Hallo und herzlich willkommen zu Das gewünschteste Wunschkind, der Podcast. Heute nur mit Daniel Graf. Stillen ist für viele Familien eine sehr besondere Zeit, denn es schafft Nähe, beruhigt, hilft beim Einschlafen und wird für viele Kinder zu einem festen Bestandteil ihres Alltags. Gleichzeitig kommt irgendwann für fast alle Familien der Moment, an dem sich die Frage stellt, wie hören wir eigentlich damit wieder auf? Manche Kinder verlieren irgendwann von selbst das Interesse, bei anderen bleibt das Stillen lange ein wichtiger Teil ihres Tages oder ihrer Einschlafroutine. Und oft ist das Abstillen für Eltern mit vielen Fragen verbunden. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Muss ich aktiv abstillen? Und wie gelingt ein Übergang, der sich für möglichst alle gut anfühlt? Und genau über diese Fragen möchte ich heute mit Mildi sprechen. Mildi hat ein Kinderbuch über das Abstillen geschrieben und beschäftigt sich intensiv damit, wie Kinder und Eltern diesen Übergang gemeinsam und möglichst liebevoll gestalten können. Schön, dass du da bist, Mildi. Hallo Daniel, vielen Dank für die Einladung. Sehr, sehr gern. Erzähl doch mal, was hat dich denn persönlich dazu bewegt, ein Kinderbuch über das Abstillen zu schreiben? Ich schreibe gerne, das ist mal der erste Punkt. Ja, das kann ich nachvollziehen. Und ich beschäftige mich einfach so viel mit dem Thema und hatte so das Gefühl, da fehlt noch was. Ja, da müssen Worte von mir in die Welt hinaus zu diesem Thema. Und meine eigene Stillzeit mit meinen Kindern ist schon lange her tatsächlich. Aber ich habe so viele Beratungen zu dem Thema gemacht und so viele Familien begleitet. Und ja, also so eine Intention war tatsächlich auch, diesen Eltern auch mit was an die Hand geben zu können. Wann stillen Kinder denn so für gewöhnlich ab? Gibt es sowas wie ein typisches Alter? Nur so ganz grob eigentlich. Es sind nicht sechs Monate, das können wir schon mal festhalten. Das ist mir auch immer persönlich sehr wichtig. Und auch im ersten Jahr ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Kind selbst abstillt. Man kann es jetzt so für europäische Länder nicht so genau einfach sagen, denn da werden Kinder meistens aktiv abgestillt. Von sich aus, wenn man jetzt auch in andere Kulturen schaut, kann man da sehen, dass Kinder sich so üblicherweise irgendwann zwischen dem zweiten und vierten Geburtstag hauptsächlich selbst abstillen. Dann gibt es natürlich immer Ausreißer. Manche sind tatsächlich ein Stück jünger, manche sind auch deutlich älter. Aber so das Grobe bewegt sich irgendwie so in dem Zeitraum. Das heißt eigentlich auch, wir müssen theoretisch gar nicht aktiv abstellen. Also das passiert eigentlich von ganz allein. Ja, ganz genau. Das ist vorgesehen bei Menschenkindern. Das ist einfach ein Programm, was die Natur so vorgesehen hat. So wie Kinder auch von sich aus laufen lernen und so wie Kinder von sich aus Interesse an fester Nahrung entwickeln und von sich aus anfangen zu sprechen. Wir begleiten das nur. Wir sind dabei, wir passen auf, dass nichts Schlimmeres passiert. Und den Rest machen die Kinder eigentlich von alleine. Und so ist es beim Abstillen auch. Jetzt gibt es Situationen, in denen Eltern vielleicht sagen, ich würde schon gerne auch aktiv abstillen. Ich kann mich daran erinnern, dass bei meinem Sohn diese Phase mit ungefähr anderthalb war. Da wurde er nämlich nachts stündlich wach. Wenn man so ein ganz kleines Baby hat, dann ist es vollkommen in Ordnung. Da ist man drauf eingerichtet, dass man regelmäßig wach wird, eine Windel wechseln muss, das Kind füttert. Aber bei einem anderthalbjährigen denkt man, das kann jetzt nicht mehr das Bedürfnis nach Nahrungsaufnahme sein, was da im Vordergrund steht. Also ich meine, jetzt bin ich schlauer, nach alten Büchern weiß ich. Wir haben einfach das Einschlafen und das Stillen miteinander verknüpft, weswegen er natürlich in den Wachphasen nachts, die ja normal sind, immer wieder nach der Brust gesucht hat. Aber in dem Moment entstand bei mir zumindest das erste Mal der Wunsch, ich möchte jetzt aktiv abstellen und ich möchte es möglichst sanft tun. Geht es denn sanft? Also wenn wir es einfach laufen lassen und es den Kindern überlassen, geht es natürlich ganz sanft. In dem Moment, wo wir selbst unsere Bedürfnisse, unsere Wünsche ernst nehmen und uns durchsetzen gegen den Wunsch oder den Willen des Kindes. Geht es nicht so ganz sang- und klanglos. Ja, also mit Widerstand ist zu rechnen. Das ist einfach, es ist ganz normal für die Kinder, ist es eine liebgewonnene Strategie, eine liebgewonnene Gewohnheit. Und Gewohnheiten verändern macht keinen Spaß. Und dann sind die ja im Kleinkindalter, so wie du es gesagt hast, dass dann die Babyzeit ist vorbei, dann hat man irgendwann das Gefühl. Jetzt dürfte es dann auch mal in eine andere Richtung weitergehen. Dann sind die ja auch kleinkindmäßig drauf und wollen natürlich auch ihren Willen durchsetzen und haben noch eine ganz starre Zielvorstellung. Die haben einen Plan A im Kopf, weißt du ja auch, hast ja schon ganz viel drüber geschrieben und wehe, dieser Plan tritt nicht ein und die können mit ihren Gefühlen alleine noch nicht umgehen, die können sich noch nicht selber regulieren, die sind einfach überfordert dann, wenn wir daherkommen und sagen, mein liebes Kind, es läuft jetzt anders, als du dir das jetzt vorstellst. Und mehr ist es aber auch erst mal gar nicht. Und das ist natürlich, wie gesagt, so ganz sang- und klanglos ist es nicht. Da kollidieren verschiedene Ansichten. Und das ist ein Konflikt einfach. Und wir können Konflikte gewaltsam austragen und wir können sie aber achtsam und auf Augenhöhe austragen. Und dann ... Geht es auch nicht sang- und klanglos an uns allen vorüber, aber so, dass alle ihr Gesicht wahren und nicht zu Schaden kommen. Und das ist eigentlich, finde ich, das Wichtige, wenn man jetzt das auf den Abstillprozess irgendwie überträgt. Ja, total. Ich glaube, das Problem ist vor allem auch, dass Stillen eben nicht nur Nahrungsaufnahme ist, sondern dass es da auch ganz viel um Trost und Nähe und eben auch die Verknüpfung mit dem Einschlafen geht. Deswegen fällt es Kindern wahrscheinlich besonders schwierig, sich von dem Liebgewonnenen zu lösen, oder? Ja, na klar. Das sind auch einfach Situationen, in denen die Kinder stillen möchten, weil es ihnen halt jetzt selber gerade nicht so super geht. Weil sie eben nicht total zufrieden und ausgeglichen und in ihrer Mitte sind. Sondern eben, wie du gesagt hast, Trost brauchen, Regulation brauchen, Entspannung brauchen, Nähe brauchen. Und dann ist das Stillen zwar einfach erstmal eine Strategie, um Bedürfnisse zu erfüllen. Das Stillen selber ist kein Bedürfnis und das ist die gute Nachricht. Wir müssen uns keine Sorgen machen, dass da irgendwelche Bedürfnisse unerfüllt bleiben, wenn wir unsere Kinder abstillen. Es ist in erster Linie eine Strategie, eine super Strategie, um verschiedenste Bedürfnisse zu erfüllen. Es ist aber natürlich auch einfach eine große emotionale Komponente dabei. Also das ist wirklich, es ist eine sehr angenehme Strategie, die einfach mit uns direkt verknüpft ist, mit Bindung, mit Sicherheit, mit Nähe, mit Körperkontakt. Für Kinder ist es das Rundum-Sorglos-Paket. Und dann kommen wir daher und greifen da ein und wollen unsere Kinder davon überzeugen, dass jetzt andere Strategien gewählt werden sollen. Das ist für die Kinder oft nicht so einfach, davon abzulassen. Meiner Erfahrung nach zu. Fällt es einem bestimmten Klientel extra schwer. Das sind so die hochsensiblen oder gefühlsstarken Kinder vor allem auch, die einfach noch viel mehr auf Regulation durch Erwachsene angewiesen sind und die auch einfach ein größeres Bedürfnis nach Sicherheit haben und nach Bindung und so weiter. Und die einfach deshalb auch mehr am Stillen hängen. Es gibt auch Kinder, da geht es ganz harmlos. Stillt man das Kind ab und es gibt kaum Widerstand und kaum Schwierigkeiten und andere Kinder gehen da total auf die Barrikaden und zeigen sehr deutlich, mir fällt es richtig schwer. Also das ist von Kind zu Kind ganz unterschiedlich, womit wir es da zu tun haben. Ist das auch altersabhängig? Also kann man sagen, je kleiner das Kind ist, umso schwieriger ist es oder spielt da eher das Temperament tatsächlich eine Rolle? Sowohl als auch. Also ich würde eher sagen, geh kleiner. Nein, kann man so auch nicht. Aber kleiner ist erst mal leichter, denn ein Baby, was eben noch nicht so seinen eigenen Willen entdeckt hat, noch nicht so in dieser Autonomiephase angekommen ist, geht deutlich weniger in den Widerstand. Kann man oft mit harmlosen Tricks, sage ich jetzt einfach mal. Oft sehr leichter zu bringen, einfach die Flasche zu akzeptieren. Da ist es eben so, dass eben das Stillen ersetzt werden muss durch eine adäquate Formulaerlehrung, also durch einen adäquaten Muttermilchersatz. Und damit gibt es halt die Flasche. Und das heißt, das Nuckeln, das so im Arm kuscheln und genährt werden, Das gibt es auch weiterhin. Wenn ich jetzt ein größeres Kind habe, was ausreichend ist und diesen Muttermilchersatz so nicht mehr braucht, dann fällt einfach diese Regulation ab. Über die Mundmotorik, über das Saugen, über den innigen Körperkontakt so erst mal weg. Kann man natürlich ersetzen, aber es fühlt sich ganz anders an, ist einfach technisch auch anders. Und dann kommt es eben auch wieder sehr drauf an. Ein Kleinkind lässt sich nicht so gerne davon überzeugen, dass das, was es sich jetzt gerade in den Kopf gesetzt hat, nicht Programm sein soll. Während hingegen, wenn ich jetzt so ein dreieinhalb, vierjähriges Kind habe, ja, also ich habe... Eins meiner Kinder gar nicht stillen können und mein anderes habe ich sehr lange gestillt, bis kurz vorm vierten Geburtstag. Bis ich dann aktiv abgestillt habe, das war ein Gespräch und dann war gut tatsächlich. Also es hat dann schon ein paar Tage Begleitung gebraucht, aber es war halt ein richtiges Gespräch möglich mit diesem schon fast vierjährigen Kind. Wir haben da, ja, ich konnte es ihm erklären und mein Kind konnte es verstehen, einfach kognitiv, weil es kognitiv halt schon so weit war. Aber so sind halt ein, zwei Jährige noch nicht drauf. Und das ist oft ganz schwierig, dass wir ihnen nicht mit Worten vermitteln können, worum es uns jetzt geht. Und das ist eben was, was mit zunehmendem Alter dann leichter werden kann, weil die Kinder einfach viel, viel verständiger sind. Und auch natürlich schon empathischer. Ein ein-, zweierjähriges Kind ist nicht empathisch. Das sind eher Ansätze da. Aber das ist dem Pups egal, wie es uns dabei geht, weil es ist halt noch ein Kleinkind. Aber wenn die Kinder größer werden, Perspektivenwechsel können sie noch nicht. So im Kindergartenalter oder so. Aber es sind, wie gesagt, es sind erste Ansätze da. Die sind schon ein Stück weit empathisch. Denen ist es eben nicht mehr so egal. Und wie gesagt, da kann man dann schon ganz anders drüber sprechen. Und jetzt geht es Eltern, insbesondere natürlich dann Müttern, mit dem Thema emotional manchmal ja auch nicht ganz so gut. Also wir reden ja jetzt über das Abstillen, worauf wir nicht warten, dass das Kind das von alleine macht, sondern dass sich unter Umständen Umstände ergeben, warum ich da aktiv einwirken muss. Und das ist, ich weiß nicht bei vielen, aber bei manchen zumindest, bei manchen Eltern, verbunden mit so ein bisschen Wehmut und natürlich auch Traurigkeit. Auch so ein bisschen Schlechtes. Du erlebst das in deiner Beratung. Was erlebst du da für Gefühle bei Müttern, die abstillen wollen? Also natürlich, wer meldet sich für eine Abstillberatung? Die, bei denen sich die Kinder nicht einfach von selber abstillen oder wo halt die Eltern merken, das ist schwierig. Da geht es uns nicht so gut damit oder es geht einfach nicht so leicht. Das heißt, es sind schon eher... Nicht immer, aber häufiger wirklich Familien, die einfach Begleitung brauchen dabei und wo es nicht so mal eben schnell funktioniert. Insofern ist natürlich das auch einfach ein verzerrtes Bild. Dann habe ich es auch ganz häufig mit sehr feinfühligen, empfindsamen, oft sogar hochsensiblen Müttern sind es meistens natürlich zu tun. Und die tun sich meiner Erfahrung nach oft schwerer damit, weil sie einfach auch ganz viel mitfühlen mit dem Kind und weil so feinfühlige, sensible Frauen ganz häufig Glaubenssätze schon internalisiert haben in der frühen Kindheit. Ich bin dafür verantwortlich, dass es allen gut geht. Ich muss dafür sorgen, dass es allen gut geht. Ich darf mich nicht so wichtig nehmen. Frauen sind auch ja nach wie vor anders sozialisiert als Männer, wachsen anders auf immer noch. Und vor allem meine und die nächste Generation, die übernächste hoffentlich nicht mehr so stark. Aber da haben wir es einfach immer noch mit so Sachen zu tun, dass es Müttern schwerfällt, sich zu positionieren, sich abzugrenzen, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Und das kommt eben noch on top zu dem ganz normalen Abschiedsprozess, denn es ist ein Abschied. Es ist ein Übergang. Es ist nicht nur für die Kinder eben ein Abschied, sondern auch für die Stillenden. Egal, wie viele Kinder man dann noch stillt, dieses dann halt eben nicht mehr. Da geht einfach eine Phase zu Ende und da ist es. Da ist Abschiedsschmerz da, da ist Traurigkeit da, da ist auch ganz häufig ein schlechtes Gewissen dabei. Darf ich das? Nehme ich mich jetzt selbst zu wichtig? Was tue ich meinem Kind damit an? Nimmt unsere Bindung Schaden dadurch? Nimmt mein Kind Schaden? Traumatisiere ich dadurch mein Kind? Ja, es denken ganz viele Frauen, dass sie ihr Kind traumatisieren, wenn sie gegen den Willen des Kindes von sich aus abstillen. Das ist wirklich ein Riesenthema. Also in den meisten meiner Abstellberatungen geht es gar nicht so sehr um das Praktische. Wie mache ich das jetzt eigentlich? Das schon auch natürlich, aber es ist meistens viel mehr Thema, mit den Gefühlen umzugehen. Sich anzugucken, stimmen diese Glaubenssätze überhaupt oder sind die einfach gar nicht wahr? Also, dass die Bindung Schaden nimmt, wenn ich mein Kind abstille, stimmt ja so pauschal nicht. Oder dass ich ein Kind traumatisiere, wenn ich es abstille, es kommt einfach darauf an, wie mache ich das? Wenn ich ein Kind allein in die Besenkammer sperre und sein Schicksal überlasse und ihm zeige, du bist mir egal, komm mal alleine klar. Das ist natürlich dann, da brauchen wir nicht drüber reden, das schadet. Aber doch nicht, wenn ich mein Kind liebevoll durch diesen Prozess durchbegleite und ihm zeige, ich bin an deiner Seite. Und das Kind kann auf dem Arm von der Mama oder vom Papa oder zumindest in der Nähe seinen Frust rausweinen oder die Wut rausschreien und bekommt Alternativen präsentiert und bekommt Regulation und bekommt Aufmerksamkeit und die Rückmeldung. Ich sehe dich und du bist bei mir in Sicherheit. Wo soll ein Kind da Schaden nehmen? Und das sind so Themen, die wir uns dann ganz, ganz viel anschauen und damit arbeiten. Genau. Und manchmal ist es auch Neugier und freudige Aufregung, das Gefühl, womit wir es dann so zu tun haben. Einfach auf die nächste Lebensphase, auf die Aussicht gehen, Dass sich jetzt eben das Leben verändert zum Positiven in der Hoffnung. Dass da einfach jetzt ein neuer Abschnitt beginnt mit wieder mehr Freiraum, mehr Unabhängigkeit, mehr Selbstständigkeit, mehr Selbstbestimmung und so weiter. Und also manche können es einfach gar nicht abwarten und sind total guter Dinge und happy, dass es jetzt losgeht. Ja, aber ich glaube, das ist ein Punkt, der wirklich ganz wichtig ist, dass Eltern immer gar nicht so richtig einschätzen wollen oder können, welches Bedürfnis geht jetzt vor. In der bedürfnisorientierten Begleitung sagen wir ja immer wieder, es zählen die Bedürfnisse aller. Aber wann wiegt mein Bedürfnis so schwer, dass ich meinem Kind gegenüber trete und sage, jetzt zähle ich und ich habe ganz lange auf dich Rücksicht genommen und habe deine Bedürfnisse erfüllt, aber im Moment geht es mir nicht so gut, sodass ich jetzt aktiv werden muss. Und ich glaube, da schaffen es viele nicht, einzuordnen, was wiegt jetzt schwerer? Wann ist denn der Punkt, wo ich als Elternteil unbedingt sagen sollte, meine Bedürfnisse müssen jetzt in den Vordergrund und bis wann sollte ich es aushalten? Wie gesagt, mein Kind hat mit anderthalb nachts noch gestillt und da habe ich auch abgewogen. Was wiegt denn jetzt schwerer? Ist es mein Schlaf? Ist es das Trinken? Ist es die Nähe und so weiter? Das fiel mir persönlich sehr schwer. Das ging mir auch so. Und ich hätte damals auch, ich habe auch überlegt, nachts abstillen nach Gordon oder was weiß ich, irgendwas zu verändern. Ich hätte die Kraft überhaupt nicht gehabt, nachts so aus dem Schlaf raus dann auch noch ein Kind dadurch zu begleiten, andere Strategien jetzt zu akzeptieren. Ich habe das tatsächlich, es war für mich das kleinere Übel, dann einfach die Brust auszupacken und weiter zu stillen. Und dann war es ein paar Monate später... War es dann tatsächlich auch eigentlich gut. Als es Gebiss vollständig war, waren bei uns die Nächte schlagartig besser. Dann habe ich noch in den Schlaf gestillt und dann meistens erst wieder irgendwie in den Morgenstunden, wenn dann halt der Hunger groß genug war. Und das war dann okay. Und so ist es dann wirklich bei uns von selber in die richtige Richtung gelaufen. Aber das tut es oft nicht. Und es ist ja auch so, die Lebensrealität von Eltern heutzutage passt ja einfach auch nicht mehr mit dem zusammen, was sich die Natur da mal gedacht hat. Also das ist ja immer noch so ein Steinzeitprogramm, was da abläuft, dass die Kinder gerne die Nacht durchstillen, nachts das nachholen, was tagsüber vielleicht zu kurz gekommen ist. Und ja, man hat dann halt Rest Sleeping und am nächsten Tag startet man dann halt gemütlich in den Tag, wenn man ausgeschlafen hat und fängt an, seine Höhle zu fegen und ein paar Bären zu sammeln. Also ich will die Anstrengung damals nicht kleinreden, aber es ist anders, als es heutzutage ist. Bei uns klingelt um sechs der Wecker und um acht müssen die Kinder in der Kita abgegeben sein oder um halb acht, damit wir um acht arbeiten können. Und da ist keine Großfamilie mehr, die mit aufhängt und entlastet bei den meisten. Ja, es passt einfach überhaupt nicht zusammen. Und da gehen junge Familien oft so dermaßen über ihre Grenzen, wenn dann die Nächte halt auch noch so turbulent aussehen. Und ich würde es wirklich sehr davon abhängig machen, was habe ich für Ressourcen? Womit habe ich es zu tun? Wie sieht es bei mir aus? Also da gibt es nichts Pauschales für alle. Aber wenn man das Gefühl hat, ich gehe über meine Grenzen, ich komme zu kurz und das nicht mal... Ein paar Nächte lang oder ein paar Tage lang. Und es wird von selber auch nicht besser. Und es ist einfach, es tut uns allen nicht gut. Wenn es den Müttern, wenn es den Eltern nicht gut geht, geht es den Kindern auch nicht gut. Und es geht auch darum, sich anzugucken, welches Bedürfnis steckt denn wirklich dahinter. Das schauen wir uns auch immer in den Beratungen an. Wenn ein Kind einfach nur noch so ein bisschen nuckelt und dann wieder weiterschläft, aber gar nicht mehr wirklich sich den Bauch vollschlägt und wirklich Milch abruft, dann ist da kein großer Hunger mehr dahinter. Dann ist es ein Schlafphasenwechsel und da braucht es... Nicht unbedingt den Bauch voll Milch dann dabei. Aber wenn ein Kind halt nachts noch häufig aufwacht und jedes Mal noch so richtig Milch abruft, dann ist das einfach ein Hunger und dann ist das eine andere Ausgangssituation. Und da darf man sich halt bewusst machen, wenn mein Kind Hunger hat und ich packe dann die Brust aus. Bei ganz vielen Müttern geht es prima im Halbschlaf und dann finden sie dadurch, dass man die Position und alles nicht großartig verändern muss Und dadurch, dass ja da auch Hormone ausgeschüttet werden. Die ein bisschen müde und gaga machen und ein bisschen happy, findet man auch selber oft sehr schnell wieder in die nächste Tiefschlafphase. Also das ist dann was, was unterm Strich am wenigsten belastet. Wenn ich aber meinem Kind erst irgendwie eine Banane in die Hand drücken muss oder erst die Milchflasche richten muss, da muss ich richtig wach sein. Und dann macht das Kind auch erst mal richtig auf. Also das darf man sich bewusst machen. Dann hat man zwar abgestillt, aber die Nächte sehen unter Umständen kein bisschen besser aus, vielleicht sogar noch schlechter. Das stimmt. Und das ist halt eben was. Das ist auch wieder so eine ganz, ganz individuelle Kiste. Andererseits auch wiederum, das Stillen kann halt nur die stillende Person übernehmen, alles andere, auch jede andere Bindungsperson, die zur Verfügung steht. Also der Papa oder die Oma oder wer auch immer. Und dann kann man die Nächte auch wieder anders gestalten und gucken, wie richtet man sich jetzt ein, damit es für alle möglichst entspannt und sicher zugeht. Ja, ich glaube, das ist auch grundsätzlich ein Problem, dass wenn ich als Mutter stille. Über die Zeit automatisch passiert, dass ich im Schlaf für das Kind verantwortlich bin. Das macht es natürlich so schwierig, weil irgendwann kommt eine Phase, wo sich das Kind auch trösten lassen würde ohne Milch. Aber es ist natürlich so daran gewöhnt, dass ich die nächtliche Bezugsperson bin, dass an der Stelle die Co-Mutter, der Vater überhaupt gar keine Rolle spielen kann. Deswegen empfiehlt es sich eigentlich schon relativ früh, bestimmte Teile der Abendrituale und so weiter der anderen Person zu übertragen, damit die dann auch einspringen kann. Sonst führt es tatsächlich dazu, wenn wir vollumfänglich zuständig sind, dass die Belastung dann auch enorm groß wird. Ganz genau, ganz genau. Die nicht stillende Person kann alles andere übernehmen und kann genauso für Entspannung sorgen und kann genauso regulieren, und kann genauso für Sicherheit sorgen und die eigenen Rituale und die eigenen Strategien finden. Und für Kinder ist es sehr wertvoll, wenn sie nicht nur eine Person haben, die das übernehmen kann. Natürlich auch für die Person selber, wie du schon sagst. Sehr prädestiniert dafür ist, gewaltig über die eigenen Grenzen drüber zu gehen. Aber es ist für uns eine Entlastung, wenn mehr Personen die Kinder versorgen und begleiten können. Aber es ist auch für die Kinder sehr wertvoll. Ja, auch einfach andere Personen an der Seite zu haben, die auch Dinge anders machen und wo die Kinder auch einen anderen Blickwinkel kriegen können und andere Regulationsstrategien an die Hand bekommen können und andere Erfahrungen machen können. Und vielleicht auch mal die Erfahrung machen können, na fühlt sich jetzt vielleicht im ersten Moment nicht so super an, ja, aber ist auch gut und kriege ich auch hin. Und das ist auf jeden Fall eine riesen, riesen, riesen Erleichterung für alle Beteiligten. So, jetzt nehmen wir aber mal an, dass es vielleicht nicht so gut geklappt hat, wie man sich das wünschen würde und wir tatsächlich so angestrengt sind oder andere Gründe einfach dafür sprechen, dass wir abstillen wollen. Wie gehen wir es denn an? Es gibt jetzt so ganz grob zwei Wege, wie man abstillt. Das eine ist das Abstillen von jetzt auf gleich, von 100 auf 0, was ich nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen mal empfehle, aber nicht pauschal. Also wenn man einfach merkt, jetzt ist es Zeit, dann gibt es dafür einfach keine Veranlassung und dann lässt man da lieber die Finger davon. Es ist fürs Kind und für den eigenen Körper auf jeden Fall besser, im Normalfall nach und nach abzustillen. Eins nach dem anderen zu ersetzen und das Stillen so ein bisschen ausklingen zu lassen. Das sind mal so die zwei groben Möglichkeiten. Das ist so das Erste, was wir uns überlegen. Und ihr Zuhörer und Hörerinnen da draußen, ihr überlegt euch bitte, wir machen das Schritt für Schritt. Dann ist eben der nächste Schritt, dass wir uns überlegen, zu welchen Gelegenheiten, in welchen Situationen stillt denn mein Kind aktuell noch? Und welche Bedürfnisse scheinen da dahinter zu stecken? Denn um die Bedürfnisse geht es. Wie gesagt, Stillen selber ist kein Bedürfnis, aber es sind eben andere. Nach Nahrung, nach Flüssigkeitszufuhr, nach Entspannung, nach Anregung manchmal auch, nach Sicherheit, nach Körperkontakt, was weiß ich. Und das überlegen wir uns und überlegen uns dann auch, wie wir das ersetzen könnten. Wie gesagt, bei einem Baby, bei einem... Kind vor dem ersten Geburtstag und auch danach, wenn das Kind noch nicht ausreichend isst, braucht es einen Muttermilchersatz, also sprich Prämilch. Und dann ist das in vielen Fällen dann die alternative Strategie. Bei einem Kind, was schon ausreichend feste Nahrung zu sich nimmt und anderweitig trinkt, braucht es das nicht. Und dann kann man für die Gelegenheiten, wo das Kind dann tatsächlich mal noch Hunger hat, es kann auch bis ins Kleinkindalter hinein auch mal Nacht so sein oder gerne auch in den frühen Morgenstunden eben, wenn das Abendessen dann lange genug her ist, dann braucht es dafür eben eine Alternative. Und das kann einfach eine Milch aus der Flasche sein, das kann aber auch irgendwas zu essen sein. Am besten was, was das Kind gerne mag und was man mit wenig Aufwand und Kleckerei mal eben im Halbdunkeln im Bett so reinmümmeln kann. Und was nicht sofort Füße kriegt, wenn es die Nacht schon am Nachthästchen gewartet hat. Gerade jetzt dann in den Sommermonaten wieder. Also eine Banane zum Beispiel, die ist eh schon verpackt. Oder man bereitet ein Brot vor. Oder man hat dann tagsüber halt irgendwas zu essen parat, was das Kind schon gerne essen mag. Genau, gegen Durst, Wasser und gegen alles andere irgendwie Regulation. Körperkontakt meistens. Genau, das ist wie gesagt der nächste Schritt. Und dann gucken wir uns an, welche von diesen Stillmahlzeiten, diesen Stillsituationen ersetzen wir jetzt als erstes. Da gibt es auch wieder, Zwei Wege, die ich sehe. Entweder wir fangen, wenn wir sehr belastet sind, wenn es wirklich darum geht, wir sind sehr erschöpft am Ende unserer Kräfte, wir können nicht mehr, es muss sich jetzt schnell was ändern, damit es uns allen wieder gut gehen kann. Dann gucken wir uns an, welches Stillen belastet mich denn am meisten? Was ist denn so herausfordernd? Sind es die Nächte oder ist es tagsüber nach der Kita? Oder vielleicht geht das Kind auch gar nicht in die Kita und hängt den halben Vormittag an der Brust oder so. Das überlegen wir uns. Oder geht es eben gar nicht so sehr um Erschöpfung oder sowas, sondern einfach drum, jetzt eben diesen Prozess mal anzuschubsen, dann können wir uns auch dafür entscheiden. Wir fangen mit dem Stillen an, was am leichtesten zu begleiten erscheint, wo das Kind nicht so stark dran hängt. Also das Stillen nach der Kita zum Beispiel ist oft eins, wo die Kinder noch sehr dran hängen, weil sie einfach die Regulation so sehr brauchen und es wieder im engen Kontakt sein und Mama auftanken und so weiter und wirklich einfach oft... Oberkante und der Kiefer voller Stresshormone sind, durch den stressigen Tag im Kindergarten oder in der Krippe. Und dann ist es vielleicht eher irgendwie mal des stillen Nachmittags eher so aus Langeweile oder sowas, was man leicht begleiten kann, ersetzen kann auch und wo wir uns auch leichter damit tun, weil wir besser aufgestellt sind, weil wir eben nicht nachts aus dem Schlaf rausgerissen werden. Oder total gestresst, gehetzt gerade aus der Arbeit kommen oder sowas. Also das ist eben auch so eine Möglichkeit, dass wir gucken, welches Stillen erscheint denn so am leichtesten jetzt zu ersetzen zu sein. Und dann fangen wir damit an. Und dann bin ich ein großer Fan davon, es den Kindern zu erklären, egal wie alt die sind, was auf sie zukommt. Kindgerecht muss auch gar nicht groß erklärt werden, Aber wir bereiten unsere Kinder ja sonst auch auf alles vor. Umziehen, Weihnachten, Kurztag, Kippen, ganz genau. Und es ist einfach nur fair. Und es geht meiner Meinung nach in allererster Linie für die Kinder darum, sich sicher fühlen zu können. Das ist das, was die brauchen, um da gut durchzukommen. Und da ist eben dieses, ich erkläre es meinem Kind, ich bereite mein Kind drauf vor, ein Puzzleteil, was dazu führt, dass sich das Kind sicher fühlen kann und gut begleitet. Also damit geht es los. Manche Kinder... Denen tut es gut, wenn sie ein bisschen Vorlauf haben und sich ein bisschen drauf einstellen können. Und es gibt aber auch Kinder, die drehen ab dem Moment, wo man es anspricht, am Rad. Und dann ist Ausnahmezustand. Und da ist es dann nicht das Richtige, wenn man vier Wochen vorher schon sagt, übrigens bald ist es soweit. Auch dieses bald ist es soweit ist ja auch so ein Unsicherheitsfaktor. Also wir dürfen da auch wirklich sehr auf unsere Formulierungen achten. Bald ist für Kinder nicht greifbar. Dann schwingt immer so dieses Abdamoklesschwert über dem Kind. Und das verunsichert erst recht. Und was macht ein verunsichertes Stillkind? Es will erst recht stillen. Natürlich. Weil stillen ist die sichere Bank. Mehr Sicherheit als mit der Prust im Mund gibt es eigentlich gefühlt nicht. Und dann erreichen wir genau das Gegenteil von dem, was wir eigentlich erreichen wollten. Also wenn wir unsere Kinder darauf vorbereiten mit ein bisschen Vorlauf, dann ist zum Beispiel auch gut, wir visualisieren das irgendwie, worum es geht. Wann wirklich dieser Punkt gekommen ist, wo es dann losgeht. Wir können wie eine Art Adventskalender machen oder im Kalenderblatt zusammen mit dem Kind jeden Tag abstreichen und ihm zeigen. Der Zeitpunkt rückt näher, aber noch ist es nicht so weit. Du bist jetzt hier noch, es passiert noch gar nichts. Oder wir können eben mithilfe von Büchern arbeiten und unsere Kinder darauf vorbereiten und ihnen zeigen, das ist einfach ein natürlicher Prozess, den alle Kinder früher oder später durchlaufen. Und das gehört jetzt einfach mit dazu. Also damit mache ich ganz gute Erfahrungen. Und dann? Geht es eben los. Und dann kommt das erste Mal diese Situation, wo dann eben nicht wie gewohnt gestillt wird, sondern Nein dazu gesagt wird. Und dann geht es eben darum, sich deutlich zu positionieren, klar und deutlich zu sein, zu sprechen und dem Kind zu zeigen, es läuft jetzt anders, du wirst jetzt nicht gestillt, stattdessen kannst du pipapo, alternative Strategie einfügen und dann das zu begleiten, was dann beim Kind so aufploppt. Und allerhöchstwahrscheinlich wird das Kind nicht sagen, jawohl, liebe Mutter, verstehe ich, machen wir so. Sogar höchst unwahrscheinlich. Ja, sondern es ist natürlich mit Überforderungen und mit Gefühlsausbrüchen und mit Widerstand, mit Frust, mit Tränen einfach zu rechnen. Oft auch mit Wut. Und das ist auch okay. Ja, total. Das könnte dafür wütend sein, dass so massiv ins Leben eingegriffen wird. Das ist total verständlich. Und wir dürfen trotzdem klar und deutlich bleiben und unserem Kind zeigen, das ist jetzt so. Und ich bin mir total sicher, dass wir das jetzt so machen. Und ich sehe dich und ich verstehe dich. Wir schaffen das. Wir machen es trotzdem so. Und wovon ich abrate, ist, irgendwie rumzueiern. Unsicher zu werden und das zu zeigen. Also wie gesagt, es ist sehr von der Kommunikation auch einfach abhängig. Wir dürfen da keine Fragen stellen, wenn wir kein Nein hören wollen, wenn wir die Antwort schon kennen. Denn wir dürfen unser Kind nicht fragen, willst du jetzt nicht lieber ein Käsebrot essen als stillen? Denn das Kind wird Nein sagen. Und dann hat es Nein gesagt. Und damit ist das Thema fürs Kind durch. Und was machen wir denn dann? Dann haben wir uns in eine ganz blöde Lage manövriert. Und das erlebe ich bei Eltern auch, wenn es jetzt nicht ums Abstillen geht, sondern in anderen Situationen ganz, ganz oft. Dass Eltern das Kind überzeugen wollen durch Argumente. Kind ist aber schon längst, hat das abgehakt. Also so nicht, sondern. Ganz klar, ganz bei sich bleiben. Da müssen wir nicht unfreundlich werden, da müssen wir nicht laut werden, nur klar und deutlich, damit das Kind spürt, es gibt hier keinen Verhandlungsspielraum. Die Mama, der Papa, wer auch immer, ist sich total sicher. Dann können sie auch davon ablassen, noch weiter danach zu fragen und zu bitten und darauf zu bestehen. Manche Kinder fragen öfter nach und bestehen eine Weile länger drauf. Manche geben sehr schnell nach, da sind Kinder halt unterschiedlich. Aber es muss einfach deutlich sein, so läuft es jetzt. Wir brauchen, das sage ich den Eltern immer in den Beratungen, ihr braucht die Klarheit, die ihr haben könnt, wenn euer Kind droht, auf die Straße zu rennen. Da seid ihr auch sofort total deutlich. Die Positionierung brauchen wir, die Haltung. Und dann kann das auch gut laufen. Und wie gesagt, das kann ganz in Beziehung und liebevoll passieren, aber muss eben deutlich sein. Ich bewundere da sehr meine Schwägerin, die sehr willensstarke, gefühlsstarke Kinder auch hat und die das richtig gut schafft. Sich da einfach da wirklich gut für sich zu sorgen und die Kinder gleichzeitig total gut zu begleiten. Also die isst erst ihren Teller auf und sagt genau das zu ihrem Kind. Ich stehe dich gleich, aber erst esse ich jetzt noch fertig. Dann fängt das Kind an zu weinen und zu protestieren. Sie sagt, setz dich gerne zu mir, bleib bei mir, ich esse jetzt eben auf und dann bist du dran. Und dann sieht man, wie das Kind sich wieder entspannen kann und das akzeptieren kann und den Moment warten kann. Und genau so. Wir dürfen uns da ernst nehmen. Wir dürfen unseren Kindern auch echt was zumuten. Wir dürfen uns unseren Kindern zumuten. Und es darf uns auch wirklich gut gehen. Und es geht ja, wie gesagt, bei den Kindern gar nicht darum, jetzt beim Abstillen, dass da irgendwelche Bedürfnisse gar nicht mehr erfüllt werden sollen, sondern es geht um alternative Strategien. Erzähl mal, welche gibt es denn da? Frag ich mich jetzt natürlich. Genau, also Flasche haben wir jetzt schon oft genug erwähnt. Stuller natürlich auch. Ist auch einfach eine Möglichkeit, um sich zu beruhigen und zu entspannen. Oder irgendetwas anderes zum draufherumnuckeln. Denn, wie gesagt, das ist sehr angenehm für die Kinder. Und damit sie dann eben nicht anfangen, Fingernägel zu kauen oder Daumen zu dutschen oder sich die Klamotten kaputt zu kauen, das sehe ich auch oft, kann man eben alles anbieten, was auch beim Zahnen so hilft. Irgendwelche Beißringe oder sowas. Oder es gibt so Kuscheltiere, die schon so eine Beißkante dran haben. Oder überhaupt ein Kuscheltier. Oder das empfehle ich ganz, ganz oft für Kinder, die so ein Regulationsthema auch haben. Die wirklich viel stillen, weil sie viel sich regulieren müssen. Denen empfehle ich ganz viel, führt ein, dass das Kind aus dem Strohhalmbecher trinkt. Denn das Saugen am Strohhalm hat einen ähnlichen Effekt wie das Stillen. Weil das eben auch so über die Mundmotorik und da wird ja auch ordentlich eben angezogen und gesaugt. Gerne auch was dickflüssiges. Und da kann man zum Beispiel dann nach der Kita ein schönes Ritual dann etablieren. Wir stillen zwar nicht mehr, aber wir kuscheln uns zusammen auf die Couch und ich trinke einen Kaffee und mein Kind trinkt sein Kinder-Cappuccino in Anführungsstrichen aus dem Strohhalmbecher. Gerne auch was dickflüssiges, ein Trinkjoghurt oder ein Smoothie oder sowas, denn dann ist der Effekt noch stärker. Also sowas zum Beispiel oder für ein bisschen größere Kinder Silikon-Kauketten oder was Vergleichbares. Auch Kaffee. Gerne natürlich alles, was mit Körperkontakt zu tun hat. Kuscheln, tragen, in den Schlaf wiegen, auf den Patsyball schunkeln. Also alles das, was man eh schon macht, fernab des Stillens. Denn auch stillende Personen haben meistens jetzt nicht nur das Stillen als Strategie, die machen auch schon andere Dinge. Es ist auch gar nicht unbedingt so, dass wir direkt, wenn wir uns wünschen, dass sich das Stillen verändern soll oder dass wir abstillen möchten, dass wir dann wirklich aktiv das Stillen verwehren müssen, sondern wenn wir es jetzt nicht so eilig haben damit, sondern es erstmal darum geht, so ein bisschen Entlastung zu finden und einfach das Stillen in eine andere Richtung zu schubsen, dass es so ein bisschen mehr Richtung weniger Stillen, Abstillen dann geht, dann kann man auch erstmal, ich nenne es immer Abstillen ohne abzustillen. Also ohne, dass ich wirklich verwehre, zum Beispiel... Also wenn das Kind so eine Lieblingsstillposition hat, so einen Lieblingsplatz, ja, also mal angenommen, immer wenn ich mich auf die Couch setze, kommt mein Kind angedackelt und möchte stillen. Ja, das hat so eine Verknüpfung da, ne, das ist so, die Mama setzt sich hin, oh, jetzt darf ich wieder stillen, ja, so eine Verknüpfung, ne. Ja, dann setz dich bitte nicht auf die Couch. Vermeide einfach, es dich dahin zu setzen, wenn dein Kind in der Nähe ist. Dann hat man das schon mal entschärft. Oder man führt ein, wir stillen nicht mehr unterwegs, sondern nur noch zu Hause. Ja, so als Regel. Dann hat man ganz viel schon entschärft, wenn man dann halt, jetzt kommt der Frühling, wir sind wieder mehr draußen, da sind die Kinder ganz anders abgelenkt. Dann stillt man allein dadurch schon deutlich weniger. Oder auch ganz, ganz wichtig, ebenso wie ich das von meiner Schwägerin erzählt habe, erst mal aufschieben. Ich stille dich gleich, aber erst gehe ich jetzt noch zur Toilette. Oder erst trinke ich meinen Kaffee aus, was weiß ich. Das Bedürfnis sowieso erfüllt bekommt, aber dass das Kind dann schon noch stillen kann, aber eben erst mal warten muss. Nicht so auf Teufel komm raus, aber wir dürfen da gut bei uns gucken und erst mal schauen, worum geht es denn jetzt? Ist jetzt dieser Wunsch des Kindes wirklich das, was jetzt prägnant ist? Oder wie geht es mir denn? Und wenn ich dann eben gerade zur Toilette muss und mir das jetzt zwei Jahre lang immer verkniffen habe und erst mal mein Kind gestillt habe, dann ist jetzt der beste Moment zu sagen, jetzt läuft der Hase anders und jetzt gehe ich erst zur Toilette und du wartest. Oder kommst du halt mit und wartest da in meiner Nähe und wirst trotzdem irgendwie reguliert. Also so, weil dann... Also ein sanfter Übergang. Ganz genau. Dann ist es auch einfach so ein Dirigieren in die richtige Richtung. Und dazu muss ich gar nicht jetzt wirklich sagen, nö, Stillen ist jetzt nicht mehr. Und dann kann ich wieder gucken, dann pegelt sich das so ein und dann kann ich wieder gucken, geht es uns jetzt allen gut damit? Ja, dann kann ich so weiterlaufen lassen. Und wenn nicht, dann kann man sich das Nächste angucken und an der nächsten Stellschraube drehen und vielleicht die nächste Stillmahlzeit ersetzen. Ich glaube, am kritischsten ist auch das Einschlafstillen beim Abstillen, oder? Hast du da so ein paar Tipps, wie das irgendwann gelingen kann? Ja, also zum einen gerne Ressourcen einspannen, also Co-Mama, Papa, Erzieherinnen in der Kita. Also je öfter das Kind mit jemand anders einschläft und ohne die Brust in den Schlaf begleitet wird, desto weniger verknüpft ist es still noch mit dem Einschlafen. Und desto besser kann es dann, desto leichter tut es sich dann, ohne Brust in den Schlaf zu finden. Das sind einfach Ressourcen, die wir nutzen können. Und dann bitte, Mütter, bucht euch einen schönen Yoga-Kurs und lasst die andere Elternpersonen das Zuhause übernehmen. Die finden ihren Weg. Und es ist wichtig, sie auch alleine zu lassen. Also es macht einen Unterschied, ob ich im Hause bin oder tatsächlich unterwegs. Ganz genau. Es sei denn bei ganz kleinen Babys, das ist wieder eine andere Situation. Aber wenn die erstmal eben diesen Entwicklungsschritt geschafft haben, Perspektivenwechsel nennen wir das, dass die, nee, nicht Perspektivenwechsel, Objektpermanenz, das ist der richtige Begriff. Ist auch egal jetzt für die Eltern. Aber irgendwann kommt eben der Punkt, dadurch schauen, dass die Kinder, wenn die Mama nur durch die Wohnzimmertür geht, dann ist sie immer noch in der Wohnung und dann steht sie auch zur Verfügung. Und natürlich wird man dann eingefordert. Aber dann, wenn wir uns aktiv verabschieden und zum Kind sagen, tschüss, ich bin jetzt bei der Uschi und der Papa macht es, Dann weiß das Kind, die Option habe ich jetzt gar nicht. Und die meisten Kinder kommen mit viel weniger klar, wenn weniger zur Verfügung steht. Und dann kann es auch viel, viel besser einfach gelingen. Und der Papa oder wer auch immer muss auch nicht im Bett in den Schlaf begleiten, schon gar nicht so ähnlich wie möglich, wie das die Mama sonst macht. Es machen ganz viele so, versuchen es so und dann klappt es nicht. Ich empfehle tatsächlich immer. Es geht nur darum, dass das Kind seinem Bedürfnis nach Schlaf irgendwann nachkommen kann. Das ist das Ziel, darum geht es. Und das Ganze möglichst entspannt. Und dazu muss die andere Person eben das Kind nicht im Bett in den Schlaf begleiten, wo es so ähnlich wie sonst ist, aber halt ohne Brust. Wo das Kind wirklich so ganz deutlich spürt, oh Gott, es läuft jetzt ganz anders als sonst, schaffe ich nicht. Sondern ich empfehle dann gerne, macht es euch doch einfach im Wohnzimmer gemütlich, wenn du merkst, die Augen werden jetzt schwer. Kuschelt euch zusammen auf die Couch, schaut ein paar Bücher an, spielt irgendwas Ruhiges und dann schläft das Kind im besten Fall einfach irgendwann ein. Ohne, dass es gemerkt hat, dass es jetzt gerade ums Einschlafen geht. Also man kann da auch gerne erstmal so diesen Umweg nehmen und nicht direkt das Kind im Bett in den Schlaf begleiten. Also wie gesagt, das ist eine ganz große Ressource und wenn es jetzt aber darum geht, wirklich das Einschlafstillen zu lassen, gibt es auch wieder zwei Möglichkeiten. Entweder wir lassen es von jetzt auf gleich und machen es anders und zeigen unserem Kind, nee, die Brust kriegst du jetzt nicht mehr, wir kriegen das anders hin. Und begleiten dann eben Frust und Tränen und irgendwann schläft das Kind anders ein. Und je öfters das geschafft wird, desto besser wird es laufen. Oder es gibt auch die Möglichkeit, das sanft zu entkoppeln. Klappt nicht bei allen Kindern, sage ich gleich dazu. Bei manchen sind es wirklich sehr hartnäckig dabei. Aber der Weg funktioniert so, und das könnt ihr gerne einfach machen und ausprobieren. Man stillt das Kind ganz normal in den Schlaf. Ist aber aufmerksam dabei und guckt jetzt nicht ins Handy dabei und verpasst den Moment, sondern bekommt eben mit, wenn das Kind dann eben so wegdämmert. Und genau in dem Moment nimmt man die Brust raus, damit eben der Moment des Einschlafens ohne Brust im Mund stattfindet. Und dann wacht das Kind aber allerhöchstwahrscheinlich auf und merkt es und geht in den Widerstand, fängt an zu weinen und zu suchen. Und dann ganz wichtig, ganz entspannt die Brust wieder anbieten, wieder stillen und von vorne, bis wieder der Moment gekommen ist, wieder die Brust raus und wieder und wieder und wieder, bis irgendwann das Kind so müde ist und einfach dann der Moment gekommen ist, wo es ohne Brust im Mund in den Schlaf findet. Und dann hat es schon mal geklappt. Und das macht man wieder und wieder und wieder, so lange bis es gut klappt. Und dann ist man eben an dem Punkt, wo man das Kind stillt und abdockt und dann schläft das Kind im Arm ein. Und dann ist diese Verknüpfung schon mal gelöst. Und dann eben der nächste Schritt, man stillt und dann legt man sich zusammen mit dem Kind ins Bett und es schläft dann im Arm ein. Also dass man eben das Stillen vom Einschlafen immer weiter versteht. Ja, wegbewegt, abkruppelt. Einfach die Distanz immer größer wird, der Abstand immer größer wird. Und das ist so ein ganz kleinschrittiger, sehr sanfter Weg. Aber wie gesagt, ist auch nicht in Stein gemeißelt, dass das funktioniert. Und man muss sich da auch wirklich im Klaren sein, das macht man nicht einmal, da hängt man ein paar Nuller dran. Da sitzt man nicht einen Abend, sondern das macht man immer wieder. Wie lang das dauert, kann ich nicht sagen. Aber dessen muss man sich bewusst sein. Da braucht man viel Geduld und da muss man auch gut für sich sorgen. Also vorher nochmal auf Klo und gerne was zum Essen bereitstellen und mit Decke drüber, selber schön warm und kuschelig haben und vielleicht dann ein Podcast oder irgendwas, Wunschkind-Podcast auf die Ohren. Zum Beispiel, ja. Und wirklich drauf einstellen, das dauert. Und Verständnis dafür haben, dass es dauert. Also nicht mit der Erwartungshaltung, mach jetzt mal schnell und zack, Einschlafstillen, abgelöst. So läuft es nicht. Und da kann man eben gucken, was fühlt sich für mich besser an? Wo sehe ich mich mehr? Wo sehe ich mein Kind auch mehr? Ist es das... Von jetzt auf gleich nicht mehr Einschlafstillen anders begleiten, wo ich mich gut fühle und was ich meinem Kind auch ohne schlechte Gedanken einfach zutrauen kann. Oder sehe ich mich da auch nicht und mein Kind auch nicht und dann mache ich eher so dieses sanfte Ablösen, was einfach länger dauert. Ich habe auch gelesen, dass manche Eltern sehr gute Erfahrungen damit machen, das Stillen zeitlich zu begrenzen. Einfach indem sie beispielsweise Pflaster über die Brustwarzen kleben, um dem Kind so zu signalisieren, steht jetzt gerade nicht zur Verfügung. Manche nutzen auch Lichter, also dass dem Kind gezeigt wird, hier Tag und Nacht, wenn die Lampe brennt, dann kannst du gerne nicht stillen. Und wenn die dunkel ist, dann versuchen wir einen anderen Weg zu finden. Ja, also gerade das mit diesem Stilllicht, das ist was, was ich ganz, ganz häufig empfehle, weil es einfach fürs Kind auch wieder was ist, wo es sich daran festhalten kann und wo einfach auch klar gemacht wird, womit habe ich es zu tun. Also die wissen ja nicht, darf ich jetzt stillen, darf ich nicht stillen. Die können auch noch keine Uhr lesen oder irgendwas. Und auch gerade nachts, dann ist es dunkel, sieht immer irgendwie gleich aus. Und mal darf ich, mal darf ich nicht, ist doch nicht nachvollziehbar. Also wir brauchen eine Regel für die Kinder. Und die Regel kann entweder sein, ich sage meinem Kind, ob ich will oder nicht. Und da braucht man ein gutes Standing. Und das Kind ist dann einfach eben auch sehr abhängig davon und weiß einfach nicht, womit habe ich es zu tun. Oder die Regel kann dann eben sein, es gibt so ein äußeres Signal, ob jetzt gestillt wird oder nicht. Und das ist gerade für ein jüngeres Kind wichtig, Und nachvollziehbar, denn so ein Zweijähriges oder sowas hinterfragt so eine Regel auch noch nicht. Ist ja total gaga, das Stillen von so einer Lampe abhängig zu machen. Eigentlich ist es ja Quatsch, aber es ist einfach ein Puzzleteil, was eben für Sicherheit auch sorgt. Und wo das Kind sich dann auch nicht so, dann sind nicht wir diejenigen, die sagen, nee, ist jetzt nicht, sondern das Licht ist quasi dran schuld. Ja, es ist ein bisschen bequem, aber ich würde sagen, an der Stelle würde ich diese kleine Trickserei zugestehen. Ja, man macht da überhaupt nichts falsch damit, gar nicht. Pflaster auf die Brust, ja. Also man kann auch sagen, die Brust ist leer oder die Brust schläft jetzt. Die braucht jetzt eine Pause. Alle, alle, ja, kann ich mich erinnern. Irgend so was auch wichtig. Dann aber auch nicht irgendwie halbnackt schlafen oder zu Hause rumhupfen, sondern je schwieriger es wird fürs Kind irgendwie an die Brust dran zu kommen, desto besser ist es eigentlich. Auch gerade jetzt wieder nachts, wenn die da natürlich mal irgendwie im Halbschlaf mal einigermaßen unbemerkt einfach andocken, erschwert jetzt auch wieder den Abstillprozess. Nicht empfehlen möchte ich so Sachen wie Senf auf die Brust schmieren oder irgendwas anderes, was scheußlich schmeckt, damit das Kind die Lust verliert. Das sind Methoden von 1933 oder so. Machen wir nicht. Hat auch mit Sanftheit nichts zu tun. Gar nicht. Und Frauen, Mütter, Stillende, die sich nicht gut damit fühlen, sich da zu positionieren und das wirklich so zu kommunizieren, wir stillen jetzt nicht mehr oder ich stille dich jetzt nicht, weil ich nicht will, ist auch legitim. Ja, dann kann man es anders formulieren. Deswegen, also es ist natürlich, stimmt es nicht, dass die Brust leer ist. Ja, das ist, ja, biologisch ist es einfach nicht die Wahrheit. Ja, aber ich finde es tatsächlich, ich finde es einfach eine Unterstützung für alle Beteiligten, damit einfach sich ja alle leichter damit tun. Das darf man, aus meiner Sicht, darf man das gerne so machen, auch wenn man sich damit besser fühlt und dadurch dann auch einfach das Kind besser begleiten kann. Denn wenn man selber verunsichert ist, sich nicht wohl fühlt, man kann es dem Kind ja auch nicht verkaufen. Und das ist dann wieder was... Was ein Kind wirklich auch verunsichern kann. Denn manche haben so feine Antennen, die spüren, wie es uns geht. Aber genau deswegen hast du ja auch dein Buch geschrieben, dass man diesen Prozess im Grunde begleiten kann. Für welches Alter ist denn das Buch gedacht eigentlich? Also für die Kinder selber würde ich mal sagen so ab zwei. Es hat wenig Text und auch für Kleinkinder geeignete Bilder. Aber es hat halt Text. Und ja, Einjährige schauen jetzt noch nicht unbedingt so konsequent Bücher an. Aber ich finde, man kann es auch, also ich finde, nach oben ist das Alter offen, so ab zwei und bis halt, ja, das Kind halt nicht mehr stillt oder bis halt ein Kind nicht mehr stillt. Das ist ja auch sehr individuell. Aber ich finde, man kann es auch, oder die Rückmeldung habe ich auch schon oft bekommen, man kann es auch bei deutlich jüngeren Kindern einfach schon nutzen, auch für sich selber, um Worte zu finden für das, was man seinem Kind sagen möchte in der Situation. Denn es geht in meinem Büchlein übers Abstillen um Bedürfnisse und um Gefühle. Es ist keine Geschichte, die da erzählt wird. Solche Bücher gibt es schon, gab es schon zu dem Zeitpunkt auch. Aber ich hatte nichts gefunden. Ich bin immer wieder gefragt worden, Mildi, hast du nicht ein Buch, was du mir empfehlen kannst, damit ich mein Kind damit noch besser unterstützen kann? Und es gab keins, was wirklich so diese Bedürfnis-Thematik aufgreift und wo es einfach um die Gefühle geht, die da sein können und da sein dürfen und die wir begleiten können. Und darum ging es mir in meinem Buch und das thematisiere ich da. Und deswegen finde ich, funktioniert es eben auch gut, wenn man einfach nur... Sich selber jetzt gerne vielleicht mit seiner inneren Stimme oder sowas da sich ein Mantra zurechtlegen möchte. Was sage ich mir in dem Moment, wo ich mein Kind jetzt durch diesen Gefühlssturm durchbegleite, damit ich da gut bei mir und klar bleiben kann? Dafür kann man es auch nutzen oder auch eben, um Worte zu finden, auch ein kleineres Kind da gut durch zu begleiten. Und ja, das war so die Idee dahinter und da habe ich schon ganz viele Rückmeldungen bekommen, dass das echt sehr, sehr hilfreich zu sein scheint. Absolut. Wenn ihr einfach mal einen Blick in Mildis Buch werfen wollt, dann könnt ihr das bei uns gewinnen. Du hast uns ein Exemplar mitgebracht. Wir werden das ganz zeitnah zum Erscheinen der Folge auf Instagram verlosen. Deswegen schaut gerne mal vorbei. Mildi, ich würde gerne zum Schluss der heutigen Folge von dir nochmal wissen, stillen, wie lange ist es denn okay? Also ich gehe davon aus, dass die meisten unserer ZuhörerInnen diese Frage für sich ganz klar beantworten können. Dennoch, als Expertin würde ich dich gerne bitten, nochmal ein paar Worte zum Thema zu sagen, darf ich denn mein Kind auch so lange stillen, wie es das möchte? Ja, sage ich gerne was dazu. Also stillen ist so lange okay, solange es für alle Beteiligten okay ist. Also sprich für das Stillpaar. Um die beiden geht es. Solange das Kind damit happy ist und das so möchte, go for it, solange man sich selber damit gut fühlt, ganz genau so. In dem Moment, wo eine Partei, fällt mir jetzt kein schöneres Wort ein, von beiden aussteigen möchte, sind die Karten neu gemischt und man darf in eine andere Richtung weitergehen. Aber es muss nur für dieses Stillpaar gut passen, für niemanden sonst. Es geht niemand anders was an. Wie gesagt, irgendwann hört das Kind sowieso von selber auf. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, wo es irgendwie eine emotionale Abhängigkeit gibt und wo die Mütter oder die Eltern nicht gut loslassen können. Das sind aber die riesen, riesen Ausnahmen. Und das ist einfach, das kann man jetzt nicht so pauschal, einfach gültig. Es gibt auch mal achtjährige Kinder, die mal noch stillen. Das machen die nicht auf dem Schulhof und das machen die nicht unterwegs, sondern das machen die alle paar Tage mal zu Hause, weil es jetzt irgendwie gerade so gewünscht ist. Und wenn das für die stillende Person auch in Ordnung ist, so what? Ja, gerade wenn auch ein Geschwisterchen kommt, ist das ja häufig Thema, dass die größeren Kinder gerne nochmal wollen. Sollte man es machen oder nicht? Definitiv. Wenn man sich selber, wenn man sich das vorstellen kann, dann darf man das dem größeren Geschwisterchen gerne anbieten. Sehr wahrscheinlich wird es das gar nicht hinbekommen, denn die Kinder verlernen einfach diesen Mechanismus mehr oder weniger schnell auch wieder. Und dann merken sie, geht gar nicht, dann lasse ich es halt auch wieder, bringt mir nichts. Das ist dann auch einfach eine Möglichkeit, um das Thema halt auch schnell wieder zu beenden. Wenn das ältere Kind darf, aber merkt, oh nee, taugt mir gar nicht, dann wird es da auch ganz schnell das Interesse wieder dran verlieren. Wenn man sich selber damit überhaupt nicht anfreunden kann, dann nicht. Dann kann es aber zum Beispiel auch eine Möglichkeit sein, das habe ich mit meinem Großen damals so gemacht, der war schon vier. Ich habe den tatsächlich eben auch mal kurz stillen lassen. Wie gesagt, den habe ich nur, egal, stillen hat bei ihm damals gar nicht gut funktioniert, konnte er ja eh schon überhaupt nicht mehr zu dem Zeitpunkt. Und ich habe ihm dann einfach in ein Schnapsglas so ein ganz klein bisschen Milch ausgestrichen und er konnte dann die Mama-Milch einfach aus dem Glas trinken, so wie er halt auch seine Kuhmilch aus dem Glas getrunken hat und fand die lecker und war total happy. Und der Wunsch war so zwei, dreimal da und dann war auch das wieder gut. Und so kann es auch laufen. Also das kann auch eine Möglichkeit sein, um einfach auch so diese Geschwisterthematik so ein bisschen aufzufangen und es für das große Kind oder für das ältere Kind dann leichter zu machen, ohne wirklich sagen zu müssen oder zu sagen, nee, du darfst nicht nur, nur das Baby darf so. Ja, liebe Mildi, ganz, ganz lieben Dank, dass du heute bei mir zu Gast warst, deine Erfahrungen und Gedanken geteilt hast. Ja, war wirklich spannend. Ich danke dir so sehr für die Einladung und freue mich, wenn das Gespräch viele hören und viele Stillpaare da draußen ein bisschen Entlastung finden können. Das wäre mein großer Wunsch. Ja, wenn euch die Folge gefallen hat, dann folgt unserem Podcast gerne in eurer Podcast-App. Lasst uns eine Bewertung da, empfiehlt uns weiter. Denn das hilft anderen Eltern auch uns zu finden. Und wenn ihr mehr von Mildi hören wollt, dann schaut doch mal in unser Archiv. Dann warst du schon mal bei uns zu Gast. Ja, genau. In der Folge 105. Und da haben wir mit dir darüber gesprochen, wie wir gefühlt starke Kinder liebevoll begleiten können. Ein Thema, das gefühlt immer wichtiger wird. Ja, für heute sage ich auf jeden Fall erst einmal vielen Dank fürs Zuhören. Schön, dass ihr mit dabei wart. Ich freue mich auch, wenn ihr nächste Woche wieder mit dabei seid. Für heute sage ich erst einmal Tschüss.