Felicita. Und eine Italien-Anspielung. Habe ich jetzt sofort erkannt. Eine Italien-Anspielung, ja. Wie hast du das Ding gemerkt? Italien. Ja, das war ein Sanremo-Klassiker. Aus wem wurde denn die Italiener sind nicht bei der WM dabei? Zum dritten Mal in Serie, diesmal gegen Bosnien-Herzegowina rausgeflogen. Und großes Entsetzen der Trainer traurig, die Spieler traurig, alle müssen raus, fordert die Gazetta dello Sport. Stellt sich die große Frage, hast du auch so geweint wie wir, wir Italien-Freunde? Ich war jetzt nicht schadenfroh oder so, aber geweint habe ich auch nicht, weil ich finde, dass diese italienische Mannschaft auch sehr wenig Werf hatte und sehr wenig Flair, um mal zwei solche Worte zu benutzen.
Ist dir irgendein Spieler aufgefallen von Italien, wo du dachtest, boah, das könnte einer der Stars der WM werden? Ich finde, die haben im Moment wirklich ein großes Problem mit ihrer aktuellen Spielergeneration. Die großen Roberto Baggio-Charismatiker sind jetzt nicht dabei. Gleichzeitig muss man auch sagen, niemand leidet so schön wie die Italiener. Bei denen hat es ja wirklich das Gefühl, da kam jetzt Vesuv-Ausbruch und Staatskrise und Millionenloch im Staatshaushalt, alles auf einen Haufen. Und so richtig verstehen, dass sie da ausgeschieden sind und es nicht geschafft haben, wenn sogar Curaçao dabei ist und wären nicht alles, das verstehen sie auch nicht richtig. Also wir reden über das italienische Aus, wir reden über die großen Streitigkeiten der Deutschen Elf um die Stürmerpersonale Dennis Undarff, über die Trikots der deutschen Nationalmannschaft, über die Demokratische Republik Kongo. Habe ich was vergessen, Arndt? Nö, ja doch, die italienische Eröffnung dieser Sendung, die klingt so. Also es ist alles vorbereitet. Jetzt geht's los.
Ich habe es sofort erkannt, Albano und Romina Power mit einer zeitgenössischen Interpretation. Albano, unser Lieblingsinterpret. Hast du jemals einen so gedrungenen Menschen wie Gattuso gesehen? Habe ich die ganze Zeit gedacht, am Spielfeldrand. Mir fällt kein anderes Wort ein als gedrungen. Ja, ich glaube, dass der aus einem Quader aus Marmor geformt worden ist und dann in einen Anzug gepresst worden ist. Er war ja so unendlich am Boden zerstört, weil natürlich sein Name jetzt nicht nur mit seiner großartigen sportlichen Bilanz als Spieler verbunden sein wird, sondern eben auch mit diesem schmählichen Scheitern. Aber man muss ja sagen, es gab noch schlimmere. Situation der italienischen Nationalmannschaft, insbesondere ja 2022, glaube ich, als sie gegen Nordmazedonien schon im Halbfinale der Playoffs ausgeschieden sind. Ich glaube, 2018 war es Schweden und jetzt ist es halt Bosnien und Herzegowina gewesen. Was ich nicht so ganz verstehe, ist, warum schaffen die es einfach nicht in dieser Gruppenphase, in der ja ohnehin jeder Zweite weiterkommt, irgendwie sich mal locker und lässig für die WM zu qualifizieren. Nimm mal dieses Gehänge und Gewürge und Gehechel und zum Schluss scheiden sie aus. Ja, das ist das Schlimme, weil du überlegst, also immer mehr Mannschaften dürfen teilnehmen und es nützt Italien alles nichts. Also jetzt wirklich die dritte WM hintereinander.
Eine WM ohne Italien ist schon ein Riesenthema und jetzt sind es drei hintereinander. Und überleg mal, das bringt uns doch dazu zu sagen, also wir Deutschen jammern auf sehr hohem Niveau, weil wir sind immer dabei. Wir sind immer dabei. Für uns ist so ein Vorrundenausprung mit recht schlimm, aber überleg mal, wir wären dreimal hintereinander gar nicht qualifiziert gewesen, was hier los wäre. Stell dir mal vor, wir wären 2014 mit der Weltmeisterschaft das letzte Mal dabei gewesen. Das ist jetzt ja zwölf Jahre hintereinander, in denen man einfach nur zugucken kann und sich überhaupt nicht auf die WM freuen kann. Das ist ja schon ganz schön bitter. Und wie gesagt, das Zustandekommen ist auch schlimm, gerade weil wir ja so wahnsinnig viel mit diesen Weltmeisterschaften verbinden. Also mit Roberto Baggio's Zöpfchen, mit dem Jahrhundertspiel 1970 in Mexico City gegen die Deutschen. Wie gesagt, dieses 94er-Finale, wo Baggio verschießt gegen Taffarel. Dann natürlich 2006 Sommermärchen, wo sie uns den WM-Traum gestohlen haben. Und trotzdem gehört Italien für mich eigentlich viel, viel mehr dazu als manch andere europäische Nationen. Ich mag übrigens italienische Nationaltrainer sehr gerne. Also die Qualität kann ich überhaupt nicht beurteilen, aber ich gucke mir die gerne an. Brandelli zum Beispiel war einer meiner Lieblingstrainer. Ja.
Also diese Ausstrahlung, diese brachial italienische Ausstrahlung, finde ich wirklich sehr, sehr, sehr ansehnlich immer. Und das wird fehlen. Das wird fehlen. Und gerade bei Gattuso hatte man auch irgendwie das Gefühl, dass der natürlich wahnsinnig mitgeleitet hat, aber nie irgendwie Zugriff auf diese Truppe hatte. Das war halt auch ein bisschen bitter. Und was ich mich natürlich ein bisschen gefragt habe, ob die sich nicht noch viel, viel mehr ärgern werden, wenn sie dann diese Vorrundengruppen sehen mit so wahnsinnig viele Mannschaften, wo du nicht unbedingt sagen würdest, dass du die bei einer WM erwartet hättest. Es haben sich ja noch ein paar andere Teams qualifiziert. die Türkei ist beispielsweise dabei und Schweden ist dabei und die Demokratische Republik Kongo. Und dann denkt man, hey, Kongo, hatte man das schon jemals bei der Wemme? Und dann haben wir nachgeguckt.
1974, Sair, unter anderem Namen waren sie schon mal dabei und waren, möchte ich mal sagen, jetzt auch nicht die erfolgreichste Truppe beim 74er-Tournament. War das nicht eine ganz traurige Geschichte am Ende, weil die Spieler ganz viele Repressalien dann zu erleiden hatten, weil der Staatspräsident hat eigentlich erwartet, dass sie Weltmeister werden. Und dann haben sie unter anderem 9 zu 0 gegen Jugoslawien verloren, 3 zu 0 gegen Brasilien noch und waren dann eben ganz schnell wieder raus. Ich glaube, die hatten ganz viel zu erleiden dann später nach ihrer Rückkehr. Ja, man darf nicht vergessen, dass Sair und jetzt Kongo natürlich ein Land ist, das sehr unter der kolonialen Herrschaft der Belgier gelitten hat. Er hieß ja, glaube ich, Belgisch-Kongo früher mal und dann diverse Umbenennungen noch. Dann gab es, glaube ich, Mobutu hieß der, glaube ich, der Diktator, der dann auch ein schreckliches Regiment geführt hat. Es gibt ja auch dieses berühmte Bild von diesem Sternfotografen, dem belgischen Kronfolger, der, glaube ich, durch Leopold Wilferd dann den Degen entreißt. Das hat ein Sternfotograf fotografiert und das wurde dann so, glaube ich, das große Synonym, da habe ich mal eine Ausstellung gesehen, für die Befreiung der Einwohnerkongos von der belgischen Kolonialherrschaft. Also ein bewegtes Land und große Feiern dort und die Türken, natürlich auch wieder alles abgerissen. Also wenn Türken feiern, auch in deutschen Städten, da bleibt ja kein Stein auf dem anderen. Ich kann mich erinnern, als irgendwann mal Ob es Bejiktas war oder Galatasaray, irgendjemand hat mal den UEFA Cup gewonnen. Da bin ich durch Kreuzberg gefahren und da wurden brennende Matratzen aus dem Fenster geschmissen. So feiern die Türken.
Das muss man sagen, ist nochmal eine ganz eigene Spielart. Jetzt ist quasi das Tableau komplett. Der Irak ist auch dabei. Die wohl ganz große Schwierigkeiten hatten zu diesem entscheidenden Spiel. Die mussten, glaube ich, nach Monterey und haben dort gegen Bolivien gewonnen. In dem WM-Stadion in Mexiko in Monterey haben die gegen Bolivien das Ticket gelöst und mussten wegen des Iran-Krieges dann einen riesen Umweg, glaube ich, fliegen, um überhaupt da zum Spielort zu kommen. Also, sehr bewegte Spiele gestern. Aber es ist jetzt kein originelles Thema, aber wir müssen doch mal über die Probleme reden, die diese WM jetzt mit sich bringen wird. Ich meine, du wirst ja hinfahren, wie wir wissen.
Es gibt jetzt manche Mannschaften, die qualifiziert sind, deren Anhänger gar nicht einreisen dürfen, aufgrund der bekannten Bestimmungen von Donald Trump. Gibt es nicht Einwohner mancher Nationalitäten, die müssen 15.000 Dollar zahlen oder Euro oder so, um überhaupt einreisen zu dürfen? Irgendwie sowas in der Richtung. Ganz, ganz merkwürdige Regelungen gibt es. Bei Iran kann es sicher sein, dass sie wahrscheinlich gar nicht teilnehmen werden. Irak ist jetzt auch nicht ganz unbelastet, was die USA angeht. Dann gibt es das Problem in Mexiko, Riesenkriminalität im Moment und Unruhen. Auch da wirst du nicht ganz sicher hinfahren können.
Also es gab, glaube ich, noch nie so viele Fragezeichen vor einem Tournee wie diesmal. Ja, da gibt es als allererstes natürlich Haiti, dessen Fans einfach nicht einreisen dürfen, weil sie von Trump mit einem Einreisebannen belegt worden sind. Ansonsten weiß man wirklich nicht, wie man mal durchs Tableau gehen soll und hat wahrscheinlich die Hälfte der Mannschaften, die aus Ländern kommt, die Trump demnächst überfallen wird oder schon überfallen hat. Der Iran soll jetzt, hat Infantino nochmal gesagt, mitspielen. Aber wie das funktionieren soll, ist mir auch nicht so ganz klar. Trump hat da ja gesagt, da könne er für die Sicherheit nicht garantieren, was ich ja auch als Startchef absolut unmöglich finde. Das wird eine sehr, sehr merkwürdige WM, glaube ich auch. Ich habe jetzt nochmal nachgeguckt, um nichts Falsches gesagt zu haben.
Tunesien zum Beispiel gehört zu den Nationen. Da müssen Einreisende 15.000 Dollar Kaution hinterlegen, wenn sie ins Land einreisen wollen. Also das wird auch noch schwierig umzusetzen sein. Also was wir da noch alles erleben werden, wir haben ja noch ein paar Monate Zeit, das können wir jetzt doch gar nicht abschätzen. Wir werden ja, wie wir Donald Trump kennen, wahrscheinlich noch ein paar neue Bestimmungen bekommen und ein paar, die sofort nach einem Tag wieder gekippt werden, weil er gemerkt hat, klappt doch nicht so gut. Also das wird bis zur WM noch lustig. Aber das Schöne ist, die gute Nachricht, für uns Deutsche kann April schätzen, wir sind dabei, aber wir haben nicht den Eindruck gemacht in den letzten Tagen, als ob sich alle freuen würden auf dieses Turnier, weil es riesige Streitigkeiten gibt. Und diese Streitigkeiten tragen vor allem Einnahmen und da ist Dennis Undorf, Stürmer beim VfB, momentan der große Streitapfel. Man muss ja sagen, man ist in der komfortablen Lage, ein paar sehr talentierte Stürmer zu haben. Nick Woltemar, da haben wir bereits gelobt. Kai Havertz haben wir bereits gelobt. Und jetzt ist auch noch Dennis Unloff da. Aber man hat das Gefühl, der Bundestrainer freut sich nicht darüber. Was ist da los? Es ist eine ganz komische Dramaturgie, finde ich. Vor allem, weil ja alle gedacht haben, hat er ihn im ersten Länderspiel nicht aufgestellt. Also erstens haben wir in den letzten Wochen alle Angst gehabt, dass er überhaupt gar nicht mitfährt. Das scheint ja mittlerweile gebannt zu sein. Also ich glaube, das ist ja ein Teil des WMK. Das ist es ziemlich sicher, wenn er sich nicht noch verletzt. Dann hat er bei dem ersten Spiel gegen die Schweiz nicht gespielt von Anfang an. Da haben alle gedacht, ja, aber das zweite Spiel ist ja in Stuttgart. Da wird der Bundestrainer sich ja nicht trauen, den dann auch noch auf die Bank zu setzen. Hat er dann aber doch.
Und dann schießt Undorff das Siegtor. Das hören wir uns kurz mal an. Wenn man versucht hat, durchzustecken. Jetzt ist Undorff da! Dennis Undorff! Und zwar, wenn keiner mehr damit rechnet, dann lauert er. So, und dann haben alle gedacht, jetzt kommt der und macht das Siegtor. Jetzt wird er vom Bundestrainer bestimmt geadelt und gelobt und gelobpreist und jetzt wird bestimmt gesagt, es war ein Fehler, dass ich ihn draußen gelassen habe, aber mitnichten, er hat ganz andere Dinge gesagt. Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er den so reinmacht, das war schon ein langer Schritt, der nach 70 Minuten auch im Hinblick auf Sommer bei 42 Grad für ihn anstrengend sein kann. Den macht er dann auch, weil er einfach frisch war. Und ich glaube zu wissen, dass wir auch im Sommer auf jeden Fall Joker brauchen, die in der Lage sind, Spiele zu entscheiden. Wir werden es nicht immer in den ersten sechs Minuten hinkriegen. Er ist jetzt sicher mit seinen Aussagen selber unter Druck. Von dem ist es okay für mich, sobald er anfängt, weniger Tore zu schießen. Es ist einfach nur selber Druck aufbauen. Und wenn er damit gut klarkommt, kann er das gerne machen.
Ich glaube, jeder Spieler sollte den Drang haben, eine bessere Rolle zu spielen. Ich glaube, das ist gut so. Den Ehrgeiz muss er dann auch auf dem Feld umsetzen in Leistung. Ich fand seine Leistung bis zum Tor nicht gut. Hat, glaube ich, einmal einen Ball berührt. Ich habe das ja gehört und habe gedacht, das kann doch nicht wahr sein, wie missgünstig Julian Nagelsmann über seinen treffsichersten Stürmer redet. Also richtig beleidigt, genervt. Und dann sagt er auch noch, ja, jetzt sind diese UNDAF-Festwochen auch vorbei, sieben Tage, denn es UNDAF das große Thema. Der ist richtig beleidigt. Kannst du das nachvollziehen? Einfach, weil er seine Pläne durchkreuzt, weil er nicht brav ist und einfach sagt, ich bin so zufrieden, wenn ich sechs Minuten spiele? Ich glaube, wir müssen das zweigeteilt sehen. Wir müssen gleich mal über die sportliche Seite reden und zum einen aber jetzt erst mal über Nagelsmann reden, über den wir letzte Woche schon gesagt haben, wir sind manchmal ein bisschen erstaunt, wie wenig diplomatisch er sich äußert. Also wie wenig auch Geschick er hat bei seinen Formulierungen, wo er manchmal ja ganz, ganz viel abfedern könnte, indem er sich einfach etwas defensiver äußert und etwas vorsichtiger. Und genau darauf hat er anscheinend überhaupt keinen Bock, was ja eigentlich auch eine ganz gute Eigenschaft ist. Aber trotz allem kommt es alles zu überraschen. Es kommt zu überraschen, dass er sich taktisch so unklug äußert im Falle Undarf. Vor allem deswegen, weil ich finde, er könnte den Leuten auch erklären und sagen, der schießt zwar viele Tore, aber das ist nicht der Spielertyp, den ich da vorne sehe, weil, also er könnte es ja vermitteln. Aber stattdessen kommen ja immer so Breitseiten gegen Unnav, wo man immer denkt, aber jetzt wird er doch was Nettes sagen. Aber jetzt, diesmal wird er doch wirklich ein bisschen was Nettes sagen. Und da kommt nie was Nettes. Wirkt unnötig, als zündelt er da ein bisschen rum. In einem Zeitraum kurz vor der WM, wo man denkt, lass doch einfach jetzt...
Und er muss doch jetzt auch nicht sagen, dass Under für die Startelf keine Rolle spielt. Das kann sich doch dann während der WM zeigen, würde doch völlig ausreichen. Aber er gießt da wirklich sehr viel Öl ins Feuer gerade. Ja, und es ist völlig unnötig. Also er weiß ja auch noch nicht, was bis zur WM passiert. Was ist denn eigentlich, wenn Woltemar sich verletzt, Kai Havert sich noch verletzt und dann muss Under von Beginn an spielen und dann fragt man sich, ja, das geht ja gar nicht. Julian Nagelsmann hat gesagt, er hat keine Power für 90 Minuten. Was ja auch, muss man sagen, sportlich totaler Quatsch ist, weil Dennis Undorff die allermeisten seiner Tore durchaus im letzten Drittel dieses Spiels, des jeweiligen Spiels gemacht hat. Also der ist ja gar niemand, der dann ab 80. Minute da schnaufen mit den Händen in den Hüften rumsteht und sagt, ich kann nicht mehr, wechsle mich mal aus, Trainer. Ich glaube, wofür ein bisschen abgestraft wird, ist diese mangelnde Demut. Das ist ja so ein bisschen das Rollenmodell eigentlich seit 2006, seit dieser Klinsmann-Sommermärchen-WM, dass Nationalspieler einfach immer nur demütig da hocken müssen und sagen müssen, Trainer, ich bin so dankbar, wenn ich spiele, ansonsten ordne ich mich natürlich dem Mannschaftsgeist unter. Und das ist Dennis Undorff natürlich nicht. Der steht hinterher, rotzbrech am Mikrofon und sagt, ja, also ich sehe mich jetzt schon und ich bin doch super und ich schieße weiter Tore und ich bin heiß und so. Und ich glaube, das passt ihm einfach nicht. Das passt ihm einfach absolut nicht.
Kannst du dir vorstellen, könnte es sein, also erstens möchte ich nochmal bei der Gelegenheit erwähnen, dass Dennis Undorff ja in Weih gespielt hat, meinem Heimatort, beim SC Weih. Und er kommt ja hier aus der Gegend von Bremen und ist bei Werder ja aussortiert worden im Nachwuchs, weil er immer übergewichtig war, weil er immer zu pummelig war. Und er hat zwar immer Tore gemacht wie sonst was, aber er ist dann irgendwie, hat man dann gesagt, Also ja, wir können den jetzt nicht ins Leistungszentrum stecken und bis an die Profiabteilung fördern, wenn der es nicht hinbekommt, sich ein bisschen zu disziplinieren und ein bisschen abzunehmen und ein bisschen sportlicher zu leben. Er hat irgendwann mal einen Sportstudio-Auftritt gehabt, wo es die Hälfte des Gesprächs gefühlt um Döner ging, weil er das so gerne isst und wo am liebsten und wie viel und welche Art. Und kannst du dir vorstellen, dass Nagelsmann einfach so ein bisschen persönlich beleidigt ist, dass da ein Spieler ist, der ja auch relativ stämmig wirkt, auch wenn er leistungsstark ist und seine Tore macht. Aber dass der einfach damit nicht umgehen kann, dass er da einen hat, der sagt, ich scheiß drauf, ich esse gern Döner, mach trotzdem meine Tore. Ja, ich glaube, dass alles das, was Dennis Undorf ausmacht, dieses leicht Straßenköterige, also dieses Schlitzohrige, diese Selbstbewusstsein zu sagen, ich möchte unbedingt spielen und ich bin ein geiler Typ und ich schieße Tore, was willst du denn noch mehr, Trainer? Ich glaube, das passt alles überhaupt nicht in das Rollenverständnis von Julian Nagelsmann, der natürlich auch seine klaren Vorstellungen hat, die ich allerdings inzwischen auch ein bisschen unflexibel finde. Und man muss einfach mal feststellen, es hat jetzt viele Gelegenheiten gegeben von Julian Nagelsmann, so ein bisschen Vorfreude auf die WM, Teamgeist und so weiter zu stärken. Und ich habe das Gefühl, dass alles das, was er bisher macht, gerade sehr, sehr spaltend gewirkt hat. Also dieses große Interview, das er gegeben hat im Kicker, wo er eigentlich über die Hälfte der Leute, die er nicht nominiert hat, hergezogen hat.
Jetzt diese sehr, sehr starre Vorstellung davon, wer denn bitte schön im Sturm zu spielen hat. Also alles echt ein bisschen schwierig. Und ich hoffe, dass er mal so ein bisschen die Kurve kriegt und merkt, dass er mit seinen Worten oder mit seinen ganzen Ausführungen mitunter auch großen Schaden anrichtet. Das ist aber schon lustig. Ich habe jetzt gerade, während du gesprochen hast, mal Dennis Undaf Döner gegoogelt. Da kommen erstens das K-Pop-Haus am Feuersee, der Dönerladen, dem die Profis vertrauen. Dennis Undaf war der Erste, der den Döner probierte.
Dann der beste Döner Deutschlands, Demirovic und Undaf testen. Nächstes Video, Dennis Undaf ist Döner vorm Spiel. Nächstes Video, Döner und Ayran, legendäres Interview von Undaf. Nächstes Video, so oft ist Dennis Undaf Döner. Es ist wirklich ein Thema, was mit ihm eng verknüpft ist. Und nun gibt es wirklich die beiden Meinungen. Die einen, die sagen, ey, aber das ist der treffsicherste deutsche Stürmer mit weitem Abstand. Der macht gefühlt im Moment immer Tore, wenn er spielt. Und dann gibt es die anderen, die sagen, ja, aber wie gesagt, der Bundestrainer hat doch das Recht zu sagen, ich will ein bestimmtes System spielen, dafür brauche ich bestimmte Spielertypen. Da lasse ich mir auch nicht reinreden.
Interessant ist, wie einhellig die Kritik jetzt aufbrandet an dem Bundestrainer. Da kommen dann wieder so Worte wie beratungsresistent und es ist peinlich, wie er sich verhält. Wir haben einen kleinen akustischen Bilderbogen, wie sich Unverständnis zum Thema Dennis Undorf gerade aktuell in den Medien anhört. Der aktuell formstärkste deutsche Stürmer ist ganz klar Dennis Undorf. Das verstehe ich jetzt nicht, dass Undorf nicht spielt. Vielleicht seht ihr das anders, aber für mich ist das schwer zu verstehen. Das tut mir jetzt leid, das verstehe ich jetzt nicht. Wer behauptet, Leistungen seien entscheidend, kann den aktuell besten deutschen Stürmer nicht dauerhaft auf die Bank setzen. Ich verstehe 0,0, warum UNDAF beispielsweise nicht gesetzt. Der formstärkste deutsche Stürmer. Das lasse ich einfach mal so stehen. Das verstehe ich persönlich nicht. Der Bundestrainer sieht den VfB-Knipser maximal als Joker. Was ich nicht verstehe. Du lässt ihn trotzdem nicht von Anfang an spielen. Woran das liegt, weiß ich nicht. Das wirkt weniger wie ein durchdachter Plan. Und genau das macht die Situation zunehmend peinlich. Ich verstehe es vom Bundestrainer nicht in dem Fall. Ja, also peinlich. Peinlich, beratungsresistent, keiner versteht es. Und da geht es uns, glaube ich, beiden gleich. Wir verstehen auch nicht, warum Nagelsmann sich so äußert. Aber ich finde, einräumen, dass man einen anderen Spielertyp da vorne haben muss, das muss der Bundesländer dürfen. Ja, das finde ich auch gar nicht so verkehrt. Wir haben ja unter anderem auch in unserer Leser- und Hörerschaft sehr, sehr gespaltene Meinungen. Also manche denken auch, Julian Nagelsmann ist der Trainer und der soll einfach eine Ansage machen.
Andere finden es nicht nachzuvollziehen und sehen dann schon fast irgendwie so den Spaß an der WM komplett geraubt. Den würde ich mir jetzt davon nicht unbedingt nehmen lassen. Da gibt es, glaube ich, andere Faktoren. Klar ist auch, dass Julian Nagelsmann das machen kann, aber man muss eben mal sagen, zum Jobprofil des Bundestrainer gehört, sowas auch ordentlich zu erklären und dann nicht pampig wie ein kleiner Schuljunge angelaufen zu verkünden, irgendwie, nö, der taugt nix und wenn der mal richtig von Beginn an gespielt hat, der hat gar nichts gebracht und hat schlecht gespielt und so weiter. Wie angepisst und genervt der war, das darfst du dir als Bundestrainer einfach nicht erlauben. Die Frage ist jetzt, lieber Arndt, wenn man jetzt mal so ein bisschen schaut, auf Woltemarder, der eine große Formkrise hat, der es in Newcastle gerade nicht leicht hat und wir haben Kai Havertz, der ja immerhin gerade beim aktuellen Tabellenführer und beinahe fast bald Meister Arsenal kickt, der nun auch jemand ist, der immer in der Kritik steht, die Körpersprache ist falsch, der fällt zu schnell, der ist einer, der nicht in die Mannschaft passt, die deutschen Tugenden, die Hans-Peter-Briegel-Ligen-Tugenden, die funktionieren nicht. Aber ich glaube, auf der Insel sieht man das anders. Ja, das Schwierige bei ihm ist ja, er ist ja nicht so klar zuzuordnen, weil er nicht so ein Stürmertyp ist, der in irgendeine Schablone passt. Er hat aber immer eigentlich bei den Vereinen, wo er bislang gespielt hat, war ja eine ganz, ganz wichtige Figur vorne drin. Und deswegen habe ich mal einen gefragt, der sich auskennt mit Arsenal, weil wir ja nicht alle Arsenal-Spiele sehen und er deswegen auch so ein bisschen unterm Radar ist. Also in der Bundesliga würden wir mehr von ihm mitbekommen. Ich habe Philipp O'Clair mal gefragt, ein sehr geschätzter Kollege von uns, der lebenslanger Arsenal-Fan übrigens auch ist und Arsenal-Spezialist auf der Insel und Reporter für France Football, auch ein sehr geschätztes Magazin, auch glaube ich ein Partner-Magazin von Elf Freunde, oder? Na, so halb, ja.
So halb. Na jedenfalls, ich habe Philipp O'Clair mal gefragt, wie denn die Rolle von Havertz in England gesehen wird, wie sein Standing ist bei Arsenal und wie der Wert für die Mannschaft ist. Und er hat da was sehr Interessantes gesagt. Ich denke, dass eine der besten Wäsche, die man von einem Spielerstatue in einem Klub beurteilen kann, ist.
Eines der aussagefähigsten Anzeichen für den Status eines Spielers in einem Verein ist, wenn die Fans über ihn, wie es bei Arsenal mit Harvards ist, nicht mit dem Nachnamen reden, sondern einfach nur als Kai. Als er so lange verletzt war, haben die Arsenal-Fans das sehr bedauert und immer gesagt, mit Kai würde es besser laufen, mit Kai hätten wir heute gewonnen. Seine Rückkehr hat Arsenal und Mikael Ateta einen wichtigen Schub für den Rest der Saison gegeben. Und das sagt sehr viel aus über den Einfluss, den er auf diese Mannschaft hat. Es war nicht alles leicht für ihn, weil es immer die Diskussionen um seine beste Position gab. Ein Thema, das ihr in Deutschland ja auch sehr gut kennt. Ist er nun hängende Spitze oder Stürmer oder Attacking-Mitfielder? Das spielt aber gar keine Rolle, weil er all diese Positionen bei Arsenal gut ausgefüllt hat. Ja, er hatte nicht den allerleichtesten Start in England, aber er ist jetzt angekommen und er ist nun ein super stabiler Spieler, auf den die Fans und der Manager bauen und der einer der Schlüsselspieler sein kann, auf dem Weg zum ersten Titel für Arsenal seit 2004. Und das ist doch nicht so schlecht.
Ich muss ja sagen, dass ich gar nicht mehr zuhören könnte, was Philipp O'Claire da sagt, weil diese samtige Voice-Over-Stimme von Arndt so gar nicht zu seinem sonst sehr moraltheologischen, fast Hass präderierenden Wesen passt. Also sehr schön gemacht und natürlich hat er recht, der Blick bei Arsenal ist komplett anders auf Kai Havertz, als oft es von der kritischen deutschen Öffentlichkeit kommt. Ich glaube, die Frage ist immer so ein bisschen, was eigentlich von deutschen Nationalspielern so erwartet wird. Es gab ja jetzt auch eine große Antipathiewelle gegenüber Antonio Rüdiger. Sehr, sehr viele Leute haben gesagt, den Bumme würde er eigentlich nicht mehr sehen in der Nationalmannschaft. Mario Basler hat ja gleich alle seine nicht vorhandenen Insignen und Intelligenztests zurückgegeben und gesagt, ich will damit nichts mehr zu tun haben. Aber ich glaube, dass er einfach jemand ist, der sich wirklich jeden Tag oder jede Woche in dieser Liga beweist. Insofern ist er für mich komplett gesetzt, wie Florian Wirz und manche andere auch. Es sind mehrere Sachen interessant. Also bei Florian Wirz sehen wir ja gewisse Parallelen zu Kai Havertz. Als deutscher Spieler in England hast du es wirklich schwer, weil du erstmal mit Sport übergossen wirst, egal was du machst. Das hat bei Nick Woltemade wiederum anders funktioniert. Er hat sehr schnell einfach seine Tore gemacht und hatte deswegen eine sehr starke Anfangsphase und war in Newcastle ja ganz schnell Publikumsliebling. Aber es gibt so ein paar Sachen, die immer wiederkehren. Also wir erleben die Diskussion um das Sturmzentrum, die haben wir in der Vergangenheit auch gehabt. Da gab es Stefan Kießling mal als auch bester Bundesligastürmer, der auch keine Chance hatte bei damals Jogi Löw, wo es die gleiche Debatte gab, die gleichen Diskussionen, das gleiche Unverständnis. Du hast dann im Vorgespräch auch noch gesagt, Martin Max hatte das auch, auch als Bundesliga-Torschützenkönig, der dann mit 33 Jahren 8 Minuten Nationalelf gespielt hat und das war alles.
Und es gibt noch sowas, wo ich gerade darauf kam, weil du Antonio Rüdiger erwähnt hast. Es gibt auch immer den deutschen Spieler, der von den eigenen Fans ausgefiffen wird, wie Leroy Sané jetzt gerade. Gibt es bei jedem Turnier gefühlt einen Spieler, der in Ungnade gefallen ist und man weiß nicht so ganz genau, warum überhaupt. Ja, Mesut Özil war es ja 2018 auch. Da haben alle an ihm festgemacht, dass wir ausgeschieden sind, obwohl die ganze Mannschaft miserabel gekickt hat. Aber er war es natürlich, der an allem, allem, allem schuld war. Natürlich gibt es das auch einfach manchmal, dass so Spieler dabei sind, die da eigentlich nicht hingehören, die dann einen großen Moment haben. Ich meine zum Beispiel über David Odonkor würde ja niemand, niemand auch noch ein Wort verlieren oder der wäre komplett in Vergessenheit geraten, ein bisschen wie Günther Herrmann oder Erik Dorm bei der WM 2014. Paul Steiner. Ja, der wirklich keine Sekunde gespielt hat, aber bei David Odonkor war, weil er einmal wie die schnellste Maus von Mexiko gegen Polen da auf der rechten Flanke entlang gesaust ist, verehren ihn heute noch alle. Da ist er der Größte beim Sommermärchen gewesen, der konnte nicht mit dem Ball umgehen, der war irgendwie einer, der einfach nur so reingeschossen wurde in diese Mondlaufbahn. Ja, das ist dann aber auch eben Glück. Das ist ein Glück. Und es gab ja, und das hast du, glaube ich, auch vorbereitet bei der WM 66, einen ähnlichen Moment. Du hast einen Spieler, der ... Gar nichts bringt, der lausige Leistung bringt, aber diesen einen Lichtmoment hat und das ist? Es ist Lothar Emmerich. Gar nichts bringt ist jetzt gemein, weil er war in den 60er Jahren wirklich mehrmals Torschützung der Bundesliga, also auch so eine Geschichte. Aber in der Nationalmannschaft.
Nein, er war kein Nationalmannschaftsspieler, so wie Günther Netzler von sich übrigens auch sagt, er war kein Nationalmannschaftsspieler im Gegensatz zu Wolfgang Overath. Wir sind jetzt bei den ganz alten Namen angekommen, aber Lothar Emmerich, ein absoluter Volksheld in Dortmund, Gott hab ihn selig, hatte eine ganz tolle Bundesliga-Karriere, aber eben auch wirklich nur kurz und er hat tatsächlich nur fünf Länderspiele gemacht am Ende. Als einer der treffsichersten Stürmer in Deutschland über Jahre. Bei der WM 66 wurde er von der Bild-Zeitung ins Team geschrieben sozusagen. Jetzt muss Emmerich ran. Und dann ist er rangekommen. Im dritten Vorrundenspiel Deutschlands gegen Spanien hat er einen unsterblichen Moment gehabt durch ein Jahrhunderttor. Das klang damals so. Gut gemacht. Emmerich. Tor!
Da hat er aus einem Winkel aufs Tor geschossen, wo man normalerweise, wenn überhaupt, dann gerade mal eben noch flanken kann. Also von der Torauslinie den Ball oben ins lange Eck gejagt. Das war aber sein einziger richtig guter Moment während der WM. Also er hat ein schwaches Finale gespielt, er hat keine gute WM gespielt. Und wie gesagt, nach fünf Ländern spielen war bei ihm Schluss, weil er auch einer der Spieler war, von dem der Bundestrainer damals, Helmut Schön, einfach nicht überzeugt war. Ja, und man merkt ja auch richtig bei diesem Kommentar, dass der Kommentator sich gerade, weil es so eine aussichtslose Position war, erstmal, glaube ich, zurückgelehnt hatte, jetzt kann gerade nichts passieren und dann musste er aus dem Sattel gehen und brüllen Tor. Da wurde er einigermaßen überrascht. Bei Martin Max war es ja auch so, kein Nationalmannschaftsspieler, hatte glaube ich ein einziges Länderspiel hinterher und ich weiß noch, dass wir den zum allerersten Interview, das wir jemals geführt haben, für elf Freunde fuhren wir nach Rostock, wo er damals kickte und wollten Martin Max treffen und Martin Max war... Die Antithese zu Dennis Underf. Martin Max war der bescheidenste Mensch, den man sich vorstellen kann. Einer, der überhaupt nichts gefordert hat. Wir fragten ihn, müssen Sie jetzt nicht als Torschützenkönig der Bundesliga bei der WM dabei sein? Ach, ich weiß nicht, ich weiß nicht, sagt er.
Und das war tatsächlich genau die Blaupause des Gegenübers von Dennis Unterf, der natürlich, kleiner Scheißer, aber dreist irgendwie dasteht und sagt, ja, nominier mich doch mal, bring mich doch mal von Beginn an, ich bin der Geilste. Irgendwie finde ich das fast sogar noch ein bisschen erfrischender, wenn einer einfach sagt, ich bin so gut drauf. Das war ja auch lustig und dann können wir den Nagelsmann Part auch abschließen, wie der Nagelsmann auch sagte, und ich freue mich schon drauf, wenn der weniger Tore schießt. Ich meine, was ist denn das für ein Wunsch vom Bundestrainer, dass er sagt, ich freue mich drauf, wenn der weniger Tore schießt. Dann wollen wir mal sehen, ob man noch so eine große Klappe hat. Also diese Genervtheit ist schon erstaunlich. Ich habe übrigens noch die Kritik an Lothar Emmerich aus dem WM-Finale 66 mal eben aufgerufen im Kicker, wo damals nach der Leistung im Finale geschrieben wurde, Emmerich lebt von dem Mythos in der abgelaufenen Bundesligasaison und im Europapokal mit reißende Tore geschossen zu haben. Im Endspiel aber ergab sich für ihn kaum eine Gelegenheit zum Torschuss. Seine technischen Mängel, sein mangelnder Überblick ließen ihn nie die Situation erreichen, aus der heraus er hätte schießen können. Er kämpfte wie ein Löwe, steckte nie auf, weil er aber so viele Bälle verlor. Und so oft die erste Station für englische Gegenangriffe war, zwang er seine Mitspieler zu zusätzlicher Arbeit. Der schwächste Punkt in der deutschen Elf. Das war sein letztes Länderspiel. Oh Mann, da greift man aber, glaube ich, zu der Zeit auch gleich mal zur Wehrmachtspistole, um sich selbst zu richten. Das ist ja eine schreckliche Kritik. Furchtbar, furchtbar, furchtbar. Ja, macht man auch nicht.
Übrigens, wir müssen noch mal abschließend, was die Nationalmannschaft angeht, über das Phänomen des neuen Deutschland-Ausweich-Auswärts-Sonstwas-Trikots sprechen. Das ist nämlich blau und nicht mehr pink wie bei der letzten EM, aber es ist auch nicht weiß, es ist nicht rot, es ist nicht grün, also wie die bisherigen Ausweichfarben der deutschen Nationalmannschaft waren. Aber es scheint trotzdem einen Nerv getroffen zu haben. Und mir ist dabei aufgefallen, wie sehr sich die Trikots inzwischen so vom Grundgedanken der Identifikation mit dem Team entfernt haben. Also früher, ich kann mich noch bei der WM 2006 erinnern, war ja das komplette Berliner Olympiastadion gegen Argentinien einfach weiß, weil alle dieses weiße Trikot der Nationalmannschaft anhatten. Das gibt es heute nicht mehr. Heute tragen die Leute pink, heute tragen die Leute blau. Diese Trikots haben einfach gar nichts damit zu tun, sondern sind dann oft an den Stadtwappen angelehnt oder an irgendeiner Farbe, die man 1922 mal auf einer Reise nach Australien getragen hat oder so. Ich finde aber auch, es ist auch optisch viel verloren gegangen. Wenn du dir Bilder von zurückliegenden WMs anguckst, da waren die Trikots ikonischer. Und jetzt hast du das Gefühl, eine der beiden Mannschaften trägt einfach immer irgendein Trikot, gefühlt. Also du hast nicht mehr diese Spiele mit dem Orangietrikot, mit dem Argentinientrikot, mit diesem berühmten Uruguay-Blau, was ich liebe, dieses Hellblau, mit Deutschland in Schwarz-Weiß und so weiter. Du hast immer irgendeine Mannschaft, die irgendein Lila trägt oder irgendein komisches Blau, was mit der Mannschaft sonst nichts zu tun hat.
Der Kollege Jörg Dahlmann hat übrigens bei Insta gepostet, er findet es total schade, dass wir nicht diese Fan-Blogs haben wie die Niederlande, wo immer das ganze Stadion orange ist. Du hast Deutschland eben erwähnt. Das Problem ist aber, auch wenn es dieses blaue Trikot nicht gäbe, das... Im Übrigen ist das Auswärtstrikot der Niederländer auch blau.
Dann würden die trotzdem ja nicht alle schwarz-weiß tragen, sondern so ein schwarz-weißer Fanblock wäre ja so auch nicht das optische abendländische Endergebnis. Also es ist so, dass du in Deutschland einfach diese Tradition mit dieser einen Farbe nicht hast. Da haben halt viele Leute schwarz-rot-gold an oder Fähnchen in schwarz-rot-gold. Das hat wiederum nichts mit unserem Nationaltrikot zu tun. Also der Fall liegt einfach etwas komplizierter. Liegt ein bisschen komplizierter, gleichzeitig muss man aber vielleicht einfach auch mal konzentrieren, es ist einfach so, diese Trikots haben nicht mehr die Funktion wie früher, wo du einfach nur zeigen wolltest, ich gehöre zu dieser Mannschaft und ich bin Fan dieser Mannschaft. Inzwischen hat es einen starken modischen Aspekt, das hast du ja auch sehr, sehr häufig jetzt inzwischen bei Vereinsmannschaften, wo irgendwelche Trikots auf den Markt geworfen werden, die natürlich gar nichts, gar nichts, gar nichts mehr bis auf das Wappen mit dieser Mannschaft zu tun haben. Ist auch nicht schlimm und man möchte ja auch immer nicht so unmodern wirken. Also ich war vor einem Jahr, war ich mal in so einer Sendung vom Bayerischen Rundfunk. Da ging es auch um die Farbe der Trikots und darüber, wie modisch Trikot sein konnte. Und ich habe mich ein bisschen auf die Fährte führen lassen, dort da so den Traditionalisten zu geben, so den Typen, der dann die ganze Zeit nur sagt, ja, ich wünsche mir schon, dass wir nur die alten Baumwolltrikots haben. Und mir gegenüber wurden dann so junge Leute geschnitten und ich sah aus wie so ein alter Opa, der einfach nicht loslassen kann und einfach nur die ganz alten Farben wieder haben will. Ist ein bisschen schade, trotz allem, gerade bei den Deutschen, dass ich zumindest diese knallweiße Farbe mit diesen schwarzen Bündchen nicht mehr habe. Aber das sage ich als Traditionalist. So, liebe Freunde, wir müssen mal kurz rübergehen zur Bundesliga. Denn, wo wir gerade bei Dennis Unaff und Döner waren, Ich habe die Bilder von Bonny Fatsche gesehen. Er ist zurück im Training und ich möchte mal sagen, er bietet sich an.
Vielleicht will er aber auch mal von der Bank kommen wie Dennis Unnav. Ja, erst wie Karl ist der Kiste plötzlich wieder da gewesen. Erst hieß es, er kommt und macht hier seine Reha weiter. Dann hieß es, er kann schon individuell trainieren und jetzt ist er schon im Mannschaftstraining gesichtet worden. Das ist eine wirklich relativ unglaubliche Geschichte, weil niemand gedacht hat, dass der jemals wieder hier zu sehen sein wird, jedenfalls nicht im Werder-Trikot. Und vielleicht hat ihm aber irgendjemand wirklich auch klar gemacht, Junge, du musst irgendwie deine Karriere nochmal in Schwung bringen, weil das sieht im Moment ganz schlecht aus. Er tendiert natürlich zu einer gewissen Stämmigkeit immer noch. Also ich bin gespannt, ob er sich wieder in Form bekommt, aber dass der jetzt plötzlich wieder da ist, das ist eine ganz, ganz merkwürdige Geschichte und natürlich aber auch toll, also wenn der nochmal in Form kommt, vielleicht macht er jetzt tatsächlich noch die drei, vier, fünf guten Spiele, die man sich von ihm erhofft hat. Das wäre erstaunlich. Ich habe aber noch ein anderes Thema im Zusammenhang damit und zwar hat sich ja dummerweise Keketopp, unser Nachwuchsstürmer das Kreuzband gerissen. Jemand, der wirklich keine gute Saison gespielt hat und sehr umstritten war, zuletzt auch nicht mehr gespielt hat. Aber daran habe ich nochmal gesehen, wie unterschiedlich Menschen in sozialen Medien funktionieren. Und zwar gibt es da zwei Extreme. Als es gemeldet wurde, dass sich das Kreuzband gerissen hat, da haben viele Leute natürlich ihr Mitgefühl bekundet, weil das ist echt ein junger Spieler, der hat echt eine ganz schwere Phase seiner Karriere. Nun weißt du, jetzt ein Kreuzbandriss, das heißt Saisonende, Vorbereitung wird nicht stattfinden, Verein wechseln kann aber auch nicht, wenn das mal zur Diskussion stehen würde. Also da ist einfach jetzt ein Jahr seiner Karriere im Prinzip flöten gegangen, mit einer Aktion im Training, die einfach auch nur unglücklich war. Es gibt, wie gesagt, viel Mitgefühl, viel Empathie, aber es gibt auch Leute, die gesagt haben, naja, sowieso ist es gebracht, ist doch egal für Werder. Da habe ich die Hasskappe auf. Wenn du wirklich die Möglichkeit hast.
Dich zu entscheiden zwischen einerseits entweder Empathie oder Maul halten von mir aus auch, oder aber ich mache einen dummen Witz. Die Leute, die in so einer Situation einen dummen Witz machen, Das ist, das kann ich nicht nachvollziehen. Also jedenfalls nicht als Werder-Fan in dem Fall. Aber man muss auch wirklich sehen, das ist eine Funktion teilweise von sozialen Medien, dass einfach die Leute ihre schlechte Laune und ihre schlechten Gedanken einfach mal rausprusten und auch denken, dass sie dort gar niemanden treffen oder dass das gar keinen Empfänger hat. Und die denken nicht darüber nach, dass das möglicherweise auch jemand liest. War ja bei Boniface oder Boniface war es ja genauso. Da gab es dann die sogenannten erschreckenden Bilder, weil er so eine kleine Wanne vor sich hertrug und nicht so wahnsinnig fit wirkte. Hätte ich natürlich sehr charmant gefunden, wenn er einfach wie so ein Drogenschmuggler in Caracas sich so einen Fake-Baby-Bauch umgebunden hätte und den dann abgenommen hätte. So oder so muss er mal gucken, dass er wiederkommt. Ich fände es aber total reizvoll, wenn er ganz zum Schluss in den letzten Spielen dann doch nochmal auftauchen würde bei Werder. Aber diese missgünstigen Kommentare, dieses Geblöke unter irgendwelchen Instagram-Posts oder so, das kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen, was die Leute da so treiben. Ich habe vor allem das Gefühl, eigentlich ist das sowohl im Fußball als auch in der Gesellschaft, du hast einfach diese ganz scharfe Trennlinie zwischen Menschen mit Empathie und Menschen ohne Empathie. Empathie kannst du halt nicht im App Store kaufen. Da ist dann wirklich nichts zu machen, wenn du die nicht hast. Und dich dann aber trotzdem für so wichtig zu halten, dass du in dem Moment, wo du hörst, ein Spieler hat eine schwere Verletzung und du bist sogar Fan desselben, das ist eines seines Vereins, dich dann hinzusetzen und zu sagen, ja, ist für ihn vielleicht schade, für den Verein ist es komplett egal.
Wenn das dein erster Impuls ist, dann hast du wirklich ein Defizit, bei dem man ein bisschen fröstelt. Definitiv und weiß dergär, ja. Die Frage ist jetzt noch trotzdem ein bisschen, wie gut die Laune eigentlich bei euch ist. Denn wenn ich ein paar Wochen zurückschraube, was wurde noch Trübsal geblasen? Oh, der Tune, der bringt es nicht. Und was ist das denn für eine Flaume und so weiter? Ihr müsst doch jetzt einigermaßen erleichtert sein, weil zumindest Wolfsburg keine Anstalten macht, jetzt den großen Formausschwung zu bekommen. Der FC St. Pauli hat auch größere Schwierigkeiten. Man ist doch schon fast gerettet gefühlt, oder? Also dieser Sieg in Wolfsburg war sehr, sehr wichtig für das allgemeine Befinden.
Aber fast gerettet ist natürlich überhaupt nicht zutreffend, weil es sind noch sieben Spiele, oder? Sieben? Ja, ungefähr. Und du hast vier Punkte Vorsprung. Und du hast aber Mannschaften, die noch gegeneinander spielen. Werder muss jetzt gegen Leipzig zu Hause spielen, dann nach Köln. Und das sind auch wieder so Spiele. Wenn du davon eins gewinnst, dann sieht es ganz gut aus. Wenn du davon beide verlierst, sieht es nicht so gut aus. Eigentlich werden die Karten immer wieder neu gemischt, aber in Sachen Daniel Thun, den ich wirklich mittlerweile hier sehr schätzen lerne, ist es so, dass ich manchmal auch.
Ich wiederum erstaunt bin, dass manche Leute erstaunt sind, dass der in seinen ersten beiden Spielen in Freiburg und gegen die Bayern weniger Punkte geholt hat, als dann gegen Heidenheim und Wolfsburg und Union Berlin. Also das ist alles auch ein Spieltagsphänomen, dass du von Woche zu Woche gucken musst, gegen Weht spielt wer und du hast dann immer wieder Karten, die komplett neu gemischt werden. An diesem Spieltag habe ich jetzt gerade gesehen, Wolfsburg muss nach Leverkusen, Köln muss nach Frankfurt.
St. Pauli muss zur Union Berlin und der HSV spielt gegen Augsburg, wo man sagen kann, der Gewinner ist eigentlich schon fast raus, also du musst eigentlich Spieltag für Spieltag gucken, aber der Spielplan spielt eine ganz große Rolle. Gladbach hat ein Heimspiel gegen Heidenheim, wenn Gladbach gewinnt, haben sie auch schon 32 Punkte und der Tabellen 16. Aktuell 24, also da kann sich ganz viel Woche für Woche entscheiden, aber das hat eben ganz viel mit Spielplan und Gegner zu tun. So sehr wir ja auch Lobeshymnen und Lorbeerkränze für Dieter Hecking geflochten haben, bei Blick auf die Tabelle und bei Blick auf dem, was da gerade in Wolfsburg los ist, eher eine pessimistische Prognose ausstellen. Das wirkt nicht so, als ob die sich jetzt quasi am eigenen Schopf irgendwie aus dem Wasser da ziehen. eine apathische Stimmung in der ganzen Truppe, eine apathische Stimmung in der Stadt. Gar nicht so das Gefühl, wir halten jetzt mal alle zusammen. Es gab ja so in den letzten Jahren immer mal, wenn so große Clubs in Schwierigkeiten waren, so große Solidarisierungsbemühen, dann gab es ein Spalier, durch das der Bus dann gefahren ist bei den letzten Spielen. All das vermisst man ein bisschen bei Wolfsburg. Wir hatten ja schon die ganzen Anhänger, die sich permanent distanzieren und sagen, ja, für euch jubeln wir nicht. Wir jubeln allgemein für die Stadt oder für den Landkreis oder für Niedersachsen oder für Deutschland. Aber für euch, liebe Spieler, jubeln wir nicht. Das ist natürlich alles ein bisschen deprimierend, Weil du brauchst ja sowas, um so eine Art Kraft zu entfalten, um so dann doch den Klassenerhalt noch zu schaffen. Aber jetzt nochmal, wenn du mich schon so nett nach meinem Wohlbefinden fragst, wie ist denn deins jetzt eigentlich? Die Arminia hat jetzt punktgleich mit Platz 16. Die zweite Liga ist ja der komplette Wahnsinn. Also zwischen Platz 12 und 18 drei Punkte.
Ein Musterbeispiel für eine Liga, wie sie wäre, wenn die Schere nicht so weit auseinander geht. Dann hast du plötzlich eine total spannende Liga, wo es oben und unten spannend ist. In der ganzen Liga gibt es eigentlich nur drei oder vier Mittelfeldmannschaften. Der Rest kämpft entweder unten oder oben um alles.
Die Arminia muss jetzt gegen Darmstadt spielen, für die es um den Aufstieg geht. Und hinter Arminia sind Kiel, Magdeburg und Münster, die aber auch munter mal punkten können. Also Fürth, die schon mal fast abgeschlagen waren, sind jetzt 14.
Also es geht hin und her. Wenn man nicht selbst betroffen ist, macht die Liga total Spaß. Ja, da macht die Liga total Spaß. Ich kann nur sagen, als Betroffener ist es deprimierend und es gab am vorletzten Wochenende in Elversberg auch zum allerersten Mal die Situation, dass das Publikum richtig sauer auf die Spieler war. Die ganze Euphorie am Anfang der Saison, das Pokalfinale letztes Jahr, überhaupt die Aufstiegssaison, das hat ja zu einem riesigen Boom in Bielefeld geführt. Das Stadion ist permanent ausverkauft, die Stimmung ist eigentlich richtig gut und zum ersten Mal rührte sich keine Hand zum Beifall in Elversberg, weil die Mannschaft richtig untergegangen ist. Man kann natürlich immer sagen, da wird gerade gespielt gegen den Tabellen 1., 2., 3., 4., 5. Und dann kann man auch mal erwarten, dass das dauerhaft Pleiten gibt. Aber das ist natürlich eine ungünstige Situation, weil man jetzt unbedingt liefern muss. Jetzt ist ja schon wieder so ein Spiel, du spielst gegen Darmstadt und möglicherweise sagen dann alle, ja, gegen Darmstadt kannst du schon mal verlieren. Aber eigentlich ist die Botschaft inzwischen für Arminia, du darfst nicht mehr verlieren und das ist ganz schön deprimierend. Aber bevor wir jetzt in die Untiefen der zweiten Liga absolut abdriften, ich muss noch einmal kurz über den BVB reden. Dort haben wir ja festgestellt, dass Nils Oleburg nur noch Oleburg genannt werden möchte. Also dieses Gequatsche von Nils Ole müssen wir uns auch sparen. Und er hat gleich mit Nico Schlotterbeck ein großes Thema auf dem Tisch. Da gab es zunächst Meldungen, dass man sich angeblich geeinigt hat. Dann kam Nico Schlotterbeck aus der Deckung und sagte, wir haben uns überhaupt nicht geeinigt. Das muss ich ganz scharf dementieren. Wir reden zwar, aber es gibt noch gar keine Einigung und so weiter.
Und da habe ich gedacht, das klingt gar nicht so gut. Also ich würde jetzt tatsächlich sogar mal wetten, dass der gute Mann am Ende der Saison sagt, komm, ich möchte unbedingt weg und dann wird eine Ablöse ausgehandelt und gut ist, oder?
Ich weiß auch gar nicht genau, könntest du zurückverfolgen, wo das zuerst gemeldet wurde, dass es eine Einigung gibt? Weil das ist natürlich schon eine merkwürdige Geschichte, dass es also nichts Lanciertes offenbar vom Berater, weil das ist ja offenbar an Schlotterbeck komplett vorbeigegangen, diese Information. Und irgendwer hat da irgendeinem Geraune nachgegeben nach dem Motto, ja, sieht ganz gut aus, geh mal davon aus, dass das was wird. Und dann gab es die Meldung und das ging aber offenbar an der Partei Schlotterbeck vorbei oder an der Schlotterbeck-Seite, wie man ja jetzt immer sagt, das ist eine merkwürdige Geschichte eigentlich, weil da hat sich jemand sehr aus dem Fenster gelehnt und in dem Fall wahrscheinlich zu sehr. Na, da wurde ja offenbar auch das journalistische Prinzip der zwei Quellen offenbar verletzt, denn normalerweise, wenn du irgendwas hörst, suchst du eine Absicherung, rufst noch jemand anders an und sagst, kannst du das bestätigen, ist das so? Das hätte es bei dieser Schlotterberg-Einigung auf keinen Fall geben können, also man hätte ja zumindest auch mal kurz bei der Schlotterberg-Seite nachfragen können, aber dass der so allergisch reagiert und sagt, das kommt auf keinen Fall in Frage, dass das jetzt schon in irgendeiner Weise in trockenen Tüchern ist, fand ich zumindest bemerkenswert. Also wenn du auf einem guten Weg bist, wenn du das Gefühl hast, man einigt sich schon bald, das scheint eher so an einem neuralgischen Posten gerade zu sein. Ich glaube, dass gerade sehr stark geschaut wird von sehr vielen Spielern. Wie geht das eigentlich weiter da? Also wird da jetzt eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammengestellt? Ist das eine Mannschaft, die endlich mal wieder angreifen kann? Und ehrlich gesagt, Nico Stotterbeck, ohne dass ich das Gefühl habe, dass der so von Ehrgeiz zerfressen ist, das ist ja keiner, der Bock hat, irgendwie so einen zweiten Platz als eigentliche Meisterschaft zu sehen. Das ist ja so einer, der möchte irgendwann auch mal ein bisschen Silberware sich nochmal in die Vitrine stellen.
Insofern würde ich sagen, stehen da für mich sogar gar nicht die Zeichen auf Einigung, sondern im Gegenteil auf Abschied. Ich bin mal trotzdem gespannt, ob es Woke gelingt, irgendwie so wieder ein bisschen Aufbruchstimmung zu erzeugen, weil ich finde so in letzter Zeit, du hast das Gefühl, die Gremien zerstritten. Niko Kovac lässt eher unattraktiven Fußball spielen. Man ist so meilenweit entfernt von den Bayern. Also da könnte ich mir vorstellen, dass du mal irgendwie so ein Zeichen setzen musst, irgendwie so einen Kracher-Transfer holen musst, eine neue Spielphilosophie nochmal etablieren musst. Aber das wird ja mit Kovac nicht passieren. Also bin mal gespannt, wie das so weitergeht bei denen.
Weiß der Geier. Oder weiß er nicht. Das müssen Sie sich jetzt mal auf der Zunge zergehen lassen. Wir sind an so einem Punkt, glaube ich, wo Tim jetzt dringend notwendig ist. Dringend. Dringend. Ich muss auch übrigens schon vorweg Asche auf mein Haupt streuen. Der Impulsvortrag über die Tusk Koblenz muss heute mal ausfallen, weil ich mich eigentlich nur um Dennis Undarf gekümmert habe und an nichts anderes denken konnte. Aber nächste Woche geht es um die Tusk Koblenz. Es gab übrigens erstaunlicherweise keine Zuschrift von irgendwelchen Verantwortlichen der Tusk Koblenz. Sie schreiben dann ja immer alle gleich und schicken irgendwelche tollen Sachen, die man verwenden kann für den Impulsvortrag. Gar nichts.
Wie dieser Strauch, der Invest dann immer so über die Straße. Tusk Koblenz kam, nichts. Also falls ihr irgendwelche wichtigen Anmerkungen zur Tusk Koblenz habt, ruhig schicken. Nächste Woche gebe ich mir Mühe. So, liebe Freunde, und jetzt, ihr werdet überrascht sein, was jetzt passiert. Denn jetzt wandern die Suchscheinwerfer hin und her und wir hören Showmusik zuerst leise und dann viel lauter. Und dann tänzelt er bereits wieder mit seinen Chippendales-Hosen. Und er reißt sie gleich weg und dann kommt er hinunter die Showtreppe, denn er weiß, das ist seine Welt, die große Show. Aber dazu brauchen wir natürlich diese fulminante Auftrittsmusik.
Hallo. Da ist er, der Tim. Hallo. Schön, dich zu sehen. Ich freue mich auch. In diesem selben audiovisuellen Medium. Ja, genau. Darf ich direkt rein starten mit ein bisschen schäbiger Eigenwerbung? Ja, bitteschön. Unbedingt. Ich muss es einmal kurz nutzen. Es gibt seit Freitag einen neuen Elf-Freunde-Podcast. Einige von euch da draußen haben den auch schon entdeckt. Der heißt So ist Fußball. Das ist ein regelmäßiges Storytelling-Format mit Reportagen und Hintergründen, also Elf-Freunde-Geschichten im Grunde zum Hören. Ich darf der Host sein dieses Formats. Man hört aber auch viele KollegInnen aus der Elf-Freunde-Redaktion, die von ihren Recherchen berichten und wir erzählen die Storys nochmal neu. Da sind dann Töne dabei, nochmal ein paar inhaltliche Schlenker, ein paar Anekdoten von vor Ort. Aber wir haben auch exklusive Audio-Reportagen. Da seid ihr dann irgendwie wie mit live vor Ort dabei. In der ersten Folge war ich zum Beispiel im NLZ beim FC St. Pauli und hab mal geguckt, wie geht eigentlich so moderne Nachwuchsausbildung. Also hört da gerne mal rein. So ist Fußball. Gibt's bei RTL Plus, gibt's bei Spotify, gibt's bei Apple Podcast.
Schreibt mir eure Gedanken gern. Wenn ihr Ideen habt oder tolle Geschichten, schreibt mir das auch gern. Und natürlich folgen, kommentieren und weiterempfehlen, wenn es euch gefällt. Werbung Ende. So, das mache ich. Jetzt zu den Zuschriften unserer Leser. Ja, genau. Jetzt zu euch. Yen hat uns geschrieben und da sind wir wieder beim Thema Trikots, aber bei einem sehr speziellen Trikot, nämlich dem Sondertrikot. Yen schreibt, ich finde Sondertrikots echte Fan-Abzocke, auch wenn sich ja immer ein guter Grund findet, welcher immer sehr wichtig ist. Bei Werder ist es ja jetzt das Motto, wir sind Vielfalt. Und da lasse ich mal das Oktoberfest außen vor. So ein Trikot kostet genauso viel, also ca. 90 Euro, wie das reguläre Saisontrikot und wird nur ein einziges Mal in einem Spiel getragen. Wenn man dann noch Heim- und Auswärtstrikot und eventuell ein Ausweichtrikot nimmt, klingt so ein Sondertrikot doch wie reine Abzocke. Oder was meint ihr? Also ich bin ganz ehrlich, mein erster Gedanke ist immer, muss sie ja nicht kaufen. Also ich kaufe mir auch keinen Toaster, der dann so ein Vereinseblem in meinen Toast hineinbrennt. Ich kaufe mir auch keine Jacketts, ich kaufe mir keine Stühle, keine Tische mit Aminia-Emblemen und so weiter und so fort. Da denke ich immer, einfach nicht kaufen. Gleichzeitig ist aber der Abgreifwille, den ganz, ganz viele Clubs da haben, auch manchmal ein bisschen nervig. Gerade wenn du merkst, es hat gar nichts mehr mit dem Club zu tun.
Keine Identifikation damit, dann finde ich es auch nervig. Aber wie gesagt, mein Geldbeutel bleibt dann einfach zu, dann habe ich einfach einen Igel in der Tasche. Soll ich auch was sagen? Ja, sicher. Ja, bitte. Also ich finde, oft finde ich Sondertrikots einfach auch irgendwie misslungen. Also oft merkt man, da wurde jetzt zu viel gewollt und dann wird irgendwas ganz Seltsames auf den Markt geworfen, was wirklich nur ein absolutes Nischenprodukt ist, in der Hoffnung, dass es ohnehin jeder kauft, auch aus irgendwelchen diffusen Sammlermotiven. Ich finde aber, es gibt Ausnahmen, Es gibt auch richtig schöne Aktionstrikots und Sondertrikots. Und da bin ich dann dummerweise auch dabei. Also da lasse ich mich dann auch nicht lumpen und habe die Spendierhosen an und habe keinen Igel in der Tasche, um das mal so in einem Satz zu sagen. Aber ich finde eben ganz, ganz, ganz, ganz oft finde ich die Trikots problematisch. Aber wenn es ein richtig schickes Sondertrikot ist, bin ich sehr, sehr leicht zu überzeugen. Ja, aber manchmal finde ich das noch nervig. Dann hast du irgendwie einen Stadtwappen von 1453, wo noch ein rosa oder braun drin ist. Und dann hast du plötzlich ein rosa oder braun Trikot. Oder in Augsburg, wo sie dann plötzlich ihre alte Römergeschichte rausgeholt haben. Ich kann mich noch in den 80ern erinnern, da war Augsburg immer nur die Berthold Brechtstadt. Hier ist Berthold Brecht geboren. Berthold Brecht links, Berthold Brecht rechts, Berthold Brecht Festival, Straße, Platz, Rühnanlage und so weiter. Und dann, ja, wir sind die Römerstadt. Wir sind uralt. Wir sind quasi jetzt, glaube ich, noch irgendwie als römische Siedlung geboren worden. Und deswegen, zack, gibt es jetzt noch ein Sondertrikot.
Manchmal ein bisschen gezwungen, manchmal ein bisschen nervig. Aber wie gesagt, man muss es ja nicht kaufen. Aber es gibt bestimmt Leute, die sich wirklich dann alles vollständig kaufen wollen. Und die müssen jetzt auch das kaufen. Ich glaube im Übrigen, das ist jetzt ein kleiner Schlenker, aber ich glaube, dass diese Goldgräberstimmung, mit Trikots schafft man eine Wertanlage, weil es sind alles mal irgendwann ganz seltene Sammlerstücke, das ist längst vorbei.
Das war mal eine ganz kurze Zeit, da hast du das Gefühl gehabt, du kannst seltene Trikots problemlos für 500 Euro irgendwo verkaufen, aber ich glaube, das ist nicht mehr so. Ich glaube, das ist einfach ein komplett gesättigter Markt. Wo es nur noch ein paar Super-Nerds gibt, die wirklich jedes Trikot kaufen, was irgendeinen kleinen Druckfehler beim Wappen hat oder sonst irgendwas und denken, sie haben da irgendwann ein seltenes Sammlerstück. Aber ich glaube, es ist ein toter Markt. Es ist einfach ein Trugschluss zu sagen, man schafft damit irgendwelche Werte und irgendwelche ganz seltenen Sammlerstücke, wenn man sich so ein Sondertrikot kauft. Was haltet ihr eigentlich moralisch von dieser Idee, die es jetzt gibt? Da gibt es so eine Plattform, auf der du Match-One-Trikots tragen kannst, also garantiert von Kane, von Havers und anderswo, aber zu Mondpreisen. Also 782 Euro, 1400 Euro und so weiter, das ist ganz schön nervig, also wo ich dann denke, wer kauft sich das denn? Also wenn es dann nur noch darum geht, dass solche Trikots dann nur noch für besser verdienen oder Leute, die noch wirklich eine ganz dicke Brieftasche haben zu haben, finde ich es halt auch eine unschöne Geschichte. Und wie du sagst, es ist ja auch keine Wertanlage mehr, also nicht so, dass du das in einen Tresor schließen kannst und das ist in 30 Jahren doppelt oder dreifach das Wert, was du gerade aufrufst. Ja, vor allem der nächste Spin ist ja, wenn man überlegt, okay, aber wie kommen dann solche Händler an diese Trikots? Also entweder werden die ergaunert, indem man sich irgendwo hinstellt und hofft, kannst du mir dein Trikot schicken oder schenken und dann werden die sofort zu Mondpreisen irgendwo reingestellt oder aber die Spieler sind da sogar beteiligt, woran ich aber auch nicht denken möchte.
Dass die sagen, ja, wir arbeiten mit irgendwelchen Händlern zusammen, damit die unsere Trikots teuer verkaufen. Also beides nicht schön eigentlich. Insofern, das ganze Modell hat nicht sehr viel Sympathie wert. Bei der Plattform ist es auch so, dass die zusammenarbeiten mit den Vereinen. Also die liefern denen wahrscheinlich pro Spiel drei oder vier Trikots ab, die dann versteigert werden. Also alles nicht so schön. Das entwertet das doch auch total. Also wo ist der emotionale Wert von dem Trikot, das so...
Fabrikartig denn irgendwie als Match-Warn noch in den Handel gegeben wird, ich finde, dann kann es es auch sein lassen. Also wenn es wirklich nur noch so ein Statussymbol ist und so ein Luxusgut, ist auch völlig witzlos. Ja, sehe ich genauso. Also deswegen die ganze Geschichte mit den Trikots, man hat das Gefühl, der ganz große Hype ist auch schon wieder so ein bisschen vorbei. Zwischendurch macht er ja, glaube ich, in London jeden Tag irgendwie eine neue Boutique auf, in der dann nochmal neue Trikots, alte Trikots fallgeboten wurden. Ich glaube, dass das alles so ein ganz kleines bisschen, gerade weil es jetzt so wahnsinnig viele gibt und in jeder Saison fünf oder sechs Trikots von jeder Mannschaft rauskommt, dass dadurch so einfach, dass es so ein Massenwahl geworden ist, die Einzelnen auch im Wert ein bisschen sinken. Ich warte da auf den großen Preissturz irgendwann, wenn der kommt, dann richtig einzudecken, wenn alle so denken, ah, das ist ja gar kein modisches Piece mehr, das ist ja völlig egal.
Dann kommen die ganzen geilen Dinger für Sportpreise auf den Markt wieder. Aber sag mal, es ist jetzt auch noch, um das Thema abzuschließen, es ist auch ein Trend anscheinend, dass du in Thai-Qualität, dass du wirklich auch viele Retro-Trikots kaufen kannst. Die es früher wirklich nur alt gab. Und die aber jetzt, also mittlerweile gibt es teilweise Vereine, von denen kannst du acht oder zehn alte Trikots billig kaufen, weil die einfach jetzt auch gut nachgemacht wurden. Also es ist auch so eine merkwürdige Entwicklung gerade. Also ich sage nochmal, ich habe die Geschichte schon 150.000 Mal erzählt, aber einmal noch, um meiner Empörung ein letztes Mal Ausdruck zu geben, dass ich damals das alte Abtei-Trikot von Arminia Bielefeld aus der 2. Liga 86, 87 gekauft habe, das täuschend echt aussah. Und für das ich, glaube ich, 500 Euro auf den Tisch gelegt habe, weil ich dachte, das ist das Trikot meiner Kindheit. Und dann guckte da ein Kollege drauf, der sich ein bisschen besser auskannte. Das ist ja eine billige Fälschung, sowas habe ich lange nicht gesehen. Das hättest du auch erkennen können, das A von Abtei ist viel zu groß und so. Und da hinten stand auch Arminia normalerweise drauf. Also das ist kein originales Trikot. Die Wut lässt bis heute nicht nach, aber das zeigt einfach, du kannst alles, alles, alles kaufen. Du kannst auch, keine Ahnung, Oberliga Nord oder Oberliga Niederrhein oder sowas von 1962 irgendwann kaufen und niemand wird dann sagen können, ob das echt ist oder nicht.
Ja, ja, ja, absolut. Jetzt geht's weiter mit der Wut. Genau. Klaus will nämlich, dass du genau da ansetzt. Er schreibt, sagt mal, nervt euch dieses Kindergarten-artige Ballgeschummele bei einer Ecke auch so? Was soll das? Ist es tatsächlich ein Vorteil, wenn der Ball vier Zentimeter vor dem Kreidekreis liegt und dann immer dieses, ich mach doch gar nichts, Getue, der Spieler? Ich finde sowas total lächerlich. Seit wann gibt es das in der Form? Und wie seht ihr das? Es ist wirklich häufig geworden, dass man das zu sehen bekommt, aber ich verstehe auch nie genau, was da passiert, weil es ist dann ganz oft die Szenerie, dass der Spieler sich den Ball hinlegt und gerade anlaufen will und dann der Assistent kommt und sagt, nee, hier, guck mal, das ist ein Zentimeter, liegt der Ball zu weit und dann der Spieler meistens kommt und sagt, nee, guck mal, von oben, der liegt noch drauf und dann der Assistent sagt, nein, leg ihn bitte zurück und dann wird er ausgeführt. Ich verstehe das auch nicht, was da genau passiert. Weil einen Vorteil verschafft man sich dadurch nicht. Ich finde wiederum es auch ein bisschen albern, dann den Spieler den Ball einen Zentimeter zurücklegen zu lassen, weil dann lass doch den Eckball ausführen. Ist doch dann auch Wumpe. Also es ist eine ganz komische Modeerscheinung gerade. Ja, und es sind viele Manierismen, die inzwischen nerven. Genauso dieses Zeitgeschinder an der Eckfahne in den letzten Minuten, dass sich dann einer mit zwei anderen Kollegen an der Eckfahne verbarrikadiert.
Und den Ball abschirmt und drei andere stürmen drauf los. Das ist so eine Art Ringelreihe, die ich überhaupt gar nicht nachvollziehen kann. Widerspricht meiner Meinung nach auch jeder Art von sportlichem Wettbewerb, dass zum Schluss diese komischen Nummern ankommen. Da habe ich mich auch das erste Mal gemerkt, dass sich Frauenfußball sehr, sehr annähert dem Männerfußball. Denn die Szenen sah ich dann auch im vorletzten EM-Finale. Da saßen die Engländerin, die das genau gleich machten und sich das bei den Männern offenbar abgeguckt hatten. Also sowas kann man auch einfach sein lassen. Genauso wie dieses Geschummle um 10 oder 20 Zentimeter. Oder dass wenn dann der Schiedsrichter mit dem Freischussspray was markiert hat, dass dann absichtlich der Ball nochmal 10 Zentimeter weiter nach vorne gelegt wird. Das ist ja alles total albern und das ist eigentlich zumindest mal Berufsfußballern, die so eine gewisse Berufswürde und eine Arbeitsethik und Arbeitswürde haben, auch ein bisschen unwürdig. So, meine Meinung. So, klare Kante.
Stefan hat noch ein Thema und jetzt bin ich auch selbst sehr gespannt. Er schreibt nämlich, eure launigen Anmerkungen zum aktuellen und manchmal weniger aktuellen Geschehen auf dem Platz sind meistens immer sehr unterhaltsam. Applaus, Applaus, Applaus. Deshalb die Frage, ob ihr euch vorstellen könntet, auch mal ein Spiel zu kommentieren. Kürzlich musste ich mir, weil zu Gast bei meinem Sohn, das Länderspiel gegen die Schweiz kommentiert von Stefan Raab und Bulli Herbig ansehen. Ich sage mal so, ich habe schon mehr gelacht. Mein Sohn fand es prima. Was denkt ihr generell über derartige Versuche? mehr davon oder reichen uns Frank Buschmann oder Wolf-Christoph Fuß? Ich weiß nicht, ob es lustig wäre, aber ich hätte voll Bock.
Ich habe keine Ahnung, ob man sich das anhören sollte, aber machen würde ich es gerne. Also Bock habe ich auch. Ich möchte aber gleichzeitig jede Erwartung dämpfen, dass ich auch nur einen einzigen Spieler auf dem Platz erkenne. Das geht ja immer so wahnsinnig schnell. Wir haben diverse Kommentatoren schon erklärt, wie sehr man sich das draufstellen muss. Das Spiel ist ja auch viel schneller geworden. Ja, das Spiel ist auch viel schneller geworden. Aber Belareti und andere, die haben sich ja alle immer akribisch vorbereitet. Und Belareti hat früher immer erzählt, wie er natürlich jeden Spieler sofort am Laufstil erkennt oder am Haarschopf oder am Ohrläppchen, wo noch ein Ohrring drin ist, wie auch immer. Also ich glaube, wenn man von uns erwarten würde, auch nur ansatzweise Informationen zu liefern, die den Leuten helfen, das Spiel besser zu verstehen, dann nein. Wenn man billige Kalauer und Stimmungsmache und scharfkantige Thesen, die wenig Bezug zur Realität haben will, gerne. Bucht uns gerne. Ich wäre gerne bei TM3 oder bei Arena, würde ich gerne mal ein Spiel kommentieren. Gibt's Arena noch eher nicht, ne? Und TM3 auch nicht mehr. Leider. Schade. Schade, schade. Aber sonst gerne, würde ich sagen. Mal gucken. Ja, ja, ja. Da müssen wir zwischen euch hier noch drei Teppiche sind da. Kaufen Sie jetzt. Und hier zwei Tickets für Zeitglasch, wunderbare Welt des Fußballs in Lüneburg. Jetzt sind sie noch ein Ticket. Jetzt sind sie weg. So machen wir das bei QVC. Ist doch super. Mich interessiert aber noch ein ganz anderer Aspekt dabei übrigens, nämlich die Generationenfrage. Ich weiß nicht, wie alt Stefan ist. Ich weiß nicht, wie alt sein Sohn ist. Aber wann findet man denn Stefan Raab lustig? Ja. Ich muss ja sagen, dass ich zu seinen Viva-Zeiten, Viva-Seon, sehr über ihn gelacht habe. Und ich möchte mal sagen, die komplette WM 1994, wäre nicht erträglich gewesen.
Wenn Stefan Raab nicht aufgetaucht wäre und sein Bertie Bertie Fuchs gesungen hätte. Also damals habe ich ihn echt geliebt. Das fand ich immer richtig großartig. Später, als er sich dann sehr darauf verlegt hat, irgendwelche harmlosen Passanten in der Fußgängerzone zu verarschen, fand ich es nicht mehr so lustig. Und inzwischen eher gar nicht mehr. Aber ganz am Anfang fand ich ihn ganz lustig. Braucht jetzt zur aktuellen WM dann noch eine Neuauflage vielleicht? Von Stefan Raab. Nein. Neuer WM-Song. Nein. Nein. Nachdem wir gesehen haben, dass die Village People jetzt auch mit Donald Trump singen und so, es ist ja alles irgendwie verbraucht und verödet. Ja, und YMCA ist ja irgendwie sein Auftrittssong ohnehin, ohnegleichen. Ja, das ist auch alles unerträglich. Also irgendwie ist auch die ganze Unschuld weg. Wenn ich jetzt noch mal mir von einem geistigen Auge in meine Erinnerung rufe, wie enthusiastisch alle gesungen haben, als die Village People mit der deutschen Nationalmannschaft Far Away in America gesungen haben. Wie Jürgen Klinsmann abgegangen ist, als ob er irgendwie zum ersten Mal auf dem ABBA-Konzert gewesen wäre und so weiter und so fort. Das war so schön und ich hätte jetzt das Gefühl, wenn jetzt die Mannschaft singt, was sollte das sein? Und mit wem sollten sie singen? So eine All-Star-Band oder den Pur-Hit-Mix. Ich weiß es nicht. Ich glaube, die Zeit, in der Spieler gesungen haben, die ist einfach vorbei. Ich finde es erstaunlich. Ich habe gerade nachgeguckt, dass zwei der Original-Village-Piebel noch dabei sind. Der Indianer und der Soldat sind noch die Original-Mitglieder. Philippe Rose und Alexander Briley. Hätte ich nie gedacht. Wie alt sind die denn? Die müssen noch 95 sein, oder nicht? Guck mal, Philippe Rose, der Indianer also, der ist 56, 72. Und haben sie denn andere gecastet, die in der gleichen Altersklasse sind? Oder haben Sie einfach zwei junge Leute dazugestellt? Es sind vier, oder? Das ist sehr unübersichtlich.
Zwei sind auch schon tot. Manche haben auch nur zeitweise ganz kurz, also wahrscheinlich ABM-Maßnahmen kurz mitmachen dürfen, der Polizist. Auch schon tot. Und der Bauarbeiter oder Biker, ich wusste gar nicht, dass es zwei verschiedene sind, Bill Whitefield, zeitweise dabei. Faszinierendes Thema eigentlich. Aber gut. Wie viele waren das ursprünglich? Urbesetzung waren eins, zwei, drei. Sechs. Indianer, Polizist und Marineoffizier, Soldat, Bauarbeiter, Biker in Leder und Cowboy. Hätte ich niemals gedacht. Ich hätte gedacht, das sind genau die vier, die auch die Buchstaben herstellen. YMCA.
Niemals hätte ich gedacht, dass es Sex sind. Aber war es nicht auch so, dass es wunderbare schwule erotische Rollenmodelle waren und die deswegen in der Gay-Szene so wahnsinnig beliebt waren? Irgendwie so. Lass mich raten, der Biker in Leder ist da sehr, glaube ich, an den Fakt gewesen. Die schwule Sexikon und der Bauarbeiter, natürlich, klar. Nun gut. Also wir werden wahrscheinlich auf einen Song verzichten müssen, aber nicht auf unsere WM-Teilnahme. Ihr merkt, wir biegen auf die Zielgerade ein, nachdem Arndt leider seinen Impulsvortrag über die Tusk Koblenz erst nächste Woche machen wird. Deswegen wird ja auch das Glücksrad ausfallen. Und wir werden dann erst einen neuen Verein bestimmen, über den wir uns dann nochmal auslassen werden, den wir besuchen werden, mit warmen Worten würdigen werden. Aber bis dahin winken wir, hoffen wir, dass Dieter Hecking noch die Kurve kriegt. Werder Bremen den Klassenerhalt schafft. Aminia Bielefeld sich ebenfalls aus dieser gefährlichen Zone befreit, dass Leverkusen gegen Wolfsburg nicht so langweilig wird. Haben wir noch weitere gute Wünsche, dass Dennis Unloff möglicherweise demnächst mal mehr Einsatzminuten kriegt, auch. Wir hatten nicht mal Dödel-Content heute, was ist denn los mit uns? Was sind wir nur für Pimmel? Ganz kurz mal, das wurde ganz, ganz klar gesagt, dass das in der letzten Folge mehrfach so war, dass durchaus sexuelle Konnotationen dabei waren und zack, es wurde der Jingle nicht eingeschwählt, deswegen würde ich eigentlich sagen, wir hören ihn noch mal einfach kurz, weil du gerade so sehr, sehr gewollt Pimmel gesagt hast. Einfach mal den Dödel-Content-Jingle, damit wir einfach quasi.
So, jetzt können wir wieder hinlegen, jetzt ist alles gut. Und wir verabschieden uns, sind nächste Woche wieder da, dann mit Bundesliga, mit Abstiegskampf, dem ganzen Gedödel. Wir freuen uns, macht's gut, ihr Lieben, bis nächste Woche. Ich möchte abschließend noch kurz sagen, dass ich bei jeder Folge sehr zu eurem Amüsement sage, lass uns doch eine kürzere Folge machen heute. Und wir sind heute unter einer Stunde geblieben. Hurra. Das ist mir erst mal seit vielen Jahren, glaube ich. Macht's gut. Wenn du weiter quasi bist, dann sind wir über einer Stunde. Bis dahin, macht's gut, ihr Lieben, ciao. Tschüss. Also in diesem Sinne, bleibt gesund, alles Gute und bis demnächst, danke. Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde.