Arndt. Philipp, meistens sitzt du in Berlin und ich in Bremen, heute sitzt du in Heidelberg und ich in Rheine. Wir haben Auftritte hinter uns und reden über alles, was wichtig ist in dieser Woche. Und da ist natürlich immer, wenn wir aufzeichnen, gerade die Champions League vorbei. Ja, immer gerade die Champions League vorbei und Leverkusen, obwohl sie großen Aufschwung gemacht haben, wieder mal mit einem roten Doppeldecker-Bus am Trafalgar-Swehr vorbeigebrettert sind, haben verloren, sind draußen. Arsenal ist weiter und eine der großen Favoriten für mich auf den Triumph in der Champions League. Bode Klimt, das große Bode Klimt-Abenteuer ist vorbei. Man hatte ja gedacht, die kommen jetzt einfach immer weiter, weil sie im Hinspiel Sporting Lissabon richtig abgefiedelt haben, aber jetzt 5 zu 0 verloren. Da muss doch auch deinem fast ein bisschen erkalteten Romantikerherz ein bisschen, ein bisschen, ein bisschen warm geworden sein. So erkaltet ist es auch wieder nicht. Aber ich fand einfach schön, es war so ein klassischer Champions League Abend wie früher. Diese klassischen K.O.-Runden, wo man dann noch so eine fiebrige Aufholjagd hat und so. Das haben wir ja viel zu selten eigentlich bei den Spielen.
Und ich habe noch nie ganz viel, ehrlich gesagt, mit Sporting Lissabon emotional verbunden. Aber das war gestern Abend, da hast du zugeguckt und gedacht, ja, geil, so müssen solche Europacup-Spiele auch sein. Und wie es mit der Champions League weitergeht, unter anderem, ob eventuell über die Fünf-Jahres-Wertung noch irgendwas drin ist oder möglicherweise auch noch ein fünfter Platz für uns in der Champions League wartet, das besprechen wir nach dem Intro. Und dann geht es natürlich auch um Dennis Eitekin, um den Videobeweis, um kalibrierte Linien, darum, wie Rocco Reitz möglicherweise jetzt ein neues Glück in Leipzig findet und so weiter. Das wird aufregert, eben ohne Ende aber jetzt erst mal das Intro. Ein ganz neues heute. Also es ist alles vorbereitet. Jetzt geht's los.
Das war jetzt ein ganz schlechter Cliffhanger von mir, es war natürlich kein neues Intro, es war wie immer. Ich hab's gemerkt. Ich hab's gemerkt, lieber. Aber ich wollte einfach mal was anderes sagen. Ja, gut, fangen wir an. Also erstens, ich hab, also die Bayern, die Bayern haben zum Zeitpunkt unserer Aufnahme noch nicht gespielt, aber ich hab ein gutes Gefühl für die Bayern, die lassen wir einfach jetzt mal raus. Ja, ich hab ein sehr, sehr gutes Gefühl, sie werden locker weiterkommen, wahrscheinlich mit dem sechsten Torhüter aus der D-Jugend, den sie noch akquiriert haben, um möglicherweise dann das Tor zu hüten, aber es wird auch egal gewesen sein.
Präsenz, Futur 2, passiv. Ansonsten können wir aber feststellen, dass die Reise von Leverkusen vorbei ist Und ich muss ja nach wie vor sagen, Arsenal ist eine Mannschaft, die finde ich einfach, obwohl es in Emirates Stadion nicht so richtig, richtig atmosphärisch ist und obwohl die Mannschaft mitunter auch ein bisschen kühl ist und ich zum Beispiel auch diese Eckenvariante, wo sie den Torwart bedrängen, richtig reutig finde. Trotz allem glaube ich, das ist die Saison, in der endlich mal Träume wahr werden. Ich glaube, das letzte, die letzte Meisterschaft, die englische von Arsenal ist, glaube ich, 2004, 2005 irgendwie um den Dreh herum und Champions League eh noch nicht. Also, das könnte was werden. Das könnte was werden. Aber ist Arsenal nicht auch der klassische Favorit, der dann gegen irgendeine gut strukturierte Mannschaft dann plötzlich doch einfach nicht mehr klarkommt? Ja, natürlich. Wenn alle denken, dies Jahr gewinnen sie es. Ja, das gehört zur DNA, dass sie mit dem dicken Hintern wieder umschubst, was sie mit den Händen aufgebaut haben. Das gilt allerdings auch für andere Truppen, unter anderem beispielsweise für Man City. Ich kann mich noch erinnern, die Älteren, die Weltkriegsteilnehmer mögen sich noch daran erinnern, dass Man City mal das Maß aller Dinge war. Wo jeder dachte, die sind einfach nicht schlagbar, weil Pepsi so wunderbar einstellt. Jetzt verlieren sie doch sehr, sehr sang- und klanglos gegen Real Madrid zu Hause 1 zu 2. Hatten die das Hinspiel ja auch schon verloren. Geht da eine Ära zu Ende? Ja, es sind mehrere Ären zu Ende. Du hast ja auch, auch Chelsea hat ja nicht den Hauch einer Chance gehabt gegen PSG. Wo man sagen muss, na gut, Chelsea ist aber nicht so schlimm, weil sie haben ja die Club-WM gewonnen. Das überstrahlt ja alles weiterhin. So nämlich. Nicht wahr? Es ist natürlich bei solchen Spielen, bei Chelsea gegen St. Germain-Crux zu kaum noch hin, weil das Spiel geht es ja gefühlt achtmal im Jahr.
Und meistens geht es halt irgendwie aus. Und gerade, wo du jetzt nochmal die Club-WM erwähnt hast, was ist das für ein egales Turnier? Also sonst ist es ja so, dass du nicht nochmal daran erinnerst, an großartige Momente. Ich kann mich an nichts von der Club-WM erinnern. Wenn ich mich erinnere, was es da für Tartan-Meldungen von der FIFA gab, was das für ein fantastisches Turnier war. und die prickelnde Atmosphäre vor 3.000 Zuschauern irgendwo. Und man merkt einfach, es hat null Spuren hinterlassen. Es hat auch nichts zu Chelseas Habitus beigetragen. Also niemand sagt ihnen, oh, da kommt der Klub-WM-Gewinner. Oh, da müssen wir Angst haben. Es ist alles mega egal. Ich weiß noch niemand mehr, wie diese scheiß Trophäe aussieht. Insofern, das ist wirklich die absolute toteste Todgeburt, die es jemals, glaube ich, in diesen Klub-Wettbewerben gab. Im Zweifel sieht die so ähnlich aus wie der FIFA-Friedenspreis, die Trophäe.
Ist halt auch so ein hingeschustertes Ding. Und wenn ich an die Klub-WM denke, dann finde ich die Sachen, die bleiben sind. Bayern hat 10-0 gegen Wellington gewonnen, war das, glaube ich. Oder gegen Auckland. 10-0 gegen Auckland. Sie haben extra eine Ablöse gezahlt für Jonathan Tarr, Jonathan Tay, damit er drei Spiele machen darf, die dann aber am Ende eher unwichtig sind und Musiala hat sich schwer verletzt. Das ist das, was bleibt. Und Musiala hat sich vor allem schwer verletzt im letzten Sommer und kommt jetzt langsam wieder in Form im WM-Jahr. Das haben sie richtig teuer bezahlt.
Ich weiß auch gar nicht, ob man sich dann auf die nächste Club-WM, ob es dann nochmal möglich ist, die so zu hypen. Ich weiß noch nicht mal, wann die ist. Ich weiß noch nicht mal, ob die jetzt in zwei, vier oder sechs oder acht oder zehn Jahren stattfindet. Wahrscheinlich auch völlig egal, wann und wo. Auf jeden Fall, wenn ich mir überlege, wie fiebrig vorher die Marketing-Direktoren der Clubs war, das wird der nächste Schritt zur globalen Weltherrschaft. La la la, links und rechts und hier und die asiatischen Märkte und so weiter. Du merkst einfach alles vorbeigewehen wie Feenstaub. Das hat alles überhaupt nichts gebracht. Aber kurz mal zurück zur Champions League und zu Bode Glimt. Die schönste rühreste, wunderbarste Story, die die Champions League dieses Jahr geschrieben hat. Der kleine norwegische nordnorwegische Club, der den großen erst mal den Stinkefinger zeigt. Intermailand und wenn sie alles in der Gruppenphase weggefiedelt haben. Alles richtig beeindruckend. Und jetzt dachte man, wie gesagt, ab ins Viertelfinale nach diesem triumphalen Heimsieg, aber dann gab es eine 5 zu 0 Niederlage bei Sporting Lissabon und so ist das eben bei den Außenseitern. Es gibt immer einen einzigen Moment bei den Außenseitern, wo sie plötzlich merken.
So gut sind wir doch nicht, so gut sind wir doch nicht und dann gibt es diesen Moment der Selbsterkenntnis und ab diesem Moment, glaube ich einfach, ist alles anders. Ich sage das als Anhänger von Aminia Bielefeld, die im Pokalfinale ja auch so dachten, ach, da haben wir eine Chance. Und dann liegst du plötzlich 4 zu 0 hinten, weil du irgendwie gemerkt hast, ah, die sind so viel besser als wir. Und ich glaube, dass es Bode glimmt gestern Abend auch passiert. Ich kann jetzt spielerisch und analytisch zum Spiel gar nichts beitragen. Aber erstens fand ich faszinierend, ich glaube, es war in dem Spiel, wo ein Kopfball zweimal die Latte getroffen hat. An die Latte nach oben und nochmal an die Latte. Aber das sieht man ganz selten. Und was ich da aber auch wieder gedacht habe, auch ein klassisches Zeichner und Köster Thema.
Ich finde bei Sporting Lissabon geil. weil du weißt sofort, dass das Sporting Lissabon ist, wenn du diese Spielkleidung siehst. Du hast einen Verein, der ist völlig unverwechselbar. Du siehst diese grün-weiß quergestreiften Trikots, die aussehen wie Rugby-Trikots. Du weißt, Sporting Lissabon. Sowas finde ich immer für jeden Verein der Welt toll, wenn du so eine Identität hast, die du mit keinem anderen Verein vermischst. Und ich habe auch mal wieder festgestellt, dass Grün als Trikotfarbe gar nicht so unendlich weit verbreitet ist, was möglicherweise auch zum Wiedererkennungswert beiträgt. Kräuter Fürth fällt mir ein, Celtic und Sporting Lissabon ansonsten nicht. Bei mir ist Grün total verbreitet zu Hause, ist ganz viel Grün bei mir.
Ich komme gerade nicht so auf. Stimmt, Werder Bremen, da ist ja noch ein Klub. Haben wir nicht mal eine Zuschrift bekommen, der habe ich auch neulich nochmal wieder angesprochen. Wir haben mal Zuschrift bekommen von einem Typen, der war, glaube ich, bei einem meiner Auftritte, und du musst mal drüber nachdenken, der gesagt hat, erfolglose Vereine tragen meistens blau.
Ganz viele Vereine mit blauen Trikots gehen den Bach runter oder müssen spielen in der 2. Liga. Es gibt keine erfolgreiche Mannschaft in blau in der 1. Bundesliga, so richtig erfolgreich, außer Hoffenheim, die stoßen gerade so ein bisschen in die Lücke. Aber Hertha blau, Arminia Bielefeld blau, Schalke blau, blaue Trikots stehen für ihn irgendwie für Abstiege. Alles super Klubs, würde ich einfach mal festhalten wollen. Also ich glaube, da las ich sogar mal eine längere Abhandlung drüber, dass Rot als Attackierfarbe ganz besonders beliebt ist. Gelb gar nicht so wahnsinnig, aber tatsächlich Rot irgendwie die allerbeliebteste Farbe ist. Und das kann man jetzt inzwischen auch sehen. Bei sehr vielen Sportinformationsdiensten ist es ja so, dass dann jetzt immer die Wappen neben den Mannschaften noch stehen. Nicht einfach nur Gladbach, sondern möglicherweise auch noch was Grünes. Oh, noch eine grüne Mannschaft übrigens. Also wenn ich jetzt einen neuen Fußballverein gründen würde, würde ich auch eher rot als grün nehmen. Als Kind habe ich mal gesehen, in der Hör zu gab es mal irgendeinen Beitrag von so einem Psychologen, der gesagt hat, wie das ideale Fußballtrikot aussieht. Und er fing, ich kann mich nur noch an die Torhüter-Folge erinnern, und er sagte, ein ideales Torhüter-Trikot ist so Schockfarben, aber verschiedene Farben. Das sah so ein bisschen aus wie so ein Salamander. Und er sagte also, wenn du als Stürmer auf so einen Torwart zuläufst, der dann so gelb-grün-grelle Farben und nun wüstes Design, dann bist du so irritiert, dass du dich nicht entziehen kannst. Das fände ich mal interessant als Versuch.
Wie hieß der noch? Kampos. Das sogenannte Schmadtke-Paradoxon. Ja, Jorge Kampos und vor allen Dingen Georg Schmadtke, der ja nun auch immer so Farben aufgetragen hat. braun-rosa garniert mit der Farbe der Silberzwiebel. Das ist durchaus mal eine Abhandlung wert, finde ich. Aber wir können ja außerdem mal feststellen, dass diese Neigung, zumindest zu Hause die richtigen Trikots zu tragen, wirklich abgenommen hat. Es gab ja großen Ärger vor ein paar Wochen beim VfL Bochum, dass die unbedingt ihr bescheuertes Sondertrikot tragen wollten. Just, glaube ich, im Spiel gegen den FC Schalke 04. Also, ich finde, es sollte die eisene Regel gelten, dass du zumindest zu Hause immer in deinen angestammten Heimfarben spielst. Ja, ich habe übrigens noch eine interessante Erinnerung gerade, fällt mir gerade ein, wo ich mich an das irgendwann in den frühen jahren der sportbild gab es mal einen beitrag über einen tüftler und Kannst du dich noch erinnern, dass Fußballschuhe früher keine so glatte Schussfläche hatten, sondern die hatten ja durch die Schnürung, waren die ja oben so uneben und unrund. Und irgendein Typ hat mal experimentiert und hat neben dieser Schnürung zwei so dünne Holzstäbchen draufgeklebt auf Schuhe. Dadurch hatten die eine glattere Schussfläche und er war sicher, dadurch fallen viel mehr Tore, weil die Leute mit dem Vollspann viel besser schießen können. Und das Interessante ist, ich weiß nicht mehr, wer dieser Mensch war. Ich habe diesen Artikel auch nicht mehr. Aber eigentlich haben ja die Sportartikelhersteller genau das gemacht, nämlich dafür gesorgt, dass die Schuhe oben glatter sind, dass die Schnüre nicht mehr stören und dass du von oben einen glatten Schuh hast, um wirklich eine viel exaktere Schusstechnik haben zu können mit dem Vollspann. Das ist danach erst gekommen. Du musst dir ja nur mal so angucken, im Deutschen Fußballmuseum und anderen, da werden ja auch Schuhe ausgestellt. Und was das früher für klobige Humpen waren.
Im Hamburger Hafen. Hättest du da wahrscheinlich Container verschiffen können, aber nicht so gut Fußball spielen können. Aber wo du eben sagtest, dass du das in der Hör-Zu gelesen hast, war die eine Hör-Zu-Familie. Ich erwarte eigentlich immer auch, dass ich irgendwann mal an der Bushaltestelle vorbeifahre und da grinst dann Arndt Seigler von einem Plakat. Ich habe Hör-Zu zu Hause. Einer, der Hör-Zu zu Hause hat. Aber Alexander Bommes war da schon mal drauf. Da war ich ein bisschen neidisch. So groß bei mir um die Ecke auf der Bushaltestelle. Aber du warst eine Hör-Zu-Familie. Ihr hattet wahrscheinlich Hör-Zu und TV hören und sehen zu Hause. Nein, wir hatten nur Hör zu. Ich habe einmal, weiß ich noch mal, als die Hör zu alle war, musste ich zum Bäcker und Brötchen holen und die Fernsehzeitung und ich habe dann stattdessen die TV hören und sehen, meine Mama war wirklich richtig böse, weil sie sagte, nein, es muss die Hör zu sein. Kann ich auch verstehen. Bist du auch mit Hör zu aufgewachsen? Nein, ich bin gar nicht mit Hör zu aufgewachsen. Erst hatten wir keine Fernsehzeitung und danach den Gong. Okay. Der Gong war nämlich das, was meine Oma immer, die in Augsburg gewohnt hat, da gab es dann immer Klaus Havenstein für den kleinen Gongleser. Ja, großartig. Und was natürlich auch sehr, sehr schön war bei TV-Hören und Sehen war es, ich glaube, wir haben in irgendeiner Folge, Folge 33 oder 55 schon mal drüber gesprochen, über Sepp Arnemann, der eine kleine Maus versteckt hatte, für die kleinen Leser von TV-Hören und Sehen. Sepp Arnemann sucht die Maus. Natürlich. Das war mal herrlich. Wieder hat unser Zeichner eine kleine Maus versteckt. Das war großartig. Wo du Klaus Hafenstein sagst. Klaus Hafenstein war übrigens Gastgeber, Host einer Sendung, die wahrscheinlich für dich ein bisschen zu früh kam, für mich noch gerade rechtzeitig, Sportspiel-Spannung. Und da waren dann manchmal auch Fußballthemen am Schluss. Ich hab mir das mal aus einem Archiv besorgt. Die fing so an.
Dankeschön. Dankeschön, vielen Dank. Herzlichen Dank, das ist sehr lieb. Dann darf ich euch natürlich ebenso herzlich willkommen heißen hier bei uns im Studio zu Sportspielspannung und euch daheim auf dem Bildschirm. Aber wenn ich gerade noch bei der Hör zu war, bei der Hör zu gab es auch, erstens gab es die Fußballerkarikaturen von Volker Ernsting zu jedem großen Turnier. Sehr, sehr, sehr gute. Und es gab auch hinten den Comic Mike Macke. Das war so eine James-Bond-Parodie, auch von Volker Ernsting, ein sehr, sehr guter, leider schon verstorbener Zeichner. Kannst du dich auch noch erinnern an diese Psychologen, die ständig als Experten irgendwo auftaucht. Es gab immer den Freizeitforscher Opaszowski. Kennst du den noch? Ja, Horst Opaszowski. Ja, aus Hamburg, glaube ich. Und hinzu war immer Medienexperte Dr. Heribert Henrichs, glaube ich, der sich immer dazu geäußert hat, wie viele Kinder fernsehen dürfen. Da muss ich auch mal wieder sagen, da gab es ja mal diese Experten wie Matthias Horx, den Trendforscher, der gesagt hat, das Internet setzt sich nicht durch.
Das sind immer so schöne Sachen, an die man sich sehr, sehr erinnert. Übrigens, ich hatte jetzt neulich ein Interview mit der ADAC Motorwelt. Das erscheint jetzt irgendwann. Ich fand in der ADAC Motorwelt, die ja wirklich jeder abonniert hatte, der auch einen alten VW oder einen alten Opel Kadett hatte. Da gab es immer so einen kleinen Comicstrip unten auf der Kinderseite. Die Abenteuer von Anton Glupsch Jr. Kannst du dich da noch dran aneinander? Nein, überhaupt nicht.
Oben drüber waren so Treppenlifte 37 mit so Senioren, die sich Kregel dann so die Treppe hochkutschieren lassen. Und unten drunter waren dann die Abenteuer des Anton Glupsch Jr. Haben sie irgendwann abgeschafft. Fand ich ein bisschen schade, aber ich glaube, es gibt die ADAC-Mutterwelt jetzt auch gar nicht mehr so. Die bekamen wir ja früher einfach ungefragt... In den Briefkasten, ganz egal, ob du jetzt irgendwie motorisiert warst oder weil du seit 30 Jahren noch irgendwie dieses Abo hast laufen lassen. Weißt du eigentlich, dass die Zeitschrift Meine Familie und ich früher Ich und meine Familie hieß? Das weiß ich nicht, aber... Meine Familie und ich ist ja immer an der Kasse im Supermarkt, steht die immer, ne? Weil so über den Kaugummis steht die, in meinem Supermarkt steht die immer. Und die hieß früher Ich und meine Familie. Und irgendwann haben sie wahrscheinlich gedacht, nee, komm, wir nennen die lieber Meine Familie und ich. Finde ich lustig. Wir schweifen heute sehr früh schon ab, finde ich. Ja, deswegen kehren wir mal ganz, ganz straight zurück. Ach, Fußball, war ja. Und zwar, ja, mitten in die Bundesliga. Ach, Fußball, natürlich. wieder Ärger. Schönste Nebensache der Welt. Komm, wir frühstücken das jetzt mal kurz und schmerzlos. Machen das jetzt mal kurz und schmerzlos. Nämlich, es gab schon wieder unendlich viel Ärger um den VHR. Und du musst mal sagen, ich bin ja schon so halb ausgestiegen und du auch. Also wir haben festgestellt, dass all unsere Müden, all unsere diskursiven Müden, Jürgen Habermas ist tot und mit ihm auch möglicherweise die Möglichkeit einen herrschaftsfreien Diskurs zu führen. Dahingehend nämlich, dass wir viele Jahre darüber geredet haben, was kann man besser machen am VHR, was könnte man noch optimieren, hier eine Flagge hoch, da eine Challenge, da darf der Trainer nochmal einschalten und es darf nur zweimal, zwei Minuten geprüft werden und so weiter. Und wir stellen einfach mal fest, es ist alles.
Mühselig und völlig ergebnislos, weil am Ende hilft, das haben wir glaube ich beide festgestellt, den Bums einfach nur abschaffen. Ja, Bums abschaffen kommt in jeder Folge irgendwann vor. Das Interessante ist auch, dass mittlerweile auch alle Leser dich zitieren und sagen, ja, ich bin auch wie Philipp dafür, Bums abschaffen. Es gab in den letzten Tagen mehrere sehr interessante Wortmeldungen dazu. Das ging glaube ich los mit Dennis Eitig, den wir glaube ich beide sehr schätzen und sehr mögen. Der aber, wo wir widersprechen würden, gesagt haben, nein komm, ey, diesen VRR bitte nicht mehr kritisieren, das ist schade nur. Und wir werden den Fortschritt eh nicht behindern können und das wäre Torrecht. Ich glaube, er wird zitiert mit, glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist, bezogen auf den VAR. Das ist die eine Wortmeldung gewesen. Wir haben übrigens auch so ein paar militante, wenig, aber ein paar militante VAR-Befürworter, die uns ständig böse Mail schreiben und sagen, wir sollen das endlich lassen, du Scheiße, kriegen wir eh nicht mehr weg den VAR, wir sollen uns endlich zufrieden geben. Also selbst wenn wir den nicht mehr weggeben, ist das, glaube ich, kein Argument, um eine Sache einfach zu schlucken und zu sagen, wir sind zwar strikt dagegen, aber wir kriegen ihn nicht mehr weg, also freuen wir uns jetzt damit an, denn jetzt kommen auch interessanterweise und zwar auch von unerwarteter Stelle Gegenmeldungen. Wir waren beide sehr überrascht, dass der Kollege Timo Müller im Kicker einen Artikel geschrieben hat, wo er darauf hingewiesen hat, dass die Abschaffung des VAR ein Gebot der Vernunft wäre, weil der VAR nämlich überhaupt nicht für Gerechtigkeit steht, wie immer behauptet wird, sondern eher im Gegenteil und er nennt den VAR ein totes Pferd, von dem man endlich absteigen müsste. Sein Argument unter anderem, also er sagt erstens auch, es kann gut sein, dass wir den nie wieder wegkriegen, aber er sagt auch, es wäre trotzdem schlau, darüber mal zu diskutieren, weil.
Es ein Trugschluss ist zu sagen, nur weil wir wirklich mit dem VR ein paar Fehlentscheidungen revidieren können, hätte man mehr Gerechtigkeit. Es wäre eigentlich eher im Gegenteil so, dass wenn man nur noch ein paar Fehlentscheidungen übrig lässt, die aber krass sind, wie wir ja jede Woche sehen, dann ist das Ganze eine viel größere Ungerechtigkeit, weil es sich eben nicht mehr gleichmäßig über die Liga verteilt, sondern nur noch einige wenige Vereine betrifft, die in einzelnen wichtigen Spielen krass benachteiligt werden. Das ist so sein Tenor, wenn ich das mal hoffentlich richtig wiedergegeben habe. Und dann, fast zeitgleich, hat Kurt Knärcher, den man übrigens so ausspricht, hat Kurt Knärcher ein Interview gegeben, wo er gesagt hat, VRR und Gerechtigkeit, das passt für mich nicht zusammen. Der wichtigste deutsche Schiedsrichter eigentlich, der Schiedsrichter Boss. Und er hat argumentiert, also sowas wie das Wembley-Tor oder sowas wie die Hand Gottes, das kann man natürlich mit Kameras gerade biegen, aber irgendwelche Diskussionen um Zentimeter beim Trefferbild und diese ständige quälende Auseinandersetzung über Sachen, wo man sich dann trotzdem nicht einig wird, das darf eigentlich nicht mehr sein, das sollte nicht mehr sein. Ja, und das hat eine Riesendiskussion in Gang gebracht. Und ich finde alles, alles daran erstaunlich. Fangen wir mal an mit Knut Kircher oder Kurt Knircher. Dass der jetzt sagt, das hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun. Das ist so, wie wenn im Iran die Revolutionswächter sagen würden, oh, die ganze Religion, lass den Scheiß nochmal beiseite. Und du sagst, ja, bringt doch alles nichts.
Ja, Islam, was soll das denn? Also so ist das ungefähr, wenn der sagt, ja, also mit Gerechtigkeit haben wir vom VR und von der Schiedsrichterei nicht so richtig was am Hut. Aber das ist ja schon auch erstaunlich. Ich meine, er ist ja ein wahnsinnig reflektierter Typ. Aber dass der jetzt so abschwört, der reine Lehre, das wird immer besser und es muss noch ein ganz kleines bisschen besser werden und dann wird es richtig gut, das ist doch erstaunlich. Ich will das nochmal richtig zitieren, damit wir da jetzt nicht aufs Glatteis kommen. Er sagt also, VAR und Gerechtigkeit, das passt für mich nicht zusammen. Ich sage es grundsätzlich, der Fußball steht nicht für Gerechtigkeit, er sollte für Fairplay stehen, ja. Aber der Fußball als Ergebnissport ist ja gerecht, ich behaupte nein. Und jetzt kommt der entscheidende Absatz. Ich glaube, die Erwartung oder Projektion durch den VAR, Gerechtigkeit herstellen zu wollen, ist falsch.
Man sollte sich vielmehr daran erinnern, warum der VAR eingeführt wurde. Nehmen Sie das Wembley-Tor oder die Einführung der Torlinientechnik. Auf der einen Seite wäre dieses Tor damals keins gewesen, andererseits hätte man jahrzehntelang vielleicht nicht mehr darüber gesprochen. Oder nehmen Sie das Handgottestor von Maradona. Da muss ein VAR eingreifen, weil es klar und offensichtlich nicht gesehen wurde. Aber schauen Sie auf viele Situationen, die wir Wochenende für Wochenende erleben. 50% der Menschen sagen, das ist ein Strafstoß. Die anderen 50 Prozent sagen, das ist ein normaler fußballtypischer Zweikampf, alles im Rahmen. In solchen Fällen muss sich der VHR aus meiner Sicht heraushalten. Und das ist eigentlich das, was wir immer schon so empfunden haben, oder? Ja, und die Frage ist natürlich trotzdem, und die beantwortet Kurt Knircher dann eben auch nicht, warum wir für diese wenigen herausragenden Ereignisse wie das Wembley-Tor und die Hand Gottes, das waren ja Jahrhundertereignisse im Fußball, die wir wirklich so alle 20 Jahre mal bei einem großen Turnier haben, warum müssen wir uns dafür diesen riesigen Apparat leisten? Also warum müssen da 500 Leute in irgendwelchen Kellern oder Separeys hocken und sagen, oh, da gucke ich nochmal drauf. Und warum müssen wir diese Drahtverbindung zwischen Schiedsrichtern und diesen Kellern haben? Also das beantwortet er damit nicht. Also eigentlich, und das ist das Schmerzhafte eigentlich für ihn an diesem Satz ist, er widerlegt quasi die komplette Institution des VAR. Denn nur für die Hand Gottes oder nur für das Wembley-Tor muss er den ganzen Zinnober nicht aufrechterhalten. Ich will aber auch was zum Kicker nochmal sagen.
Da merkt man einfach, wie die Hütte brennt. Denn wenn sogar ein so staatstreues Medium, also es gibt ja niemanden, der so viel Solidarität, so viel Verständnis, so viel annehmende Beobachtung für alles das, was bei Funktionären passiert hat, wie der Kicker. Also wenn der über so eine Institution wie den VAR, der ja meiner Meinung nach und meiner Erinnerung nach flächendeckend immer im Kicker gelobt und verteidigt worden ist, dass der jetzt schon abrückt, das muss klar machen, dass die Hütte richtig brennt. Und es ist ja so, viele Funktionäre drücken sich immer noch drum rum. Ich will jetzt keine Namen nennen, aber ein relativ prominenter Funktionär eines hessischen Bundesligisten. Ich nenne ihn mal Haxel Ellmann. Haxel Ellmann hat auch schon vielerorts gesagt, dass er den Videobeweis total Mist findet. Er hat wie viele andere gesagt, eigentlich müsste man das Ding abschaffen oder deutlich modifizieren. Aber wenn es dann darum geht, mal in die Bütze zu steigen und zu sagen, dann lass uns das Ding doch einfach mal abschalten. Und wir bezahlen einfach mal die Stromrechnung vom Ding an zum Bums. Und bezahlen die Stromrechnung im Kölner Keller oder im Frankfurter Separat. Das bezahlen wir einfach nicht mehr, dann sollen sie mal gucken mit ihren Bildschirmen. Das passiert halt eben dann doch nicht. Und damit kommen wir schlussendlich in einem großen köstlichen Bogen zu Dennis Eytekin, der natürlich ein gesellschaftskritisches Interview gegeben hat. Und viele haben uns dann auch geschrieben, haben gesagt, hört euch mal an, was der Eytekin sagt. Der zieht das große gesellschaftliche Panorama auf.
Ich finde, er macht es sich damit ein bisschen leicht. Bei aller Wertschätzung ist es eben so, dass es nicht nur das allgemeine gesellschaftliche Klima ist. Es ist nicht nur, dass die Gesellschaft böse auf den VR und die Schiedsrichter guckt, sondern das haben sie sich schon ganz gern und ganz ausgiebig selber eingebrockt. Denn, wir erinnern uns nochmal, vor neun Jahren war es durchaus so, dass alle Befürworter durch die Gegend gerannt sind und haben gesagt, jetzt wird der Fußball endlich gerecht, jetzt hören die Fehlentscheidungen auf. Hören sie eben nicht. Und das mal einzugestehen und zu sagen, dass die Leistungen der Schiedsrichter immer schlechter geworden sind und dass wir vor allen Dingen auch inzwischen Schiedsrichter ohne Autorität auf dem Platz haben, weil es immer nochmal einen gibt, der dir übers Ohr irgendwas neunminütig reinflüstert. Das auch mal zu erwähnen, wäre ja auch nicht verkehrt gewesen. Und das hätte meiner Meinung nach die Ausführungen von Dennis Aitigin auch ein bisschen schlüssiger gemacht. Ja, ich weiß nicht, ob du am letzten Samstag live Fußball geguckt hast. Ich hatte letzten Samstag Zeit und hab alles geguckt, ab 2. Liga, 13 Uhr bis spätes Spiel in der 1. Liga und Du hast ja permanent aberkannte Tore gehabt. Den ganzen Nachmittag über wurden Tore aberkannt und dann hast du teilweise Reporter gehabt, die völlig verwirrt waren und gesagt haben, ich habe keine Ahnung, warum das Tor aberkannt wurde. Ach so, hier kommt die Abseitslinie, um Gottes Willen. Dann kam die Abseitslinie, dann war wieder irgendwas, was im T-Shirt-Ärmel, ein Zentimeter wurde da als Abseits gedeutet, wurde aber einfach dann aberkannt, das Tor. Und daran erkennen wir auch, wir haben ja schon auch drüber geredet, dass die gleiche Höhe faktisch abgeschafft ist. Die gibt es einfach nicht mehr. Aber im Zweifel für den Stürmer gibt es auch nicht mehr. Weil eben immer irgendwas nachgewiesen wird. Da wird eben nicht gesagt, okay, sehen wir nicht so genau.
Deswegen lassen wir das Tor lieber laufen, weil es war ja ein Tor.
Sondern da wird gesagt, nee, also wahrscheinlich war da unter dem T-Shirt-Ärmel, war ein Teil des Schulter-Eckgelenks, war möglicherweise schon über die Grenze und war deswegen abseits. Du hast dazu ein sehr interessantes Interview geführt. Ja, und zwar mit Tobias Weber, einem Professor, der gerade in England eine Gastprofessur hat. Und für so ein Gerät zuständig ist, was demnächst auf die internationale Weltraumstation kommt. Und er beschäftigt sich tatsächlich auch mit solchen Bewegungen. Und er sagt und hat es für mich auch sehr, sehr schlüssig nachgewiesen, dass diese Bilder, die wir da sehen, wo dann entweder das Gehänge noch irgendwie über der kalibrierten Linie baumelt oder die Fußspitze oder die Nase oder der Oberarm, dass das alles Quatsch ist, weil es nur Vermutungen sind. Also es simuliert Präzision, ist aber in Wirklichkeit einfach eine Vermutung. Und das liegt nicht daran, dass man nicht ordentlich messen kann, wann der Ball den Fuß verlässt, Sondern, dass es eben eine Rate von Bildern gibt bei der Lokalisierung von Körpern. Mal abgesehen davon, dass es ohnehin nicht die realen Körper sind, sondern es nur so Markerpunkte gibt, die sich eben diese Bilderkennung dann merkt. Und von diesen Markerpunkten aus wird ein Skelett gebildet, um das herum dann so eine Art Körper modelliert wird. Und es ist eben so, dass es eine Abtastrate gibt, die am Ende einen Blindflug über 40 bis 80 Zentimetern, also indem man die Bewegung eigentlich nicht misst, sondern nur interpoliert, indem man nämlich das Bild danach und das Bild davor nimmt und sich ungefähr überlegt, wie denn sich die Spieler vorher dazwischen verhalten haben. Und das Ganze geht eben davon aus, dass zwischen diesen beiden Bildern, die diese Kamera macht, sich die Spieler gleichmäßig und gleichförmig bewegt haben. Haben sie aber in aller Regel nicht, weil es gerade in solchen Situationen oft Drehungen und Wendungen und Abstopp-Bewegungen gibt und so weiter.
Ist es Quatsch, wenn wir so ein Bild sehen? Es ist kein reales Bild, was wir da sehen, sondern es ist eine Vermutung, die die DFL aufstellt und die die FIFA immer aufstellt. Und das Lustige ist, ich habe dann die DFL damit konfrontiert und habe gesagt, wollen Sie nicht mal ein Streitgespräch führen mit dem Kollegen Weber? Das wäre doch mal ganz interessant, wie die DFL dazu steht. Und weißt du, was die DFL sagt? Ja, die Thesen von Herrn Weber sind ja altbekannt und sie sollten noch nicht mit uns diskutieren, weil alles ist besser, als wenn wir es nicht einsetzen würden. Das ist die Theorie. Und wenn man technische Fragen mit der FIFA diskutiert. Aber diese Argumentation zu sagen, das muss ich ganz kurz sagen, die Argumentation zu sagen, es ist besser, als wenn wir es nicht machen würden, das ist eben nicht der Punkt. Die DFL drückt sich da um die Tatsache, dass sie ein Bild veröffentlichen, das mit der Realität nichts zu tun hat. Es hat mit der Realität nichts zu tun. Und dass das nicht thematisiert wird oder viel zu wenig thematisiert wird, ist echt ein Skandal, dass wir da Bilder sehen und dann hast du dann so Sky-Reporter oder The Zone-Reporter, die Hobby-Hunke-Eske sagen, ja, da müssen wir uns eben mit abfinden, dann ist das eben so. Es gibt beim Abseits nur schwarz und weiß, ja oder nein, ist Quatsch, ist einfach totaler Quatsch und solange die DFL das nicht entkräftet und sagt, ist aber ganz anders und wir tasten inzwischen sehr viel höherfrequenzartig ab, So lange bleibt das bestehen. Das ist ja auch eine Illusion, die wir auch verloren haben. Wir haben ja jahrelang gedacht, selbst wir haben das gesagt noch vor zwei, drei Jahren, ja, abseits ist eine faktische Entscheidung. Das kann man ruhig lassen, diese automatische Abseitserkennung und alles Mögliche oder halbautomatische.
Aber es ist ja wirklich so, dass wir jetzt einfach merken und auch anhand dieser absurden und grotesken Abseitslinien auch sehen, es ist eben nicht, genau wie du sagst, es ist eben nicht, bumm, Fakt, so ist es, sondern es ist mehr, es verströmt den Charme von, da gucken Leute drauf und sagen.
Ja, also ich finde das ungefähr hier, könnte das gewesen sein. Das ist so das Gefühl, was dahinter steckt. Ich weiß auch nicht, wie es dir geht bei unseren Zuschriften. Wir kriegen ja ganz viele tolle Zuschriften von Menschen, die sich ganz viel Gedanken machen, gerade auch durch diese VRR-Diskussion angestachelt fühlen, auch Verbesserungsvorschläge zu machen. Die sind auch ganz oft sehr, sehr durchdacht und sehr gut. Aber ich stelle bei mir eine totale Unlust fest, mich damit überhaupt noch richtig auseinanderzusetzen, weil ich immer denke, ey, wir machen das jetzt seit neun Jahren. Wo ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass wir jetzt noch den Dreh finden, Und zu sagen, ach so, das haben wir all die Jahre falsch gemacht. Na, jetzt haben wir den Dreh, jetzt funktioniert es. Es ist eben so, ganz, ganz ketzerisch gesagt, es ist auch wirklich nichts besser geworden in diesen neun Jahren. Es ist ja nicht so, dass wir sagen, an den und den und den Teilbereichen, da funktioniert es viel besser, da haben wir die richtigen Schlüsse gezogen. Sondern es wird immer rumprobiert und teilweise Sachen dann wieder schlechter gemacht, die vorher schon ein bisschen besser liefen. Also eine Verbesserung ist einfach in neun Jahren nicht eingetreten. Ja, das ist ein bisschen wie die Deutsche Bahn, wo ja immer auch gesagt wird, jetzt bist du aber pünktlich und dann bist du nur 55 Minuten zu spät, statt 60 Minuten, dann hast du wieder eine neue Bahnchefin, die dir sagt, ja, jetzt, aber wird der Komfort verbessert und alle Schaffner sind plötzlich freundlich und wir kommen pünktlich in München, Hamburg oder Berlin an, so wird es halt nicht funktionieren. Aber um das Thema Schiedsrichter abzuschließen, ein ganz großer Charakter, Patrick Ittrich hört auf nach dieser Saison und weißt du, was ich schön fand? Ich habe ein bisschen geguckt, Patrick Ittrich hört auf, dann hieß es nur, ein außergewöhnlicher Charakter verlässt die Bundesliga. Und weißt du, wer diese Lobrede gehalten hat? Patrick Ittrich.
Hat aus seinem eigenen Account verkündet, ein außergewöhnlicher Charakter verlässt die Bundesliga. Und ich dachte, wer hat ihn dann so auf die Schulter geschluckt? Patrick Ittrich. Darüber war er jetzt auch der Geilste. Habe ich dir einmal die Geschichte erzählt, sagt dir der Jazzclub Ronnie Scott's in London, war es ein ganz, ganz berühmter... Warum sollte mir der was sagen? Ein ganz berühmter Jazzclub, Ronnie Scott's in Soho. Ganz, ganz tolle Konzentration. Jedes Mal, wenn ich in London bin, gehe ich einen Abend ins Ronnie Scott's. Die größten der Großen waren da. Der Eigentümer, der lange schon nicht mehr lebende Ronnie Scott, hat mal, da habe ich von einem Fan gelesen, der war auch Musiker.
Also nicht der Fan, sondern Ronnie Scott, war Saxophonist, glaube ich, und irgendeiner hat sich mal von ihm ein Albumcover zitieren lassen und hat Ronnie Scott gebeten, ach, können Sie schreiben vielleicht für einen tollen Kerl, Keith oder so, und dann Ronnie Scott. Und er hat sich das so signieren lassen und hat das zu Hause rausgenommen und hat dann gesehen, dass Ronnie Scott unterschrieben hat mit von einem tollen Kerl, Ronnie Scott, statt für einen tollen Kerl. Und genauso ist so ähnlich die Geschichte, die du gerade erzählt hast. Mir fällt aber gerade noch ein, dass wir im Vorgespräch auch darüber geredet haben, dass du ein interessantes Gespräch mit deinem Sohn hattest, was auch noch im weitesten Sinne mit der modernen Fußballwelt zu tun hat. Ja, ich habe mich mit dem unterhalten und wir haben festgestellt, dass die Nachspielzeit auf den Hund gekommen ist, beziehungsweise dass diese Extended-Nachspielzeit von 7, 9, 14 Minuten hatten wir am letzten Wochenende, weil es so wahnsinnig viele Überprüfungen gab, von 15, 16 Minuten dazu führt, dass du keine Schlussphase mehr hast. Also wenn du jetzt in der Regulär 83., 84., 85. Minute bist, Du weißt nicht, ist das jetzt nur noch sechs Minuten lang das Spiel oder sind es noch 20 Minuten? Und das macht alles kaputt. Also wir erinnern uns ja mal an die früheren Mythen, die Rapid-Viertelstunde in Wien, wo dann ab der 75. Minute die Rapid-Viertelstunde eingeklatscht wurde und noch was Besonderes passieren konnte. Und das waren dann ja oft mythische Momente, in denen nochmal wirklich das Visier geöffnet wurde und sich Mannschaften mal ohne taktische Vorsicht bekämpft haben. Inzwischen ist es so, dass du nicht weißt, ob du drei Minuten, acht Minuten oder 15 Minuten Zeit hast. Und das ist...
Fürs Fußballspiel und die Kultur des Fußballspiels wirklich tragisch. Also ich habe ja schon früher mal die These vertreten, dass 90 Minuten Fußballspiel eigentlich genau richtig sind. Es ist die Aufmerksamkeitsspanne, die man brauchen kann. Es ist ja auch nicht umsonst, dass Spielfilme oft 90 Minuten lang dauern. Danach wird es dann oft ein bisschen müde, ein bisschen mau und die Konzentration lässt nach.
Und diese Jagd nach mehr Nettospielzeit ist für mich einfach tragisch. Und das ist eben am Ende auch ein Kollateralschaden des Videobeweises. Darf man ja auch nicht drüber hinwegschauen. Also nur wegen Verletzungen oder weil einer mal ein bisschen rumliegt und ein bisschen keucht, wird dann nicht so lange nachgespielt. Aber diese drei, fünf, sieben, neun Minuten, wo dann ein Schiedsrichter auf den Bildschirm starrt oder aufgeregt in sein Ohrmikrofon oder Ohrübertragungstransistoren-Ding da reinhorcht, das ist es natürlich. Headset, man sagt mal das Headset. Achso, ja.
Ist das ein Headset? Okay, du bist ein Early Adopter, du bist technisch auf der Höhe, du weißt es manchmal. Aber das Tolle ist ja, oder das Interessante ist ja, dass du an solchen Situationen ja auch, du weißt ja auch gar nicht mehr als Torwart, du liegst 0-1 zurück, 88. Minute, läufst du jetzt beim Eckball mit nach vorne oder kann es sein, dass das Spiel noch zwölf Minuten dauert? Das weißt du ja eben auch nicht. Das macht es wirklich schwierig. Ey, wie viel das kaputt gemacht hat. Also, Haxel Hellmann und andere Funktionäre, handeln Sie endlich, schaffen Sie, um das noch einmal zu sagen, den Bums ab. Jetzt kommst du nochmal, was ist denn noch? Ja, hast du auch so ein komisch ungutes Gefühl, wenn Leute vorschlagen, was ja eigentlich ein naheliegender Vorschlag ist, lass uns doch die Zeit stoppen, wie bei anderen Sportarten, dass du wirklich nur die reine Spielzeit hast, das will ich irgendwie nicht. Nein. Da musst du erst von den 90 Minuten weg, dann musst du irgendwie, wie lange spielst du denn, 60? 60 Minuten netto. Ein Spiel hat netto 60 Minuten, heißt es dann. Sepp Herberger wird aus dem Grab geholt. Meine Güte. Aber warum wollen wir das nicht? Also es klingt ja nach einem vernünftigen Vorschlag, aber ich habe das Gefühl, es ist Schrott. Ich will es nicht. Und jetzt perfekte Überleitung. Kommen wir mal zu einem Spiel, das auch sehr, sehr lange gedauert hat. Denn das Finale des Afrika Cups 2025 wird neu gewertet.
Senegal, der bisherige Titelträger, ist kein Titelträger mehr. Stattdessen Gastgeber mal Marokko. Und das ist, möchte ich mal sagen, echt ein Knaller. Denn wir erinnern uns, es hat es skandalöse Szenen gegeben.
Marokko hatte noch einen wirklich unberechtigten Elfer-Zuge erkannt bekommen, kurz vor Schluss. Daraufhin hatte Senegal, der Trainer, seine ganze Mannschaft in die Kabine gerufen. Dann musste Mané rauskommen und sagen, kommt jetzt alle wieder raus, wir spielen weiter. Dann verschoss Marokko den Elfer. Dann gewann der Senegal noch. Aber jetzt soll Marokko der Titelträger sein. Und das ist noch weniger verständlich, als dass dieses Spiel so zu Ende gegangen ist. Also das ist wirklich absurd, weil die Begründung des Gerichtes ist, Selegal hätte nicht vom Platz gehen dürfen. Und das ist nach diesen ganzen scheußlichen Benachteiligungen, nach diesen erratischen Pfiffen des Schiedsrichters einer meiner, finde ich, verständlich gewesen und zum anderen sind sie ja wirklich nur runtergegangen und wieder rauf. Insofern kann ich es nicht so ganz verstehen. Ja, Fanny, muss man doch fragen, warum denn dann, wenn das jetzt nach drei Monaten oder wie lange festgestellt wird, eine automatische Niederlage nach sich zieht, wenn du vom Platz gehst, warum hat das denn in der Situation einfach niemand den Leuten gesagt und gesagt, pass mal auf, wenn ihr jetzt das Spielfeld verlasst, habt ihr das Spiel verloren. Dann ist dann kann man sich das alles sparen können aber stattdessen wird die sportsgerichtbarkeit und das ist ja auch noch nicht das letzte urteil wird jetzt ja auch wieder einspruch eingelegt und so weiter und da wird möglicherweise am grünen tisch dann doch senegal wieder der titel ist unwahrscheinlich aber könnte ja auch passieren ich weiß gar nicht gibt es dann jetzt autokursos gerade in marokko wenn da jetzt da herrscht ja wirklich fassungslosigkeit und man kann ja auch einfach mal feststellen dass dieses finale nur verlierer hervorgebracht hat da ist marokko die jetzt.
Titelträger sind, aber sich da niemand drüber freuen kann, weil man natürlich auch weiß, dass jetzt noch das Berufungsgericht das nochmal entscheiden muss, dann hast du den Senegal, der ja wirklich benachteiligt worden ist, da gab es ja groteske Szenen, unter anderem, dass Balljungen immer wieder versucht haben, dem Torhüter von Senegal das Handtuch zu klauen und zum Schluss musste ein Ersatzspieler, also bei strömendem Regen, musste ein Ersatzspieler auf dieses Handtuch aufpassen, also Dinge.
Die, finde ich, im professionellen Fußball überhaupt nichts zu tun haben und die auch mega unsportlich sind, dann gab es ja diesen verschossenen Panenka-Elfmeter von Marokko und so weiter und so fort, Mehrere echt merkwürdige Entscheidungen. So hast du einfach den Eindruck, den weltweiten Eindruck, oh.
Beim Afrika Cup, die können es einfach nicht sowas organisieren und es ertrinkt immer in Chaos und Tumulten. Du hast eine Mannschaft wie den Senegal, die, natürlich war das nicht gut runterzugehen, da musste einfach mal Nerven behalten und oben bleiben, aber sie sind ja auch wiedergekommen. Marokko, die sich mega unsportlich verhalten haben, also das sind, das muss man leider Gottes so sagen, Umstände, die auch des Afrika-Cups wirklich unwürdig sind. Und man kann ja nur hoffen, dass es irgendwann eine Art Entscheidung gibt, die natürlich auch niemanden glücklich machen wird, aber die wenigstens einigermaßen entlang dessen ist, was da passiert ist. Denn Marokko ist bevorteilt worden, es gab ganz, ganz viele bizarre Entscheidungen und am Ende meiner Meinung nach trotz allem einen verdienten Sieger. Insofern, am Ende gehört dem Senegal der Afrika-Cup. Ob es jetzt irgendeinen bedauernswerten FIFA-Funktionär gibt, der nach Senegal fliegen muss und die Trophäe holen muss und sagen muss, ja sorry, wir müssen die leider rausrücken, wir müssen die jetzt nach Marokko bringen, wenn ja, möchte ich nicht tauschen. Ja, so, ungute Gefühle, wir gehen nochmal kurz zurück in die Bundesliga. Rocco Reitz, er geht und zwar nicht zu einem sympathischen Verein, zu einem Traditionsklub, sondern zu RB Leipzig und jetzt kocht die Emotion über in Mönchengladbach und als ich das gehört habe und wir hatten ihn ja auch mal auf dem Titel und das Gesicht der Gladbacher Zukunft hatten wir getitelt und hatten gesagt, ja, das ist einer, der kann das Spiel der Fohlen auf Jahre bringen und jetzt geht er zum Getränke-Franchise nach Leipzig und Vielen Dank.
Ach, ich weiß es nicht. Ich möchte nur sagen, mixed emotions, um es mit Raffi Deutscher zu sagen. Mixed emotions. Also, erstmal deine erste Reaktion. Wir sind jetzt mal wie jugendliche Influencer und reagieren. Was war deine erste Reaktion? deine erste Reaction? Ja, der Transfer hat sich ja lange abgezeichnet schon. Jetzt wurde der Vollzug gemeldet, nicht mehr so überraschend. Es ist ja so, dass sie offenbar Gladbach runtergehandelt haben. Er hat ja wohl eine Ausstiegsklausel von 25 Millionen und Leipzig bezahlt jetzt aber nur 20. Mein erster Gedanke war, ich habe mich damit auseinandergesetzt. Weißt du noch, was der Rekordeinkauf von Amina Bielefeld war? Der teuerste Spieler, der jemals verpflichtet wurde? Bei Werder ist es, glaube ich, Davy Klaassen für 13 Millionen oder so. Ich glaube, das ist bei uns irgendwie einer für 1,5 Millionen oder sowas. Also das ist einer, den Ernst aus Afrika geholt hat. Irgendwie so was. Der Erwin Leipzig hat 23 Mal mehr als 20 Millionen für ein Spiel rausgegeben in den letzten Jahren. 23 Mal. Und es reicht nicht, um Meister zu werden. Es reicht nur, um einen dieser Plätze von zwei bis vier zuverlässig einnehmen zu können, damit man immer wieder in der Champions League teilnimmt. Das ist auch, glaube ich, eine der Zahlen des modernen Fußballs, wo man weiß, wie das Ganze funktioniert. Interessant fand ich auch, bei den Meldungen über diesen Wechsel kamen dann reflexartig Gladbach-Fans, ich zitiere jetzt mal, mit Sätzen wie, danke fürs Geld und ab sofort, ab auf die Bank. Rockoreiz.
Ich finde es schwierig. Also ehrlich gesagt, verstehe ich immer ein bisschen den Schmerz von Fans, dass Identifikationsfiguren weggehen und gleichzeitig hat es eben immer auch so ein bisschen was von einem gehörenden Ehemann, wo die Frau mit einem Liebhaber über alle Berge ist und er ruft noch an und sagt, warum hast du mich verlassen? Du bist sowieso hässlich. Und warum hast du nicht jetzt mit dem? Du hast einen aus dem Osten kennengelernt. Warum gehst du jetzt mit dem weg? Das hat immer auch ein ganz bisschen was Peinliches, leider Gottes. Also das ist jetzt nicht Gladbach-spezifisch. Ich finde immer, wenn einer weggeht. Ich denke dann immer, man sollte sich das gar nicht antun. Soll er sich mal schön in Hintern breit sitzen da auf der Wand. Das Kalle der Laie-Phänomen. Also, dass man irgendwie den Leuten dann nur Schlechtes wünscht.
Und erfreut muss man nicht sein, aber man muss natürlich auch mal eine ganz blöde Kosten-Nutzen-Rechnung machen in Gladbach, wo es ja ohnehin schlimm ist und wo ohnehin alle Leute das Gefühl haben, das könnte noch richtig brenzlig werden im Abschiedskampf. Willst du jetzt da eine drei, sechs, neunwöchige Vendetta gegen so einen jungen Spieler machen, ihn auspfeifen, der muss auf die Bank, der macht keine Minute mehr für Gladbach, dafür verbürge ich mich. Das ist ja nicht die Lösung. Also ich glaube, du musst die Arschbacken zusammenkneifen, ihn zur Not ignorieren, ihn zur Not irgendwie nicht mehr in den Jubel um die Mannschaft mit einbeschließen. Und ansonsten musst du einfach sagen, Kapitel zu, aber diese Abstrafungsaktion, ab auf die Bank oder nur noch Kerker bei Wasser und Brot, der Rocco Reiz, Der darf keinen Schritt mehr über die Stadtgrenze nach Gladbach. Der soll mal schön in Euskirchen bleiben. So funktioniert das ja nicht. Sondern du musst irgendwie versuchen, dich zusammenzureißen als Gladbach-Fan. So schwer es ist. Aber wo du jetzt mal ganz kurz sagtest, RB Leipzig.
Das war mal so, dass die immer logisch Platz 2 bis 4 belegt haben. Wir gucken mal auf die Tabelle, sind gerade auf Platz 5, haben gerade gegen Stuttgart verloren und es gibt schon eine mittelschwere Krise in diesem ganzen RB Leipzig-Dingsburg. Wir erinnern uns mal, dass es irgendwann mal die mit großen Plakaten durch die Städte gezogen sind und gesagt haben, ja bei uns alles aus einem Fluss und wir haben Lieferketten von Lieferingen bis nach Leipzig über Salzburg und alle spielen das gleiche System. Und dann haben wir außerdem noch den Kloppo, der bei uns als Markenbotschaft dafür sorgt, dass alle kommen. Ich glaube, dass sich dieses ganze Geschäftsprinzip überlebt hat, einfach weil ganz, ganz viele andere Konsortien das auch machen, also dieses Multi-Club-Ownership, dass du da fünf oder sechs Clubs in deiner Würgezange hast. Und ich glaube, da ist Leipzig nicht mehr so wahnsinnig führend, wie sie es vielleicht möglicherweise noch in den Zehnerjahren waren. Und man darf eben auch nicht vergessen, die tragische, was heißt tragische, fast ein bisschen zu sagen, aber die fatale Rolle von Oliver Minzlaff, der diese ganzen Klubs in seinem Würgegriff hält, der auch nichts anderes kann, als Druck, Druck, Druck auf alle Leute auszuüben, der offenbar meiner Meinung nach jetzt auch in Leipzig dann mehrfach wohl irgendwelche Brandreden gehalten hat, dass doch jetzt bitteschön mindestens die Champions League dabei rauskommen muss. Also da bin ich mal zumindest gespannt, wie das weitergeht und ob der Rocco Reitz sich denn nicht doch verregnet hat, das weiß man eben nicht. Ich bin ja nicht ganz so hasserfüllt, was RB Leipzig angeht, wie du. Ich mag nur dieses Konstrukt nicht und kann es vernunftsbegabt ablehnen. Bei dir ist es ja blanker Hass.
Trotz allem frage ich mich bei Rocco Reitz, ist man dann schmerzfrei, wenn man in so einem Stadium seiner Karriere gerne nach Leipzig geht und vom Borussia Mönchengladbach kommt? also von einem sehr emotionalen Traditionsverein, eigentlich zum Gegenteil. Der könnte doch auch theoretisch irgendwann vielleicht nach Dortmund gehen. Vielleicht hätte er sogar ein Angebot von Bayern oder sonst was. Das ist jetzt auch nicht so sympathisch, aber es wäre natürlich trotzdem, du gehst von einem Fußballverein zu einem Fußballverein und gehst von Stimmung zu Stimmung und von Fankultur zu Fankultur. Und jetzt hat er sich aber entschieden, von Mönchengladbach zu Leipzig, für mutmaßlich natürlich ein bisschen mehr Geld und auch ein bisschen mehr Perspektive, öfter mal ein paar internationale Spiele zu haben.
Aber so richtig Bock macht das doch eigentlich nicht, würde ich also schätzen. Nee, aber da musst du, glaube ich, schmerzfrei sein. Und dann hast du wahrscheinlich einen Berater, der dir noch sagt, das ist jetzt der wichtige nächste Schritt. Und von dort aus winkt die internationale Bühne.
Natürlich zahlen die mehr. Natürlich haben sie zumindest ansatzweise das Versprechen, dass sie irgendwie international spielen. Und wenn es irgendwie die Europa League ist, also das mag ja sportlich sogar ganz interessant sein. Wahrscheinlich hast du noch Ole Werner, der mal vorbeigekommen ist. Und Jürgen Klopp hat einmal sein beeindruckendes Gebiss gezeigt. Du sagst ja, wir zählen auf dich, aber in der Gesamtheit ist es schon merkwürdig, weil du natürlich die ganzen Phrasen, die du eben auch sonst trischst, ja, ich komme zu einem tollen Club mit einer tollen Atmosphäre und die Kultur hier um den Club, die ist großartig, da musst du ja bei RB Leipzig einfach lügen, weil es keinen Verein gibt oder nur 33 oder 22 Hanseln, die da die Vereinsmitglieder mimen. Du hast Oliver Minzlaff oben drüber, der da sein Terrorregime ausübt. Dann hast du eine Stadt, die auch ein bisschen desillusioniert ist. Die haben ja, glaube ich, 10.000 No-Shows. Also von dieser ganzen Dauerkarten-Camarilla, die da irgendwie in das Stadion geht, kommen ja 10.000 einfach immer nicht und sagen, oh, ich habe jetzt mal eine Dauerkarte, aber Fußball stehe ich eigentlich nicht so drauf. Also diese ganze Erzählung, wir zünden Leipzig richtig an, das ist jetzt eine Stadt, die mit RB pulsiert. Das ist ja einfach nicht so. Das ist ja, diese Story ist ja so auserzählt. Also bin ich mal gespannt, wie Rocco Reitz sich dann da hinstellt und sagt, ja, das ist ja so toll hier und ich bin so toll aufgenommen worden und so. Ich meine, wenn du es wirklich rein sportlich siehst, dann gibt es wahrscheinlich schlechtere Adressen als RB Leipzig. Das ist sicher so. Definitiv.
Es gibt ein wunderschönes Video von AstroTV und einem von diesen Esoterik-Kanälen, da hören wir mal ganz kurz rein. Hallo, hier ist der Basti, mit wem spreche ich denn? Hallo, hier ist die Bianca. Jürgert. Bianca. Gerda, Entschuldigung, ich grüße dich, Gerda. Dein Geburtsdatum hätte ich gerne. 8.12.60. 8.05.60. Nee, nee, nee. Am 8.05.1960 bis... Am 12.12. Ach, am 12. Genauso Renate und ich auch immer aneinander vorbei. Wunderschön. Du hast mir im Vorfeld, in der Recherche, du hast mir mehrere Mails zu Elmala geschickt. Und dass der zu Brighton geht. Und du hast dich über die Zürich-Ablösesumme-App hört. Ja, also es gibt das Gerücht, dass er mit einem englischen Verein schon sehr weit sein soll. Es soll Brighton sein. Also erstens, wie fühlst du dich als FC-Fan, wenn du einen Spieler hast, den du schon so als Jahrhunderttalent empfindest oder als richtig, richtig, richtig absolut Outstanding-Talent? Und du hörst dann, der geht nicht nach Barcelona und nicht zu Madrid und nicht zu PSG, sondern möglicherweise ist Brighton die Destination. Und dann ist es nicht so eine Voltemade-Ablöse, sondern wir reden von 35 Millionen, die im Raum stehen. Da würde ich mich, glaube ich, schon verarscht fühlen.
Und dann steht in dem Artikel, den ich gelesen habe, drin, er kann auch richtig Geld, er kann in fünf Jahren 20 Millionen verdienen. Wo ich dann denke, ey, das kriegt doch in England jeder Ersatztorwart. Wie ziehen Sie den denn da über den Tisch, wenn er vier Millionen im Jahr verdient als großer Shootingstar des deutschen Fußballs gerade? Also an der Meldung, da muss, glaube ich, der Redakteur nochmal rüber, glaube ich. Also das kann ich mir nicht vorstellen, dass er jetzt für 35 Millionen nach Brighton geht und vier Millionen im Jahr verdient. Wenn doch, dann würde der Beraterwechsel zu seinen Eltern, ich glaube, Mohamed und Sabrina, wäre im Nachhinein vielleicht keine so gute Idee gewesen, wenn er diesen Vertrag jetzt so abschließt. Aber ich kann mir das nicht vorstellen. Ja, aber was ich gehört habe, ist, dass die Eltern wohl schon zugesagt haben. Und offenbar eine der großen Kriterien ist, dass der Bruder auch mit darf. Alle anderen Clubs sind wohl so, dass sie sagen, der Bruder soll nicht mit. Aber da wechseln die El Malers zusammen rüber. Und möglicherweise ist das ja auch so ein bisschen der Touch der Eltern, dass sie sagen, ja, da bleibt die Familie wenigstens zusammen. Wahrscheinlich kriegt der Bruder auch 4 Millionen im Jahr. So nämlich. Und kostet auch nochmal 35 Millionen. Und so wird das so ein bisschen über Geld fest.
Das gab es ja in den frühen Bundesliga-Jahren, als es eine Gehaltsobergrenze gab. Schalke hat, glaube ich, zwei Spieler vom Karlsruher SC verpflichtet, wo einer völlig unbrauchbar war und sie haben aber für beide einfach den Höchstbetrag gezahlt und statt für den einen dann diese Gehaltsgrenze überschreiten zu müssen und haben dann zwei Spieler geholt zum Preis von zwei und in Wirklichkeit war der eine aber überhaupt nur so ein Abschreibungsprojekt, das... Das gab es schon in den frühen Jahren der Bundesliga. Das könnte bei den Elmarers auch so sein. Ja, und das hat natürlich ein bisschen Flurschaden aus. Wir sind da bei einer ganz heißen Sache auf der Spur jetzt. Ja, ich merke das selber. Wie Florian Plettenberg, der, also diese Verrohung, die Verrohung der Sitten bei diesen ganzen komischen Transferjournalisten, da sah man bei X, bei Twitter ein Bild, ein KI-Bild, auf dem man Rocco Reitz schon sah, wie er mit Ole Werner auf dem Bild steht, wo er gerade das Trikot hochhält. Und Ole Werner hat Rocco Reitz im Arm, als ob er den irgendwie wie Hans-Martin Schleier irgendwo in einem Kabuff gefallen gehalten würde. Also das war richtig merkwürdig. Da dachte ich auch, ey, dieser KI-Rotz. Wenn man damit nicht geile Jingles macht, ist KI gar nicht so geil, denke ich immer. Apropos, du hast vorhin einmal, das müssen wir mal nachträgen, du hast vorhin einmal, als es um die Abseits nicht ging, hast du Gehänge gesagt. Ja. Bitte einmal hier.
Und es ist auch gut, dass wir das jetzt gehört haben, weil wir müssen leider heute traurig mitteilen, Frimpong ist heute nicht bei uns. Das heißt, das Frimpong-Showtreppen-Dschingel wird es heute nicht geben. Oder wir spielen es einfach ein und einer von uns imitiert ihn. Ja, nee. Auch schwierig. Das muss schon seine Ordnung haben. Aber wir können, glaube ich, gar nicht erklären, wo der heute ist, weil wir so genau wissen es nicht, oder? Er ist beim Zahnarzt. Zahnarzt. Er ist beim Zahnarzt. Thailand-Urlaub. Das muss man immer auch sagen. Frimpong, die Aggressivität, die er in den letzten... Ach, der hat so abgeschliffene Zähne vom Dorn und Knirschen wahrscheinlich. Ja, genau, pass auf, auf jeden Fall, die Aggressivität, die kommt noch daher, weil ich immer behauptet, hätte er seinen Urlaub gewesen, aber er war bei einem Arbeitseinsatz, als Erntehelfer, als Spargelstecher auf brandenburgischen Wiesen. Nein, Quatsch, ich weiß es nicht genau. Ich glaube, er ist beim Zahnarzt und lässt sich nochmal Jackettkronen machen. Hat jetzt Kloppo im Fernsehen gesehen und jetzt wird auch ein komplettes Klavier eingesetzt. Ich wollte aber noch ganz kurz sagen, dass bei El Mala, da waren wir doch bei dieser gerade sehr investigativen Geschichte, ist es auch deswegen noch heikel, weil ja das Spiel gegen Gladbach ansteht. Das rheinische Derby, das eigentliche rheinische Derby, wo man sich immer gegenseitig bekriegt und ausgerechnet jetzt... Soll der wichtigste Spieler der Geistböcke dann eben wechseln. Und das Ganze hat natürlich dann eine gewisse Kontinenz, weil gleichzeitig Rocco Reiz auch noch weg ist. Also die können sich möglicherweise die Hände schütteln und sich mal austauschen, wie das so ist, wenn man mal geht und alle Leute richtig angefressen sind. Ich hoffe natürlich, dass El Malad oder die El Malad dann gleich diese ganze lokale Kultur in Brighton aufsaugen. Auch möglicherweise mit den großen Scootern, mit den 17 Spiegeln rumfahren und eine Prügelei machen mit Mods und so weiter. Das fände ich sehr, sehr schön. Ansonsten fragt man sich, was man da will. Fabian Hürzler ist ja Trainer bei Brighton. Habe ich schon mal erzählt, das große Zerwürfnis zwischen Fabian Hürzler und Elf Freunde?
Irgendwas, der man... Nee, seine Beratungsagentur, nicht Hürzler selber, aber seine Beratungsagentur. Wir haben mal bei Hürzler angefragt, ob wir ein Interview mit ihm machen können. Und dann schreibt die Beratungsagentur zurück, ja, das wäre aber super, wenn Fabian Hürzler dann auch auf dem Cover von Elf Freunde wäre. Und wir so, nee, das entscheiden schon wir, also gerne ein Interview, aber Cover müssen wir mal gucken. Und dann schreibt uns die Beratungsagentur Nassforsch zurück, ja, dann melden Sie sich doch einfach wieder, wenn Fabian Hürzler aufs Cover kam. Daraufhin habe ich etwa harzige Mails zurückgeschrieben, dass das ja nun wirklich unsere Entscheidung sei und dass wir dann einfach darauf verzichten würden, in Zukunft mit Fabian Hürzler zu sprechen, wenn es unbedingt eher das Covermodel sein muss, weil das irgendwie respektlos ist. Und dann hat mir da der Beratungschef Heini da zurückgeschrieben, alter, alter, hat irgendwelche alten Tweets von mir rausgekrabt, so reden sie und unerquicklich, unerquicklich. Seitdem findet Fabian Hürzler bei uns nicht mehr so richtig statt, weil er kommt nicht aufs Cover. Bitter, bitter, bitter. Aber es, wie gesagt, hat jetzt die El Mala-Brüder, Man muss ja wahrscheinlich beide spielen lassen, laut Vertrag. Das war bestimmt so, wie damals bei mir, als Norbert Flippen, Gott hab ihn selig, mir geschrieben hat, dass wir die Sache mal unter Männern klären müssten, nachdem ich mal irgendwas geschrieben habe, was endlich bochte. Das finde ich aber auch immer so ganz geil. Ich habe aber festgestellt, dass bei Konflikten im Fußball es immer so ist, dass die Leute einmal anrufen wollen und mega sauer ins Telefon bölken. Und danach ist es aber auch gut.
Also ich habe das mit Tommy von Hesen mal in Bielefeld erlebt, da rief der an und das war so zu einer Zeit, in der ich noch irgendwie die Haken zusammengeknallt habe, wenn so Fußballfunktionäre anriefen und bölkt ins Telefon, da ging es um irgendeine internationale China-Nordostasien-Indien-Tea-Kombi mit Arminia Bielefeld und da hatte ich ein bisschen spöttisch in der Lokalzeitung geschrieben, Arminia greift jetzt auf den globalen Markt aber richtig mal an, rief Thomas von Hesen an und sagte, warum ich mich darüber lustig machen würde und bölkte dann so rein und meinte so, ja, das ist doch nicht so schlimm und haben sich mal in der S-Kommission. Set angelesen, was über diese komischen asiatischen Kooperationen von Bundesligisten stand. Wer liest denn in Bielefeld die Süddeutsche Zeitung? Sind sie total bescheuert? Und ich dachte, das Tischtuch ist total zerschnitten, aber dann irgendwann kurz vor Ende, ja, wollte ich nur mal gesagt haben. Mach's gut, Philipp. Ciao. Und legt auf. Fand ich irgendwie auch gut.
Also die kommen von 180 Ruhepuls auf 0 wieder runter. Also es geht dann nochmal, einmal losgeworden zu sein und danach alles wieder okay. Finde ich irgendwie aber auch eigentlich eine nette Streitkultur. Wollen wir mal zu meinem Impulsvortrag kommen? Der wird ja diesmal etwas anders als sonst. Ja, Bayernhof. Darf ich mal darauf hinweisen, dass das Ganze durchaus Rumors und Aufregung in der Lokalpresse gab. Immer so jetzt, ne? Dort wurde nämlich schon von der großen Ehre berichtet, dass Bayernhof endlich auch mal wieder überregional gewürdigt wird. Wir hatten ja schon in der vergangenen Folge fußballromantisch verklärt, dass früher die großen Bayernliga-Zeiten und Bayernhof immer eine große Rolle gespielt hat. Wenn ich genau weiß, wo Hof liegt, das liegt direkt an der innerdeutschen Grenze fast ein bisschen. Das ist Zonenrandgebiet, glaube ich, wie Bayreuth. Kann das sein? Du verlangst jetzt von mir Insider-Kenntnisse, die ich nicht habe. Lass uns doch mal den Jingle abspielen. Ja, den Jingle bitte. Ist euer Wahnsinn.
Also Bayernhof. Bei Bayernhof erster Gedanke jetzt, pass auf, ich schweife wieder ab. Wonach richtet sich eigentlich, in welcher Reihenfolge man die Vereinsfarben eines Vereins nennt? Weil Borussia Dortmund ist ja nicht gelb-schwarz, sondern schwarz-gelb. Werder Bremen ist nicht weiß-grün, sondern grün-weiß. Amina Bielefeld ist blau-weiß. Nein, nein, nein. Blau-weiß-schwarz?
Nein, auch nicht blau-weiß-schwarz. Pass auf. Das ist nämlich der große Unterschied. Der Hamburger SV ist blau-weiß-schwarz und wir sind schwarz-weiß-blau. Echt, die sind blau-weiß-schwarz? Okay, ihr seid schwarz-weiß-blau. Okay, aber wonach richtet sich das? Entscheidet das mal irgendeiner oder so? Jedenfalls, ich weiß nicht genau, Bayernhof schwarz-gelb ist oder gelb-schwarz, aber sie sind auf jeden Fall, sie haben erstens erfreulicherweise, obwohl der Verein vor 21 Jahren vom FC Bayernhof in die Spielvereinigung Bayernhof überging, hat der Verein immer noch ein ähnliches Wappen und ähnliche Vereinsfarben, also da ist die Vereinskultur aufrechterhalten worden und es ist ein Verein mit einer ganz großen Tradition, der jetzt in der Bayernliga Nord spielt, da gerade auf Platz 13 steht, In einem Stadion spielt mit dem wunderbaren Namen Stadion Grüne Au, das gerade umgebaut wird. Ein Stadion, was gefühlt ab 50 Jahren sich nicht verändert hat. Und das Problem ist aber jetzt, oder nicht das Problem, also erstens, du sagst völlig richtig, viele Vereine freuen sich mittlerweile total, wenn sie bei uns im Podcast genannt werden. Auch Bayernhof hat mir sehr nette Mails geschrieben. Und viele Leute haben nette Mails geschrieben. Aber ich habe dann gedacht, weil ich bei der Recherche einen Film gefunden habe über Bayernhof, wo Fritz von Tornotaxis sich äußert zu Bayernhof. Und ich dachte, der ist doch viel dichter dran. fragst du mal den Fritz, was er so zu sagen hat zum FC Bayernhof oder zur Spielvereinigung Bayernhof, muss man ja jetzt sagen. Und er hat gesagt, ja klar, mache ich mit. Und hier ist das, was ihm als erstes zur Spielvereinigung Bayernhof eingefallen ist. Also wenn ich an den FC Bayernhof denke, dann erinnere ich mich an lange Autofahrten, mindestens drei Stunden. Von München hinauf, ganz in den Nordosten von Bayern.
Hof an der Saale, 50.000 Einwohner, nur 50.000 Zonenrandgebiet. Die Grenze zu Thüringen war nur dreieinhalb Kilometer entfernt.
Und der Fußballklub Bayern aus Hof, 1910 gegründet, gilt und galt neben dem Klub aus Nürnberg und der Spielvereinigung Fürth als der Traditionsverein in Franken. Die Begeisterung für den Fußball kannte buchstäblich kaum Grenzen. In der erfolgreichen Zeit 60er und 70er Jahre war das legendäre Stadion Grüneau häufig gut gefüllt. Zweistellige Zuschauerzahlen kannten, waren keine Seltenheit. Rekord damals 19.000 Besucher gegen Rot-Weiß Essen in der Aufstiegsrunde 1968.
Ja, der Klub Bayernhof war sehr erfolgreich, spielte häufig jeweils in der 2. Liga, in der Regionalliga, dann in der 2. Fußball-Bundesliga-Gruppe Süd, dreimal um den Aufstieg in die Bundesliga, 67, 68 und 72. Unter anderem unter Cheftrainer Heinz Elthner scheiterte man damals nur knapp. Unvergessen für mich der Mittelstürmer. Bobby Breuer, schnell, antrittsstark, drippelstark und abschlussstark. Mehrfach Torschützenkönig in der Regionalliga Süd, später in der zweiten Bundesliga. Und hinter ihm tauchte dann plötzlich ein junger Mittelfeldspieler auf, Ludwig Schuster. Technisch unwahrscheinlich begabt, herausragend eigentlich von der Qualität her. Regisseur brachte ihm dann später ein Engagement bei Bayern München ein. Ja, die allerwichtigste Figur für mich war immer und auch Ansprechpartner in erster Linie Armin Möpius.
Das war der Spielausschussvorsitzende, heute würde man sagen, ein Manager, ein Sportdirektor, ein herzensguter Sachse mit enormem Fußballverstand, der diesen Klub zusammengehalten hat und dafür gesorgt hat, dass er über Jahre Herausragendes geleistet hat. Sein Lieblingssponsor, er war sehr früh auf der Suche nach Sponsoren, war der Sechsämter Tropfen aus dem nahen Fichtelgebirge. Und er nötigte mich fast vor jedem Spiel und vor allen Dingen auch nach den Spielen immer ein paar Stamperl von diesem Kräuterlikör, den viele vielleicht kennen, zu trinken, hoher Alkoholgehalt. Aber ich habe mich da vor allen Dingen nach den Spielen ein bisschen zurückgehalten. Denn wie gesagt, ich musste ja dann die gut drei Stunden wieder mit dem Auto zurück nach München. Es war eine herrliche Zeit. Unvergessen. Der FC Bayernhof. Tradition bleibt.
Fußballbegeisterung nach wie vor sehr hoch. Ach, endlich mal wieder die Stimme von Fritz von Tourne Taxis zu hören. Ist natürlich ganz, ganz wunderbar. Ich freue mich immer, wenn der auf irgendeinem alten YouTube-Video plötzlich kommentiert. Ich freue mich total, den zu hören jedes Mal. Ist das nicht wunderschöne alte Bundesrepublik? Also da denkt man dann auch gleich, jetzt kommt Werner Feigl wieder mit den Tagesschau-Nachrichten um die Ecke.
Fritz von Ton und Taxus meldet sich aus dem sonnenüberfluteten Münchner Olympiastadion. Neben ihm Uli Hoeneß in dieser roten Thermojacke. Also sowas, das ist für mich Bundesrepublik pur. Es ist auch einer dieser Vereine, wo ich als Kind schon so ein ganzseitiges Bild aus dem Kicker mir aufgehängt habe zu Hause, Bayernhof. Also wirklich ein Verein, die man irgendwie in seiner Kindheit schon, die waren lange zweitklassig und so. Aber ich weiß, so viel mehr könnte ich jetzt auch nicht beitragen. Aber was man mal sagen muss, ist, was ich wirklich so wunderschön finde, ist wirklich dieser Rufname Spotzer für die Spielvereinigung Hof, die es früher gab, dass du Spotzer gerufen wirst, ich meine sonst die Gelben, die Blauen, die Jungs von der Alm, die Seemöwen oder was ich, aber die Spotzer fand ich auch so mittelschön. Was mich mit Hof noch verbindet, muss ich ja sagen, sind tatsächlich, dass die Flüchtlingszüge, kannst du dich noch erinnern, die aus der Botschaft in der Tschechoslowakei kamen und anderswo und aus Prag, die landeten zum allerersten ja in Hof, direkt am Badenhof und dann gab es noch Jubelszenen und den Flüchtlingen wurden so Stonewash-Dienst entgegengeworfen und Begrüßungsgeld und so weiter, das fand ich immer sehr, sehr schön, aber was ich natürlich auch immer spannend finde ist, dass es ja wirklich auch viele gibt, die Borussia heißen und viele, die weniger eher die Arminia heißen, Arminia Hannover, Arminia Bielefeld, aber Bayern ist ja auch so, doch irgendwie so, relativ nahe liegen. Eigentlich ist es fast ein bisschen komisch, dass es nicht noch mehr Clubs gibt, wie Bayern Hof, wie Bayern Alzenau und was es da alles gab, haben ja viele bei Spotify auch noch mal reingeschrieben, was es da alles so gibt. Ja.
Ja, ja, ja, absolut. Aber ich meine, du bist, wir haben eben ja schon die Frage gehabt, ob man Hör-Zu-Leser war oder Gong-Leser oder TV-Hören und Sehen und so weiter. Gong hatte ich niemanden. Aber Gong, meine Oma, so. Aber gut, die kanntest du nicht.
Aber die gab es, beim Edeka in Augsburg gab es immer nur den Gong und den musste ich meiner Oma immer mitbringen. Aber was hattet ihr für eine Tageszeitung zu Hause? Nur den Weserkurier oder noch irgendwas anderes? Auf dem Land bei uns, im Vorort von Bremen, gab es entweder die Siegerkreiszeitung, die dir auch geläufig ist wegen des Sporthals, oder die Weserkurier. Andere Tageszeitungen gab es da nicht. Also es ist nämlich so, dass ich immer früher die Neuwestfälische geklaut habe beim Nachbarn. Der war nämlich der Chef des örtlichen Knacks-Clubs. Ah, da schließt sich ein Kreis. Herr Schäferling. Ja, genau. Wir hatten, glaube ich, mal drüber gesprochen. Auf jeden Fall habe ich damals die neue Swetische nebenan geklaut. Und irgendwann wurde ich von einem Nachbarn gesehen, wie ich immer über die Brüstung gehüpft bin, um die neue Swetische zu klauen. Das habe ich nur deswegen gemacht, weil in der Süddeutschen früher, das kann man sich heute auch gar nicht mehr vorstellen, die Abendergebnisse nicht mehr drin waren. Dann war dann immer, diese Spiele endeten nach Redaktionsschluss und die wurden am Tag danach nachgereicht. Und ich wollte ja wissen, wie beispielsweise die Bundesliga gespielt hat. Und da gab es ja auch noch nicht so, dass du im Internet nachgucken konntest. Auf jeden Fall war es dann so, dass die Süddeutsche bei meinen Eltern dann irgendwie dann immer im Postkasten waren. Ach, da war die Samstagsausgabe. Die war so dick wegen Auto und Kontaktanzeigen und Immobilien. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Da gab es immer die Tabelle der Bayern-Liga. Und das war einfach immer so, das erzeugt bei mir immer ganz wunderbare Gefühle. Bayernhof, auch Schwaben Augsburg, der FC Augsburg, die Spielvereinigung Fürth, als sie noch nicht diesen Fantasienamen hatte. TSV860 München, also als die die ganze Zeit in der Bayern-Liga. Oder Carsten Wettstein. Kannst du dich an Carsten Wettstein noch erinnern? Diesen großartigen Trainer. Carsten Wettberg. Ach, Carsten Wettberg. Entschuldige bitte. Das lassen wir mal drin, damit man sieht, wie wenig ich an den ich habe.
Wettstein. Sag mal, hast du auch als alter Printmann, hast du auch so ein sinnliches Verhältnis zu Zeitungskiosken im Urlaub? Kennst du auch noch diese Zeit, als man irgendwie tagelang zum Kiosk gelaufen ist, ob der Kicker von letzter Woche Dienstag oder Montag, besser gesagt, noch da ist? Der kam dann immer eine Woche später und ich Ich liebe immer diesen Geruch nach bedrucktem Papier in Zeitungskiosks. Druckerschwärze, Druckerschwärze, das werden auch die jungen Leute nicht mehr wissen, die nur noch auf ihre Mobiltelefone sterren, dass man früher auch so schwarze Hände hatte, wenn die Zeitung wirklich frisch angeliefert war. Am allermeisten war, und das war tatsächlich auch noch, da hatte ich ein ungetrübtes Verhältnis sogar zur Bild-Zeitung noch. Das war die einzige Zeitung, die es in unserem Dänemark-Urlaub gab. Vier Wochen Dänemark-Urlaub und immer nur Max Merkel testet die Bundesliga, was ich einfach immer super fand, weil die Sprüche von Max Merkel, die hatten es schon in sich. Auf jeden Fall jeden Tag die Bild-Zeitung gekauft, und geguckt, oh, wie viel kriegen die im Management? Nur vier Bälle? Oh, oh, oh. Und es war ja auch immer klar, damals selbst, als der HSV dreimal oder zweimal Meister geworden ist, immer der FC Bayern von Max Merkel auf der Eins getippt. Wie gesagt, das haben wir auch schon häufiger gesagt. Max Merkel mit seinem großen Hass auf Michael Hafort. Jagte mehr den Hasen nach als den Ball. Michael Hafort führte den Föhn in der Kabine ein. Solche Sachen, solche unschönen Sachen. Man sagt, er nimmt Whisky als Treibstoff. Oder Mario Basler. Mario Basler ist wie eine Parkuhr. Er steht da und die Bayern werfen Geld rein.
Was gibt es gerade drehen? So war es damals. Auf jeden Fall können wir einfach nur sagen, der FC Bayernhof ist eine der Mannschaften unserer Jugend. Die Spotzer, wie man sich fragt. Wie man den Vorgängerverein spielt. Die Schnüdel und die Quecken hatten wir und die Spatzer. Schön, die Spitzel. Das ist einfach wunderschön. Wir drehen jetzt das Glücksrad und es wird...
Die Spielvereinigung Frechen 20? Juhu! Ja, Mittelrhein-Liga. Ich muss gestehen, dass ich Frechen 20 irgendwie aus alten Geschichtsbüchern kenne, ansonsten überhaupt gar keinen Begriff habe. Insofern ist es Terra Incognita, wie wir Historiker sagen. Da will ich mich mal reinfuchsen. Und möglicherweise frage ich einfach mal Fritz von Tone und Taxis, was er zu Frechen 20 zu sagen hat. Das wäre doch mal schön. Also, liebe Frechener Tagesbots oder was es immer da gibt, oder wer auch immer, meldet euch doch bitte und liefert mir exklusive Informationen. Und dann werde ich einen ergreifenden Impulsvertrag über Frechen 20. Wahrscheinlich 1920 gegründet, nehmt ihr an, ne? Oder 20 Spieler gehabt oder, keine Ahnung, für 20 Euro gegründet. Ich rede auch Quatsch. Also, die Folge ist zu Ende. Und wir werden in der nächsten Woche... Wir wollten noch die Bodycam spielen. Wir wollten noch die David-Raum-Bodycam spielen. Mit Dennis Eitekin. Eine der schönen Aufnahmen dieser Woche. Bodycam, haben wir beide darüber geredet, du siehst sie etwas kritisch und willst das gar nicht immer sehen. Aber bei David-Raum-Leipzig beim Spiel in Stuttgart gab es diesen sehr, sehr schönen Dialog zwischen ihm und dem Schiedsrichter.
Ich dir leider sagen. Aber du hast auch mal so Tage, alles gut. Aber du bist ein überragender Schirr. Ich sag dir eins, ich wünsche dir alles Gute für die WM. Ich dir auch. Ich höre ja auf. Ja, ja, aber ich wünsche dir allgemein alles Gute. Was Gutes sagen. Vielen, vielen Dank. Heute war ich nicht zufrieden mit dir. Das ist ja wie so ein Erdkundelehrer in Jahrzehnten, wo du so einen Einser-Schüler hast, der nur eine 3 geschrieben hat, weil er nicht wusste, wo die transhibirische Eisenbahn lang geht. Heute war ich nicht zufrieden mit dir. Finde ich irgendwie schön. Ansonsten bin ich kein großer Anhänger, habe ich ja schon gesagt. Kulturkritisch, die Bodycam, diese krakeelnden Schiedsrichter, distanzlos herumkriege, Schiedsrichter. Ich mag es nicht so. Ich mag es nicht so, aber wie? Heute war ich zufrieden mit dir, lieber Arndt, um mal diese Folge abzuschließen. Heute war ich wirklich zufrieden mit dir. Weißt du, was unsere beiden Vereine, Arndt, wir stehen gerade beide auf Platz 15. Arminia muss nach Elversberg, habe ich gesehen. Das ist kein so schöner Gang. Und ich fahre am Wochenende nach Wolfsburg. Wolfsburg gegen Werder, 17 gegen 15. Das ist so ein Spiel, wo du wirklich dich fühlst wie beim Pokalfinale, weil du kannst ganz viel gewinnen, aber auch ganz viel verlieren. Arndt. Und ich habe ein bisschen Angst. Arndt, du musst jetzt berufliches vom privaten trennen. Denn privat kannst du für Werder sein. Aber beruflich, im Zuge dieses Podcasts, musst du für den großartigen Menschen den besten Trainer auf dieser Welt, den Mann, der den VfL Wolfsburg retten wird, sein. Wir grüßen noch einmal ganz herzlich unseren Lieblingstrainer, Dieter Hecking. Juhu! Ja, aber du sollst euch den Arsch offen, oder? So was zu sagen. Das fand ich ja betrachtet.
Wie Frimpong da reingegrätscht ist, als wir unsere Sympathie für Dieter Hecking ausgedrückt haben. Was war denn da los mit ihm? Was war denn da los? Ich weiß nicht, was ihm los ist. Vielleicht haben ihn Zahnschmerzen gebracht. Das ist ja oft so, wenn Leute so chronische Zahnschmerzen haben, dass sie dann so unleidlich werden. Das war bei Frippong so. Neue Aggressivität. Also mir gefällt die nicht, muss ich ganz ehrlich sagen. Ja, aber Dieter Hecking gefällt mir umso mehr, dass eben Mensch geblieben. Und er wird möglicherweise, ich glaube, mit Unentschieden wäre doch schön. Unentschieden für euch beide. Das bringt euch nicht so wirklich was, aber ihr haltet den VW Wolfsburg auf Schlagdistanz und Dieter Hecking bewahrt sein Gesicht. Und ich habe ja auch in der Redaktion nochmal rumgefragt, wie die Leute so Dieter Hecking sehen. Und was die Leute alle super finden, dass er seit den 80ern den gleichen Haarschnitt hat und nicht verändert. Das musst du erzählen, kennst du die Theorie? Es gab die Boulevard-Theorie, da riefen mich häufiger Leute an und sagten, ist das Gerücht wahr, dass Jogi Löw eine Perücke trägt? Und das war das absurdeste Gerücht jemals. Und weißt du, was die nämlich gemacht haben? Die haben sich jeden Tag Fotos angeguckt und haben festgestellt, oder meinten festgestellt zu haben, dass Jogi Löw sich nie die Haare schneidet, dass die Haare nicht wachsen. Und das war das Theorem, warum sie gesagt haben, Jogi Löw trägt eine Perücke. War Quatsch.
Ich glaube, irgendeiner meiner war mal kurz davor, bei einer Pressekonferenz an den Haaren von Jogi Löw zu ziehen. Aber das hat sich als Unverkehr herausgestellt. Aber Dieter Hecking, finde ich, es ist eine Theorie. Es ist eine Theorie, dass er einfach auch einfach so einen Haarhelm hat, den er jeden Morgen aufsetzt. Könnte ja auch sein. Jetzt war es also wirklich, also ich frage mich aber nächste Woche, wenn jetzt Frimpong heute beim Zahnarzt ist, haben wir dann nächste Woche den aggressiven, den neuen Frimpong immer noch? Oder hat er keine Zahnschmerzen mehr, wir haben den alten Kuschelbär? Ich bin mal gespannt. Wir haben hundertprozentig Akku-Frimpong, weil es schief gegangen ist. Ich glaube, er wollte nur so ein Bleaching machen, wenigstens die Zähne, er wollte ein Bleaching machen und dann hat er gesagt, oh, da hinten haben sie ja Karies und da haben sie Parodontose und das müssen wir ausbürsten und so weiter. Und er wird extrem aggressiv sein. Philipp, es ging auch ohne Frimpong heute mal, aber nächste Woche sind wir wieder zu dritt. Ja, und ich will das mal sagen mit Dennis Eitikin nochmal. Ich war heute sehr zufrieden mit dir. Ich auch mit dir. Tschüss. Ein versürliches Ende. Mein Lieber. Tschüss. Also in diesem Sinne, bleibt gesund, alles Gute und bis demnächst. Danke. Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+. Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster wenig überraschend Arndt Zeigler und Philipp Köster.