wahnsinnig vielen Millionen ausgestattet ist. Aber Mau spielt immer mal wieder nähe der Abstiegsränge, hin und wieder mal knappe Rettung. Aber jetzt sind es schon vier Punkte auf den FC St. Pauli. Das ist fast rufschädigend. Und wir stellen mal fest, es könnte knapp werden. Aber jetzt kommt Dieter Hecking mit seiner Bulettengemütlichkeit. Eben, über Dieter Hecken als Mensch und Person reden. Ich habe mich mal reingelesen noch in die Bilanz der Wolfsburger der letzten Jahre. Weißt du oder hast du schon mal geguckt, bei Transfermarkt im Ranking der Marktwerte, wo sie da stehen? Nein, natürlich nicht. Erschreckend. Auf Platz sieben. Auf Platz sieben in der Bundesliga und zwar vor Hoffenheim. Sie sind aber in der Liga, in der realen Tabelle sind sie, wie du sagst, 17. mit großem Abstand. Also einen krasseren Fall von Underperforming hat es lange nicht mehr gegeben. Sie haben, auch interessant, kleines Zahlenspiel, sie haben seit dem Abgang von Julian Draxler vor neun Jahren nie wieder einen Transferplus erzielt und machen in der Regel Transferminusse von um die 30 Millionen. Sie haben in den letzten neun Jahren 229 Millionen Euro Transferminus gemacht. Das müssten andere Vereine ja irgendwie erwirtschaften, der VfL Wolfsburg ja weiterhin nicht.

Und sie haben in den letzten Jahren, alleine vor dieser Saison, haben sie Spieler gekauft mit einem Marktwert von 155 Millionen Euro. Der Marktwert des ganzen Kaders vom FC St. Pauli steht hier bei 66 Millionen Euro. Also der VfL Wolfsburg, der hinter St. Pauli steht, hat einen viermal höheren Marktwert.

Ich meine, das ist eine Spielerei, das muss man immer dazu sagen, aber deutlicher kann man doch gar nicht sagen, wenn die Spieler, die so viel Marktwert hatten, den wahrscheinlich auch schon nicht mehr haben, Aber wenn die so eine unfassbare Schrott-Saison spielen, da muss doch so viel schieflaufen und im Nachhinein kriegt auch die Aussage von Daniel Bauer jetzt im Nachhinein nochmal Gewicht, wo er sagte, an dem Verein läuft auf so vielen Ebenen läuft ganz viel schief, die ganze Vereinskultur ist im Arsch, das ist jetzt meine Paraphrasierung, muss man sagen, muss er völlig recht gehabt und wie sinnvoll ist es eigentlich dann überhaupt permanent Trainer zu entlassen, wenn du das Gefühl hast, in dem Verein ist durch und durch einfach eine Entwicklung im Gange seit fast einem Jahrzehnt, die absolut in die völlig falsche Richtung geht und immer teurer wird. Ja, ich habe fast ein bisschen Schwierigkeiten, wenn man noch von Vereinsstrukturen redet, weil das ist ja wirklich eine Konzernsparte. So muss man sehen. Also da wird eifrig durchregiert, natürlich von Volkswagen und natürlich was die Direktiven angeht, was das Geld angeht, was die Etats angeht, ist das auch nach wie vor nicht so, dass da ganz großer Druck herrscht. Also viele denken ja immer, wenn man jetzt beim VfL die Kohle zusammenstreichen würde, dann würde insgesamt der ganze Konzern auch ein kleines bisschen besser wirtschaftlich dastehen. Also wenn man jetzt hört, dass Porsche irgendwie eine Milliarde verbrannt hat oder 3 Milliarden oder 6 Milliarden, dass insgesamt auch der Gewinn um 50 Prozent eingebrochen ist. Da ist, glaube ich, der VfL Wolfsburg das kleinste Problem. Klar ist aber auch, dass jetzt über die letzten 15 Jahre komplett alles, was irgendwie struktureller Aufbau, eine ordentliche Lieferkette von den Nachwuchsmannschaften.

Hin zur Profimannschaft, eine ordentliche Einkaufspolitik, ein ordentliches Gehaltsgefüge. Das erinnert mich an Schalke in den dunkelsten Jahren, als da auch Fantasiegehälter gezahlt wurden. So scheint es in Wolfsburg zu sein. Eine Szene ist mir wirklich in Erinnerung geblieben. Da war es jetzt neulich so, dass die Anhänger vor dem Spiel gegen den HSV gesagt haben, jetzt machen wir euch aber mal richtig Mut und dann wurde sich am Trainingsgelände versammelt und dann saßt du feiernde, jubelnde, aufmundernde, aufpeitschende Wolfsburger Ultras und eine völlig apathische Mannschaft, als ob sie die mit Tranquilisern sediert und beruhigt hätten. Keine Rebung dazu. Da hätte ich doch zumindest als Mannschaftskapitän mal ein bisschen Tränen in den Augen gehabt. Und selbst wenn das falsche Tränen gewesen wären, ich hätte selber mal irgendwas gemacht. Aber es war so wie Marionetten, denen man die Fäden durchgeschnitten hat. Null Leidenschaft, null Empathie, null Dankbarkeit dafür, dass du da immerhin noch eine gewisse Klientel hast, die da die Treue hält. Also erstaunliches Team. Man muss ja auch sagen, als Fan des VfL Wolfsburg, du kriegst da jedes Jahr teure Spieler hingestellt. Jetzt muss ich doch mal einen kleinen Vergleich noch mit Werder liefern. Werder hat vor der Saison Samuel Bangula verpflichtet. für 10 Millionen von Juventus Turin. Zweitteuerster Einkauf der Vereinsgeschichte, glaube ich. Den können sie auf vier Jahre abstottern und haben wahrscheinlich wochenlang vorher schlecht geschlafen, ob sie diese Investition tätigen können.

Wolfsburg hat vor der Saison acht Spieler gekauft, die im zweistelligen Millionenbereich gekostet haben. Und stehen aber in der Tabelle auf Platz 17, haben eine wahnsinnig teure Mannschaft, wo einfach nichts rüberkommt. Und dich wollte ich auch nochmal fragen, du hast bestimmt auch die Sache mit diesem Fantransparent gesehen. Sie haben vor dem Spiel einen riesen Banner aufgehängt, was fast für die ganze Fankurve ging. Letzte Chance, unser Rückhalt für euren Sieg. Und nach dem Spiel haben sie an der gleichen Stelle aufgehängt, gleiche breite Chance vertan, Rückhalt verspielt.

Das ist zwar inhaltlich nachvollziehbar, aber ich bin immer so ein bisschen peinlich berührt, wenn ich mir immer vorstelle, wie die schon tagelang an diesem Rückhalt vor Spieltransparent gepinselt haben, als sie noch gar nicht wussten, wie das Spiel ausgeht und gesagt haben, also jetzt, wenn die das verlieren, dann geben wir es dann aber richtig. Hoffentlich haben wir dann schon mal ein Transparent vorbereitet, was wir dann sofort hinhängen können. Also das, finde ich, berührt mich immer so ein bisschen peinlich. Ich finde es auch ein bisschen peinlich, aber natürlich leben Ultragruppen immer auch ein kleines bisschen davon, dann auch ein passendes Transparenz zeigen zu können. In dem Fall finde ich es ein bisschen merkwürdig, vor allen Dingen, weil es der 25. Spieltag ist. Also du hast jetzt noch neun Spiele oder zehn Spiele, ich weiß nicht genau wie viele, um das alles umzubiegen. Und ich möchte eigentlich nicht wissen, wie die ganze Kurve am letzten Spieltag am Zaun hängt und Dieter Hecking und die Mannschaft feiert, weil sie den Klassenerhalt dann doch noch geschafft haben. Und dann musst du diese Botschaft wieder einkassieren. Also ich finde, wenn du am 34. Spieltag nach einer total vergeigten Saison und einer lustlosen Mannschaft nochmal ordentlich den Ruhepuls hoch treibst und solche Transparente schreibst, finde ich es völlig okay. Nach einem Spiel mitten in der Saison finde ich es ein bisschen schwierig. Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, ich kann den Frust verstehen, ich kann auch die Wut verstehen. Das einmal zumindest auch mal öffentlichkeitswirksam und das auch einmal als Hallo-Wach- und als Aufweckeffekt zu präsentieren, finde ich nicht so verkehrt. Aber wie gesagt, nicht mitten in der Saison. Und man muss auch noch sagen, das Spiel als nächstes gegen Werder zu Hause.

Das ist das Heimspiel. Ein ganz, ganz, ganz wichtiges Heimspiel. Haben aber jetzt eigentlich den Spielern schon den Rückhalt aufgekündigt. Bringen sich da selbst in einen Handlungsdruck, wo ich wissen möchte, wie sie da rauskommen. Also sie müssen jetzt nach Hoffenheim, da wird es vielleicht nichts zu holen geben. Oder sie holen was und überraschen, spielen dann gegen Werder und den Fans haben auch schon angekündigt, nee, also mit uns müsst ihr nicht mehr rechnen.

Da kommen sie jetzt ganz schwer wieder glaubwürdig raus aus der Nummer. Ja, wobei man sagen muss, dass es in Kurven oft so pathetisch zugeht. Ich musste dann auch wieder rum, und jetzt reden wir schon wieder über Werder, aber als zum Beispiel die Spieler weggeschickt wurden von den Anhängern in der Werder-Kurve, das ist ja auch so ein bisschen was von mit uns könnte nicht mehr rechnen oder auf uns könnte nicht mehr zählen. Das sind so Sachen... Die überdauern dann auch nicht mal mehr den Montag und möglicherweise sind es dann auch einfach die Emotionen, die du im Fußballstadion immer wieder hast. Also da sollte man wahrscheinlich auch vergessen können, ohnehin eine der allerwichtigsten Tugenden im Fußball überhaupt. Nun reden wir aber mal, lieber Arndt, über den Menschen. Die Menschen Dieter Hecking, der für mich ja, muss ich sagen, auch nach wie vor ein totaler Gewinner ist, seit er nach dem Gewinn des DFB-Pokals diese wunderschöne King-Kappe getragen hat. Seitdem finde ich mehr Ironie und mehr Selbstbespiegelung, Sympathische geht eigentlich nicht. Ich glaube, dass Dieter Hecking auch deswegen so gut ist, weil er einerseits in Wolfsburg für ein rares Gut, nämlich Erfolg steht durch diesen Pokalgewinn. Und zum anderen ist das so ein Typ, der hat so was herrlich Ausgleichendes. Also das ist so einer, wenn gerade eine riesige Kneipenprügelei ist, Dieter Hecking kommt rein und schlichtet das. Das ist wie so ein ÖTV-Schiedsmann. So einer, der so Frieden reinbringt. Also ich glaube, dass der prinzipiell für so eine zerstrittene Truppe, nehme ich jetzt einfach mal an in Wolfsburg, gar nicht so der verkehrte ist. Lass uns doch mal alles runterbrechen und frei assoziieren, was einen guten Trainer ausmacht. Einen guten Trainer macht das fachlicher aus. Da gehen wir bei Dieter Hecking einfach davon aus, kann er.

Möglicherweise auch Erfahrungen, wissen wir bei Dieter Hecking, hat er. Dann eine Frage, die ich mir immer stelle, wenn ich einen Trainer vor der Kamera sehe, ist, ich frage mich immer als Spieler, hätte ich Bock auf den? Hätte ich Bock unter dem Fußball zu spielen, wäre ich da leistungsbereit, würde ich den für voll nehmen, respektiere ich den? Würde ich bei Dieter Hecking sagen, passt alles. Insofern weiß ich gar nicht, ob man bei Trainern nicht manchmal viel zu viel Reingeheimnis ist oder nicht viel zu selten sagt, das ist einer, der hat den Job gelernt, der kann den, der ist menschlich integer. Und der ist im Thema, weil er bewiesen hat, dass er auch aktuell in der Bundesliga gut arbeiten kann. Da kannst du noch nichts verkehrt machen mit Dieter Hecking eigentlich als Mensch. Nein, überhaupt nicht. Als Mensch und als Fachmann. Also der ist sicher keiner, der jetzt mit dem iPad rumfuchtelt und den noch zeigt, wurde in der 27. Minute abkippen muss beim Defizitfall. Kein Laptop-Trainer? Kein Laptop-Trainer, kein Frank Kramer. Da ist er wieder.

Es war wichtig, ihn nochmal zu erwähnen. Auch möglicherweise als Antifolie zu Dieter Hecking. Und er ist wahnsinnig integer. Also ich habe Dieter Hecking, ich muss das wirklich mal lange zurückgelegen, nie richtigen Schwachsinn von dem erlebt. Ich glaube, der hat mal irgendwann ein bisschen Unfug geplappert, aber ganz prinzipiell ist er einer, der Mannschaften erreicht. Ich will nicht sagen, die Sprache der Spieler, du weißt ja nie, was die Sprache der Spieler ist. Manche wollen eher taktisch gefordert werden, die anderen brauchen eher packende Ansprache. Aber glaube ich, so einer, der weiß, worauf es ankommt. Also manschaftliche Geschlossenheit, ich glaube, der ist einer, der qua Erfahrung und qua langjährige Trainertätigkeit auch ein bisschen so weiß, Und was jetzt gerade gefragt ist, also wenn du so eine verunsicherte Truppe hast, wie den Vorfeld Wolfsburg, wo offenbar in den letzten zehn Jahren niemand genau wusste, was eigentlich zu tun ist. Da wird es nicht drauf ankommen, dass du den Leuten mal sagst, Leute, in der Viererkette müsst ihr so und so pressen nach vorne und so. Also von daher, ich glaube, der wird das erfolgreich gestalten. Ich befürchte nur, es ist angesichts der Tatsache, dass St. Pauli stabil Punkte holt, dass Mainz unter Urs Fischer inzwischen gut ist, dass Werder Bremen wieder einen Aufschwung hat, dass Gladbach, naja gut, Gladbach, Gladbach könnte es noch erwischen.

Oh Gott, schrecklich. Aber um Dieter Hecke gab es zu runden, ich denke auch manchmal, ich hätte ihn früher gerne als Klassenlehrer gehabt. Ja, das ist so ein Typ, weißt du, so ein bisschen streng, aber ich hätte auch das Gefühl gehabt, das ist einer, bei dem lerne ich aber auch was. Ja, weißt du was, Dieter Hecking wäre auch einer, so ein Sportlehrer, wo du immer gehofft hast, dass du die letzten 20 Minuten noch Fußball spielst und normalerweise steht noch rhythmische Sportgymnastik oder Gerätetouren auf dem Programm und er zwinkert dann den Jungs nur zu und dann geht's raus mit dem Ball auf den Sportplatz. So einer ist das. So ein gutmütiger Typ, der dann, obwohl du beim Bundesjugendspielen irgendwie nur 1,50 Meter gesprungen bist und beim Werfen irgendwie eine Minusweite hattest, dass ihr trotzdem noch eine Ehrenurkunde verpasst. So einer ist das. Zwinker, zwinker. Ich zwinker mit. Wir schauen mal, was sich tut. Also das ist natürlich erstmal ein hochgradig spannender Auftritt von Heck gegen Wolfsburg in Hoffenheim. Bin ich wirklich gespannt.

Bei der Mannschaft, die im Transferwert, also im Kaderwert, einen Platz hinter Wolfsburg steht. Übrigens, was ganz lustig ist, Hoffenheim kann jetzt ja schon so halb mit der Champions League planen, was wiederum Schnappatmung auslöst bei RB Leipzig, wo sie ja unbedingt in die Champions League wollen. Das ist ja das Einzige, was überhaupt das Kriterium ist, damit sich dieser ganze Profibumster in Leipzig irgendwie lohnt. Und deswegen gab es offenbar schon mehrere Ansagen und Ole Werner wurde unter Druck gesetzt Und es gab wohl diverse klare, klare Botschaften von Oliver Minzlaff in der Kabine, wenn ich das richtig verstanden habe. Und gleichzeitig wurde ein bisschen spekuliert, ob Jürgen Klopp möglicherweise einfach schon mal wieder hinschmeißt. Jetzt gab es das scharfe Dementi von Minzlaff, totaler Quatsch und ist natürlich alles aus der Luft gegriffen. Aber wir können auch einfach mal feststellen, dass das, was früher das große Red Bull-Modell war, nämlich irgendwelche Jugendtalente zu entdecken und dann teuer weiter zu verkaufen, inzwischen nur noch so halbgut funktioniert, weil alle, alle großen Clubs inzwischen diese Jugendjuwele selber einkaufen und dann an ihre Farmteams weiterverleihen. Und zum anderen ist jetzt Jürgen Klopp auch noch nicht dadurch aufgefallen, dass er so manche Leute mega davon überzeugt hätte, wechsel doch mal in den RB-Kosmos. Also das, wofür sie ihn geholt haben, der Markenbotschafter schlechthin zu sein, das scheint offenbar momentan nicht so zu funktionieren. Und die Nervosität ist groß da.

Also über sowas macht man echt keine Witze. Aber weißt du, was spannend ist, dass jetzt gerade, ich glaube Anfang der Woche, gleich zwei ehemalige RB Salzburg-Co-Trainer einen Job in der Bundesliga gekriegt haben. Also der eine in Braunschweig in der zweiten Liga und Frank Geidek ist doch auch ein ehemaliger Amino, oder? Er ist jetzt nämlich Heckings-Co-Trainer. Kommt auch als Co-Trainer von RB Salzburg.

Frank Geidek. Frank Geidek. Ich muss das mal ganz kurz bei Frank Geidek einhaken. Frank Geidek steht für mich für diese großartige Oberliga-Zeit, die wir erlebt haben, von 88 bis 94. Frankie Geidek als blutjunger Verteidiger in so einer Mannschaft unter Ernst Middendorp. Die haben alle 20 Mark im Monat verdient und sind gerannt wie die Idioten und hat danach ja so eine blitzsaubere Co-Trainer-Karriere hingelegt. Unter anderem wahnsinnig lange in Gladbach gewesen, unter 18 wechselnden Cheftrainern. Und dass der jetzt wieder im Geschäft ist, freut mich sehr. Und Lars Kornetka bei Braunschweig ist der andere, auch ein ehemaliger RB-Co-Trainer jetzt. Also du hast das Gefühl, die Trainer sind alle in der Branche total angesehen, weil du ständig irgendwelche RB-Trainer hast, die irgendwo anders im Gespräch sind, die überall eine gute Reputation genießen. Was ich allerdings erstaunlich finde, ist, dass die Heiner Backhaus überhaupt rausgeschmissen haben. Die haben immerhin in Paderborn, glaube ich, bis zur 34. Minute Nachspielzeit geführt, um dann noch den Ausgleich bitter zu kassieren. Aber da gab es zumindest mal so eine Art Aufwärtstrend. Aber ich las, dass man in Braunschweig sehr unzufrieden ist mit der Art und Weise, wie Backhaus die Truppe hat spielen lassen.

Stagnation ist das große Stichwort. Aber dass da jetzt ein Co-Trainer kommt, der keine Erfahrung als Cheftrainer hat, im doch kniffligen Abstiegskampf, das riecht für mich so ein bisschen nach Bielefeld in der Abstiegssaison. Also ich will der Eintracht nichts Böses. Ich mag den Eintracht sehr. Aber irgendwie hat man ein bisschen das Gefühl, das könnte schiefgehen. Das könnte schiefgehen, leider. Was haben wir noch für Namen diese Woche? Julian Brandt kriegt keinen neuen Vertrag in Dortmund. Was machen wir mit dem? Den Typen haben sie jetzt irgendwie weggeekelt und wahrscheinlich wollte er es selber auch. Also ich fand selten, dass sich ein Engagement so logisch dem Ende zugeneigt hat wie bei Julian Brandt. Eigentlich konnte man immer die Uhr danach stellen. Sobald der BVB verloren hat, hast du mindestens 500 Leute in irgendwelchen Foren gesagt, das gibt es doch gar nicht, der ist so faul. Guck dir den mal an, wie der rumläuft.

Und der ist so lustlos und die Mentalität fehlt. Und so weiter und so fort. Also es konnten alle... Schlecht gespielt haben, Schuld war immer Julian Brandt. Und ich finde es jetzt eigentlich viel spannender, wohin der jetzt eigentlich so geht. Ist ja ablösefrei zu haben, wird wahrscheinlich mal ein ordentliches Handgeld selber aufrufen. Von dem wohl 8 Millionen im Jahr, wenn das stimmt, was viel ist. Ja, aber viel. Inzwischen hörst du bei 90 Prozent der Leute, die bei Bayern spielen oder bei Dortmund, dass da um 15, 16, 17 Millionen geredet wird. Manchmal denke ich auch, das ist ja inzwischen schon fast ein Mittelstandsgehalt. Mal gucken, ob der über den Monat kommt, Julian Brandt. Aber wo könnte der hingehen? Wirklicherweise zu Werder Bremen.

Verletzt sich jetzt schwer und geht dann zu Werder. Nee, pass auf, das ist natürlich ein ewiger Traum, weil er ist ja Bremer und er sagt dauernd, dass er totaler Werder-Fan ist und sich eigentlich total freuen würde, nochmal im Werder-Trikot zu spielen. Ich glaube, dass es bei dem Gehalt nicht realistisch ist, es sei denn, es wird eine dieser wundervollen romantischen Geschichten, wo er sagt, mir ist egal, ich habe genug Geld verdient, jetzt gehe ich mit 30 zu Werder. Aber Eintracht Frankfurt war wohl auch im Gespräch als Abnehmer, aber die sagen auch, 8 Millionen Gehalt ist für uns auch eher nicht machbar. Und England soll wild auf ihn sein, also es gibt viele Premier League-Gerüchte um ihn, was ich mir auch vorstellen könnte. Aber wo ich auch ihn überhaupt nicht einschätzen kann, ob der da Bock drauf hat, ob der da keinen Bock drauf hat. Auf jeden Fall ist das eine tolle Situation. Naja, vielleicht geht er ja zu Tottenham Hotspur in die zweite Liga, die englische. Kleiner wird es am Rande. Möglicherweise bleiben sie ja auch drin. Ansonsten auch eine große Schlagzeile. Elmala. Es gibt ja ohnehin so wahnsinnig viel Stunk in Köln. Ein Gemotze über Quasenjog, ein Gemotze, warum er den Elmala nicht immer von Beginn an spielen lässt. Und jetzt hat der den Berater gewechselt. Er wurde vorher, korrigiere mich, von jemandem beraten aus dem Kölner Umland, was ja so klingt, als ob du den mit Tim Lemperle beim Daydrinking auf dem Rhein kennengelernt hast. So ein Kfz-Mechaniker, der sagt, ich kann da mehr Geld rausholen, ich kann gut verhandeln. Und wer ist jetzt der Berater? Seine Eltern. Sabrina und Mohamed Elmaler. Das ist auch super. Aber irgendwie ein cooler Move, finde ich.

Durch meine WDR-Connections habe ich ja sehr viele FC-Fans in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Und die sagen übrigens alle, also das mit Quasian sollte man jetzt mal nicht übertreiben, weil die Bilanz ist nicht so desaströs, dass man ja jetzt wirklich so viel Unruhe reinbringen müsste. Dafür spielt der FC für den Aufsteiger immer auch noch zu gutem Fußball. Und bei El Mahler sagen auch viele FC-Fans, die ich kenne.

Dem fehlt schon noch ein bisschen was. Also der hat ganz viele Anlagen und kann ganz großer werden und wird uns wahrscheinlich mal irgendwann die Taschen voll machen. Aber dass der jetzt nicht immer von Anfang an spielt, ist eigentlich nicht so verkehrt. Also da gibt es unterschiedliche Meinungen. Ist, finde ich, auch nicht so verkehrt. Und sonst heißt es immer, ja, die jugendlichen Spieler werden verheizt und dann müssen sie alle 34 Spiele machen und außerdem noch in der Oberleger Nordrhein aushelfen oder wie auch immer. Insofern finde ich das eigentlich auch nicht so verkehrt. Was ich übrigens lustig finde ist, gerade weil du so viele Kölner Bekannte hast, gibt es ja häufiger mal Informationen von dir, von anderen, wo dann immer schon gemutmaßt wird, wie das alles weiterlaufen wird. Unter anderem, dass Lukas Quasniok spätestens an Karneval ist, der nicht mehr beim FC. Winkt ein anderer vom Wagen. Da winkt ein anderer vom Wagen. Und wer ist natürlich noch da? Lukas Quasniok. Also man kann natürlich an dem viel kritisieren und rhetorisch ist das jetzt sicherlich, möchte ich mal sagen, das Premium-Segment. Aber trotz allem, trotz allem dieses, ja, da ist ja schon klar und das habe ich aus den innersten FC-Kreisen gehört, das weiß ich direkt aus dem Geisburgheim. Der hat keine Zukunft beim FC. Guck mal, da sind wir gleich beim nächsten Thema, das mit dem FC zu tun hat. Die werden jetzt unter anderem deswegen kritisiert, weil sie gegen den BVB verloren haben. Wieder verloren, aber eigentlich haben sie ja oder hätten sie ja nicht verlieren müssen, weil sie hätten ja eigentlich in der 94. Minute noch einen Elfmeter kriegen müssen, wofür sich sogar der DFB quasi entschuldigt hat und gesagt hat, ja, das war richtig, den hätte es geben müssen. Dazu zwei Gedanken. Erstens, was machen wir? Wenn der FC am Schluss einen Punkt zu wenig hat und der DFB hat sich entschuldigt dafür, dass sie den Elfmeter nicht gekriegt haben und jeder weiß, okay, das wäre der Punkt eigentlich gewesen.

Zweitens, warum, warum, warum, warum ist es so, dass am Spieltag sowohl der Schiedsrichter auf dem Platz als auch die in Köln im Souterrain das nicht sehen und am Tag danach beim DFB zweifelsfrei festgestellt wird, ja, das hätten sie anders sehen müssen, warum die das nicht gesehen haben, wissen wir auch nicht, wir haben es gesehen, hätte Elfmeter geben müssen. Also der ganze systemische Quatsch, den wir immer wieder bemängeln, ist da auch wieder zutage getreten. Und vor allem, warum wird denn in einem Spiel, was der FC nun eigentlich gut geführt hat und wo sie eigentlich noch einen Punkt geholt hätten nach Lage der Dinge gegen BVB, warum wird da so getan, als wäre es eine Blamage gewesen, nach der man den Trainer in Frage stellen müsste. Also da sind so viele Sachen, über die man diskutieren könnte, dass es schwindelig wird. Ja, verstehe ich auch nicht. Und für mich war diese Diskussion um den Handelfmeter schon wieder so wahnsinnig typisch. Seit neun Jahren erzählen sie, ja, das ist bisher nicht gut gelaufen, aber ab sofort sind die Kriterien klar. Und das gilt sowohl für das Handspiel, als auch für die kalibrierte Linie, als auch für ganz prinzipiell die Frage, wann der VAR überhaupt eingreift.

Pustekuchen, sie kriegen es einfach nicht hin. Und für mich ist dann immer einfach nur die Frage, warum sich eigentlich die DFL dieses Themas nicht mal auf substanzieller Anwendung Ebene angenommen hat. Wenn du mit Vereinsfunktionärin sprichst, immer wieder sagen die, wir sind doch auch unzufrieden, wir wollen es doch auch nicht. Und wenn es dann darum geht, mal zu sagen, so können wir nicht weitermachen, hast du keinen Funktionär, der da aus der Deckung kommt. Die haben alle keinen Bock darauf, sich damit anzulegen. Sie wollen in diese Gemengelage gar nicht reingeschmissen werden. Und dann ist es ja auch immer so tückisch und das ist psychologisch wahrscheinlich schwierig. Hin und wieder wirst du ja auch vom VAR unberechtigt bevorteilt. So muss man es ja auch sagen. Jede Mannschaft hat immer mal wieder in irgendeinem Spiel eine Entscheidung des VARs, wo du denkst, ja, wenn du unabhängig oder objektiv wärst, fändest du das jetzt nicht so gut, aber jetzt hat es uns einen Punkt gerettet. So ist es beim BVB ja auch. Jetzt regen sich die Kölner auf, nächste Woche ist es wieder der BVB, es sind nie die gleichen. Wobei, das ist ja immer total geil, du kannst ja die Uhr danach stellen, wenn der FC benachteiligt wird, dann gibt es einen Tag später im Express oder in der Build Curl oder anderswo der Hinweis, der FC ist schon so oft benachteiligt worden. Der FC, wenn sie uns nicht in der Liga haben wollen, dann sollen sie das sagen.

Und da denkst du immer so, oh Mann ey, das ist das ist doch nur in Köln in dieser Mundart-Mafia, ne? Also dieses, ja, der DFB und die Fortuna und alle sind gegen uns. Ich weiß übrigens genau, dass wenn wir jetzt nicht über Michael Trippel, meinen Stadionsprecher-Kollegen, reden, dass dann Leute hinterher schreiben werden, ja, das ist schade, dass die Dingschance vertan hat, der soll ja... Du schonst ihn, du schonst ihn. Gleichzeitig Leute hoffen, dass ich mich solidarisch erkläre und sage, Schweinerei, dass sie den so angehen und gleichzeitig Leute sagen, nee, nun soll er dir mal richtig einen aufs Dach geben, weil das geht ja nun gar nicht, was der gemacht hat. Also nochmal für alle, die es nicht mitbekommen haben, Michael Trippel seit 1999 Stadionsprecher, also noch länger als ich in Bremen beim 1. FC Köln, hat zweimal auf eine kritikwürdige Art und Weise das Mikrofon genutzt und zwar einmal in der Halbzeit. Als er über den Platzverweis, den gerechtigten Platzverweis eines FC-Spielers gesagt hat, Pfui widerlich, laut ins Mikrofon gerufen und nach dem Spiel, als es diesen Elfmeter nicht gab, hat er dem Schiedsrichter quasi auch über das Mikrofon attestiert, ja, völlig skandalös, Fehlentscheidung und da über die Halbzeit gibt es ja auch den Platzverweis und jetzt den Elfmeter guckt er sich nicht mal an. So, jetzt wird da diskutiert, also der FC hat Missfallen kundgetan, der DFB denkt über Strafen nach. Und ich bin etwas in einer Klemme, weil ich mich ungern über einen Berufskollegen äußern möchte, der den Job noch schon länger macht als ich.

Andererseits aber, ja. Dann mache ich das mal. Dann mache ich das mal. Ich kann nicht nur sagen, dass ich das so sympathisch, ich den Kollegen Trippel finde. Und solange er ja auch wirklich eine markante Stimme im Müngersdorfer Stadion ist, das darfst du als Stadionsprecher einfach nicht machen. Ich finde, dass du als Fan alles brüllen kannst oder fast alles, Emotionen zeigen kannst, Wut zeigen kannst, einen Schiedsrichter auspfeifen kannst, kannst du alles machen. Aber Stadionsprecher musst du, gerade weil du ein Multiplikator bist und positive wie negative Stimmung extrem verstärken kannst, musst du dich einfach zurückhalten. Das ist die Basisqualifikation des Stadionsprechers, dass du deine Emotionen im Griff hast. Insofern verstehe ich die Kritik auch der Verantwortlichen, ich verstehe die Kritik des DFB, dass du bei einem einmaligen Ausrutscher jetzt nicht sofort mit der ganz großen Sanktionspeitsche kommen musst, versteht sich auch von selbst. Ist natürlich auch quasi im Eifer-Dates-Kaffekt passiert. Aber ich finde, eigentlich ist das ein Unding. Also ich habe große Sympathie dafür, dass der wirklich FC-Fan durch und durch ist. Dem nehme ich seine Leidenschaft total ab. Bei mir ist es aber auch so, ich habe auch meine Momente in meiner Sprecherkabine, wo ich da sitze und wirklich in den Tisch beiße und ganz schlimme Fäkalwörter benutze und auf Menschen schimpfe und laut schimpfe und auch wirklich unkorrekt schimpfe und aggressiv bin, aber eben nicht bei offenem Mikrofon.

Und ich finde, das muss man einfach trennen können, weil die Hauptaufgabe eines Stadionsprechers ist wirklich in solchen Situationen die Deeskalation. Und wenn du dir überlegst, du hast bei Halbzeit schon das Mikrofon offen und kritisierst den Schiedsrichter auf die Art und Weise, wer sagt dir denn, dass der nicht eine Flasche an den Kopf kriegt, wenn er wieder aufs Spielfeld läuft? Wer sagt denn, dass du jetzt nicht eine Dreiviertelstunde lang ein Spiel hast, wo das ganze Stadion durch das, was du gesagt hast, der Meinung ist, die bescheißen uns hier, der Schiedsrichter bescheißt uns hier und das ist ein ganz anderes Spiel im schlimmsten Fall.

Als wenn du das nicht gesagt hättest. Und deswegen also große Wertschätzung für Michael Trippel. Also ich drücke auch alle Daumen, dass das für ihn jetzt gut ausgeht. Aber es ist richtig zu sagen, dass es keine glückliche Aktion war. Ich finde mich sehr interessant, wenn man den Namen googelt, dann kommen ja immer so Vorschläge von Google. Da kommt bei Michael Trippel, Michael Trippel Alter, Michael Trippel Beruf, Michael Trippel 1. FC Köln und Michael Trippel Schamane. Ich habe keine Ahnung. Wahrscheinlich sind es schamanische Rituale, die den FC in den Keller getrieben haben. Wenn man dann auf Michael Trippel Schamane klickt, kommt es stimmt mit keinem Nachrichtenergebnis überein.

Achso, mit keinem Nachrichtenergebnis. Wir schauen da nochmal rein, was Michael Trippel möglicherweise noch als Nebenjob hat. Es ist ja so, dass es öfter mal schon in der Historie der Bundesliga Ärger gab, genau wegen solchen Durchsagen. Ich kann mich an Lothar Butkus erinnern, den legendären Stadionsprecher aus Bielefeld. Moment, Moment, Moment, ich will es eben auflösen, damit hier keine unnötigen Spekulationen aufkommen. Es gibt einen Schamanen namens Michael Trippel, das ist aber nicht der Stadionsprecher des FC. Was ich fast ein bisschen schade finde. So, weiter mit meiner Bielefelder Anekdote. Lothar Butkus, der Stadionsprecher von Amina Bielefeld, der FC St. Pauli war zu Gast. Und ich weiß nicht, ob du dich an den Präsidenten Otto Paulik noch erinnern kannst, der damals dem FC St. Pauli vorstand, der wurde von Lothar Butkus als Zuhälter aus Hamburg angekündigt. Und Otto Paulik wollte in diesem Moment sofort zur Sprecherkabine hoch und Lothar Butkus Ohrfeigen und musste dann mühsam von Bielefeldler Präsidiumsmitgliedern abgehalten werden. Schön war auch Heaven, der Sänger der angefahrenen Schulkinder, die unter anderem Tötet Onkel Dittmar einen großen Hit hatten. Der war mal einen Spieltag Stadionsprecher beim VfL Osnabrück und hat aus der Stadionsprecherkabine ausdauernd den Schießrichter bepöbelt und hat das dann auch nicht gemacht. Und woran ich mich noch erinnere, ist Uwe Bahn, HSV-Stadionsprecher. Natürlich. Der wurde mal gebeten, eine Wohnungsanzeige durchzugeben, was ich auch ganz lustig fand. Nämlich suche vier Zimmer am Ochsenzoll, bitte mit Grün oder Garten. Und das war Roy Präger, der ihm das gegeben hat. Und Uwe Bahn hat sich dann professionell geweigert. Und Roy Präger war richtig sauer, dass diese Wohnungsanzeige nicht durchgegeben wurde. Also ich glaube, Stadionssprecher sind, um das abzuschließen, einfach gut beraten.

Um möglichst neutral, zumindest möglichst deeskalierend in solchen Situationen zu wirken, dass sie natürlich auch Emotionen machen und dass die Zeiten, in denen du einfach nur so wie so ein Beamter quasi die Ausstellung vorgelesen hast, vorbei sind, ist ja auch klar. Aber dass du zumindest in so strittigen Situationen nicht noch über das Mikrofon reinbölkst, was das denn für ein Blinder ist, das versteht sich eigentlich von selbst. Na echt, ich muss mal eben bekennen, man denkt natürlich auch an manchen Situationen im Spiel, denkt man auch darüber nach, was würde der Mannschaft jetzt helfen. Aber das muss eben alles in einem Rahmen sein. ein Heimspiel sein, wo du den Rahmen mitgestaltest, aber eben auch nicht deine eigenen persönlichen Befindlichkeiten über den weiteren Ablauf des Spiels stellst. Also das ist, denke ich, der wichtige Punkt. Ja, absolut, absolut, absolut. Ich würde mal sagen, weil ich habe gerade so ein Rascheln gehört, ein Rascheln ganz oben. Ich habe nach links oben geguckt und dann wanderten so Suchscheinwerfer hin und her. Hinten probte bereits eine Band und ich glaube, es ist der Moment. Es ist der Moment. Wenn es oben raschelt, ist das doch immer der hier.

Also, liebe Freunde, Wir begrüßen unseren Leserbrief-Onkel, unseren gütigen Leserbrief-Onkel, der mindestens, mindestens einen so ausgleichenden Charakter hat wie Dieter Hecking. Der steht oben mit seiner Showhose und reißt sich gleich in Chippendales-Manier von den Beinen zu einer wohlbekannten... Hier ist er, Fremdporn, Timmerenke, Schamann. Grüße euch, hallo. Im Nebenjob. Ja, moin. Ich muss direkt eine Frage stellen. Philipp, du hast den Namen jetzt schon wieder direkt bei der Ankündigung benutzt. Was hat eigentlich Dieter Hecking gegen euch in der Hand? Warum? Weil wir ihn so sympathisch finden? Ich kann mich erinnern, als er das letzte Mal in Bochum angeheuert hat, da lag der euch hier so verbal in den Arm, der Fahrensmann ist zurück. Endlich wieder Dieter Hecking. Ich meine, alle Leute, die müssen hier durchs Stahlbad gehen und der zieht ein Bein nach, der ist bescheuert. Und Dieter Hecking, jedes Mal, wenn er irgendwo wieder reinkommt, ist, ach Dieter Hecking. Oh, Dieter.

Okay. Er ist unser Spirit Animal. Also wenn es jemanden gäbe, quasi wie bei dieser Harry Potter Folge, wo die dann immer noch so einen komischen Avatar haben, der sie beschützt. Dieter Hecking ist unser Spirit Animal. So ist es einfach. Ein richtig, richtig dufter Typ. Na gut. Mit dem würde ich gerne mal eine Bulette essen. Ich glaube, er ist einfach in allem, er ist in allem das Gegenteil von Frank Kramer. Ich glaube, das erklärt es eigentlich komplett. Okay, das lag mir nochmal auf dem Herzen. Und wir haben natürlich auch wieder viele ZuhörerInnen, LeserInnen, denen auch was auf dem Herzen liegt, wie Christian. Und jetzt kommen wir nämlich zum VfL Wolfsburg.

Christian schreibt uns, am 21. März spielt Werder beim VfL Wolfsburg. Da es schier unmöglich ist, auch als Mitglied Karten fürs Heimspiel im Weserstadion zu bekommen und ich zur Arena in Wolfsburg nur eine knappe Stunde Anfahrt habe, habe ich mich sehr darauf gefreut, meine Mannschaft wenigstens auswärts einmal live sehen zu können. Für Wolfsburg bekommt man ja immer Karten. Denkste? Wopp gibt Karten nur an Mitglieder und Dauerkarteninhaberinnen raus und scheint die Restkarten an Schulklassen und Vereine zu verramschen. Was meint ihr? Kann man so machen, um zu verhindern, dass die Gäste das Heimspiel zum Auswärtsspiel machen? Oder böses Foulspiel? Böses Foulspiel. Also du hast da wahrscheinlich ein bisschen mehr mit der Praxis, ein bisschen mehr Kenntnisse als ich, Philipp. Ich kriege nur im Moment immer mit, dass mich viele Leute anhauen und sagen, ey, wir kriegen da keine Karten, das ist eine Sauerei, was die machen. Das ganze Stadion wäre normalerweise wieder halb leer.

Die eigenen Fans entsagen der Unterstützung und die gegnerischen Fans dürfen nicht kommen. Also ich muss gestehen, dass ich da sehr zwiegespalten bin. Einerseits kann ich mich wirklich an viele Spiele erinnern, wo es Heimfans schon eine extrem schlechte Laune gemacht hat, dass da so viele Auswärtsfans im Stadion waren. Ich kann mich erinnern, wie die Schalker mal in Bochum eingefallen sind unter dem Motto Nordkurve in deiner Stadt, wo, glaube ich, alle Karten aufgekauft wurden im hohen Stadion irgendwie zu haben waren, teilweise zu Mondpreisen. Da hätte ich als Bochumer auch gekotzt. Und natürlich muss ich auch sagen, wenn du jetzt Wolfsburger bist und dann hast du da die Hälfte des Stadions voll mit Werder-Arschlöchern, also ich würde ja kotzen, ich würde kotzen als Wolfsburger. Ob du das als Verein noch unterstützen willst oder sagst, ist doch Hauptsache, dass das Stadion voll ist, kann ich auch verstehen. Also die eigentliche Schande oder die eigentliche Ursünde ist ja, dass die Wolfsburger das Stadion nicht voll kriegen. Dann würde sich die ganze Frage überhaupt nicht stellen. Aber wenn du natürlich in der Stadt so ein mäßiges Interesse hast, dass die ganze Zeit noch 7.000, 8.000 Karten auf dem Markt sind, ist das natürlich auch peinlich. Also das eigentlich Peinliche ist, dass Wolfsburg das Stadion nicht vollkriegt, dass man am Ende dann so zu Notbehelfen führt und dass du dann lieber irgendwie, keine Ahnung.

Eine Karte für Wolfsburg gegen Werder lieber für zehn Kaiserspunkte an einer Wolfsburger Supermarktkasse abgibst, als es einem Werder-Fan zu geben ist. Klar, schwierig. Aber trotz allem, also ich kann so ein ganz kleines bisschen verstehen, dass das keine schöne Erfahrung ist, wenn die Hälfte des Stadions in gegnerischer Hand ist. Aber es ist ja nicht wie, wenn Camp Nou von Eintracht Frankfurt-Fans unterwandert wird und da plötzlich Ausnahmezustand ist. Der Unterschied ist halt, dass du bei Heimspielen von Wolfsburg eigentlich sonst nie das Gefühl hast, dass denen die Heimspiel-Amosphäre nun besonders am Herzen liegt. Also sonst würde es sehr anders aussehen. Also Wolfsburg ist ein spezieller Fall. Ich kann aber nur sagen, dass beispielsweise das auch im Olympiastadion in Berlin, wo es ja eigentlich fast immer noch Karten gibt, auch nervig ist, wenn du sechs, sieben, acht Tage vor dem Spiel immer irgendwelche lautmalerischen Kommentare aus Bochum, aus Frankfurt.

Aus Düsseldorf, aus Dresden hörst, das Olympiastadion wird eingenommen und dann sind sie da mit 15.000, was ja auch immer ganz okay ist. Also dieses Wir-Machen-das-Auswärts-Spiel zum Heimspiel, diese Erzählung kann ich auch selten hören. Und ich habe mich früher auch immer ein bisschen, fand ich es ein bisschen nervig, wenn du auf der Alm warst und dann hat die halbe Haupttribüne gejubelt, wenn Schalke ein Tor gemacht hat. Aber so ist es dann halt auch. Eigentlich bin ich der Meinung, jeder sollte eine Karte kaufen, wenn noch welche da sind. Was passieren kann, wenn man sich als Auswärts-Fan in den Heimblock begibt? Dazu hat uns Melanie was geschrieben. Am 8. März war ich gemeinsam mit meiner Schwester zu Gast beim Fußballspiel 1. FC Union Berlin gegen Werder Bremen. Und der Besuch war das Schlimmste, was wir je in einem Fußballstadion erleben mussten. Es endete in einem Akt von Willkür, einer nicht hinnehmbaren Bedrohungssituation und einem Stadionverweis. Und wir sind nicht zart beseitet. Ich fasse das mal ein bisschen zusammen, weil Melanie das sehr ausführlich geschildert hat.

Melanie und ihre Schwester sind Werder-Fans und sie hatten Tickets für den Block neben dem Auswärtsblock, was aber der Heimbereich ist. Da waren wohl noch einige weitere Werder-Fans. Die haben sich alle, wie sie sagt, respektvoll verhalten und beim Ausgleich nach der roten Karte aber dezent gejubelt. Und plötzlich hat sich ein Ordner auf sie gestürzt, wie sie schreibt. Und sie wurden von den Union-Fans wild beschimpft. Dann haben sie nachgefragt, was los ist und dann wurde ihnen gesagt, das ist ein Unionblock, jubeln für das Gästeteam ist verboten und das steht auch so in der Stadionordnung und mit Verweis auf die Stadionordnung wurden sie aus dem Block und aus dem Stadion geleitet und ja, sind rausgeflogen. Und sie schreibt dazu. Eine dermaßen aggressive und feindliche Haltung gegenüber anderen Fans haben wir noch nie erlebt. Die ganze Fankultur in Anführungszeichen beim 1. FC Union Berlin haben wir als Ausgrenzen, selbstverliebt und bedrohlich erlebt. Wir alle lieben unsere Fußballvereine, aber außer der üblichen Frotzeleien haben wir in keinem anderen Stadion eine derartige Aggression, Willkür und Herablassung erlebt, wie an diesem Abend in der alten Försterei. Wirklich angsteinflößend. Unabhängig von diesem Erlebnis nur meine Frage, wie viel Freude über ein Tor oder einen Sieg ist bei einem Auswärtsspiel erlaubt und vor allem wo muss ich mich dafür im Gästeblock befinden?

Philipp, du bist bestimmt öfter als ich. Überrascht dich die Geschichte oder ist das ein alter Hut? Also ich würde es jetzt zumindest nicht nur auf Union reduzieren. Also ich glaube, dass das eine Veränderung ist, die wir in jedem Fußballstadion erleben, dass es nämlich keinen neutralen Bereich mehr gibt. Also es gibt nur noch Heimbereich und Auswärtsbereich. Das war ja früher anders. Da gab es ja wirklich unzählige Leute, die mit ihrem Bundeswehrparker dann auf die neutralen Plätze gegangen sind und einfach ein gutes Spiel sehen wollte. Heute ist das Ja, schwarz-weiß aufgeteilt, hier ist der Gästeblock, hier ist der Heimbereich und man merkt schon eine sehr, sehr aggressive Stimmung, wenn du als Auswärtsfan in so einer Art Heimbereich bist, selbst wenn du nah am Gästeblock bist. Das allerdings, und das finde ich erschreckend, dass die Ordner da mitmachen und sagen, ja, du hast dich gefreut, du musst jetzt erstmal rausgeworfen werden, finde ich beschämend. Also ich finde, ehrlich gesagt, auch die Frage aufzuwerfen, ob das in der Stadienordnung überhaupt so rechtens ist, dass du noch nicht mal jubeln kannst, wenn auf dem Platz ein Tor fällt. Ich finde es ganz prinzipiell nicht mehr aufzulösen. Ich glaube, man muss sich einfach, es sei denn, es gibt diese großen Stadien, in denen das anders ist und wo genügend Tickets sind. Ich glaube, du musst einfach damit rechnen, dass wenn du nicht im Auswärtsblock bist, eigentlich so ein Auswärtsspiel nicht mehr besuchen kannst. Das ist eine bedauerliche Entwicklung, aber gerade natürlich auch die spezifischen Verhältnisse in der alten Försterei, wo du ja nicht vergessen darfst.

Dass dort eigentlich immer viel weniger Karten da sind, als Leute da eigentlich rein möchten. Es gibt einen unglaublichen Mitgliederzuwachs bei Union Berlin und durchaus auch eine interne Diskussion, ob das jetzt alles echte Unioner sind oder nur Leute, die Tickets abgreifen wollen. Und man darf ja nicht vergessen, diese ganzen Werder-Fans, die da saßen, das waren alles Leute, die Tickets bekommen haben, weil Union-Fans die verkauft haben. Und ich glaube, es war eine unglückliche und ungünstige Mischung aus übergriffigen Ordnern, wahrscheinlich sehr, sehr unentspannten Union-Fans, die es da eben auch viele gibt an der alten Försterei, jetzt mal unabhängig davon, dass da sehr hoch gehalten wird, das eigentliche wahre Fan-Erlebnis zu haben. Und zum dritten wahrscheinlich auch so ein bisschen die Wut darüber, dass es überhaupt Union-Fans gibt, die diese Werder-Fans mit Tickets versorgt haben. Also ungünstig, unschön. Ob das die Regel ist, ich weiß es gar nicht. Aber ich glaube, das wirst du in sehr, sehr vielen Stadien inzwischen erleben. Dass das halt so eine aufgeheizte Stimmung ist, in der du als Gästefan nicht mehr gut gelitten bist. Hm. Hm. Hm. Okay.

Hm. Hm. Weiter. Definitiv. Weiß der Geier. Das ist eine Diskussionskultur. Frimpong, zwischendurch, bevor du dir die letzte Zuschrift vorliest, weißt du, was ich bei den Spotify-Kommentaren gelesen habe? Mir gefällt Frimpongs neue aggressive Art. Was ist denn deine neue aggressive Art? Was ist denn deine neue aggressive Art? Warst du nicht immer schon passiv-aggressiv? Ich weiß es nicht. Ich komme mir nicht so aggressiv vor. Aber du hast jetzt auch so eine G.I. Joe-Frisur. Auch noch, das passt alles ins Gesamtbild irgendwie. Du bist wie Sergeant Gunnery Hartman aus Full Metal Jacket, der die Marines im ersten Drittel von Full Metal Jacket schön auf Linie bringt. Pomerenko, what are you doing? Es braucht ein bisschen Schärfe vielleicht manchmal noch. Ihr seid ja vorher und so auf Schmusekurs. Eben wie du über Hacking gepöbelt hast. Ja, echt unglaublich, der neue Pomerenke. Sagen wir mal so, der hat ja auch in Lübeck große Erfolge gefeiert. So Erfolge konnten wir nie wiederholen. Aber er ist auch der letzte Trainer, der mit uns aus der 2. Liga abgestiegen ist. Und hat dann gesagt, ciao, das war's. Zweischneidiges Schwert. Ach, der ist schuld, dass ihr nicht mehr in der 2. Liga spielt? Nein, nein, nein. Ich will mich gar nicht schulden.

Frimbong sagt, Hacking ist an allem schuld. Das ist die neue Aggressivität. Bitte die dritte Zuschrift. Bitteschön. Genau, und Aggressivität ist das richtige Stichwort, weil Olaf hier noch hinten raus nochmal die ganze Bude anzünden möchte, glaube ich. Oh, oh, oh. Es ist mittlerweile zur absoluten Unsitte geworden, dass Spieler unmittelbar nach Abpfiff ihre Kinder auf den Rasen holen. Während die Kurve brennt und die Mannschaft als Einheit den Sieg feiern oder sich der Kritik stellen sollte, sieht man nur noch Väter, die Slalom um die Fotografen laufen oder mit dem Nachwuchs auf dem Arm an der Seite stehen. Versteht mich nicht falsch. Ich bin kein Kinderhasser. Aber.

Aber. Dieser Trend killt für mich den Moment zwischen Team und Tribüne. So, klare Kante. Zersplitterung. Erstens, Zersplitterung. Statt der geschlossenen Mannschaft stehen da laute Einzelpersonen, die in ihrer Papa-Rolle feststecken. Punkt 2, Inszenierung. Oft wirkt es wie ein kalkulierter Image-Move für die nächste Instagram-Story. The Proud Dad.

Drittens, Distanz. Der unmittelbare Austausch mit den Fans geht verloren, weil die Spieler mental schon beim Kinderwagen sind. Ist das die logische Folge der kompletten Eventisierung oder bin ich einfach nur ein verbitterter Fußballromantiker? Gehört der Platz nach dem Spiel der Mannschaft und den Fans oder ist das Spielfeld jetzt der neue Spielplatz? Du bist einfach nur ein verbitterter Fußballromantiker. Ich muss dazu sagen, ich erkenne ein gewisses Zerrbild aus dieser Schilderung, weil das ist so viele Spieler sind, die permanent jetzt mit ihren Kindern rumlaufen nach dem Spielschluss oder sogar die ganze Mannschaft, die mit ihren Kindern dasteht, statt mit den Fans zu feiern, kann ich so als Beobachtung nicht bestätigen und ich finde es in Einzelfällen eigentlich nie schlimm. Also vor allem, es wird ja nicht nach jedem Spiel gemacht, sondern meistens nach besonderen Spielen und ich kenne jetzt keinen Spieler, der bei jedem Spiel seine Tochter schnell noch auf den Arm nimmt und mit Rasen läuft. Also ich habe es noch nie negativ empfunden. Also bei mir ist es tatsächlich so, dass ich das ein- oder zweimal fand, dass das ein bisschen viel ist. Also da hast du das Gefühl, dass die komplette Kita-Wühlmäuse jetzt aufs Spielfeld gelassen wurde und ein großes Ramentern war. Das war zumal in einem Moment, in dem ich auch gedacht hätte, ja, das hätten sie jetzt durchaus erstmal mit den Anhängern feiern können. Ansonsten sind das immer ein oder zwei Kinder, die da noch ein bisschen über den Platz tollen. Und eigentlich ist es auch so, dass zumindest dieser erste Moment, also gerade nach Siegen, wo du nochmal die Fankurve bejubelst und gegenüber genau, dass das für mich gar nicht gestört wird. Also möglicherweise sieht der Kollege, der verbitterte Fußballfan, es möglicherweise ein bisschen zu eng, ein bisschen zu eng mit den Kindern auf dem Platz. Olaf, schade, da können wir hier leider nicht abstimmen. Schade, dass du hier nicht so viel Zustimmung erfährst.

Scheiße mit der Scheiße ist das. So, Freunde, was ist mit meinem Impulsvortrag? Ja, jetzt kommt der Platz für Fußballromantik. Wirf an den Jingle!

Hm, hm, hm. Und gewählt wurde mal wieder ein Ostclub. Und wer ist der beste Beauftragte für Ostclubs? Ja, der Mann aus dem Freien Westen, Philipp Kösterer. Die VSG Altglienicke war diesmal im Fokus. Und wer nicht genau weiß, wo Altglienicke liegt? Im Südosten, also im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin. Also es ist eigentlich ein Berliner Club. Kein klassischer Ostclub, aber auch eine Mannschaft, die es schon sehr, sehr lange gibt. Nämlich seit 1889 als Altkliniker Ballspielclub gegründet, dann in der DDR-Zeit mehrfach unbenannt. Natürlich auch eine BSG gewesen, also bekannteste DDR-Bezeichnung war BSG Altklinike. Damals natürlich in den alten Strukturen immer Heranbindung an Betriebe, also gab es so lokale Industriebetriebe. Aber eigentlich war ja die VSG Altklinike immer nur unterklassig im Berliner Amateurbereich. Es gab andere große DDR-Clubs in Berlin, also FC Union und natürlich Dünau Berlin. Das war so ein ganz klassischer Kiez- und Betriebssportverein. Und dann, zack, ab den 2010er Jahren erst ging es dann rasant nach oben, warum auch immer. 2014 Aufstieg in die Oberliga Nord und 2017 Aufstieg in die Regionalliga Nord-Ost. Und seitdem geht es immer wieder gegen Traditionsclubs wie Rotwas Erfurt und Jena und Chemnitzer FC, aber immer vor sehr, sehr wenig Zuschauern und vor allem nie im eigenen Stadion. Also das ist eigentlich das Allerbitterste.

Andere wissen ja oft, wo das Stadion ist und es gibt den Heimbereich und so weiter. Im letzten Jahr spielte man in Alt-Klinicke, spielte man im Zoschke-Stadion in Lichtenberg. Vorher war man auch in anderen, beispielsweise auf dem Fritz-Lesch-Sportplatz in Treptow-Köpenick, im Olympiapark, im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und wie gesagt im Zoschke-Stadion. Inzwischen spielt man ...

Fürstenwalde, 50 Kilometer entfernt von Alt-Klinicke und da fahren natürlich auch nicht allzu viele Leute mit. Die bekannteste Figur der VSG Alt-Klinicke ist na, wisst ihr es? Ich weiß es. Wir hören ihn gleich, oder? Thorsten Matuschka, ja, wir hören ihn gleich. Also man muss das so sagen, Thorsten Matuschka, die Legende von Union Berlin, der ist inzwischen bei der VSG Alt-Klinicke in der sportlichen Führung. Das Lustige war, ich hatte mich gar nicht bei ihm gemeldet, wollte mich irgendwann mal zwecks Recherche melden, doch mal bei ihm durchklingeln, aber dann plötzlich bekam ich eine Sprachnachricht von Thorsten Matuschka und ich meine, er hätte ja sagen können, hier ist Thorsten Matuschka, die Legende von Union Berlin und ich habe damals am 5. November 2011 mit einem Freistoßtor den Derbysieg gegen Hertha BSC klar gemacht. Stattdessen war seine erste Begrüßung per Sprachnachricht folgende. Philipp Aldrakete, Tusche hier. Genau, da war Tusche und dann habe ich ihn natürlich sofort gebeten, dass er uns kurz mal schildert, was denn so faszinierend an der VsG Altklinike ist und das hat er in unnachahmlicher möglicherweise getan und das hören wir uns mal kurz an.

Bausgehr Klinicke, ich bin 2016 dorthin gewechselt, also es ist mein zehntes Jahr, Vsg bedeutet mir dann schon viel, muss ich schon sagen. Gute, gute Leute, Authentizität, Herz dabei, ohne groß auf die Kacke zu hauen. Wir sind natürlich im Breitensportverein, das ist auch ganz klar. Die erste Männermannschaft mit jetzt glaube ich im 8. oder 9. Jahr sogar Regionalliga, natürlich das Flaggschiff des Vereins. Konnt mal gern vorbei, ich habe gehört, ihr seid ja bald da. Dann gibt es Bratwurst und Bier und dann könnt ihr euch das gerne mal angucken. Also viel Spaß, küsst ihr noch ein bisschen, der Tusche. Also man kann mal feststellen, dass die VSG Altklinike es geschafft hat, anders als Tennis Borussia, anders als der Bfz Dynamo und andere Berliner Regionallisten einfach immer straight da oben beizubleiben. Insofern ist man sportlich mit einer gewissen Berechtigung einfach jetzt mal die drittstärkste Kraft in Berlin.

Möglicherweise hofft man, dass irgendwann mal dann doch ein eigenes Stadion gebaut wird im Stadtteil Altklinike, wo man immerhin jetzt schon mal ein ordentliches Trainingszentrum hat. Das wäre natürlich sehr zu wünschen. Ansonsten zieht man vielleicht auch mal in den Jansportpark, der jetzt neu ausgebaut wird. Ansonsten gibt es jetzt so wahnsinnig viel aus der Historie nicht zu berichten. Natürlich gab es mal ein paar umjubelte Pokalsiege und Landespokalsiege und so das weiter. Das war alles immer sehr, sehr erfreulich. Aber ansonsten blickt man da, glaube ich, eher so ein bisschen in die Zukunft. Die Söhne des ehemaligen Hertha-Funktionärens Manske, Johannes Manske und sein Bruder, sind dann inzwischen in der Geschäftsführung eingestiegen und die haben sich eine ganze Menge vor. Das eigentliche Wunderbarste aber an der VSG war der leider schon viel zu früh verstorbene Stadionsprecher Ronny Rote. Der war nämlich gleichzeitig auch Schlagersänger und hat seine große Leidenschaft für den deutschen Schlager jedes Mal vor dem Spiel und in der Halbzeitpause kundgetan. Und da hören wir mal kurz rein, weil das war eigentlich immer eine wunderschöne Live-Performance.

Da geht das Herz auf. Ich fände es auch sehr schön. Pass auf, aber Ronny Rote ist eben auch so geil, weil er dann auf das Spielfeld kam und teilweise einfach so live performt hat. So, hallo, da hinten sehe ich auch noch einen, der winkt mir, grüße dich, ich wünsche dir viel Spaß beim Spiel. Wie gesagt, Ronny ist leider viel zu früh verstorben. Der war wirklich ein Unikat, wo auch wirklich ganz, ganz viele von Tennis Borussia und anderen Regionalligisten früher immer sagten, der war wirklich eine Reise wert. Ansonsten gibt es keine so richtige Vereins- und Torhymne. Also der übliche Disco-Autoscooter-Sondermüll wird auch während der Tore oder nach der Tore abgefeiert von Scooter, Always Hardcore und was es da alles so gab. Und glaube ich, den Konkon haben sie auch mal eingespielt. Das ist jetzt alles nicht so richtig super. Aber was man mal sagen kann, es gibt eine andere Hymne, da möchte ich das kurz nur zitieren, weil ich davon leider Gottes kein Tonbeispiel mehr gefunden habe. Das ist so ein Reim- oder ich-fress-dich-Hymne. In unserem Dorf, da gibt es was zu sehen, viel zu entdecken, viel zu entleben. Nicht in Rudow oder Grünau, nein, da sind wir nicht zu Hause. Kommt zu VSG Altklinike und findet selber raus. Blau-Weiß sind unsere Farben, der Ball ist unsere Welt.

Den Sieg wollen wir holen, ein jeder ist ein Held. Das hat schon Tiefe, ja. Tja, und wir wünschen der VSG Altklinike natürlich allen großen Erfolg, auch bei dem Ansehen die Nummer 3 in Berlin zu werden. Und wer, wie gesagt, die Spiele sehen will, der muss nach Fürstenwalde raus. Torsten Matuschka hat dann irgendwann noch gesagt, dass der Dank rausgeht an Fürstenwalde. Das ist eigentlich peinlich für Berlin, dass wir nach Brandenburg umziehen müssen. Bei uns hängen auch 40 bis 50 Arbeitsplätze dran. Also, wir wünschen, dass die beiden ein eigenes Stadion haben und drehen jetzt, liebe Freunde, nach diesem Impulsvortrag, wo ich überhaupt nichts Abschätziges über den Osten gesagt habe, das möchte bitte auch mal vermerkt werden. Ich habe keine neue Aggressivität im Gegensatz zu Fringepong. Drehen wir jetzt mal aggressiv das Glücksrad.

Aha. Und wer ist es, wer ist es, wer ist es? Die Spielvereinigung Bayernhof. Spielvereinigung Bayernhof. Ehemaliger Zweitligist vor vielen, vielen Jahren. Das ist ja herrlich. Bayernhof. Ich glaube, es gibt gar nicht so viele Mannschaften, die Bayern vorne haben. Ich glaube, es gibt Bayernhof und Bayern Alzenau. Kann das noch sein? Bayern München würde mir noch einfallen. Bayern München? Ja, ich meine natürlich außer Bayern München. Wie aggressiv du bist, Fremdbong. Wie aggressiv du bist. Ja, das lag auf der Straße. Wie der FC Bayern. Wusstet ihr uns das? Ich habe mich nämlich ein bisschen gewundert. Ich war ja früher Abonnent der Süddeutschen Zeitung. Und da war ja immer montags die Bayern-Liga-Tabelle drin. Und da gab es auch immer den FC Bayernhof. Aber den gibt es nicht mehr, sondern jetzt gibt es nur noch die Spielvereinigung Bayernhof. Warum das eigentlich? Stimmt, FC früher. Durch eine Fusion entstanden 2005. Wisst ihr das nicht? Werden wir ja nächste Woche alles hören.

Liebe Freunde, ich gucke auf die Uhr und stelle fest, ich stelle fest, meine Bayern-Euphorie ist im Laufe dieser Stunde schon wieder verschwunden. Und ansonsten freuen wir uns auf den FC Bayernhof, nee, die Spielvereinigung Bayernhof und viele weitere spannende Themen in der nächsten Woche. Bis dahin, macht's gut, ihr Lieben! Es gibt übrigens noch FC Bayern Fladungen, FC Bayern Kickers Nürnberg, FVGG Bayern Kitzingen, dann haben wir noch hier FC Anadolu Bayern München, finde ich auch interessant, Bayern Alze noch hast du erwähnt. Also es gibt mannigfaltige. Liebe Grüße an Dieter Hecking, danke für das DFB-Pokal-Halbfinale. Wir waren ja eigentlich schon fertig. wie aggressiv du bist. Tschüss. Was ist meine neue Aggressivität? Die mögen die Leute. Tschüss. Also in diesem Sinne, bleibst gesund, alles Gute und bis demnächst. Danke. Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+. Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster wenig überraschend Arndt Zeigler und Philipp Köster.