Mit merkwürdigen Tomatenphänomenen in Verbindung stehen. Gerüchten zufolge sollen diese Tomaten sogar ausgewachsene Menschen angefallen haben. Das war ein Ausschnitt aus dem 70er-Jahre-Film Angriff der Killertomaten. In dem Film mutieren Tomaten zu killerlustigem Gemüse. Zum Glück sind die Tomatenpflanzen eigentlich harmlos. Aber nicht alle Pflanzen sind das. Wie wehren sich Pflanzen gegen Feinde? Ihr hört schneller schlau den Wissenspodcast von PM. Ich bin Anne Baum und mit dem Journalisten Carsten Jasnah spreche ich jetzt über die Waffen der Flora. Ja, Carsten, lass uns mit einer Knolle starten, die ebenso harmlos aussieht wie die Tomate und zwar der Kartoffel. Wie gefährlich ist sie denn wirklich? Also tückisch sind die grünen Stellen, denn was da grünt, das ist Solanin, ein Gift. Damit schützt sich die Kartoffel gegen Fressfeinde. Als die Spanier im 16. Jahrhundert die Knolle nach Europa brachten, sind viele Menschen elendlich am Solanin verreckt. Sie kannten sich mit der Pflanze nicht aus und die aßen darum auch die giftigen Blätter und Stängel und eben grüne Knollen. Da sind wir jetzt mit einem besonders schweren Geschütz eingestiegen und zwar tödlichem Gift. Pflanzen haben ja ganz verschiedene Abwehrstrategien. Ich muss nur an ein sehr unangenehmes Erlebnis in meiner Kindheit denken. Und zwar, ich bin mal beim Bärenpflücken in so einer Brombeierhecke gelandet. Und du kannst dir vorstellen, das war sehr schmerzhaft. Ja, du hast recht. Die Waffen sind sehr vielfältig von Pflanzen. Ich glaube, wir sollten da ein bisschen Ordnung schaffen. Fangen wir mal mit den mechanischen Waffen an. Die kennen wir alle. Dornen und Stacheln. Werden allerdings umgangssprachlich meist verwechselt. Richtig ist, Dornen sind lang und schmal, denn es sind spitze Minitriebe wie beim Weißdorn etwa. Und die Stacheln, die sind kürzer. Und die haben eine breite Basis, weil sie Auswüchse der Haut sind. Wie bei Rosen zum Beispiel oder Brombeeren, in die du geplumpst bist. Und es ist gar nicht so einfach, sich wieder aus so einer Brombeerhecke zu befreien. Ich hing an den Stacheln fest. Es war fast so ein bisschen, als wäre ich an Widerhaken gefangen. Das sind auch wieder Haken. Die Brombeere bildet rückwärts gerichtete Stacheln aus. Damit verletzt sie nicht nur Tiere, die an ihr weiden wollen oder auch dich. Mit ihren schnell wachsenden Trieben hakt sie sich damit auch an Nachbarpflanzen fest, um die zu überwuchern. Man kann durchaus sagen, dass die Brombeere eine aggressive Imperialistin ist. Eine aggressive Imperialistin. Wenn ich nun so ein kleiner Krabbler wäre, also eine Laus oder eine Wanze oder eben eine Raupe, dann würde ich doch einfach einen Riesenbogen um diese großen Piekser machen. Wie schützen sich denn Pflanzen vor Insekten? Zum einen mit einer mechanischen Waffe, nämlich durch dicht wachsende Härchen. Die behindern beim Krabbeln. Stell dir vor, du kämpfst dich durch dichtes Unterholz. Das ist ähnlich anstrengend. Und die erweiterte Variante von einfach nur Härchen sind Haare mit Drüsen, aus denen klebriges Zeug quillt. Wenn eine Laus zum Beispiel ein Tomatenblatt anknabbert, war das ihre letzte Mahlzeit. Die Laus bleibt nämlich an den Drüsenhaaren kleben und verhungert. Ganz schön fies. Jetzt verlassen wir langsam den Bereich der mechanischen Abwehr, oder? Genau, jetzt kommt Gift ins Spiel und als Überleitung dahin bietet sich die Brennnessel an. Die macht sich ja bei vielen Menschen beliebt durch eine Mischung aus Härchen und Gift. Übrigens, in dem Zusammenhang habe ich auch eine Kindheitserinnerung. Mein Opa hat mich mal schwer beeindruckt, als er voll in ein Brennnesselblatt griff. Wow, dachte ich, ist der mutig. Bis er mir dann gritzend erklärte, dass er bloß Blatt Ober- und Unterseite angefasst hat, wo keine Härchen wachsen. Vor den gezackten Rändern allerdings habe ich da gelernt, muss man sich in Acht nehmen. Das merke ich mir, falls ich auch mal jemanden beeindrucken will. Du hast gerade von den gezackten Rändern erzählt. Was genau passiert denn, wenn man die berührt? Diese Härchen an den gezackten Rändern haben an ihrer Spitze ein winziges Köpfchen, das bei der kleinsten Berührung abbricht, und übrig bleibt eine Art super spitze Spritze, die in die Haut sticht und einen Cocktail aus Ameisensäure und anderem ätzenden Zeug in die Wunde drückt. Die ist aber zum Glück anders als bei der Kartoffel nicht tödlich. Ja, zum Glück. Sonst hätten wir ein echtes Problem. Nein, das Gift ist zumindest bei größeren Organismen nicht tödlich. Manche Tiere sind sogar so robust, dass sie Brennnesseln fressen können. Esel zum Beispiel. Das Gift scheint ihnen nichts auszumachen. Nicht immer will eine Pflanze ihre Feinde töten. Abschreckung reicht oft. Schon wenn Blätter bitter schmecken oder sie die Verdauung stören, werden sie von Tieren gemieden. Berühmt ist da in dem Zusammenhang die Akazie in der afrikanischen Savanne. Sie produziert Tannine, das sind Gerbstoffe und die schmecken bitter und behindern die Verdauung. Sobald Giraffen, Elefanten oder Antilopen an den Blättern eines Baumes naschen, kurbelt diese die Tanninproduktion an. Und das Tolle ist, dass die Akazie dabei gleichzeitig ihrer Nachbarpflanzen warnt. Sie sendet nämlich Ethylen aus. Das ist ein Gas, das der Wind verbreitet. Ziemlich clever. Die Nachbarbäume nehmen also das wahr und wissen so, oha, Fressfeinde im Anmarsch. Lass uns mal schnell die Tanninproduktion anwerfen. Genau, klappt allerdings nicht immer. Antilopen scheinen sehr schraut zu sein, die haben den Trick jedenfalls durchschaut, und wandern nun beim Fressen immer gegen den Wind. Oha, das ist wirklich clever. Aber was mir nicht einleuchtet, warum hat die Akazie ihre Blätter dann nicht die ganze Zeit mit Gerbsäure gefüllt, dann würde niemand an ihr naschen und auch die Antilopen nicht? Weil ständig Tannin zu produzieren würde wahnsinnig viel Energie kosten. Und diese Energie braucht der Baum zum Wachsen oder zum Blätter ausbilden und zum Blühen. Pflanzen produzieren ihre Abwehrsubstanzen darum immer erst dann, wenn akute Gefahr droht. Ja, oder wie wir eben gehört haben, eben auch nicht, wenn ein Tier wie die Antilope nämlich den Trick durchschaut. Da ist tatsächlich ein Wettrüsten im Gang. Sicher seit Millionen von Jahren hat eine Seite eine Waffe entwickelt, entwickelt die andere eine Gegenstrategie. Ein Paradebeispiel dafür ist übrigens der Tabak. Ah, reden wir jetzt übers Rauchen. Nee, nee, nee. Obwohl, es ist schon verrückt, dass Menschen sich freiwillig Nikotin reinziehen, dieses hochwirksame Nervengift. Der wilde Tabak tötet damit die meisten Insekten, die an ihm herumknabbern. Raupen vor allem. Mit einer Ausnahme, der Tabakschwärmer. Raupen des Tabakschwärmers, die sind immun gegen Nikotin. Wenn die angreifen, zieht die Pflanze mal eben Plan B und Plan C aus der Schublade. Zum einen produziert sie nämlich verdauungsstörende Proteine. Die Raupen verlieren so den Appetit. Und zum anderen sendet sie Duftsignale aus. Die Raupwanzen anlocken und die wiederum fressen die Raupen. Also ganz nach dem Motto, die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde. Ja, exakt. So kann man sagen. Ja, Carsten, jetzt frage ich mich aber, woher weiß denn die Tabakpflanze, ob da, ich sage jetzt mal eine Allerweltsraupe an ihr knabbert, gegen die das Nikotin hilft oder eben ob es die Tabakschwämmerraupe ist, die an ihr nagt? Das wollten auch Forscher des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena herausfinden. Genau diese Frage haben sie sich gestellt und haben den Tabak mächtig maltretiert. Zunächst auf ziemlich unnatürliche Weise. Sie schnitten die Pflanze mit einem Rasiermesser, quetschten sie mit Pinzetten und tatsächlich passierte nichts. Dann aber setzten sie einen kleinen, selbstgebauten Raupenroboter auf die Pflanze. Und der imitierte den stundenlangen Fressvorgang der echter Raupen. Und siehe da, der Tabakverströmte erste leise Hilferufe in Form dieser Duftstoffe. Aber richtig Alarm schlug er erst, als die Forscher den Roboter mit dem Speichel der Tabakschwärmerraupe ausstatteten. Kaum gelangte der Speichel in die Wunde, fuhr das Abwehrsystem der Pflanze hoch. Um das Ganze zusammenzufassen, also wenn der Tabakschwärmer beißt, produziert die Pflanze verdauungsstörende Proteine und Alarmduftstoffe. Und wenn andere Raupenarten an ihr knabbern, arbeitet sie bloß, ich sage jetzt mal in Anführungsstrichen, mit dem Nervengift Nikotin. Genau. Der wilde Tabak kann die Speichelarten offensichtlich auseinanderhalten. Er ist ein hochsensibler Künstler der Selbstverteidigung. Er hat übrigens noch zwei weitere Moves drauf. Die sind richtig spannend. Ja, ich bin schon total fasziniert von der Tabakpflanze. Aber bevor du uns diese beiden Moves erzählst, erklär doch mal bitte erstmal, warum der Tabak ein solcher gewiefter Kampfkünstler ist. Denn Gift, verdauungsstörende Proteine, Bioerkennungssystem, hilferufende Gase, der ist ja wie ein Schweizer Taschenmesser. Der Tabak muss mit allem rechnen. Er hat es nämlich nicht leicht. Sein Samen liegt über viele Jahre im trockenen Wüstenboden, ursprünglich in Utah, in den USA. Zum Keimen braucht er Rauchschwaden. Die können zum Beispiel durch einen natürlichen Blitz entstehen, der Büsche drumherum entzündet. Aber das kann Jahrzehnte dauern. Und so lange wartet der Samen im Boden. Wenn er dann keimt und aus der Erde bricht, hat er keine Ahnung, wer oder was dort oben auf ihn lauert. Und darum hat die Evolution dieses flexible Abwehrsystem entwickelt, das auf alles vorbereitet ist. Und jetzt erzähl uns doch nochmal bitte die zwei Verteidigungsmoves, die du so schön angekündigt hast. Gerne. Tabak kann sich unsichtbar machen, quasi. Hat Tabak den Speichel beißender Tabakschwärmer identifiziert, ändert er nämlich seinen Blütenduft und erschließt nachts die Kelche. Umherrschwährende Schwärmer, die ihre Eier ablegen wollen, erkennen und riechen ihre Wirtspflanze dann nicht mehr und fliegen vorbei. Also er hat so eine Art Tarnmaske also. Spannend. Ja, genau. Und der andere Kniff ist jetzt nicht ganz so nett. Ich würde sagen, der ist hochgradig unsolidarisch. Das Nikotin gegen Raupen produziert die Pflanze nämlich mit ein paar Tagen Verzögerung. Sie wartet tatsächlich, bis die Raupen groß und kräftig genug sind, um zur Nachbarpflanze zu wandern. Dann erst dreht sie die Giftproduktion hoch. Die Raupen hauen ab und überfallen mit ihrem Hunger die Nachbarpflanze. Die wird geschwächt. Und der listige Tabak überragt am Ende seine Konkurrenten. Naja, der ist ganz schön super egoistisch, dieser Tabak. Ja, und mit dieser Technik ist er nicht allein. Auch die Walnuss zum Beispiel, die benimmt sich auch wie ein Platzhirsch. In den Blättern steckt eine Substanz, die zunächst harmlos ist, fallen die Blätter aber im Herbst zu Boden, verwandeln Bodenbakterien den Stoff in ein Gift, das sich im Boden anreichert. Außer Gras bewächst im Schatten eines Walnussbaums so gut wie nix. Das ist wie beim Apfel. Man sagt ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, aber eigentlich macht diese Redewendung ja überhaupt gar keinen Sinn. Ja, man will damit sagen, dass die nächste Generation Sohn oder Tochter ähnliche Charakterzüge entwickelt wie die Eltern. In Wirklichkeit aber hat eine Apfelgeneration, die nicht weit vom Stamm fällt, kaum eine Chance, überhaupt irgendetwas zu entwickeln. Denn auch der Apfelbaum gibt Stoffe in den Boden, die das Keim des eigenen Nachwuchses hemmen. Er will alle Ressourcen für sich allein. Nicht sonderlich nett. Andererseits, wenn ihm die Erde unter den Füßen nicht mehr passt, kann so ein Baum ja nicht einfach woanders hin stiefeln. Ist das vielleicht der Grund, Carsten, warum Pflanzen so ausgefeilte Sicherheitssysteme haben? Ja, festgewurzelt zu sein, nicht fliehen zu können, hat schwere Nachteile. Dann ist man schon mal auf die Hilfe der Feinde seiner Feinde angewiesen, die ja mobil sind. Oder man warnt sich gegenseitig, wie die Akazien in der Savanne. Vor einiger Zeit hat es eine Meldung gegeben, über die ich gestolpert bin und die ich super spannend finde. Und zwar gerät durch eine invasive Art das Ökosystem der Wehrhaftigkeit durcheinander, also das Rüstungsgleichgewicht zwischen Pflanze und Räuber. Ja, bei den Akazien meinst du. Es ist eine faszinierende Entwicklung. Daran kann man ablesen, wie empfindlich ein Biotop auf Störungen reagiert. Es geht um die Flötenakazie in Kenia. Deren Stacheln sind hohl und darin leben Ameisenkolonien. Diese Ameisen haben eine Art Deal mit dem Baum. Sie verteidigen ihn gegen Fressfeinde. Einem Elefanten etwa beißen sie in Lippen und Rüssel und treiben ihn mit Ameisensäure. Im Gegenzug liefert die Akazie dafür einen speziellen Nektar-Freihaus, den es sonst nirgendwo gibt. Die Ameisen werden also zu Bodyguards bezahlt mit Kost und Logis. Wobei es der Nektar echt in sich hat. Die Akazie sichert sich die Treue der Ameise auf eine fast perfide Weise. Der Nektar enthält ein Enzym, das die Fähigkeit der Ameisen zerstört, normalen Zucker zu verdauen. Sie können nur den saccharosefreien Nektar der Flötenakazie verarbeiten. Sie sind von diesem Baum abhängig. Abhängige Ameisen. Ja, allerdings sind die schützenden Ameisen bedroht. Ja, da gibt es die Dickkopfameise. Die breitet sich über das afrikanische Festland aus. Und in der kenianischen Savanne verdrängt sie die heimische Knotenameise aus ihren Stachelhöhlen. So verliert die Flötenakazie ihre Wächter. Sie werden nun von Elefanten viel häufiger abgefressen und nicht nur das, sie werden von den Dickhäutern auch abgebrochen oder umgestoßen. Und das wiederum hat weitreichende Folgen. Weniger Akazien bedeutet offenere Savanne und offenere Savanne bedeutet der Löwe hat ein Problem. Wenn er seine Lieblingsspeise auflauern will, dem Zebra, kann er sich nicht mehr hinter Akazien verstecken, denn die fehlen jetzt mehr und mehr. Und was macht er nun, der Löwe? Forscher haben festgestellt, dass er seit einigen Jahren vermehrt in Buschfelder ausweicht, wo er Büffel jagt. Ja, das finden die Büffel wahrscheinlich nicht sehr witzig und all das wegen einer winzigen eingeschleppten Ameise mit dicken Kopf. Das ist ein sehr spannendes Beispiel für die Fragilität von Ökosystemen. Aber Carsten, wenn wir ehrlich sind, bei uns in der industriellen Landwirtschaft gibt es ja schon lange keine natürliche Wehrhaftigkeit mehr. Das haben wir den Pflanzen ausgetrieben, nicht aus Versehen, sondern oft sehr bewusst und systematisch. Warum, Carsten, haben das die Landwirte eigentlich gemacht? Ja, das waren in erster Linie die Züchter, die den Landwirten die Pflanzen verkaufen. Und damit sie sie gut verkaufen können, haben sie diese Kulturpflanzen auf Ertrag getrimmt. Die Energie, die Pflanzen normalerweise in ihre Verteidigung investieren, soll ins Wachstum fließen und tatsächlich liefert eine gezüchtete Baumwollpflanze fünf bis zehnmal so viel Ertrag wie ihre wilde Verwandte. Aber das hat seinen Preis. Eine wilde Baumwollpflanze sondert jede Menge Duftstoffe ab, mit der sie die Feinde ihrer Feinde ruft, ähnlich wie bei der Tabakpflanze, über die wir gesprochen haben. Eine gezüchtete Baumwollvariante, aber ist dazu kaum mehr in der Lage. Weshalb dann die Landwirte mit Pestiziden nachhelfen? Richtig, so sprühen sich chemische Gifte gegen Insekten und Pilze, um die natürliche Wehrhaftigkeit der Pflanzen zu ersetzen. Es sei denn, es sind Ökobauern und Ökogärtner, denn die setzen ja auf biologischen Pflanzenschutz. Man kann, das habe ich kürzlich gehört, bei Insektenzüchtern die natürlichen Feinde der Pflanzen bestellen. Das soll tatsächlich ein Markt sein, der enorm wächst. Erfreulicherweise ja. 2024 und 2025 war der weltweite Markt für sogenannte Nützlinge, also lebende Räuber wie Schlupfwespen und Raubmilden, mehr als eine Milliarde US-Dollar wert. In den kommenden fünf bis acht Jahren, so nimmt man an, wird sich der Umsatz verdreifachen. Allein eine bestimmte Schluck Wespenart wird heute weltweit auf über 40 Millionen Hektar Acker ausgebracht. Auf über 40 Millionen Hektar, das klingt gigantisch. Ja, es ist mehr als die Fläche von Deutschland. Also es ist eine riesige Fläche. Und sind das alles Biobauern, die Nützlinge als Pflanzen-Security einsetzen? oder haben das auch die, ich sage jetzt mal, konventionellen Landwirte entdeckt. Genau, das ist ja vielleicht das eigentlich Erfreuliche. Die größten Treiber dieses Marktes sind konventionelle Gewächshäuser für Tomaten, Kurken, Paprika, Erdbeeren und so weiter. Selbst die riesigen Gewächshausanlagen in Andalusien, in Südspanien, von denen vielleicht jeder schon mal gehört hat, die produzieren inzwischen mehrheitlich mit Nützlingen. Warum? Weil Schädlinge immer mehr Resistenzen gegen chemische Pestizide entwickeln. Und weil biologische Schädlingsbekämpfung inzwischen billiger ist. Das ist zum Schluss nochmal eine richtig gute Nachricht. Das stimmt mich und hoffentlich auch euch, liebe Hörerinnen und Hörer, zuversichtlich, dass wir das Können der Natur mehr und mehr erkennen und schätzen lernen. Carsten, ich danke dir für diese aufschlussreiche Reise in die Welt der grünen Kampfkünstler. Sehr gerne. Und kleiner Tipp für die Hörer noch, haltet doch beim nächsten Waldspaziergang mal ausschauen nach Adlerfahnen. Diese bis zu zwei Meter hohen gefiederten Wedel sind ja sehr hübsch, finde ich jedenfalls. Aber Vorsicht, sie sind randvoll mit Blausäure und anderen Giften. Weidetiere können davon sogar erblinden. Ja, das ist doch ein netter Hinweis und ich finde den Adlerfahn auch sehr schön. Und das war's. Schaltet gerne nächste Woche wieder ein bei einer neuen Folge Schneller Schlau, dem Wissenspodcast von PM. Und wer Wissenschaft zum Durchblättern haben will, das PM-Magazin und das Schneller Schlau-Magazin gibt es auch zum Kaufen am Kiosk und als E-Paper.