Arndt! Philipp! Da sind wir wieder! Da sind wir wieder und an einem historischen Tag, denn ausgerechnet heute hat Jürgen Klopp seinen ersten Nationalmannschaftskader zusammengestellt. Es sind etwa 300 potenzielle Nationalspieler, die in zwei bis fünf Kader aufgeteilt werden und die Nations League-Spiele und die Freundschaftsspiele bestreiten werden. Und wir werden gleich drüber reden. Nur dein erster Eindruck, wie war Jürgen Klopp? War er aufgeräumter als beim letzten Mal, wo er so ein bisschen giftig war? Ich fand ihn gut. Ich weiß nicht, wie du ihn gefunden hast. Ich habe das mir eben angeguckt, so aufmerksam ich konnte und solange ich konnte. Und was ich gut finde, ich merke bei mir auch, ohne dass ich es an irgendwas festmachen kann, ich habe auch jetzt irgendwie, ich habe keinen Bock auf eine Länderspielpause grundsätzlich. Aber ich bin gespannt, was passiert. Und ich bin gespannt, wie es umsetzen wird, was er heute angekündigt hat. Und ich glaube, das gute Gefühl, was ich habe, ist, du hast das Gefühl, es ist wirklich was in Bewegung. Und es sind wirklich Dinge, die probiert werden und hinter denen ein Plan steckt. Und ich glaube, das ist das, was im Moment erstmal Anlass zu sehr viel Hoffnung gibt. Ja, und diese Aufbruchsstimmung, die werden wir auch durch die Folge tragen. So biestig sein wie letzte Woche bei Tim Kleindienst. Das klappt doch nie. Und deswegen haben wir einfach mal eine gute Musik. Sie hat möglicherweise auch ein bekanntes Instrument mittendrin. Ich nehme es vorweg, es ist das gleiche Scheiß-Intro wie immer. Also es ist alles vorbereitet. Jetzt geht's los. So Philipp, jetzt sind wir wirklich, du hast gesagt, ein historischer Tag. Es ist eine Pressekonferenz. Wir haben schon beide sehr, sehr viele DFB-Pressekonferenzen gesehen. Und wir wussten, das ist schon eine neue Ära, die jetzt beginnt. Und man hat natürlich auch eine große Erwartungshaltung. Und man sollte auch, haben wir auch oft genug gesagt, nicht erwarten, dass jetzt eine ganz neue Nationalmannschaft mit frischgebackenen Spielern, die es vorher nicht gab, jetzt sofort zur Tür reinkommt. Aber ich finde die Kader, muss man ja sagen, spannend, weil es sind ja im Prinzip zwei. Und ich fand auch den Auftritt gut. Ja, ich finde den Auftritt auch gut. Er wirkte deutlich konzentrierter, nicht so fahrig wie beim letzten Mal, wo er als allererstes die Journalie angegiftet hat und so getan hat, als ob sie jetzt schon die Drohne über dem DFB-Campus kreisen lassen, bloß um ihn auszuspionieren und sein Privatleben. Das hatte er dann ja zwischendurch auch schon ein bisschen korrigiert. Und er hat tatsächlich auch diesen etwas atemlosen Transferjournalismus, den es in den letzten Tagen gab, weil ja wahnsinnig viele Namen durchgestochen worden sind, vorher von Vereinsmitarbeitern, von Beratern und so weiter und so fort. Das hat da tatsächlich ein bisschen ad absurdum geführt, weil vorher immer die Rede war von einer Art erweiterten Kader, den er dann zusammenschrumpft. Nein, es sind zwei Kader und zumindest da hatte er den Überraschungseffekt auf seiner Seite. Denn das gab es, glaube ich, noch nie so, dass du quasi zwei fast unabhängig voneinander existierende Kader nominierst, die dann verschiedene Spiele machen. Also du siehst auch daran, es ist ein unorthodoxes und neues Denken, was er zulässt, was er auch gut erklärt hat. Er erklärt, warum es zwei Kader sind und warum welche Spieler am Anfang schon dabei sind und welche nicht. Philipp, ich habe jetzt so ein bisschen den Verdacht, dass mit dem, was ich jetzt sage, ich dieses Thema Klopp so ein bisschen sprenge, weil ich gemerkt habe, je länger ich ihm zugehört habe, ich habe irgendwie, auch nach den Erfahrungen der WM, überhaupt keinen Bock mehr über einzelne Namen zu diskutieren. Ich hab überhaupt keinen Bock drüber zu diskutieren, welcher Name, warum dabei ist und welcher nicht. Natürlich ist das eigentlich das beherrschende Thema. Aber ich habe gemerkt, ich hab auf diese ganzen Sachen von der WM, warum Undarf schon wieder nicht und warum ist Neuer überhaupt dabei. Ich hab das Gefühl, mit den Kadern heute hat er das so ein bisschen ausgehebelt auch, wie du auch gerade gesagt hast. Dass wir wirklich jetzt anfangen, uns drüber zu streiten, warum hat er den denn nicht mitgenommen, ist der denn blöd und den darf er doch nie mitnehmen, erst nach drei guten Spielen und so weiter. Ich finde, du hast jetzt eine lange Liste von Namen, die verdienen, dass man ihnen erstmal die Chance gibt, sie so stehen zu lassen und zu sagen, da wird schon irgendwas. Wirklich sich dabei gedacht worden sein und ich bin jetzt überhaupt nicht bereit, über irgendeinen Tor zu diskutieren, der dabei ist oder einen, der nicht dabei ist oder warum der nicht dabei ist. Also ich finde, dieses Denken hat uns während der WM so genervt oder auch wahrscheinlich sehr geschadet. Das sollten wir einfach jetzt erstmal zur Seite schieben und erstmal bei Null anfangen wirklich. Also ich glaube, dass du da recht hast und nichts illustriert diese Frage oder diese Antwort besser als Dennis Undorf. Da waren alle vorher empört, weil durchgestochen worden sei, dass Dennis Undorf nicht dabei ist. Jürgen Klopp hat es aber gut erklärt. Er hat gesagt, du bist noch nicht wieder bei 100 Prozent und jetzt schau doch einfach mal, dass du beim VfB wieder deine volle Leistung bringst und dann spielst du in den Planungen auch eine Rolle. Zum anderen gab es ja auch so ein paar Personalien, die, glaube ich, dieses ganze Namensgewitter ad absurdum geführt haben. Zum Beispiel Felix Keidel von Elversberg. Ich meine, der hat letztes Jahr 2. Liga mit Elversberg gespielt. Vorher war er bei Ingolstadt. Die Zeiten, in denen du quasi jetzt erst mal 3, 4 Jahre buckeln musstest in der Bundesliga, bis du dann mal berufen wirst, die scheinen offenbar vorbei zu sein. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass Jürgen Klopp ja recht hat. Warum sollte man nicht von Beginn an dabei sein? Sofort klar machen, das erwarten wir von euch, aber wir glauben an euch. Also dieser Gedanke, du musst erstmal stolz sein, dass du dieses Nationalmannschaftstrikot überziehst und wir glauben aber an dich und glauben an deine Entwicklungsfähigkeit, das fand ich nicht so schlecht. Es ist auch jetzt nicht meine Absicht, die beiden gegeneinander auszuspielen, aber gerade auch verglichen mit den letzten Nagelsmann-Auftritten, die wir ja auch kritisiert haben, die viele Leute kritisiert haben, viele Instinktlosigkeiten und so. Also wie gesagt, ich halte ihn nach wie vor für einen sehr, sehr guten Trainer und ich bin auch sicher, wird einen sehr, sehr guten neuen Job bekommen irgendwann, nicht allzu ferner Zukunft. Aber Klopp war da sehr viel zielgerichteter in der Art und Weise, wie er aufgetreten ist. Entweder er hat ein besseres Gespür oder er hat sich einfach viel mehr Gedanken gemacht, wie er heute rüberkommen will. Und das fand ich auch eine Sache, die jetzt irgendwie erstmal ein bisschen mehr Bock gehabt hat, als das, was wir bis zum WM-Ende hatten. Ja, natürlich ist das ein riskantes Spiel, aber auch, das muss man nicht vergessen. Also wenn diese beiden Mannschaften jetzt gar nicht zusammenpassen, wenn er auf Gegner trifft, die ein bisschen was vorhaben, wenn möglicherweise so diese ersten Spiele auch in die Binsen gehen, dann könnte es sein, dass relativ schnell auch wieder Schlaumeier um die Ecke kommen, die sagen, das funktioniert alles nicht. Nur es ist auch die Frage, was wäre denn die Alternative? Also was ist eine Alternative zu diesen 40 Leuten, die jetzt erstmal benannt halt als ein Kreis, aus dem er sich seine Nationalmannschaft bilden will? Ich will jetzt sagen, ich setze einfach wieder auf die Alten und das sind dann halt Jonathan Tay und das sind Schlotterbeck und Kimmich und die anderen. Ich meine, die hatten ja alle ihre Chance und sie hatten vor allen Dingen vor ein paar Monaten noch ihre Chance und hätten ja auch zeigen können, dass sie eine Mannschaft sind, die völlig quasi ohne Zweifel da zur ersten Elf gehört. Ist ja nicht so und deswegen finde ich das als Statement, dass du sagst, ich berufe erstmal 30, 40 Leute, finde ich es gar nicht verkehrt. Aber klar ist eben auch, es wird sich jetzt irgendwann schon quasi eine erste 11 oder eine erste 22 rausbilden. Also da wird sich ja auch der eine oder andere dabei sein, wo dann Klopp sagt, pass mal auf, wir sprechen in einem Jahr nochmal oder so. Ich finde aber auch in Anbetracht der vielen neuen Namen und es sind wirklich sehr viele neue Namen und auch sehr viele, die man jetzt nicht so auf dem Schirm hatte. Spieler, die wir beide auch nicht kennen. Wenn ich das mal ganz offen sagen darf. Egal, die lernen wir schon noch kennen. Es ist wirklich auch eine Abkehr von diesem Grundgefühl vor den letzten Turnieren eigentlich immer, dass du das Gefühl hattest, ja, eigentlich weißt du vorher, wer da am Platz steht, du weißt vorher, wer mitfährt. Es kommen zwei, drei Überraschungen, das war's dann. Und dann hast du vorher schon gar nicht mehr so viel Bock gehabt auf das Turnier und auf den Kader, weil du dachtest, ja, ich weiß, was ich kriege, ich weiß auch, was ich nicht kriege. In dem Fall wissen wir überhaupt noch nicht, was wir kriegen. Und das finde ich auch erstmal gut. Ja, absolut. Und man könnte jetzt natürlich vorher missgünstig sagen, als es hieß, es gibt diesen XXL-Kader. Da haben ja manche Leute gesagt, das ist ja irgendwie so ziemlich jeder, der gerade auslaufen kann und der bei der Nationalhymne einigermaßen glaubwürdig die Lippen bewegt. So ist es aber nicht. Und es ist auch nicht diese Klostermann-Halzenberg oder Klosterberg-Halzenberg-Klosterberg-Melissengeist-Nummer, die wir vor ein paar Jahren hatten, wo wir die Nationalspiele auch nicht auseinanderhalten konnten. Sondern ich glaube, es ist erstmal tatsächlich ein Statement, du sollst wieder stolz sein, wenn du die Nationalhymne hörst, wenn du das Trikot anziehst. Viele Leute haben das jetzt, diese Statements in der Pressekonferenz, glaube ich, so als nationalstolz interpretiert. Aber eigentlich ist das nichts anderes als das, was Klopp auch bei Liverpool oder bei Dortmund oder bei Mainz gesagt hat. Der hat gesagt, zieh dieses Trikot an und du bist Teil der Mannschaft und bist automatisch stärker. Also diese Mannschaft, dieses Trikot macht dich stärker. Das ist weniger nationalpatriotisch, als man denken möchte. Es ist, glaube ich, einfach diese Idee, lass dich mal begeistern von der Idee dieses Fußballs und dann wird auch deine Leistung besser und dann kannst du auch wachsen. Nationalpatriotisch ist ein gutes Stichwort. Dazu hat er sich nämlich auch geäußert und das fand ich sehr bemerkenswert. Vielleicht können wir das mal einem einspielen, was er zu dem Thema gesagt hat. Da stecken ganz viele Botschaften drin, um ehrlich zu sein. Nummer eins. Es ist bei der KPS Tennis ein bisschen lustig. Das Leben ist ernst genug und, ich finde, wenn Fußball ohne Spaß wäre, relativ, es ist ein sehr unangenehmer Sport, wir brauchen nicht spielen, brauchen wir nicht gucken. Und das müssen wir jetzt schon wieder hinkriegen, dass wir Spaß finden an der ganzen Nummer. Das andere ist, Es sind wahnsinnig viele, vor kurzem erst, sind Dinge passiert. Es hat eine Wahl stattgefunden, die manchen Leuten wahrscheinlich, die es okay fanden. Viele andere haben gedacht, du lieber Himmel, was passiert denn da? Ich möchte das nicht zu groß machen. Wir hoffen nicht, dass ich in Zukunft in Pressekonferenzen sehr, sehr häufig über politische Dinge sprechen muss, weil da bin ich kein Fachmann, da bin ich interessierter Laie wie die meisten, die dann trotzdem darüber reden, aber das würde ich ungern tun. Aus meiner Sportlerperspektive kann ich sagen, dass ich würde mir oder uns gerne die Fahne zurückholen, wenn ich ganz ehrlich bin. Ich möchte, dass wenn man sich schwingt, dass niemand denkt, was ist mit dir nicht in Ordnung, sondern dass man einfach nur das Gefühl hat, du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, dass du in diesem wundervollen Land geboren, aufgewachsen, zugezogen und wie auch immer, dass du hier lebst. Das hätte ich schon ganz gerne. Ich hatte auch mal den Gedanken für mich im Kopf, ich möchte Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen, um ehrlich zu sein. Aber ich weiß nicht mehr, ob man das Wort überhaupt so benutzen kann. Da, das bin mir gar nicht sicher, ohne dass das falsch verstanden wird. Das wurde mir dann gesagt, man könnte es als positiven Patriotismus bezeichnen. Gerne. Man merkt diesen Äußerungen an, wie vergiftet dieses Terrain ist, verbal überhaupt und auch von verschiedenen Seiten. Wie hast du es empfunden, was er gesagt hat? Ich fand es eigentlich, auch das fand ich relativ instinktsicher. Du musst ja hinkriegen, dass du das nicht zu pathetisch sagst, dass du die richtigen Worte findest, dass du nicht in die Falle läufst, zu plakativ zu werden, sondern schon auch klar zu machen, dass das jetzt auch kein Spielfeld ist, um diese gesellschaftlichen Kämpfe, die wir inzwischen überall da haben, auszutragen. Das ist aber auch nicht Ed Sheeran gegen Mecklenmore, sondern das ist, finde ich, schon eine klare Position. Das ist, ja, vor allen Dingen, glaube ich, der Versuch, mal alle wieder irgendwie anzuzünden. Also nochmal, ich bin mir nicht sicher, ob das sofort gelingt. Also Jürgen Klopp hat auch bei seinen vergangenen Stationen sicher viel Zeit gebracht. Es kann schief gehen, es können Dinge schief gehen. Ja, es können Dinge schief gehen, aber ich sag's mal so, im Gegensatz zu Julian Nagelsmann und auch zu Hansi Flick ist er jemand, der zumindest irgendwie jetzt aus seinem ersten Auftritt gelernt hat und der sich, glaube ich, in dieser Rolle als Verbandstrainer, das hat er selber auch gesagt, dass er elf Jahre aus Deutschland raus war, ein 25-Jahre-Vereinstrainer war und jetzt in den Verband kommt, der wird sich schon umgewöhnen müssen. Aber zumindest dieser erste Beginn ist jetzt ohne die großen Friktionen gelaufen. Aber ich wette auch, wenn diese Spiele gegen Serbien, gegen Griechenland, gegen Holland möglicherweise schief gehen. Dann wird es schnell rau. Also ist das einfach als Bundestrainer, da stehst du so sehr im Fokus, dass du, wenn du ein etwas dünnes Nervenkostüm hast, möglicherweise auch schnell die Nerven verlierst. Aber das war ein guter Auftritt. Es ist was ganz Kurioses noch passiert im Vorfeld der Nominierung. Es sind ja auch hier wieder viele Namen sofort durchgesickert, weil wahrscheinlich irgendwelche Berater sich verplappert haben oder verplappern wollten. Und dann haben wir die Kollegen von einer großen deutschen Boulevardzeitung, was sehr Interessantes gemacht, was natürlich völlig gaga ist und auch dämlich. Die sind offenbar so mit Handy-Reportern hinter potenziellen Nationalspielern, die also neu dabei sein könnten, hinterhergelaufen und haben denen so hinterhergerufen, Gratulation zur Nominierung. Und wenn er sich dann umgedreht hat und irritiert Danke gesagt hat, haben sie eine riesen Schlagzeile draus gemacht. Kurios, 900 Nationalspieler verplappert sich. Das fand ich unangenehm, sehr unangenehm. Aber das ist, muss man auch sagen, der komplette Wahnsinn medial allein schon, dass von diesen 40 Namen ungefähr 10 oder 15 vorher durchgestochen wurden, dass sofort klar war, dass Oliver Baumann nicht dabei ist, der nun wirklich auch ein etwas, ich will nicht sagen, tragisches Schicksal, also zur Nationalmannschaft berufen zu werden, mitzufahren zur WM, das ist ja auch alles okay, aber das ist ja tatsächlich eine etwas unglückselige internationale Karriere gewesen, dann sind diese ganzen Nachwuchsspieler durchgestochen worden. Da frage ich mich immer, wer hat eigentlich ein Interesse daran, das an irgendwelche Plettenbergs oder sonstigen Transferjournalisten durchzustechen? Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen, dass es diese Wichtigtuer in Vereinen, in Beratungsagenturen gibt, die dann sagen müssen, oh guck mal, unser ist auch dabei, unser ist auch dabei, der junge Finn oder der junge Julius, der junge irgendwas. Also das finde ich. So merkwürdig und öffentlichkeitsgeil in einer Szene, in der ohnehin immer alles zur Schlagzeile wird. Gut, aber das soll alles nicht den Eindruck verwischen, dass Jürgen Klopp nach der ersten eher missratenen Pressekonferenz einen guten zweiten Auftritt hingelegt hat. Und wir können noch einmal von der Mechanik erklären, es sind zwei Kader, die unterschiedliche Episoden dieser zweifächigen Länderspielpause bestreiten werden. Ein paar Spieler, Serge Gnabry, ich glaube Musiala und andere, die sind jetzt, wenn ich das richtig verstanden habe, Spieler, die bei beiden Kadern dabei sind, die kleine Schnittmenge, weil sie die nach diesen längeren Verletzungspausen mal ein bisschen länger beobachten wollen und die Zeit nutzen wollen. Ich glaube, Schlotterbeck ist auch dabei. Also das macht alles Sinn und hat mit einem erweiterten Kader gar nicht mehr so viel zu tun, sondern eher quasi mit zwei Anzügen, die ausdrücklich nicht 1A und 1B sind. Ich freue mich aber auch bei der ganzen Perversion des Geschäftes. Ist das nicht so, dass wirklich von den jungen Spielern, die jetzt in einem dieser Kader drin sind, dass die ratzfatz 10 Millionen teurer sind auf einmal auf einen Schlag, weil du gerade Plätti erwähnt hast? Das wird doch jetzt kommen, oder? Dass diese ganzen Keidls und so weiter auf einmal, whoop, Marktwert Hochnationalspieler. Ja, aber das ist, andererseits hat das ja so ganz leichte Ronald Maul und Sultan Sebastian Schwingungen. Also wenn du nur vier Minuten gegen Serbien spielst oder rechts draußen beim Training dabei sein kannst, dann weiß ich jetzt nicht, ob dann sofort alles so wahnsinnig explodiert auf dem Transfermarkt. Aber zumindest bist du jetzt auf dem Radar. Also so jemand wie Rosenfelder vom SC Freiburg, den jetzt vorher sicher die Leute im Breisgau und der eine oder andere Fachmann schon präsent hatte, aber jetzt, wo jetzt nicht die breite Öffentlichkeit sagt, das ist aber jetzt unser nächster. Abwehrorganisator, die werden auf jeden Fall etwas mehr auf dem Radar sein. Ich hatte übrigens Rosenfelder in meiner Kickerelf letztes Jahr, bevor ihn wahrscheinlich Klopp in seiner Kickerelf hatte. Also das möchte ich mal eben betonen. Aber anderes Thema. Ich glaube, mit Klopp können wir erstmal jetzt so leben. Und wir haben ja nächste Woche noch eine Folge vor den Länderspielen und nach dem nächsten Bundesligaspieltag. Anderes Thema und jetzt ein Blick in meinen Maschinenraum, Philipp. Ich hab letzte Woche bei Insta eine Ankündigung gemacht zu meiner Abendsendung im WDR und da hat sofort einer drunter geschrieben, ah, ich weiß schon was kommt, HSV-Bashing in 1, 2, 3, Punkt, Punkt, Punkt. Das war so eine vorauseilende, etwas paranoide Selbstgeißelung eines HSV-Fans, der über das 0 zu 5 gegen Leipzig wahrscheinlich auch sehr unglücklich war. Und das ist ein schwieriges Thema, weil wir müssen jetzt auch über den HSV reden. Und das hat aber nichts mit Diss oder Bashing zu tun, sondern die sind wirklich, wir können da auch nichts dran ändern. Die sind Letzter mit 0 zu 12 Toren und zwar mit einem Kader, mit dem man vor zwei Wochen noch Europapokalgesänge angestimmt hat. Auch hier kann da durchaus ein Turnaround kommen. Wenn sie am Wochenende gegen Köln gewinnen, sind sie gleich, wupp, drei Plätze, vier Plätze, fünf Plätze weiter oben. Aber bislang wirkt das nicht gut, was die machen. Nein, und es wirkt nicht gut und es kann so schnell gehen, wie gesagt, vor der Saison der heißeste Scheiß und man hatte das Gefühl, Stefan Heilberg geht jetzt gleich wieder ins Studio, um eine neue Variante vom HSV-Song einzuspielen und Merlin Polzin saß ja so fest im Sattel wie kein Coach seit Ernst Happel und jetzt mosern alle, warum denn bitte jetzt mit Polzin und seinem Trainerteam verlängert wird und es gab natürlich diese zwei 0 zu 5 Klatschen, jetzt ist vergessen, dass Polzin mit dem HSV aufgestiegen ist, die Klasse gehalten hat, den Klub sportlich stabilisiert hat und es hat ja einen langen Prozess gegeben, dass die neue oberste Chefin Kathleen Krüger. Hat sich das ja alles angeschaut und hat dann auch nach reiflicher Überlegung und nach viel Analyse, die hat sich ja wirklich alles, alles angeschaut, hat die gesagt, wir wollen verlängern. Das ist einer, mit dem können wir in Zukunft erfolgreich arbeiten. Und jetzt siehst du natürlich diese beiden 0 zu 5 klatschen und du denkst, der Trainer erreicht die Mannschaft nicht mehr. Das geht so schnell. Eben bist du noch ein Typ, von dem alle sagen, endlich mal wieder einer mit HSV-DNA, endlich mal einer, der in Dokus eine gute Figur macht, endlich mal einer, der die Mannschaft erreicht. Und plötzlich bist du der Vollversager, der nichts drauf hat. Du hast dich ja quasi in die Untiefen begeben ahnt. Also es gibt ja im Internet nicht nur Dortmunder Schreihälse oder Stuttgarter Schreihälse, sondern auch, wenn ich mal sagen, HSV-Anhänger, die richtig den mentalen Turbo anwerfen. Ah, jetzt hast du meinen schönen Gag kaputt gemacht. Ich wollte eigentlich jetzt gerade den folgenden O-Ton anmoderieren mit, zum Glück gab es auch fundierte und besondere Kritik, auch in den sozialen Medien. Ach so, okay. Ja, wir lassen das jetzt so drin. Wir hören einfach mal rein, was wir beide meinen. Ja. So, Leipzig im Vorwärtsgang. Das ist das 5 zu 0! Meine Fresse! Das kann nicht wahr sein! Ihr unfähigen Scheißversager! Ihr Drecksversager! Ihr müsstet zu Fuß nach Hamburg laufen! Ich laufe freiwillig hinter euch her und peitsche euch bis nach Hamburg! Für jeden Hamburger da draußen, ihr macht uns lächerlich, ihr scheiß Zeitarbeiter, ihr Dreckszweiter, euch kümmert das den Scheiß, wie es uns dabei geht. Den Scheiß kümmert euch das und dabei soll man ruhig bleiben oder was. Und dann muss man ja wirklich mal sagen, ah, das Thema hatten wir ja schon mal, die Internetschreihälse. Dazu muss man fairerweise sagen, dass es ja inzwischen auch einen Überbietungswettbewerb der Marktschreier gibt. Du hast ja auch im Radio und Fernsehen eine einzige völlige enthemmte Brüllerei. Ich hatte es neulich mal, mache ich den Fernseher an und höre als allererstes einen völlig entfesselten Torschrei. Ich glaube, der selbst an Südamerikaner anerkennt nicken lassen würde. Das war so ein Reporter, dessen Zäpfchen minutenlang gegen das Mikrofon gedeggelt ist, weil er so erregt war. Und dann schaust du auf den Fernseher und da läuft ein Drittligaspiel von Hoffenheim 2 oder Havelse. Dann denkst du dir, ohnehin, die sind alle verrückt. Aber das nur für den kulturellen Background. Ich glaube, eines dieser Probleme dieser Internetschreise ist, dass sie so abliefern müssen. Sie können ja nicht einfach nur da sitzen und starr auf den Bildschirm gucken, sondern sie müssen ja richtig, richtig den Turbo anwerfen. Hoffen wir, dass es wirklich das Zäpfchen war, was er regt gegen das Mikrofon schlug. Vielleicht war es auch der Paderborner oder der Gütersor. Man weiß es nicht genau. Aber nochmal zu dem Reaction-Video, was wir da gerade gehört haben. Ich frage mich ja immer, der betreffende Fan, wie gesagt, der kommentiert ja so bis zum 0-5, bis zum völligen Zusammenbruch der Hintermannschaft des HSV. Wäre der glücklich, unglücklicher gewesen, wenn der HSV ganz gut gespielt und nur 0-2 verloren hätte? Weil dann hätte er eigentlich gar nicht viel machen können. Er hätte dann nur so ein bisschen mittel, unausgegoren rumnölen können, aber dann hätte er nicht so umschreien können. Und ich glaube, man ist dann über so einen totalen Zusammenbruch, als Mann, der von Reaction-Videos existiert in den sozialen Medien, ist man dann ganz glücklich zwischendurch. Ja, ich glaube auch. Also das sind so Katastrophentouristen. Also das sind so Leute, die auf der Autobahn, auf der fußballerischen Autobahn des Hasses entlangfahren und wie ich einfach darauf warten, dass es auf der anderen Seite einen Auffahrunfall gibt. Also du musst performen, du darfst nicht einfach nur ruhig in die Kamera gucken, dann fängst du an zu agieren und du redest deine Mannschaft schlecht und das sind alles Idioten und Zeckenzüchter und Sechsenschreiber und Vollversager und Arbeitszeitbetrüger. Und wenn du alle Spiele dadurch hast, das ist ja auch ein toller Mechanismus, dann ist der Trainer dran und vor allem der Sportdirektor. Das ist ja nicht ein singuläres Erlebnis von Clemens Fritz, sondern alle Sportdirektoren. Das sind dann in solchen Internet-Reaction-Videos immer die totalen Oberschurken, die dieses ganze grottige Ensemble aus... Aus Null-Talenten und Klumpfüßen zusammengestellt haben und der wahrscheinlich auch noch mit dem Spielerberater, mit dem Wittmann und mit den anderen unter einer Decke steckt. Also ich glaube, die Leute müssen sich einfach erregen. Die wollen sich erregen und sagen, alles scheiße. Und großes Pech ist da immer, wenn sie dann gerade den Mittelstürmer, über den sie dann 80 Minuten gemeckert haben und den sie als überbezahlten Volldeppen dargestellt hat, wer der dann die Bude zum Schluss macht in der 80. Minute, dann haben die aber auch mental schneller das Trikot aus, als sie gucken können. Ja, guck mal, und Klaus Kosta hatte doch so sehr gekocht. Er hatte doch so sehr gekocht. Er hatte so gekocht, genau. Ich muss jetzt zum dritten Mal hintereinander, zur dritten Folge, ich muss jetzt noch mal ganz kurz auf die Grundstimmung im Werder-Forum gleichzeitig noch mal kurz eingehen, weil da war es. Als der HSV. Ganz kurz, es wäre keine Sendung, wenn du nicht mal kurz ins Werder-Forum geguckt hättest. Nein, ich mache danach auch wirklich damit Pause, aber jetzt noch einmal ganz kurz. Vor drei Wochen hat die Volksseele gekocht, vor allem gesagt, ey, guck mal, der HSV, die haben Sacker geholt und wir sind so blöd und holen Füllkrug. Die müssen alle entlassen werden bei uns. Wie kann man so dämlich sein? Ja, und es ist wirklich eine meiner Lieblingswahrheiten im Fußball ist ja wirklich immer, dass man immer nur kurz zwischendurch recht hat und nie abschließend. Man kann jetzt nächste Woche schon wieder alles ganz anders diskutieren. Das finde ich einen sehr, sehr schönen Satz, dass man wirklich nur ganz kurz recht hat und dann ist man schon wieder auf dem Holzweg. Man hat das ja auch ein bisschen gemerkt, wir haben ja in der letzten Woche schon ein ganz kleines bisschen die Abschiedsglocken für Eugen Polanski klingeln lassen und jetzt ist er dann direkt auch gefeuert worden. Bist du sicher, dass der Eugen heißt? Weil Alfred Draxler ist da ganz anderer Meinung. Alfred, was liest du daraus und was wäre für dich die Konsequenz? Ja, ich glaube, die Konsequenz ist schon da. Ja, also das ist beendet mit Roman Polanski und Stefan. Eugen. Entschuldigung, Eugen Polanski. Habe ich Roman gesagt? Hast du? Ja, gut, dann. Naja, zumindest um im Film-Genau zu bleiben, das war, was sich dann Gladbach abgespielt hat, wirklich ein Remake von Gott des Gemetzels, denn Polanski war schneller weg, als er gucken konnte. Was ich ein bisschen krude fand und finde, sind immer diese Beteuerung, was denn der geschasste Trainer für ein feiner Kerl und lebenslanger Anhänger des Vereins dann ist. Bei Polanski war auch zu hören, ich glaube aus der Vorstandsetage, Eugen ist ein echter Borusse. Also ich weiß nicht, wie es dir geahnt, aber das sind so Sätze, die möchtest du hören, wenn du im Eichensack liegst und die Vereinsvertreter dir Erde hinterherwerfen. oder nicht, wenn sie sich gerade vom Hof gejagt haben, weil sie denken, dass du die Mannschaft nicht mehr erreichst. Also ein echter Borussia, das ist ein echter Bergeraner, das ist ein echter Amine, das ist ein echter Bochumer. Das ist alles Quatsch. Das ist ein Arbeitsvertrag, der gekündigt worden ist. Ich glaube, für Eugen Polanski muss man einfach nochmal zwei Lauberg-Ränze flechten, dass er es geschafft hat, die Mannschaft immerhin in der letzten Saison einigermaßen zu stabilisieren. Aber ich glaube, dass in Gladbach ganz möglicherweise ein bisschen mehr schiefläuft, als nur den Trainer zu feuern. Jürgens, wenn wir mal auf diese Krisenclubs gucken, Werder ist jetzt raus. Ey, Werder, ich würde mal sagen UEFA-Kappen. Nicht raus, also Werder hat jetzt Augsburg, die ja nun auch nicht einfach zu spielen sind, aktuell, offenbar. Reden wir auch gleich noch drüber. Das kann auch wieder nach hinten losgehen. Aber du hast nach vier Spielen mit den Gegnern Köln auswärts und Leipzig zu Hause trotzdem vier Punkte. Das hätte man vor der Saison unterschrieben, glaube ich. Ja, absolut. Und einen weiteren Krisenklub, den man da eher unerwartet sieht, ist Union Berlin. Die haben tatsächlich größere Probleme, haben gegen Schalke verloren, wo ich, glaube ich, auch wenn ich einen Besucher an der Altenförsterei wäre, Da würde ich sagen, gegen wen wollen wir denn bitte gewinnen, wenn nicht gegen Schalke? Der neue Trainer Lustrinelli, der ja aus der Schweiz gekommen ist vom FC Thun, der hat jetzt größere Probleme und gilt plötzlich als einer, der die DNA von Union kaputt gemacht hat. Also man muss ja dazu wissen, dass der klassische Union-Fan ja diese Blut am Pfosten-Rhetorik trotzdem ganz gerne mag. Also das ganze Gerede von Kratzen, Beißen, Kämpfen, da beißen die Anhänger einer alten Förster ja gerne mal in die echte Bratwurst, um dann den Spieler rackern zu sehen und vor allem den Verteidigen zu sehen. Und Lustrinelli will das aufbrechen. Er will, dass die Spieler mutig sind. Und er hat jetzt auf der Pressekonferenz, ich möchte mal sagen, einen Vergleich gezogen, der süß und nett ist, aber möglicherweise beim ganz klassischen Fußballfan auch möglicherweise für Befremden sorgt. Das kann passieren, dass wir nicht gewinnen. Und das gehen wir einfach weiter. Das heißt, eine gewisse Resilienz, wie ein kleiner Kind. Er will beginnen, ein Zweijähriger mit seinem kleinen Verrat zu gehen. Und trotzdem, er muss auch zählen, dass er sich am Boden kann. Und vielleicht kann er sich wehtan, dass er bluten kann. Und nächstes Mal wieder mal, das kann vielleicht noch einmal passieren. Und dass du nicht diese Öffnung verlierst, sondern dass du resilient bleibst und dass du voll überzeugt weitergehst in diesem Weg. Das ist wirklich ein ungewöhnlicher und ungewohnter O-Ton, den wir da gehört haben. Ich habe vor der Saison übrigens auch gedacht, Union Berlin, die haben irgendwie so ein bisschen so einen runtergeschrumpften Kader. Wenn du überlegst, wie wirklich vor drei Jahren noch Champions League, du hast das Gefühl, so ein richtig, richtig guter Kader ist das nicht. Und dann haben sie einen Trainer, der die Bundesliga noch nicht so gut kennt. Das kann eine gefährliche Mischung sein, aber ich bin total dankbar über das, was Lustrinelli gesagt hat, weil ich glaube, er hat uns ein bisschen vor Augen geführt, dass wir eigentlich was ganz Wichtiges verlernt haben, nämlich nach kleinen Ursachen zu suchen. Und auch Entwicklungen zuzulassen und auch Verbesserungen zuzulassen, weil wir doch alle eigentlich, also Medien und auch viele Fans in Foren und so weiter, mittlerweile total auf dem Dampfer sind, sobald ein Spieler mal ein schlechtes Spiel macht, raus mit dem, einen besseren kaufen, der fünf Millionen mehr kostet und den am besten nie wieder einsetzen. Und oft tust du Spielern damit so unrecht, weil du eben einem Spieler in der Wahrnehmung auch die Chance nimmst, einen Formtief zu haben, aus dem er herauskommen will und kann und wo ihm Leute helfen, da rauszukommen. Ich glaube, das hat Lustrin Helly auch ein Stück weit gemeint und das ist was, was viele Fans überhaupt nicht mehr kapieren, dass du wirklich bei Spielern manchmal auch durchhalten musst und ein Spieler nicht sofort ein Vollversager ist, sobald er früher mal gut war und jetzt zwei schlechte Spiele gemacht hat und dann eben nicht zielführend ist, ihn sofort zu ersetzen, sondern manchmal braucht ein Spieler dann einfach auch wieder Spiele. Um wieder seine alte Klasse zu erreichen. Aber das weiß Lustrin, Nelly, das wissen auch wir. Aber viele Fans sind dann viel zu aufgeregt und viel zu überhitzt, weil sie wahrscheinlich auch in ihrem nächsten Video wieder umschreien wollen, wenn der Spieler am Ball ist. Und sehen das nicht. Das kann man natürlich feststellen, dass es an der alten Pförsterei. Die Treue zur Mannschaft, die Treue zu den Spielern und auch die Geduld mit Spielern deutlich größer ist als in anderen Stadien, wo die Leute einen sehr, sehr nervösen Finger haben und sehr, sehr gerne sofort pfeifen, wenn der erste Fehlpass nach fünf Minuten dann nicht beim eigenen Mann ankommt. Gleichzeitig ist es aber so, dass es die große Unruhe, glaube ich, in Köpenick auch gibt, weil man sich fragt, ist das Rezept, mit dem Union es jetzt geschafft hat, seit dem Aufstieg vor ein paar Jahren eigentlich immer, einigermaßen, zumindest im unteren Mittelfeld mitzuschwimmen, ist das aufgekündigt worden durch Lostrinelli und wollen wir das überhaupt? Also es gibt natürlich, also gerade nach der etwas unschönen letzten Saison, das große Bedürfnis, ein bisschen mehr Spielkultur, weniger rackern, weniger kämpfen, weniger Beton anrühren und fein ziseliertes Defensivspiel. Gleichzeitig haben die Leute aber irgendwas Gefühl, so ist halt unser Fußball. Das ist quasi die Erwartungshaltung, mit der die Leute auch dahin kommen. Und dann hast du jemanden, der sagt, ja, ich sehe unsere Spieler möglicherweise auch als kleine Kinder, als Zweijährige, die vielleicht auch besser eher mal Dreirad fahren sollten. Ich weiß nicht, ob das so die Fanseele beruhigt, die dann doch eben, ja, die dann doch Spieler gerne mal so als echte, unerschrockene Kämpfer, irgendwie Sparta gegen Griechenland oder so sehen. Das könnte sein, dass da relativ schnell schwere Wetter kommen. Andererseits, Dirk Zingler hat ja auch schon gesagt, da warte ich jetzt mal eine kleine Durststrecke auf uns. Nur die Ansprüche sind eben auch gestiegen. Also die bauen gerade ein Stadion für, keine Ahnung, 40.000, 50.000 Leute, die wollen in der Bundesliga bleiben. Ich glaube, so ein Abstieg, so ein Unmeliöser, der würde da ganz schön ins Kontor hauen. Ja, ja. Ja, müssen wir abwarten. Gegen wen spielt ihr eigentlich am Wochenende? Wissen wir das? Aus dem Kopf? Also auf jeden Fall wirklich eine Mannschaft, die eine Saison mit viel Umbruch vor sich hat. Überleg mal gegen wen die spielen. Überleg mal gegen wen die spielen, lieber Arndt, wo ich möchte mal sagen, auf drei Punkte würde ich nicht wetten. Ich gucke mal lieber. Auswärts bei den Bayern, mein Lieber. Ich kann es dir sagen. Sie spielen auswärts bei den Bayern. Deswegen kann es durchaus sein, dass direkt danach dann noch die Länderspielpause kommt. Das bedeutet also drei Wochen richtig schlechte Laune bei Union Berlin. Und jetzt pass auf, super Radio-Regenbogen-Überleitung. Gute Laune hingegen herrscht in Augsburg bei Manuel Baum. Und da muss ich jetzt mal zu Kreuze kriechen. Denn Manuel Baum galt für mich wirklich als Frank-Kramer-esker, unglückseliger Trainer, der es irgendwie dann doch nicht schafft, in der Bundesliga anzukommen. Und das ist eine schwere Anschuldigung aus deinem Mund. Ja, eine sehr, sehr schwere Anschuldigung. Und man hat jetzt das Gefühl, dass Manuel Baum in Augsburg, ich würde sagen, der hat jetzt keine heilenden Hände, der hat kein Wunder vollbracht, aber der hat eine Mannschaft, die immer noch bei den Fernsehgeldern eher im unteren Mittelfeld mitschwimmt, eine Mannschaft aus der... Eigentlich jedes Jahr immer so ein ganz kleines bisschen Luft zu entweichen scheint, hat er wieder so modernisiert, dass das eine Mannschaft ist, die fast im oberen Drittel mitspielen kann. Und das finde ich dann beeindruckend. Das finde ich beeindruckend, weil es ist so schwierig, finde ich, als so ein Mittelklasse-Klub immer die Form zu halten, immer zu gucken, dass du die Kaderentwicklung weitermachst. Und das kriegen sie jetzt nicht nur mal im Baum, sondern auch die Führungsetage bei Augsburg formidabel hin. Da wird gute Arbeit geleistet. Ja, da wird gute Arbeit geleistet. Und vor allen Dingen, ich weiß nicht, wie es dir ging, ich fand ihn ja auch als Fernsehexperten schon gut. Er war so fokussiert und uneitel und hat Dinge sehr, sehr gut erklärt. Und da hat er bei mir schon sehr gewonnen. Ja, bei mir nicht. Okay, bei mir schon. Ich finde wirklich, dass er den Eindruck macht, dass er mit diesem Verein genau das anzufangen weiß, was vorher Sandro Wagner zum Beispiel nicht hinbekommen hat. Und dass er da wirklich einfach extrem gut hinpasst. Jürgen, da muss ich mal kurz sagen, man glaubt ja inzwischen alles, was im Internet steht. Ich habe heute den kurzen Nachrichtendienst hier xHitler.com aufgemacht und da war eine Meldung, dass Martin Kind auf der Suche nach einem neuen Trainer von Hannover 96 bei Sandro Wagner anrufen wollte, aber aus Versehen bei Rene Wagner in Köln angerufen hat. Und weißt du, das stimmt nicht, die Geschichte, aber ich habe sie für möglich gehalten. Ich habe sie für möglich gehalten, dass einfach Martin Kind meinem Handy guckt, oh Wagner, Trainer, den rufe ich jetzt mal an. Das ist ja auch eine erstaunliche Geschichte. Dann wird einfach Christian Titz gefeuert nach ein paar Wochen bei 96 und es gibt einfach, das muss man doch sagen, Arndt, es gibt einfach Clubs, die so zuverlässig abliefern. Du denkst irgendwann, es gibt eine Art Lerneffekt oder eine Stufe der Erkenntnis, die möglicherweise auch Hannover 96 nach oben basiert. Pustekuchen, Pustekuchen, sie schmeißen einfach wieder ihren Trainer raus, der vorher noch den Torwart rasiert hat. Was ist das? Warum macht Hannover 96 das? Hannover 96 ist doch wirklich von der gesamten Struktur her und von dem ganzen Umfeld her und von den Fans her und von dem Stadion her ein Verein, der muss dauerhaft Bundesliga spielen. Mit diesen Voraussetzungen müssen die dauerhaft Bundesliga spielen, machen aber so viel falsch und reißen so viel mit dem Arsch wieder ein, dass das einfach dauerhaft nicht klappt. Und in dieser Saison haben sie jetzt, wie gesagt, Titz entlassen, der durchaus ja schon nachgewiesen hat, dass er ein guter Trainer ist, und dem sie aber auch keinen so guten Kader hingestellt haben. Also die haben ja nicht einen Kader, wo du drüber guckst und sagst, boah, damit müssen die aber Top 3 sein in der 2. Liga. Sondern die wurstelt da ein bisschen vor sich hin. Der Kader ist zurechtgewurschtelt und jetzt haben sie den Trainer weggewurschtelt. So, jetzt gefühltes Wissen. Ich versuche mich mal als Hobbypsychologe. Ich glaube, dass diese total vergurkte Nicht-Qualifikation für die Relegationsspiele und der Nicht-Aufstieg letztes Jahr ein totaler Knackpunkt war. Die haben ja letztes Jahr ordentlich Geld da reingekoffert. Alle haben sich drauf gefreut, endlich mal wieder erste Liga. Endlich mal die Flippers live. Zack, funktioniert dann aber nicht. Und ich glaube, dass es solche Knackpunkte gibt, wo du das Vertrauen in den Trainer verlierst, den Vertrauen in die eigene Stärke. Und das hat man Hannover 96 schon angemerkt. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass du Mannschaften hast, die gerade in der zweiten Liga performen, die man auch überhaupt nicht auf dem Zettel hatte. Hertha Bessi, wir haben ja schon mal letzte Woche das ganz kurz angedeutet. Eine Mannschaft, von der du dachtest, da läuten die Totenglocken. Und die sollen wir schon mal schauen, wie sie in der Regionalliga Nordost gegen die ganzen DDR-Klubs spielen. Die sind auf Platz 1 gewinnen. Ein Spiel nach dem anderen wirklich souverän. Du hast jemanden wie Brekalow, der wirklich Mitläufer war letzte Saison und jetzt plötzlich als Anführer von einer ganzen Truppe junger Wilder reüssiert. Ich war tatsächlich ein bisschen auf der Suche nach Hertha-Clips aktuellen und habe einen Ausschnitt noch aus einer alten Fernsehsendung, aus einer alten Talkshow gefunden, wo ich dachte, dieser Hertha-Fan hat die richtigen Prioritäten gesetzt. Warst du bei der Entbindung dabei? Nein. Warum nicht? Das konnte ich nicht. Arndt, wir haben ja schon häufiger mal über die Hertha gesprochen. Das ist ja lustig, wenn du in Berlin bist, ist Hertha ja eine wirklich große und dicke Nummer zusammen mit Union. Aber jenseits der Zonengrenze spielt Hertha einfach gar keine Rolle und es wirkt wahnsinnig farblos. Ja, aber vielleicht, manchmal brauchst du ja auch sowas. Ich erinnere dich daran, wie vor vielen, vielen Jahren der VfB Stuttgart in so einer Phase war und irgendwie notgedrungen mit der eigenen U19 spielen musste. Und dann sind ganz viele Stars daraus gewachsen, einfach aus diesem Vakuum, was vorher entstanden war. Manchmal brauchst du das ja als Verein. Du hast bei Hertha ja auch ... Dieses Quälende gehabt, dass du immer das Gefühl hast, ey, wir buttern da Geld rein, wir leihen uns Geld und bullern das da auch wieder rein und es kommt einfach nichts dabei raus. Und das hast du jetzt ja abgeschnitten, diesen Zopf. Da hast du jetzt ja wirklich den Eindruck erweckt, wir müssen uns jetzt gesund schrumpfen und wir machen das aber richtig gut. Und das ist ja ein ganz anderes Gesamtgefühl, was du dann erweckst und womit du vielleicht auch überregional dir wieder Anerkennung erwirbst, die du über viele Jahre einfach verkackt hast. Und das könnte, wie man so sagt, eine historische Chance sein, in der Hertha sich gerade befindet. Ja, und vielleicht lohnt der Blick nach Berlin ja wirklich auch nochmal für die HSV-Anhänger, dass man, wenn die Nacht am tiefsten ist, der Tag am nächsten, vielleicht mal von solchen Klosprüchen aus sich überlegt, dass man dann noch ganz eventuell ein bisschen mehr Geduld haben sollte und nicht sofort Trainer rausschreien sollte. Bei Nürnberg ist es genauso. Bei Nürnberg denkt man immer nach dem ganzen Adalas, weil die ja wirklich so ein Durchlauferhitzer von sehr, sehr vielen jungen Talenten waren. Hätte man auch gedacht, jetzt könnte es möglicherweise auch mal bergab gehen. Die machen unter Miro Klose auch eine wahnsinnig gute Saison bisher. Und auch bei Klose. Fast ein bisschen wie bei Manuel Baum, aber aus anderen Gründen. Ich habe gedacht, Klose ist einer, gerade weil er jetzt nicht als der große Plauderer galt, als der große Menschenfänger, als er noch Spieler war, dass das in Nürnberg schief geht. Aber er macht das richtig gut. Er ist unaufgeregt, er sagt aber auch an der richtigen Stelle seine Meinung, ist auch kratzbürstig. wenn ihm mal wieder ein Spieler weggenommen wird. Ich prophezeie mal, dass es durchaus sein kann, dass du Wolfsburg eben trotz des monstergroßen Kaders nicht in der ersten Liga siehst, obwohl die ja irgendwie zum Wiederaufstieg verdammt sind, sondern Nürnberg und Hertha. Ich glaube ja auch, das wird zwar immer auch gesagt, aber ich glaube auch, dass man es bei Nürnberg jetzt extrem merkt, es ist einfach auch für einen Spieler geil, von Miro Klose trainiert zu werden. Der WM-Rekordtorschütze von Deutschland und hat wirklich alles nachgewiesen, war ein Weltklassistürmer, einer der besten der Welt seiner Zeit. Und wenn du den dann jeden Tag siehst und der erklärt dir Dinge, ich glaube, das ist was ganz anderes als, ich werde es keine Namen nennen, ich könnte Frank Kramer sagen. Also wenn, da kommt ein verächtliches Schnauben nur aus der Köster-Ecke. Ich meine das nicht böse, im Gegensatz zu dir meine ich das nicht böse, aber es ist wohl ein ganz anderes Gefühl, wenn du ein Klose da hast. Und das Gute ist eben, wenn du dem auch intern vermittelt hast, Junge, mach dir keine Sorgen, wir halten an dir fest, wir finden das total gut, wie du das machst und du wirst die Zeit kriegen, dann kannst du viel besser arbeiten. Dann wird auch da jetzt nämlich gute Arbeit geleistet. Ja, und gerade aus deinem moraltheologischen Hintergrund ist es natürlich umso mieser, dass du auf Frank Kramer so eindrischst. Aber gut, das ist nur meine Empfindung als Chef-Ideologe. Wir müssen mal kurz zurück in die erste Liga gehen, denn es gab Aufregung um, den großen Weltstar, den derzeit sicher besten Spiel. Wollen wir, soll ich an der Stelle vielleicht unseren lieben Hausmusiker beauftragen, schnell noch einen Jingle zu basteln, Spieler, über die man spricht? Ich finde, das passt jetzt zu unseren nächsten Minuten. Nennen wir ihn mal Harald. Ich sage immer, Harald, baue mal einen Jingle, Spieler, über die man spricht. Wir hören mal, ob's fertig geworden. Spieler, über die man spricht, es gab mich wieder große Aufregung um Felix Metzscher. Wir erinnern uns, der hatte schon während der Weltmeisterschaft Aufsehen erregt und vorher auch mit seinen etwas kronenreligiösen Bekenntnissen. Und jetzt gab es wieder Schlagzeilen, weil er hat ein Tor gemacht gegen Paderborn und hat wieder einmal melodramatisch sich die Krone aufgesetzt. Ballers in God, Geste, der Signature-Jubel dieser evangelikalen Christen. Und jetzt ist die Frage, wie man damit umgehen soll. Arndt, deine ersten Emotionen dazu, deine ersten Eindrücke? Naja, es ist ja zu der Geschichte, zu seinem Background ist ja alles gesagt eigentlich. Ich frage mich halt immer, und das ist eine schwierige Frage, ich will dir auch offen lassen, muss man sich als Borussia Dortmund nicht irgendwie dazu verhalten? Also muss man nicht eigentlich das irgendwie moderieren, was da passiert? Weil es ist ansonsten ja eine Sache, die Diskussion hast, wirst du dann bei jedem Torjubel wieder haben. Er scheint ja auch nicht gewillt zu sein, das irgendwie in Zukunft etwas dezenter zur Hand haben. Und dann hast du immer dieses Köcheln eigentlich. Und das musst du als Verein eigentlich, glaube ich, irgendwie mal ansprechen und mal lösen. Also wenn dem BVB solche Bekenntnisse nicht passen, dann hat er das bisher sehr gut versteckt. Auf dem englischsprachigen Insta-Kanal war die Szene in mehreren Fotos hintereinander zu sehen. Und mal abgesehen davon, dass ich diese ganze Symbolik ja sehr merkwürdig finde. Also wie gesagt, er setzt sich selber die Krone auf, behauptet aber, er setze Jesus symbolisch die Krone auf. Soll heißen, er selber ist Jesus oder was? Und man muss es eben nochmal sagen, das ist eine ganz krude Evangelistentruppe, eine radikale und homosexuellenfeindliche Truppe, die den Fußball eigentlich seit Jahren für ihre bizarre Bibelauslegung missbraucht. Es wäre eigentlich mal ganz gut, wenn der BVB irgendwas mal dazu sagen würde und sich da nicht quasi hinter diesem Bekenntnis, ach, der ist ja nur seine Privatsache oder so schlimm ist es doch auch nicht und toll, dass er ein Tor gemacht hat, versteckt. Es gibt noch einen weiteren Spieler, über den man spricht, und zwar, ich würde mal Sandé Olize sagen, aber es ist natürlich Michel, Michael, Olize, Jonathan, Jonathan Olize jedenfalls. Ein Spieler, der mit einem Interview für viel Aufsehen gesorgt hat, oder mit einem Nicht-Interview, muss man sagen. Wir hören mal kurz rein, wie das Interview verlief. Jochen Stutzki ist, glaube ich, der Reporter, ne? At least in the first half, how does it feel for you to win this game 5-0, your goals, great, and being man of the match? Yeah, it's good, I mean, it's the first game. Wir wollten zu gewinnen, aber im Endeffekt sind wir froh. Wie leicht ist es, so wie diese Begriffe zu schießen? Es scheint brillant zu zeigen. Wie fühlt es dir? Ich weiß nicht. Du weißt nicht? Du weißt nicht? Wie passiert es? Ist es nur von der Mitte oder denkst du es? Ich schiebe und dann geht es in, aber es geht nicht. Aber wenn es so leicht ist, dann könnte jeder es tun, aber du bist derjenige. Ich bin nicht der einzige, der ein Goal kann. Aber Goals wie dieses, ist es? Ich glaube nicht. Du machst es ziemlich schwer für mich, ein Interview zu machen. Was macht dich glücklich? Was macht dich lieb? Scoring Goals? Winnen? Ja. Okay, ein schwieriges Spiel. Vielen Dank. Ich freue mich auf deinen Titel. Nee, es ist eine Frechheit, dass Ulisse einem Reporter gegenüber sich so verhält und das ist respektlos und das macht man nicht. Discuss. Discuss. Also ich habe auch einen länglichen Artikel bei Sport1 gelesen, in der die These vertreten wurde, dass wenn er sich so stoffelig gibt und überhaupt keine Antworten gibt, dann kann das ja wohl überhaupt nicht sein, dass er auch eine ansatzweise in die Riege der Robbins und der Ribérys und anderer gibt. Ich bezweifle das mal. Also große Spieler wie Kevin De Bruyne waren auch echte Stoffel. Ich kann mich an kein ordentliches Interview von Leo Messi erinnern. Es gibt ganz, ganz viele dieser Spieler, die tatsächlich am Interview keine großen Könige waren. Und man muss auch mal sagen, diese ganzen Feldinterviews, diese ganzen Wie-Fragen, wie sehr haben sie sich über ihr Tor gefreut, wie traurig sind sie über den späten Ausgleich des Gegners, wie erleichtert sind sie über die drei Punkte. Dass man da mitunter keinen Bock hat, sein Seelenleben auszubreiten, kann ich ohnehin verstehen. Und da hat er offenbar keinen Bock zu. Und gleichzeitig ist er ja jemand, der in den letzten Jahren und jetzt auch in den letzten Monaten so wunderschöne Sachen auf dem Spielfeld gezeigt hat. Klar, man wünscht sich auch immer Spieler mit Ecken und Kanten, aber die müssen nicht alles in einer Person haben. Also ich sage mal so, ich liebe Spieler, die nicht gegen den Ball treten können und keine gerade Linie laufen können, aber meinungsstark sind und lustige Sachen erzählen. Aber bei Ulysse, oder bei Ulysse, wie wir ihn nennen, reicht es mir völlig, reicht es mir völlig, dass er diese wunderbaren Sachen macht. Also ich möchte von ihm jetzt keine launigen Aphorismen oder Adorno-Zitate hören. Ja, vor allem die Lehre dieses Interviews ist, du weißt doch, wie er ist, also du wusstest es vorher schon, aber du weißt ganz genau, egal welche Fragen du stellst, du wirst so ein Interview nicht auf ein höheres Level heben, sondern du hast halt Ulise vor dir und der hat keinen Bock auf Interviews und der ist nun mal so. Es wird auch nichts bringen, dass irgendein Medienmann der Bayern mit ihm redet und sagt, mach mal bessere Interviews, komm, gib dir doch mal einen Stoß, lach doch mal, mach doch mal bessere Sachen vor der Kamera und vor der Kamera. Lach doch mal, ist doch die Achtung endlich mal. Lach doch endlich mal. Freust du dich hier zu sein, dann sag das mal deinem Gesicht. Das wird beliebig nicht funktionieren, weil so ist er nicht. Das weiß man aber. Und dann musst du einfach dir die Frage stellen, muss man den dann vor das Mikrofon holen, wenn man weiß, wie das Interview wird, oder lässt du es einfach? Also dann lass ihn doch Fußball spielen, wie du sagst. Ja, es ist natürlich auch so ein bisschen der Punkt, Spieler müssen auch immer so ihre eigenen Grenzen erkennen. Also bei Ulisse ist es offenbar so, dass er ganz genau weiß, dass er jetzt kein totaler Meister am Mikrofon ist. Manche überschätzen sich auch. Man hat das sehr, sehr gut gesehen am letzten Wochenende. Da gab es wieder wahnsinnig viel Ärger um Torjubel. Ich bin ja der Meinung, alter Fußballromantiker, die sollen nach den Toren einfach mit ihren Mannschaftskammeraden jubeln und sich nicht so als Laien-Schauspieler versuchen. Ich finde, da ist jeder Schüler in so einer Theatergruppe am Gymnasium oder an einer Hauptschule glaubwürdiger als diese Spieler mit ihren ganzen hölzernen und einstudierten Gesten. Paris Brunner hat das in Monaco jetzt gemacht. Der hat die Kopfabgeste nach dem Tor gemacht. Und Lennart Kahl hat in Elversberg nach seinem Tor, Obwohl ihm niemand was getan hatte, ernsthaft den Finger auf den Mund gelegt vor der Elversberg-Kurve. Ich meine, das ist jetzt auch nicht irgendwie die gelbe Wand oder so. Das wirkte ziemlich arrogant und hat dazu geführt, dass Karl den Rest des Spiels wütend ausgepflogen wurde vom einheimischen Publikum. Und es war lustig, dass das ja eine einstudierte Geste war. Karl aber hinterher sagte …. Das sind Emotionen. Aber er ist ja noch jung. Er ist noch jung. Das Absurde ist ja, normalerweise ist es ja umgekehrt. Normalerweise wirst du erst ausgefifft und schießt dann das Tor und legst dann den Finger auf die Lippen. Und er hat es einfach mal anders umgekehrt gemacht. Er hat den Leuten erst den Grund gegeben, ihn auszupfeifen. Und die haben das dann auch gemacht. Ja, und dann diese Amateur-Pantomime. Warum? Warum diese Amateur-Pantomime? Lass es doch einfach sein, umarmen deine Freunde. Manchmal ist es dann auch so, dass dann vier oder fünf Spieler noch eine Minute um dich rumstehen müssen, bis du dann deine komische Choreografie da beendet hast. Grausig. Echt grausig. Also ich finde auch, bin auch sehr gegen einstudierte Torjubel. Ich finde auch, das muss eigentlich aus der Emotion herauskommen. Auf der anderen Seite finde ich aber auch…. Es ist irgendwie unangenehm, dass du mittlerweile als Stürmer dir genau überlegen musst, wenn du schießt das Tor dummerweise ausgerechnet, vor der Heimkurve oder vor dem Heimblock, dann musst du da weglaufen, damit du in Ruhe jubeln kannst, weil du ganz genau weißt, du kannst jubeln, wie du bist, du wirst sowieso beworfen, weil es als totaler Affront gewertet wird, dass du vor der Heimkurve ein Tor geschossen hast. Das darf natürlich auch nicht sein. Also, dass du wirklich nicht mehr, dass du Angst haben musst, normal zu jubeln, weil dir sofort unterstellt wird, du willst provozieren, ist auch eine Fehlentwicklung. Ja, und du hast natürlich relativ viele Meta-Ebenen. Jetzt hatte es unter anderem den Fall, dass Robin Gosens für Schalke bei Union ein Tor gemacht hat und danach nicht gejubelt hat. Ich weiß um den Gedanken und ich finde ihn natürlich auch nicht schlecht, Respekt zu zeigen und zu sagen, hey Leute, das fällt mir jetzt gar nicht so leicht. Ich habe jetzt quasi in meinem Arbeitsverhältnis bei Schalke nur für ihr ein Tor gegen euch gemacht, aber ich meine es nicht so. Gleichzeitig denke ich aber, weißt du, du trägst das Schalke-Trikot. Ja, es ist gegangen mit dem Wind. Also klar hast du hier von einer gewissen Zeit gespielt, aber jetzt bin ich halt bei Schalke. Und ich finde, du sollst jubeln können. Also ich finde, zu viel Etikette, zu viel Rücksichtnahme bei sowas, zumindest mal freuen oder mal den Arm hochreißen kannst du dann doch mal, ohne dass die Leute dir einen moralischen Strick draus drehen. Richtig, so sagt man Etikette übrigens. Da hast du eben nicht gewusst, aber gut. Nun gut, jetzt müssen wir dringend auch noch zu jemandem kommen, der auch ähnlich mundfaul ist wie Ulise und aus dem man auch ganz schwer noch was rauskriegt. Aber dafür hat er dieses schöne Showkostüm. Er hat dieses tolle Showkostüm an. Und wenn die Leute doch das nur sehen können. Mit freigelegtem Hintern. Und er hat dieses tolle Jingle vor allem. Moin. Da ist er, der Postmann. Grüße dich. Oder soll ich sagen, Servus? Warum Servus? Weil wir unsere erste Zuschrift aus Österreich bekommen haben. Okay, schön. Oder ist heute alles schwarz-rot-geil und Klopomania immer noch? Oder können wir auch über Österreich mal reden? Ey, schwarz-rot-geil, alles ist schwarz-rot-geil. Bring uns den Österreicher. Bring on the Austrian. Daniel hat uns nämlich geschrieben. Bitte auch im richtigen Dialekt. Das werde ich nicht tun. Daniel hat uns geschrieben. Aber international, da freue ich mich für den Lask. Diesen Satz höre ich derzeit erstaunlich oft, auch von Fans der SV Ried. Und jedes Mal frage ich mich, warum eigentlich? Wir, die SV Ried, sind der kleine Vereinungs-Oberösterreich und müssen mit deutlich weniger Möglichkeiten auskommen. Trotzdem haben wir im vergangenen Jahr unseren großen Rivalen, den LASK, in der Liga geschlagen. Im Cup-Halbfinale sind wir zudem nur aufgrund einer strittigen Situation gegen den LASK denkbar knapp am Finale gescheitert. Jetzt ist der LASK Meister und spielt in der Champions League. Und plötzlich heißt es, Hauptsache Österreich und die 5-Jahres-Wertung wird bemüht. Aber was genau soll mich als Ried-Fan daran freuen? Vielleicht bin ich damit ein Neider. Vielleicht bin ich dann ein schlechter Österreicher, wobei ich rapid Wien oder Sturm Graz international schon was gönne. Aber dem Erzfeind? Wie seht ihr das? International zum schlimmsten Rivalen halten? Gelebter Zusammenhalt oder für einen eingefleischten Fan ein No-Go? Ein No-Go. Oder weiß ich nicht, ob es ein No-Go ist. Aber ich finde, es ist ein ganz klassisches Thema. Und was auch aber uns durch den modernen Fußball beschert worden ist. Weil früher, als man noch nicht zugeworfen ist mit Geld für internationale Erfolge, war das Ganze auch nicht tragisch. Da konntest du jedem Verein die Daumen drücken, der international ein bisschen Renommee gesammelt hat, aber es ist natürlich so, durch die krasse Geldverteilung. Machst du natürlich deine heimische Liga kaputt, wenn du einem Verein, der ohnehin schon oben steht, international die Daumen drückst und ganz genau weißt, okay, damit wird er meinem Verein weiter um Lichtjahre enteilen. Und das sage ich jetzt nicht aus Neid, sondern weil dadurch einfach die Voraussetzungen immer schlechter werden, eine spannende Liga zu haben. Deswegen ist es als Anhänger von, nehmen wir mal den HSV oder Schalke oder Werder Bremen oder sonst was, die Vereine, die so im Mittelfeld der Bundesliga sind, ganz, ganz schwer den Bayern oder Leipzig die Daumen zu drücken und zu sagen, hoffentlich reüssieren die international, weil du ganz genau weißt, ja, das macht die Liga noch ein Stück weiter kaputt und haut sie zu Klump. Also bei mir ist es auch tagesformabhängig. Also ich würde so richtigen Erzrivalen, also das ist immer ein sehr, sehr fiktiver Fall, weil Preußen-Münster würde international spielen oder Bochum. Da würde ich jetzt als Bielefelder natürlich den auch Pest- und Cholera-Anhalt wünschen. Und hoffentlich, bitte scheiden sie durch ein ungerechtes Tor in der 92. aus und gehen dann insolvent. Ansonsten ist es aber so, dass dieses ganze Thema Fünfjahreswertung einer der deprimierendsten Faktoren überhaupt ist. Also diese komische Rangliste, wo es am Ende dann doch immer wir Vierter sind und die Italiener Fünfter, das ist für mich gar kein Kriterium. Ich mache es wirklich manchmal ein bisschen davon abhängig, wie scheiße der internationale Gegner ist. Also wenn zum Beispiel Bayern gegen PSG spielt, bin ich immer für die Bayern, weil ich PSG noch beschissener finde. Oder wenn du, keine Ahnung, bei Man City spielst, dann kannst du ja nicht ernsthaft für Man City sein, wenn du überhaupt für jemanden sein willst. Aber ansonsten betrachte ich sowas immer mit dem Ekel, mit dem ich alle anderen Mannschaften angucke. Also das ist ja wirklich so. Ich schaue mir gerne Fußballspiele an, aber ich investiere wenig. Ich investiere wenig an Emotionen. Aber ich finde, wie Arndt es gesagt hat, Erzfeinde never. Nie im Leben. Ich meine, es ist ja so, diese Fünfjahreswertung bejubeln finde ich auch ganz schwierig, weil du bejubelst ja dann, dass mehr Vereine aus deiner Liga, aber die Vereine, die dir nicht nahestehen, noch mehr Geld verdienen. Das ist ja das, was ich eben gesagt habe. Das heißt, du bejubelst eine noch weitere Verschiebung zu Ungunsten deines Herzensvereins, von der du nichts hast. Also ich meine, was bringt es uns, ob jetzt sieben deutsche Vereine in der Champions League teilnehmen dürfen? Was hätten wir davon? Würde das mehr Spaß machen? Nein. Also dieser Faktor Fünfjahreswertung, den finde ich völlig zu vernachlässigen. Ich bin ja großer Fan der 5-Jahres-Wertung. Mich interessiert vor allem das. Ein kurzer Podcast-Tipp. Wenn ihr euch für österreichischen Fußball interessiert, österreichische Mundart und österreichische Fußballsprache... Es gibt eine aktuelle Folge unseres Freunde-Podcasts So ist Fußball. Da habe ich mich explizit mit diesem Thema beschäftigt. Hört gerne mal rein. Würde mich sehr freuen. Du hast dich mit Österreich beschäftigt. Warum? Ich habe mich mit Österreich beschäftigt, weil ich neulich über Worte gestolpert bin, die mir so völlig fremd waren. Nämlich im Live-Ticker zum Spiel, da ist ja Lass gegen Celtic weitergekommen. Da waren die Worte Corner drin. Da war die zweite Stange und das Wort Lattenpendler drin. Stangelpass. Stangelpass gibt es auch, genau. Es gibt halt diese ganz eigentümlichen Wörter. Und Stangelpass haben wir gar kein Wort für. Lattenpendler haben wir kein Wort für. Steirer Goal gibt es auch. Ja, genau. Also es ist abgefahren, was man alles finden kann. Und vor allem nicht zu vergessen die Wuchtel. Darf ich auch noch was dazu sagen? Ich empfehle auch noch mal im YouTube-Archiv nachzuschauen. Es gibt einen Internetkanal, der heißt Kulturgut Österreich und da gibt es einen, Imbissbesucher, der eine Pferdewurst auf Mallorca bestellt und sagt, ihr hättet gerne Pflasterhirschen und total wahnsinnig wird, weil der Kellner auf Mallorca das nicht kennt. Vom Babyhackerl, vom Pferdewirt. Also der Pflasterhirsch ist tatsächlich eine Wurst aus Pferdefleisch. Fand ich auch sehr schön. Na sowas. Schnell zur nächsten Meldung. Muss man wahrscheinlich dabei gewesen sein. Der Pflasterhirsch, das gibt's doch gar nicht. Na gut, bitte weiter. Weiter mit der nächsten Zuschrift und das Thema, das hatten wir jetzt tatsächlich schon öfter, aber wir wollen es nochmal unter einem neuen Aspekt hin und her wenden, nämlich Pfiffe gegen Fabian Rehse. Ich stimme euch zu, schreibt Paul, dass Pfiffe im Stadion dazugehören. Bei Rehse kommt mir allerdings ein Aspekt etwas zu kurz. Er hat für viele Fans auch über die eigenen Vereinsgrenzen hinaus das Idealbild und die Hoffnung verkörpert, dass sich Spieler trotz der heutigen Realität des Fußballgeschäfts wirklich mit ihrem Verein identifizieren und langfristig verbunden bleiben. Durch seinen Wechsel und Aussagen wie Wolfsburg überzeugt mich mit seinen Werten, hat er dieses Idealbild für viele vermutlich enttäuscht. Die Pfiffe sind daher aus meiner Sicht weniger ein Ausdruck der Lust, jemanden runterzumachen, sondern eher der Enttäuschung über ein Idealbild und eine Hoffnung für die Rehse zuvor vereinsübergreifend stand. Wie seht ihr das? Ja, also für das Idealbild kann er ja erstmal nichts. Das haben ja andere gemacht für ihn. Ich finde, man muss zwei Sachen trennen. Der Wechsel nach Wolfsburg und diese Aussagen, die kann man durchaus kritisch sehen. Aber ihm im Nachhinein zu unterstellen, dass das bei Hertha alles nicht echt war und dass das ja alles nur dahergesagt war, das finde ich eben dann irgendwie unschicklich, weil das nehme ich ihm ab, was er da gesagt hat. Und ich glaube, das hat er auch ernst gemeint in dem Moment. Man muss ihm aber dann zubilligen, wenn möglicherweise sogar er von Berliner Seite bekniet worden ist, den Verein zu wechseln, weil der Verein das Geld dringend nötig braucht, kann man ihm den Teil auch nicht vorwerfen. Also, dass er den Verein verlässt, obwohl er da eigentlich sich sehr, sehr, sehr nachhaltig geäußert hat, dass er bei Hertha unbedingt sein Leben, seine Zukunft sieht. Dass die ihn verkauft haben, das lag in Herthers Interesse. Genauso sehr mindestens wie in seinem. Ich halte seine Aussagen vorher für glaubwürdig. Die Aussagen pro Wolfsburg muss er so treffen. Die sind vielleicht nicht ganz so mit ganz so viel Herzblut gefüllt, wie das das vorher in Berlin war. Das kann man kritisieren. Aber so ihn jetzt grundsätzlich zu einem schlechten, verlogenen Menschen zu machen, das würde, glaube ich, ganz weit am Ziel vorbeigehen. Ich glaube, man muss ein paar Aspekte da auch noch mal mit einbeziehen. Ohnehin würde man sich ja wünschen, dass das Thema jetzt mal ganz langsam runtergekocht wird und wir jetzt nicht irgendwie noch vier Monate darüber sprechen müssen, dass er auch, keine Ahnung, in Hannover und anderswo auch noch mit Pfiffen bedacht wird. Es hat sicherlich bei den drei Spielen, wo er ausgepfiffen wird, immer eine Geschichte gegeben. In Alt-Klinicke waren viele Hertha-Fans da. In Cottbus gab es ja auch eine Geschichte aus dem letzten Jahr, wo es dieses Tackling eines Cottbussers gab, wo es dann auch hinterher viele böse Worte gab. Klar ist aber auch, finde ich, dass man so PR-Bekundungen, die jeder Spieler am Anfang der Saison macht, ja, ich freue mich hier zu sein und toller Verein, tolle Fans und so weiter. Ey, so ist es halt. Das ist das Geschäft. Da wird gelogen, dass sich die Balken brechen. Ich meine, weißt du, du kommst als neuer Spieler nach Bielefeld, nach Bochum, nach Mannheim, nach Essen und musst überall sagen, hier sind die besten Fans der Welt. Natürlich ist das nicht so. Natürlich, es sind gute Fans, es sind leidenschaftliche Fans, es ist eine Fußballstadt, aber es ist... Und genauso am Ende wie Wolfsburg oder anderswo, einfach eine stinknormale Fußballstadt und das ist ein Arbeitsvertrag, den du unterzeichnet hast. Audio-Kommentar, Tim hat verständnislos den Kopf geschüttelt, Tim. Was möchtest du sagen? Ja, also man muss da nochmal einen Unterschied machen. Ich finde Fabian Rehse, ohne dass ich jetzt irgendwas schönreden will, aber der hat es ja schon mit den Liebesbekundungen auch sehr weit getrieben. Ich kann jetzt nicht gehen. Dieser Brief und hättest du dem eine Tätowiermaschine gegeben, hätte er den Leuten ja eigenhändig seinen Konterfei irgendwie auf dem Arsch tätowiert, wahrscheinlich in Berlin. Also das ist schon eine andere Qualität, oder? Tim, also ich würde auch sagen, er hat es ein kleines bisschen übertrieben in Berlin. Da hast du das Gefühl. Dass er am liebsten noch mit den Leuten morgens um vier nackt aus dem Berghain getorkelt wäre. Ja, und dann hat er irgendwie diese Zusammenkünfte in diesen Parks gemacht und so. Das war alles ein bisschen cringe, wie wir älteren Leute sagen. Aber jetzt dem das jetzt zehn Jahre nachzutragen, also das ist ein bisschen so wie Kloppo, muss man ja auch sagen. Diese Projektionsfläche, die man so als Anhänger hat, dass man denkt, der versteht mich, der weiß, wie meine Fußballseele, wie mein Fußballherz pocht. Das ist halt alles Quatsch. Also du darfst wahrscheinlich weder in Jürgen Klopp den Heiland sehen, noch darfst den Fabian Rehse sehen, der das Thema Fußballromantik ganz neu belebt. So ist es halt. So ist es halt. So sind sie alle und es sind auch alles keine Raketenforscher und es sind auch Leute, die möglicherweise manche Dinge tun, die dir im Nachhinein, hätte ich mal lieber nicht gesagt, den jetzt quasi als den Erzfeind des klassischen Fußballfans zu benennen. Das fände ich auch ein bisschen übertrieben. Ja, ja, ja, absolut. Ich weiß gar nicht, wer jetzt hier zynisch ist, ob ihr zynisch seid oder euch zynisch bin, das ist alles ein... Wir, jeder auf seine Weise. Wir. Wir alle ein bisschen, oder? Wir sind zwei zynische Pflasterhirschen. Ich würde sagen, wir sind tatsächlich einfach abgebrüht von diesem Geschäft. Das Geschäft hat uns hart gemacht, lieber Tim. Es mag sein, dass du da noch ganz fröhlich und unbedarft drauf guckst. Wir wissen, wie der Hase läuft. So schaut's aus. Okay, okay. Okay. Ja, ich setz mich mal wieder auf meinen Hosenboden und höre ein bisschen zu. Was haben wir denn noch? Wir haben noch diese Musik hier. Philipp, du wolltest über Ted Lasso reden und wolltest von mir wissen, wie ich es bislang finde, die vierte Staffel. Und du hast ausreichend geantwortet. Im Chat hast du geschrieben, ich finde sie ganz okay. Ja, ich finde sie auch ganz okay, aber ich bin angesichts meiner völlig übersteigerten Erwartungen und dem neuen Ansatz, bin ich dann doch ein bisschen enttäuscht. Also, wir können mal rekapitulieren. Nach drei Staffeln war die Geschichte eigentlich durch. Ted Lessow war zurückgekehrt nach Amerika, Coach Beard war in England geblieben. Die Mannschaft war so ganz okay, glaube ich, in der zweiten oder ersten Liga, ich weiß gar nicht, in England angelandet. Also, es war alles okay. Trent Krimp vom Independent hatte irgendwie sein Buch geschrieben und so weiter. Aber jetzt Turnaround, Rebecca und Keeley und Higgins besuchen Ted Lasso wieder in Amerika und überreden ihn zurückzukommen, weil es ja noch eine Frauentruppe gibt, die zu trainieren ist. Also der Frauenfußball beim FC Richmond soll zu neuen Höhen geführt werden. Und fand ich eigentlich eine sehr reizvolle Fragestellung. Es gibt auch eine etwas biestige Co-Trainerin, die auf jeden Fall ein guter Charakter ist. Ich bin aber trotzdem ein bisschen enttäuscht, weil ich das Gefühl habe, eigentlich ist es über den traditionellen Cast, also Coach Beard, Ted Lasso, Higgins, Rebecca mit ihrem holländischen Lover und Kili und Roy Kent, es ist irgendwie alles erzählt. Also diese ganzen Geschichten drumherum, dieser komische holländische Glatzkopf, den sie da auf dem Boot kennengelernt hat. Jenny Tart ist weg, spielt jetzt, glaube ich, bei Barcelona und taucht nur noch in einem Cameo-Auftritt nochmal auf. Roy Kent sagt nichts anderes als Fuck, fuck, fuck. Und ist so sehr die Kalkatur von Roy Keane, dass es schon fast nicht mehr lustig ist. Also deswegen, ich bin ein kleines bisschen enttäuscht. Also wenn du die Kriterien anwendest, gebe ich dir sogar recht. Ich finde die Serie trotzdem auch wieder sehr sehenswert und sehr schön, weil dieses Feelgood-Gefühl natürlich trotzdem sofort wiederkommt, erstens. Und zweitens, weil natürlich der Gedanke auch naheliegend ist, zu sagen, wir haben überhaupt nichts über Frauenfußball gemacht. Und eigentlich bietet der so viel Stoff und so viele Themen. Man kann so viel darüber reden und so viel zeigen auch, was mit den Problemen, die der Frauenfußball zu tun hat. Und vor allem, da muss ich ja sagen, da denke ich ja manchmal auch handwerklich, es ist ja total schwierig, über Frauenfußball in einer Unterhaltungsserie zu reden, auch lustig zu reden und das richtige Maß zu finden. Also sich nicht drüber zu erheben und zu sagen, hier, guck mal, ist nur Frauenfußball. Nicht übermitten all den Klischees zu kommen, die man dann sofort auch haben könnte, um ein paar lustige Pointen zu generieren. Das machen sie ja sehr feingeistig und sehr sensibel. Und das finde ich wiederum schön. Ja, also das Empowerment ist in zarten Dosen aufgetragen, was ich ganz gut finde. Also es ist nicht so, dass du das Gefühl hast, jetzt musst du die ganze Zeit so Viktoria-Berlin-mäßig irgendwie an der Leine ziehen und sagen, was ist denn das für eine geile Sache? Also die Probleme, also dass du leere Stadien hast, die Zickereien in der Mannschaft, dass du eigentlich die gleichen Probleme wie bei den Männern auch hast, das finde ich eigentlich ganz nett umgesetzt. Gleichzeitig, da bin ich unterschiedlicher Meinung. Ich finde die Stadionsszenen vom Publikum her super, während beim Wunder von Bern 2004 oder 2005 ja noch alles aussah wie eine gemalte Kulisse, ist das inzwischen wahnsinnig echt. Leider Gottes finde ich, die Spielszenen sind so ein bisschen räudig gemacht. Und wie gesagt, dass ihnen zum Beispiel zu Coach Beard, der ja in den ersten drei Staffeln eine total schillernde Figur war, der hockt nur noch missmutig im Trainerbüro. Sie haben die Diamond Dogs, also diese kleine Beraterrunde auch abgeschafft oder zumindest gab es die noch nicht. Also es ist ein bisschen lieblos abgesendet, trotz allem. Aber trotz allem, da sind ein paar schöne Sachen. Ein Spieltipp, glaube ich, in der dritten Folge, da casten sie die ganzen Spieler und da ist die Schwester von Dani Rojas da, der immer mit Football is Life eigentlich den Signature-Satz neben Belief losgelassen hat. Football is Life. Und dann denken alle, insbesondere Coach Biert, dass das ja wohl die absolute Granate ist. Und sie kann gar nichts. Kleiner Spoiler. Sie kann absolut gar nichts. Er hat ihr alles beigebracht über das Leben, aber Fußball spielen. Also ganz kurz noch, weil du Wunder von Bern auch erwähnst, ist es natürlich auch die Schwierigkeit. Was nimmt man denn eigentlich für Darstellerinnen in dem Fall? Nimmt man Fußballerinnen, die nebenbei ein bisschen schauspielern können? Oder nimmt man Schauspielerinnen, die nebenbei ein bisschen Fußball spielen können? Das ist natürlich dann immer das Spannungsfeld, in dem man steckt. Und, Deswegen sind Fußball-Szenen immer schwierig. Ich finde aber trotz allem, dass sie besser gelöst sind als in den meisten anderen Filmen oder Serien. Aber ich warte mal ab, wir haben auch erst drei Folgen gesehen. Bislang. Also ich. Ich habe schon fünf gesehen. Es gibt eine eigentlich ganz nette Silvester-Folge. Nichts verraten, nichts verraten. Das steht sogar in den Descriptions, dass es die Silvester-Folge ist. Ich möchte über die Ereignisse gar nicht so viel sagen, aber es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Es gibt auch die eine oder andere sehr, sehr nette Referenz. Die Musikauswahl ist auch spektakulär. Das kann man sich wirklich angucken. Wobei ich aber so dachte, dass ich mir wirklich mal wünschen würde, dass es nochmal irgendeine Serie gibt, die nicht Comedy ist, aber die auch im Fußballgeschäft spielt. Manchmal denke ich, das ist doch ein riesiger Entertainment-Industrie und du könntest so großartige Hintergrundgeschichten machen, könntest tollste Serien schreiben. Aber das gibt es irgendwie nicht. Es gibt immer nur Serien um Fußballmannschaften. Ich glaube, ich müsste gar nicht so viele Sachen auf dem Platz sehen. Ich würde wirklich ganz gerne mal hinter die Kulissen blicken. Es gibt ja über alles Showgeschäft, Musikgeschäft, Filngeschäft, Fernsehgeschäft gibt es immer Hintergrundgeschichten. Nur beim Fußball nicht. Erstaunlicherweise, weil ich glaube, das wäre ein absoluter Kassenschlager mit sympathischen und taubwürdigen Figuren. Warten wir das mal ab. Wir sind eigentlich auch fast am Ende. Ich möchte aber noch unbedingt auf eine Szene kommen vom letzten Bundesligaspieltag. Und zwar Mitchell Weiser hat nach 14 Monaten sein Comeback gegeben, nach einem Kreuzbandriss. Die Pause ist viel länger gewesen, als alle gehofft hatten. Und er hat wirklich in seiner Heimatstadt Köln, er kommt ja aus Troisdorf, glaube ich, hat er dann noch 10 Minuten gespielt und hat hemmungslos geweiht nach dem Spiel, weil es für ihn so bewegend war, nach dieser beschissen langen Pause wieder auf dem Platz zu stehen und dann auch in Köln. Und ich finde, dass die KI-Stimme von Kicker.de hat dieses und auch das Verhältnis zwischen ihm und Daniel Thun sehr, sehr gut eingeordnet. Gesprochen von einer künstlichen Stimme. Ab jetzt ist er vollumfänglich wieder in den Kader zurückgekehrt. Der TOP-TOP-TOP-Neuzugang für Werder. Schon während des ersten Bremer Trainingslagers in Österreich hatte sich der 52-Jährige über die bevorstehende Rückkehr seines Tap-Tap-Tap-Transfers gefreut. Ja, dem ist nichts hinzuzufügen eigentlich. Dem ist nichts hinzuzufügen. Das war eine Top-Tap-Tap-Tap-Tap-Tap-Tap-Tap-Tap-Tap-Tap-Folge mit euch beiden, mit der absoluten T.O.P., T.O.P., T.O.P. Host und natürlich mit der Klopp-Konsolenz und mit Ted Lasse und vielem anderen. Liebe Freunde, wir sind am Ende der Folge, sind nächste Woche wieder da, in der Länderspielpause. Und da werden wir erst recht über Jürgen Klopp, über die Aufbruchsstimmung, über den Nationalstolz, über Mitchell Weiser und über tausend andere Themen reden. Wir freuen uns drauf und verabschieden uns bis nächste Woche. Kommt gut ins Fußballwochenende. Macht's gut. Wir lieben. Tschüss. Danke euch. Und danke euch allen fürs Zuhören. Macht's gut. Bleib an. Dankeschön. Dankeschön. Bitteschön, Patrick. Danke. Wir verdanken uns ganz herzlich bei uns. Ja, vielen Dank, meine Herren. Danke. Bitteschön. Dankeschön. Bitte schön. Vielen Dank, Oliver Kahn. Ja, danke auch für den Stress. Vielen herzlichen Dank dafür. Dankeschön, vielen herzlichen Dank. Bitte sehr. Dankeschön. Ja, Dankeschön. Bitte schön. Ja, Dankeschön, danke. Ich bitte Sie. Also, ja, ich danke Ihnen. Vielen herzlichen Dank. Danke, bitte. Bitte danke. Ja, vielen Dank. Danke, Erik. Ja, vielen Dank. Jetzt. Danke, das genügt, sagen wir und mit uns die deutsche Mannschaft. Dankeschön, Dankeschön. Tschüss, geht zusammen. Ich habe heute schon gedankt. Ich komme mit der Dankfüllung, die noch im Dank ist, nach Salzburg. Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde. Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+. Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin Henni Koch. Und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster, wenig überraschend, Arndt Zeigler und Philipp Köster. Das hat Spaß gemacht!