Der Ölumschlagplatz auf der Insel Karg, das angereicherte Uran tief in den iranischen Bergen oder nimmt Donald Trump ein anderes Ziel ins Visier? Der US-Präsident könnte Teheran mit der Eroberung drei kleiner Inseln in der Straße von Hormuz massiv schwächen. Die Vereinigten Arabischen Emirate wären wahrscheinlich sehr begeistert. Darum geht es in dieser Folge von Wieder was gelernt. Das ist der Podcast von NTV. Ich bin Kevin Schulte. Sag hallo und danke fürs Zuhören. Abonnieren Sie den Podcast auch gerne und hinterlassen Sie 5 Sterne bei Spotify und bei Apple Podcasts. Vielen Dank dafür und jetzt geht's los mit der neuen Folge.
Seit über einem halben Jahrhundert liegen die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Iran im Clinch. Grund für die tiefe und lange innige Feindschaft sind drei Inseln mitten in der Straße von Hormuz. jener Meerenge, die der Iran seit dem Angriff der USA blockiert hält und damit Schockwellen in die Weltwirtschaft und vor allem in die Ölindustrie sendet. Es geht konkret um die Inseln Abu Musa, Große Tump und Kleine Tump. Sie liegen in der Nähe der westlichen Einfahrt in die Straße von Humus, etwa auf halbem Weg zwischen der iranischen Küste und Dubai. Seit 1971 hält der Iran die Inseln besetzt, sie wurden noch zu Zeiten des Schahs in Beschlag genommen.
Abu Musa ist kleiner als Hiddensee, Yüst oder Langeoog, also eine wirklich winzige Insel. Das Mullah-Regime hat die Insel aber zu einem militärischen Außenposten hochgerüstet, mit großem Luftwaffenstützpunkt und einem Hafen für Kriegsschiffe. Die Tunb-Inseln sind noch kleiner als Abu Musa, aber strategisch nicht weniger wichtig. Auch auf den Tunb-Inseln hat das Regime Marine-Stützpunkte gebaut. Sie liegen deutlich näher an der iranischen Küste, entlang der tiefsten Stelle in der Straße von Hormuz. Hier müssen sämtliche Schiffe vorbei, heißt, wer die Tump-Inseln unter Kontrolle hat, der kontrolliert den Schiffsverkehr entlang der wichtigen Seeverbindung. Die strategische Bedeutung der Inseln ruft offenbar auch die USA auf den Plan. Neben der Ölinsel Kaag und dem angereicherten Uran tief in den iranischen Bergen werden auch Abu Musa und die Tump-Inseln als mögliche Einsatzorte für eine amerikanische Bodenoffensive gehandelt, berichtet Militärexperte Seth Jones bei CNN.
Was we've seen is US aircraft striking a range of different targets on Abu Musa on several of those islands there. What that means is they're trying to target any air defense systems on there, stockpiles of weapons, any bunkers, communications centers, where if they do end up landing forces there, they're trying to limit the resistance that is faced. One thing that we have not seen a lot of is the bombing of those airstrips in case they They wanted to land aircraft, like a C-130 or C-17.
So that all suggests the possibility of amphibious landings to seize those islands, which could be used both for defensive purposes, if there were incoming strikes to target any transits of the Strait of Tormuz, and offensive operations into Iran itself for strikes.
Die USA haben Abu Musa in den vergangenen Wochen bereits mehrfach aus der Luft angegriffen. Es sieht so aus, als würden sie Abu Musa sturmreif schießen wollen, für den Fall, dass sie wirklich dort eines Tages Bodentruppen hinschicken. Auffällig ist dabei, die Kampfjets haben nicht auf den Flughafen gezielt. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Amerikaner eigene Pläne dafür haben könnten, meint Experte Seth Jones. Nach dem Motto, eine funktionstüchtige Start- und Landebahn, das können die US-Truppen für eine Bodenoffensive noch gut gebrauchen. Das US-Nachrichtenportal Axios wird konkreter. Das amerikanische Verteidigungsministerium, das Pentagon habe dem Weißen Haus explizit vorgeschlagen, Abu Musa zu besetzen. Auf diesem Weg könnten die USA die militärischen Möglichkeiten des Iran einschränken, heißt es. Das Manöver wäre ziemlich riskant, aber käme bei den Verbündeten der Amerikaner ziemlich sicher gut an. Vor allem bei den Vereinigten Arabischen Emiraten. Denn die streiten bereits seit 1971 mit dem Iran über die Inseln, als die Mullahs noch gar nicht an der Macht waren. Der iranische Schah ließ damals Truppen verlegen nach Abu Musa. Teheran übernahm wenig später auch die Kontrolle auf den Tunbinseln. Seitdem hat das Regime seine Präsenz auf den Inseln ausgebaut. Die Vereinigten Arabischen Emirate betrachten die drei Inseln nach wie vor als Teil des Golfstaates und die VAE haben die Nachbarn in der Region auf ihrer Seite. Der Golfkooperationsrat, das ist eine Art Bündnis der Golfstaaten, bezeichnet die Inseln als, Zitat, untrennbaren Teil der Vereinigten Arabischen Emirate.
Abu Musa und die Tunb-Inseln sind den Emiraten offenbar so wichtig, dass sie sogar über einen Kriegseintritt nachdenken. Dabei geht es den VAE um mehr als die Zukunft der Weltwirtschaft und der Ölindustrie. Womöglich sehen die Scheichs eine historische Chance, die drei Inseln wieder in Besitz nehmen zu können. Laut dem Wall Street Journal sind die Emirate dazu bereit, den USA und ihren Verbündeten dabei zu helfen, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen. Das berichtet die amerikanische Zeitung unter Berufung auf arabische Beamte. Laut der Nachrichtenagentur AP würden derzeit vor allem die VAE und Saudi-Arabien Donald Trump regelrecht drängen, den Krieg gegen den Iran fortzusetzen. Der US-Präsident hat in der Nacht angekündigt, den Iran zurück in die Steinzeit bomben zu wollen. Wir wollen das erste Mal, dass wir auf den Anfang der Operation Epic Fury weitergehen werden. Thanks to the progress we've made, I can say tonight that we are on track to complete all of America's military objectives shortly, very shortly.
Von offizieller Seite heißt es in den Vereinigten Arabischen Emiraten, man behalte eine defensive Haltung bei und sei weiter bereit, gemeinsame internationale Bemühungen zur Wahrung der maritimen Sicherheit und zur Gewährleistung des Warenverkehrs zu unterstützen. Hinter vorgehaltener Hand, so berichtet Exios, könnten sich die Emirate aber vorstellen, aktiv in den Krieg einzugreifen. Klar ist, die Vereinigten Arabischen Emirate sind besonders stark vom Iran-Krieg betroffen derzeit. Laut offiziellen Angaben wurden bei Angriffen der Mullahs in Abu Dhabi, in Dubai und in den anderen Emiraten bislang elf Menschen getötet und fast 200 verletzt. Die Luftverteidigung der Emirate ist im Dauereinsatz. Seit Kriegsbeginn Ende Februar wurden fast 2000 iranische Drohnen. mehr als 400 Raketen und 19 Marschflugkörper über Abu Dhabi, Dubai und Co. abgefangen. Aber nicht nur Abu Musa und die Tunb-Inseln könnten das Ziel einer amerikanischen Bodenoffensive sein. Drei weitere Inseln kommen dafür in Frage, allen voran Karg, die den Mullers als eine Art Ölplattform dient. Von hier aus wickelt der Iran rund 90 Prozent seiner Rohölexporte ab, besetzen die USA die Insel, könnten die iranischen Öllieferungen also zum Erliegen kommen. Der Nahost-Experte und Pentagon-Berater Michael Rubin hatte schon im Januar erklärt, die Eroberung von Kark könnte der ultimative Schachzug gegen den Iran sein aus amerikanischer Perspektive. Das Öl-Terminal zu erobern, sei sinnvoller als den Iran zu bombardieren.
Weitere strategische Optionen für eine Bodenoffensive sind die Inseln Larak und Keshem. Sie liegen an der engsten Stelle der Straße von Hormuz, nur etwa 10 Kilometer voneinander entfernt. Auch von hier lässt sich der Seeweg kontrollieren. Gelingt es den Amerikanern Larrak zu erobern, wäre es für den Iran kaum noch möglich, die Blockade der Straße von Hormuz aufrechtzuerhalten. Keshem ist die mit Abstand größte iranische Insel. Hier lagert das Mullah-Regime Berichten zufolge Schiffsabwehrraketen, Minen, Drohnen und anderes Material in unterirdischen Tunneln. Die Vereinigten Arabischen Emirate werden aber darauf hoffen, dass die USA ihre Bodentruppen nach Abu Musa bringen. In der Hoffnung, dass die VAE die vom Iran einverleibten Inseln eines Tages zurück in ihren Besitz nehmen können. Das war wieder was gelernt über die iranischen Inseln als mögliche Ziele einer amerikanischen Bodenoffensive. Ich bin Kevin Schulte, sage Danke fürs Zuhören. Tschüss und auf Wiederhören bis zum nächsten Mal.