Ja, eigentlich habe ich mich die sechs Jahre danach gesehnt, einfach gesehen zu werden und gewollt zu werden, ja. Hallo und herzlich willkommen bei Stahl, aber herzlich. Und heute ist die Lucy bei mir. Und Lucy hat eine langjährige Beziehung hinter sich, die ihr richtig, richtig schlecht getan hat, weil der Mann sich nicht auf sie einlassen wollte und sie auch häufig abgewertet hat. Und jetzt ist sie in einer Beziehung, wo der Mann zwar wesentlich liebenswürdiger ist und sie auch gut behandelt, aber leider sich auch nicht wirklich auf sie einlassen will. Und Lucy leidet wirklich sehr und kommt da aber einfach nicht raus. Und da wollen wir mal genau hinschauen, welche psychologischen Muster dahinter stecken und was sie tun kann, um doch noch klarer zu sehen und vor allem auch klarer zu fühlen. Hallo Lucy, schön, dass du da bist. Dankeschön, dass ich kommen darf. Sehr, sehr gern. Ja, ich bin gespannt. Worüber möchtest du denn sprechen?
Genau, also ich möchte darüber sprechen, dass ich aktuell in einer Situation bin, in der ich, also ich habe einen Mann kennengelernt und der möchte nicht mit mir zusammen sein. Und es ist so ein bisschen ein Thema, was ich auch schon in meiner Ex-Beziehung hatte. Also ich war sechs Jahre mit einem Mann. Das hat vor einem Jahr etwa geendet. Und da war es eigentlich auch von Anfang an so, dass er mich nicht wollte, aber irgendwie auch nicht lassen konnte. Genau. Und jetzt, genau, ja, bin ich in der Situation, dass ich da nicht rauskomme, obwohl ich glaube, dass ich eigentlich schon gerne eine Beziehung wollen würde. Ja. Okay, jetzt mal zu meinem Verständnis. Wie ist denn die Situation mit diesem Mann? Du sagst, der will nicht, aber irgendwie hast du ja doch eine Beziehung. Hast du ja was mit ihm oder was? Ja, also wir haben uns relativ kurz nach meiner Trennung kennengelernt. Und ich war eigentlich so, ich dachte ihm, okay, ich bin einfach offen und schaue, was passiert. Und dann, genau, wurde es halt mehr und wir haben uns oft gesehen. Und dann hat er aber auch relativ schnell angesprochen, dass er nicht auf was Ernstes hinaus ist, weil es ihm zu viel Verantwortung aktuell im Leben ist und er kann niemanden tiefer in sein Leben lassen. Und dann habe ich irgendwann gemerkt, okay, aber ich halte das halt nicht aus.
Und dann hatten wir tatsächlich auch einmal den Kontakt abgebrochen. Und dann hat er sich wieder gemeldet. Also ihr hattet dann sowas wie eine Freundschaft Plus oder Situation Chip, wie man heute sagt.
Ich meine, er hat ja eine klare Ansage gemacht. Ja. Aber irgendwie hast du dich dafür entschieden... Nicht nach der Logik dieser Ansage zu handeln, also sprich, okay, dann eben nicht, sondern an ihm festzuhalten. Ja, weil ich so gehofft habe, dass sich das ändert. Ah, diese alte Hoffnung. Die alte Hoffnung, es wird sich ändern. Die ist immer fatal.
Ja, diese Hoffnung. Ich bin ja nun wirklich seit über 30 Jahren Psychotherapeutin, daneben auch Privatperson. Ich kenne es sogar tatsächlich auch aus einer Beziehung, aus eigenem Erleben. Diese Hoffnung, die klebt wie Beton und blockiert echt die Weiterentwicklung und die Veränderung.
Und da stellt sich die Frage, welche psychologische Funktion hat es eben auch, an dieser Hoffnung so festzuhalten. Denn solange Hoffnung besteht, also in ihrem Fall, dass sie es doch irgendwie hinkriegt, dass der Mann sich doch irgendwie zu ihr bekennt, muss sie ja psychologischerweise an dieser Beziehung und an ihren ganzen Gefühlen, die auch furchtbar belastend sind, festhalten. Also sie kommt weder einen Schritt vor noch einen Schritt zurück, Weil sie ja letztlich über diesen Menschen überhaupt keine Kontrolle hat. Und solange sie sich aber der Illusion, der Hoffnung hingebt, blockiert sie ihre persönliche Weiterentwicklung, blockiert sie vernünftige Auswege, weil die Hoffnung, die liegt ja irgendwo in der Zukunft und hängt zusammen mit der Illusion, dass man doch nochmal eine schöne Beziehung leben kann. Und solange diese Illusion hartnäckig gelebt wird, wird sie keine Veränderung in sich selbst bzw. An der äußeren Situation herbeiführen können. Und deswegen will ich da gleich mal mein Augenmerk drauflegen.
Das heißt, du hast dich bewusst für den Ich-Kämpfe-Modus entschieden.
Ja. Am Anfang habe ich mir noch ein bisschen eingeredet, dass ich es selber noch nicht so will, weil ich gerade aus einer Beziehung gekommen bin. Und dann dachte ich mir, also eigentlich war auch mein Plan sozusagen, weil ich habe mich so lange darauf gefreut, von diesen Menschen loszukommen, dass ich eigentlich die Zeit mit mir selber genießen möchte. Und ja, dann habe ich mir halt eingeredet, dass ich es auch eigentlich gar nicht will. Also auch wenn ich jetzt eigentlich darüber nachdenke, habe ich auch ein bisschen Angst davor, weil ich Angst habe, mich halt wieder in jemanden zu verlieren. Aber irgendwie will ich ihn trotzdem.
Das heißt, du bist im Grunde genommen, wenn ich das richtig raushöre, vielleicht auch gar nicht so gemacht für dieses ein bisschen oberflächliche Beziehungsleben. Und man datet mal hier und mal da und man muss sich auch nicht treu sein. Irgendwie bist du dafür anscheinend nicht so gemacht. Ich höre nämlich da so raus, dass du dich eigentlich nach so einer engen, exklusiven Beziehung sehnst. Ja, ich sehe mich danach so, dass ich jemand für mich entscheidet, und nur mich will, ja. Ja, das ist ja auch verständlich. Das ist ja so ein tiefer Wunsch von den meisten Menschen, ja, dass man wirklich geliebt wird für das, was man ist und das eben auch am liebsten exklusiv. Also, klar. Ich meine, nicht umsonst hat uns die Natur ja das Gefühl der Eifersucht mitgegeben. Als du das aber eben gesagt hast, hattest du so ein bisschen Training in den Augen. Also ist das so ein Wunsch, der bei dir auch schon zutiefst verletzt worden ist.
Ja, also die sechs Jahre Beziehung, also das waren nicht mal sechs Jahre Beziehung an sich, sondern vielleicht davon zwei, nicht mal auch komplett offiziell, aber ja, eigentlich habe ich mich die sechs Jahre danach gesehnt, einfach gesehen zu werden und gewollt zu werden, ja. Genau, das nenne ich immer Beziehungsversuch am beziehungsuntauglichen Objekt. Ja, das war auf jeden Fall. Und das passiert ja so vielen. Das passiert so vielen Menschen, die eigentlich so diese tiefe Sehnsucht danach haben, eine richtig enge, tolle Beziehung zu haben und dann ewig Menschen hinterherlaufen, die dazu gar nicht in der Lage sind oder nicht bereit sind. Also Lucy, unterstelle ich dir jetzt mal und falls ich dir das falsch unterstelle, dann werde ich bitte, dass es in dir einen starken Anteil gibt, der unbedingt von sich überzeugen will. Ja, das merke ich auch jetzt, dass ich eigentlich immer wieder merke, okay, aber sozusagen, also irgendwann muss man doch merken, dass ich eigentlich toll bin.
Er muss ja irgendwann merken, dass ich toll bin. Da geht es um Selbstwertgefühl. Du kämpfst da auch um dein Selbstwertgefühl. Psychologisches Grundbedürfnis, Selbstwert. Und du kämpfst um ein weiteres psychologisches Grundbedürfnis, nämlich Kontrolle. Du willst ja unbedingt die Kontrolle über diesen.
Unvorhersehbaren Menschengewinn. Ja. Und natürlich spielt das Grundgefühl, das psychologische Grundbedürfnis Bindung, um die du ja auch kämpfst, eine Rolle. Ja. Aus meiner Erfahrung ist es aber paradoxerweise gar nicht mal das Bindungsbedürfnis, was so sehr in solchen Konstellationen im Vordergrund steht, obwohl man das ja eigentlich meinen möchte, ich kämpfe um diesen einen Menschen, ich kämpfe genau um diese Bindung, sondern eher das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstwertwiederherstellung. Ja, ja. Davor habe ich auch ein bisschen Angst, dass ich eigentlich gar nicht den Menschen möchte, sondern nur dieses Gefühl bekommen möchte, dass mich halt jemand will, endlich. Und das macht mir auch ein bisschen Angst, weil ich Angst habe, dass das meine Partnerwahl auch beeinflusst. Ja, weil du, also das ist meine starke Vermutung, weil da draußen gibt es bestimmt einige Männer, die dich wollen. Ich frage mich nur, ob du die so interessant findest.
Also meine Vermutung ist, dass du immer die am spannendsten findest, die sich eben nicht so richtig einlassen oder die ambivalente Signale aussenden. Weil dann zündet erst so dein inneres Programm, ah, hier kann ich wieder kämpfen, hier kann ich wieder von mir überzeugen. Und dass du das halt viel spannender findest. Ja, das kann sein. Ich weiß gar nicht, so gefühlt habe ich gar nicht so viele Männer kennengelernt. Das hatte ich auch, früher hatte ich auch so ein bisschen das Gefühl, okay, sobald mir jemand Aufmerksamkeit gibt, springe ich direkt halt drauf an, egal wer das jetzt ist sozusagen, weil ich sozusagen so in der Pubertät eigentlich keine Aufmerksamkeit bekommen habe, so im Vergleich zu meinen Freundinnen irgendwie. Und ich glaube, dann war das mal endlich so und dann war das so, ja, obwohl ich diesen Menschen einfach nicht nicht mal attraktiv fand. Also, ja, weiß ich nicht. Also damals, das ist jetzt nicht mehr so, aber, ja, das ist mir dann auch aufgefallen. Obwohl, das würde ja dem widersprechen, was ich gerade gesagt habe. Ich habe ja gesagt, dass ich vermute, dass du die, die dir eigentlich eine sichere Bindung geben können, eher langweilig finden würdest. Aber du hast ja gerade gesagt, da kann jeder kommen und mir Aufmerksamkeit schenken. Ja, das stimmt. Ich weiß jetzt nicht, ob das jetzt nur so meine Wahrnehmung ist.
Vielleicht habe ich die auch gar nicht bemerkt, die mir mehr gegeben hätten. So.
Ja, kann ich gar nicht sagen. Auf jeden Fall scheint es ja so zu sein, wenn ich dich richtig verstehe, dass du bisher immer nur an Männern geraten bist, die dir keine sichere Bindung gegeben haben. Ja, ja. Also als ich meinen Ex-Freund kennengelernt habe, war ich ja schon, also erst 17. Deswegen ist davor auch nicht viel passiert. Also ja, er war eigentlich so meine erste richtige, in Anführungszeichen, Beziehung. Und die war immer von einem großen Auf und Ab gekennzeichnet und krassen Wechseln von Nähe und Distanz, oder? Ja, die hat eigentlich darauf aufgebaut.
Dass er mich nicht wollte. Also sozusagen, er hat mir eigentlich von Anfang an auch das Gefühl gegeben, dass ich es gar nicht wert bin. Also hat auch gesagt, ja, also sozusagen, darauf hat alles aufgebaut, dass ich es nicht wert bin. Jetzt warst du dich da schon wieder traurig. Eigentlich müsstest du doch sagen, du Arsch. Ja, das ist mir auch aufgefallen, dass ich, also darüber habe ich auch schon mal nachgedacht, das Thema Wut so. Weil ich das damals, also da war ich ja 17, 18 habe ich das halt auch einfach geglaubt, was er gesagt hat also am Anfang dachte ich mir noch, hä? Weil der Grund für mich total sinnlos war und dann hat er das aber wirklich, so oft gesagt und erwähnt, dass ich das irgendwann geglaubt habe, und irgendwie dann jetzt so.
Also auch als wir die Beziehung beendet hatten, ich hatte gar keine Wut, obwohl er mir fremdgegangen ist und ich viele Dinge rausgefunden habe, er mich angelogen hat und so und ich hatte gar keine Wut. Und ich habe es auch nicht geschafft, die Beziehung zu beenden dann, sondern er hat sie am Ende beendet. Und jetzt erst so vor einem halben Jahr habe ich so gemerkt, dass ich eigentlich wütend bin und ihn hasse irgendwie. Also es ist so ein krasses Wort, aber ich empfinde langsam Hass, ja, irgendwie, dass ich das auch so lange mitgemacht habe. Genau, und jetzt bist du ja dabei wieder denselben Fehler, als sie wiederholen. Ja, also ja, auf jeden Fall, obwohl ich sozusagen immerhin jetzt diesmal einen guten Menschen mir ausgesucht habe dafür. Einer, der mich gut behandelt und der liebenswert zu mir ist. Und ja, das ist wenigstens 2.0. Der ist, viel wertschätzender mit dir, sagt aber klipp und klar, er will keine feste Beziehung. Ja.
Also insofern ein bisschen fatal, weil wenn der vorher, ich sag's jetzt mal einfach mal so in meinen Worten, so ein Arsch war, dann ist er jetzt ja schon für dich in deinem Universum eine erhebliche Verbesserung, aber trotzdem führt es ja zu nichts und du bist wieder ziemlich unglücklich. Und was ja auffällt, du beschützt ja deine Grenzen so wenig. Also in der Ex-Beziehung schon mal gar nicht. Dazu fehlt ja auch die Wut. Du bräuchst es ja Wut, um zu sagen, bis hier nicht weiter und du kannst mich mal. Sondern glaubst es ihm auch noch, Also scheint es dir ja an einem stabilen Selbstwertgefühl zu fehlen. Also dass du selber gar nicht so das Gefühl hast, ich bin was wert, ich bin gut so wie ich bin. Ja, also das ist das, was auch die meisten sozusagen als Problem haben, dass man das schon denkt, dass man es wert wäre, aber halt das nicht fühlt. Aha, also die große Diskrepanz zwischen Denken und Fühlen. Was fühlst du denn?
Boah, schwierig. Also wenn ich jetzt wirklich darüber nachdenke, ob ich es wert bin und das versuche zu fühlen.
Ist nicht. Und du bist so furchtbar unglücklich. Ja, das macht mich schon traurig, weil ich das...
Also weil ich das auch so lange halt mitgemacht habe irgendwie, also ich schäme mich auch schon ein bisschen dafür, weil das ja so schrecklich ist, es ist so schrecklich, dass ich mir das überhaupt angetan habe. Ja, das ich kann das gut verstehen und das haben ja viele Menschen, die dann irgendwann aus so einer Beziehung rauskommen oder auch schon währenddessen dass sie sich schämen, weil sie so das Gefühl haben, so ihre Würde dabei zu verlieren. Aber dieser Sog von so schwierigen Beziehungen der ist halt also der kann wirklich enorm sein weil man so wahnsinnig um diese Kontrolle ringt und, Und das Gehirn, so waren sie viel Dopamin ausstößt. Ja, das habe ich auch gemerkt. Und man in diesen Suchtsorg hineingerät. Ja, genau. Das ist wirklich eine ganz unheilvolle Dynamik. Und je früher es einem gelingt, da auszusteigen, desto leichter ist es. Denn irgendwann ist es wie bei so einer schlechten Aktie, wo man denkt, jetzt habe ich schon so lange investiert. Also irgendwie so wie so ein Investitionsdruck. Also es fällt leichter, nach einem halben Jahr zu sagen, das hier bringt nichts, als nach sechs Jahren sich einzugestehen, scheiße, ich habe sechs Jahre auf einer völlig falschen Front gekämpft. Ja, das stimmt. Ja.
Ja, das war schwierig. Und halt auch immer noch diese Hoffnung, dass sich doch noch was ändert. Das ist so. Ich finde es eigentlich schön, Hoffnung zu haben, aber mir ist es, ich habe zu viel, habe ich so das Gefühl. Ja, die Hoffnung ist im Grunde genommen der Dreh- und Angelpunkt von allem. Ich denke auch, darauf würde ich gerne mal das Gespräch mit ihr heute fokussieren, auf die Hoffnung, weil damit, glaube ich, können sich auch ganz, ganz viele Menschen identifizieren. Weil wenn die Hoffnung nicht wäre, dann wäre es ganz leicht. Dann wäre es echt leicht. Ja, ja. Wenn dir heute der liebe Gott persönlich erscheinen würde und sagen würde, pass mal auf, Lucy, ich garantiere dir im Namen Gottes, das mit dem Typen hier, das wird nichts. Und du wirst nur leiden. Also lass bitte die Finger davon. dann würde dir das auch ziemlich leicht fallen, weil du dann die Sicherheit hättest. Aber die Hoffnung kann auch sowas Zerstörerisches haben in solchen Kontexten. Wozu dient dir die Hoffnung eigentlich?
Ja, es ist so, weil es dann nicht so weh tut irgendwie. Also ich weiß, als wir schon mal den Kontakt abgebrochen haben im Sommer, da habe ich keine Hoffnung mehr gehabt. Und dann hat es halt richtig weh getan. Aber das hat mir geholfen, dann zu sagen, okay, ich kann das nicht mehr, weil es mir gerade sehr viel mehr weh tut, als dass es mir gut geht sozusagen. sagen. Ich formuliere es mal mit meinen Worten. Durch die Hoffnung umgehst du den Verlustschmerz. Ja, genau. Weil ich eigentlich in meinem Kopf mir immer noch vorstellen kann, dass es ja ganz anders sein kann. Ja, das ist deine Fantasie, dein Träumen. Und solange du hoffst, musst du ja der Realität nicht ins Auge schauen. Ja, dass das nicht so ist. Das stimmt.
Also ich finde, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt bei dir. Und der andere wichtige Punkt ist natürlich dein Selbstwertgefühl. Weil das muss ja von Haus aus destabilisiert sein. Aber vielleicht gucken wir zuerst jetzt mal bei der Hoffnung, weil wir sowieso gerade an dem Punkt des Gesprächs sind und schauen danach mal auf dein Selbstwertgefühl. Weil das ist ja schon auch so dieses Epizentrum, das dich dazu bringt, dich immer mehr dann selbst zu verlieren und gegen deine eigene Würde vorzugehen. Ja, ja. Aber zuerst die Hoffnung.
Wenn du jetzt mal von außen auf die Beziehung guckst und dir vorstellst, du wärst ein Coach oder eine Richterin, die diesen Fall zu beurteilen hätte. Ganz realistisch, ganz nüchtern, reine Beobachterposition. Also jetzt geht es nicht ums Gefühl, das schreit, ich will dich, sondern es geht um eine ganz realistische Einschätzung der Situation. Anhand von Argumenten. Wie sieht denn die Realität deiner Beziehung aus? Was ist die Realität? Du hast ja einmal diesen Wunschtraum, es könnte ja so schön sein, wenn. An dem hältst du fest, in der Hoffnung, dass es irgendwann eines Tages so wird. Und wir haben die Realität. So, beschreib mir mal die Realität der Beziehung. Ja, die Realität ist, dass er, warum auch immer, ist ja im Endeffekt egal, keine Beziehung mit mir möchte. So, er sagt nein. Genau, ja. Und du hast völlig recht, die Gründe sind scheißegal. Ja. Weil es ja in der Realität einfach so ist, ob der jetzt Bindungsangst hat oder was auch immer. Ja.
Ja, und irgendwie, also wenn ich es von außen betrachte, denke ich ein bisschen an mein Umfeld, was die dazu sagen. Ja. Und es versteht halt keiner. Deswegen ist es so, also ich weiß nicht, das macht mir automatisch auch mehr Hoffnung, dass man es irgendwie nicht verstehen kann, weil man sich denkt, hä, so eigentlich wie er sich verhält und so, das spricht alles dafür, dass er mich schon mag. Aber halt, es ändert trotzdem nichts daran, dass er nicht möchte eigentlich. Also eigentlich ist das auch Quatsch. Also eigentlich ist das die brutalste Konstellation von allen. Und ich finde immer, das wird so in seiner Gefährlichkeit auch oft unterschätzt.
Weil er auch bestätigt durchs Umfeld, wenn er da ist, wohl zugewandt ist und auch liebevoll. Also alle Signale, die du empfängst, sind im Grunde genommen emotional, da ist Bindung. Ja, genau. Und gleichzeitig sagt der klipp und klar, ich will aber keine feste Beziehung. Und das ist natürlich echt hart. Das ist brutal. Also das psychisch zu verwalten, ist ganz, ganz schwierig. Aber bleiben wir bei unserem Realitätscheck. Wie oft seht ihr euch? Einmal die Woche. Einmal die Woche. Was wäre in deiner idealen Beziehung? Also wie oft würdest du dich sehen wollen mit einem Mann, der zu dir gehört? Also das ist schon wieder, weil aktuell, ich mache sehr viel in meinem Leben. Also jetzt halt seit der Trennung einfach bin ich, ich mache sehr viel Sport, ich treffe mich sehr viel mit Freunden. Und deswegen, also rein vom Zeitaspekt quetsche ich ihn auch irgendwie irgendwann noch abends mit rein. Deswegen weiß ich gar nicht, ob ich das Bedürfnis hätte, das zu intensivieren. Hä? Also, ja. Was soll das denn jetzt? Ja, ich weiß nicht. Das ist, ja.
Also, intensivieren vom zeitlichen Aspekt. Ich glaube, so vom emotionalen und Sicherheitsaspekt würde ich es gerne intensivieren. Was würde dir dann reichen? Ihr seht euch einmal die Woche abends reingequetscht. Aktuell, ja. Also nicht unbedingt reingequetscht. Das, nee, ich würde mir schon Zeit nehmen wollen. Aber ja, wir sehen uns, wenn dann, eher spontan sozusagen. Aber das geht doch vor allen Dingen von ihm aus, oder? Ja, ich frage nicht mehr so, weil, ich auch einerseits Angst einfach davor habe, dass er sagt, er kann nicht. Was einfach bei mir schon, ja, weiß ich nicht, warum ich da so eine Angst auf habe, aber... Ablehnung bedeutet. Ja, genau. Und ich glaube vielleicht auch ein bisschen, weil ich mich schützen will. Trotzdem. Also wenn er fragt, dann freue ich mich und dann will ich ihn auch sehen. Also ich will ihn so oder so sehen, aber jetzt von mir aus, dass ich dann frage, ist seltener. Ja.
So, also Und er fragt dann vielleicht für einmal die Woche Treffen. Kommt es dann da auch zu Sex regelmäßig? Ja. Und der ist dann natürlich ganz toll. Ja, alles ist toll eigentlich. Also alles drumherum, alles im Moment. Ja. Ja.
Weil es Nähe ist und Bindung, ja, schon. Und hat er noch andere Frauen? So genau weiß ich nicht. Ich habe mal gefragt, da meinte er, seitdem wir uns wieder sehen, hat er das eingestellt, aber ich weiß nicht, ob es jetzt wieder so ist. Habe ich jetzt nicht mehr gefragt, irgendwie will ich es auch nicht wissen. Ja. Aber es ist nicht, was du dir wünschen würdest. Also du willst ja Treue und Exklusivität. Ja, ja. Würde ich mir wünschen, ja. Das heißt, du kriegst all das, was du dir wünschst, einen Abend die Woche. Und dann wird es dir wieder weggenommen. Ja. Ja. Und dann kannst du wieder warten wie so ein Hündchen auf sein Frauchen, bis er wieder kommt und dir wieder was zu fressen gibt ja und das ist dann wieder so eine Bestätigung für mich ein bisschen so dass ich doch gewollt werde.
Obwohl ich trotzdem nicht ganz gewollt werde, aber irgendwie für den Moment halt. Und das reicht dir dann zum Überleben? Aktuell scheinbar ja. Also gerade geht es wieder. Ich weiß aber, dass ich auch wieder an einen Punkt kommen werde, wo es nicht mehr geht. Ja. So, wenn du jetzt mal ganz realistisch drauf schaust. Ja, der Punkt wird auf jeden Fall zu 100 Prozent kommen. Also ich meine, er ist ja Alleinherrscher über Nähe und Distanz. Er aktiviert dich ja. Also er sagt so heute Abend oder dann und dann hast du Zeit. Und dann sagst du ja. Und dann kommt er und dann geht er wieder. Und dann wartest du wieder. Also du hast ja null Kontrolle. Die ganze Kontrolle liegt auf seiner Seite. Ja. Und.
Du kämpfst wohl um seine Liebe. Ich denke, du hast ja berechtigte Zweifel daran, was er überhaupt für dich empfindet. Ja, klar. Also eigentlich kannst du davon realistischerweise ausgehen, es ist einfach zu wenig. Warum auch immer. Aber jetzt, ob es aus Bindungsangst ist oder weil es einfach so zu wenig ist, ist es völlig egal, es ist im Ergebnis genau dasselbe. Und es ist zu wenig. Willst du das wahrhaben oder willst du das nicht wahrhaben?
Ich will es nicht wahrhaben, weil, ja, weil es weh tut halt. Ja, das tut weh, aber das ist die Realität. Für mehr reicht es nicht. Ja, und die Hoffnung ist halt, ja. Und er will keine Verantwortung. Und das ist auch genau das, was er lebt. Er übernimmt überhaupt keine Verantwortung. Du bist richtig am Leiden. Ich kriege das hier mit, wie verzweifelt du bist. Ja. Und wie traurig du bist und wie scheiße das alles ist. Das interessiert ihn aber nicht. Weil er sich um seine Bedürfnisse kümmert. Punkt. Und sein Bedürfnis ist, dass er meistens genau sein Ego-Ding durchzieht und macht, was er will. Dass er dann einmal die Woche, Von dir er Sex und Zuwendung bekommt und sich dann wieder verpissen kann. Das ist sein Bedürfnis. Ja.
Das ist hart. Also es ist ja auch das, was er lebt. Ja, genau. Und was er auch so kommuniziert. Ja, damit ist er ja auch wieder fein raus. Ja, genau. Dann kann er ja immer sagen, weißt du, ich habe dir ja nie falsche Versprechen gemacht. Macht aber genau dasselbe. Das ist trotzdem völlig verantwortungslos. Wenn er Verantwortung hätte, würde er ja auch sehen, was er dir damit zumutet. Und entweder sagen, wir sind jetzt fest zusammen oder sagen, pass mal auf, du bist gar nicht der Typ, der sowas ertragen kann. Wir lassen das jetzt ganz und ich verschwinde komplett aus deinem Leben, weil das für dich einfach nur schlimm ist. Das wäre in beiden Fällen Verantwortung übernommen. Tut er aber nicht. Das ist die Realität. Ich weiß auch gar nicht, ob er so weiß, wie sehr ich darunter leide. Weil ich es sehr gut verstecke, weil ich Angst habe, wenn ich es zeige, dass er dann sagt, ey, ich will dir nicht so wehtun. Das ist, ja, ein bisschen, macht nicht so viel Sinn eigentlich. Mhm. Ja. Kommt ihr da gerade in die Idee? Wie meinst du? Weil du sagst, es macht nicht so viel Sinn. Ja, es macht nicht so viel Sinn, weil.
Irgendwie habe ich auch überlegt, dass es ein bisschen unfair ist. Weil ich ihm ja auch, also ich spiele ihm ja auch was vor, sozusagen. Also ich tue ja so, als wäre das okay für mich alles. Und als würde ich gut klarkommen. Ja. Also du bist ja völlig überangepasst. Ja. Du unterwirfst dich da quasi. Ja. Auch eine Realität von eurer Beziehung. Mhm. Ja.
Ja. Bleiben wir bei der Realität. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass der sich ändert? Wahrscheinlich sehr unwahrscheinlich ja also genau von wem hängt es denn ab ob er sich ändert von ihm oder von dir, Ja, das ist das Ding, weil ich denke, das ist von mir abhängig. Aha. Realitätscheck, ist das wirklich von dir abhängig?
Rational betrachtet nicht, weil es vielleicht auch nicht an mir liegt. Aber es kommen schon so Gedanken, dass ich mir denke, okay, wenn ich anders wäre, vielleicht würde er mich dann wollen. Ja, das ist ja der Gedanke, den alle haben. Wäre ich nur schöner, besser, sexier, klüger, dann wird er sich endlich voll zu mir bekennen. Und das ist der größte Fehler von allen. Weil du damit, Verantwortung nimmst für etwas, für das du überhaupt keine Verantwortung hast. Und das machst du nur aus einem Grund. Weil du dann wieder scheinbare Kontrolle hast. Denn wenn der Fehler auf deiner Seite liegt, dann liegt es ja auch in deiner Macht, ein Happy End herbeizuführen. Ja, das liegt nicht in meiner Macht. Ich glaube, aber ich könnte wahrscheinlich tun, was ich will und es würde ja trotzdem nichts ändern.
Ich sage mal so, ich bringe dir jetzt mal ein unschlagbares Argument.
Es gibt ja eigentlich nur zwei, oder ich kürze es mal runter auf zwei Möglichkeiten. Zwei Möglichkeiten. Entweder hat Bindungsangst, das heißt, völlig egal, welcher Frau begegnet, das kann die schönste, tollste, sonst was Frau der Welt sein. Er würde dasselbe Theater abziehen. Ja. Die zweite Möglichkeit wäre, du bist doch nicht genügend sein Typ, er liebt dich nicht so richtig. So, beides beschissen, im Ergebnis dasselbe. Ja. Ich sag dir nur, wenn es die Möglichkeit Nummer zwei wäre, dass du doch nicht so richtig sein Typ bist, dann wäre er längst mit einer Frau zusammen, die sein Typ ist. Ja.
Verstehst du? Ja. Männer, die beziehungsfähig sind und eine feste Beziehung wollen, daddeln ja nicht ewig rum mit einer Frau, wo sie lauwarm engagiert sind und schon gar nicht mit diesen Argumenten mit der Verantwortung. Ich möchte keine Verantwortung übernehmen, ist Argument Nummer eins von Bindungsängstlichen. Ja. Ja. Das heißt es liegt 100% auf seiner Seite und nicht auf deiner Seite, du pflegst die Illusion der Kontrolle und mit der Illusion pflegst du die Illusion der Hoffnung das heißt du lebst in dieser Illusion alles.
Nachvollziehbarerweise um deine Verlassenheitsangst zu beschützen und weil du dir erhoffst, auf Dauer dein Selbstwertgefühl zu stabilisieren, indem du es ganz knallhart ausgesprochen in seine Hände liest. Also im Moment liegt dein Selbstwertgefühl in seinen Händen. Ja, das finde ich auch schlimm. Und das ist auch so eine Sache, genau deswegen will ich das angehen, weil ich das nicht möchte. Ich möchte nicht, dass ein Mann darüber bestimmt, wie wertvoll ich mich fühle. Ich will das selber in der Hand haben. Weil, ja, weil es halt nicht durch irgendeinen anderen sozusagen bestimmt wird, wie wertvoll ich bin eigentlich.
Bleiben wir im Realitätscheck. Kannst du im Moment erkennen, in welcher Illusion du dich befindest? Kannst du klar sehen? Kannst du die Realität erkennen? Ja, also ich erkenne, dass es also ich weiß, dass es darauf auch hinauslaufen wird, dass ich es wieder beende, weil ja, ich weiß eigentlich, dass sich ja nichts ändern wird.
Gehen wir nochmal die Punkte durch. Also mir ist es ganz wichtig, dass du die Realität zur Kenntnis nimmst. Weil solange du in der Illusion gefangen bist und mit der Illusion die illusionäre Hoffnung unterhältst, solange kommst du aus der Nummer nicht raus. Ja, und ich merke gerade auch, dass die Hoffnung trotzdem noch voll da ist. Also alles in dir wehrt sich, die Realität in dich hineinzulassen. Ja, ja. Ja, komplett. Das heißt, das Gefühl, was um die Ecke wartet, wenn du die Realität zulassen würdest, wäre für dich nicht zu ertragen. Ja. Ja. Das kannst du nicht aushalten. Ja, so gefühlt kann ich es nicht aushalten. Genau, gefühlt nicht aushalten. Welches Gefühl ist es, was du nicht aushalten kannst? Ja, nicht, dass sich jemand, nicht für mich entschieden hat. Also wirklich nicht. Und.
Lucy, du bist wieder auf Los zurückgegangen, sag ich jetzt mal. Du bist wieder bei dem Film, ich bin der Fehler. Du bist wieder bei deiner Illusion, ich bin der Fehler. Ja, das ist das Gefühl, was dann kommen würde. Es ist immer das Gefühl, ich bin der Fehler. Ich sag jetzt einfach mal, er hat Bindungsangst. Mhm. Oder er ist nicht bindungsfähig, nicht bindungswillig. Du bist nicht der Fehler, er ist der Fehler. Aber dein ganzes System will das nicht wahrhaben. Warum? Weil du schon als Kind natürlich, weil wir alle darauf konditioniert sind, schon von Kennen des Beinen an, wenn Mama und Papa nicht richtig lieb sind oder sich nicht um uns kümmern, denkt das kleine Kind nie, Mama und Papa sind überfordert oder haben eine Bindungsstörung, sondern immer ich bin der Fehler. Und am Ende des Tages geht es eigentlich immer nur um die Frage, wer von uns beiden ist der Fehler und du bist in der Illusion dass du der Fehler bist ja, stimmt.
Neben der Hoffnung ist eben auch der Selbstwert wirklich zentral in diesen Konstellationen. Denn auch die Lucy klammert ja an diesem Gefühl, beziehungsweise hat wahnsinnige Angst vor diesem Gefühl. So, ich bin der Fehler, es liegt an mir. Und das betrifft natürlich zentral ihr Selbstwertgefühl. und so wie es ja im Moment ist, hat sie ja ihren Selbstwert in seine Hände gelegt. Also nicht sie bestimmt ihren Wert, sondern sein Verhalten. Wenn er sich zuwendet, wenn er sich für immer zu ihr bekennt, wenn er sagt, ja, du bist die Liebe meines Lebens und bitte, bitte lass uns eine feste Beziehung führen und irgendwann heiraten oder was auch immer, dann, so ist ihre Illusion, wäre ihr Selbstwert geheilt und stabilisiert. Das heißt, sie kämpft um ihr Selbstwertgefühl. Und dabei handelt es sich um eine alte, ganz, ganz tiefe Konditionierung.
Die wir in der Psychologie als das gespiegelte Selbstwertempfinden bezeichnen. Und diese Konditionierung erwerben wir bei unseren Eltern, weil es tatsächlich so ist, dass die ersten Bezugspersonen dem Kind natürlich spiegeln, ob es willkommen ist oder nicht. Ja, also man kann sich das richtig bildlich vorstellen. Wenn die Mama hat das kleine Baby im Arm und strahlt es an und macht du, du, du und eit, eit, dann ist das für das kleine Kind ein direkter Spiegel. Oh, die Mama, die freut sich, dass es mich gibt, die Mama hat mich lieb. Das Gleiche gilt natürlich für Papa und alle anderen Bezugspersonen. Und so lernen wir halt im Spiegel zusammen.
Unserer nächsten Bezugsperson, was sind wir wert und was müssen wir dafür tun, um geliebt zu werden. Und das bleibt als Konditionierung ein Leben lang erhalten, auch bei Menschen, die ein gutes Selbstwertgefühl haben. Auch die sind nicht unabhängig von diesem Spiegel. Jeden Menschen geht es so, wenn er freundlich angelächelt wird, dass man sich ein Stück willkommen und gut fühlt oder wird man böse angeguckt, dann fühlt man sich etwas abgelehnt und entsprechend auch nicht so gut. Ja, das ist so ganz unmittelbar und hat natürlich den Vorteil, dass wir uns dadurch ja auch als Gesellschaft viel besser verständigen können, auch anpassungsfähig sind, weil uns eben die Reaktionen der anderen nicht egal sind. Aber dieses gespiegelte Selbstwertempfinden kann auch eine richtige Falle sein, nämlich genau in solchen Konstellationen, wo sich jetzt die Lucy gerade befindet. Und deswegen ist es wichtig, dass sie diesen Mechanismus erkennt und eben auch verändern kann.
Aber nochmal, welches Gefühl kannst du nicht aushalten, wenn du die Realität zulassen würdest? Und das würde auch bedeuten, die Hoffnung zu begraben. Welches ist es genau? Also ich hätte jetzt gesagt Trauer. Ja, aber wenn ich dich richtig verstanden habe, die Haupttrauer ist nicht nur die Verlustangst, sondern dieses Gefühl, ich bin der Fehler. Spür da nochmal in dich hinein. Ist es das oder ist es beides? Was ist es am meisten? Was schreit am lautesten? Nein. Genau dieses Gefühl. Also für mich ist es, ich bin der Fehler, ist gleich, er entscheidet sich nicht für mich. Sozusagen dieses Gefühl. Genau, also geht es ja nur um dich. Ja, genau. Halt mir das mal fest. Realitätscheck. Es geht nur um dich. Ich bin der Fehler. Er ist nur eine Projektionsfläche. Ja, ja. Also im Grunde führst du nur einen Kampf um dein Selbstwertgefühl. Es geht gar nicht mal um ihn. Ja. Merkst du das gerade? Ja. Ganz wichtige Erkenntnis. Ja. musst du unbedingt in dich hineinlassen. Es geht gar nicht um ihn.
Er ist nur der Darsteller in diesem Theaterstück. Verstehst du? Er ist deine Projektionsfläche. Es geht um dein Selbstwertgefühl. Und damit wird es um eine uralte Kindheitswunde gehen bei dir. Und du kämpfst um eine Illusion und in einer Illusion. Und du hältst sie aktiv aufrecht durch die Hoffnung, nur durch die Hoffnung, um der Pseudo-Erkenntnis auszuweichen, ich bin der Fehler. Die ja noch nicht mal stimmt, aber das ist ja das Gefühl, also dieses Gefühl kannst du nicht aushalten. Darum geht es eigentlich. Und du machst alles, um diesem Gefühl auszuweichen. Du redest dir die Dinge schön, du hältst an der Hoffnung fest, du passt dich an. Also bis zum Verbiegen, bis du dich selber nicht mehr erkennst du verleugnest dich ja auch permanent in dieser Beziehung und deine Gefühle also du machst riesige seelische Veranstaltungen, um dieses Gefühl nicht zu fühlen ich bin ein Fehler.
Sag mal Lucy, meinst du nicht, es wäre eine ungeheure Abkürzung, wenn du dich um dieses Gefühl mal kümmerst anstatt um diese Beziehung, ja, das ist eigentlich mein Ziel also was ich erkannt habe ist, dass es egal ist, wie das jetzt, okay, es ist nicht ganz egal, aber sozusagen jetzt unabhängig von ihm dass ich, daran halt arbeiten muss, damit es halt auch nie wieder passiert, weil ich will, dass das nicht immer wieder passiert und ich weiß, es würde immer wieder passieren, weil ich immer wieder an jemand anderem, das suchen würde, sozusagen, dass mein Selbstwert einfach bestätigt wird durch irgendjemand anderen. Ja, aber interessanterweise und das ist ja, was so viele machen, das nennen wir ja in den Psychologien Wiederholungszwang, dass du Genau das suchst immer bei Menschen, die dir das nicht geben. Oder mal kurz geben und dir wieder wegnehmen. Geben, wieder wegnehmen, geben, wieder wegnehmen. Und nicht bei einem Menschen, der sich wirklich zu dir bekennt und der beziehungsfähig ist. Und beziehungswillig ist. Ja.
Ich muss jetzt wissen, woher kommt das aus deiner Kindheit. Ja, würde ich auch gerne wissen. Also ich gehe davon aus, das ist ein Kindheits... Also was in deiner Kindheit ist, dass du das da auch hattest oder dich zu viel anstrengen musstest für die Liebe deiner Eltern oder anpassen musstest.
Ja, also ich habe auf der Autofahrt ja auch darüber nachgedacht, weil mein Bauchgefühl... Mir immer sagt, dass das was mit meiner Familienkonstellation zu tun hat. Aber ich weiß halt nicht, ob es wirklich daran liegt, weil, also mein Papa ist nicht mein biologischer Vater. Und im Prinzip, ja, meine Eltern konnten keine Kinder bekommen ganz lange, die haben es immer wieder probiert. Und dann bin ich sozusagen entstanden als krass...
Ich bin sozusagen entstanden als... Ich wusste gar nicht, dass es so schlimm ist, für mich auszusprechen. Ich bin sozusagen entstanden dadurch, dass meine Mama meinem Papa fremdgegangen ist. Und sie hat sich entschieden, mich nicht abzutreiben. Und mein Papa hat sozusagen dann entschieden, dass er einfach halt mein Papa ist. Und irgendwie habe ich darüber nachgedacht, dass ich irgendwie auch mein Leben lang, seitdem ich ein Kind bin, ich konnte nicht darüber reden. Ich wollte nicht darüber reden. Sobald meine Mutter dieses Thema angesprochen hat, das war für mich so schlimm. Und auch zu diesem Mann, ich wollte gar keinen Kontakt zu dem haben, weil ich es einfach nur richtig schlimm finde. Zu welchem? Zu meinem biologischen Vater sozusagen und, ja und irgendwie habe ich dann darüber nachgedacht, dass auch voll viel Schuld, da so ein Gefühl ist bei mir Schuld gegenüber meinem biologischen Vater und meiner biologischen Familie sozusagen und auch irgendwie gegenüber meinem Papa.
Aber ich weiß gar nicht, ob das was damit zu tun hat. Es scheint etwas zu sein, was total tief sitzt. Ja. Also du hast ja eben so geweint. Ja. Also hat das Thema auf jeden Fall eine ganz, ganz hohe emotionale Relevanz. Ja. Ja. Also ich weiß jetzt nicht, ob ich da eine Verbindung sehe. Es hat so mein Bauchgefühl mir gesagt, dass da vielleicht irgendwas. Das Bauchgefühl hat meistens immer recht, weil das die direkte Leitung auch zu deinem Unbewussten ist. Ich meine, rein psychologisch betrachtet, hat das ja schon von sowas wie Ich bin der Fehler. Ich bin durch Fremdgehen entstanden und nicht durch meinen leiblichen Vater. Das kann sich ja schon im Grundgefühl wie so ein Fehler anfühlen. Und vielleicht hatte deine Mutter nicht nahe Schuldgefühle schon während deiner Schwangerschaft mit dem Fremdgehen.
Ja, ich weiß es nicht. Sie hat das Thema immer sehr viel besprochen, weil es ihr wichtig war, dass ich das auch alles weiß. Aber ich weiß auch, Ich habe mich, glaube ich, auch geschämt einfach. Weiß ich nicht. Nicht aus einer normalen Familie zu kommen? Oder was war so das Kinderviel? Nee, auch so gegenüber meinem Papa habe ich das Gefühl. Also ich kann es nicht mal richtig beschreiben. Aber ich möchte auch absolut nicht mit ihm darüber sprechen. Ich habe auch noch nie mit ihm darüber gesprochen, weil ich mich dann schämen würde. Wofür denn eigentlich? Ja, dass ich halt eigentlich nicht seine.
Seine biologische Tochter bin. Sozusagen. Irgendwie so ein Schuld-Scham-Gefühl. Ich weiß nicht. Ich frage mich gerade, was das auf einer ganz, ganz tiefen Ebene in dir bedeutet. Also auf so einer Glaubenssatz-Ebene. So ganz tief innen drin. Könntest du versuchen, dir mal so auf die Spur zu kommen, was da für ein Glaubenssatz in dir ist? Und zwar genau aufgrund dieser Konstellation. Ja, also mir kommt halt, weiß ich nicht, so ein bisschen, obwohl das eigentlich, ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht so ist, dass ich vielleicht Angst hatte, dass ich vielleicht auch gar nicht gewollt bin. Also wenn ich das jetzt verknüpfe mit dem Gefühl von heute so. Mach es nicht so theoretisch, also versuch nicht so im Kopf zu suchen, sondern versuche mal wirklich einfach so ganz basal zu fühlen. Ist das was, ich bin nicht gewollt? Eigentlich auch nicht. Oder ich darf nicht sein oder ich bin falsch.
Also dieses nicht gewollt ist eigentlich nicht so ein Gefühl, weil mein Papa hat mich ja trotzdem sozusagen gewollt. Und ich habe eigentlich nie von ihm gespürt, dass ich nicht gewollt wäre. Sagt dir das jetzt dein kluger Kopf richtigerweise oder sagt dir das auch wirklich dein Gefühl? Also ich spüre das schon so.
Sogar eher so, also meine Eltern haben dann sozusagen noch ein Kind trotzdem noch, also sein Kind sozusagen noch bekommen und eigentlich hatte ich sogar manchmal eher das Gefühl, dass er mich, was ich auch schlimm finde, dass er mich sozusagen also meine Mama hat mir das so gesagt dass sie das Gefühl hatte dass er sogar mir gegenüber nicht so streng war und ja deswegen, ich weiß nicht.
Aber es ist da ja sowas ganz tiefes was eben in dir drin war von Scham, nicht richtig sein, Also es war ja sehr, sehr emotional eben. Und da schwimmt irgendwas in dir rum. Ja, stimmt. Was du im Moment nicht richtig gut zu greifen kriegst. Aber wir wissen, dass es auf jeden Fall da ist und dass es auf jeden Fall ernst genommen werden will und auch beachtet werden will. Ja. Wie gesagt, heute ist mir das erst bewusst geworden, dass ich da so eine Schuld spüre. Das war mir nicht bewusst vorher.
Ja. Fakt ist auf jeden Fall, dass du, vor allen Dingen in Beziehungen, wie das jetzt, ich weiß ja gar nicht, was du beruflich machst oder ob du nur in der Ausbildung bist, was auch immer, ein labiles Selbstwertgefühl hast. Ja. Und dieses labile Selbstwertgefühl, dieses innere Schattenkind was im tiefsten Inneren glaubt ich bin ein Fehler, oder Angst hat die Bestätigung zu bekommen ich bin ein Fehler, ich bin nicht gewollt, riesig an der Illusionsfront kämpft die Illusion aufrecht zu halten dass es da Hoffnung gibt, Und das ein bisschen Zuwendung zu nehmen, was eben noch zu kriegen ist, weil mehr gibt es eben nicht. Dass er aber innerlich todtraurig ist, sich aber auch total anpasst, auch diesem Mann gar nicht sagt, wie schlecht es dir geht und so weiter. Der weiß ja gar nicht, was mit dir los ist. Um bloß nicht dieses Gefühl zu fühlen, es liegt an mir, ich bin falsch. Ja.
Dieses Gefühl willst du nicht haben. Und dass das eine Illusion ist, mit der du ja auch irgendwie Kontrolle wiederum herstellst, weil solange du der Fehler bist, kannst du ja noch kämpfen, macht dann ja Sinn auf der psychologischen Ebene, dir nicht eingestehen willst, wie ausgeliefert und ohnmächtig du eigentlich wirklich bist. Weil es überhaupt nicht innerhalb von deiner Kontrolle liegt, sondern in seiner Kontrolle. Dann müsstest du ja eingestehen, wie ohnmächtig du eigentlich bist. Und dass du gar keinen Einfluss hast. Ja, mir kam gerade irgendwie so ein Gedanke, dass wenn ich sogar in die andere Richtung, dass wenn ich der Fehler bin, dass ich gar nichts machen kann, weil ich halt einfach bin, wie ich bin sozusagen. Also ich, dass wenn ich der Fehler bin, dass ich keine Chance habe. Sozusagen.
Du hast keine Chance, egal ob du ein Fehler bist oder nicht. Ja. In beiden Fällen nicht, weil es gar nicht in deiner Hand liegt. Ja, ja, stimmt. Und überhaupt, was heißt hier, ich bin der Fehler, gibt es ja gar nicht. Ist ja schon Bullshit im Ansatz. Aber das sind halt so alte Prägungen. Das ist eine tiefe Prägung, in der du da gefangen bist. Trotz wahrscheinlich einigermaßen liebevoller Eltern. Ich weiß jetzt sehr wenig, wie deine Eltern sonst waren. Aber irgendwie hast du da ein Päckchen zu tragen. Und aus meiner Sicht würde es wenigstens mehr Sinn machen, die ganze Energie in diese Aufarbeitung zu stecken und in die Stabilisierung deines Selbstwertgefühls zu stecken, als darin diesen Mann hinterher zu laufen.
Weil das kostet dich ja wahnsinnig viel Energie. Ja, ja. Schon allein die Verwaltung der ganzen Trauer. Das hat ja einen extrem hohen Verwaltungsaufwand, was du da machst emotional. Ja. Dich da immer zu verstellen. Und ich sehe doch, wie traurig du bist und wie verzweifelt. Aber diese Verzweiflung hat ja vor allen Dingen was mit dir zu tun, mit deinem Selbstwertgefühl. Das ist doch die wahre Front. Ja, ja, stimmt. Und das verliere ich immer wieder aus den Augen. Ja, weil du so beschäftigt bist, Stabilität im Außen zu finden. Ja. Bist du beschäftigt, an der falschen Front zu kämpfen. Und deswegen verlierst du dich aus den Augen. Mhm, ja. Und wahrscheinlich auch so ein bisschen, weil ich weiß, dass wenn ich an meinem Selbstwert arbeite, dass eines der ersten Schritte halt wäre, auch sozusagen wieder den Kontakt aufzubrechen.
Weil ich ja für mich selber einstehen muss. Und das wäre die Konsequenz eigentlich daraus. Ach, deswegen fängst du gar nicht erst damit an. Wahrscheinlich. Psychologisch macht das alles Sinn. Ja. Aber weißt du, Also, ich würde dir einfach raten, jetzt mit diesem Selbstwertarbeit anzufangen und die Frage, was du mit diesem Mann machst, mal als zweitrangig zu betrachten, weil das ergibt sich von innen heraus. Okay, sozusagen wenn ich jetzt anfange an meinem Selbstwert zu arbeiten, dann kommt irgendwann dieses Gefühl, okay. Ja, es gibt so ein Medikament für starke Raucher und wenn sie das nehmen, können die weiter rauchen, aber je länger sie das Medikament nehmen, desto weniger rauchen sie und irgendwann haben sie überhaupt keinen Bock mehr drauf zu rauchen. Das heißt, dein Medikament ist die Arbeit an deinem Selbstwertgefühl und dann wird sich die Beziehung auch von innen heraus verändern.
Ja, ich spüre das auch so ein bisschen, so dieses.
Sozusagen, ich weiß, wenn mein Selbstwert besser wird, dann würde ich da ja auch gar nicht mehr mitmachen. Einfach, weil ich das ja eigentlich gar nicht will. Nee, weil du dann für dich ja auch klarer wirst. Guck mal, es hängt ja alles mit deinem Selbstwertgefühl zusammen. Deine Neigung, dich zu sehr anzupassen.
Deine partielle Unfähigkeit, überhaupt wütend zu sein. Das bräuchtest du, bräuchtest Trennungsaggression. Dann diese Bindung immer an bindungsuntaugliche Objekte. Das ist ja alles Epizentrum Selbstwertgefühl. Dann die Illusion aufrechterhalten, dass er irgendwann doch noch kommt und so weiter. Und deswegen wäre es jetzt ganz wichtig, dass du dich dem Selbstwert zuwendest und damit auch wieder Energien freisetzt, weil du nicht mehr wie so ein, Käfer, der auf dem Rücken liegt und nicht mehr auf die Beine kommt, darauf warten muss, dass er sich meldet oder du wieder einen Zuwendungshappen bekommst, sondern sagst, cool, jetzt habe ich mal was zu tun, jetzt habe ich mal wieder tatsächlich Kontrolle in meinem Leben, also eine echte Kontrolle, indem ich nämlich anfange, mich mit meinem Selbstwertgefühl auseinanderzusetzen. So, dann nimmst du auch einen Energiewechsel vor und damit kriegst du auch wieder Kontrolle über dein Leben, was du im Moment nicht hast. Die Kontrolle nämlich zu sagen, so, jetzt kümmere ich mich da mal um mich. Ja.
Ja. Nur, ja, also wie genau ich sozusagen an meinem Selbstwert, also wie ich da hinkomme, das ist schwierig. Dafür gibt es meine Bücher und gibt es auch Psychotherapie. Ja. Also das würde ich parallel machen. Ich würde mal gucken, ob ich auch einen Therapieplatz bekomme an deiner Stelle. Und du kannst aber schon vorher anfangen, auch mit meinen Büchern, Selbstreflexion, mit Podcasts zu dem Thema, whatever. Mit Büchern von anderen schlauen Leuten. Parallel bewirbst du dich um Therapiepass, aber das ist absolut handhabbar. Also das ist etwas, was wirklich innerhalb deiner Kontrolle liegt. Weil du siehst das in dem Punkt sehr realistisch, Weil du sagst, ich habe Angst, wenn ich jetzt nicht mich um mein Selbstwertgefühl kümmere, werde ich ja immer wieder an so Männer geraten. Und die Angst ist natürlich berechtigt. Ja, ja.
Ja, da liegt noch Arbeit vor mir. Weniger Arbeit, als was du die letzten vergangenen Jahre gemacht hast. Ja, stimmt. Stimmt, ja. Hätte ich mal die Energie da reingesteckt. Ja, also die sechs Jahre Scheißbeziehung, die da hinter dir liegen, das kann ich ja sagen, das war wesentlich mehr Energie und wesentlich mehr Arbeit. Wenn du die Zeit für dein Selbstwertgefühl genommen hättest, dann hättest du jetzt Flügel, verstehst du?
Also fang lieber jetzt damit an, bevor du dich in zehn Jahren wieder umdrehst und denkst, was habe ich da wieder für viel Lebenszeit verplempert. Ja, dafür habe ich Angst. Die Angst ist gut, weil die Angst dich motiviert. Ja. Okay. Was nimmst du heute so für dich mit aus dem Gespräch?
Auf jeden Fall, dieses mit der Perspektive, dass ich, immer wieder aus dieser anderen Perspektive auf die Situation schaue. Realitätscheck. Genau. Also, dass ich eigentlich immer wieder mir das vor Augen führen muss, was die Realität ist. Ja, ganz, ganz wichtig. Sonst schriffst du die falsche Entscheidung. Ja. Wir können ja nur gute Entscheidungen, treffen, wenn wir das, was wir wahrnehmen, so einigermaßen auch der Realität entspricht. Ja, weil das passiert mir immer wieder, dass ich immer wieder in diese Hoffnungsperspektive rutsche. Ja, damit beschützt du halt dieses Gefühl, vor dem du Angst hast. Das ist dir hoffentlich heute auch klar geworden. Denn wir treffen ja so oft falsche Entscheidungen, weil wir gewisse Gefühle nicht fühlen wollen. Weil wir denen gerne aus dem Weg gehen Und das ist bei dir, das haben wir heute herausgearbeitet, vor allem das Gefühl, ich bin der Fehler. Ja, und auf jeden Fall mit dem Selbstwert.
Ja, dass ich da meine Energie mehr reinstecken muss als da rein. Also das hilft mir auch so ein bisschen gedanklich, das wie so ein Strahl zu sehen, anstatt meine Energie da reinzustecken, mich zu beweisen. Ja, sozusagen die Energie in mich selber sozusagen reinzustecken. Genau, mach dir immer wieder auch wirklich bildhaft bewusst, dass dein Selbstwert im Moment, also liegt er in seinen Händen. Dein Selbstwert liegt in seinen Händen. Aber nicht, weil er ihn an sich gerissen hat oder dich bedroht hat, gib mir deinen Selbstwert oder ich tue dir was an. Nein, du hast dich freiwillig da reingerichtet. Ja. Freiwillig. Ja. Also hol dir das wieder zurück. Mhm. Ja, das gibt mir gerade sehr Motivation Das freut mich Ja, Okay, gehst du ein bisschen heiterer hier raus, als du reingekommen bist Ja, mit mehr Hoffnung für mich selber Genau, danke schön, dich selber, wunderbar Ja, nee, danke schön Sehr, sehr gerne, danke dir.
Ja, das war ein sehr schönes Gespräch mit der Lucy und ich kann mir vorstellen, dass viele von euch sich darin auch wiederfinden konnten. Was mir diesmal so wichtig war, war wirklich mal diese Unterscheidung vornehmen von Illusion und Realität. Denn solange wir keine realistische Wahrnehmung haben, können wir natürlich auch keine wirklich guten Entscheidungen treffen. Das heißt, solange Lucy an ihrer Illusion festhält, das könnte ja alles noch was werden mit diesem Mann, kommt sie auch nicht von ihm weg und erhält ihre Leidenssituation aufrecht. Und die ist natürlich wesentlich bestimmt, wie wir herausgearbeitet haben, durch ihr labiles Selbstwertgefühl. Das heißt, sie kämpft eigentlich an der falschen Front. Sie will über die Bande, also sprich über diesen Mann, ihr Selbstwertgefühl wieder erlangen, anstatt ihre Energie voll darauf zu konzentrieren, ihr Selbstwertgefühl wieder in ihre eigenen Hände zu nehmen und ganz unmittelbar daran zu arbeiten. Aber ich habe schon den starken Eindruck, das hat sie in diesem Gespräch auch wirklich verstanden und dass sie jetzt sehr motiviert ist, diese Aufgabe anzugehen und wirklich ihr Selbstwertgefühl von innen heraus zu stabilisieren.
Ja, und das war's für heute und ich freue mich, wenn du das nächste Mal wieder dabei bist. Bis bald, deine Steffi.