Goldene Zeiten für Kim Jong-un, Nordkoreas Diktator, profitiert von den engen Beziehungen zu Russland und China. Dadurch umgeht das brutale Regime die westlichen Sanktionen so gut es geht und arbeitet parallel weiter im Ausbau des eigenen Atomwaffenarsenals. Ausgerechnet Südkoreas Präsident fordert jetzt, die Sanktionen gegen Nordkorea zu lockern, zieht Donald Trump damit. Darum geht es jetzt hier in dieser Folge von Wieder was gelernt, Das ist der Podcast von NTV. Sie finden diese und alle anderen Folgen von Wieder was gelernt auf ntv.de und in der NTV-App bei RTL Plus und auf allen anderen bekannten Podcast-Plattformen. Ich bin Kevin Schulte. Hallo. Gipfel in Singapur, Gipfel in Hanoi, Hände schütteln an der Demarkationslinie. Die Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong-un gehörten zweifellos zu den größten außenpolitischen Ereignissen in der ersten Amtszeit von Donald Trump. Der US-Präsident ist zu einer Art Kim-Flüsterer geworden, jedenfalls scheinte davon sehr überzeugt zu sein. Mittlerweile bezeichnet Trump ihn sogar als Freund. Und er scheint darüber hinwegsehen zu können, dass Nordkorea sein Atomwaffenprogramm immer weiter ausbaut. Das nordkoreanische Regime produziert in der kerntechnischen Anlage Nyongbion weiterhin Plutonium aus abgebrannten Brennstäben. Es hat den Atomkomplex in den vergangenen Jahren sogar noch ausgebaut. Nordkorea betreibt auch noch weitere Urananreicherungsanlagen, zum Beispiel den Kangson-Komplex. Soweit der Kenntnisstand von US-Geheimdiensten und der Internationalen Atomenergieorganisation. Alle Bemühungen, Nordkorea zur Aufgabe seines Atomprogramms zu zwingen oder zu überreden, sind praktisch ins Leere gelaufen, fasst die New York Times die Lage rund um Nordkorea zusammen. Deshalb kommt ausgerechnet jetzt von Nordkoreas Erzfeind ein neuer Vorschlag. Südkoreas Präsident Lee-Ye-Mung fordert, der Westen solle die harten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea lockern oder sogar ganz aufheben, sofern Nordkorea im Gegenzug sein Atomwaffenprogramm einfriert. Das wäre eine 180-Grad-Wende. Die USA setzen seit Jahrzehnten darauf, Nordkorea so lange unter Druck zu setzen, bis es seine Atomwaffen irgendwann aufgibt, so zumindest der Plan in der Theorie. Der südkoreanische Präsident Lee hat Donald Trump von seiner Idee erzählt. Er heißt es im Bericht der New York Times. Der US-Präsident scheint dem Plan auch aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Dass Trump mit Kim wieder verhandeln und ihn ein viertes Mal persönlich treffen möchte, das ist seit einiger Zeit ja auch bekannt. Und Sie wissen, was ich mit ihm bin? Das ist eine gute Sache, nicht eine schlechte Sache. Er hat 57 sehr starken Nukle-Nukle-Webens. Sie sollten das nicht passieren. Sie sollten das nicht passieren. Wenn ich es Präsidenten hätte, würde ich es nicht. Aber er hat ihn. Ich bin mit ihm sehr gut. Ich kann nicht mit Iran haben eine Nukle-Webens. Und ich weiß Kim Jong-un sehr gut. Und er wird gut sein. Als wir einen Präsenten smarten, er wird gut sein. Solange wir einen klugen Präsidenten haben, wird Kim Jong-un vernünftig sein. Wenn wir einen dummen Präsidenten haben, dann wird es wahrscheinlich nicht so lustig. Das hat Trump auf Nachfrage einer Reporterin im August gesagt. Wie wichtig Trump seine Freundschaft zu Nordkoreas Machthaber ist, das hat er ebenfalls im August gezeigt. Trump hat eine gemeinsame Militärübung der USA mit Südkorea kritisiert. Hier der TV-Bericht von uns bei NTV dazu. Gestartet sind die US-südkoreanischen Militärübungen Alji Freedom Shield. Wie geplant, teilt Südkorea mit. Rund 18.000 südkoreanische Soldaten sollen trainieren, wie Drohnen abgewehrt, GPS-Signale gestört und Cyberangriffe gestoppt werden können. Elf Tage lang? Eigentlich. Ob die Übungen aber tatsächlich so lange laufen, ist fraglich. Schließlich postete US-Präsident Trump nur Stunden vor Beginn. Basierend auf meinen sehr guten Beziehungen zu Kim Jong-un aus Nordkorea bin ich nicht glücklich damit, dass die USA vor sehr langer Zeit Militärübungen mit Südkorea zugestimmt haben. Diese Übungen sind nicht nur teuer, wovon die USA wie üblich das meiste zahlen, sondern senden auch ein Signal, das total unangemessen und feindlich ist, an ein Land, das sich, seit Donald Trump Präsident ist, nicht bedrohlich und respektvoll verhalten hat. Außerdem habe Südkorea nicht beim US-Einsatz im Iran geholfen. Darum habe er Verteidigungsminister Hexeth angewiesen, die Übungen zu verkürzen. Ob die eigentlich jährlich stattfindenden Militärübungen weitergeführt werden, ist damit offen. Trotz aller Versuche von Trump zu beschwichtigen, Nordkorea rüstet immer weiter auf. Pyongyang ist deshalb auf dem Weg zum unlösbaren Problem für die Welt zu werden. Der Westen scheint einfach keine Idee zu haben, wie Kim Jong-un eingehegt werden kann. Diesen Status quo hält Lee, der Präsident von Südkorea, für zu gefährlich. Um die Richtung eines sich bewegenden Fahrzeugs zu ändern, muss es zunächst zum Stillstand gebracht werden, so wird er zitiert in der New York Times. Sein Plan sieht folgendermaßen aus. Nordkorea friert sein Atomwaffenprogramm ein. Im Gegenzug lockern die USA ihre Sanktionen gegen Nordkorea deutlich. Durch diese gegenseitigen Zugeständnisse könne Vertrauen aufgebaut werden, um Kim Jong-un dazu zu bewegen, sein Waffenarsenal mit der Zeit zu verkleinern. Lee ist überzeugt, dass eine stärkere Eingliederung in die Weltwirtschaft der einzige Weg ist, um Nordkorea langfristig von Atomwaffen fernzuhalten. Jahrzehntelange Sanktionen hätten jedenfalls nichts gebracht. Die Aufrüstung bei den Nordkoreanern stattdessen sogar eher noch befeuert. Ein Beharren auf einer sofortigen Denuklearisierung führe zu keinem Ergebnis. Die USA haben zum ersten Mal 1950 während des Koreakriegs Sanktionen gegen Nordkorea verhängt und diese auch nie aufgehoben, im Gegenteil. Gebracht hat das alles aber nicht viel. Nordkorea hat dem Druck nicht nachgegeben und ist aktuell in einer stärkeren Position denn je. Nur während der ersten Amtszeit von Trump gab es mal kurz Hoffnung auf ein friedlicheres Verhältnis zwischen Nordkorea und dem Westen, zumindest auf mehr Entspannung. Die USA hatten die Sanktionen zuvor ausgeweitet und Kim somit an den Verhandlungstisch gedrängt. Die beiden haben sich zwischen 2018 und 2019 dreimal getroffen. In Singapur, in Vietnam und direkt an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea an der Demarkationslinie. Doch die Gespräche versandeten. Kim wollte, dass die Sanktionen gelockert werden. Trump hat auf die Denuklearisierung gepocht. Einigen konnten sich die beiden nicht. Stattdessen hat Nordkorea jetzt sogar mehr Geld, um sein Atomwaffenprogramm noch größer aufzuziehen, weil es von der noch engeren Bindung zu China und Russland profitiert. China und Russland helfen Nordkorea längst aktiv dabei, Sanktionen des Westens zu umgehen. Kreml-Chef Wladimir Putin ist der Kim-Dynastie besonders wohlgesonnen, weil Nordkorea Russland im Ukraine-Krieg unterstützt. China ist schon immer Pyongyangs wichtigster Handelspartner. Peking hat jetzt seine Beziehungen sogar noch ausgebaut, um den Einfluss auf Nordkorea nicht zugunsten der Russen zu verlieren. Im Fall von Nordkorea sind sich die meisten Experten einig. Außer Diplomatie gibt es derzeit keinen Weg, um Kim Jong-un einzuhegen. Ansonsten erweitert Nordkorea sein Arsenal jedes Jahr um weitere Waffen, analysiert die New York Times nüchtern. Der Preis für ein Nordkorea ohne Atomwaffen würde nur jeden Tag höher werden. Das war wieder was gelernt über Nordkorea. 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