Ahnt, ahnt! Das erinnert mich daran, dass ein Freund von mir früher mal gesagt hat, wer nichts ahnt, ahnt, ahnt. In Erinnerung oder in Gemahnung an, wer nichts wird, wird, wird. Warum ahnt, ahnt? Was soll das? Grüß dich, grüß dich. Ich wiederhole alles. Es ist mir aus der Hörer- und Leserschaft vorgeworfen worden und ich muss sagen, das trifft mich auch ein bisschen, weil es stimmt, dass ich viele Sachen wiederhole. Nicht nur einzelne Worte, sondern auch Anekdoten. Ich habe die großartige Michael-Ballack-Anekdote, wie er bei uns bei einem Meet & Greet durch einen Sponsor diszipliniert wurde. Oder habe ich, glaube ich, zweimal erzählt. In der letzten Folge und in der Folge 33, so ums Jahr 2007 rum. Insofern sage ich jetzt einfach einmal alles doppelt. So, bin ich ein bisschen trotzig. Ja, aber das ist doch ein festes Stilelement dieser Folge. Ich bin froh über die Geschichten, die du bislang nur zweimal erzählt hast. Also ich weiß nicht genau, ich könnte jetzt ein paar, manche Sachen hast du fünfe, aber jedes Mal neu und nett erzählt. Ach, ist doch Quatsch, ahnt, ahnt, stimmt doch gar nicht, gar nicht. So, hören wir jetzt das Intro, Intro? Aber nur einmal. Damit es sich einprägt, für die, die es noch nicht kennen, hier ist es. Und jetzt geht's los, und jetzt geht's los, und jetzt geht's los, und jetzt geht's los. Also es ist alles vorbereitet, jetzt geht's los. Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Was sind das für Leute? Was sind das für Leute? Das sind ja Juni, hoffnungslose Leute. Ja, leg mich. Das wird eine sehr anstrengende Folge, habe ich das Gefühl. Wir haben uns schon so ein bisschen vorher palavert, bevor die Folge losging eigentlich, und sind uns alle einig, und zwar auch Tim, der sich gerade noch in seinen Anzug zwängt, dass das am Mittwochabend ein sehr langweiliges Pokal-Halbfinale war, obwohl früher ja mal eine Partie zum Zungelschnalzen, Bayer Leverkusen gegen Bayern München, da gab es immer so 3 zu 4 und 3 zu 3 und absolute Feinkost. Und gestern hast du nach, ich weiß nicht, wie es dir ging, nach 5 Minuten das Gefühl gehabt, ja, da wird nicht viel passieren heute. Ich hatte das Gefühl schon nach zweieinhalb Minuten. Es war ein derart vorhersehbarer Ablauf mit 1 zu 0, mit 2 zu 0, mit einem total dominanten FC Bayern. Eigentlich so, wie man es im normalen Liga-Alltag auch gehabt hat. Ich habe richtig Hass geschoben, vor allen Dingen, weil wir in den letzten Jahren durchaus mal dramatische Halbfinals hatten, also richtig unterhaltsame Spiele. Ob es jetzt nun Bielefeld gegen Leverkusen war, vorher Saarbrücken, der Run, war auch ganz beeindruckend. Und dann hast du da so derartige Magerkost. Und es war auch so ein bisschen... Die Rückkehr der alten Zeiten, also wir dürfen ja nicht vergessen, dass eine Teilnahme des FC Bayern am Finale in den letzten 15 Jahren eigentlich so zum Standardprogramm gehörte, bis sie dann vor fünf Jahren gesagt haben, wir haben irgendwie keinen Bock mehr auf diesen Wettbewerb und jetzt sind sie wieder da. Ich glaube, das bedeutet auch, dass es ein relativ einseitiges und relativ unspannendes Finale auch werden wird. Habe ich auch gedacht. Ich tippe jetzt schon 3-0, egal gegen wen. Also zum Zeitpunkt dieser Aufnahme ist das zweite Halbfinale noch nicht gespielt. Egal wer der Gegner sein wird, es wird 3-0 ausgehen, vermute ich. Und sag mal, ist dir das auch aufgefallen, dass die Bayern aber auch dadurch, dass sie so überlegen sind, die taugen gar nicht mehr so als Reizverein, als Feindbild oder so? Es ist einem egal. Also früher hast du ja immer irgendwie auf eine Überraschung gehofft oder so. Es ist völlig Wumpe, ob die Bayern in der Liga noch ein Spiel verlieren oder nicht. Es hat keine Auswirkungen mehr. Ich glaube, es liegt daran auch, dass die Arschgeigenquote beim FC Bayern deutlich gesunken ist. Also das ist ja früher auch wirklich ein Haufen von Unsympathen beim FC Bayern, wo du dachtest, dem gönnst du es nicht und dem nicht und dem nicht und dem nicht. Und jetzt guckst du diese ganze Truppe durch und dann denkst du, wem willst du das ernsthaft missgönnen? Dem armen Joshua Kimmich oder dem jungen Lennart Kahl, der irgendwie wie so ein Magenta-Männchen durch die Allianz-Arena taumelt? Also es gibt niemanden, auf den man sich jetzt so richtig konzentrieren kann und sagen kann, das ist aber mal eine Arschgeige, mit dem wollen wir gar nichts zu tun haben. Und man muss auch sagen, der Gegner Leverkusen ist jetzt auch nicht unser Wunschkandidat fürs Finale gewesen. Also hat ja niemand da gezittert und gedenkt, hoffentlich, hoffentlich, denn Bayer mal wieder im Finale, der hat noch nie was gewonnen, also so war es ja auch nicht. Lass uns doch mal ein kleines Arschgeigen-Pottpourri machen, wen die alles schon hatten. Also früher war es ja so Hansi Flügler, finde ich, war ganz weit vorne, Jan Wauters, Sören Lerby. Dann hast du natürlich auch diese Kombination Hoeneß und Lattec auf der Bank gehabt, Es sind alles möglicherweise sehr nette Menschen gewesen oder sind noch nette Menschen, aber es war trotzdem, wenn du die aus dem Bayernbus hast steigen sehen, Effenberg in seiner Glanzzeit. Lothar Matthäus konnte auch grantig sein bei den Bayern, das war teilweise echt das Böse. Ja, das Böse personifiziert meiner Meinung nach durch Stefan Effenberg und auch durch Mario Basler, den ich immer wahnsinnig unsympathisch im Bayern-Dress fand. Und es gibt ja so temporäre Arschgeigen. Zum Beispiel Jens Jeremies fand ich zu seiner Zeit beim FC Bayern immer mega unsympathisch, der sah ja auch ein bisschen aus, als ob er gerade erst irgendwie das Laufen gelernt hätte und aus so einer Höhle gekrochen wäre. Und der ist inzwischen ja mit einem Coolness-Faktor versehen, weil er ja entlang seiner Lieblingspant der Toten Hosen gesagt hat, bevor er nicht 60 ist, gibt da keine Interviews, was ich wirklich sehr sympathisch finde. Also der wirkt inzwischen sehr bodenständig und sehr nett, aber wie habe ich den gehasst, als er noch das Bayern-Trikot getragen hat. Das war wirklich auch das Fundament für mir, sondern mir war mir sein Arschgeigen, war so der Ausgangspunkt und das ist alles weg und jetzt haben sie sich auf ihre reine spielerische Klasse und ihren Glanz zurückgezogen sozusagen, aber es ist natürlich auch so, dass du sagen musst, solche Spiele wie gestern und auch das, was wir in der Bundesliga erleben. Relativieren dann auch tolle Spiele wie gegen Real Madrid, weil du ganz genau weißt, das eine gäbe es ohne das andere nicht. Also wenn die Bayern international nicht so reüssieren würden und sich so aufgeboostert hätten, dass sie eben auf einem Level jetzt stehen mit Paris Saint-Germain und solchen Vereinen, wäre die Bundesliga auch noch spannender. Man kann nicht alles haben, leider. Ja, ich wurde des Öfteren gefragt, wie ich denn so den Meistertitel der Bayern, den 35. Glaube ich insgesamt, so registrieren würde. Ich glaube, das ist ein bisschen so ein Ermüdungsbruch, zumindest in der Bundesliga. Also man hat nach kurzen Ausreißern, wie es jetzt dieser Dubelsieg bei Leverkusen war, irgendwie einfach dran gewöhnt, dass du nie wieder Titelspannung haben wirst. Es ist ja immer so, dass du dann eventuell noch Spieltag 24 eventuell eine Chance hast, dass mal so ein kleines bisschen Spannung aufkommt und danach wird das einfach unsentimental zerstört. So ist das einfach. Aller Jubel, den du in der Champions League hast, das hast du ja richtig gesagt, der fußt einfach darauf, dass die Bundesliga kaputt ist. Also zumindest der Titelkampf ist keiner mehr. Ich verstehe natürlich auch manchmal den Frust von Borussia Dortmund-Anhängern, die sagen, warum greifen die Dortmunder nicht mehr an? Dann denke ich immer, wie denn? Wie soll das denn gehen? Wenn du so überlegen wirst, wenn du jetzt auch in der aktuellen Saison so zugeschissen wirst mit Geld, natürlich bist du da überlegen und insofern kannst du ein Thema sagen, tolle Arbeit Max Eberl, tolle Arbeit Christoph Reun, tolle Arbeit insgesamt, Vincent Kompagny, was für ein toller Trainer, aber es ist halt auch ein Personal, das überall sonst, alles was du auf der Bank rumhockt, ist bei anderen ganz locker als Stammpersonal gesetzt, insofern es ist eine Leistung und zugleich auch keine. Vor allen Dingen, ich habe das jetzt schon mal erzählt, aber warum soll ich nicht auch Sachen einfach zweimal erzählen dürfen? Ich finde sinnbildlich einfach diesen Wechsel von Lewandowski zu Harry Kane, wo du gesehen hast, die Bayern, die überlassen nichts im Zufall, die geben dann eben 100 Millionen aus und du weißt ganz genau, sie holen für einen Spieler, der um die 40 Tore schießt pro Saison, holen sie einen anderen, der um die 40 Tore schießt. Und das Problem hat zum Beispiel Borussia Dortmund auf der anderen Seite, die haben zwar einen guten Stürmer nach dem anderen, aber das ist eben alles kein Harry Kane und auch alles kein Lewandowski mehr bei Dortmund, sondern die experimentieren nur mit Gerasi, die haben alle ja gehabt, wen haben die Immobile, wen haben die nicht alles ausprobiert und das sind alles gute Spieler, aber eben alles nicht die Spieler, die dich auf so ein Level heben wie Harry Kane bei den Bayern, wobei man sagen muss, mittlerweile die spielen so gut und so überzeugend, dass sie wahrscheinlich auch ohne Harry Kane Meister werden würden. Ich meine, der hat sich ja offenkundig jetzt ein Palast gebaut in England, Harry Kane. Das würde kein Borussia Dortmund-Stürmer schaffen mit dem Salär, obwohl die alle auch viel verdienen. Da ist einfach nochmal ein Riesensprung zwischen 2 und 1 in Deutschland, den es so früher nicht gab. Stell dir mal vor, in Dortmund, vielleicht in Dortmund-Derne oder in Lüttgen-Dortmund würde auch so ein riesiger Palast sein. Oder in Herne natürlich. Oder in Witten. Oder der Perle des Ruhrgebiets. In Soest, in Soest. Oder in Edepital. Wo auch immer, so ein riesiger Palast von, ich sag mal, Girassi. Da würden die Leute auch denken, du tickst doch nicht ganz sauber. Geh doch mal ins nahe Ausland, da ist es pittoresker. Wir haben ja eben auch festgestellt, die Bayern sind auch Meister. Zwischendurch denke ich dann auch immer, warum kommt da bei sämtlichen Internetdiensten eine Eilmeldung? Als ob das etwas wäre, was die Leute sofort mitgeteilt bekommen müssten. Der FC Bayern ist deutscher Meister. Heilmeldung. Und ich möchte nur kurz sagen, die Energie, mit der diese Meisterschaft gefeiert wurde, die glichert tatsächlich so einen Feierabend in einer normalen Behörde. Also man hat das ja eher so routiniert zur Kenntnis genommen. Oh, jetzt sind wir Meister. Also der ganz große Jubel, die ganz großen Gefühlsaufschwünge gab es nicht. Man hatte das Gefühl, so viel wert ist es dann doch nicht. So beiläufig wie diesmal war es auch wirklich noch nie, oder? Obwohl sie schon mal früher Meister geworden sind. Aber diesmal hast du wirklich das Gefühl gehabt, ja, die sind Meister. Dann verliert Dortmund in Hoffenheim. Dann ist eigentlich klar, die beiden brauchen sogar nur einen Unentschieden, um Meister zu werden. Also es war so Pille-Palle diesmal, wie sie Meister geworden sind. Diesmal haben wir uns auch nicht mehr die Mühe gemacht und mal in München umgeguckt, ob es da ein Autokorso gibt oder so. Das wäre auch schwer zu realisieren gewesen, das optisch umzusetzen. Also andersrum. Muss es nicht eigentlich für Thomas Tuchel ein Riesenschmach sein, dass er der einzige Trainer war in den letzten 20 Jahren, der nicht Meister geworden ist mit dem Bayern gefühlt? Erschütternd. Für Thomas Tuchel ist es, glaube ich, die größte Scharte in seinem Karriereblatt bei LinkedIn, dass er das nicht geschafft hat, weil das ja nun wirklich das absolut Einfachste überhaupt ist. Und jetzt steht er da als der einzige Titellose. Sogar Felix Magath, den sie ja wirklich dann hinterher mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt haben. Selbst der ist ja fast standardmäßig Dubelsieger geworden und es hat dann trotzdem nicht gereicht. Also das ist, glaube ich, auch eine Wunde, die immer Schmerzen wird bei Thomas Tuchel. Zugleich muss man aber auch mal sagen, dass diese Gleichgültigkeit dann wiederum ja auch bedingt, dass du in der Champions League, in der Königsklasse richtig Gas geben kannst. Also klar, der Fokus ist so sehr darauf ausgerichtet, dass sie jetzt gegen PSG gewinnen, dass sie danach möglicherweise gegen wen auch immer im Finale in Budapest, mag es meinetwegen Arsenal sein, damit die sich ein bisschen schadlos halten, wenn sie jetzt schon die englische Meisterschaft verlieren. Der Fokus liegt da so derartig drauf und das macht den FC Bayern natürlich auch aus und wahrscheinlich auch so ist es dann doch ein bundesweites Faszinosum, Und dass die Leute denken, hey, das ist der einzige Verein, der uns würdig vertritt, während alle anderen abschmieren, jetzt mal von Freiburg in der Europa League abgesehen. Hat dir schon mal jemand gesagt, dass wenn du ohne Brille redest und in einem bestimmten Licht, dass du dann aussiehst wie Ulf Poschardt? Das ist ja furchtbar. Ja, wirklich völlig. Ich habe gerade kurz hingeguckt, Ulf Poschardt redet über Bayern. Bitte jetzt zu Hause mit der Zunge schnalzen. Darauf muss ich natürlich angeekelt bis entsetzt reagieren. Ja, was soll ich dazu sagen? Was soll ich dazu sagen? Das ist schrecklich. Ich bin deutlich fülliger, ich bin deutlich fülliger als der sehr asketisch lebende Ulf Poschardt. Du hast doch keine Porsche. Ja, und ich bin auch linksradikal im Gegensatz zu ihm, der am anderen Ende der politischen Skala verortet ist. Aber wir müssen trotz allem einmal ganz kurz nochmal über die Meisterfeier reden, weil der Punkt ist ja, wie inszenierst du das eigentlich richtig? Ich finde ja zum Beispiel diese Weißbiergießerei mega eklig. Gab es die eigentlich? Nein, die gab es natürlich noch nicht. Das war mal so, glaube ich, als sie bei Hertha BSC Meister geworden sind im Olympiastadion. Da sind sie, glaube ich, mit Eiskrone auf den Weißbegläsern rumgerannt, wenn ich mich richtig erinnere. Aber das wird es natürlich erst am letzten Spieltag geben. Das ist natürlich auch so. Wie soll es denn eine Meisterschaft feiern, wenn sie nicht so hart erkämpft ist? Wenn sie nicht am letzten Spieltag, in der letzten Minute wie 2001 gegen Schalke erkämpft ist, sondern weil du es einfach schon weißt. Klar, ich würde auch gelangweilt reagieren. Letztendlich diese, was soll man jemandem schenken, der schon alles hat, Problematik. Nur eben mit dem Fußball. So nämlich. Aber nochmal eben auf dieses Gelangweite, diese Gleichgültigkeit zu kommen. Es ist doch auch wirklich so, du freust dich doch überhaupt nicht mehr. Also erstens, früher hast du dich aufgeregt, wenn die mal einen Elfmeter bekommen haben. Du hast dich aufgeregt, wenn die einem anderen Verein einen Spieler weggekauft haben. Du hast dich aufgeregt, wenn sie ein Spiel mal irgendwie schmeichelhaft gewonnen hat. Es ist doch alles egal inzwischen. Hat sich irgendeiner groß gefreut, als Augsburg in München gewonnen hat? Gab es da die Haha-Jubler, die gesagt haben, hey geil, die Bayern. Das ist doch was ganz anderes als damals, als St. Pauli gegen Bayern gewonnen hat. Das ist eine ganz andere Gemütslage. Und auch da, ich sage den Satt leider viel zu oft, ist uns was verloren gegangen. Ist uns was abhandengekommen, was wahrscheinlich nicht wiederkommt. So, und bevor das hier ein Bayern-Podcast wird, Anzeigler plötzlich zu Christian Falk wird und ich zu Ulf Poschert, gehen wir mal ganz kurz hinunter in die Kasematten der Tabelle. Dort gibt es nämlich immer noch Panik und schlechte Stimmung. Wolfsburg aber, Wolfsburg lebt. Wir haben sie alle schon für tot erklärt und haben gedacht, Zucken noch. Schnell mal Erde drauf und ein ordentlicher Grabstein und zweite Liga, wo sie sich gesund schrumpfen können. Pustekuchen, sie gewinnen plötzlich. Und da möchte ich mal sagen, das spürt man möglicherweise auch als Werderaner, auch als Arndt Zeigler, so einen heißen Atem von Dieter Hecking im Nacken. Was ist das für ein Gefühl? So heiß ist der noch nicht. Es ist so ein lauwarmer Atem, was das Bild nicht schöner macht, ehrlich gesagt. Aber ich muss ja ganz ehrlich sagen, wir haben ja schon in den letzten Wochen immer mal über Maxi Arnold geredet. Maxi Arnold ist ja nicht Everybody's Darling. Aber wenn du den gesehen hast, mit wirklich Tränen, Tränen überströmendem Gesicht, wie er nach diesem Sieg dem Ersten seit der Stummfilmzeit erleichtert in die Kameras redet. Bei jedem Sender hat er geweint. Und das war völlig echt. Wir haben ja an ihm gelobt, dass das wirklich so ein Parade-Vereinsspieler ist einfach. Also einer, der wirklich erstens Vereinstreue, zweitens nimmst du die Leidenschaft für den Verein total ab, auch wenn es der VfL Wolfsburg ist. Einen, auf den du auch sportlich immer zählen konntest. Also wirklich glücklich der Verein, der einen Maxi Arnold bei sich hat. Und da hast du es wieder gemerkt, wie viel der auch einer Mannschaft gibt und wie wichtig der wahrscheinlich auch in der Kabine ist, wie man so schön sagt. Ja, aber ich muss auch sagen, wenn ich Maxi Arnold wäre und den Vertrag hätte, den Maxi Arnold beim VfL Wolfsburg hat, da würde ich mir auch dreimal überlegen, ob ich jetzt zu irgendeinem stimmungsvollen Traditionsclub gehe, der möglicherweise etwas mehr Bindung zu den Anhängern hat, der aber nur die Hälfte des Geldes zahlt. Also da mag möglicherweise die Vereinsidentifikation auch durch das Monetäre ein bisschen befördert worden sein. Aber toller Typ und ich merke, wenn selbst du als harter Knochen plötzlich Maxi Arnold... Eine Jörg von Torra-Moderation von dir, echt. Also was ist denn los mit dir heute? Eine Mischung aus Jörg von Torra und Ulf Boschert. Das Wort Scheckbuch kam jetzt auch nicht vor. Oder mit Udo Lattec im Doppelpass zu reden. Neid und Missgunst beim VfL-Volksburg. Aber wie ist denn jetzt bei euch die Stimmung? Seid ihr eigentlich schon durch, weil ihr denkt, St. Pauli verliert Ehe und... So ein bisschen? Kleines bisschen? Nein, wir müssen jetzt nach Stuttgart, dann haben wir noch Hoffenheim, dann haben wir Augsburg noch zu Hause und wir haben noch Dortmund zu Hause. Also umgekehrte Reihenfolge, wir haben erst Augsburg, dann Hoffenheim, dann Dortmund. Und du hast ja aber hinten die Situation, Wolfsburg spielt gegen Gladbach und Heidenheim gegen St. Pauli. Da kann sich ja nochmal vieles durchmischen. Also wenn St. Pauli da drei Punkte holt, dann sind sie plötzlich möglicherweise wieder an diesen Mannschaften mit 31 Punkten. Das sind ja vier Stück gerade, wieder dichter dran. Da muss Werder nur in Stuttgart verlieren und wird es plötzlich wieder ein bisschen enger. Es war ein gutes Spiel und die Mannschaft wirkte einfach gefestigt und es war ein Nordderby-Sieg. Deswegen, das fühlte sich alles zusammen gut an. Aber ich glaube, da kann hinten, kann wirklich noch eine Menge passieren. Also es kann wirklich noch Köln erwischen, es kann den HSV plötzlich auch erwischen, wo man vor Wochen dachte, dass die eigentlich schon durch sind. Durch ist jetzt Augsburg und Mainz so gut wie, würde ich sagen. Also ich glaube, da kann man sich darauf einigen, dass die da nicht mehr reinrutschen. Aber alle da drunter, da wird es noch richtig spannend. Wir müssen echt nochmal wirklich über dieses Nordderby reden, aus unschönem Anlass. Fang du an. Sehr so plakativ, wie du jetzt wahrscheinlich über die HSV-Anhänger alles in einen Topf werfen wirst, die Gewalttäter mit den ganz, ganz friedlichen Anhängern. Überhaupt nicht. Pass auf, ich will aber ganz kurz nochmal, was die Tabellensituation angeht, doch auch immer mal wieder erstaunlich finden, wie viele Meckerheinis es im Internet gibt. Also zum Beispiel beim FC St. Pauli, wo du immer denken würdest, die erste Liga ist ja für so einen Klub ein absolutes Geschenk und das natürliche Habitat ist wie für den VfL Bochum, wie für Hannover 96, wie für Arminia Bielefeld und andere die zweite Liga. und dann spielst du 1. Liga und du hältst dich eigentlich sogar ganz wacker und im verflicksten 2. Jahr bist du eigentlich immer noch ganz gut und chancenreich dabei und trotzdem. Wenn du dann so in die Kommentarspalten guckst, wie viele Leute da rummotzen, ja, da hat es wieder gegen Köln nicht gereicht, gegen Dortmund nicht gereicht und warum spielt der nicht mal anders und warum spielt der und der nicht. Diese Unzufriedenheit inmitten einer Situation, die eigentlich vor allem Glückseligkeit hervorrufen sollte, die finde ich manchmal erstaunlich. Also die ist ja beim FC St. Pauli nicht anders als in Wolfsburg, Bremen, Gladbach. Also es gibt unendlich viele Meckerköppe auf dieser Welt. Aber sag mal, und da muss ich gleich ein anderes Thema einschieben, bei St. Pauli ist es natürlich auch tragisch, dass sie durch so einen Elfmeter einen Sieg gegen Köln hergeben müssen, der eigentlich schon eingetütet war und wo man auch wieder sagen muss, es gab an diesem Wochenende viele, ich will jetzt wirklich nicht in eine VOR-Diskussion wieder einsteigen, aber viele sehr, sehr, sehr unschöne Entscheidungen, die du auch mit VOR irgendwie nicht erklären kannst, wo du dann denkst, okay, da guckt also einer drauf und die Entscheidung bleibt so. Und vor allen Dingen in so ganz engen Spielen und bei ganz wichtigen Entscheidungen der Handelfmeter gegen Süle für Hoffenheim. Da geht es um die Champions-League-Qualifikation. Der Elfmeter, den Kaminski bekommen hat für Köln bei St. Pauli. Der Platzverweis vom HSV, sage ich auch ungern, aber auch der ist sehr, sehr fragwürdig gewesen. Das sind alles Entscheidungen, die können wirklich den Abstiegskampf, den Existenzkampf beeinflussen. Bei Elfmetern, finde ich, es gab viele komische Elfmeter in den letzten ein, zwei Spielen. Da möchte ich mal Tommy Schmidt zitieren, herzliche Grüße, der ein völlig richtiges und gutes Argument gebracht hat und der gesagt hat, ey, wenn wir bei einer Sportart wie Handball oder Basketball wären, wäre es nicht so schlimm, wenn mal so eine Entscheidung kommt. Aber bei einer Sportart, wo es so wenig Tore gibt, wie beim Fußball, eine Mannschaft zu bestrafen durch ein fast sicheres Tor, in einer Situation, wo du gar nicht genau sehen kannst, was da überhaupt passiert ist. Kaminski von Köln trifft als erstes seinen Gegenspieler, wird dann mit dem Nachziehbein, auch so ein Wort, was ich hasse, mit dem Nachziehbein getroffen und dann zack, Elfmeter, Köln holt noch einen Punkt, St. Pauli gewinnt das Spiel nicht. Das war aus Werder Sicht übrigens sehr positiv, aber so auch nicht. Dieser Elfmeter, weiße Süle, reißt sich das Sindus-Mose-Band, glaube ich, fällt rückwärts um und hat dabei einen Arm oben. Das wird als absichtliches Handspiel gewertet, weil der ja rückwärts umfällt. Diese rote Karte für den HSV, da wird gegrätscht und der Otele, war es glaube ich, tritt seinem Gegenspieler aufs Bein. Und sieht rot. Und der Schiedsrichter guckt sich's an und sagt, ja, ist rot. Wo ich im Übrigen finde, die zurückgenommene rote Karte gegen Jatta, die war eigentlich klarer, die hätte ich dann eher gegeben. Und das sind alles Sachen, die beeinflussen den Abstiegskampf, die beeinflussen die Existenz eines Vereins. In dieser Häufung finde ich das ganz unangenehm. Du merkst, wie fehlen die Worte. Dafür hast du sehr viel geredet, dafür dürfte die Worte fehlen, aber die Herleitung wäre ja richtig. Der Punkt ist, ich finde dieses Argument, da geht es um so viel, um Existenzen und so weiter, ja, aber das geht es halt immer. Also gerade im Abstiegskampf finde ich, ist es immer so, dass jede Entscheidung irgendwie Abstiegskampf und Schicksal und wahrscheinlich Arbeitsstellen und finanzielle Ausstattung und so beeinflussen. Klar ist aber auch, dass wir momentan unter dieser toxischen Mischung aus einerseits mega schlechten Schiedsrichterleistungen und einem total dysfunktionalen VR leiden. Also wir merken, das funktioniert in der Kombination noch viel weniger. Weil es einerseits eine Direktive oder eine Linie gibt, in der man sagt, wir glauben dem VR und wir lassen ihn exzessiv einschreiten und wir lassen ihn entscheiden, auch in cliffligen Fällen, wo wir nicht genau wissen, ob es stimmt. Und gleichzeitig haben wir aber auch miserable Schiedsrichter, die sich nichts mehr zutrauen, die aber offenbar auch inzwischen schlechter ausgebildet sind. Also die Zeiten, in denen man gesagt hat, am deutschen Schiedsrichterwesen soll die Welt genesen, die sind einfach vorbei. Und dann merkt man eben, dass es bei uns noch viel schlimmer aufs Spiel und auf die Spielkultur, die Fußballkultur durchschlägt als anderswo. Ich glaube übrigens, dass es eine drastische und dramatische strukturelle Fehlentwicklung ist, was wir alles, und zwar als sekundärer. Erscheinung des VARs, dass wir jetzt angefangen haben, Fouls zu zerlegen und Handspiele zu zerlegen und dass man jetzt guckt, ist der Arm unter Spannung, ist er angewinkelt, ist er oberhalb der 16-Uhr-Grenze oder was weiß ich was. Weil bei dem Platzverweis für den HSV war das ominöse Trefferbild, glaube ich, entscheidend, weil der Spieler eben aufs Schienbein steigt und da hat der Schiedsrichter gesehen, oh, Trefferbild auf dem Schienbein? Da muss ich, glaube ich, rot geben. Und dann wird aber gar nicht mehr geguckt, war es denn überhaupt ein Foul? War es denn überhaupt ein grobes Foul oder tritt er eben einfach im Lauf aufs Schienbein? Dann ist aber das Trefferbild plötzlich wichtiger als alles andere. Genau wie unnatürliche Handbewegungen und so. Es geht alles überhaupt nicht mehr um die Essenz des Fußballspiels, um die Intention eines Fouls oder eben Nicht-Fouls. Sondern es geht wirklich nur noch darum, was kann ich denn nachweisen? Bei Abseits auch mittlerweile. Was kann ich da sezieren? Das ist so ein forensischer Akt geworden und deswegen werden die Schiedsrichter auch schlechter. Ja, es gibt ja diesen renommierten Soziologen Hartmut Rosa, der da sehr, sehr gute Thesen zu verkündet hat. Nein, Quatsch. Ist ja unfug, ist ja Quatsch. Nein, aber was ich sagen wollte ist. Dass wir als Anhänger inzwischen natürlich auch alle inzwischen diese emotionale Handbremse Also, dass wir wissen, oh, erst mal gucken, erst mal warten und 30 Sekunden warten und 45 Sekunden warten, greift sich der Schiedsrichter nochmal ans Ohr, gibt es möglicherweise nochmal einen Kontakt zum Kölner Keller oder Frankfurter Belletage oder wohin auch immer und das ist frustrierend und das hat die Fußballkultur jetzt schon, finde ich, fast irreparabel geschädigt. Also ich frage mich auch, wie man so das Ganze zurückdrehen will. Ich habe das Gefühl, man hat so den Geist aus der Flasche gelassen und man kriegt ihn einfach nicht zurück. Das Ganze passiert ja auf der Folie, dass inzwischen auch bei der FIFA und anderswo beispielsweise diese komischen, pseudopräzisen Abscheidensentscheidungen, also dass du sagst, du ziehst diese kalibrierte Linie, von der alle wissen, dass sie Unfug sind. Diese kalibrierten Linien sind Unfug, sie bilden nicht ab, was da gerade auf dem Spielfeld passiert ist, sondern nur eine Annäherung und Vermutung und das ist ja inzwischen nahezu belegt. Und trotzdem wird einfach stumpf weitergemacht und dann hast du hin und wieder eben noch Kurt Knöcher, der dann verkündet, ja, ich setze mich mal ins Sportstudio oder gebe der SZ oder irgendjemand ein längliches Interview, in dem ich noch ein bisschen rummenschle und dann gibt es noch diese komischen Revcams, die ich inzwischen auch nicht mehr sehen kann, weil du die ganze Zeit nur einen Eitekin oder einen wen auch immer, Stieler oder sonst was rumkeifen siehst. Das soll so pseudo-authentisch wirken und nahbar. Das führt bei mir aber nur dazu, dass ich denke, ey, stell doch mal das Mikro ab, das kann ja keiner sich anhören. Also ich sag mal so, der Gesamtzustand ist nicht gut. Vielen Dank. Ich glaube auch, eins der großen Übel bei der ganzen Geschichte sind die vielen Ausnahmen. Du merkst einfach, du triffst eine Regel und dann siehst du, ah, aber es muss die und die Ausnahme geben. Eine Zeit lang wurde gesagt, damit hätten wir doch alle gut leben können. Handspiel ist nicht, wenn ein Spieler den Ball von einem Körperteil an den Armen prallen lässt oder so. Logischerweise, weil sowas ja nie willkürlich passiert. Aber dann gibt es aber die, ja, aber der Arm ist trotzdem zu weit draußen, dann muss ich da also eine Ausnahme machen. Dann muss ich beim Trefferbild eine Ausnahme machen, wenn das nicht Knöchel ist, sondern fünf Zentimeter weiter oben, ist es was anderes. Und du überlastest und überfrachtest die Schiedsrichter mit irgendwelchen Pseudo-Ausnahmen, mit Halbsätzen, die sie im Kopf haben müssen, wenn sie eigentlich schon das eine gesehen und entschieden haben, müssen sie überlegen, ah nee, da gibt es ja noch die Ausnahme. Das ist alles zu viel geworden. Es geht nicht mehr darum, eine Szene ganzheitlich zu bewerten, sondern es geht darum, sie zu zerlegen und das kann keiner. Das kann auch keiner können. Ja, und dann auch dieses kulturlose Gelaber, irgendwie der Arm oberhalb der 16 Uhr oder der 9 Uhr oder der 11 Uhr Grenze, sowas hast du ja sonst irgendwie auch nur auf so Neonazi-Demos in Thüringen, wo das irgendwie relevant ist. Jetzt hast du das plötzlich auch im Kölner Keller und das nervt einfach. Aber, bevor wir jetzt eine Sondersetzung zu VR machen, kommen wir zur Sondersendung. Wie haben sich denn die HSV-Fans in Bremen benommen? Erzähl doch mal, lieber Arndt. Pass auf, es ist immer vermientes Gebiet, wenn ich als Bremer über den HSV-Fans rede. Deswegen pass auf, ich lasse mich einen ganz wichtigen Disclaimer vorab schicken. In meinem Freundeskreis habe ich viele HSV-Fans und es gab sehr, sehr viele, wahrscheinlich sogar viele tausend richtig coole HSV-Fans im Stadion, die einfach nur ein gutes Nordderby sehen wollten. Und es gibt übrigens auch nach den Vorkommnissen eine tolle Erklärung der HSV-Supporter zum Thema, oder heißt nicht Supporters, der HSV-Supporter, jedenfalls, zu den Vorkommnissen in Bremen. Es ist in Bremen von nicht mal wenigen Menschen mit Leuchtspurmunition auf Menschen geschossen worden. Und zwar schon beim Reinkommen, die kamen in den Block alle schwarz gekleidet, das sah aus wie die Gestapo, die irgendein Lokal überfällt oder so. Es ist eine Thematik, da kannst du einfach auch nicht mehr kontrovers drüber diskutieren. Wenn du Leuchtraketen auf Menschen schießt, dann tust du das ja nicht... Um sie knapp zu verfehlen, sondern du sagst, ja, ich baller da mal rein, mal gucken, was passiert. Das hat es in Bremen schon mal gegeben, bei einem Europacup-Spiel, da sind die Täter wegen versuchten Totschlags vor Gericht gezerrt worden und da hat jemand seinen Lungenflügel verloren, der getroffen worden ist von so einem Ding. Wir haben Situationen gehabt, wo solche Kugeln am Samstag im Nordderby in Familienblocks geschossen worden sind. Und wir haben Kugeln gesehen, die sind 100 Meter weit geflogen. Die sind aus der Westkurve in die Ostkurve geschossen worden und haben da ein Pult von Fotografen getroffen. Und ich stand ja interessanterweise relativ direkt hinter dem Pult von DAZN. Da stand Christina Rann und Tobias Schweinsteiger, die mussten auch in Deckung gehen, als die Dinger geflogen kamen. Und ich habe das auch zum ersten Mal in meinem Leben erlebt, das kann ich jetzt endlich mal aus erster Hand erzählen, dass so ein Ding auf mich zugeflogen gekommen ist. Über 100 Meter. Und das Ding ist, du weißt gar nicht, wie du denen ausweichen sollst, weil die haben eine Flugbahn, du siehst die auf dich zukommen. Ich bin dann einmal so fünf Meter nach rechts gerannt, da habe ich gemerkt, oh nee, jetzt kommt der erst recht auf dich zu, musste dann zur anderen Seite rennen. Ich hatte aber noch das Glück, ich konnte ausweichen, weil ich auf freiem Feld war. Es gab aber Leute in Blocks, die mit viel Glück nur solchen Dingern ausgewichen sind. Also ich weiß gar nicht, man muss das glaube ich nennen, man muss es thematisieren, aber diskutieren darüber kann man eigentlich gar nicht. Nee, diskutieren musst du nicht darüber, dass es komplett indiskutabel ist, wenn du Pyrotechnik in Blöcke schießt. Also das ist ja quasi so das absolute Basiswessen dessen, was man irgendwie im Stadion miteinander beherzigen sollte. Und die Frage ist natürlich auch so ein bisschen, was daraus folgt, weil natürlich eine Debatte dann sofort anhebt, was muss jetzt passieren. Ich glaube nach wie vor, nach wie vor, dass ganz, ganz wichtig ist, konkrete Ermittlungen anzustellen, also zu schauen, wer war das. Das ist oft auch unmöglich, weil maskiert, weil in der Masse und aus der Anonymität raus abgefeuert und dann ist natürlich die Versuchung groß zu sagen, ey, wenn ihr... In einer Gruppe zu 100 oder zu 150 oder zu 200 solcher Raketen abfeuert, dann dürft ihr halt alle nicht mehr ins Stadion. Gleichzeitig wäre natürlich auch die Frage, wie kommt das ins Stadion? Ist es irgendwie möglich, diese Pyrotechnik draußen zu halten? Da sagen ja auch alle Leute, das funktioniert so nicht. Das funktioniert so nicht. Also du hast hunderttausend Möglichkeiten, wie dieses Zeug ins Stadion kommt. Ich glaube, der einzige Prozess, der wirklich Erfolg verspricht, ist eine Debatte innerhalb der Fanszene und eine Regulation innerhalb der Fanszene. Ich weiß, man ist schnell dabei und sagt, da muss die Polizei anders und diese Chaoten müssen aus dem Stadion raus. Wenn du nicht weißt, genau welche Chaoten das sind, ist es schwierig. Und du darfst natürlich auch bei allem Zorn und bei aller Wut über diese Sachen, musst du immer gucken, wie schnell du sagst, ihr seid kollektiv alle draußen. Klar ist aber auch, eine Fanszene, die darüber nicht so debattiert, dass sowas nicht mehr vorkommt, eine Fanszene, die sagt, ja, so ist es halt, deal with it, so ist aktive Fankultur, die verabschiedet sich aus im vernünftigen Diskurs. Also ich finde, was als allererstes passieren muss, sind nicht nur Verlautbarungen vom Supporter Club oder von anderen, sondern es muss klar sein, sowas darf nie wieder passieren. Nicht im Nordderby, nicht in sonstigen Spielen, nicht bei der allergrößten Rivalität, weil man zieht auch Leute in irgendwelche Debatten und irgendwelche Fights hinein, die absolut überhaupt gar nichts mit irgendwelchen Ultra-Rivalitäten zu tun haben. Insofern finde ich, dass diese Debatte intensiv geführt werden muss und sofort... Und davon sind unabhängig polizeiliche Ermittlungen, also die musst du natürlich auch anstellen, weil das absolut unmöglich ist, finde ich. Ich habe mir mal geguckt, HS4 Supporters Club heißt das oder Club, Club wahrscheinlich. Club Club. Die haben ein Statement abgegeben, das ist relativ knapp gehalten, im Rahmen der heutigen Derby-Niederlage in Bremen wurden auf den Rängen Grenzen überschritten. Für uns als Supporters Club oder Club ist diese Grenze dort erreicht, wo pyrotechnische Gegenstände durch die Luft fliegen und Menschen verletzt werden können. Die Frage ist aber, ist die Grenze wirklich erst da erreicht? Oder muss nicht wirklich innerhalb der Fanszene, wirklich muss da nicht ein Fan-Ethos letztendlich verankert sein, der dazu führt, dass man eine Art Selbstreinigung innerhalb der Fanszene hinbekommt? Anders wird das nicht klappen. Du hast eben schon erwähnt, wie das Zeug reinkommt ins Stadion. Das ist ja eine Frage, die haben wir ja bei jedem Spiel. Dass du in jedem Spiel siehst du irgendwie einen halben Fanblock brennen und denkst, wie haben die das denn reingekriegt? Und ich habe, glaube ich, einen Teil der Antwort, weil ich muss ja ins Stadion immer mit einer Arbeitstasche. Ich habe immer so eine Tasche dabei, die wird immer kontrolliert. Aber diese Tasche hat innen fünf Seitentaschen. Und es wird einmal reingeguckt in die Tasche. Ich könnte den Seitentaschen alles Mögliche verstecken. Wenn du jetzt aber anfängst, bei allen Leuten die fünf Seitentaschen zu kontrollieren, dann musst du um 9.30 Uhr anfangen, das Stadion aufzumachen. Sonst kommen die Leute nicht rein. Also es ist ein logistisches Problem, das du auf die Art und Weise nicht so einfach lösen kannst. Nein, natürlich. Es gibt gar keine einfache Lösung, sonst gäbe es die für die Pyrotechnik, sonst gäbe es die für ganz, ganz viele andere Ausschreitungen, gäbe es insgesamt für die Situation und das Verhältnis zwischen Polizei und Fans, glaube ich, andere Möglichkeiten. Ich denke nur... Das ist das Allerwichtigste, sage ich ja tausendmal und natürlich ist bei jeder Ausschreitung danach der Reflex, jetzt muss der Dialog aber zu Ende sein. Nee, diesen Dialog wird man immer führen müssen, man muss ihn mit den vernünftigen Leuten führen, weil wir werden auch nicht aufhören Fußball zu spielen, es wird nicht aufgehört vor Publikum Fußball zu spielen, also einen Dialog zu führen, eine Debatte zu führen und gleichzeitig Fußballstadien auch nicht zu hoch, Sicherheitstrakten auszubauen, das muss ja das Ziel von allen Leuten sein, die da ins Stadion gehen wollen. Aber ich finde eben auch, und da muss man gar nicht mit den Kindern anfangen, viele argumentieren, ich möchte mit meinem Kind ins Stadion gehen. Du kannst ganz normal sagen, ich möchte ins Stadion gehen, ich möchte mich dort hinsetzen oder hinstellen können und nicht der Gefahr ausgesetzt sein möchten, irgendwann so eine Leuchtrakete mitten ins Gesicht zu bekommen. Ist doch ganz einfach so. Und diese Debatte wird man in Hamburg führen müssen, die wird man auch meiner Meinung nach in Dresden führen müssen. In Berlin und anderswo, dass das einfach ein absolutes Unding und ein No-Go ist und dann finde ich auch als so zivilisatorischer Bruch, das hat sich jetzt ein bisschen sehr, sehr groß an, aber so behandelt werden muss, dass das ein absolutes Unding ist und auch sanktioniert werden muss. Du musst doch auch sagen, es haben sich so viele Leute gefreut, dass der HSV wieder aufgestiegen ist und gesagt haben, ey, die tun der Bundesliga so gut und dann bist du als großer, großer, alter, deutscher Traditionsverein wieder in der Bundesliga. Dann muss es doch ein Ziel sein, ein anderes Bild abzugeben als das beim Nordderby. Dass du da eben nicht wahrgenommen wirst als, vor allen Dingen, ich glaube, es ist auch ein Wahrnehmungsfehler der Leute, die mit diesem Zeug um sich ballern, weil die wollen, glaube ich, wahrgenommen werden als, ey, das sind die ganz taffen HSV-Fans, das sind böse, böse Männer, vor denen muss man Angst haben. In Wirklichkeit denken doch alle Leute nur, das sind Schwachmaten, die nerven. Die gehen allen auf den Sack. Das ist der Punkt. Und das kapieren die aber nicht so in dieser Tragweite. Ich glaube, dass es natürlich auch so einen Wettbewerb gibt, wer sind die Allerhärtesten, wer sind die Toughesten. Sagen wir mal so, das ist so ein Wertesystem von Jugendkulturen, die man möglicherweise jetzt auch als alter Sack nicht ganz so kapiert. Klar ist aber auch, dass überall dort die Jugendkultur natürlich auch an Grenzen stößt, wo andere Leute mit Angst ins Stadion gehen. Insofern hofft man einfach mal, dass es einerseits eine Diskussion in der Fanszene gibt und andererseits natürlich auch Ermittlungen, dass du diese Leute irgendwie dingfest machst, die das machen, weil ich finde, das ist etwas, naja, wie ich es schon jetzt dreimal gesagt habe, musst du sanktionieren und musst du gucken, dass die Leute nicht mehr ins Stadion können. Ich mache jetzt mal eine Galileo-Überleitung. Oh ja. Unmut in Bremen, aber Unmut auch in... Warte mal, wo war das? Bislang ist das noch keine Galileo-Gelände. Nein, nein, nein, warte mal. Unmut also auch? Nee, pass auf. Ich helfe dir. Und jetzt kommt nochmal eine Galileo-Überleitung, Unmut in Bremen nach dem Nordderby, auch Unmut in Düsseldorf. Ich weiß nicht, hast du diesen unglaublichen Meltdown von Fortuna Düsseldorf mitgekriegt in den letzten Wochen? Wir hatten uns ja drüber spaßig, lustig gemacht, wie alle, alle anderen im Sportjournalismus auch, über das wunderbare Wortspiel, das Markus Anfang abgelöst wird von Alexander Ende. Nur, wir gucken auf die Tabelle, Platz 17 für eine Mannschaft und einen Klub, die wollten aufsteigen. Die haben von Klaus Allos einen Kader hingestellt bekommen, wo immer alle sagten, der muss jetzt aber aufsteigen. Jetzt hat Klaus Allos ein Interview gegeben, in dem er in Sack und Asche gekrochen ist und gesagt hat, ja, es war auch mein Fehler, war eine beschissene Transferphase. Aber es könnte sein, es könnte sein, dass Fortuna Düsseldorf eine Mannschaft, die unbedingt zurück in die Bundesliga wollte mit Daniel Thun, der jetzt bei Werder Bremen ist als Trainer und die jetzt auf Platz 17 sind und alle sind zerstritten, die Mannschaft funktioniert nicht. Wie soll man so einer Mannschaft noch Mut zusprechen? Es ist aber wirklich auch eine vertragte Transferphase gewesen. Die haben ja, glaube ich, relativ frühzeitig Johannesson an Köln verloren mit Ausstiegsklausel und haben dadurch relativ viel Geld gehabt, um die Mannschaft umzubauen. Und haben da aber anscheinend eine Unwucht reingebracht in den Kader, sagen zumindest, glaube ich, die Fortuna-Fans, die meisten, dass der Kader einfach nicht in Ordnung ist. Die haben Cedric Itten geholt als Torjäger, das hat gut funktioniert, alles andere nur so Mittel. Ich glaube aber, allein der Kaderumbau reicht nicht als Erklärung dafür, dass du plötzlich statt einer Saison, in der du um den Aufstieg spielst, auf Platz 17 stehst, wirklich dabei, ein bisschen Anschluss zu verlieren, wenn du so weiterspielst. Vor allem, das ändert sich ja innerhalb von Wochen. Vor drei Wochen hast du das Gefühl, die sind einigermaßen safe, weil sie standen auf Platz 11 oder so um den Dreh. Und jetzt haben sie das Spiel um Spiel verloren in einem Umfeld, in dem die anderen Vereine alle irgendwann mal gepunktet haben. Ich weiß nicht, da ist ganz viel im Argen bei dem Verein und da ist ganz viel, da brodelt ganz viel und da ist ganz viel kaputt gerade und ich habe keine Ahnung, ob die es diese Saison nochmal gefixt kriegen. Ich habe den Eindruck, das kriegen sie nicht gefixt, gerade weil ich mich selber an unsere schreckliche Saison erinnere, als wir abgestiegen sind in die zweite Liga und dann gleich die ersten fünf Spiele verloren haben und dann hinterher mit einem Kader durchgereicht sind, in dem so großartige Spieler waren. Robin Hack, der jetzt bei Borussia Mönchengladbach eine ganz gute Rolle spielt, ganz, ganz viele andere Spieler, die alle vom Selbstverständnis her gesagt haben, wir gehören eigentlich in die erste Liga. Klar ist aber auch, das funktioniert dann nicht. Diese Mannschaft ist scheiße zusammengestellt, die können sich untereinander nicht leiden, die sind zerstritten. Es gibt kein ordentliches System, nach dem die spielen. Und dann stehst du da plötzlich da, wahrscheinlich mit einer Mannschaft, von der kein einziger einen Drittliga-Vertrag hat. Und ich weiß das aus Bielefelder Erfahrung. Dann stehst du plötzlich mit einem Kader da, der aus zwei Leuten besteht. Einem Nachwuchsspieler und einem Senior, der ohnehin keine Lust mehr hat, irgendwo anders hinzugehen. In einem großen Stadion, in einer Stadt, die ja auch wirklich mit der Fortuna mitzittert. Und dann bist du plötzlich in der dritten Liga. Und das ist erschütternd. Ich möchte mal sagen, für eine Mannschaft und für einen Klub, das wirft dich ja um fünf Jahre zurück, so was zu reparieren. Und sie spielen am Freitagabend gegen Dynamo Dresden. Da bin ich mal gespannt. Da bin ich mal gespannt, was da so passiert. Dann haben wir noch Preußen Münster gegen Aminia Bielefeld. Was für ein Spieltag, ey. Ja, und außerdem darf man nicht vergessen, die stehen auch mit dem Rücken zur Wand. Die sind Tabellenletzter, die müssen gegen uns gewinnen. Haben wir mit Alois Schwarz, ein Trainer, der sagt, hinten muss die Null stehen. Also entweder wird das das große Maurer-Festival. Ich kann nur sagen, dass wir das letzte Mal in Münster 1995 gewonnen haben Mit dem legendären Stürmer Ajan Tumani, der das 2 zu 1 gemacht hat. Und wir haben bei uns in der WhatsApp-Gruppe festgestellt, dass wir alle noch bei dem Gedanken einen Bielefelder kriegen. Eine halbe Erektion. Weil das wirklich das letzte große Spiel war, wo wir gegen Preußen Münster im Preußenstadion gewonnen haben. Sieht inzwischen auch komplett anders aus. Das war ja früher eine Abbruchbude. Aber schön war es. Du hast halbe Erektion gesagt. Ich würde gerne mal so eine Jazz-Kombo sehen, die das live spielt. In irgendeinem Pub. Nee, in so einem Jazz-Club in Hamburg von so ganz alten Leuten, von so 99-Jährigen, die noch mit zittriger Hand an der Oboe stehen oder so am Klavier. Pass auf, ganz wichtig noch, ganz wichtiges Thema noch. Felix Magath hat Marie-Louise Eta kritisiert. Und hat gesagt, wenn die also aus der U19 kommt, ist die doch garantiert überfordert. Das hat er aber, glaube ich, meines Wissens noch nie über einen anderen U19-Trainer gesehen, der mal irgendwo in der Bundesliga eingesprungen ist, was ja gar nicht so selten passiert. Felix Magath hätte, glaube ich, Marie-Louise Itter auch kritisiert, wenn sie schon drei Jahre als Co-Trainer irgendwo anders gearbeitet hätte. Ich glaube, Männer würde er auch dann nicht kritisieren, wenn die aus der U12 oder von den Bambinos direkt in die Bundesliga kämen. Da denkt Felix Magath, auch aus meinen persönlichen Erfahrungen der letzten Jahre, eher wie ein alter weißer Mann, möchte einfach nicht, dass sich so viel verändert. Er möchte nicht, dass Frauen da auf der Trainerbank rumgurken. Und es war ja auch verlässlich zu sehen, was passiert, nachdem sie dieses erste Spiel verloren hat gegen den VfL Wolfsburg. Bisschen unglücklich, gerade weil sie dann nochmal rangekommen sind. Andererseits aber auch verdient. Sehr unglücklich eigentlich. Ja, aber Union, man merkt, wie verunsichert die Mannschaft ist, wie sehr sie nach einer Struktur, nach einer Form sucht und das ist dann möglicherweise auch weniger ihre Schuld als die Schuld des Vorgängers Steffen Baumgart. Ich finde es deswegen gut, dass sie mal verloren hat, weil es diese ganze Debatte auch ein bisschen aus einem leicht hysterischen Sektor wieder ins Normale hievt. Also langsam ebben die Schlagzeilen ab, langsam wird dieser vermeintliche Epochenbruch, den es da gegeben hat, normalisiert. Ich glaube, sie arbeiten zu lassen, sie in den letzten Wochen dieser Saison nochmal Punkte holen zu lassen, wird sehr viel mehr zur Normalisierung beitragen als die 540. Diskussion, die 840. Doku, die jetzt über sie erscheint. Also in Ruhe arbeiten lassen ist das allerbeste. Und eine Sache muss ich eben auch nochmal sagen. Das eigentlich Peinliche an dieser ganzen Geschichte ist ja nicht, dass es so sexistische Kommentare gab, sondern das eigentlich Peinliche an der Geschichte ist, dass es 20, 25 Jahre zu spät kommt, dass eine Frau mal Verantwortung im Profifußball übernimmt. Es gibt ja überhaupt gar keinen Grund, warum Frauen das nicht machen sollen. Es gibt gar keinen Grund, weder Kompetenz noch Anerkennung in so einem sehr männlich dominierten Kreis. Der Fußball muss sich eigentlich fragen, warum er gesellschaftlich eigentlich so rückständig ist, warum er immer noch so ein Laden ist, der so sehr von Testosteron und männlichem Imponiergehabe angetrieben ist. Da würde ich mir wirklich wünschen, dass sich darüber der Fußball mehr Gedanken macht, als über die Tatsache, dass da eine Frau an der Trainerbank steht. Davon abgesehen, hat sie das Ganze sehr, sehr gut moderiert, fand ich. Also einen sehr guten Eindruck gemacht. Hast du eben gesagt, der letzte Sieg von Arminia Bielefeld gegen Münster wäre 2015 gewesen? Nein, 1995 in Münster, meine ich, dass das der letzte Derby-Sieg in Münster war. Ach, in Münster? Ach so, okay. Du wolltest mich schon korrigieren. Du hast schon mit, da habe ich mal ganz kurz gesagt, Arndt, man hat so zwischendurch gesehen, dass sein Blick abschwiffte, abschweifte und man so richtig merkte, da kann ich ihm jetzt einer reinreichen. Da kann ich nie wieder das Ende reinreichen, weil ich habe meine Windows-95-Tastatur, ich habe auf meinem Rechter noch jetzt Transfermarkt aufgerufen und jetzt kriegt er mal als Amina-Fan eine reingehaut. Aber bist du sicher? Weil ich sehe hier gar keine, zwischen 1980 und 2011 sehe ich hier keine Begegnung gegeneinander. 1980 gab es mal ein 3-0. Durch dreimal, nee, zweimal Sackgewitz, einmal Eilenfeld. Das war in der Regionalliga West-Südwest, es mag sein. Es mag sein, dass in deinem Bundesliga-Rechner, ihr habt ja immer Bundesliga gespielt. Nein, ich bin hier bei Fußballdaten. Ich sag's dir so. Ich war da. Wer weiß, wo du warst. Ja, und ich musste vier bis fünf Mal vor Aufregung aufs Klo. Deswegen weiß ich noch sehr genau, dass ich diesen Sieg bejubelt habe. Und hinterher, es gibt einen wunderschönen WDR-Bericht. Und wir hören mal ganz kurz rein, weil Uwe Ciscale, spitzener Minuten und Skandale, ich glaube, das hatte gar keinen Grund. Auf jeden Fall, Uwe Ciscale sagt hinterher, wie angepisst Uwe Ciscale über seine Mannschaft oder über seinen Verein ist. Das hören wir uns mal kurz an. Nach dem ganzen Theater, was hier immer abläuft, in der Presse, Weiß ich auch nicht, ob der Trainer jetzt zur Disposition steht oder nicht, aber das ist eben die alte Leier hier in Münster. Ich habe jetzt auch, deswegen sage ich mal, meinen Vertrag nicht mehr verlängert, weil es mir hier keinen Spaß macht, weil ich keine Perspektiven nach oben sehe. Das war der letzte Derbysieg. Du kannst es mir glauben, der letzte Derbysieg in Münster, meine ich jedenfalls, in meinem porösen, von illegalen Drogen durchlöcherten Gedächtnis. Genau, und ich hoffe mal, dass jetzt am Wochenende einer dazukommt. Wollen wir mal über den kleinen Verein reden? Nein, vorher. Da gibt es für mich heute eine Menge schwöre Geschichten. Nein, nein, nein, nein, ich habe noch was vergessen. Okay. Pele Wollitz. Es war so schön, Pele Wollitz endlich mal nach diesem großartigen Sieg gegen Rot-Weiß-Essen fröhlich zu sehen. Ich würde gerne den Ton einspielen, aber man versteht ihn nicht richtig. Er ist im Mannschaftskreis und verkündet nur, dass bis Mittwochmorgen frei ist. Und alle freuen sich so wahnsinnig, weil sie glaube ich 4-3 oder 5-3 und durch großartigen Headtrick gewonnen gegen Rot-Weiß-Essen. Pele Wollitz endlich mal fröhlich. Wir hatten vorher ein paar Zuschriften zu Peele Wollitz und unter anderem schrieb einer einen wirklich wunderschönen Satz darüber, dass Peele Wollitz der einzige Mensch ist, der sich von seiner eigenen Meinung triggern lässt. Also der hört sich selber reden, das kommt aus dem Cottbusser Fettung. Von seinem eigenen Monolog. Ja, von seinem eigenen Monolog lässt er sich triggern und da kann man sich richtig vorstellen, wie er das hört, was er selber sagt und dann denkt er, ey, was erzählt der Schwachkopf, dem hau jetzt mal einer rein. Fand ich eine sehr schöne Umschreibung dieses Wahnsinns. Also ich kann nur sagen, wenn ich so meine Trainerrangliste, meine Lieblingstrainer nominieren sollte, dann wäre natürlich auf Platz 1 immer der Bielefelder Jahrhunderttrainer Ernst Middorf, aber direkt danach kommen viele Wollitz und wer noch? Ich weiß nicht. Uwe Koschinat ist auch schön. Uwe Koschinat hat auch ein sehr faires Interview von Rot-Weiß-Essen gegeben. Also großartiger Trainer bei diesem Spiel unterwegs gewesen. Die Arminia hat übrigens 1995 2 zu 1 in Münster gewonnen. Ja. Aufstellung Ogrinch, Germann, Stratos, Qualow, Kollenberg, Dörfel, Gaidegg, Bode, Eck von Hesen und Stuttrucker. Ja. Mensch mit Marco Bode und Charlie Dörfel und Stuttrucker im Sturm und das 1 zu 0 Thomas von Hesen, Elfmeter. Ja. 2 zu 0 Aihan, Tumani. Ja. Und dann aber Ciscale. Dann kam noch Ciscale zum 1-2. Aber das kam wohl zu spät. Charlie Dörfel hieß eigentlich René Dörfel. Das muss man auch nochmal sagen. Egal. Marco Bode war auch nicht Marco Bode, ich weiß. Nee, das war Jörg Bode. Jörg Bode, der zwischendurch auch mal beim Hamburger SV gespielt hat. Alter Bielefelder. Jörg Bode, Armin Eck hat auch beim HSV gespielt. Thomas Stratus hat auch beim HSV gespielt. Thomas von Hesen auch. Thomas von Hesen auch. Dann muss es doch Charlie Dörfel gewesen sein. Und Peter Qualow hat übrigens die Karriere von Johnny Otten beendet. Durch ein grobes Foul an der Seitenauslinie. mal hier in Bremen. Das würde ich auch als mein Karriere-Höhepunkt im Briefkopf erwähnen. Habe die Karriere von Johnny Otten beendet. Finde ich auch schön. Gut. Wollen wir jetzt vielleicht zum kleinen Verein kommen? Der kleine Verein! Der kleine Verein! Doch! Ja! Bitteschön! Der Bonner SC ist es diesmal geworden. Und das ist wirklich ein Verein mit ganz, ganz vielen Geschichten. Ein Traditionsverein, der mittlerweile sich wieder etabliert hat in der Regionalliga West. Man kann das gar nicht alles erzählen, was da passiert ist. Ich habe mir mal so zwei Rosinen rausgepickt, ehe wir dann so über die aktuelle Situation reden. Sie sind 1975 zweiter deutscher Fußballmeister der Damen, wie man doch damals gesagt hat, der Frauen, wie man heute sagen würde, geworden mit der legendären Beverly Ranger und sie haben aber schon vorher offenbar einen guten Eindruck gemacht, sie wurden 1971 gegründet bzw. Haben sie dann angefangen so richtig und 1972 haben zwei ihrer Spielerinnen Angebote aus Italien bekommen, für viel, viel Geld nach Italien zu wechseln und ich habe ein wunderschönes Zeitdokument aus der Zeit, wo man dann entnehmen kann, was für Gedanken sich diese Spielerinnen machen mussten und was da alles drumherum passiert ist, das klang damals so. Diese durchtrainierten und dennoch ansehnlichen Jungmädchenbeine sind dem ACF Padua 50.000 Mark wert. Dabei kommt es den als Frauenliebhabern bekannten Italienern nicht einmal auf das Ebenmaß der Beine an, sondern auf deren Wirksamkeit. Zwei junge Kickerinnen vom Rhein sollen Profis in Italien werden. Monika Bädorff links, bald noch im Urlaub und so geht Christa Nüsse allein zum Training beim Bonner SC, der am 5. Juni 1971 seine Damenfußballriege aufstellte. Herr Graher, was sagen Sie denn nun, dass ihre beiden Spielerinnen erfolgreich nach Italien gehen. Es ist natürlich nun so, wir können ihn den Weg nach Italien nicht verbergen, denn es sind beide Mädels, die nach vorne streben und auch die Zukunft vor sich haben. Im Damenfußball werden sie ihm eine Größe darstellen und Italien doch den Rest als Profi mitbekommen. Und was sagen die Eltern Nüsser zum Italienangebot? Die Umgebung, das ist ja alles fremd und ich weiß genau, dass die Kinder furchtbar sein werden. Es wäre mir lieber, wenn sie jemanden bei sich hätte von unserer Familie. Dann fühlte ich mich irgendwie beruhigt, denn ein fremdes Land ist ja immer ein fremdes Land. Was würde Christa Nüsser dann mit den 50.000 Mark anfangen? Hat sie dafür Pläne? Ja, ich werde einen Teil meiner Mutter mitgeben und dann werde ich mir ein neues Auto kaufen. Und den Rest werde ich dann irgendwie gut anzulehnen versuchen. Ja, und dann haben sie aber beide das Angebot abgelehnt und sind nicht nach Italien gegangen. Das ist ja wunderbar. Ich muss es mal sagen. Dann sind sie aber drei Jahre später ja Deutscher Meister geworden, mit den Deutschen Meisterinnen, mit dem Bonner SC. Noch eine Fußballgeschichte, es gibt viele Fußballgeschichten. 1976, 1977 sind sie, das ist der Vereinsführpunkt, in die zweite Liga aufgestiegen. Haben sich auch unter Trainer Siegfried Melzig gerade noch gerettet am Schluss sportlich, aber waren dann der erste deutsche Verein, der die Lizenzen zogen bekommen hat. Weil just zu dieser Zeit, Ende der 70er Jahre, der DFB gesagt hat, nee, wir müssen jetzt mal ein bisschen genauer hingucken, was da so läuft. Und der Bonner SC war das Opfer. Es haben im Übrigen viele Vereine in den oberen beiden liegen, die Lizenz nur ganz knapp bekommen. Namentlich Werder Bremen, St. Pauli, Hannover 96, Kirchhaus-Offenbach, Chiro Waldhof, wie damals Waldhof Mannheim hieß, TB Berlin und Union Solingen, die hätten fast keine Lizenz bekommen. Und der Bonner SC, der ist dann ganz über die Klinge gesprungen. Sie haben gespielt im wunderschönen Sportpark Gronau. Dazu kannst du doch bestimmt was sagen, oder? Der ist dann irgendwann eingeebnet worden und ist jetzt Teil des Rheinauparks. War ein richtig schönes Stadion, passten 30.000 Leute rein. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es den Sportpark Nord noch gibt, oder? Den Sportpark Nord, ja, das ist ein anderer. Aber Sie spielen doch im Sportpark Nord, oder? Ja, und Sportpark Gronau gibt es aber nicht mehr. Das war das Stadion davor. Aber der Sportpark Nord ist riesig. Ja, Sportpark Gronau war auch riesig. Können wir endlos so fortführen. Nein, Gronau, Nord, Nord, Gronau. Ich weiß nur, das ist schon in den 90er Jahren. Da spielte ich nämlich einmal mit Amina Biele. Ich spielte mit Arminia, zusammen mit Peter Quallau und Charlie Dörfel. Naja, auf jeden Fall waren wir einmal zu Gast, ich würde es so mal sagen, da ist auch die örtliche Gaststätte von Bielefelder Hooligans verwüstet worden. Schlimm damals, schlimm, schlimm, schlimm, da muss man auch mal was machen. Aber auf jeden Fall, damals gab es diese wunderbar mit so Heidegras bewachsenen Kurven. Also da gab es nur quasi die Gegengrade, sehr, sehr mächtig, 15.000, 20.000 Zuschauer, mindestens müssen da drauf gepasst haben in meiner Erinnerung. Fast wie übrigens im Bleinbach-Stadion der Sportfreunde Siegen. Auf jeden Fall, die Kurven konntest du nicht durch. Das war wie so die Makia im Süden Frankreichs. Also undurchdringliches Waldgestrüpp. Dann die nächste besondere Geschichte. Sie haben in den 90er Jahren, Ende der 90er Jahre, die Idee bekommen, die gesamte Nationalelf Kubas zu verpflichten. Gehören mal rein. Jetzt muss ich Ihnen noch einen rührigen Unternehmer aus unserem Land vorstellen. Hans Viol heißt der. Macht eigentlich in Steinen in Afrika. Und diese Woche reichlich Schlagzeilen, Denn der hat eine ganz verrückte Idee. Der ist gleichzeitig auch noch Präsident beim Bonner SC in der Oberliga. Seine Idee, er will die gesamte Nationalmannschaft im Fußball der Kubaner, ja richtig gehört, der Kubaner, nach Bonn transferieren. Hört sich verrückt an, aber der meint das verdammt ernst. Heute Morgen ist die Delegation abgeflogen Richtung Zuckerrohrinsel, um das Ganze perfekt zu machen. Familiärer Klub mit sympathischem Umfeld sucht Verstärkung dringend. Tausche Klamotten gegen Kicker. Der kubanische Nachwuchs trägt demnächst dann also die alten Bonner Trikots auf. Und der BSC nennt gegen Kost und Vurgie gleich ein ganzes Nationalteam sein Eigen. Sowas nennt man dann Entwicklungshilfe. Und wenn das Beispiel Schule macht, begegnen sich in der Oberliga bald nicht nur Bonn und, sagen wir, der Tuzlanger Wehe, sondern auch Kuba und Botswana oder so. Es gab dann sogar Pläne, die U20 von China in der Regionalliga Südwest einzugliedern, ein paar Jahre später. Ist aber auch nicht passiert so richtig. Und damals war es aber sogar schon so konkret, dass die Kubaner schon in Bonn waren und 15 Kubaner unter Vertrag genommen wurden. Die waren im April im Trainingslager und bis August weilten sie dann in Bonn. Und dann gab es aber das große Problem, dass Franz Josef Antwerpes, der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Köln, gesagt hat, nee, das mit dem Touristenvisum, das machen wir mal doch nicht, das ist irgendwie, wirkt mir das nicht ganz seriös, deswegen müssen die wieder zurück. Und dann war die schöne Geschichte zu Ende, hat also sozusagen damals nicht funktioniert, wäre interessant gewesen, wenn Kuba einfach mal so mitgespielt hätte. Und jetzt habe ich mich dann aber mal informiert und auch eine sehr nette Zuschrift bekommen von Julia Möseler vom Bonner SC. Ich habe hier die essentiellen Fragen gestellt, wie geht es euch heute, wo wollt ihr hin, was ist das Besondere an eurem Verein? Sie spielen jetzt in der Regionalliga West, haben sich übrigens gestern, dadurch dass Felbert gegen Borussia Dortmund 2 verloren hat, vorm Abstieg gerettet. Nach drei Jahren in der Oberliga sind sie aufgestiegen, Platz 9 aktuell, wirtschaftlich geht es dem Verein gut und sie arbeiten mit über 100 Partnern aus Bonn und der Region zusammen und Jürgen Kohler trainiert die U17. Das habe ich schon mal irgendwann gehört, aber dann schon wieder vergessen. Ja, aber das ist ja hochinteressant und macht möglicherweise auch die Ambitionen klar, wenn Jürgen Kohler, der Weltmeister von 1990, da auch noch beschäftigt ist. Ich habe übrigens, während die Tondokumente liefen, auch nochmal nachgeschaut. Wir werden natürlich besser wissen, meinerseits, der Sportpark Nord ist ja ein bisschen, das Nord zeigt es, im etwas ärmeren Stadtteil von Bonn, also ich glaube oberhalb von Tannenbusch, beheimatet. Aber der Sportpark Gronau, der abgerissen war, der war tatsächlich mitten in der Stadt, also da, wo der Schürmannbau und der Postauer steht. Ja, genau so. Und wenn man die frühere Skyline von Bonn noch kennt, wo ja wirklich der lange Eugen, glaube ich, benannt nach Eugen Gerstenmaier, dem alten Bundestagspräsidenten, das damals, das ja wirklich mitten in der Stadt war, das muss ja richtig schön gewesen sein, aber wie gesagt, abgerissen worden ist, hat einmal noch, glaube ich, die Bundestagself dort gespielt. Bundestagself, anderes Thema, müssen wir unbedingt auch nochmal vertiefen, haben ja so viele großartige Leute mitgespielt, unter anderem auch Wolfgang Schäuble und Joschka Fischer. Jedenfalls wünschen wir den Bonner SC natürlich alles Gute, dass sie endlich mal aufsteigen, damit auch diese Quizfrage, weil sich die größte Stadt, in der nie Profifußball stattgefunden hat oder zumindest nie Bundesliga-Fußball stattgefunden hat, damit das endlich mal nicht mehr Bonn, sondern Erfurt ist oder so. Ich will das Thema noch beenden, indem ich darauf hinweise, also Sie schreiben mir noch, die Kollegen vom Bonner SC, dass sie sich in der Regionalliga erstmal etablieren wollen, dann gerne natürlich auch noch höher. Aber einer der schlauen Vereine, wo sie sagen, wir wollen das ganz, ganz langsam wachsen lassen, da kommt kein Kraftakt. Wir wollen den Verein organisch aufbauen und da sind sie gerade mittendrin. So, liebe Freunde. Und jetzt, ich habe gar nicht mehr zugehört zum Schluss, denn jetzt bin ich bereits in der Vorbereitung und es ist mir wieder vorgeworfen worden, spitzzüngig ist mir vorgeworfen worden, dass ich immer wieder Frimpong Timmerenke einfallslos ankündige, immer die Chippendales-Hose und da ist er aufgeregt oben. Ich kann es mal anders machen. Ich kann auch sagen, dass möglicherweise Frimpong Timmerenke lustlos oben an der Showtreppe steht, in seiner abgerissenen Jeans und seinem Schuhwollepulli, den er gerade aus dem eine Welthaus geholt hat. Salami-Brötchen in der Hand. Ja, ein Salami, er kaut noch und hat noch Salami zwischen den Zähnen und er raucht eine filterlose Zigarette und sagt, oh Gott, das will nicht schon wieder das bescheuerte Intro, ich kann es nicht mehr hören, aber jetzt muss er eben das alte Zirkus fährt, es muss wieder in die Manege, also wir spielen das Intro ab, aber natürlich, er will es eigentlich gar nicht, er will nicht ins Rampenlicht, aber hier ist er, Frimpong Timmering. Da ist er. Grüß dich. Guten Morgen. Guten Tag. Moin. Ich habe gerade noch ganz schnell so die Kippe unterm Schuh ausgedrückt. Einmal schwer durchgehustet. Einen schlechteren Atem als Dieter Hecking. Und bin jetzt bei euch. Ja, es ist so schön. Das ist schön. Und toll, wie du dich freust. Toll. Einfach toll. Ja, ich bin ganz enthusiastisch hier zu sein. Sag mal, wie habt ihr euch das eigentlich vorgestellt? Wir haben jetzt so diese Wagenreihung so verändert. Wann losen wir denn jetzt aus? Drehe ich jetzt direkt das Glücksrad oder gibt es da einen Plan? Ja, nee, komm. Lass jucken. Gut, mache ich. Und, und, und, und? Es wird exotisch. Wir stehen beim Team Sylt. Wie Team Sylt? Was ist denn das Team Sylt? Was soll das sein? Ja, das werden wir nächste Woche erfahren. Oh, ich google das sofort. Ja, google das einfach mal. Team Sylt? Ja, und ich möchte auch... Hau doch schon mal die spannendsten Sachen raus, damit die Spannung nächste Woche hochgehalten wird. Ja, ich möchte nur sagen, was die Hörer und die Leser dieses Podcasts nicht sehen können, dass hinter Frimpong Timmerenke ein riesiges Plakat vom Tourismusverband Westerland hängt. Wahrscheinlich war Frimpong schon fünf oder sechs Mal in Hörnum. Und in List und natürlich auch in Kampen aus Sylt. Er ist wahrscheinlich Pfingsten auch wieder da und im Pony und im Go-Gärtchen abzufeiern und hat jetzt dem Tourismusverband versprochen, ach komm, wir machen mal das Team Sylt. Kennt keine Sau, aber ist egal. Bezahlte Inhalte, mein Lieber. Ich mach kein Geheimnis draus. Team Sylt klingt wie die Jugendorganisation der FDP, aber es ist wirklich ein Verein. Mehr sage ich nicht. Ey, Team Sylt. Naja gut, ich werde mich dieser Causa annehmen und einen sechsminütigen Champagner- und Bockwurstgetränken Vortrag halten. Es wird schön. Lieber Frimpong, hast du ansonsten Zuschriften, die uns elektrisieren, die uns möglicherweise auch in große Kontroversen treiben? Nein, aber ich habe Zuschriften. Das ist gut. Mehr wollen wir doch gar nicht, Frimpong. Ich weiß ja nicht, was euer Boat floated. Vielleicht wird es ja doch elektrisierend. Simon schreibt uns, eine kleine Anmerkung zu den Pfiffen der BVB-Fans gegen Schlotterbeck. Diese Fans sollten sich mal in Erinnerung bringen, dass gerade der BVB von solchen Ausstiegsklauseln profitiert hat. Waldemar Anton und Sejo Girassi. Da ist es wohl wieder gut. Ja, da ist dann egal auf mal, ne? Ja, da ist dann egal. Könnt ihr euch mal selber angucken. Ich sag mal so, ich finde ohnehin, dass die BVB-Anhänger sehr, sehr gnadenlos oft mit den Spielern umgehen. Von wegen, der Buckelball bewegt sich und dann weiß man, Niklas Sühl ist wieder im Training. Die Frage ist, glaube ich, so ein bisschen, wie hoch man die Erwartungen schrauben will an Nico Schlotterbeck. Man hätte es natürlich wirklich gerne gehabt, wenn er sich nochmal ein BVB-Wappen auf den Unterarm tätowiert hätte. So ist es halt. Wahrscheinlich ist es einfach so, dieser Bruch zwischen großer Romantik und modernem Fußball, mit dem auch BVB-Anhänger klar werden müssen. Also mag ein kleines bisschen zwiespältig und ein kleines bisschen Bigott sein, dass da so gepfiffen wurde. Aber ich finde, dazu haben natürlich auch emotionale Fans alles recht. Man kann zwischendurch auch einfach mal Dinge ausblenden, die einem nicht gefallen, um sich eine klare Meinung zu bilden, finde ich. Arndt, du googelst noch nach Team Sylt, ne? Oder guckst noch mal, was so auf Amrum und auf Hör los ist. Die spielen nur mit neun Spielern. Aber mehr sage ich jetzt nicht. Ich will nichts vorwegnehmen. Die spielen in der Neuner-Liga. Ist auch wenig Platz. Hört sich richtig spannend an, Fribon. Hört sich richtig spannend an. Mein Gott, irgendwie muss ich den Sommer rumkriegen. Ich habe keinen Bock, das selbst zu bezahlen. So, jetzt kommt ein längerer Text. Ich bitte euch um Konzentration, damit wir danach auch drüber reden können. Raphael hat uns geschrieben und wir blicken mal in eines der kommenden Gastgeberländer der WM, USA und wie da der deutsche Fußball so aufbereitet wird. Es geht um das Thema Konferenz, was wir ja schon hatten. Sowohl ESPN, Bundesliga, Zweite Liga und Dritte Liga als auch Paramount+, CBS, Champions League, Europa und Conference League haben eine Art Konferenzschaltung hier bei Spielen am Wochenende und bei internationalen Spielen unter der Woche. Allerdings sind diese nicht, wie man es aus Deutschland kennt, mit jeweiligen Kommentatoren besetzt, die nur für die Konferenzberichterstattung da sind, sondern vielmehr wird ein Kommentator, manchmal bei CBS auch zwei, als Hauptmoderator eingesetzt, der dann auf die jeweiligen Spiele zugeht, ein, zwei Sätze über den jeweiligen Spielstand oder andere Informationen einbringt. Und dann wird der Audiokanal auf das jeweilige Einzelspiel mit dem dazugehörigen Kommentator gelegt. CBS hat es mittlerweile so weit gemanagt, dass die Konferenz nicht mehr komplett live ist, sondern zu manchen Spielzeiten zeitverzögert hingeschaltet wird, um dann zu suggerieren, dass dann das dort gezeigte Tor tatsächlich in dem Moment live passiert. Das nimmt einmal ein bisschen die Illusion einer Live-Konferenz, vor allem wenn auch mal das Handy schon ein Tor anzeigt, das in der Live-Konferenz noch gar nicht vorliegt. Ich vermisse die WDR 2 Radiokonferenz oder die Arena TV Premiere Sky-Konferenzen, aber habe mich mittlerweile an diese Berichterstattung bzw. Konferenzschaltung gewöhnt. Und wenn ich so höre und sehe, dass Kommentatoren in Deutschland nur noch in einem Raum zusammensitzen und eine Konferenz live aus dem Stadion simulieren, nehme ich die US-Variante lieber. Absolut, absolut. Also das geht mir genauso. Diese komischen Konferenzen in einem Raum, wo da aussieht, als ob du in so einem Motivationsseminar von Jürgen Höller oder Mehmet Göker bist. Das ist nicht so mein Ding. Ich weiß, dass die Fernsehsender auch irgendwie sparen müssen. Aber ich finde, Kommentatoren in den Stadions haben, Leute, die die Atmosphäre aufsaugen, die mal über ihren 30x30cm Bildschirm hinweg gucken können, was da eigentlich los ist, ist eigentlich ein absolutes Pflichtprogramm für jeden Sender. Wenn ich es anders machen würde, dann würde ich es wenigstens nicht so unangenehm abfeiern, wie es The Zone zum Beispiel macht. Kann ich nichts hinzufügen. Hallig-Hoge auch spannend. Sowieso ganz Nordfriesland. Das ist ein sehr interessanter Raum, das Wattenmeer. Der leere Blick von Arndt zeigt, er ist längst gedanklich auf Hallig-Hoge. Nein, ich hatte gerade das Gefühl, du hast das alles schon mal erzählt. Du Sau. Naja, auf jeden Fall. Was ist eigentlich euer Lied, wo ihr die maritimsten Gefühle habt? Bei mir ist es tatsächlich Biskaja von James Last. Da sehe ich mich sofort in Neuharlinger Siel auf den Shuttle nach Wangerooge oder Spiekeroge oder wo man da hin muss. Es riecht nach Fischbrötchen und schlecht gelaunter Kapitän und so ein herrischer Einweiser, der dein Fiat Punto oder dein Opel Kadett auf die Fähre holt. Irgendwie so. Ich hätte jetzt an der Nordseeküste sagen können, aber Biscaya ist natürlich weit vorne. Es kam auch in Pulp Fiction vor, glaube ich. Oder in, warte mal, oder war das Kill Bill? Nee, in Kill Bill kam es vor. Biskaya? Nein. Ja. Biskaya? Ist auf dem Soundtrack drauf. Und es ist aber im Prinzip ein wenig angelehnt an die wunderschöne Single Wolkenreise von E-Rock, falls ihr das noch was sagt. E-Rock war ein Bandmitglied von Grobschnitt. Einer Krautrock-Band und hatte einen Hit mit Wolkenreise. Und das klingt so ein bisschen wie der Vorläufer von Biscaya. Kann ich allen nur empfehlen. Sehr maritim auch. Ey, Grobschnitt. Davon hatte ich eine Platte. Ja, siehste. Er verrückt. Ich google jetzt mal schnell E-Rock. Ja, pass auf. Und ich google noch ganz gut Grobschnitt. Grobschnitt, pass auf. Ende der 70er hat ein Grobschnitt, ihr künstlerlichen Zenit überschritten. Die Songs von Merry-Go-Round haben nicht mehr die innovative Kraft wie ihr dem. Ja, reagieren teilweise nur noch müde auf Trends, anstatt diese selbst vorzugeben. Schreibt Metal.de. Auch schön. Ist auf E-Rock 3 drauf, das Wolkenreise. Und er ist jetzt inzwischen 85 Jahre alt. Und kommt aus Oberhausen. E-Rock. Richtige Nummer Joachim Heinz-Erik. Wusstest du, dass Klaus Vier mal Saxophonist bei Gaia Sturz-Flug war? Natürlich. Das ist ja nur Basiswissen. Bei eurem Derby drehen wir mit Klaus Vier, der, glaube ich, Preußen-Münster-Fan ist. Die Sau. Ja, und er war mal ein Saxophonist bei Geier Stoßdruck. So, jetzt komme ich aber nochmal. Bei Kill Bill wurde offenbar nicht Biskaja, sondern The Lonely Shepherd von James Last eingespielt. Ach, stimmt. Ja. Stimmt, Mist. Aha, ja, okay. Naja. Du hättest dich wohl für sehr schlau, was? Philipp Wikipedia-Köster. Bekannt als Ulf Poschert für Arme. So. Aber das ist übrigens interessant. Sobald du anfängst, so ein bisschen weicher zu werden in deinem Gesicht, siehst du nicht mehr aus wie Ulf Poschert. Wenn du anfängst, so etwas Feingeistiges zu sagen und ein bisschen emotionaler wirst, ist der Ulf Poschert komplett weg. Jetzt sehe ich aus wie Wolfgang Mischnick mit heruntergelassener Brille. Findet ihr nicht? Wolfgang Mischnick vom Team Süd. Wolfgang Mischnick werden auch noch die Älteren kennen so. Nun gut, egal. Weiter geht's. Der Vollständigkeit halber möchte ich auch noch kurz Hamburger Fairmaster einbringen. Da kriege ich maritime Gefühle. Mittlerweile können wir auch eine Playlist anlegen. Ey, Hamburger Fairmaster und noch hatten die Pest an Bord. Ich glaube, Frimpong ist auch noch einer, der sich nicht nur vom Tourismusverband Westerland bezahlen lässt, sondern auch der ist bei den Gags bei der Hafenrundfahrt in Hamburg so lacht. Hier, Övelgönne. Aber auch für einen kleinen Schein. Ja, genau, natürlich. Und Filterkaffee satt. Das klingt irgendwie gerade nach Feierabend. Ich kann euch helfen. Stark nach Feierabend. Eine habe ich noch. Eine habe ich noch. Uh, uh. Eine habe ich noch. Aram hat uns geschrieben, lieber Herr Köstner, Kevin Köstner. Witzig. Nach ihren diskriminierenden Äußerungen über Neandertaler, die sie mit sexistischen Honks in einen Topf warfen, möchte ich Ihnen unbedingt das großartige Buch See der Schöpfung von Rachel Kushner ans Herz legen. Die Lektüre wird Ihnen hoffentlich ein anderes Bild des Neandertalers vermitteln. Aber was soll das für ein Bild sein? Man weiß doch schon, dass Neandertaler ein sehr, sehr problematisches Verhältnis zur Pyrotechnik hatten, oder? Nein, in erster Linie ist es so, dass ich was über Neandertaler gesagt habe und nicht Herr Köstner. Aber egal, ich schaue mal rein in dieses Buch. Du hast diese Mail ausgespart, wo es darum ging, dass sich die Fans untereinander vom VfB Lübeck spinnefeind sind und sich gegenseitig bekriegen. Da wolltest du wohl nicht drüber reden, jetzt über das Thema. Typisch ist das, typisch. Ich bin kein offizieller Vereinssprecher. Ich rede gern über das wunderschöne Bundesland Schleswig-Holstein, die Inseln. Ja, vor allem die Inseln, vor allem die Inseln. Liebe Freunde, liebe Freunde, ihr hört jetzt gleich noch einen von Frimpong Timberenker eingesprochenen Werbespot über die wunderschöne Insel Sylt und die anliegenden Inseln Amrum und Föhr. Wir verabschieden uns aber, weil wir hier nichts mehr zu sagen und zu tun haben. Arndt Zeigler und Philipp Köster haben sich gefreut, dass ihr für eine Fußballstunde unser Gast war. Macht's gut, ihr Lieben. Und jetzt kommt Frimpong mit Sylt. Es war schön. Visit Sylt. Ciao. Tschüss. Also in diesem Sinne, bleibt gesund. Alles Gute und bis demnächst. Danke. Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+. Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster, wenig überraschend, Arndt Zeigler und Philipp Köster.