Israel erkennt Ende vergangenen Jahres als erster UN-Staat weltweit Somaliland als offiziellen unabhängigen Staat an. Die Entscheidung wirkt auf den ersten Blick merkwürdig, folgt aber einer Logik, die auch mit dem aktuellen Krieg gegen den Iran zu tun hat. Die Einzelheiten dazu jetzt in dieser Folge von Wieder was gelernt. Das ist der Podcast von NTV. Ich bin Kevin Schulte, sage Danke fürs Zuhören. Abonnieren Sie den Podcast gerne und hinterlassen Sie dann die 5 Sterne bei Spotify und bei Apple. Vielen Dank dafür und jetzt geht's los mit der neuen Folge.

Ich möchte Sie wissen, dass ich jetzt, als wir sprechen, Israels offiziellen Rekognition von Somaliland. Das ist ein großer Moment und ein großer historischer Tag. Das war ein Ausschnitt aus dem Telefonat von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit Abdiraham Mohammed Abdullahi, dem Präsidenten von Somaliland. Ende vergangenen Jahres erkennt Israel, Somaliland, offiziell als unabhängigen Staat an. Was hat es damit auf sich? Nun, also Israel ist nicht nur im Krieg gegen den Iran und gegen die Hisbollah. Auch die Houthi-Rebellen im Jemen bedrohen Israel. Die Milizengruppe hat in der Vergangenheit mehrfach Raketen abgefeuert auf Israel. Im Kampf gegen die Houthis könnte Israel aber eine strategische Meisterleistung jetzt gelungen sein. Ende vergangenen Jahres hat die israelische Regierung Somaliland als unabhängigen Staat anerkannt. Und das könnte der erste entscheidende Schritt sein im Kampf gegen die Houthis. Zur Vorgeschichte. 1991 hat sich Somaliland von Somalia abgespalten und einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. 30 Jahre zuvor waren britisch und italienisch Somaliland zum gemeinsamen Staat Somalia zusammengeschmolzen. Das Zusammenleben hat aber nicht funktioniert. Es kam zum Bürgerkrieg. 91 wandte sich dann Somaliland von der Zentralregierung in Mogadischu ab.

Seitdem haben sich Somaliland und Somalia in komplett gegensätzliche Richtungen entwickelt. Somalia ist das Synonym für einen Failed State. Somaliland ist dagegen eine der sichersten Regionen am Horn von Afrika, hatte eine eigene Währung, eine eigene Armee und Polizei sowie ein demokratisches Fundament. Somaliland ist im Vergleich zu Somalia relativ stabil. Das Problem aber von Somaliland ist, dass das Land international so gut wie niemand anerkennt. Es kann keine Handelsbeziehungen aufnehmen, Verträge abschließen und sich wirtschaftlich entwickeln. Zuletzt hat der Präsident von Somaliland vorgeschlagen, den USA exklusiven Zugang zu bieten zu Bodenschätzen. Das zeigt, wie verzweifelt das Land international um Unterstützung wirbt. Wurde diese Unterstützung jetzt in Benjamin Netanyahu gefunden, ist die Anerkennung durch Israel die erste von vielen. Es ist auf jeden Fall ein großer Erfolg für Somaliland, hat es der Auslandskanal der Deutschen Welle analysiert. Für den ersten Mal, ein UN-Member-State hat offiziell bezeichnet Somaliland's independence. Nach Jahren von schrecklichen Konflikten mit dem Zentralen Regierung, die Nordwestern Region von Somalia declared independence in 1991.

Seit dann ist Somaliland ein de facto independenter Staat, mit dem demokratischen Regierung, Sicherheitskräften und Kürzeln. Aber die Lacken der internationalen Recognition hat die Wirtschafts-Economik-Developung verhindert. That's why Israeli recognition is obviously a big win for Somaliland. Ein großer Gewinn für Somaliland, das ist die offizielle Anerkennung durch Israel zweifellos. Aber was hat Israel denn davon? Sicherheitsaspekte spielen die Hauptrolle.

Somaliland liegt direkt am Golf von Aden, 200 Kilometer entfernt von der arabischen Halbinsel.

Genau gegenüber von Somaliland liegt Jemen mit seinen Houthi-Milizen. Die Houthis sind ein wichtiger Verbündeter des Iran. Houthi-Führer Abdel Malik al-Houthi sagte jüngst, seine Gruppe habe die Finger bereits am Abzug. Noch verhalten sich die Houthis, für ihre Verhältnisse aber zurückhaltend im aktuellen Iran-Krieg. Das war in der jüngeren Vergangenheit anders. Die Houthis feuerten immer wieder ballistische Raketen ab auf Israel. Das hat Israel und die USA zu Gegenangriffen veranlasst. Voriges Jahr gab es mehrere Attacken seitens Israel und der Amerikaner größter militärischer Erfolg. waren dabei die israelischen Luftangriffe in Jemens Hauptstadt Sana'a Ende August. Dabei sind 13 hochrangige Houthi-Funktionäre ums Leben gekommen. Die Houthis sind seitdem spürbar geschwächt, aber trotzdem noch immer eine große Bedrohung für Israel und die ganze Region. Seit Beginn des Gaza-Krieges haben die Houthis Handelsschiffe mit angeblichem Bezug zu Israel und israelischen Unterstützern im Roten Meer angegriffen, um so den Welthandel zu torpedieren und die Hamas zu unterstützen. Jetzt könnte allerdings Israel zurückfeuern. Derzeit denkt Israel Medienbrechten zufolge darüber nach, eine Militärbasis an der Küste von Somaliland zu bauen. Demnach bietet der Flughafen in Berbera einen idealen Standort für Angriffe auf die Houthis. Die Start- und Landebahn ist über vier Kilometer lang.

Zwischen 2019 und 2021 wurde der Flughafen mithilfe der Vereinigten Arabischen Emirate aufwendig restauriert. Die VAE engagieren sich schon seit 2017 in Somaliland. Der Hafen von Berbera wurde von einer emiratischen Firma zu einem Tiefseehafen ausgebaut. Seitdem werden 30 Prozent mehr Container von Berbera aus verschifft als vorher. Außerdem haben die VAE bereits das, was die Israelis gerne wollen. Und zwar einen eigenen Militärstützpunkt in Somaliland, weil die Emirate schlechte Beziehungen zu Somalie haben und Mogadischu Partnerschaften mit der Türkei und Erzfeind Katar pflegt. unterstützen sie seit einigen Jahren Somaliland. Die Vereinigten Arabischen Emirate könnten auch schon bald der nächste Staat werden, der Somaliland als offizielles Land anerkennt. Das hat neben Israel bislang nur Taiwan gemacht. Aber das Manöver von Netanyahu kommt auch nicht überall gut an, hat die Deutsche Welle berichtet. Vor allem die Afrikanische Union, das ist quasi die Europäische Union in Afrika, Sie befürchtet, dass das Horn von Afrika weiter destabilisiert werden könnte.

Von Somaliland, Israel könnte Surveillance- und Militärmissionen gegen die Houthis launchen. Aber die Israelische Rekognition hat eine große Widerstande von Somalien, nicht nur von Somalien. Es ist besonders die Afrika-Union, die Angst, dass die Israelische Rekognition von Somaliland's independence die Horn der Afrika des Hauses und andere Secessionist-Movements auf dem Kontinent verhindern. Der Militärstützpunkt der Emirate wird laut Medienberichten bereits von israelischen Streitkräften genutzt. Beide Länder haben ein großes Interesse daran, die Handelsroute durch das Rote Meer wieder großflächig nutzbar zu machen. Das würde zwei Wochen Zeit auf dem Weg nach Europa einsparen für die Schiffe. Es wäre ein Segen für die Weltwirtschaft. Dafür müssen aber erst die Houthis beseitigt werden. Aus Somaliland heraus könnte das deutlich einfacher gelingen. Deshalb profitiert Israel vom guten Verhältnis mit den abtrünnigen Somalien. Das war wieder was gelernt über Somaliland und die Anerkennung durch Israel. Danke fürs Zuhören. Ich bin Kevin Schulte, sage Tschüss und auf Wiederhören. Bis zum nächsten Mal.