Ahnnd! Philipp! Das erstaunt dich jetzt vielleicht ein bisschen, was du gerade hörst. Ich bin gerade an der Strandbar. Und dies hier ist mein letzter Abend hier im Türkei-Urlaub. Und ich werde morgen wieder in Bremen sein. Und ich dachte, ich nehme mal ein bisschen von der Aposphäre noch mit, weil wir ja genügend schwere Themen zu besprechen haben heute. Dachte ich, ein bisschen was Beschwingtes tut uns auch gut. Und das Interessante ist ja auch, du warst ja, habe ich gehört, Museum of Modern Art. Und ich bin hier an der Strandbar und höre Freed from Desire. Das ist so genau der Unterschied zwischen uns beiden. Du so die feinen Künste und ich strandbar. Das ist auch das Schöne, deswegen ergänzen wir uns so gut. Jetzt gehe ich aber langsam in mein Zimmer. Das Problem ist nämlich, die Musik ist zwar toll, aber nicht eine Gitarre dabei. Die kommt jetzt im Vorspann. Football unites us all. Zeigler und Köster. Der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Jetzt ist er wieder da. Der siebzehnte Tag. Kipps doch gar nicht. Es ist unglaublich was hier passiert also ich höre das und kriegt das ja auch mit das einzigartig und wahnsinn. Zwar immer noch aufregende offensiv rein auch die zweite der norweger hat es immer noch in sich was die klasse angeht, bei den franzosen sowieso also das ist auf den ersten ein spiel der tore und ein erster früher angriff der franzosen, sekunde 20 kian mbappé eröffnet das spektakel und wieder ist da auf der seite viel platz muss man den beläge gegen die. Es hat sich angekündigt die nummer sieben in minute sieben mp gegen erste weiter geht es wurde angezeigt den billig jetzt kann es weiter werden muss man, die show geht weiter vielleicht allerdings haben die töter ja auch schon angemerkt dass der ball je nach flugbahn und fluggeschwindigkeit auch ganz schön noch mal ein fahrt aufnimmt. Frankreich feiert sich noch selbst und im Sekundenschlaf kommen die Wikinger zurück. Tür ist wieder offen. Vom Anstoß weg. Nächste Powerplay-Phase. Dembélé wird doch nicht ein drittes Mal. Dembélé! 3 zu 0! 3 zu 1 wollen wir den norwegigen Treffer nicht unterschlagen. Und wieder ist er drin. Was wir hier gehört haben, das war der französische Triumphzug im Spitzenspiel gegen Norwegen. Das war ja vorher so ein bisschen die Frage. Und Günter Klein hatte es ja gestern auch im Spitzengespräch mit mir nochmal betont, dass es ja durchaus möglich sei, dass die Nordländer unser Gegner wird. Das hat sich jetzt eher erledigt. Wir werden wohl auf die Franzosen im Achtelfinale treffen. Aber Arndt, nachdem du jetzt aus der Schinkenstraße zurückgekehrt bist, Wo du im Rio Palace einen Gastauftritt hattest mit Mala Anja und Mia Julia. Haben dich die Franzosen auch so wahnsinnig beeindruckt oder ist das jetzt einfach. Die pure Qualität? Und man muss irgendwie gucken, dass man die bei einem schlechten Tag erwischt. So, pass auf, wir haben heute Tag 17, es ist noch nicht mal die Hälfte. Aber ich sage dir heute, die werden Weltmeister. Ich habe heute während des Spiels gedacht, das ist eine Weltmeister-Mannschaft. So die ganze Ausstrahlung, wie die spielen, wen die alles haben, ist das für mich ein programmierter Weltmeister. Kann natürlich noch was passieren, aber für mich werden die Weltmeister. Ich habe mich übrigens heute gefragt, Norwegen hat ja ohne Haaland gespielt. Das heißt, die haben das Spiel ein bisschen abgeschenkt. Wollten die eventuell nicht Gruppenerster werden? Kann das sein? Also wollten die gar nicht riskieren, Gruppenerster zu werden? Ja, ich sag's mal so, da werden wahrscheinlich einige Fäden gezogen oder eine Drähte gezogen im Hintergrund. Ich glaube tatsächlich, dass Norwegen das durchaus ein bisschen einkalkuliert hat. Die haben natürlich auch nicht so einen Riesenbock, auf die Deutschen zu treffen, wobei ich den Turnierbaum jetzt auch nicht so wahnsinnig im Kopf habe. Die werden sich im 16. Finale, im Achtelfinale, im Viertelfinale wahrscheinlich auch irgendwelchen schweren Gegnern ausgesetzt. Ich hab ihn vor mir. Sie spielen jetzt gegen die Elfenbeinküste im 16. Finale und danach gegen den Sieger aus Brasilien-Japan. Also, wir wissen, die Elfenbeinküste ist schwer zu schlagen. Das wissen wir aus dem Spiel gegen die Truppe in Toronto, wo wir zwischen der 30. und 70. Minute auch nicht gerade Bella Figura gemacht haben. Und danach ist Brasilien, von denen wir ja anfangs noch ein bisschen schlecht geredet haben, und wenn die sich durchsetzen, dann ist das definitiv auch ein Gegner, den man schlagen muss, um Weltmeister zu werden. Aber ich muss sagen, ich blicke ein bisschen missgünstig auf die Franzosen, weil die könnten doch auch mal so einen Durchhänger haben. Warum haben eigentlich immer nur wir so eine konjunkturelle Delle? Warum sind wir die, wo du dann hinterher dich mit dem Bundestrainer auseinandersetzen musst? Und es gibt Klage über Neuer und so weiter. Kein Gerede, die Franzosen marschieren bisher krisenfest durch dieses Turnier. Wir haben vor allem auch nur einen Finisher und die haben glaube ich fünf oder so. Wir haben einen einzigen Finisher. Da müssen wir gleich nochmal drüber reden, wie rufschädigend das wirklich für alle ist, die irgendwie auf der deutschen Bank sitzen, dass wir nur einen einzigen Finisher haben. Dass wir niemanden im Kader haben, der sonst der Finisher sein kann, der alles beendet. Das müssen wir gleich in unserem großen Deutschlandkomplex besprechen. Wir können aber mal festhalten, dass wir heute, du musst das mal ganz kurz ein bisschen erklären, nur zwei Spiele sehen werden und danach gehen wir ins Bett. Beziehungsweise du gehst ins Bett, beziehungsweise du machst eine Nachtfahrt durch die nächtliche Türkei. Ja, ich gehe ganz kurz ins Bett. Also es ist hier gerade aktuell Ortszeit 0.15 Uhr. Das heißt, die ersten beiden Spiele sind vorbei und um drei Uhr werde ich abgeholt zum Flughafen. Ich werde mich gleich noch zwei Stunden hinlegen und dann bin ich um zehn ungefähr in Bremen. Und dann werde ich, glaube ich, mich ein bisschen ausruhen. Und dann, das Schlimme ist ja, oder was heißt Schlimme? Es wird eigentlich toll. Die kommende Nacht, die wird ja richtig spannend. Weil in der kommenden Nacht spielen unter anderem Messi, Ronaldo und das dritte Spiel, Moment, gucke ich gerade noch nach. Es sind drei hochkarätige Spiele morgen. England spielt noch, genau, England spielt noch. Also in einer Nacht haben wir Panama, England, Kroatien gegen Ghana, Kolumbien gegen Portugal, Dr. Kongo gegen Usbekistan, Jordadien, Argentinien und Algerien, Österreich. Die spielen alle in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Verrückt. Und diese Nacht, um das nochmal kurz nachzutragen, spielen noch. Und diese Nacht spielen noch Uruguay gegen Spanien in zwei Stunden jetzt gerade? Jorans, das ist dann auch ganz schön heikel und da bin ich mal gespannt und das hören wir dann ja quasi selber, während dieser Podcast dann quasi schon ausgestrahlt wird, weil es so riesigen Ärger bei Uruguay gibt. Marcelo Bielsa wird von seinen Spielern attackiert, weil das sagt, es ist unmenschlich, was der von uns verlangt. Das hat ja eine gewisse Tradition, das haben schon in der Vergangenheit sehr, sehr häufig Leute gesagt, dass das so nicht funktionieren kann. Es gibt ja, muss man sagen, eine große Anhängerschaft für diesen 70-jährigen Coach. Pep Guardiola hat ihn mal als sein Vorbild bezeichnet und er hat Argentinien und Chile zu einer WM geführt, war bei Leeds United sehr erfolgreich, hat mit Atletico Bilbao oder Atletic Bilbao das Endspiel der Europa League erreicht. Aber es gibt eben diesen großen, großen Vorwurf, dass die Leute sagen, der überfordert seine Truppen, der quält die. Diese Debatten gibt es schon sehr, sehr häufig. Und Bielsa hat jetzt seinen Spielern vorgeworfen, dass sie ihn stürzen wollen. Also da scheppert es richtig. Das sind keine guten Voraussetzungen. Aber wer weiß, vielleicht wird dieser Podcast ausgestrahlt und sie haben gegen Spanien gewonnen und sind in der nächsten Runde. Dann bin ich mal wieder, bin ich mal wieder widerlegt worden, wie bei mir zu vielen Thesen zu dieser gerade laufenden WM. Ja, aber für mich ist aber, oh, gebreit diesmal auch wieder der Inbegriff dieser berühmten südamerikanischen Mannschaft, die dann komplett enttäuscht und nach der Vorrunde raus ist. Die sind gerade noch Gruppenzweiter, aber wenn sie gegen Spanien nicht punkten, was ja durchaus mal passieren kann gegen Spanien, dass man mal nicht punktet, dann sind dahinter Kap Verde und Saudi-Arabien. Und dann lassen wir es mal durchspielen. Uruguay hat zwei Punkte, Kap Verde hat auch zwei, Saudi-Arabien hat einen. Wenn Kap Verde und Saudi-Arabien unentschieden spielen, ist Kap Verde dann Gruppenzweiter. Wenn Cap Verde gewinnt, auch. Und wenn Saudi-Arabien gewinnt, ist Saudi-Arabien Gruppen zweiter und Uruguay ist Gruppendritter, aber mit dann nur zwei Punkten und wahrscheinlich einem schlechten Torverein ist und dann werden sie raus sein. Also die müssen was holen gegen Spanien. So, hätte, hätte, Fahrradkette. Wenn ihr das hört, wisst ihr natürlich alle schon Bescheid, dass das alles nur graue Planspiele waren. Und wir müssen auch einmal nochmal nachtragen, dass der Senegal 5 zu 0 gegen den Irak gewonnen hat. Ganz, ganz schwache Performance des Irak bei diesem Turnier, aber der Senegal, der uns ja schon im Auftaktspiel gegen die Franzosen sehr, sehr gut gefallen hat und die Franzosen bisher, muss man sagen, auch. Als Einzige ein bisschen an den Rande zumindest eines Unentschiedens gebracht haben, dass die jetzt weiterkommen, das ist hochverdient. Damit ist der Irak jetzt auch übrigens die schlechteste Mannschaft dieses Teilnehmerfeldes, der WM, was bei 48 Mannschaften ja auch was heißen will. Null Punkte, minus elf Tore, damit haben sie sich hinter Tunesien und Haiti noch auf den letzten Platz gesetzt, der natürlich aber nichts zu sagen hat. Aber sie sind mit Pauk und Tompretner ausgeschieden, heute hätten sie noch eine kleine Chance gehabt mit einem hohen Sieg, aber sie haben schon in der vierten Minute das 0 zu 1 kassiert und danach kurz auf den Platz verweist, also da war eigentlich schon die Messe gelesen, wie man so sagt. Die Messe war gelesen und man muss sagen, dass Tunesien sich auf vielfältige Weise blamiert hat, einerseits als eine der schlechtesten Mannschaften des Turniers, aber dann war es tatsächlich auch noch im Eimspiel so, dass dann zwei Spieler einfach nicht mit auf den Platz gegangen sind. Die haben sich offenbar noch ein kleines Käppchen in der Kabine gemacht und torkelten dann irgendwann erst sehr, sehr verspätet zur zweiten Halbzeit auf dem Platz, was ja auch deswegen immer ganz lustig ist, weil der Schiedsrichter ja nicht einfach ein bisschen rumsteht, bis dann alle auf dem Platz sind, sondern es gibt ja inzwischen immer diesen hochoffiziellen Countdown, 10, 5, 4, 3, 2, 1, 0 und dann waren einfach zwei Leute noch nicht auf dem Platz. Das wird wahrscheinlich Strafen geben und die beiden trotteten dann halt auch immer so wunderschön nacheinander auf dem Platz, wo man wirklich noch das Gefühl hatte, der musste einfach nur warten, bis der Espresso durchgelaufen ist. Das war dann nochmal zunehmend peinlich und kein Ruhesblatt für die eigentlich doch sehr renommierte tunesische Mannschaft. Ich habe übrigens ein bisschen Angst, dass irgendwer drauf kommt, dass man das in der Bundesliga auch total cool machen könnte mit diesem Countdown. Hey, das wäre doch super. Bei der WM doch auch super gewesen. Übrigens, ich muss jetzt mal hier einmal kurz was zu Protokoll geben, was ich jetzt in den letzten Tagen sehr, sehr häufig gehört habe und man glaubt es ja eigentlich kaum. Es gab ja, das möchte ich kurz noch daran erinnern, vor der WM kurz eine Debatte darüber, ob man eventuell das Teilnehmerfeld von 48 auf 64 Mannschaften aufbläht. Und alle haben gedacht, das ist ja absurd. Das war ein Vorschlag aus Südamerika, ein bisschen auch, weil man glaube ich aus der südamerikanischen Perspektive ganz froh wäre, wenn man bei der kommenden WM, die ja in Marokko und Portugal und Spanien und Uruguay und Argentinien stattfindet, dass man dort ein paar mehr südamerikanische Spiele bekäme. Und ich habe das für absurd gehalten, weil 48 Mannschaften finde ich schon ein bisschen zu viel jedenfalls. Man hat das jetzt ein bisschen revidiert, weil es ganz okay war jetzt bisher. Aber ich sage hier einfach mal, wir spielen schon die WM 2030 mit 64 Mannschaften. Es gibt riesige Bewegungen in der FIFA dafür. Einfach die Aussicht, dass 64 Mannschaften von, glaube ich, 211 Mitgliedsländern dabei sind, die elektrisiert viele. Jeder Vierte wäre dann dabei, das wäre so ein bisschen fast eine Olympiade, da brauchst du keine Qualifikationen eigentlich mehr spielen, weil dann ohnehin wahnsinnig viele Leute dabei sind. Aber ich sag's einfach mal hier, ich hab das zuerst gehört, 64 Mannschaften bei der nächsten WM, ziemlich sicher. Aber dann sind wir auch diesen Quatsch mit den Gruppendritten wieder los. Das muss ich übrigens ganz ehrlich sagen, das nervt, also ich meine, wir reden da jetzt ja schon seit Tagen drüber, mich nervt wirklich, dass es in so vielen Spielen jetzt aktuell für so viele Mannschaften um nichts mehr geht. Dass wir dauernd Mannschaften sehen, ja, die sind schon durch, die sind schon durch, die sind schon Gruppensieger, die sind schon Gruppensieger, die müssen sich nicht mehr anstrengen, die müssen sich nicht mehr anstrengen, die können es eigentlich nicht mehr schaffen. Also dieser letzte Spieltag ist wirklich sehr spannungsarm bis jetzt. Und ich würde mir das eigentlich anders wünschen. Aber weißt du übrigens was? Ich habe heute einen Special Guest aufgetan für uns. Und zwar Andi Herzog. Ja, Leihand. Der gerade in den USA ist. Leihand. Ja, Andi. Ich verrate auch gleich warum, aber zunächst mal, ich habe ihm ein paar Fragen gestellt. Unter anderem habe ich ihn gefragt, wie er denn diese WM überhaupt findet. Ja hallo, Andi Herzog hier, liebe Grüße aus Kansas City. Die WM hier in den USA, Mexiko und Kanada finde ich bis jetzt richtig spannend. 48 Mannschaften sind natürlich schon eine große Anzahl, aber ich glaube, gerade in der ersten Runde hat man gesehen, dass oft die vermeintlich kleinen Nationen das schon extrem belebt haben, dass die eine riesen Freude gehabt haben, einen Enthusiasmus. Da die großen Mannschaften auch zu zeigen, dass sie dort auch gut Fußball spielen können, so wie Cap Verde oder Kongo. Also das waren schon tolle Resultate, bis auf Deutschland gegen Curaçao, das 7-1, Das war schon eine klare Abfuhr. Aber nichtsdestotrotz ist es ein toller WM, super tolle Stadion. Also ich war im Stadion von Los Angeles im Sofa Stadium bei den USA gegen Paraguay. Schönster Stadion, was ich je gesehen habe. Tolle Stimmung. Auch ein tolles Spiel der Amerikaner. Andi Herzog ist gerade in den USA unter anderem im österreichischen Teamquartier, weil er ein Buch vorstellt. Ein Buch, in dem es um ihn geht. Es ist eine Graphic Novel. Das hat er unter anderem mit Marco Anotovic und David Alaba der Presse vorgestellt. Und in dem Buch geht es um folgendes, das muss ich mal kurz vorlesen. Der Inhalt ist fantastisch. Marco Arnautowitsch und David Alaba finden das geheime Tagebuch von Zauberer an die Herzog, lernen magische Fußballtricks und treten schließlich im Park gegen das gefürchtete Team von Andi Ogris an. Und das Buch heißt Tagebuch des Zauberers. Leber. Da kommt ja schon wieder ein bisschen Wiener Wunderteam Erinnerungen auf. Wir sind sehr gespannt, was da rauskommt. Man hat immer das Gefühl, dass auch alle Kinderbücher irgendwie so sind, dass es zum Schluss noch ein Entscheidungsspiel gibt. Ich glaube, es gibt kein Kinderbuch, bei dem nicht zum Schluss ein Entscheidungsspiel stattfindet, bei dem eine Mannschaft entweder 3 zu 2 oder 4 zu 3 gewinnt. Und das ist in Österreich auf Platz 1 der Kinderbuchcharts schon, glaube ich. Das ist ja rührend, das ist ja rührend, ja, wunderbar. Aber man muss sagen, Andi Herzog spricht leider kein Meidlinger L. Das finde ich ein bisschen schade, im Gegensatz zu Hans Krankel. Wir erinnern uns an seine großartige Nummer, als er gefragt wurde, ob er nicht mal irgendwas sagen möchte. Und Hans Krankel war so wahnsinnig unlustig, dass er immer nur gesagt hat, ganzen Roses Donauinsel oder U2. Donauinsel. Ja, das kann Andi Herzog leider nicht. Wahrscheinlich kommt er nicht aus Meidling. Schade. Das macht er aber nichts, weil ich habe trotzdem noch was sehr Wertvolles von Andi Herzog bekommen, auch ganz ohne Meidlinger L. Und zwar habe ich ihn natürlich auch zu Deutschland gefragt, wie er als jemand, der lange in Deutschland gespielt hat, die deutsche Elf bislang sieht. Ja, die deutsche Mannschaft, bin mir jetzt nicht sicher, ob sie so kompakt genug ist, ob sie wirklich richtig gut genug ist, dass sie um einen Weltmeistertitel mitspielen kann. Sie haben schon außergewöhnliche Spieler wie Wirth, Musiala, der war zwar lang verletzt, Kai Havertz, Aber trotzdem glaube ich, dass sie im Defensivbereich nicht so sattelfest sind wie zu ihren Glanzzeiten. Der WM-Titel wird auch über eine gute Defensive erspielt und da bin ich mir nicht 100% sicher mit Joshua Kimmich als rechter Verteidiger, der dann trotzdem auch das Spiel machen will und dann auf der Position eigentlich, fast ein bisschen undiszipliniert spielt, sage ich jetzt einmal so, weil er eigentlich im Mittelfeld spielen will. Das muss aber der Julian Nagelsmann lösen, für den ist er auch die erste WM, also auch ein bisschen ein Neuland. Dann hat er die Geschichte mit dem Undorf, dass der nie von Beginn an spielt. Also es ist ein schwieriger Job, der Nationaltrainer-Job, vor allem bei einer WM, weil in Deutschland gibt es 80 Millionen Teamchefs, wir in Österreich haben 8 oder 9 Millionen, jeder weiß alles besser und nur wenn du gewinnst, hast du das als Trainer alles richtig gemacht, aber trotzdem... Ich glaube, dass die Deutschen eine gute Mannschaft beisammen haben. Jetzt nicht auf dem Niveau von Frankreich und Spanien und Argentinien. Darum glaube ich, wäre Semifinale schon ein richtig guter Erfolg. WM-Titel würde ich jetzt nicht annehmen. Aber ich drücke natürlich den Daumen. Wenn schon Österreich nicht Weltmeister wird, dann soll es zumindest Deutschland werden. Also alles Gute und liebe Grüße nach Deutschland. Ciao, au revoir. Und jetzt ist doch schön, dass uns der Österreicher, der Herzog Andi, zur großen Deutschland-Thematik bringt. Zur Frage, was machen wir mit diesem 1-2 gegen Ecuador und den Aussichten für das 16. Finale und natürlich für das 8. Finale. Und wir möchten mit einer Lesermail, mit einem Hörerbrief einleiten, der das Ganze ganz gut zusammengefasst hat, weil er findet, wir haben zu viel gemeckert. Ja, da habe ich mich auch total drüber gefreut, weil ich mich wirklich, also das ist eine der Mails, wo ich wirklich länger drüber nachgedacht habe. Wie viel wir uns davon anziehen, wie viel Schuh. Mario hat geschrieben, nun schreibe ich euch, weil mich die heutige Folge wirklich enttäuscht hat. Also er meint die Folge von gestern. Auch wenn mein Gedächtnis in der Tat nicht das Allerbeste ist, meine ich mich doch zu erinnern, wie ihr ja schon des Öfteren in eurem Podcast über Fans geklagt habt, die in schwächeren Phasen der eigenen Mannschaft sofort alles in Schutt und Asche reden. Der Trainer, der noch keine Ahnung hat, der natürlich die falschen Spieler einwechselt, dann dieser altertümliche Torwart, bei dem man jetzt ja sehen könne, dass man mit Aura kein Turnier gewinnen kann und so weiter. Oftmals verbunden mit dem Resümee, dass diese Fans sich doch bitte einmal Gedanken machen sollen, wie hilfreich diese Form des Supports für die eigene Mannschaft eigentlich ist. Nun ist mir natürlich klar, dass ihr zwar auch Fans eurer Vereine seid, Ihr aber in eurer öffentlichen Rolle und damit auch in diesem Podcast vor allem Journalisten seid, die versuchen, das Geschehen einzuordnen. Trotzdem hatte ich heute Morgen, als ich euch zugehört habe, immer wieder genau diese Art von Fans vor meinem inneren Auge wie oben beschrieben. Philipp hat diesbezüglich ja schon immer die Tendenz, den Hassprediger zu geben. Das finde ich auch immer sehr erfrischend, weil es mit Arndt einen relativierenden Gegenpol gibt. Und genau diese beiden Perspektiven hätte ich mir für heute Morgen gewünscht. Lass mich ganz kurz was dazu sagen. Ich habe ehrlich gesagt die Folge gestern gar nicht so negativ empfunden. Natürlich waren wir alle enttäuscht über das Spiel der Deutschen. Das ging, glaube ich, ganz Deutschland so. Es war auch kein gutes Spiel. Also ich weiß, ich habe gesagt, das halte ich auch für wichtig, wir haben die Gruppe gewonnen. Das war das wichtigste Ziel, dass Deutschland diesmal nicht wie bei den letzten beiden Weltmeisterschaften in der Vorrunde ausscheidet und blamable Turniere spielt. Und wir haben bislang spielerisch jetzt nicht geglänzt, aber wir haben diese Gruppe gewonnen und deswegen ist eigentlich nichts kaputt gegangen bislang. War, glaube ich, auch meine Wortwahl. Und das ist auch meine Sichtweise. Also ich glaube, man muss es einfach unaufgeregt sehen. Mir ging wirklich diese euphorisierte Deutschland-Schwarz-Rot-Geil-Geschichte mit Leuten, die komplett durchdrehen und schon sicher sind, dass wir Weltmeister werden. Das kam mir zu früh und das war mir auch für das Gezeigte einfach viel zu viel. Das wollte ich eigentlich sagen. Ich finde, dass die Mannschaft bislang sich nicht so viel hat zu Schulden kommen lassen. Ja, so ist es jetzt halt. Jetzt sind wir halt im 16. Finale und jetzt kommen irgendwann die stärkeren Gegner. Ja, ich muss auch sagen, ich empfand dich gestern eigentlich unangenehm relativierend, wie du versucht hast, mich quasi von der Autobahn, das heißt es, von der linken Spur abzudrängeln, indem du hinten geblinkt hast und gesagt hast, fahr doch mal wieder rechts und mäßig dich doch mal ein bisschen. Ich erinnere mich sogar an zwei Minuten, in denen du sehr, sehr deutlich gesagt hast, es ist doch gar nichts passiert. Weder positiv noch negativ. Wir sind im Sechzehntelfinale und es ist doch alles gut. Ich würde mal sagen, ich habe eher aus der Perspektive, und das ist dann manchmal ein bisschen krude, ich habe ja ein sehr zwiespältiges Verhältnis zur Nationalmannschaft. Ich finde die eigentlich gut und ich habe irgendwie Bock drauf, dass die Mannschaft gut spielt und ich freue mich auch sehr und man identifiziert sich ja auch mit der ganzen Truppe und so weiter. Mit der kämpfenden Truppe, um nochmal wieder in Wehrmachts-Terminal-Liga reinzugehen. Aber gleichzeitig gibt es auch viel, was mich an dieser Truppe nervt. Erstens immer dieser klebrige Pathos, der die ganze Zeit diese Truppe umwabert. Dann diese Euphorie, die es sofort gibt, sobald man irgendeinen Gegner mal irgendwie 2 oder 3 zu 0 geschlagen hat. Dann sind wir sofort Weltmeister und so weiter. Und ich muss einfach sagen, dass mich das Spiel gestern so enttäuscht hat, weil es so gar nicht meinen Erwartungen entsprach. Ich habe mir in den Spotify-Kommentare geguckt und da hatte einer durchaus darauf hingewiesen, dass ich am Tag vorher noch gesagt hatte, ich glaube, dass es ein maues Spiel wird, dass die Deutschen locker gewinnen. Und das habe ich wirklich geglaubt. Das habe ich wirklich geglaubt. Und ich fand es so enttäuschend. Das ist, glaube ich, dann auch deutlich geworden, dass diese Truppe zu wenig gekämpft hat. Also wenn es irgendetwas geben muss, finde ich, in diesem Turnier, ist eine Mannschaft, die. Kneift und kratzt und beißt und die ganze Zeit klar macht, wir wollen dieses Spiel gewinnen. Und ich kann das auch nicht mehr hören, dass du hörst, ja, dann haben wir es zu wenig gewollt. Ich meine, Nagelsmann hat da natürlich allergisch drauf reagiert. Aber Undarf, Kimmich, alle haben es gesagt und es stimmte auch. Man hat richtig gemerkt, die Ecuadorianer wollten das mehr. Das ist natürlich immer so ein bisschen platt formuliert und natürlich hat das dann auch viele taktische Gründe und spielerische Gründe und Ballverluste und so weiter. Aber ich glaube einfach, wenn du in dieses Spiel reingehst und das unbedingt gewinnen willst, dann trittst du einfach anders auf. Und das kriegen sie nicht hin. Und das war das große Versprechen dieser Truppe. Und selbst wenn es jetzt im 16. Finale besser ist, dann das war total unnötig. Und ich glaube, diese Enttäuschung habe ich so ein bisschen mir Luft gemacht. Zugleich ist es aber auch so, und das ist überhaupt gar kein Vorwurf. Ich halte diese Truppe und du hast es ja vorhin, wenn du es mal vergleichst mit den Franzosen, einfach auch spielerisch von der Qualität her nicht viel in der Lage, diesen Titel zu gewinnen. Das wird nicht passieren. Also Achtelfinale, Viertelfinale, irgendwann wird Schluss sein. Ist auch nicht schlimm. Diese Mannschaft wächst und diese Mannschaft gedeiht und das wird alles gut funktionieren. Nur erstens der mangelnde Kampfgeist und dann hinterher dieses Dieses beleidigte Rumgetur, insbesondere von Nagelsmann, ist mir echt sauer aufgestoßen, weil das ist nicht souverän, das ist in so einer beleidigten Haltung, wir kommen ja vielleicht gleich auch nochmal zur Debatte um Manuel Neuer, natürlich ist Manuel Neuer nicht schuld an dieser Niederlage und auch nicht nur Pavlovich oder nicht nur Kimmich oder nicht nur Metscher oder sonst wer, das war natürlich schon irgendwie so ein gemeinschaftliches Versagen, aber dass man da mal. Wütend sein kann und sagen kann, ey, das hat mich jetzt echt enttäuscht, dafür muss ja auch ein bisschen Raum bleiben und wenn dann so jemand kommt, so ein Laienprediger, Der redet, als ob er auf dem evangelischen Kirchentag ist. Wie Arz Heigler, dann ist doch allen Seiten gedient. So ist es. Zwei Sachen. Also erstens finde ich, was du sagst mit der Euphorie und so weiter, finde ich auch, aber die kommt ja eigentlich von außen. Die kommt ja nicht von den Spielern. Die Spieler sagen jetzt nicht um 3-0, jetzt werden wir Weltmeister. Sondern das kommt ja alles von außen. Das kommt ja von der Journalie, das kommt von den Fans teilweise, die dann sofort durchdrehen. Aber ich habe noch was ganz anderes. Ich würde jetzt gerne mal relativieren. Aber ich glaube, dass ich dir gar nicht so sehr widerspreche. Was mir einfach klar geworden ist, seit den 24 Stunden, so seit gestern, wo man nochmal ein bisschen drüber nachdenken konnte, ist, ich glaube, dass es ein Grundfehler ist, dass wir viel zu sehr an einzelnen Personalien kleben. Dass wir viel zu sehr uns Gedanken machen, ah, wenn Sané nicht gespielt hätte, wären wir besser gewesen. Wenn Undaf gespielt hätte, wären wir besser gewesen. Mit Oliver Baumann drin hätten wir nicht verloren. Das ist völliger Unsinn. Weil wenn wir so gespielt hätten wie gestern, dann ist es egal, wer da auf dem Platz gestanden hätte. Dann hätte Undaf da 90 Minuten vorne stehen können, wir hätten trotzdem verloren. Es hätte Oliver Baumann im Tor sein können, wir hätten trotzdem verloren. Das war, wie du sagst, die ganze Einstellung, die ganze Spielweise war im Prinzip lethargisch und war auf jeden Fall Ecuador irgendwie nicht gewachsen in Sachen Aggressivität, in Sachen Zweikampfführung und so weiter. Da hätten wir mit der Einstellung, egal wer da auf dem Platz gestanden hätte, verloren. Und ich glaube, das ist der große Fehler. Wir wollen immer einzelne, wir wollen ganz einfache Lösungen. Wir wollen einzelne Figuren, an denen wir uns reiben können. Gestern ist es total auffällig gewesen. Ja, jetzt ist Sané da gewesen, hat ein Tor geschossen. Jetzt können wir Sané nicht so gut nehmen, jetzt nehmen wir mal Neuer. Jetzt ist Neuer irgendwie der Schuldige gewesen. Da gab es eine sehr interessante Wortmeldung, gleich zweifach, von ehemaligen deutschen Nationaltorhütern, die ein bisschen aufhorchen lassen. Zum Beispiel zunächst mal Timo Hildebrandt, dem es irgendwie keine Ruhe gelassen hat und der wirklich richtig austeilt. Jeder sucht da wieder einen Schuldigen wegen gestern. Ich lese Torwart Katzer von Mane Neuer. Torwart Fehler. Sagt es euch, ihr habt alle keine Ahnung. Ich muss trotzdem richtig hart an. Ehrlich, ich will ihm gar nicht zur Seite stehen. Aber Folgendes. Drei Spiele vorher. David Rao, Kopfballduell verloren. Jamal Nusjala lässt sich wegschubsen wie ein Schuljum. Jonathan Tal steht einfach falsch. Der Einzige in dieser Szene, der sich richtig verhält, ist Toni Rüdiger. Darüber redet gar keiner. Alle hacken wieder auf mal eine neue rum. Bei so einer Szene, die so schnell geht, er entscheidet sich, den Ball zu fangen, sieht den Spieler nicht. Ich sag's euch. Medien, Fans, die mich Clown nennen, weil ich irgendwie auch was beim Kicker oder bei Sport1 oder Sky, egal wie sie alle heißen, geschrieben habe. Ihr habt einfach keine Ahnung. Niemand von euch wahrscheinlich hat jemals in einem Tor gestanden. Also, lasst mal eine neue Anruhe. Schreibt lieber über die drei Spieler. Sagt, was die für einen Fehler gemacht haben. Und jetzt soll mal eine neue Depp sein. Kotzt mich richtig an. Und etwas Moderator und kürzer, aber in die gleiche Richtung hat es Jens Lehmann ausgedrückt. Zu Manuel Neuer muss ich sagen, das war kein Fehler. Beide waren kein Fehler. Kann er nichts machen beim zweiten Tor, weil er sieht den Fuß gar nicht. Also die Diskussion würde ich jetzt nicht anfangen. Und diese beiden Äußerungen sind ja Wasser auf den Mühlen von Manuel Neuer, der ja selber relativ pikiert reagiert hat, als er gefragt wurde, ob er das Tor auf seine Kappe nimmt. Ich finde es zwar ein bisschen unangenehm, dass Manuel Neuer sich die Marotte angewöhnt hat, immer quasi nur noch Kritik zuzulassen von Leuten, die selber mal im Tor gespielt haben. Das hat er jetzt schon dreimal gehabt bei Interviews, dass man in Häusern sagt, hast du selber mal gespielt oder Leute, die schon mal im Tor gespielt haben, wissen das. Also da kommst du nie weiter. Kein Politiker kann einen Journalisten abkannen, wenn du sagst, warst du schon mal Politiker oder keine Ahnung, ein Theaterkritiker, man muss nicht selber schon Regisseur im Burgtheater gewesen sein, um sich eine Meinung bilden zu können. Das sollte er mal durchaus lassen. Aber ich finde, er hat hinterher durchaus sinnig begründet, warum er da gewartet hat und warum das schlechterdings nicht zu verteidigen war. Und vielleicht muss das ja auch der gemeine Journalist mal zulassen, dass es Situationen gibt, in denen Tore einfach fallen, weil einem Stürmer etwas Tolles eingefallen ist, weil es einen Geniestreich gab, weil er blitzschnell reagiert hat. Also dass man denkt, Manuel Neuer muss nur gut spielen und dann fällt kein Tor, das widerspricht allen Regeln des Fußballs. Du hast völlig recht mit dem, was du sagst, zu 100 Prozent. Ich würde aber trotzdem auch sagen, wenn Leute wie Timo Hildebrandt und Jens Lehmann sagen. Aus Torwartperspektive, das war kein Fehler, dann würde ich das eher mal für fundiert halten, als wenn es irgendein Kolumnist in irgendeiner Zeitung schreibt, der sagt, den muss er aber hin, den muss er aber haben, klarer Torwartfehler, deswegen haben wir verloren. Aber ich meine, so oder so sind es Meinungen, die existieren, gleichbedeutend nebeneinander oder gleichberechtigt und man darf finden, dass es ein Torwartfehler war. Ich glaube aber übrigens, ganz wichtiges Thema und Lieblingsthema von mir ist. Ich glaube, dass wirklich Torwartleistungen ganz oft falsch bewertet werden. Und zwar von außen. Und zwar wirklich ganz, ganz oft wird, jetzt nur mal ein Beispiel, wird eine Torwartparade in den Himmel gelobt, wenn einer aus fünf Metern angeschossen wird, weil er im kurzen Eck stand. Aber der muss da stehen. Es ist völlig klar, dass ein Torwart, der gut ausgebildet ist, da im kurzen Eck steht und dann kriegt er den halt aus fünf Metern auf dem Pansen gebrannt. Und dann jubeln alle und sagen, boah, was wird er denn denn gehalten? Und es werden ganz viele Sachen falsch beurteilt, die die Torhüter auf der Linie machen und die Torhüter in ihrer Ausübung ihres Berufes machen. Deswegen finde ich wichtig, auch da genauer hinzugucken und zu sagen, nein, es bringt uns jetzt überhaupt nicht weiter, wenn wir jetzt sagen, okay, Sané hat jetzt ein Tor geschossen, jetzt ist Manuel Neuer erstmal dran und wird irgendwie geteert und gefedert durchs Dorf getrieben. Nächstes Mal ist der Bundestrainer wieder dran, wenn er die Frechheit besitzt und ohne darf, wieder auf die Bank setzen sollte, wo ich übrigens auch gespannt bin, ob er das nochmal macht. Das hilft nicht weiter, davon spielen wir nicht besser. Wir spielen besser, wenn wir mit einer anderen Einstellung auf den Platz gehen und anders in die Zweikämpfe kommen, wirklich mit mehr Herz, mit mehr Kämpferherz auf den Platz gehen und hinterher eben nicht sagen, die anderen wollten es mehr. Also ich würde dir zustimmen, dass das Torwartspiel besonders komplex ist und ich glaube auch, dass die allerwenigsten auch nur ansatzweise Erfahrung haben, was ein modernes Torwartspiel eigentlich ausmacht. Und das können, glaube ich, Torhüter sehr viel besser nachempfinden oder Leute, Torwarttrainer, Marco Kostmann und andere. Wir haben das ja auch zum Beispiel gemerkt, als wir uns mit Stefan Ortega kurz vor der WEM unterhalten haben. Das ist ganz komplex, was du können musst, wie du Strafraumbeherrschung hinbekommst, wie du dich positionierst, damit Stürmer einen schlechten Winkel haben, wenn sie auf dich zugelaufen kommen. Also das ist sehr, sehr komplex und ich stimme dir zu, dass das manchmal sehr, sehr oberflächlich ist. Zugleich ist es natürlich so, dass Journalismus manchmal auch so funktioniert. Ich glaube, dass sich Manuel Neuer keinen Gefallen tut, das quasi immer als Bedingung zu formulieren, um überhaupt einen Diskurs zu führen. Journalisten gehören genauso zum Geschäft dazu, wie es Teuter sind. Und Manuel Neuer hat sehr, sehr häufig sowohl monetär als auch von seinem Ruf her davon profitiert, dass es Journalisten gibt, die ihn gerühmt haben. Mir ist aber trotz allem auch aufgefallen, und das finde ich dann doch ein bisschen erstaunlich, So eine wahnsinnig gereizte Stimmung herrscht zwischen Journalisten und dem DFB-Tross. Es ist einerseits so, das muss man auch sagen, Journalisten sind manchmal schrecklich. Ich habe jetzt gehört, dass die allererste Frage, die allererste Frage, die in Winston-Salem im Quartier der Nationalmannschaft gestellt wurde von einem Journalisten war. Was meinst du, was das für eine Frage war? Weiß nicht. Erzähl. Die Frage war, wo gibt es denn hier das kostenlose Wasser? Das fand ich sehr schön. Das war sehr schön. Also wenn es eine Kontinuität gibt, ist, dass der deutsche Journalist auch immer sehr, sehr besorgt ist um seine eigene Versorgungslage. Ich werde nicht vergessen, als Fortuna Düsseldorf mal im Rheinstadion das kostenlose Catering für Journalisten abgeschafft hat und nur noch eine Dose dänische Butterkekse einfach in den Presseraum gestellt hat. Danach waren auch sämtliche Spielberichte von der Fortuna sehr negativ gefärbt. Einfach weil die Versorgungslage nicht stimmte. Ansonsten muss ich aber auch mal sagen, wir hatten das Thema ja schon bei Jamie Leveling, der ja nun auch so eine Pauschalkritik an der deutschen Journalistenszene geäußert hat. Ich glaube, man muss da einfach mal kurz sagen, dass die deutsche Mannschaft von einem Trost begleitet wird, der gar kein monolithischer Block ist. Also ich meine, das sind ja mega unterschiedliche Leute, die da unterwegs sind. Keine Ahnung, das sind Schönschreiber, das sind Feuilletonisten, das sind Boulevardjournalisten, das sind Radioleute, TV-Personal, Das sind zynische Senioren, das sind ehrgeizige Jungspunde, die sich noch ihre Sporen verdienen wollen. Da gibt es welche, die überhaupt gar keinen Kontakt zur deutschen Mannschaft haben. Und dann hast du diese Büchsenspanner von einer Bild-Zeitung, die quasi eine Standleitung zum Trainerstab haben. Insofern ist es ein bisschen Quatsch, wenn immer so quasi allgemeine Kampagnen vermutet werden. Es gibt natürlich so einen Mainstream-Trend. Wenn alle gerade auf Leroy Sané einhauen, dann machen das alle irgendwie mit. Was mir übrigens aufgefallen ist, und muss ich noch kurz erzählen, aus New York. Es gibt so eine Art Prototyp des deutschen Sportjournalisten. Und das ist mir bewusst geworden am Mittwoch. Da war nämlich so eine Kulturveranstaltung, bei der sich etwa ein Dutzend deutscher Sportjournalisten morgens in einem sehr berühmten Museum getroffen haben. Auf jeden Fall musst du dir vorstellen, dass in dieser Eingangshalle des Museums, es war eine ganz dezente Stille, da huschten mal so ein paar Mitarbeiter vorbei, da nickte der eine oder andere mal und es war wirklich so eine ganz dezente Museumsatmosphäre, wo es total still war. Und dann passierte etwas, dass dieser Trost deutscher Sportjournalisten reinkam und es wurde einfach wahnsinnig laut. Und fünf Minuten hörte man in dieser Eingangshalle nichts anderes als das Ploppen der Hände. Wenn so Sportjournalisten sich begrüßen, dann geben die sich nicht die Hand, sondern schlagen die immer so ein. Weißt du, dass dieses knallende Geräusch entsteht. Und dann hörst du fünf Minuten nur dieses Plopp, Plopp, Plopp. Und was lustig ist, männliche Sportjournalisten begrüßen sich immer so und Journalistinnen werden von männlichen Sportjournalisten immer so begrüßt, als ob sie sich gerade gemeinsam von der Titanic gerettet hätten. Da wird lange umarmt und toll dich zu sehen und so weiter. Schrecklich, schrecklich, schrecklich, schrecklich. Aber was ich eigentlich davon, von dieser Kulturkritik mal zurück. Was ich wirklich sagen muss ist, das ist kein Blog, sondern es sind ganz unterschiedliche Leute. Insofern glaube ich, dass es selten orchestrierte Kampagnen gibt. Philipp, jetzt habe ich passend fast zu dem Thema eine sehr, sehr nette Nachricht, die ich bekommen habe bei, ich glaube bei Instagram hat er sie mir geschickt, Elias. Elias hat geschrieben, ich bin Elias, 14 Jahre alt und höre seit zwei Jahren jede Folge von Cycler und Köster. Bin ein riesiger Fan. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich mal im Podcast grüßt. Das machen wir jetzt mal. Hallo Elias. Hallo Elias. Hey Elias, alte Pferdenecke. Du hier und nicht in Hollywood. Wie man früher sagte. Da ich nicht weiß, wie man so einen Leserbrief schreibt, hab ich mir gedacht, ich schreibe die einfach mal so. Meine Frage wäre, wer ist für euch der beste Kommentator der WM? Und weißt du, was mir da aufgefallen ist? Dass ich bei Kommentatoren eigentlich das genauso finde, wie das, was man immer bei Schiedsrichtern sagt. Am besten sind eigentlich die Kommentatoren, über die man sich 90 Minuten nicht ärgert, wo man einfach so zuhört und hinter sich fragt, okay, wer war der Kommentator? Das ist mir eigentlich nie aufgefallen. Das sind eigentlich immer die Besten. Aber grundsätzlich stehe ich auf grundsolides Handwerk und auf Leute, die nicht zu sehr fürs Archiv kommentieren, wie man so sagt. Und uns beiden ist Jonas Friedrich positiv aufgefallen von Magenta. Und um das mal ein bisschen paritätisch zu sehen, ich mag Oliver Schmidt auch gerne und ich mag Tom Bartels auch gerne. Ich höre die einfach gern, das ist einfach alles richtig gutes Kommentatoren-Kunsthandwerk. Die mag ich alle drei sehr gerne. Christina Rand finde ich auch super. Ich muss ja sagen, ich weiß, dass die Deutsch-Portugiesin ist, aber ich hasse es ganz prinzipiell bei Leuten, wenn sie Leute korrekt aussprechen in der Landessprache. Dafür kann Christina nichts, das ist ja auch gut und sie weiß es ja auch, aber ich hasse das einfach. Ich mag es auch nicht, wenn, keine Ahnung, ein Spanier spanische Namen ordentlich ausspricht. Ich finde, es muss so einen deutschen Kartoffelausdruck für alle geben. Es ist ja auch so, die Engländer sprechen die Deutschen ja auch nicht aus, als ob sie irgendwie aus Bückeburg oder aus Hannover Nord kommen oder so. Ich finde, ich mag so gewisse Unkorrektheiten da eigentlich ganz gerne. Wo wir bei korrekter Aussprache sind, noch eine wundervolle Mail von Jakob, die gekommen ist, großer Sport, eure tägliche Dosis, Zeigler Köster. Vor allem freut es mich, dass euer Podcast inzwischen auch Einzug und unseren Familien Sprachgebrauch gefunden hat. Unser Sohn, fünf Jahre, hat heute im Urlaub beim Frühstück mit entsprechender Betonung und richtigerweise verkündet, heute sei der dritte Tag. Ja, das finde ich sehr schön. Pass auf, aber es gibt noch einen Leserbrief, den ich super finde und das ist mein absoluter Lieblingsbrief jetzt bei 16 oder 17 Folgen. Er kommt von Oskar, elf Jahre. Und er schreibt gerade, ich bin Oskar, elf Jahre alt und schreibe gerade in der Halbzeitpause von Frankreich gegen Norwegen. Ich habe die Maskottchen am Spielfeldrand gesehen und nicht nur eines, nein, sogar alle drei. Sie haben ein bisschen geklatscht, sie haben gehüpft und mit der Bande geschwaffelt. So toll wie Striker sind sie aber nicht. Ist das nicht süß. Das gefällt mir. Wir grüßen nicht nur Ilya, sondern wir grüßen auch Oskar, elf Jahre alt, der schon weiß, dass sie mit der Bande geschwaffelt haben. Und was ganz wichtig ist, Philipp, du hast mir noch geschrieben, du möchtest unbedingt, weil ich das glaube ich sehr berührt, über die aktuellen WM-Maskottchen noch sprechen, die haben wir schon mal kurz erwähnt. Ja, ich war ja in New Jersey im Stadion und da war es wirklich so, dass die nur als Plakate an der Wand hingen, aber du hast sie nirgendwo gesehen. Vielleicht habe ich auch nicht ordentlich hingeguckt, aber man hat das Gefühl, dass Maple, also der Elch aus Kanada, Zayou, der Jaguar für Mexiko und Klatsch, der Weißkopfseeadler für die USA, dass die irgendwie anders als beispielsweise Guleo 2006 und so weiter und so fort keine Rolle spielen. Es mag ja sein, dass bei der Hitze keiner Bock hat, sich in dieses Fellkostüm reinzuzwängen, aber so lustlos und so lieblos, finde ich, sind keine Maskottchen abmoderiert worden, eigentlich seit Einführung der Maskottchen. Und noch ganz wichtig, wir haben ja beide ein gewisses Faible für Maskottchen. Du hast mir auch vor dieser Folge verraten, dass du ein Lieblingsmaskottchen hast, was aber gar nichts mit Fußball zu tun hat, aber Menschen unserer Generation kennen es alle noch. Ja, wir lassen ihn einfach mal rufen und dann wissen, glaube ich, alle, die schon ein bisschen älter sind, von wem die Rede ist. Ihr habt es natürlich alle erkannt, es ist Wutschko, der wunderbare Wolf der Olympiade, nicht der Olympiade, von Olympia 1984 in Sarajevo. Und ich habe jetzt das nochmal nachgelesen, weil ich mich daran erinnert fühle. Ich hatte mich einfach durch YouTube geklickt und kam dann eben auf ein wunderbares Video dieses sympathischen Wolfes. Und ich habe nachgelesen, es ist bis heute das beliebteste Maskottchen, das es jemals bei großen Sportveranstaltungen gab, war der Wolf aus Sarajevo. Und es ist begründet worden damit, dass der Wolf vorher ein extrem schlechtes Image hatte, sehr, sehr schlechtes Image und dass ein jugoslawischer Fötunist oder so ein Zeichner es geschafft hat, das Image dieses Wolfes komplett zu drehen. Er hatte ja immer so einen orangenen Schal an und hat dann so wunderbar getrötet vor jeder Übertragung, dass nur acht Jahre später Sarajevo bald in Schutt und Asche gelegt wurde wegen des jugoslawischen Bürgerkriegs, konnte damals niemand ahnen, aber es war ein wunderschöner Moment. Also ich hab's damals großartig genossen und du warst jetzt heute sogar auf Ebay unterwegs, um mal zu gucken, ob es Wutschko-Devotionalien gibt. Ich hab mal geguckt, es gibt ganz viele Anstecknadeln von Wutschko. Ich wollte ja so eine Figur kaufen, aber es gibt sogar original verpackte Wutschko-Plüschfiguren von damals, weil die kosten 400 Euro oder so. Oh, okay. Da muss man mal sagen, dass dieser Nepp unter anderem ja auch das Ciao-Maskottchen befallen hat. Du kriegst ganz kleine Plastikfiguren des Maskottchens der WM 1990 für 340 Euro, die sofort zusammenfallen, wenn ihr die auspackt. Ich habe es selber ausprobiert. Ich habe, glaube ich, 370 Euro ausgegeben für ein kleines Ciao-Maskottchen. Und das ist ungefähr 10 Zentimeter hoch und hat, glaube ich, einen Materialwert von 10 Cent oder von 30 Lire. Kann ich nur raten, Finger weg davon. Philipp, ich habe drei große Chows zu Hause. Möchtest du einen haben? Nein. Soll ich dir mal einen? Nein, ich möchte das nicht. Ich möchte das nicht. Ich möchte das nicht. Gut, pass auf. Zu viel Mitleid. Wo wir gerade bei Herzensangelegenheiten sind, es erreichten uns während des Spiels der Deutschen gegen Ecuador mehrere Mails zum gleichen Thema. Kai schrieb, rufen die Fans im Stadion da gerade Bielefeld, Bielefeld? Warum singen die äquadorianischen Fans eigentlich alle ständig Bielefeld? Sie meinen, oder Kai meint, und die anderen beiden, die wir gleich noch hören, meinen auch diesen Sprechchor hier. Si, se, prä! Si, se, prä! Si, se, prä! Si, se. Prä! Und dann schreibt dazu auch Steffen, hört ihr das auch so? Oder sollte ich vielleicht doch tatsächlich mal eine Packung Ohrenstäbchen investieren? Warum rufen die Bielefeld? Und Benjamin hat geschrieben, ich wunderte mich gerade das ganze Spiel lang schon, ob es wirklich eine größere Bielefelder Delegation ins Stadion geschafft hat, bis ich gelernt habe, dass da nicht Bielefeld, sondern Si, se, prä! Oder Puede, wie man das ausspricht, von den Äquadorianern geskandiert wird. Ich musste natürlich sofort an Philipp denken und frage mich, ob er auch Heimatgefühle bekommen hat. Cice Puede heißt übrigens, es ist möglich. Und das wurde wirklich das ganze Spiel übergerufen. Ja, und ich war ja im Stadion und ich habe es genauso empfunden. Und ich möchte mal sagen, mindestens ein Paderborner, wenn nicht sogar ein Gütersloher, um mal von diesen Heimatgefühlen zu sprechen. Und ich muss wirklich sagen, ich fand die Vorstellung, allein weil das ja der große Traum ist, dass wir nochmal irgendwann international spielen und nicht nur so eine Inter-Toto-Runde, 84 gegen Lok Leipzig und, gegen Hammersby oder sowas, sondern mal im großen Stadion, im Camp Nou oder möglicherweise in New Jersey und du hast eine riesige Kurve, die Bielefeld, Bielefeld brüllt, aber es war wie gesagt, es ist möglich. Und ich habe übrigens noch nach dem Spiel mit relativ vielen Ecuadorianern gesprochen, die waren wahnsinnig euphorisch, weil sie dieses Spiel gewonnen haben und gleichzeitig sind die nach wie vor sauer auf ihren Trainer, den ich auch nicht ordentlich aussprechen kann, der aber ein bisschen so aussieht, als ob er damals mit den Elben in Helmsklamm gegen die Orks gekämpft hat und der natürlich da auch den mentalen Turbo angeworfen hat. Also da wird es, wenn die dann trotzdem ausscheiden in der nächsten Runde, trotz allem das große Scherbengericht geben, da hilft die ganze Hopserei nicht. Schöne Vorstellung natürlich, dass im großen 80.000-Mann-Stadion Bielefeld. Jetzt habe ich schon wieder ein Paderborn. Damit sollen wir jetzt auch aufhören. Es klingt, Philipp, als wären wir am Ende. Ich glaube, wir sind am Ende. Liebe Leute, und das Schöne ist ja, wenn ihr uns das nächste Mal hört, also jetzt nicht diese Folge, sondern die nächste, dann ist Arndt schon wieder im wunderschönen Bremen. Deswegen ist jetzt nochmal die Gelegenheit, die letzte Gelegenheit, zumindest für einige Tage, unseren traditionellen Gruß loszuwerden. Merhaba! Merhaba! Merhaba! Merhaba! Ich bin übrigens dann nächste Woche nochmal hier. Merhaba! Merhaba ist etwas zu verwirren, um es zu erklären. Wir danken euch allen fürs Zuhören. Ja, wir danken euch und sind morgen wieder da. Merhaba! Dankeschön! Bitteschön, Patrick. Wir bedanken uns ganz herzlich bei uns. Vielen Dank, meine Herren. Vielen Dank, Oliver Kahn. Danke auch für den Stress. Vielen herzlichen Dank dafür. Dankeschön. Dankeschön. Dankeschön. Ich bitte Sie. Vielen herzlichen Dank. Bitte. Bitte, danke. Ja, vielen Dank. Danke, Erik. Ja, vielen Dank. Danke, das genügt, sagen wir und mit uns die deutsche Mannschaft. Dankeschön, Dankeschön. Tschüss, geht zusammen. Ich habe heute schon gedankt. Ich komme mit der Dankfüllung, die noch im Dank ist nach Salzburg. Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+. Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster, wenig überraschend, Arndt Zeigler und Philipp Köster. Das hat Spaß gemacht!