Und Philipp, heute ist ja alles anders. Heute ist alles anders. Alles ist anders heute. Ja, überraschenderweise. Wir wollten ja eigentlich erst zur Weltmeisterschaft wieder mit unserem täglichen Podcast auf Sendung gehen. Aber wir schieben noch mal was dazwischen, denn heute haben wir eine Premiere. Ich glaube, in 2433 Folgen, Zeigler und Köster hatten wir noch nie einen Gast. Edi Glieder bei uns mal zugeschaltet und Almut Schulter haben wir besoffen bei uns im Bus gelesen. Haben ansonsten aber noch nie einen Gast gehabt. Ja, aber heute ist soweit. Und es ist aber jemand, der gar nicht weiß, wie oft er in diesem Podcast schon aufgetaucht ist. Weil er erst ab Januar gehört hat. Lass uns doch mal den Vorsprung machen. Oder wollen wir erst mal erklären, dass wir das jetzt auch regelmäßig machen wollen, dass wir über Lieblingsspieler reden. Genau. Ich mag ihn, aber es ist mehr dein Lieblingsspieler als meiner, muss ich gestehen. Das liegt aber am Verein. Das liegt am Verein. Ein verdienter großer Spieler von Arminia Bielefeld, meinem Herzensverein. Wir werden natürlich auch noch deine Lieblingsspieler. Ich weiß nicht, wer ist das? Johann Miku oder Mario Basler? Miku wäre weit vorne. Sonst noch jemand, den er in der Verlosung hat? Und viele Rundenrufer können wir auch gerne nehmen. Ja, aber heute ist tatsächlich Stefan Ortega da, langjähriger Keeper von Arminia Bielefeld. Hat in großen Spielen meines Lieblingsvereins im Tor gestanden. War unter Pep Guardiola bei Manchester City, bei Nottingham Forest. Ist in der Nähe von Kassel aufgewachsen. Und werden die natürlich auch fragen, ob er Fan des ruhmreichen Kassel ist und so weiter und so fort. Das machen wir aber alles nach dem Vorspann. Ja, es ist nicht alles anders. Mit der englischen Gitarre. Die ist wieder da. Bitteschön. Also es ist alles vorbereitet. Jetzt geht's los. Zeigler und Köpfe. Ja, Stefan Ortega ist hier bei uns. Grüß dich erst mal. Schön, dass du bei uns bist. Ja, moin. Unser erster Gast überhaupt. Sag mal aus Hamburg, wa? Ja. Wir sitzen hier alle zusammen gerade in Hamburg, haben uns hier zusammengefunden. Und es ist wirklich so, dass Philipp dich in ganz vielen Folgen auch teilweise völlig sinnlos ins Gespräch gebracht hat und permanent zwanghaft über dich geredet hat. Also du musst dir die frühen Folgen des Podcasts unbedingt noch nachholen. Ja, anscheinend schon. Du warst doch ein Thema. Ich erinnere mich jetzt nur an zweimal, wo ich erwähnt wurde seit Januar. Das kann er nicht so häufig sein. Er ist jedenfalls nicht davon losgekommen. Ich bin nicht davon losgekommen. Stefan, wir gucken ganz kurz mal in deine Biografie und stellen erst mal fest, du bist 33 Jahre alt. Ist das jetzt das allerbeste Torwartalter, in dem du dich befindest? Wenn wir sehen, in sieben Jahren kannst du noch mal ganz groß angreifen und dann doch noch mal mit der Nationalmannschaft zur WM fahren? Sehr gute Frage. Wir haben ja jetzt gesehen, Alter spielt anscheinend keine Rolle. Man kann auch noch spät zu einer WM wieder dazustoßen, wie es Manu jetzt wieder geschafft hat. Beste Torwartalter... Schwer zu sagen, wirklich schwer zu sagen. Ich habe für mich irgendwann mal herausgefunden, so im Alter 27, 28, werden jetzt wahrscheinlich Torhüter, die irgendwie zuhören, wohlwollend nicken. Irgendwann kriegt man so eine innere Ruhe, wo man sich nicht so viel stressen lässt. Das ist nichts Gezwungenes. Man macht einfach seinen Job und man ist so in einem Einklang. Das hatte ich davor nicht. Da war ich Wildsporn. Also ich weiß nicht, was man sonst noch alles dazu sagen kann. Brausekopf. Ja, viel. Wer in der Handschule sagt Brausekopf. Viel Up and Downs, auch in der Gefühlswelt. Das habe ich jetzt nicht mehr. Ich bin da jetzt eigentlich recht entspannt. Und so ist das dann am Ende auch auf dem Platz. Aber ja, du hast es gesagt, 33, noch jung und knackig. Habe auf jeden Fall noch einige Jahre vor mir. Ist denn eigentlich, Stefan, für dich dieses Jahr wirklich ein WM-Traum geplatzt? Weil wenn man so deine Interviews liest, dann hättest du eigentlich gerne noch mehr gespielt im letzten halben Jahr, um vielleicht nochmal in Frage zu kommen. Was heißt WM-Traum geplatzt? Also wir haben es ja im Einspann gehört. Die meiste Zeit habe ich bei Arminia verbracht. Da denkt man nicht so normalerweise an die Weltmeisterschaft. Jetzt sitze ich hier und habe seitdem einige Trophäen gesammelt, die ich mir vorher nicht erträumt habe. Das wäre ein schönes Bonbon gewesen, aber mein Leben geht jetzt nicht den Bach runter, nicht mitzufliegen. Aber es ist Trophäen, sagst du gerade, ich habe geguckt, Westfalenpokalsieger 2012 war die erste. Genau. So richtig? Sollte man nicht vergessen. Und dann aber Premier League 2024, das ist schon eine Reise. Davor gab es noch die Radkappe mit Arminia. Zweite Liga. Ja, das war nicht alle, aber ich meine jetzt so diese Spanne zwischen Westfalenpokalsieger und Premier League gewinnen, das ist schon für einen deutschen Torwart eine Riesenreise, die du mitgemacht hast. Ja, in der Tat. Manchmal muss ich mich auch kneifen. Das Coole ist bei Manchester, jede Trophäe, die du gewinnst, kriegst du automatisch vom Verein auch mal in so einer kleineren Form ausgehändigt. Und das ist jetzt alles in Hamburg im Keller. Und da wir ja noch nicht ganz fertig sind mit dem Haus und ich häufig in den Keller geschickt werde, laufe ich da jetzt auch immer dran vorbei. Und das ist dann schon immer so ein Moment, wo man mal kurz innehält und sagt, ja, hat sich gelohnt bis hierhin. Wir müssen den Leuten, glaube ich, erklären, du ziehst gerade nach Hamburg um, in diesen Tagen sozusagen, während wir hier sprechen. Und ich habe auch in diversen Interviews gelesen, du hast auch, als du nach Nottingham gegangen bist, du wärst gerne schon vorher wieder nach Deutschland gewechselt. Ja, also irgendwo habe ich immer noch so ein bisschen das Gefühl, dass ich noch nicht so ganz fertig bin in der Bundesliga. Aber es ist halt auch kein Wunschkonzert gewesen. Wir hatten im Winter Kontakt zu einigen deutschen Vereinen, hat dann aus vielen Gründen nicht geklappt. Ganz am Ende hat es dann zum Glück mit Nottingham geklappt, weil zum einen konnten wir in Manchester wohnen bleiben, wo wir jetzt vier Jahre am Ende waren, wo unsere Tochter in die Schule gegangen ist, wir uns auch wirklich sehr, sehr wohl gefühlt haben. Ich konnte weiter in der Premier League Fußball spielen, ich habe nochmal was, Neues gesehen. Und es passiert immer alles aus einem Grund, hinterher ist man immer schlauer. Wir haben ja aus Deutschland immer so ein bisschen dann nach England geguckt, haben gedacht, von einem Erstliga-Absteiger wechselt man zu Manchester City, was ja quasi so State of the Art im europäischen Klubfußball ist. Wir können gleich nochmal die Biografie von vorne aufzäumen, aber wie war das eigentlich, als du in Manchester eingeritten bist? War das eine komplett andere Welt oder war es irgendwie so ähnlich wie bei Arminia, aber eben 10 Mal größer, 20 Mal größer oder war es auch quasi so, keine Ahnung, vom ganzen Approach, von der ganzen Atmosphäre etwas völlig anderes? Das reicht gar nicht. Also ich weiß nicht, du kennst das Trainingsgelände in Bielefeld. Ich weiß nicht, ob du schon mal da warst. Nennen wir es Trainingsgelände. Deutschland ist eine Familie, die noch nicht da war. Also die haben jetzt zum Glück ein neues Trainingsgelände gebaut, was wirklich echt schick ist, was auch echt Zeit wurde. Ja, also es war schon... Dieser ganze Ritt, wo der erste Anruf kam, ich war eigentlich schon recht weit mit Schalke zu der Zeit, als Jörg Neblung kam und sagte, da könnte auch noch was anderes gehen, habe ich erstmal gesagt, weiß ich nicht, da komme ich ja nicht als Nummer 1 hin, ich will eigentlich spielen und Schalke, das ist alles ein bisschen heimatnah gewesen und ich wollte eigentlich gar nicht raus. Hat dann auch ein bisschen gedauert, bis Jörg, Daniel und noch andere Leute ein bisschen auf mich einreden mussten und gesagt haben, na, mach dir doch nochmal Gedanken dazu. Das könnte ein großer Schritt werden. Und dann sind es so Kleinigkeiten. Als wir uns mit denen geeinigt haben, haben die dann ein Flugzeug geschickt, haben uns abgeholt. Den Daniel, also der arbeitet auch für Jörg, für die Agentur, der lebt in München. Den haben sie erst in München abgeholt, sind dann nach Düsseldorf geflogen, haben uns dort abgeholt, sind dann nach Manchester geflogen. Ja, und dann stehst du vor diesem Trainingsgelände und denkst dir, das ist hier nur für eine Mannschaft. Wir sagen, ja, der Rest ist auf der anderen Seite. Ist halt eine komplett andere Dimension. Zum Glück war da noch keiner da, weil das in der Sommerpause war. Aber ja, der erste Tag, wenn man in die Kabine reinläuft und dann hast du Kevin der Bräune, Bernardo Silva und Co. Da reinstiefeln, ist dann schon erstmal ein bisschen komisch. Aber wir sind ja alles Gewohnheitstiere. Das ist immer schaulich. Eine Praktikantin, die bei RTL gearbeitet hat, hat mal gesagt, die hat bei Hans Meiser damals angefangen in den 90er Jahren. Und sie meinte, am Anfang wäre es so aufregend gewesen, Hans Meiser zu treffen. Und hinterher wäre es halt der Hans gewesen, der als Chef total genervt hat. Ich glaube, das ist wahrscheinlich mit Kevin De Bruyne und anderen nicht anders. Ja, also gerade in so einem, wenn du in so einem Gebäude bist, was nicht nach draußen kommt, verhalten sich die Spieler meistens auch so, wie sie wirklich sind. Und im Fußball ist es recht einfach. Du musst auf dem Platz irgendwie funktionieren. Die müssen sehen, dass du nicht so blind bist. Und wenn du dann nicht ganz so neben der Spur außerhalb vom Platz bist, geht das eigentlich recht schnell. Hab's dann, glaube ich, auch ganz gut hingekriegt, mich so ein bisschen zu integrieren. So ein typisches Trainingslager, wie ich es ja vorher auch kannte, war dann nach fünf Tagen in Manchester sind wir nach Amerika geflogen. Also mit Arminia. Ich weiß noch, ich bin mal mit Arminia zu einem Trainingslager geflogen, was Christian Ziege als Trainer selber bezahlt hatte, weil wir sonst nicht hätten wegfliegen können. Die große Zeit, der ist ja ziehe. Und jetzt fliegst du nach Amerika für so eine Commercial-Tour. Aufregend, spannend. Natürlich auch mit dem Trainer, der dann am ersten Tag auch gesagt hat, Stefan, komm mal ins Büro, lass uns mal reden. Wie ist er denn so? Entspannt. Er hat versucht, ein bisschen Deutsch mit mir zu reden. Hat tatsächlich auch noch einigermaßen gut geklappt. Aber klar, also, du gehst da rein und bist erstmal ein bisschen nervös. Aber ist dann dasselbe, so wie er mit dir redet, wie er auf dich redet. Aber entschuldige, sagen ja alle Leute, dass er was ganz Besonderes hat. Also dass du, wenn du mit dem redest, sofort merkst, das ist nicht nur Charisma, sondern das ist auch nicht nur Fußball, sondern der hat so im besten Sinne als Menschenfänger ganz viele Eigenschaften, die dich beeindrucken. Ja, also ich glaube, so lange so erfolgreich zu sein, da brauchst du als Mensch wirklich eine gute Gabe, so viele Superstars immer im Einklang zu halten. Das hat er in Barcelona geschafft, das hat er bei Bayern geschafft. Und jetzt über zehn Jahre auch bei Manchester. Ja, und über den Fußball-Sachverstand, müssen wir, glaube ich, nicht drüber reden. Ich hatte jetzt das Glück, unter ihm zu arbeiten. Und er hat meine Sicht auf den Fußball schon arg verändert. Inwiefern? Also kurze Anekdote, es war das erste Spiel, Premier League Spiel, auswärts gegen West Ham und wir sind so ein bisschen fahrig gestartet und ich weiß nicht, ob ihr Pep schon mal gesehen habt an der Seitenlinie, der läuft gut auf und ab, und dann war Halbzeit und er war erstmal nicht zu sehen. Und dann kam der so nach fünf, sechs, sieben Minuten, glaube ich, kam an seine Taktiktafel, hat das rumgemacht und gesagt, so Leute, wenn ihr das, das macht, müssen wir uns so, so bewegen. Und wenn der Raum freigeht, müssen wir da reinspielen. Glaubt mir, ihr seid alleine vorm Tor. Und die zweite Halbzeit geht los und das Spiel läuft so dahin. Und auf einmal geht es los. Der eine Spieler bewegt sich so, der eine so. Wir passen den Ball so, wie er es wollte. Und wir stehen vor dem Tor und schießen ein Tor. Und ich denke mir, das ist komisch. Also es gibt Trainer, die sagen manchmal was oder die wechseln, die haben ein goldenes Händchen und das klappt. Aber die nächste Woche war es genauso. Nach der Halbzeit hat er was erklärt und wir schießen genauso wieder ein Tor. Und dann sitzt du da irgendwann und denkst, das kann doch nicht wahr sein. Und es ist einfach dieses Auge, welches er während eines Spiels hat. Natürlich wird ihm auch viel zugearbeitet von der Tribüne und von seinem Staff und sowas, aber... Das ist schon ziemlich außergewöhnlich. Was er von einem fordert. Prinzipiell ist das ja eine sehr, sehr spezielle Welt bei Manchester City. Durchgeplant und natürlich hat man beim FC Bayern ja auch schon gesehen, wie Pep Guardiola das so für sich organisiert hat, dass das alles so gut funktioniert. War es für dich trotzdem erstmal auch ganz gut, da so langsam reinzukommen? Ein anderer Ersatztöchter aus der Bundesliga hat mir mal erzählt, er war ganz am Anfang durchaus dankbar, dass er sich das erstmal alles angucken konnte. Also wenn er jetzt sofort hätte Stammkeeper sein sollen, dann wäre es für ihn fast überfordernd gewesen, Tempo, die ganze Aufmerksamkeit, die man hat. Also war das erstmal ganz okay, nicht sofort so die Machtfrage zu stellen, sondern zu wissen, ich bin jetzt erstmal auf der Bank? Ich glaube schon. Also bei der Größe des Vereins und mit den Spielern, die dort sind, war das, glaube ich, schon ganz hilfreich, einfach mal dort reinzuwachsen. Weil von dem, was ich vorher gesehen hatte, sind das halt massive Unterschiede gewesen. Also sei es Arminia Bielefeld oder 1860, nichts zu vergleichen. Hat es schon geholfen. Aber lass uns nochmal zurückblicken, als du hingegangen bist. Du hattest ja wirklich wahrscheinlich jetzt so von außen gefühlt aus Erinnerung mit die beste Phase seiner Karriere gerade mit Arminia Bielefeld. Die konnten dir ja nicht versprechen, dass du stammt wirst und 40 Spiele pro Saison machst. Was war es dann, was dich überzeugt hat? Also du wusstest ganz genau, im dümmsten Fall spiele ich da gar nicht viel, aber es ist halt Manchester City. Was waren so die Argumente, die gesagt haben, ich mache das auf jeden Fall, ich will das probieren? Zum einen die Größe des Vereins, dann zweitens die Gespräche mit dem Torwarttrainer, der mir dann auch deutlich signalisiert hat, der zweite Torwart kommt ja auf genügend Spiele, weil du hast zwei Pokalwettbewerbe, du hast die Champions League, du hast die Liga. Da kommen wir vielleicht später noch drauf zu. Also dieser Kalender in England ist wirklich, also so eine Saison in England fühlt sich an wie zwei Jahre ohne internationalen Fußball in Deutschland. Also Bayern, Dortmund und Leipzig in den letzten Jahren, die kennen das auch, wenn man wirklich einen Rhythmus hat von allen drei Tagen und das nicht für zwei Wochen, sondern über Monate. Das ist schon echt absurd viel, was man da unterwegs ist und spielt. Ja, deswegen, es waren viele Gründe. Natürlich, finanziell war es natürlich auch ein Quantensprung von Arminia zu Manchester zu wechseln. Ist nicht so überraschend. Nee. Na gut, aber Schalke war ja auch noch in der Verlosung. Ja, die waren auch noch in der Verlosung. Also meine Wechsel oder meine Verlängerung, die ich bei Arminia gemacht habe, die waren tatsächlich nie wirklich geldgetrieben. So war ich nie und so werde ich glaube ich auch nicht sein. Die Perspektive hat mir dort einfach gefallen und auch einfach diesen Schritt zu wagen und zu gucken, wie weit es denn gehen kann. Eigentlich war so meine Idee, ich gucke mir das mal ein Jahr an, gucke, dass ich ein paar Spiele mache und empfehle mich für was anderes. Dass es dann jetzt am Ende dreieinhalb Jahre dort gewesen sind, war so nicht geplant. Aber zeigt auch, dass ich mich da ganz gut reingebissen habe. Es gab einen großartigen Moment, wo wirklich alle dachten, sie werden verrückt und Leute, die noch nicht mal sich für Fußball interessieren. Als ich weiß nicht, ob Liam oder Noel Gallagher eine Parade von dir auf Twitter gefeiert hat. Das war im vorletzten Spiel? Nee, nee, das war. Mein erstes Pflichtspiel für City, war in der Champions League gegen Dortmund, in der Champions League, da haben wir 0-0 gespielt im Westfalenstadion und dann hatte ich mein erstes Spiel im ETH gegen Chelsea, das war dieser Carabao Cup, da hatten wir 2-0 gewonnen. Und ehrlicherweise war das auch ein Einstand nach Maß. Also ich hatte da, glaube ich, ganz gute Statistiken in dem Spiel. Wir haben 2-0 gewonnen und ja, das war das Spiel. Und es war wirklich so, dass mir ganz, ganz viele Leute nur dann so Screenshots von diesem Tweet geschickt haben. Und da hat man fast so unreflektierten Bielefeller Lokalpatotismus. Guck mal, einer, der mal wieder gespielt hat, wird jetzt von den Oasis-Brüdern, von den Gallagher-Brüdern. Begegnet man den Gallagher mal? Ja, die laufen häufiger mal rum am Trainingsgelände oder auch die waren in Istanbul und sowas. Das ist ganz cool, oder? Die sind sehr entspannt unterwegs, ja. Aber sag mal, du bist jetzt, wie gesagt, du hast jetzt gerade wiederum Nottingham hinter dir, du hast lange Zeit bei Manchester verbracht. Wie fühlst du dich eigentlich Vereinssucher an? Ich stelle mir vor, du hast einen Berater, Jörg Nebelung, hast du schon öfter erwähnt. Man wartet wahrscheinlich ständig auf Anrufe. Ich denke mir, dass du jemand bist, der auf dem Markt einen guten Namen hat, wo durchaus Anfragen kommen. Und du musst dir jetzt halt sehr genau überlegen, auf was habe ich Bock und auf was nicht. Ja, genau. nicht mehr und nicht weniger. Das war letzten Sommer der Fall, als der Verein dann gesagt hat, wir kaufen James Trafford, wäre ganz gut, wenn du dir was anderes suchst, wo ich schon ziemlich geschockt war. Da bist du dann zur Nummer drei geworden dann dadurch, durch den Transfer. Am Ende eigentlich zur Nummer vier, weil Scott Carson war der dritte Torwart zu meiner Zeit, der hat keinen neuen Vertrag gekriegt, dann hatten sie Markus Bettinelli geholt von Chelsea. Also war das alles abgeklappert. Und da gab es einige Angebote, aber da habe ich mich nicht wirklich bereit für den Wechsel gefühlt, weil, also kommen wir wieder zum Thema Familie. Meine Tochter, die ist dort, Reception heißt das, das ist so eine Vorschulklasse. Wir haben uns da wirklich sehr wohl gefühlt und ich habe gesagt, boah, nee, ich weiß nicht, also da ist nichts dabei jetzt gerade. Jörg, Jörg hat mich verflucht aus Beratersicht, aber ich habe gesagt, boah, nee, irgendwie fühle ich es nicht. Ich bleibe hier und dann gucken wir im Winter wieder. Ich habe noch ein Jahr Vertrag. Das ist ja dann auch immer so ein bisschen in dem Fußballgeschäft so, du brauchst zwei Parteien, um einen Vertrag zu unterzeichnen. Der Verein hat damals zu einer Verlängerung zugestimmt. Ich auch. Also hatte ich ja noch ein Jahr Vertrag und ich habe gesagt. Die müssen mich hier mittrainieren lassen. Ich fühle mich hier wohl, wo ich lebe. Meine Familie fühlt sich wohl. Ich will meiner Tochter die Möglichkeit geben, die Sprache weiterzulernen, diesen Kontakt zu ihren Freunden, die sie gefunden hat, weiter zu vertiefen. Und habe dann am Ende eigentlich so eine Entscheidung ein bisschen mehr für die Familie getroffen, wo wir dann wieder hinkommen, so ein bisschen nach seinen Werten zu gehen, seine Werte zu haben und auch danach zu gehen und sich nicht so zu verbiegen zu lassen und dann mal links, rechts irgendwie auszuweichen. So bin ich nicht. Ja, und dann kam der Winter. Da waren dann tatsächlich einige Vereine dabei, wo ich gesagt habe, da hätte ich echt Lust drauf. Hat dann nicht geklappt. Ja, und dann kam Nottingham am Ende. Und das passte dann ja auch gut, weil du dann in Manchester wohnen bleiben konntest, was natürlich dann auch für die Familie ganz gut war. Genau, und deswegen sitzen wir jetzt hier zusammen. Also wieder alles passiert aus einem Grund. Also es ist schon eine gute Strecke gewesen zu fahren, aber ich hatte halt nur bis jetzt zum Sommer unterschrieben, deswegen habe ich gesagt, das ist machbar. Ja, also so konnte ich. Und dann musstest du den Podcast hören. Genau, tatsächlich. Zufällig auch mal bei uns reingefunkt. Wenn man sich dann zwei und zwei zusammenzieht, ihr seid gerade als Familie nach Hamburg übergesiedelt und wollt hier wahrscheinlich auf Dauer bleiben. Ihr seid bald zu fünft und ich vermute mal, also ein Wechsel in die spanische zweite Liga kommt jetzt so schnell nicht mehr in Frage. Nee, aber in die erste. In die erste schon? Das würde gehen? Ja, das würde gehen. Also unsere Tochter, die hat jetzt noch ein Jahr, bis sie in die Grundschule kommt in Deutschland. Also sind wir noch so ein bisschen flexibel, was das angeht. Ja, aber das reizt mich schon, auch nochmal eine andere Liga zu sehen, also sei es Spanien, sei es Italien oder was ganz Verrücktes. Mein Plan war nie, nach England zu gehen, von meiner Frau auch nicht. Jetzt waren wir vier Jahre dort und wir mussten tatsächlich ein paar Tränen vergießen, als wir so das Haus und sowas dort auch abgegeben haben. Es hat uns so ein bisschen geflüchtet. Unseren Horizont ein bisschen vergrößert und nicht zu klein zu denken. Du hast uns eben, als die Mikrofon noch nicht anwanden, gesagt, deine Tochter hat einen Manchester-Akzent. Genau, die war anderthalb, als sie mit uns nach Manchester gezogen ist. Wie heißt der Akzent? Hat der einen Namen? Mancunien. Und die spricht also Deutsch mit Mancunien-Akzent? Englisch. Englisch mit deutschem Akzent. Mit Ruhrpott-Akzent. Bei uns hörst du es wahrscheinlich raus, bei meiner Tochter nicht, wenn die Englisch redet. Wir müssen gleich mal kurz ein bisschen über deine Jugend sprechen. Kurz vorher ist mir noch aufgefallen, es gibt ja dieses großartige Buch von Ronald Reng über den deutschen Keeper Lars Lese, der für Barnsley gespielt hat, der Traumhüter mit diesem wunderbaren Spiel, wo sie in Anfield bei Liverpool gewonnen haben und der beschreibt auch diese Szene, dass er sich das niemals hätte vorstellen können, dass er nach zwei oder drei Jahren Barnsley weg muss und die ganze Straße weint, die Kinder, klammern sich noch an die Nachbarn, weil sie eigentlich da bleiben wollen, sie können das, also es ist dann richtig Heimat geworden für die und einerseits ist das ja so, für Profis, so ein Nomadentum, also man zieht immer weiter und dann nochmal und nochmal und nochmal, und dann wird man doch irgendwo heimisch und das scheint ja in Manchester wirklich so gewesen zu sein. Ist es dir sehr schwer gefallen, da wegzugehen? Ja, schon, weil die Leute dort wirklich super entspannt sind, super offen, super herzlich zu dem Thema. Als ich dort hingegangen bin, Hat mich keiner wirklich gekannt. Das war ganz gut am Anfang. Wie sprechen die dich aus, die Engländer? Haben die schon Ortega gesagt, oder? Ja, es war dann irgendwann Scott Carson, der dritte Torwart, der hat irgendwann mal meinen Namen in den Google Translator gepackt. Und dann ist halt auch Stefan Steve geworden. Und dann war es irgendwann nach einem Jahr, haben mich selbst Leute auf der Straße Steve genannt. Recht lustig, weil du dann halt gar nicht geguckt hast. Aber irgendwann, da sagt er, was schreit der hier mit Steve rum, mein Name ist Stefan? Ja, die hatten schon ein bisschen Probleme. Stefan, Stefan, ST, kriegen die nicht so hin. Aber kurze Anekdote, in dem Supermarkt dort, wo wir ganz am Anfang dann waren, die haben dann halt gehört, wir sind nicht von dort. Aber Leute an der Kasse, fremde Leute, die dann gesagt haben, oh, ihr habt ja ein kleines Kind, seid ihr neu hier? Wenn ihr was braucht, lasst es uns wissen. Da sind coole Kindergärten, hier könnt ihr das machen. In Deutschland aktuell schwer vorstellbar, weil wir alle so ein bisschen grumpy unterwegs sind. Aber so ticken alle dann die sind wirklich offenherzig genießen das Leben mit tristem Wetter, wahrscheinlich sind sie deswegen so offen gegenüber Menschen, naja gut das wäre eine Theorie, die du hier in Hamburg nochmal belegen müsstest, dass die Leute besonders freundlich und offen sind, weil ihr schlechtes Wetter ist ja, also ich kann es jedem nur empfehlen, wenn man mal so einen Wochenendtrip machen will Manchester lohnt sich. Sagen alle, natürlich irgendwie aus musikalischer, kultureller Hinsicht, aus fußballerischer Hinsicht mit diesen beiden Riesenvereinen. Und was war das für eine Gegend, in der ihr gewohnt habt? So wie man sich so klassische Postkarten-Idylle in der Vorstadt mit den klassischen Häusern vorstellt? So ungefähr. Also wir haben in der Nähe vom Flughafen gewohnt. Tschecher heißt die Gegend. Und da wohnen halt wirklich selbst die Spieler von Liverpool, Everton, United City, dann auch von so Zweitligisten. Weil das alles so, für jeden ist es so die gleiche Fahrzeit. Also nach Liverpool sind es, glaube ich, eine Dreiviertelstunde, 50 Minuten. Nach Manchester rein dasselbe. Aber es ist sehr ländlich, sehr schön, sehr ruhig, sehr, sehr angenehm. Wie schnell ging das eigentlich, dass du das Gefühl hast, jetzt kenne ich die Premier League auch einigermaßen. Ich stelle mir das mal schwierig vor, wenn man in eine fremde Liga kommt. Du kennst dann zwar die Spieler und du hast die Vereine schon mal spielen sehen und im Fernsehen öfter geguckt. Aber bis du das Gefühl hast, ich bin jetzt hier richtig vertraut in der Liga, Ja, ich kenne jetzt so die Geflogenheiten, ich weiß, wie die Stadien sind. Ich weiß, wie die Fans ticken das doch auch ein bisschen, oder? Ja, es kam dann natürlich mit den ganzen Spielen, die man auch selber gespielt hat. Ich habe mir bei dem ersten Spiel gegen Chelsea, da habe ich schon einen kleinen Schock gekriegt bei der ersten Ecke. Ich weiß noch, da war noch Koulibaly, der Innenverteidiger dort. Der stand an mir dran, der ist ein Kopf größer als ich. Und er hat mich gefühlt in den Boden gedrückt, bevor er überhaupt die Ecke geschlagen hat. Und da habe ich irgendwann zu dem Schiedsrichter geguckt und habe gesagt, ist das denn okay? Und er hat mit den Schultern gezogen und hat gesagt, ja, du darfst dich wehren. Ich darf mich wehren. Mach, mach, wie du denkst. Also, das ist schon, ja, diese ganze Kultur ist schon was anderes. Natürlich die Intensität in der Liga. Also, wenn wir jetzt mal von dieser Saison gehen, die Absteiger. West Ham natürlich jetzt gerade das größte Beispiel. Wenn man den Kader nimmt und den in die Bundesliga packen würde. Können die nicht absteigen? Nee, nee. Und das ist halt, du hast wirklich in England kein Spiel, wo du dich irgendwie ausruhen kannst. Selbst in den Pokalwettbewerben, wenn du da mal einen Zweitligisten oder sowas kriegst, Da ist schon sehr, sehr viel Qualität. Das ist ja auch das, was wir jetzt auch gelernt haben über die Englische, über die Premier League, dass grundsätzlich natürlich mehr Geld fließt. Aber dass der Unterschied zwischen den oberen Mannschaften und den unteren nicht so groß ist wie hier bei uns. Also hier hast du halt zwischen Bayern und Heidenheim sind halt mehrere Galaxien. Und in England hast du bei den kleineren Vereinen auch, das sind kleinere Vereine, aber die haben viel mehr Mittel, um wettbewerbsfähig zu sein. Genau, und die machen es dann auch gut. Also es ist jetzt nicht so, dass sie einfach mehr Geld haben. Ja. Wenn man sich die ganzen Karte anguckt, selbst jetzt von Burnley oder Wolverhampton, da sind Spieler dabei, die haben alle einen Marktwert von 40, 50, 60 Millionen. Ich glaube jetzt, ich weiß es jetzt nicht genau, aber wenn wir jetzt mal. Nehmen wir jetzt Wolfsburg raus, aber in Deutschland die Absteiger nehmen, ich weiß gar nicht, ob da überhaupt einer dabei ist, der einen Marktwert von 30 Millionen hat. Weder St. Pauli noch Heidenheim, auch die Aufsteiger. Gibt es eigentlich noch englischen Fußball? Früher haben viele Leute immer gesagt, ich bin Fan vom englischen Fußball, aber eigentlich so direkt einen originären englischen Fußball gibt es nicht mehr, oder? Doch, finde ich schon. Also klar hast du viele ausländische Spieler dort, aber du siehst ja selbst die ganzen Brasilianer, die passen sich an, die kommen im Regen klar, in der Kelze klar. Es ist einfach eine wirklich enorme Qualität auf dem Platz. Natürlich hast du in den Stadien bei den richtig großen Vereinen natürlich schon so ein bisschen jetzt, ich glaube, man kann so sagen, diese Reisetouristen, aber wenn du jetzt zum Beispiel Burnley auswärts spielst. Everton, ich habe das große Glück gehabt, letzte Saison, also vorletzte Saison, eins der letzten Spiele im Goodison Park zu spielen. Das ist schon ziemlich cool. Du hast ja sehr viele Stadien noch, die tatsächlich ihre architektonischen Eigenheiten haben, wenn du jetzt Full-Lam anschaust, so direkt am Fluss, das ist natürlich auch sehr, sehr, sehr schön. Es gibt tatsächlich so manchmal so, dass die Leute sagen, es gibt den Kulturschock so ein kleines bisschen, wenn du selbst bei Stadien, die früher wahnsinnig berühmt waren, der alte Dan in Millwall und anderswo, wo durchaus deutsche Touristen, wo natürlich auf den Rängen auf eine andere Art und Weise gesungen wird und wenn du dir jetzt mal keine Ahnung, Stuttgart, Schalke und andere anschaust, natürlich ist das eine andere Atmosphäre, beispielsweise an der Stamford Bridge oder anderswo, wo glaube ich so dieses, ständig präsent sein als Anhänger einfach nicht so verbreitet ist. Das ist dann glaube ich auch einfach eine Geschmackssache zum einen und dann auch so ein bisschen, wie man aufwächst. Ich glaube, gehen wir nach Südamerika, Und nehmen die Vereine oder die Fans und die kommen hier hin, die würden sich, glaube ich, kaputt lachen. Oder Marokko. In Marokko geht es auch. Ich mag beides. Ich glaube, ich mag die deutsche Fankultur ein bisschen mehr, weil ich das eigentlich ganz cool finde mit den ganzen Fahnen. Ich mag auch Pyro persönlich. Also ich finde das cool, wenn du auswärts spielst, Freitagsabend und du läufst ein und siehst, der Block brennt. Ja. Gibt, glaube ich, keinen Spieler, der nicht sagt, bitte nicht. Aber wiederum in England, ich erinnere mich an unsere erste Saison, wo wir recht erfolgreich waren. Da waren die Heimspiele schon so wirklich elektrisierend. Selbst wenn du mal auf der Bank warst, hast du es einfach selber mitgenossen, weil so eine Energie aufgekommen ist, was anders ist als in Deutschland, aber trotzdem schön. Ja, es gibt ja ganz viele unterschiedliche Fußballkulturen. Wie gesagt, du hast ja gesagt, in Argentinien würden Sie wahrscheinlich sagen, was ist das denn hier für ein Lama Zuck in Deutschland? Und gleichzeitig sieht man ja auch, dass sich inzwischen ganz viele Fankulturen so untereinander befruchten. Also vieles von dem, was du in Deutschland jetzt siehst, hast du in Italien halt schon vor 40 Jahren gehabt. Wiederum, die alte englische Fankultur war ja nochmal anders. Wenn du dir so alte First-Division-Spiele anguckst, da wurde ja nur noch gesungen und Fahnen und so weiter. Das ist lustig, wie sich das immer so gegenseitig befruchtet. Wie waren so die Unterschiede dann zwischen Manchester und Nottingham? Also klar, Nottingham, auch wahnsinnig viel Geld reingesteckt, glaube ich, unendlich viele Transfers. Aber da bist du wahrscheinlich schon mit einem anderen Standing reinmarschiert, als von Arminia nach Manchester zu kommen. Ja, das war ganz lustig. Klar, kommst du dann mit einer anderen Vita. aber der Verein ist auch sehr, sehr cool ich hatte es gar nicht so auf dem Schirm, aber von der Historie einer der Gründungsmitglieder, das war zum Beispiel ganz lustig eine Anekdote, also in England ist es ganz üblich, dass die Vereine so einen Botschafter haben oder mehrere und da ist der Kapitän von der Mannschaft gewesen, die zweimal die Champions League gewonnen hatten, und da sind wir dann so McGowan oder wer war das? Da müsste ich jetzt gleich nochmal nachgucken Aber Tony Woodcock kommt auch aus Nottingham, ne? Ja, ja. Der hat dann so diese zwei Champions-League-Pokale gezeigt und war super stolz. Ich habe dann gesagt, den kenne ich, den hatte ich auch schon in der Hand. Wusstet ihr das? Aber der Verein ist natürlich... Deutlich kleiner als Manchester mittlerweile. Hat mich sehr stark an Amine erinnert mit dem Stadion, mitten in der Stadt. Die Leute laufen zu Fuß dorthin, auch so die Größe 30.000. Aber wirklich ein sehr, sehr cooler, bodenständiger Verein. Die Leute, die dort arbeiten, hat mir bisher jetzt sehr, sehr gut gefallen, den Schritt dorthin zu gehen. Bevor du nach Nottingham gewechselt bist, war hier zu lesen, Manchester City bietet Ortega auf dem Markt an. Fühlt sich das komisch an oder wollten die dir im Grunde nur helfen, irgendwo hinzukommen, wo du mehr spielst? Ja, am Ende ist Fußball ein Geschäft. Man denkt immer, man kommt nie selber in die Situation. Jetzt bin ich in die Situation gekommen. Wie ich es vorhin aber schon gesagt habe, habe ich für mich selber eine Entscheidung getroffen und der Verein hat es trotzdem respektiert. Das war jetzt nicht so, dass sie mich in der Zeit irgendwie rausgeeckelt haben. Ich war nach wie vor ein Teil des Teams. Keine Trainingsgruppe 2. Aber läuft das einvernehmlich, dass die mit dir sprechen und sagen, pass mal auf, wir haben hier das und das, wir wollen das mal versuchen? Oder bekommst du das dann irgendwo mit, dass die gesagt haben, wir hätten hier West Ham, guck dir das mal an? Ja, das ist natürlich, als das dann alles so gekommen ist, hatte dann der Sportdirektor zu meinem Berater dann gesagt, hier und da könnte eine Tür aufgehen, ich habe mit denen gesprochen, hier ist der Kontakt, quatsch mal miteinander. Aber am Ende bin ich der, der die Entscheidung trifft. Also ich muss ja das machen, worauf ich Lust habe und kein anderer, also kein Sportdirektor, kein Berater oder was auch immer. Und da kommen wir wieder hin. Irgendwann kommt man in so einen Flow rein, wo man seine Werte hat und sich nicht so verbiegen lässt. Und da habe ich mit Jörg auch ganz viele Diskussionen geführt, mit dem Sportdirektor, der Torwarttrainer, die gesagt haben, na komm, jetzt sitzt du dann hier und bist halt auch nicht mehr im Kader oder sonst was. Wo ich gesagt habe, ja, weiß ich alles, habe ich durchdacht, aber das ist jetzt meine Entscheidung. Ich habe meine Gründe dafür, müsst ihr verstehen oder nicht, aber ihr müsst es respektieren, so wie ich eure Entscheidung respektiere. Ja, ich glaube, dass es eine der allerwichtigsten Dinge ist, im Profigeschäft so ein emotionales und so ein Wertegeländer zu haben, an dem man sich in solchen Momenten dann auch mal festklammern kann, weil, das sagen ja sehr, sehr viele Leute, die so irgendwann ins Profigeschäft reinkommen, es ist manchmal auch erstaunlich, wie hart und unbarmherzig das ist und wie viele Leute du natürlich hast, die an dir zuppeln und ziehen und sagen, pass mal auf, mach mal das und mach mal das und wie viele Leute du auch hast, die einfach natürlich auch Geld verdienen wollen und es ist ja so unendlich viel Geld in dem Geschäft. Ich denke mal nur so, bei dir hat man diesen Reifeprozess wahnsinnig gesehen also man kann das schon mal wieder an Arminia Bielefeld festmachen, da gab es ja zwei Engagements von dir, das erste Engagement war glaube ich unendlich wild mit ganz vielen, Christian Ziege und anderen Anekdoten die man da erzählen kann und die zweite da bist du ja zu so einem Klasse-Torwart gereift, also gerade die Leute in Bielefeld ist ja so, da gönnt man sich ja ohnehin nicht, das Schwatte unter dem Fingernagel und es wird da sich sofort gemotzt und dann, keine Ahnung, verlierst du ein Spiel, dann ist der Trainer schon wieder Mist und so weiter. Aber da war es ja wirklich so, dass die Leute staunend davor gestanden haben, haben gesehen, wie wunderbar diese Mannschaft gespielt hat unter Uwe Neuhaus und wie großartig du in dieser Zeit geworden bist. Du hast ja Marco Kostmann dann als Torwarttrainer gehabt. Das war auch schon eine besondere Beziehung. Sehr, ja. Ist mittlerweile ein sehr guter Freund geworden. Ja. Ja, ich glaube, als der Wechsel damals, also der zweite Wechsel, zustande gekommen ist, waren jetzt nicht alle hellauf begeistert, weil ich jetzt auch nicht die tollste Saison in München hatte. Und dann ist das ja immer so ein bisschen mit der Ex. Geht das wieder, wenn man zurückkommt. Da hat Samir Rabi dann zum Glück gesagt, komm, das machen wir. Dann ist Marco auch gekommen, was, glaube ich, für die Zeit echt extrem wichtig für mich war, weil er mich sehr gut kannte. Und das war dann so ein kleiner, ja, wie kann man es sagen? Also es war so der Moment, wo sich meine Karriere eigentlich entschieden hat, in welche Richtung es geht. Und da haben Marco und ich dann sehr, sehr oft miteinander zusammengesessen und gesagt, so, wo wollen wir hin? Also er dasselbe ja auch. Ich glaube, Marco ist so, was das Torwarttraining und der Torwarttrainer angeht, glaube ich, sehr unterschätzt in Deutschland. Ich glaube, viele wissen gar nicht, wie gut er ist als Menschenfänger und auf dem Platz. Und wir haben beide diesen gleichen Ehrgeiz verspürt. Wir hatten wirklich so einen inneren Trieb. Klar, mit der Mannschaft Erfolg zu haben, aber auch uns so ein bisschen herauszukapseln, und für uns selber als Torwartgruppe so zu performen, dass Leute sehen, okay, die zwei, die haben das so gut gemacht. da muss irgendwas sein. Es wird ja viel diskutiert, gerade in diesen Tagen auch aus aktuellem Anlass über Relegationsspiele. Du hast nun bei diesen beiden sensationellen Relegationsspielen gegen Darmstadt 98 mitgewirkt. Bist du ein Fan oder ein Gegner? Also jetzt unabhängig von den Ergebnissen. Ich habe leider bisher keine Relegation zum Aufstieg gespielt. Mit 60 München war es ja auch in diesem schrecklichen Relegationsspiel. Genau, zweimal hatte ich es mit 60. Einmal, als wir gegen Regensburg dann abgestiegen sind und davor war es gegen Kiel, wo wir drin geblieben sind. Das macht wirklich keinen Spaß. Neutral gesehen finde ich das System, wie sie es in England machen, echt cool. Dass du die ersten zwei aufsteigen lässt und dann Platz drei bis sechs in so Playoffs gegeneinander spielen lässt. Weil so eine Saison, die ist so lange. Ist gerechter, ne? Ich glaube, es ist gerechter, weil wenn du so eine Abschlusstabelle siehst, jetzt in England, da war Platz drei bis sechs, da waren vielleicht zwei Punkte auseinander. Und es sind manchmal Nuancen in einer Saison. Verletzungspech, wo sich vielleicht zwei, drei wichtige Spieler verletzen oder was auch immer. Ich glaube, aus Fairplay-Sicht sollte eine Mannschaft, die wirklich reingeschissen hat, über eine Saison nicht die Möglichkeit kriegen, das irgendwie über zwei Spiele zu retten. Ich habe es, glaube ich, damals verstanden, warum das eingeführt wurde. Weil es halt auch wirklich, ich habe es ja jetzt selber gemerkt, es macht Spaß zu gucken als neutraler Fan, wenn man keine Sympathie für irgendeinen Verein hat. Aber aus sportlicher Fairness-Sicht. Ich weiß noch, dass bei diesem Spiel gegen Darmstadt, bei dem zweiten, da lief ja Markus Ullig, der Geschäftsführer vorher durch Bielefeld, und hat ganz Bielefeld eingeladen zur Klassenerhaltsfeier. Und dann weiß ich noch, wie die Leute käsebleich da rausfaschiert sind. Ich auch, ja. Und Markus Uli sagte, stammelte immer das Wort Armageddon. Das war tatsächlich, das ist bei uns eine schöne Anekdote rund um das Relegationsspiel gegen Darmstadt. Der heutige DFB-Präsident schwirrte dann damals auch mit ungefähr 7,8 Promille durch die Kneipen und war, ja, wir feiern hinterher richtig. Ich hatte den nämlich noch dann eingespeichert nach diesem Spiel in meinem Handy. Und dann, oh, der ist jetzt DFB-Präsident, habe ich acht Jahre später dann gecheckt. Magst du vielleicht nochmal einmal ganz kurz was so die Torwart-Philosophie angeht du bist ja dann damals gerade durch deine Athletik, durch dein Torwartspiel das adaptierende, aber auch tatsächlich diese Reaktionsfähigkeit, dann wirklich herausgestochen, du sagst es ja auch, dass es dann so diesen Moment gibt in dem man so anfängt in sich zu ruhen oder so in Spielsituationen nicht mehr den Überblick zu verlieren gab es irgendwie so, in dieser Zeit so eine Art, ich würde es nicht Signature-Move nennen, aber irgendetwas, was sich so signifikant verbessert hat, dass du sagen könntest, diesen Skill, das konnte ich vorher nicht und das kann ich jetzt? Schwer zu sagen. Ich würde mal so weit gehen, dass, damals die Verpflichtung von Uwe Neuhaus mir extrem geholfen hat, weil er ein sehr großer Verfechter davon war, einen sehr dominanten Fußball zu spielen, wo der Torwart wirklich ein großer Teil davon ist. Und ich glaube, viele Leute hatten gar nicht auf dem Schirm, dass ich eigentlich ganz gut mit dem Ball umgehen kann. Das hat mir in der Wahrnehmung dann schon mal extrem geholfen. Dass die Leute erkennen, dass ich ganz gut kicken kann. Dann habe ich halt in meiner ganzen Karriere immer diese Längenthematik leider als Problem und Manko. Wie groß bist du? Selbstbewusst. 1,85 Piste, sagt man die Idee. Ja, sagen wir 1,85. Wenn ich nicht beim Friseur war. Ja, und das ist immer so ein, ich finde es ein schwaches Argument persönlich. Also ich glaube, es sollte einfach immer um gut oder schlecht gehen und auch so ein bisschen Philosophie-Frage. Wenn du natürlich jetzt eine Mannschaft hast, die nur hinten drin steht, wo sie halt wollen, dass jeder Torwart zu jeder Flanke an der 16er-Ecke rauskommt, bin ich der Falsche? Da habe ich andere Attribute. Und ich glaube, das ist wirklich diese hohe Selbstsicherheit im Ballbesitz. Und dann, wie du es gesagt hast, ich glaube, dass ich so in dieser Nahdistanz Eins-gegen-eins-Sachen, glaube ich, auch zu den Besseren gehöre. Und in der Thematik habe ich mich, glaube ich, einfach extrem verbessert und es wurde einfach anders wahrgenommen. Natürlich auch mit dem Bundesliga-Fußball am Ende. Das gucken dann halt am Ende doch mehr Menschen als Zweitliga-Fußball. Ja, hat es einfach eine andere Wahrnehmung bekommen. Die Längenthematik ist ja eigentlich nur dann relevant, wenn du permanent Gegentore kassierst, wo der Ball zwei Zentimeter über deinen Kopf geht oder so. Was auch noch auffällt ist, du hast ja im Laufe deiner Karriere in Deutschland ab und zu mal deinen Stammplatz verloren und dann aber zurückgeholt. Das ist ja so ein Punkt, wo viele Torhüter auch scheitern, weil sie dann entweder durchdrehen oder so viel von ihrer Sicherheit verlieren. Ist das vielleicht eine deiner Stärken, dass du da eine gewisse Resilienz hast, dass du das behauptet hast, dieses Standing und gesagt hast, okay, dann irgendwann bin ich wieder dran? Ja, ich glaube schon. Also ich bin mittlerweile recht dankbar, dass ich diese ganzen Erfahrungen in den Anfang 20ern hatte. Ja, weil wir kennen es ja alle. Wenn irgendwas Schlechtes einem widerfährt, guckt man erst auf andere. Und... Nimmt die Kritik erstmal nicht so an. Und das war der Moment, als ich zurück nach Bielefeld gekommen bin, habe ich mich wirklich hingesetzt und war wirklich, super ehrlich, super hart zu mir, um zu gucken, so, was hast du in den ganzen Jahren wirklich verkehrt gemacht? Warum hast du diesen Platz verloren? Warum hast du ihn wiederbekommen? Und habe dann für mich selber einfach meine Schlüsse draus gezogen. Aber wie du es sagtest, ja klar, du musst schon mental recht stabil unterwegs sein. trennt sich da auch die Spreu vom Weizen. Viele Tore hätte das eben nicht gut hinbekommen. Ja, am Ende kann halt immer einer nur spielen. Aber diese mentale Stabilität, also wenn ich sehe, ich Führerschein gemacht habe, da habe ich mein rechtes Bein nicht mehr unter Kontrolle gehabt, weil ich so nervös war. Ich meine, du spielst vor 26, vor 30.000, irgendwann vor 45.000, du spielst in der Champions League, die ganze Welt guckt zu. Und es sagen ja auch viele, ob es Per Mertesacker war, der gesagt hat, Der hat vor Nationalmannschaftsländern, also vor Länderspielen mit der Nationalmannschaft, immer Angst und Wasser geschwitzt und so weiter. Der hat sich übergeben vor vielen Spielen. Ja, also die Nervosität beschreiben ja viele wirklich als hemmenden Faktor. Wie arbeitet man da mit sich selbst? Man kann das ja nicht nur in Selbstgesprächen oder in Gesprächen mit dem Berater lösen. Nee, gar nicht. Also das Schlimmste sind tatsächlich dann Abendspiele, weil man den ganzen Tag, im Hotelzimmer sitzt, umgekehrt. Und viel zu viel Zeit hat, nachzudenken. Und dann malt man sich alles im Kopf aus. Also von guten Sachen wie schlechten Sachen. Man hat so dieses Bauchkribbeln. Also bei mir ist das kein Problem. Aber ich gehe sehr häufig auf Toilette an dem Spieltag, wenn ich weiß, dass ich spiele. Das ist wie bei so einer Klassenarbeit. Also auffällig anders? Auffällig anders, ja. Also der Spieltag ist auffällig anders als eine Tränke. Nee, auch im Vergleich zu, wenn du nicht spielst. Ja. Ja. Wenn du weißt, du spielst nicht, hast du eine ganz andere Anspannung. Und wie hast du das versucht zu beherrschen? Sind das so Skills, also so Tricks, die man sich so angewöhnt oder Marotten? Manche Leute haben ja Glücksbringer, Miroklose ist, glaube ich, immer mit dem linken Fuß zuerst aufs Spielfeld gegangen. Also solche kleinen Rituale, die einen stabilisieren? Ich glaube, mir hat geholfen, es einfach zu akzeptieren, dass man es nicht beiseite schieben kann. Das ist einfach ein Teil davon, dass erstens jeder unterschiedlich reagiert. Ich habe es akzeptiert, dass es dazugehört, dass mir der Bauch flau ist, dass ich häufig auf Toilette muss, dass meine Gedanken so schwirren. Ich habe es zugelassen, meine Gedanken auch so sein zu lassen. Aber dann kommen wir wieder zu Marco Kostmann zurück. Der hat irgendwann mal so ein weises Zitat zu mir gesagt und hat gesagt, wenn du das machst, was du kannst, dann ist das gut genug. Weil manchmal hat man das Gefühl gehabt, man muss in das Formen. Was aber de facto eigentlich falsch ist. Weil es hat ja seinen Grund, warum du an dem Tag in dem Tor stehst. Und ja, ich... Ich glaube, mein Schlüssel ist einfach gewesen, es zu akzeptieren. Ich habe mich auch ferngehalten von Ritualen. Also ich habe ganz wenige. Also das Einzige, was immer dabei ist, ist, dass ich alles mit links zuerst anziehe. Also Socken, Schuh, Handschuh. Auch wenn ich in die Hose reingehe, also erst mit dem linken Bein rein. Das ist so den einzigen Tick oder das einzige Ritual, was mich so ein bisschen runterbringt. Was aber jetzt auch nicht so monsterungewöhnlich ist, wo man jetzt nicht sagen würde, Oder sehr speziell, das kannst du nicht wiederholen oder musst du jetzt was tun. Weil ich dann auch, also klar, in meiner Karriere auch irgendwann mal angefangen habe, Ticks irgendwie für mich auszuprobieren. Aber dann kommst du schnell in diese Schublade rein, dass wenn mal was nicht so läuft, dass du wirklich anfängst zu flattern. Und das hat mir dann nicht gut getan. Ich weiß, es gibt viele Spieler, die brauchen das extrem und die achten auch sehr darauf, dass ihre Rituale genau so funktionieren. Ich für mich selber lasse einfach immer alles auf mich zukommen und lasse die Gefühle so, wie sie sind. Du hast gerade in England auch viele tolle Spieler kennengelernt. Hast unter anderem Gianluji Donnarumma als Kollege dann gehabt. Ist dieser Faktor, wenn da so ein Weltklasse-Mann kommt, von dem kann ich mir was abgucken, ist das überschätzt? Oder stimmt das wirklich, dass man da durchaus Dinge noch lernen kann, wenn man jemanden sieht, wo man weiß, der hat schon 200 Spiele mehr in der Champions League als ich? Man kann überall immer so ein bisschen reingucken. Was er wie macht. Jetzt müssen wir bei Gigio sagen, ist das ein anderer Torwartyp als ich, also deutlich größer. Der macht so von der Statur ein bisschen was her. Aber ja, der ist mit 16 ins Spielen gekommen. Der sieht aus wie 39, ist aber erst ich glaube 27 jetzt geworden. Ja. Man guckt, man guckt, aber es ist jetzt nicht so, dass du sagst, oh, wenn ich das jetzt mir abgucke und in mein Spiel überbringe, dann geht meine Leiter wieder berghoch. Ne, so weit würde ich nicht gehen. Ist das eigentlich so, dass man Respekt noch vor Prominenz hat? Also es ist oft ja so, dass du viele Fans siehst, die wirklich strak vor Erstaunen werden, wenn sie sehen, oh da ist jemand, da ist Oliver Kahn, Thomas Helmer, Florian Wirz, wer auch immer. Irgendwelche Leute, die schon mal Fußball gespielt haben und die dann mit so einer ehrfürchtigen Aura, oh guck mal, der große Profi, ist man, wenn man mit all den Leuten einerseits in der Kabine ist, wenn man gegen sie spielt, wenn man keine Ahnung, man sieht Jürgen Klopp, man sieht Pep Guardiola, sind ja so Weltstars. Pep Guardiola kann, glaube ich, nirgendwo auf der ganzen Welt sein, ohne erkannt zu werden. Ändert sich das dann alles, dass man denkt, Prominenz ist jetzt nicht mehr so das Ding? Schon. Aber auch nur mit der Schublade Prominenz. Ich versuche eigentlich, jeden gleich zu behandeln. Ich habe heute noch viel Kontakt zu Schonzi. Schonzi ist der Zeugwart in Bielefeld. Der legendärer Zeugwart. Das ist der beste Mann. Ich fühle mich genauso hingezogen zu dem Stuff, genauso wie zu den Spielern. Also ich habe immer versucht, zu allen das gleiche Verhältnis zu wahren. Ja, das finde ich total wichtig. Also wenn ich in Bremen rumlaufe, ich nehme das sehr positiv wahr, wenn entweder neue Spieler kommen oder ein neuer Trainer und so, du hast das Gefühl, der ist zu jedem offen und freundlich, der gibt jedem die Hand, der beachtet auch jeden. Und ich habe auch Gegenbeispiele gehabt, ohne Namen zu nennen, aber wo du Leute gehabt hast, wo du auf einmal gemerkt hast, die behandeln alle wie Dreck, die ignorieren jeden und so weiter. Das waren dann aber auch nicht die, die den ganz großen, langen Weg gemacht haben bei dem Verein. Also das ist wirklich auch so ein Mosaikstein, der wichtig ist. Schon, aber ich glaube, da muss man es auch ein bisschen differenzieren. Ich glaube, es gibt auch ganz viele Spieler, die vielleicht nach außen hin sehr selbstbewusst wirken, aber dann eine extreme Unsicherheit in sich selber tragen und das dann, hier und da vielleicht als Arroganz gewertet wird, aber. Das gar nicht die Intention war von dem Spieler. Das ist, glaube ich, ein Phänomen, das man wirklich unterschätzt, gerade bei 18, 19, 20, 21-Jährigen, die sich nur mit so einer Art von gespielter Coolness, in diesem Bereich, in dem ja auch nur an dir rumgedrückt wird, wahnsinnig große Erwartungen, die Lokalzeitungen, die Medien und so weiter auf dich eindreschen, wenn es nicht läuft, Fans, die Erwartungen haben, dass man sich da manchmal schützt mit einer vorgetäuschten Coolness, kann man auch so verstehen. Sagen natürlich viele Leute aus dem Stuff, auch in Bielefeld zum Beispiel, wenn da die Leute hinkommen und sich für die Kultur des Clubs interessieren, mal fragen, was bedeutet das denn und worauf muss ich achten? Und dann führt man sie nochmal ins Museum und so weiter. Dann hilft das natürlich deutlich mehr, als wenn du dann nur sagst, ich beziehe mal mein Hotel und die einzige Fahrstrecke, die ich zurücklege, die ist die zum Trainingsgelände und zurück. Das ist natürlich immer wichtig. Ja, aber ich meine, ich glaube, dass es ein wichtiges Tool ist, wenn du irgendwo ankommst, wahrscheinlich auch bei dir in Manchester, dass du versuchst, die Stadt zu verstehen, die Fans zu verstehen, vielleicht auch die Tradition zu kennen vom Verein, also zu wissen, was hat der Verein hinter sich, was will er. Also ich glaube, das hilft dir auch ungemein, um dich in so einer Gruppe dann zu bewegen. Ja, absolut. Also das sollte man... Glaube ich, generell machen, sich Gedanken zu dem Verein zu machen, ein bisschen in die Historie reinzugehen. Ich weiß, damals bei 60, als ich hingekommen bin, das war ganz cool. Da mussten wir neun Spieler so eine Schnitzeljagd machen. Das heißt, wir hatten so ein Blatt Papier und da waren alle Abteilungen aufgelistet. Und wir mussten uns von allen Abteilungen so eine Unterschrift holen, weil wir uns alle einmal selber vorstellen mussten, bei Namen, das sind wir, und wir auch die andere Seite einmal kennenlernen. Also zum Fanshop laufen, zum Zeugwart, wo auch immer. Super Idee. Ja, fand ich super damals, weil du so schon mal einmal in einer ruhigen Minute in Kontakt zu anderen Personen, die im Verein sind, gekommen bist. Ja, sag mal eben, das ist ein ganz wichtiges Stichwort, du hast bei 60 gespielt. Verein, der gerade eine ganz traurige Entwicklung durchmacht, ganz traurige neue Phase der Vereinsgeschichte, hat sich jetzt, während wir aufnehmen, bekannt geworden, haben sich von ihrem Investor getrennt. Ist anscheinend der aktuelle Stand. Wie nimmst du das wahr, dass so ein großer Traditionsverein jetzt in die Regionalliga muss und irgendwie auch in den ganzen Jahren mit Investor auf keinen grünen Zweig gekommen ist? Leider. Leider ist das jetzt gerade so, weil der Verein ziemlich cool ist. Also wenn man dort mal gespielt hat oder dort war, so Giesingshöhen und sowas, das hat schon was Spezielles. Und der Verein hat eine unfassbare Wucht. Also ich kann mich noch an Spiele erinnern in der Allianz Arena, da hatten wir 40.000, 50.000 Zuschauer bei einem Zweitligaspiel. Das ist schon enorm. Jetzt ist diese Sache mit dem Investor natürlich so, dass das über Jahre hinweg einfach nicht klappt. Hat immer gehakt. Und ich glaube, es ist auch ein bisschen zu hart zu sagen, es ist einfach an dieser einen Person gescheitert, weil das läuft jetzt über 10, 15 Jahre einfach schief. Es ist schade, dass nie eine Gruppe von Menschen gefunden wurde, die versucht haben, sich gegenseitig zu verstehen. Das habe ich auch oft gedacht, wenn es immer heißt Münchens große Liebe und wenn es heißt, München ist nur eine Stadt, die wirtschaftlich so prosperiert wie wenige andere deutsche Metropolen, du würdest eigentlich große Player haben, die sagen, schau mal, wir haben ein Stadion, das zu den schönsten in Deutschland gehört, das zwar nicht so richtig saniert oder nicht rausgebaut werden kann, weil es mitten in Giesing ist, aber trotz allem ist es Fußballromantik pur und eigentlich müsste man da ja was entwickeln können. Und dass es doch niemanden gibt, ich meine, es ist ja auch nicht so, dass die Anteile an 60 jetzt immer noch weiter im Wert gestiegen sind, dass es niemanden gibt, der sich da mal konzentriert hinstellt und sagt, lass mal versuchen, zusammen mit den Mitgliedern da eine Lösung zu entwickeln, finde ich merkwürdig. Also ich fand die Szenen, die sich dann an der Geschäftsstelle am Trainingsgelände abgespielt haben, wirklich bewegend, weil du natürlich siehst, wie unendlich viel dieser Club den Leuten bedeutet und gleichzeitig stehst du natürlich auch machtlos davor. Dann siehst du da diese grauen Gesichter von den Funktionären, die auch sagen, wir haben es irgendwie probiert. Dann hat sich das wahrscheinlich auch irgendwie anders vorgestellt. Der hat wahrscheinlich gedacht, dem ist, glaube ich, von Uli Hoeneß empfohlen worden, nochmal bei 60 zu investieren. Aber auch so eine halb gute Idee. Was mich über uns ein bisschen einbringt, du bist ja in der Nähe von Kassel aufgewachsen. Als Sohn eines spanischen Gastarbeiters, der nach Deutschland gekommen ist. Das ist insofern ganz spannend, weil es ja viele Spanier gab, die dann nach Deutschland gekommen sind. Italienische Gastarbeiter sind gekommen, türkische Gastarbeiter. Wie war das so für dich? Hast du so diese Doppel-Nationalität noch sehr stark empfunden in deiner Kindheit? Du bist 92 geboren? Schon. Vor allen Dingen, das Coole war, dass ich mit sehr vielen Kulturen aufgewachsen bin. Also ich komme aus einem kleinen Dorf, Kalden ist das, ich weiß nicht, ob ihr es kennt, mit dem kleinen Flughafen. Ja, ein Abflug wahrscheinlich pro Tag, so wie in Saarbrücken und ähnliches, ne? Ja. Ja, und wir hatten alles dabei. Also ich bin mit Leuten aufgewachsen. Das waren Albaner, das waren Italiener, das waren Spanier, Türken, Deutsche. Und uns hat alles, oder was uns immer verbunden hat, war dieser eine Bolzplatz in unserem Dorf und ein Ball. Und das war schön, weil Hautfarbe, Religion, was auch immer, war nie ein Thema. Thema war immer nur, dass man Fußball miteinander spielen wollte. Und das haben wir jeden Tag gemacht. Warst du eigentlich Hessen-Kassel-Fan? Mal ein halbes Jahr oder sowas? Ich war in der CEU tatsächlich ein Jahr dort. Ich war ein Jahr beim KSV Baunertal, dann ein Jahr beim KSV Hessen-Kassel. Ja, ich versuche es kurz zu halten. Also ich habe da keine große Bindung zu. Ich fühle mich mehr als Bielefelder, denn als Kassler. Ich bin mit 14 nach Bielefeld gekommen. So diese Pubertätszeit ist ja dann schon eher die prägende Zeit, die man so durchläuft. Die habe ich in Bielefeld verbracht. Aber der Grund, warum ich glaube ich am Ende Profi geworden bin oder diesen Weg eingeschnitten habe, ist ein Torwarttrainer vom KSV, Michael Gippert. Der hat zu der Zeit jeden Donnerstag in Bielefeld die Jugendhörter trainiert. Da war Thomas Schliek damals Torwarttrainer bei Aminia Bielefeld und da gab es jeden Donnerstag ein Training auf dieser harten Kunstrasenwiese neben dem Stadion. Und da wurde dann gesagt, so in meinem Jahrgang wird ein Torwart gesucht. Und Michael hatte mich dann damals, bei so einem Stützpunktturnier, DFB-Stützpunktturnier gesehen, da war ich glaube ich 10, 11 und hat mich seitdem begleitet und immer trainiert, jeden Sonntag hat mein Vater mich nach Kassel gefahren und da war dann so eine Gruppe von 5, 6 Torhütern, die er privat trainiert hatte. Und im Alter von 14 hat er dann gesagt, ich hätte da jemanden, guckt euch den doch mal an. Und so ist das Ganze zustande gekommen mit der Arminia. Ich bin dann mal ein Donnerstag hin, habe dann da ein Mannschaftstraining gemacht, das Torwarttraining mitgemacht und dann ging das am Ende recht schnell. Das heißt, du bist aber ganz jung schon aufgefallen als Torwart? Anscheinend. Wie würdest du dich beschreiben als Torwartanfänger? Hattest du diesen Ehrgeiz? Hattest du gleich die Faszination fürs Torwartspiel oder was glaubst du, hat dich so früh so auffällig gemacht? Ja, also ich habe alle Positionen ausprobiert. Irgendwann habe ich aber gemerkt, so das lange Laufen und viel Laufen, das ist nicht so meins. Und habe gemerkt, ich habe gar nicht so viel Angst vor dem Ball, wenn der kommt. Sehr wichtig. Ja, ja. Und ja, bin irgendwann ins Tor gekommen. Da war ich so wahrscheinlich acht, neun, ja, neun eher, wo ich dann gesagt habe, nee, das macht mir am meisten Spaß. Und dann entwickelt man ja für sich selber ein Gefühl von dem Talent, das man hat. Das habe ich anscheinend ein bisschen mitgekriegt. Ja, und die Position hat mir einfach am meisten Spaß gemacht. Und dann glaube ich, in jungen Jahren schon einfach diese Gier danach, immer gewinnen zu wollen. Nicht so schlecht als Voraussetzung, aber war es dann schon so, dass du relativ schnell auch gedacht hast, jetzt bin ich bei einem relativ großen Verein, also relativ großen Verein, das könnte auch klappen, Profi zu werden oder denkt man da so in der B-Jugend noch nicht ganz so dran und denkt erstmal überstehen das nächste Jahr und das nächste Jahr und das nächste Jahr? Ich glaube, in dem Alter denkt man ein bisschen zu leichtsinnig. Also in meinem Kopf war klar, was soll schiefgehen? Also auf jeden Fall werde ich Profi. Aber wenn man so drauf blickt, auch auf die Prozentzahl, was so an Spielern rauskommt, die wirklich Profi werden oder im bezahlten Fußball reinkommen, das ist schon eine kleine Quote. Ist das nicht so einfach? Ich glaube, das hat man schon häufig gehört, es muss immer so eine kleine glückliche Fügung sein, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Aber man braucht selber auch einen guten Schuss Mentalität, dass man einfach nicht aufgeben sollte. Stefan, wenn ich gegenüber Philipp im Podcast Preußen-Münster fallen lasse, kommt der blanke Hass raus. Also dann doch. Nein. Was ich immer mal wissen wollte, wie ist das, wenn du jetzt bei Manchester City gespielt hast und ihr spielt dann ein Derby gegen United? Das ist ja für dich als Außenstehender jetzt erstmal, du bist damit ja nicht aufgewachsen. Ist das trotzdem so, dass du merkst, das ist für die Fans so wichtig? Ich lebe das mit und ich verinnerliche das automatisch oder ist das ein bisschen mehr Folklore in so einem Moment? Nee, das spielt man schon. Es ist jetzt nicht so, wie man sich das vorstellt, wie man es in Deutschland kennt zum Beispiel, das Ruhrpott-Derby, wenn es heißt, man geht morgens zum Bäcker und da wird man schon entweder beschimpft oder motiviert. So ist das nicht. Aber man merkt schon die Brisanz, die dort herrscht. Wobei ich jetzt ehrlicherweise sagen muss, in meiner Zeit, wo ich da war, war das Spiel gegen Liverpool höher einzuschätzen, weil diese Jahre Klopp-Gardiola, das, was sich dort entwickelt hat, da war viel mehr Brisanz drin. Da hast du schon gemerkt, also selbst beim Trainer, also vor den Spielen gegen Liverpool, hast du beim Trainer gemerkt, der hat fünf, sechs, sieben Ideen in seinem Kopf, die er gerne mit uns im Training ausprobieren möchte, um Kloppo zu schlagen. Da hast du schon eine andere Vorbereitung und Anspannung gemerkt. Aber trotzdem, das Derby, ein Derby ist ein Derby. Also keiner verliert so ein Derby gerne. Ich habe zum Glück eins gewonnen, auch ein recht wichtiges, war das FA Cup Finale. Superschöne Trophäe. Also das Ganze, wenn man sich auch wieder damit beschäftigt, die älteste Trophäe, glaube ich, im europäischen Fußball. Aber ist es also so, dass der Verein euch die Trophäen quasi in Miniatur zur Verfügung stellt? Denn es gibt zum Beispiel den WM-Pokal, das hat, glaube ich, Mario Götz immer in einem Interview erzählt. Konnte man sich kaufen, ne? oder beziehungsweise da ging so eine Bestellliste rum, wer möchte alles den WM-Pokal in, keine Ahnung, 22 Zentimetern oder 13, oder eine originalgetreue Nachbildung natürlich auch. Aber da ist es tatsächlich der Club, der sagt, komm hier, komm per Post. Also stand es im Spind, oder ist es dir zufrieden? Wenn du ins Trainingsgelände reinkommst, ist da so ein Empfang. Und da standen dann immer große Pakete mit deinem Namen drauf. Also es ist jetzt nicht die Originalgröße, es ist so groß, also so, dass es schön aussieht. Ja. Ich hab mal geguckt, dein höchster Merkwert bei Transfermarkt war 9 Millionen irgendwann mal während der Zeit in England. Guckt man da drauf? Ist das eine rein virtuelle Spielerei? Für mich war es rein virtuell. Also ich hab mich davon nie irgendwie, also ich hab's auch nie ganz verstanden, wie so ein Wert zustande kommt, ähm. Weil da geht es dann wieder, die Altersrechnung, wieder Verkaufswert, da kommen ja so viele Variablen rein. Jetzt bist du gerade ablösefrei bei vier Millionen, ist auch nicht so schlecht. Ja. Diese Zahlen und Daten, das ist ja lustig. Ich meine, die Marktwertdaten werden für Jörg Nebelung ein bisschen wichtiger sein als für dich. Aber ansonsten ist es ja so, dass ja sehr, sehr viele Spieler so auf Noten beispielsweise auch sehr, sehr starren. Art, auf welchen Jahre, ich hatte ja immer bei der Neuen Westfälischen angerufen. Warum habe ich denn hier noch eine Dreieck? gegenseitig bescheuert, ihr habt zwei Tore gemacht. Auf Noten guckst du da so drauf? Früher hat man das gerne gemacht, aber da jetzt auch. Ich versuche ein bisschen zu verstehen, wer die Noten vergibt, versuche dann so ein bisschen zu verstehen, wie das Level vom Torwartspiel ist, was er kennt und dann ist es immer so ein bisschen, es ist glaube ich nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch, solche Benotungen, also da liegt so ein bisschen Spielraum mit drin, aber ich glaube, für einen, der nie selber Torwart war, ist es hart, einem Torwart eine Note zu geben. Ja, aber das muss ich ohnehin immer sagen, das ist so, da würde ich mich selber auch mit einbeziehen. Natürlich ist das so für Trainer, wenn die in einer Pressekonferenz sind und da hocken dann so zehnknotige Lokaljournalisten, die gerade mal wissen, was eine Viererkette ist und die stellen die Frage und sagen, warum hast du den und den nicht spielen lassen? Der Reflex ist ja der erste, dass du denkst, Alter, was erzählst du mir hier? Warum bist du überhaupt hier? weil du irgendwie ein Volontariat irgendwie im Kreisblatt gemacht hast oder was, das kann ich dann schon verstehen und dann hast du vielleicht zwei, drei Fachleute, die sich ein bisschen besser auskennen, aber niemand wird sich ja jemals so engagiert beschäftigen wie die Trainer selber und die haben alles das, was vielleicht Jokal und Journalisten dann nochmal fragen, hektisch in einer Pressekonferenz dann 30.000 Mal vorher durchdacht, so ne. Und da ist es, glaube ich, manchmal auch vielleicht bei so Fragen auch nicht so ganz einfach, das wirklich seriös zu beantworten, oder? Nee, manchmal nicht. Manchmal steht man da wirklich und denkt sich, na, soll ich jetzt mal wirklich das sagen, was ich denke? Oder lasse ich es lieber sein? Wie sehr reißt du dich da zusammen? Michael Ballack hat uns mal erzählt, dass er weiß, wenn er irgendwas raushaut, was so eine ansatzweise irgendwie provokativ oder kontrovers ist, hat er vier Wochen hinterher damit zu tun, das Ding wieder einzufangen. Also vier Wochen sagen, meinte ich nicht so. Habe ja ganz anders gemeint. Bin ich missverstanden worden. Wollte ich gar nicht gesagt haben. Zu Bielefelder Zeit war es dann irgendwann so, wo der Pressesprecher kam. Und gefragt hat, meins, das klappt heute oder es klappt nicht? Weil ich da schon so eine Phase hatte, wo ich einfach gerne das gesagt habe, was ich gedacht habe. War in England dann ein bisschen anders. Natürlich auch der Sprache wegen. Man artikuliert sich dann schon ein bisschen anders, wenn es nicht mehr in der Muttersprache ist. Ich würde behaupten, jetzt mittlerweile ist mein Englisch ganz gut geworden. Aber gerade zur Anfangszeit hast du schon sehr arg versucht, erstmal die Formulierung gut rauszuhauen. Hello, I'm Stefan from Germany. So in etwa. Aber ich versuche grundsätzlich schon eigentlich eher das zu sagen, was ich denke. Gar nicht so eine schlechte Prämisse. Auf jeden Fall. Ja, sag mal, in einer perfekten Stefan-Ortega-Welt. Du bist jetzt, wie sie sagt, ihr seid gerade nach Hamburg gezogen. Ich vermute mal, Gesundheit und Glück mit deiner Familie in Hamburg ist erstmal das Allerwichtigste. Aber was soll jetzt passieren, wenn es nach dir gehen würde? Also du bist gerade in einer komfortablen Situation, du bist fit, du bist frei, du könntest dir... Im besten Torwart-Alter. Im besten Torwart-Alter. Was wünschst du dir jetzt so für die nähere Zukunft? Dass ich einen Verein finde, der erstens mich wirklich gerne haben möchte. Als Nummer eins. Als Nummer eins. Das habe ich jetzt dreieinhalb Jahre oder drei Jahre bei Manchester gemacht. Das hat auch Spaß gemacht. Ich glaube, viele Menschen vertun sich auch immer. Also ich kann jedem nur raten, auch mal zu gucken, wie viele Spiele ich am Ende tatsächlich gemacht habe für Manchester. Und das waren dann in drei Jahren fast 60, also ganz knapp 60. Nicht so schlecht. Ist nicht so schlecht. Aber ich habe jetzt wieder gemerkt, in Nottingham, so mit den Spielen, die ich bekommen habe und auch diesen Rhythmus zu spielen, das hat einfach Spaß gemacht, dieses Woche für Woche dann wirklich wieder am Tor zu stehen. Deswegen also eine Nummer zwei Stelle, sag niemals nie im Fußball, aber danach sehne ich mich jetzt erstmal nicht. Kannst du fünf Jahre immer noch machen? Ja, könnte ich zum Beispiel immer noch machen. Ich möchte jetzt was finden, einen Verein, der mich gerne haben möchte, wo ich spiele. Ich bin tendenziell für alles offen. Also ich war jetzt vier Jahre im tristen Manchester, was am Ende wirklich sehr schön war. Aber ich hätte auch nichts dagegen, in wärmere Gefilde zu kommen, um auch mal eine andere Liga noch zu sehen. Aber Hamburg bleibt jetzt Homebase. Das ist der Plan. Das Haus haben wir vor zwei Jahren gekauft. Das soll schon der Ort sein, wo wir uns am Ende niederlassen. Es gibt schlechtere Plätze, würde ich sagen, als Hamburg und so ein Haus. Ganz zum Schluss vielleicht wirklich nochmal die Frage. Also wenn du irgendwann gehörst zur Traditionsmannschaft bei Arminia, bist 50, dann zieht man das Bein ein bisschen nach. Das ist ein bisschen geblickt auf die Karriere zurück. Was wünschst du dir, dass die Leute über dich sagen? Also ob es in Bielefeld ist oder in Manchester oder anderswo, was sollen sie über den Torwart und den Menschen Ortega sagen? Über den Menschen hoffe ich, dass sie sagen, dass sie mit mir sehr viel Spaß hatten. Schön ist, dich wiederzusehen. Genau, dass ich mich... Lass ihn ruhig selber antworten. Ja, gut. Ich bin 33, ich darf das. Ja, dass ich mich nie verbogen habe, sondern so war, wie ich bin. Und dass meine Karriere, so wie sie verlaufen ist, bisher Leuten auch einfach zeigt, dass es manchmal gut ist, einfach dran zu bleiben. Weil ich glaube, dass gerade dieser Wechsel von Arminia zu Manchester für viele, gerade Torhüter, hoffe ich, so ein kleiner Hoffnungsschimmer ist, dass sie sagen, okay, vielleicht läuft es jetzt gerade nicht so, wie ich gedacht habe, aber ich bleibe dran und ich erarbeite mir das für einen größeren Schritt. Aber es klingt so, ich meine, wir wissen ja nicht, was noch kommt, aber als wenn du definitiv, wenn du irgendwann mal aufhörst, nicht sagen musst, ich habe ganz viel falsch gemacht, sondern sagen kannst, ich habe tolle Sachen erlebt und eigentlich gute Entscheidungen getroffen. Ja, meine Bauchentscheidungen waren bisher immer ganz gut. Der Weg, wie er jetzt war, ist genauso, wie er, glaube ich, für mich vorgeschrieben war. Ich glaube ganz arg an das Schicksal und dass unser Weg irgendwie vorgegeben ist, auch wenn wir es, glaube ich, nicht immer wahrhaben wollen. Aber da kommen wir wieder, alles passiert aus einem Grund. Deswegen, ich bin. Ziemlich aufgeregt für das, was noch kommt, aber auch sehr dankbar für das, was schon war. Schöner hätten wir es eigentlich nicht sagen können zum Schluss. Stefan, wir danken dir ganz, ganz herzlich, dass du der erste Gast bei uns warst. Ich hoffe, einige Spieler kommen jetzt nach und sagen auch von sich aus, Leute, lasst mich mal mit rein. Ja, unbedingt. Stefan, wir wünschen dir ganz viel Glück für die nächsten Karrierestationen. Und wir sind auch gespannt. Wir sind auch sehr gespannt. Ich hoffe doch. Und, liebe Hörer, an euch nochmal der Hinweis, dass wir bald für euch da sind. 35 Folgen hintereinander jeden Tag während der WM in den in den USA, in Mexiko und Kanada sind Arndt und ich für euch da und werden dieses wunderbare, großartige Turnier, das es hoffentlich wird, begleiten und freuen uns drauf. Los geht's glaube ich am Vorabend des ersten Spiels und hört da auch mal rein und noch einmal herzlichen Dank, Stefan. Schön, dass du da warst. Gerne, gerne. Wir haben diesmal keinen Amateurverein gemacht, fällt mir ein. Habt ihr keinen losgezogen? Doch, den KSV Baunertal könnten wir jetzt noch reinschieben, aber das ist doch nicht. Ich schuld den Leuten ja noch Lupo Martini, das kommt ja alles noch. Dann, wenn ich was sagen dürfte, dann macht doch mal den TSV Jan Kalden. Jan Kalden. So machen wir es. Ist mittlerweile SG Kalden mein Pressen, aber ja, mach das mal. Ist notiert. Ich tue mal so, als wäre ich es notiert. Dankeschön. Danke. Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+. Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster wenig überraschend Arndt Zeigler und Philipp Köster.