Eine Insel etwas kleiner als Fehmarn könnte schon bald in den Fokus rücken von Donald Trump. Auf Kark im Persischen Golf befindet sich das wichtigste und größte Öl-Terminal des Iran. Im Krieg gegen das Mullah-Regime könnte Kark zum ultimativen Schachzug der USA werden. Allerdings mit großen Risiken. Darum geht es jetzt hier im Wieder was gelernt Podcast von NTV. Ich bin Kevin Schulte. Danke fürs Zuhören. Abonnieren Sie den Podcast gerne und hinterlassen Sie auch gerne 5 Sterne bei Spotify und bei Apple Podcasts. Vielen Dank und jetzt geht's rein in die Folge.

Der Iran hat im Krieg gegen Israel und die USA zwei wertvolle Waffen, die miteinander verbunden sind, und zwar die Straße von Hormuz und das Öl. Die Islamische Republik kontrolliert den Seeweg zwischen dem Iran und den Emiraten, der den Golf mit dem offenen Meer verbindet. Allein die Drohung der Mullers, jeden Tanker in der Meerenge in Brand zu setzen, hat die wichtige Seeverbindung ausbluten lassen. Die Golfstaaten können ihr Öl nur noch über Umwege auf den Weltmarkt schicken. Ein Desaster nicht nur für die Region, sondern auch für den Westen. Ein Fünftel aller Öl- und Gaslieferungen weltweit werden nämlich durch die Straße von Hormuz transportiert. Der Iran wirkt also derzeit einen Teil der Weltwirtschaft ab und das kann eine lange Zeit so bleiben. Der Iran kann das eine lange Zeit durchhalten, sagt Jakob Schland vom Hamburg-Institut Consulting. Was passiert ist, ist, dass der Iran sehr deutlich gemacht hat, dass er die Straße von Hormuz de facto geschlossen halten wird. Und was auch sehr deutlich geworden ist, dass der Iran durchaus noch die Fähigkeiten hat, Wirtschaftswege, zivile Nutzung komplett zu unterbinden. Natürlich ist er schwer getroffen von den Angriffen. Aber das Problem ist eben, dass zwei Drohnen, zwei Minen, ein Schnellboot ausreichen, das durchs Netz schlüpft sozusagen, ausreichen, um eben einen Tanker anzugreifen und auch in Brand zu setzen. Das haben wir übrigens ganz ähnlich schon erlebt in jüngster Zeit.

Im Grunde geht das bis heute. Die Houthis haben ja, die Houthi-Rebellen haben ja de facto den Suezkanal mit relativ schmalen Mitteln und asymmetrischer Kriegsführung lahmgelegt, eben mit Drohnen und kleinen Raketenangriffen. Da sind dann irgendwann auch keine Schiffe mehr durch. Obwohl natürlich Saudi-Arabien, die USA und so weiter eine überwältigende Feuerkraft haben, Weiter westlich, im persischen Golf, 600 Kilometer entfernt von der Straße von Hormuz, schlummert das zweite Faustpfand des iranischen Regimes, Kaag. Die Insel liegt 30 Kilometer vom Festland entfernt, ist kleiner als Fehmarn und es leben nur 10.000 Menschen auf ihr. Doch Kaag ist die Pulsader der iranischen Ölindustrie. Die Insel liegt im direkten Umkreis mehrerer Ölfelder, hat ein eigenes Terminal und einen eigenen Flugplatz. Vor der Islamischen Revolution 1979 galt Karg sogar als das modernste Ölterminal der Welt. Auch ein halbes Jahrhundert später wird fast jeder Tropfen iranischen Öls von Karg aus exportiert. Trotz der westlichen Sanktionen war das zuletzt eine Menge. Im vergangenen Jahr hat das Mullah-Regime etwa 1,5 Millionen Barrel Öl exportiert täglich. Kurz vor den Angriffen der Amerikaner und Israelis zuletzt stieg die Produktion dann sogar auf fast 4 Millionen Barrel am Tag.

An der iranischen Küste mit der Straße von Hormuz ist das Wasser nicht tief genug für die größten Öltanker. Deshalb leitet der Iran sein Rohöl über Pipelines zuerst nach Kark und von dort aus wird es dann exportiert. Zwar dürfte das Wohl und Wehe der heimischen Wirtschaft auf der Prioritätenliste der Führung in Teheran derzeit ziemlich weit unten stehen. Der Iran hat schlicht andere Sorgen, die ungeklärte Führungsfrage nach dem Tod des Ayatollahs, der Drohnenkrieg gegen Israel in der gesamten Golfregion, aufruhen im eigenen Land, Doch das terroristische Mullah-Regime will natürlich überleben und dafür braucht es zumindest eine wirtschaftliche Basis, um das eigene Volk kontrollieren und drangsalieren zu können. Wenn Donald Trump den Druck auf den Iran weiter erhöhen will, könnte der US-Präsident die Insel ins Visier nehmen, hat der amerikanische Investmentbanker Jan van Eck bei CNBC gesagt. Damit würde der US-Präsident dem Venezuela-Playbook folgen und den Geldfluss des iranischen Regimes stammen. Ich habe einen kleinen Dimension von diesem, die niemand hat sich erwähnt, ist Karg Island. Was ist Karg Island? Das ist, dass 90% der Iranseil von Iran wird ausgeliefert.

Das ist ein Schockpunkt. Und wenn man denkt, dass Trump das gleiche Spielbuch in Venezuela folgt, was er in Venezuela macht, was macht er? Er hat seine Öl-Exporten, ihre hohe Körnzeln. Und ich denke, er will diesen Leveragepunkt anwenden wollen, weil wir über Succession gesprochen haben, was in Iran passiert, niemand weiß. Aber wenn man ihre Öl-Exporten kontrolliert... Die Eroberung der Insel Karg würde dem Regime eine wichtige Finanzierungsquelle für die Kontrolle der Bevölkerung entziehen, wird der ehemalige Pentagon-Berater Michael Rubin von Politico zitiert. Schon im Januar erklärte der Nahost-Expert in einem Text die Eroberung der Insel zum Zitat ultimativen Schachzug gegen den Iran. Das Öl-Terminal zu erobern, sei sinnvoller als den Iran zu bombardieren. Das Druckmittel karg hatten die USA schon während der Iran-Geisel-Krise 1979 auf dem Schirm. Der damalige Präsident Jimmy Carter entschied sich jedoch, die Insel nicht zu besetzen. Sein Nachfolger Ronald Reagan ließ in den 1980er Jahren Offshore-Terminals der Iraner zerstören, rührte Kark aber ebenfalls nicht an. Im Iran-Irak-Krieg haben irakische Streitkräfte dann das Terminal teilweise zerstört. Daraufhin wurde es aber auch schnell wieder aufgebaut.

Den Iranern das Öl abzapfen und dadurch die amerikanische Öldominanz ausbauen, das dürfte Trump sehr gefallen. Nach Venezuela hätten die USA dann innerhalb kürzester Zeit gleich zwei große Ölmärkte unter den eigenen Fittichen. Fernsteuerung eines Landes über die Kontrolle des wichtigsten Exportsektors wäre ein Arrangement nach Trumps Geschmack, so analysiert es die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das könnte das Risiko eines sich lange hinziehenden Krieges reduzieren.

Die FAZ beruft sich dabei unter anderem auf die Aussagen von Mark Gustafsson. Er war bis Anfang des Jahres Chef des Situation Rooms im Weißen Haus, hat also dort das Krisenzentrum in der amerikanischen Machtzentrale geleitet. Auch Gustafsson kann sich vorstellen, dass Trump seine Truppen nach Kark schicken könnte, um dem Mueller-Regime den Todesstoß zu versetzen. Allerdings warnt der Experte vor erheblichen Risiken. Auf der Insel befinden sich nämlich Minen und auch Soldaten. Ohne Bodentruppen wäre eine solche Operation also nicht möglich, warnt Gustav Son. Die amerikanischen Soldaten wären den iranischen Drohnenangriffen ausgeliefert und die Ölpreise könnten noch weiter in die Höhe schnellen. Das war wieder was gelernt über die iranische Ölinsel Khark. Vielen Dank fürs Zuhören. Ich bin Kevin Schulte, sage Tschüss und bis zum nächsten Mal.