Hallo und herzlich willkommen zu Das gewünschteste Wunschkind, der Podcast mit Daniel Graf und Katja Seide. Wenn wir Eltern werden, rückt ein Thema im Laufe der Zeit oft leider immer mehr in den Hintergrund, nämlich unsere Beziehung als Paar. Zwischen Windeln, Autonomiephase und Schulstress verlieren wir uns manchmal einfach irgendwie aus den Augen. Und das ist total schade, denn eine gesunde und intakte Beziehung hilft uns ja besonders dabei, gerade schwierige Zeiten zu überstehen. Wir finden, es ist an der Zeit, mal kurz innezuhalten und uns damit zu beschäftigen, wie wir unsere Liebe lebendig halten und unsere Beziehungen auch während unserer Elternschaft stärken. Dazu haben wir die Psychologin und Autorin Linda Marlen Leinweber eingeladen. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit Bindung, Beziehungsmustern und emotionaler Entwicklung und weiß, wie es uns gelingen kann, gleichzeitig frei zu sein und sich trotzdem tief verbunden zu fühlen. Und so heißt auch ihr neues Buch, frei und trotzdem verbunden. Wir schauen uns gemeinsam an, wie unsere Kindheit unsere Beziehungen prägt, was hinter Bindungsangst und Verlustangst steckt, wie Konflikte zu Wachstum führen können und was Beziehungen langfristig stabil macht, gerade auch im Familienalltag. Herzlich willkommen, Linda. Danke, dass ich hier sein darf. Schön, dass du da bist. Ich würde ja gerne direkt mit einer Frage einsteigen, die wahrscheinlich viele beschäftigt. Wir wachsen ja oft mit der Vorstellung auf, dass Liebe das Wichtigste in einer Beziehung ist und gleichzeitig merken viele irgendwann, dass das allein irgendwie nicht reicht. Was braucht es denn aus deiner Sicht noch, damit Beziehungen wirklich gut funktionieren? Also ganz am Anfang finde ich eine Sache total wichtig und zwar, dass diese Beziehung und dass die Vorstellung, die wir mitbringen von Beziehungen und wie so ein gemeinsames Leben aussehen könnte, dass das kompatibel ist. Und das hat wirklich gar nichts mit dem Verliebtsein zu tun oder mit der Zuneigung, die man vielleicht für diese Person empfindet, sondern geht es rein darum, was habe ich denn für eine Vorstellung davon? Möchte ich monogam leben? Soll das polyamorös sein? Möchte ich Kinder? Möchte ich keine? Wie möchte ich denn mal leben? Und das sind so Fakten, die man ja vielleicht manchmal sogar so ein bisschen ausblendet, Gerade in der Datingphase, in der Honeymoonphase, wo man sich einfach nur denkt, ja, die Person sagt jetzt vielleicht, sie möchte keine Kinder, ich möchte aber schon welche. Das kann sich bestimmt nochmal ändern. Und da bin ich sehr, sehr vorsichtig. Also da hole ich Menschen immer gerne auf den Boden der Tatsachen zurück und, motiviere sie, die rosa-rote Brille auch mal wieder abzunehmen, weil das kann echt enttäuschend werden, wenn ich dann schon starke Gefühle aufgebaut habe und merke, die Kompatibilität ist nicht da. Ja, und wenn wir dann so ein bisschen vorspulen und sagen, okay, das passt eigentlich ganz gut von dem, wie ich mir Beziehungen vorstelle und wir sind jetzt in einer festen Beziehung, dann reicht die Liebe allein leider auch nicht aus verschiedenen Gründen. Einerseits finde ich es ganz wichtig, sich bewusst zu machen, dass es sich nicht mehr so gut ist. Wir verlieben uns ja in einen Menschen, der uns auch immer wieder einen ganz ehrlichen Spiegel vorhält. Also mit diesem Spiegel meine ich, in Konflikten, in Alltagssituationen kriegen wir immer mal wieder ganz deutlich gezeigt, was sind denn eigentlich meine eigenen Baustellen? Also was verbinde ich damit, jemanden in mein Herz zu lassen, jemanden in mein Leben zu lassen? Kommt da vielleicht eine Tendenz auf, dass ich mich schnell eingeengt fühle? Oder ist da die Sorge, dass da jemand gehen könnte? Habe ich eher eine Verlustangst? Oder weiß ich manchmal gar nicht so richtig, warum bestimmte schwierige Emotionen in mir aufkommen. Und wenn ich diese Themen mir nicht anschaue, also wenn ich kein Gefühl dafür kriege, was ist denn in meinem Rucksack drin? Klammer auf, ich glaube, wir alle haben einen Rucksack, ganz egal. Auf jeden Fall. Ja, genau, wie wir schon an uns gearbeitet haben oder wie bewusst wir sind. Dann kann es mit der Zeit echt schwierig werden und die Dynamiken stagnieren irgendwann und Entwicklung wird einfach schwer. Ja und vielleicht so als großen letzten dritten Punkt, ich finde auch gerade die Veränderung, die Paarbeziehungen mit sich bringen. Thema, wir werden von Mann und Frau zu Eltern, auch da braucht es wirklich eine Bereitschaft, Ihr habt das ja im Intro auch so schön gesagt, mit Neugier und mit Interesse immer wieder darauf zu schauen, welche Veränderungsmöglichkeiten haben wir denn als Paar, um uns verbunden zu fühlen, wenn der Stress groß ist, wenn der Schlafmangel da ist, wenn auf einmal viel, viel weniger Zeit für uns als Paar da ist. Und ich würde mir erlauben, auch da zu sagen, das ist wirklich gar nicht so abhängig davon, wie viel Liebe mal da war, sondern eher, wie groß ist die innere Bereitschaft zu sagen, wir probieren Dinge aus und zwar immer wieder. Okay, jetzt geraten ja viele Menschen aber immer wieder in ähnliche Beziehungsmuster, also ähnliche Konflikte, ähnliche Dynamiken, oft sogar ähnlich Partner. Und wenn man da mal ein bisschen tiefer schaut, dann landet man sehr schnell bei der eigenen Vergangenheit. Also ich nehme an, es spielen unsere eigenen frühen Beziehungserfahrungen dabei eine große Rolle, wie wir heute Partnerschaft leben. Kannst du das vielleicht mal ein bisschen genauer erklären? Ja, total gerne. Also wenn man der Statistik glaubt, dann sagen diese ersten Beziehungserfahrungen 70 bis 80 Prozent von dem Verhalten in der Paarbeziehung vorher. Also das ist schon echt ein massiver Faktor, den wir nicht missachten können. Und die ersten Beziehungserfahrungen sind meistens mit den Eltern, aber auch mit den Geschwistern, einfach mit wichtigen Bezugspersonen. Kann auch Oma, Opa sein oder vielleicht Trainer, Pädagogen, Lehrer. Aber so die ersten fünf Jahre sind da sehr, sehr prägend. Und da bildet sich unser Bindungsstil. Und dieser Bindungsstil ist für mich die Zusammenfassung davon, was ich mit Beziehungen verbinde. Welche Gefühle, welche Verhaltensweisen, was ich da so für mich als Programm, als Konzept abspeichere. Und dann funktioniert unser System so, dass wir uns immer wieder das suchen, was wir kennen. Nicht, weil das jetzt bei jedem Menschen super gesund und gut war, was wir erlebt haben in diesen ersten fünf Jahren, sondern weil dieses Gewohnte eine unglaubliche Anziehungskraft hat. Also unser Gehirn sucht immer nach einer Bestätigung von dem, was es kennt. Und das ist ein großer Grund, warum wir dann uns sehr ähnliche Partner und Partnerinnen suchen, die uns oft das zeigen, was wir irgendwann in der Vergangenheit schon mal erlebt haben. Okay und wie festgelegt ist das? Also prägt uns das dauerhaft oder haben wir da später vielleicht noch Spielraum zu verändern und wenn wir das merken, wie können wir da Einfluss nehmen? Wir haben Spielraum, zum Glück. Sonst wäre, glaube ich, meine Berufsgruppe auch zu einem großen Anzahl Arbeitsnoten. Unser Gehirn ist neuroplastisch. Das bedeutet, es bilden sich immer wieder neue neuronale Verbindungen. Also es gibt immer wieder die Möglichkeit, das neu zu vernetzen und dieses Programm Beziehungen auch zu überschreiben. Das ist total wichtig. Aber wir müssen uns bewusst machen, gerade wenn das in diesen frühen Jahren passiert ist, dann hat vielleicht ein Muster von Bindungsangst, von Verlustangst oder aber auch von einer sicheren Bindung schon Jahre in dir gewirkt. Und unser Gehirn lernt über Wiederholungen. Das heißt, diese neuronalen Kommunikationswege, das ist eine Autobahn. Und die zu verändern, aufzubrechen, braucht Zeit. Das geht definitiv. Und auch die Beziehungserfahrungen, vielen Menschen, denen gelingt es ja zum Beispiel auch, Obwohl sie viele verletzende Erfahrungen in der Kindheit gemacht haben, einen Partner dann zu finden oder eine Partnerin, die ihnen zeigt, Beziehung kann ganz anders aussehen. Das gibt es ja auch. Also eine korrigierende Lernerfahrung. Also ja, auf jeden Fall können wir daran arbeiten. Es braucht erstmal eine Bewusstheit, eine Bewusstheit dafür, was habe ich überhaupt erlebt, was habe ich da für ein Muster aufgebaut. Und was war mal so ein bisschen die Funktion auch dahinter. Also unsere Psyche macht ja nichts, um uns zu ärgern, sondern der Grund, warum ich vielleicht Angst habe, echte Nähe zuzulassen, der ist ja real. Und das ist mir total wichtig immer zu betonen, dass wir nicht anfangen uns selbst zu verurteilen, dass mir vielleicht gewisse Dinge in Beziehung schwerfallen, sondern dass ich erstmal in so eine wertschätzende Haltung komme und sage, ja stimmt, das war eine Anpassung von meiner Psyche, um mit der damals schwierigen Situation für mich möglichst gut umzugehen. Und ich finde, sowas kann man am besten im Dialog oder in einem therapeutischen Prozess für sich aufarbeiten. Und dann ist das der wichtigste Schritt. Herauszufinden, was hilft mir denn, dieses Muster zu durchbrechen. Also was sind kleine Dinge, die ich in der Beziehung selbst oder auch in der Beziehung zu mir, in der Beziehung zum Therapeuten, zur Therapeutin anders machen kann, als es mir mein Muster eigentlich vorschreiben würde. Und das ist sehr viel Arbeit. Das kann man sich echt vorstellen, wie wenn man eine neue Sprache lernt. Also Vokabeln pauken. Am Anfang ist es holprig. Am Anfang fallen mir die Dinge nicht ein. Es fühlt sich komisch an. Es fühlt sich neu an. Es fühlt sich auch an wie so ein Miedenfeld, was man da betritt, weil das mit einer Angst verknüpft ist, die berechtigt ist. Aber das ist ganz wichtig. Also für den Menschen, der Angst hat, Nähe zuzulassen. Okay, was wäre denn so ein Babystep? Vielleicht in der Beziehung oder auch beim Daten, der dir hilft zu merken, ich kann dem Menschen wirklich vertrauen. Ich kriege das jetzt so ein bisschen raus, ich kriege ein Gespür dafür. Und ziehe mich aber auch wieder zurück, wenn es für mich reicht. Und was kann ich auch in der Kommunikation verändern? Wie transparent kann ich sein, damit mein Gegenüber sich trotzdem mitgenommen fühlt, Auch wenn ich für mich selber weiß. Ich glaube, jetzt muss ich gleich wieder auf Abstand gehen, weil ich kann sonst nicht atmen. Also für mich hat es ganz, ganz viel damit zu tun, Dinge auszuprobieren, in der Kommunikation sich anders zu positionieren und vor allen Dingen auch eine Form zu entwickeln, die respektvoll bleibt. Weil das passiert ja dann leider häufig auch, muss man sagen, dass wenn ich dann weiß, ich habe die Bindungsangst, ich habe die Verlustangst, dass das so ein bisschen zum Stempel und zur Ausrede wird für Verhalten, was eigentlich echt verletzend für die beteiligten Menschen ist. Mhm. Apropos Angst vor Nähe, das sieht man ja häufig in Beziehungen, dass die einen eher Angst vor zu viel Nähe haben und die anderen wiederum Angst davor verlassen zu werden. Ich gehe davon aus, dass das mit der Bindung zu tun hat, die man in der Kindheit erlebt hat. Wie entstehen denn solche unterschiedlichen Muster? Ganz grob gesagt ist die Ursache eigentlich von der Bindungsangst und von der Verlustangst sehr ähnlich. In beiden Fällen ist es meistens so, dass die Kinder keine konstante Liebe und Zuneigung erfahren haben. Also kein verlässliches, ich bin da, ich liebe dich, ganz egal wie wütend, anstrengend oder sonst was du bist, sondern vielleicht eine Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist. Du musst brav sein, du musst funktionieren, damit ich dir Aufmerksamkeit schenke oder eine Unvorhersehbarkeit. Manchmal bin ich da, bin ich emotional verfügbar als Bezugsperson, manchmal nicht. Und dann kann man sich das so ein bisschen vorstellen, dass die Psyche zwei Wege hat, damit umzugehen. Entweder sie entscheidet sich dafür zu sagen, ich gehe in eine Anpassung, die möglichst gut darin wird, die Bedürfnisse meines Gegenübers zu spüren, zu erahnen und darauf zu reagieren. Das sind dann eher die Menschen, die zum ängstlich-ambivalenten Bindungsstil neigen, also zu der Verlustangst. Und die wirklich mit ihrer Aufmerksamkeit ganz stark beim Gegenüber sind. Was kann ich machen, damit Mama oder dann später mein Partner, meine Partnerin mich möglichst intensiv liebt? Was kann ich machen, damit dieser Mensch bleibt, damit er sich wohlfühlt und ich mich entspannen kann? Aber ich kann mir natürlich nie sicher sein, dass ich genug gebe. Also klammer ich vielleicht auch, bin eifersüchtig, brauche sehr viel Rückbestätigung. Bestätigung, dass ich geliebt werde, dass ich selbst, ja, dass meine Liebe ausreicht. Das ist Option A. Option B ist, ich neige zum ängstlich vermeidenden Bindungsstil. Der hat auch erfahren, dass da keine konstante Liebe da ist. Und da hat sich aber die Psyche dafür entschieden zu sagen, ich spalte mich von diesen intensiven Gefühlen ab. Also ich rechne gar nicht mehr damit, dass ich Unterstützung bekomme, dass da Vertrauen und Liebe da sein dürfen. Und diese Kompensation sieht dann so aus, dass ich weder schöne Gefühle intensiv wahrnehme, noch schwierige. Das ist wie so eine Schutzmauer, die aufgebaut wird. Und die Menschen, die wirken erstmal nach außen sehr selbstbewusst und unabhängig, die können auch super auf eigenen Beinen stehen, sind sehr stark. Aber es fällt ihnen eben extrem schwer zu sagen, ich brauche mal deine Hilfe. Wenn ich schwach bin, dann kann ich darauf vertrauen, dass da auch jemand ist, der mir hilft. Weil ich habe es ja erfahren, dass ich dann alleine gelassen werde. Am liebsten wäre es mir eigentlich, ich würde alles im Leben alleine schaffen. Damit fühle ich mich am wohlsten und am sichersten. Und sobald da eine Verletzlichkeit und eine Sensibilität und Gefühle dazukommen, dann macht mich das unsicher. Und ich neige dazu, mein Gegenüber immer wieder wegzuschubsen. Aus diesem Schutzimpuls heraus. Ich erkenne mich wieder. Ich glaube, es wird auch relativ spannend, wenn jetzt zwei Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen dann aufeinandertreffen. Also jemand, der vielleicht ganz, ganz viel Nähe braucht und jemand, der dann doch eher die Distanz sucht. Was passiert denn da typischerweise? Und wie lassen sich diese Muster, lassen die sich verändern und wenn ja, wie? Das passiert sogar sehr häufig, dass man diese Kombination hat. Also Verlustängstler trifft Bindungsängstler, weil der Verlustängstler, der bringt meistens so eine ganz große Emotionalität mit und ein ganz tolles, Feingefühl fürs Gegenüber. Und das ist für den Bindungsängstler natürlich erstmal was, was er sich eigentlich unbewusst so ein bisschen für sich selber wünscht, dass er auch wieder an diese Emotionalität kommt. Und dann hast du da auch jemanden gegenüber, der dir ja jedes Bedürfnis von den Lippen abliest und der vielleicht auch noch akzeptiert, wenn du sagst, jetzt brauche ich gerade Abstand oder jetzt ist wieder Nähe okay. Also der passt sich sehr schön den, ich sage mal so ein bisschen in Anführungsstrichen, den Regeln des Bindungsängstlers an. Deswegen trifft man das wirklich sehr, sehr häufig an. Und es ist positiv ausgedrückt eine ganz tolle Chance, miteinander zu heilen, oder es ist eine ganz große Chance oder ein Risiko, sagen wir es mal so, es ist ein ganz großes Risiko, sich extrem zu triggern. Weil man da jetzt einen Menschen gegenüber hat, der einem womöglich wieder das, spiegelt, was man selbst erfahren hat und warum man genau in diese Anpassung gerutscht ist. Ich glaube, um diese Dynamik gesund zu regulieren, ist es wichtig, dass beide an sich arbeiten. Was ich anfangs gesagt habe, dass beide eben schauen, okay, ja, was ist denn hier meine Baustelle, was ist mein Anteil? Und was können wir denn beide tun, um aus diesem Muster rauszugehen? Für den Verlustängstler steht an erster Stelle, dass er lernt, bei sich zu sein, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen. Weil das passiert ganz häufig, dass die Menschen so sehr in der Empathie sind, dass sie sich selbst vergessen. Und irgendwann kommt eine Wut dazu, weil natürlich ist es wichtig, dass du an dich selbst denkst. Gerade bei Frauen, die dann noch durch die Sozialisierung mehr in der Fürsorge sind, mehr in der Empathie und der Hilfsbereitschaft, ist das so eine Kombination, die natürlich irgendwann explodiert. Also da sind Übungen gut, die helfen wirklich, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, Gefühle wahrzunehmen und dann auch in eine Kommunikation zu gehen, die dir selber hilft, zu merken, ach guck mal, das wird ja akzeptiert, wenn ich hier auch was für mich machen möchte. Und der Bindungsängstler, der hat die große Aufgabe, überhaupt wieder Gefühle in sein Leben einzuladen. Also wie spüre ich mich denn? Was hilft mir denn, eine Sicherheit aufzubauen, dass ich mich traue, mich zu öffnen? Und das sind vielleicht die kleinen Momente, bei denen man merkt, okay, ich komme hier gerade an meine Grenzen und eigentlich wäre es total cool, ich hätte jemanden, der mir hilft, das mal zu machen. Sich mal zu trauen, okay, ich frage jetzt jemanden um Hilfe und zu spüren, okay, was macht das denn mit mir? Ja, das wird sich am Anfang komisch anfühlen, das wird sich unangenehm anfühlen, weil es neu ist, nicht weil es falsch ist, sondern nur, weil es neu ist. Und da immer wieder zu gucken, okay, was kann ich anders machen? Was kannst du anders machen? Und vor allen Dingen sehr, sehr fair und respektvoll damit umzugehen, sich auch immer wieder bewusst zu machen, dass dein Gegenüber nicht aus Böswilligkeit in diesem Muster steckt, sondern aus einer Bedürftigkeit. Das klingt total toll, aber bei mir ist jetzt sozusagen so ein bisschen, die Angst aufgekommen, dass diese frühen Bindungserfahrungen das quasi zwangsläufig so machen, dass wir immer wieder in Beziehungen geraten, die gleich sind, also immer wieder an ähnliche Menschen geraten. Und ich frage mich, ist es zwangsläufig so oder kann man sich bewusst dafür entscheiden, sich. In eine andere Partnerin zu verlieben? Ja, auf jeden Fall. Also ich glaube, dass das innerliche Aufräumen auf jeden Fall hilft. Also wenn man da schon in die Reflexion geht und sich bewusst macht, okay, das sind hier meine Themen und das sind vielleicht auch gewohnte Muster, aber ich beginne die jetzt für mich selbst aufzubrechen. Das erhöht auf jeden Fall die Wahrscheinlichkeit, dass du einen anderen Menschen in dein Leben holst. Wir wissen auch aus Studien, dass der Selbstwert da eine Riesenrolle spielt. Und am Selbstwert können wir auch sehr gut arbeiten. Also wenn ich von mir überzeugt bin, dass ich wertvoll bin, dass ich liebenswert bin, in meiner kompletten, unperfekten Art... Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich auch einen Menschen in mein Leben hole, der mir genau das widerspiegelt. Also das kann man wirklich studiengestützt sagen, dass das ein ganz großer Einflussfaktor ist. Und an meinem Selbstwert kann ich auch für mich alleine arbeiten. Da brauche ich gar kein Gegenüber dazu. Da gibt es tolle Techniken, die dir immer wieder helfen, dass du dich so behandelst, dass du dich selber ernst nimmst zum Beispiel, dass du selber auf dich achtest, dass du Grenzen setzt, dass du einfach ein Gefühl dafür entwickelst, wann geht es mir wirklich gut. Und im Datingprozess selbst kann man auch so ein paar Dinge beachten. Eine wichtige Sache ist zum Beispiel, dass wir häufig Intensität mit Liebe verwechseln oder mit Anziehung. Und Intensität entsteht oft dann, wenn wir jemanden treffen, der uns so ein bisschen zappeln lässt, der uns eine gewisse Unsicherheit mitbringt. Der Hintergrund ist, dass wir dann in so einer intermittierenden Verstärkung drinstecken. Und diese intermittierende Verstärkung, die löst in uns aus, dass wir suchtähnliche Gefühle für jemanden aufbauen. Und diese suchtähnlichen Gefühle, die haben, wie gesagt, nichts mit Liebe zu tun, sondern sind die reine Folge aus dieser intermittierenden Verstärkung. Also mal ist die Person verfügbar, mal ist sie nicht verfügbar und wir wissen nicht, wann wir in welchem Zustand sind. Kann ich mit Nähe rechnen oder muss ich mit Distanz rechnen? Und das ist, finde ich, was, was wir alle wissen sollten. Also eine Achterbahn der Gefühle, ein absolutes Schweben auf Wolke sieben und dann falle ich aber auch regelmäßig in den emotionalen Keller. Das ist nicht unbedingt der gesunde Start. Sondern das darf sich auch sicher anfühlen. Das darf auch friedlich sein. Vielleicht manchmal sogar ein bisschen langweilig. Und ich betone das deswegen auch immer so, weil ich finde, das wird oft sehr verschoben dargestellt. In Medien, in Filmen. Das ist irgendwie gefühlt immer der große Knall. Aber es darf auch leise sein. Und ich lade da immer sehr zur eigenen Reflexion ein. Also wie sieht es denn aus in der Kommunikation? Fühlt die sich für dich regelmäßig an? Ist die verbindlich, verlässlich? Stimmen Worte und Taten überein oder werden da Luftschlösser gebaut? Ist es so, dass es ein angemessenes Tempo ist? Oder ist es nach dem ersten Date schon so, dass der Mann oder die Frau mit dir darüber redet, wie eure Hochzeit aussieht und welche Namen die gemeinsamen Kinder haben könnten? Also ist das Tempo für dich angemessen? Könntest du dir vorstellen, ein bisschen so zu werden wie die Person, die du gerade datest? Weil das ist ein Fakt, den wir in langen Beziehungen sehen, dass wir uns immer mehr annähern. Und wenn du denkst, irgendwie, nee, so unzuverlässig oder so unfreundlich, wie derjenige oder diejenige vielleicht im Café mit dem Kellner, der Kellnerin gesprochen hat, so will ich eigentlich nicht sein. Ja, dann ist das ein deutliches Signal dafür, dass ihr vielleicht auf der Werte-Ebene, andere Dinge vertretet. Und das meine ich völlig wertfrei. Wie sieht es aus, wenn du in dich hineinspürst? Fühlst du dich mindestens genauso selbstbewusst, intelligent, schön, glücklich, wie wenn du alleine bist oder wenn du Zeit mit guten Freunden verbringst? Also gibt dir die Person ein gutes Gefühl oder hast du eher die Sorge, irgendwas Besonderes leisten zu müssen, dich anzupassen? Ist da so ein Druckgefühl? Kannst du Grenzen setzen? Kannst du auch Nein sagen? Kannst du Bedürfnisse äußern oder wird es direkt als Angriff gewertet? Also es gibt viele gute Fragen, die helfen, immer wieder bei sich anzukommen und ein Gefühl dafür zu kriegen, ob diese Verbindung jetzt für dich wirklich wohltuend ist. Und das ist vielleicht manchmal nicht der romantischste Weg, aber ja, hilft die rosarote Brille vielleicht bewusst auch mal abzusetzen. Jetzt ist es ja so, dass es am Anfang ja doch häufig sich so ganz leicht und locker anfühlt, in den meisten Fällen, wenn jetzt eben nicht so eine roten Flagge auftauchen, aber im Laufe der Zeit verändern sich ja Beziehungen. Warum macht es denn gerade der Alltag irgendwie dann anders, also wenn so Rettinen entstehen oder Stress dazu kommt, was macht das mit der Beziehung? Also um es auf den Titel meines Buches zu beziehen, ich glaube, wir verlieren uns und es gibt weniger Momente der Verbundenheit. Gerade im Familienchaos. Und das passiert so schnell, dass es einfach keine Touchpoints mehr gibt. Keine Zweisamkeit, keine Quality Time miteinander. Wir wissen aus der Forschung, dass die Intimität und auch die Konflikte bei den meisten Paaren drei Jahre nach der Geburt eines Kindes einfach zunehmen. Also die Stressfaktoren von Schlafmangel, von Mental Load, von dem täglichen Organisieren an alles denken, sich um alle kümmern, Bedürfnisse regulieren, das explodiert ja, wenn Kinder dazukommen. Und das ist, finde ich, wirklich eine Herausforderung, mit der man sich ehrlich stellen muss, zu sagen, wie gelingt es uns in diesem sehr, schnellen Alltag, vielleicht kommt auch noch ein Hausbau dazu oder Hausrenovierung, ein Jobwechsel, ein Umzug, in dieser Rushhour des Lebens, wie gelingt es uns, dass wir immer mal wieder zueinander finden. Und für einige sind es dann Coffee-Dates, die sie sich ausmachen jeden Morgen oder andere sagen, wir haben unser Weekly-Date. Ich bin auch ein großer Fan zu sagen, dass man sich wirklich für Gespräche verabredet und dass man das auch nicht dem Zufall überlässt oder dass man sich auch für Intimität verabreden darf. Also für mich hat es sehr viel mit Organisation zu tun. Und auf der anderen Seite aber auch mit einem, echten Interesse an meinem Partner, an meiner Partnerin immer mal wieder zu schauen, wie können wir denn die Momente der jeweiligen Liebessprache, einfließen lassen, damit wir uns zeigen können, ich sehe dich. Was meinst du mit Liebessprache? Also gibt es da irgendwie konkrete... Welche Möglichkeiten, die du uns vielleicht nennen kannst? Ja, da gibt es ein ganz bekanntes Buch von Gary Chapman. Und ich finde das Konzept insofern ganz schön, dass man ein Gefühl dafür kriegt, okay, was bin ich denn und was bevorzuge ich denn und was bringt da vielleicht mein Partner oder meine Partnerin für Präferenzen mit? Also sind es kleine Geschenke, die man sich macht? Oder ist es eher die Berührung, die mir das Gefühl gibt von Verbundenheit? Ist es das Gegenseitige sich unterstützen oder ist es die Zeit miteinander, die wir verbringen, also wirklich die Zweisamkeit? Und einfach, um den Horizont so ein bisschen zu erweitern und auch ein Gefühl dafür zu kriegen, was ist denn gerade möglich? Und ich glaube, wir alle haben Zeit für 60 Sekunden Umarmung. Und wir alle haben Zeit, vielleicht einen kleinen Zettel zu schreiben mit einer Botschaft oder das Lieblingsessen zu kochen oder eine Kleinigkeit aus dem Supermarkt mitzubringen. Also es muss ja nicht, es müssen nicht jeden Tag die zwei Stunden sein. Die hat ja kaum ein Paar, kaum eine Familie miteinander. Aber ja, das einfach auf dem Schirm zu haben, damit mache ich meinem Gegenüber eine Freude. Und wir wissen, dass gerade wenn es zu Routinen wird, also wenn es vielleicht ein kleines Verabschiedungsritual gibt oder Begrüßungsritual oder, dass vielleicht das Wochenende ähnlich eingeläutet wird oder, oder, oder, dass das eine ganz stärkende Komponente für die Psyche und für die Verbundenheit ist als Paar, weil wir es dann schon vorhersehen können. Und das gibt Sicherheit. Also Routinen bringen ganz, ganz viel Potenzial mit, sich immer wieder zu zeigen, ich bin da. Und ein riesiges Thema ist ja, das hast du schon anklingen lassen, Kommunikation. Jetzt fällt es trotzdem vielen Paaren schwer, klar zu sagen, was sie so brauchen. Kannst du sagen, warum das eigentlich so ist? Und gibt es da Muster, die du immer wieder siehst? Also typische Dinge, die Paare tun, die dann zu Missverständnissen führen. Ich glaube, ein ganz typisches Verhalten ist, dass wir uns auf der Symptomebene aufhalten. Also auf der Symptomebene, damit meine ich, dass wir über Haushaltsthemen diskutieren. Die bekannte Zahnpastatube, die falsch ausgedrückt ist. Der Geschirrspüler, der immer von der einen Person ausgeräumt wird. Dinge, die liegen bleiben und die man benennen und sehen kann. Aber wir trauen uns oft nicht oder wissen vielleicht auch manchmal in dem Moment noch nicht, was eigentlich das unerfüllte Bedürfnis dahinter ist. Was die Angst ist, die damit verbunden ist, vielleicht auch manchmal eine Scham. Und das ist aber total entscheidend, damit wir wegkommen von den gegenseitigen Vorwürfen. Du machst das nie, ich mache das immer, weil die provozieren und die hören auch nie auf. Also um davon wegzukommen, wäre der Weg, ich nehme jetzt mal den Geschirrspüler, der immer von der einen Person eingeräumt wird und ausgeräumt wird, wenn ich merke, ja mich nervt das, dann wäre es gut zu reflektieren und mich zu fragen, okay, warum nervt mich das denn so krass? Also ist das ein Thema von unfair verteilte Mental Load? Dann müssen wir darüber reden. Oder ist es aber vielleicht ein Thema, dass ich irgendwie das Gefühl habe, ich rutsche in so eine Mutterrolle in unserer Beziehung. Und das ist mega unsexy. Und ich möchte auch nicht deine Mutter sein. Und das hat viele Folgen für unsere Dynamik. Und ich habe da echt Angst davor. Und deswegen gehe ich da auf die Palme. Und vielleicht kenne ich das auch schon aus anderen Paarbeziehungen. Und es entspricht auch noch einer gesellschaftlichen Erwartung, wenn ich jetzt als Frau spreche. Aber dann können wir darüber reden. Ich habe Angst, dass ich hier in eine Mutterrolle rutsche und das möchte ich nicht. Wie können wir denn da beide gegensteuern? Und das ist echt ein Key-Skill für mich im Konfliktmanagement, dass uns das gelingt. Also sich immer mal wieder fragen, wovor habe ich Angst? Wovor schäme ich mich vielleicht auch? Und was ist eigentlich das unerfüllte Bedürfnis von dem Symptom, worüber ich mich gerade aufrege? Ja, apropos Konflikte, die gehören ja zu jeder gesunden Beziehung dazu. Und trotzdem erleben die viele schnell als belassend oder eskalierend. Warum passiert denn das so schnell? Also ganz wichtiger Einwand, den du geleistet hast, Konflikte gehören dazu, genau. Ja, das haben wir nicht gelernt, das ist das Problem. Wir sind ja so aufgewachsen, dass Konflikte irgendwie böse und schlecht sind und man die vermeiden sollte. Genau, und ich werde sehr hellheurig, wenn mir ein Mensch sagt, er schreitet sich nie in Beziehung, weil das geht ja gar nicht. Also wenn das eine nahe Beziehung ist, dann ist das völlig natürlich, dass da Reibungspunkte entstehen. Wir können nicht immer die gleichen Bedürfnisse haben. Wir können nicht immer die gleichen Erwartungen und Vorstellungen an Situationen haben. Das würde ja bedeuten, wir hätten eine komplett gleiche Prägung und wären komplett gleich aufgestellt innerlich. Das geht ja nicht. Also deine Landkarte sieht anders aus als meine. Und das ist völlig natürlich. Also erstmal, Konflikte sind okay und auch wichtig, weil sie für mich auch ein Moment sein können, der uns echt nah zueinander bringt. Weil wenn wir es anders ausdrücken, ist es ja etwas, ich sage dir, mich verletzt etwas. Und das deutet darauf hin, dass ich dich einlade, mein Innerstes zu verstehen. Ich kehre also so ein bisschen mein Innerstes nach außen für dich, wenn der Konflikt gesund verläuft. Das ist erstmal eine Haltung, die einfach sehr hilfreich ist. Warum es dann oft trotzdem so verläuft, dass Konflikte verletzend werden, dass man sich distanziert und dass sie vielleicht auch extrem destabilisierend sein können, kann an der Häufigkeit liegen. Also wenn es dann einfach, Gottman und Gottman sagen, fünf schöne Momente sollten auf einen Streit kommen ungefähr. Wenn das jetzt exorbitant steigt, dann wird es auch irgendwann schwierig. Aber vor allem geht es um das Wie. Also wie sprechen wir miteinander? Und da gibt es diese apokalyptischen Reiter, die auch sehr gut untersucht sind, die wirklich vorhersagen können, wie wahrscheinlich ist, dass das ein Paar langfristig zusammenbleibt, wenn sie so streiten. Und da geht es darum, schwingt da Missachtung mit in einem Streit? Also Missachtung drücken wir oft aus mit Augenrollen, Stöhnen, Sarkasmus, Das muss sich über den anderen lustig machen. Ganz schwierig auf die Dauer. Ist es ein emotionales Mauern? Gebe ich dir also nicht mehr die Chance, mein Innerstes zu verstehen und meine Verletzlichkeit dir als Chance dazu bieten, dass wir gemeinsam wachsen, sondern ziehe ich irgendwann meine Schutzmechanismen hoch? Verlass vielleicht den Raum, spreche nicht mehr mit dir. Ja, sag zu allem Ja und Amen. Ist da eine Machtdemonstration? Also geht es im Endeffekt immer darum, dass einer gewinnt oder dass Dinge herangezogen werden in der Beziehung. Die gibt es ja leider auch. Abhängigkeitsstrukturen, seien die jetzt finanziell oder anders aufgestellt, die Macht demonstrieren. Und da würde ich wirklich darauf achten, sind wir da noch, sind wir da im Miteinander, sind wir da im Dialog und sind wir auch in einer wohlwollenden Haltung oder geht es eigentlich nur darum zu gewinnen und, ja, wiederholt sich das auch jedes Mal, auch so dieser Abwehrmechanismus, der gehört auch dazu, wenn ich jetzt eine Kritik äußere und sage so, hey, dieses und jenes Verhalten, das war für mich echt schwierig Und der andere geht gar nicht darauf ein, sondern fängt sofort mit etwas an, was für ihn oder sie schwierig war. Es wird missachtet, was jetzt eigentlich gerade eingebracht wurde und gegengeschossen. Auch sowas, das bringt uns nicht weiter, sondern da geht es dann vielleicht nur darum, wer findet jetzt den schlimmsten Fehler des anderen und gewinnt da wieder. Das fand ich gerade super interessant. Lass uns da noch mal ganz kurz reingehen. Du hast jetzt Paare beschrieben, die in einem Konflikt feststecken, weil die Dinge, die du jetzt gerade beschrieben hast, wie unterscheiden sich denn Paare, die im Streit irgendwie im Kontakt bleiben und nicht eben gegeneinander arbeiten? Also ich finde, da hilft die Achtsamkeit. Achtsamkeit insofern, als dass man sich bewusst macht, Und Konflikte sind ja erstmal eine enorme Stresssituation. Und im Stress reagiert unser Gehirn anders als in der Entspannung. Ein ganz wichtiger Part, der da sehr von betroffen ist, ist der präfrontale Kortex. Das ist so der Teil, der sitzt hinterm Stirnlappen und den brauchen wir, um sachlich zu bleiben, um abzuwägen, aber auch um die Perspektive zu wechseln und wirklich gut zu analysieren und gute Entscheidungen zu treffen. Und der ist in Stresssituationen weniger durchblutet, sondern wir sind mehr in dem ganz alten Teil vom Gehirn, der das nicht viel mehr kann als flüchten, angreifen und sich totstellen. Also instinktives Verhalten. Und wenn ich das weiß, also Konflikte gleich Stresssituation, dann helfen manchmal solche kleinen Maßnahmen wie in eine Unterbrechung gehen. Wenn ihr merkt, der Streit eskaliert, vereinbart euch ein Codewort oder ein Signal wie Handheben oder so ein Pausenzeichen wie aus dem Sport und sagt, okay, wir machen jetzt mal 20 Minuten einen Cut. Jeder macht das, um sich zu regulieren, was ihm da gut tut. Vielleicht eine kleine Runde um den Block gehen. Der andere macht eine Atemübung. Der andere liest einfach irgendwas, was ihn beruhigt. Und dann kommen wir unaufgefordert wieder aufeinander zu. Und besprechen das Thema weiter, was uns gerade beschäftigt. Also das kann schon mal helfen. Und für sich auch wirklich im Konflikt immer mal wieder selbst zu schauen, wie kann ich mich regulieren? Ist es vielleicht eine tiefe Bauchatmung? Ist das dir bewusst zu machen, dass dein Gegenüber gar nicht die Person ist, die vielleicht dich mal sehr verletzt hat? Also dich immer mal wieder zu fragen, ist der Schmerz gerade alt oder ist er neu? Und ist meine Reaktion vielleicht auch gerade deswegen so groß, weil ich erinnert werde? Dann helfen solche Dinge wie Gesprächstechniken, die das Tempo drosseln. Und die wirken am Anfang echt ein bisschen unangenehm und starr. Kann ich schon mal vorwegnehmen. Aber sie helfen wirklich, in das Zuhören zu kommen und in das Spiegeln und wirklich Verstehen. Und das ist von der Struktur her sehr simpel. Also wir haben Part A, Part B und die Vereinbarung wäre, Part A fängt an zu sprechen und zwar so kurz und knapp wie möglich und sagt, was ihn oder sie stört. So, dann bekommt Part B den Gesprächspart und wiederholt nur das, was er oder sie verstanden hat. Dann hat Part A nochmal die Möglichkeit zu korrigieren und zu sagen, nee, so habe ich das gar nicht gemeint, sondern es war so und so. Und wenn man da angekommen ist, dass beide sagen, okay, habe ich verstanden und du hast es auch richtig wiederholt, dann darf Part B auf das reagieren, was Part A gesagt hat. Und damit hat man wirklich eine riesengroße Chance. Dahin zu kommen, dass wir eben in diese Ebene von unerfüllten Bedürfnissen gelangen. Wir sprechen dann darüber, was die Angst dahinter ist oder woran es dich erinnert oder wovor du dich schämst. Und wir reden nicht mehr über die Zahnpastatube. Und die Wahrscheinlichkeit steigt auch, dass man weniger aggressiv ist. Dass man einfach nicht mehr in diesen Angriffsmodus kommt, weil es vergeht viel mehr Zeit. Und man hat viel mehr Möglichkeit nachzudenken und fühlt sich auch wirklich verstanden. Weil das ist ein total zentrales Element bei Konflikten, was oft verloren geht, wenn wir uns dann in einem schnellen Tempo gegenseitig anschreien. Dass man eigentlich nur noch bei der eigenen Ungerechtigkeit und Wut und bei dem eigenen Ehrgeiz. Aber es verändert sich dann, wenn ich spüre, du verstehst mich und du nimmst mich ernst. Ja, super spannend. Das muss ich unbedingt mal ausprobieren. Ich glaube, dass das tatsächlich sehr, sehr hilfreich sein kann. Ich kann die Empfehlung nur noch mitgeben. Vielleicht startet man mal mit einem Thema, was nicht ganz so tief geht und wo der Konflikt noch nicht ausgebrochen ist. Also wo ihr einfach sagt, hey, komm, das war jetzt schon immer mal wieder Thema bei uns. Das nehmen wir uns einfach mal in einer ruhigen Minute vor. Und das hilft auch generell. Also wenn man sich dazu überwinden kann, zu sagen, wir machen uns so wöchentliche Talkdates, dann kann das auch helfen, dass die Konflikte besser verlaufen. Weil wenn du in einer ruhigen Minute anfangen kannst und gar nicht erst der Konflikt hochgekocht ist, dann brauchst du gar nicht so viel Emotionsregulation. Dann ist dein präfrontaler Cortex voll am Start. Und deswegen bin ich so ein Fan davon, zu sagen, einfach mal einchecken, was läuft gerade gut, was läuft nicht so gut, was wünschst du dir? Das kann wirklich ein sehr, sehr schönes, verbindendes Element sein. Ja, und wenn man es übt, dann werden die Nervenbahnen ja auch gut gebildet im Gehirn, sodass wir in Stresssituationen dann deutlich einfacher wieder darauf zurückgreifen können. Ja, ganz genau. Lass uns mal noch über einen anderen Bereich sprechen, der in Beziehungen häufig sehr sensibel ist, nämlich Intimität. Was hilft denn, wenn die Bedürfnisse da ganz unterschiedlich ausgeprägt sind? Also wenn ein Partner, eine Partnerin vielleicht ein höheres Bedürfnis nach Intimität hat als der die andere? An erster Stelle miteinander reden und sich genau das trauen zu sagen. Ja, aber es ist so schwierig. Ich gehe jetzt von mir selbst und auch von anderen. Warum haben wir denn da so eine innere Sperre, da einfach unsere Bedürfnisse klar zu äußern? Ja, ich glaube, weil Intimität und Sexualität einfach ein sehr tiefes Thema ist. Also es ist für viele ganz stark mit dem Selbstwert verknüpft. Und wenn ich mir Nähe wünsche und keine bekomme, dann habe ich Sorge, dass ich weniger liebenswert bin, dass ich vielleicht weniger attraktiv bin, weniger interessant bin, weniger gut bin, wenn wir es runterbrechen. Und das tut natürlich weh. Und ich habe Angst davor, vielleicht was zu hören, was in so eine Richtung gehen könnte. Ich glaube auch immer noch, dass es durch unsere Sozialisierung, durch unsere Kultur ein Thema ist, was noch zu wenig, beleuchtet wird und zwar in einem völlig schamfreien Kontext Also, dass wir immer wieder merken, hey, es darf da sein, dass ich viel Lust habe Es darf da sein, dass ich wenig Lust habe Es darf da sein, dass ich mir bestimmte Dinge wünsche, Also dieser schambefreite Umgang, ich glaube, den dürfen wir noch lernen. Aber ja, also wenn dann der Weg geebnet ist und ich mich überwinde und sage so, hey, ich spüre, dass da irgendwie eine Disbalance für mich ist. Ist für mich ein ganz wichtiger Weg, dass wir so ein bisschen breiter denken, wenn es um Sexualität geht, dass Sexualität nicht immer Penetration bedeuten muss zum Beispiel. Es ist für viele Menschen immer noch so, ah, okay, wow, ich dachte, ohne das geht es nicht. Und dass hinter Sexualität und Intimität ja auch unterschiedliche Bedürfnisse stehen können. Da sind wir wieder bei den Bedürfnissen. Also geht es hier um Nähe, geht es um Verbundenheit, geht es um aus den Alltagsrollen ausbrechen, geht es um miteinander spielen, Quality Time, sich berühren. Also was ist es denn, was ich damit verbinde? Und wenn dann beide sagen, wonach sie sich eigentlich sehnen, dann findet man vielleicht wieder einen gemeinsamen Nenner. Also vielleicht ist es für die Person, die gerade eher wenig Lust hat und auf Distanz geht, total vorstellbar, dass man sich massiert. Oder es ist total vorstellbar, dass man vielleicht ein gemeinsames, cooles Hobby miteinander verbindet, um aus den Alltagsrollen auszubrechen und wieder was gemeinsam erlebt. Oder was ist es denn? Wo können wir uns denn treffen? Was ist der kleinste gemeinsame Nenner, den wir beide ausprobieren wollen? Und ich finde auch wichtig, es ist eine Momentaufnahme. Also das kann sich alles wieder verändern. Und was sind denn auch die Gründe dafür, dass ich mich gerade so fühle? Wenn ich keine Lust auf Nähe habe, warum denn nicht? Habe ich mich verletzt gefühlt und gehe deswegen in die Distanz? Mag ich mich gerade selber nicht in meinem Körper? Und will ich da eine Beziehung zu mir aufbauen? Oder was gibt es für einen Faktor, der mich irgendwie abhält? Und es kann auch hart sein, das auszusprechen und sich das einzugestehen, das verstehe ich. Aber ich glaube, es ist die Basis dafür, dass beide auch wieder die Möglichkeit haben, einen Zugang zu schaffen. Jetzt ist Eifersucht ja auch ein Gefühl in Beziehungen, das viele kennen. Kannst du sagen, woher Eifersucht kommt und wann wird denn Eifersucht problematisch? Also wann sollte man da genauer hinschauen? Eifersucht ist erstmal etwas, das entsteht, weil wir die Bindung schützen wollen, die wir leben. Also ich habe vielleicht die Vermutung oder ich merke, dass da Dinge getan werden, die unsere Beziehungen, unsere Bindung bedrohen könnten. Und deswegen entwickle ich Eifersucht, weil der Mensch ist mir wichtig und ich möchte, dass der bleibt. Das würde ich immer mal so ein bisschen prüfen einfach, wenn ich spüre, dass ich eifersüchtig werde. Also gibt es da einen berechtigten Grund, dass die Beziehung wirklich bedroht ist? Oder ist es etwas, was ich vielleicht schon mal erfahren musste und was ich jetzt hier rein projiziere, was gar nichts mit der Realität zu tun hat? Oder ist es vielleicht auch mein Muster, was ich mitbringe, weil es oft mit der Verlustangst verknüpft ist? Und ich finde, es wird dann problematisch, wenn es sehr, sehr einengend wird. Also dann wird das Gegenüber mit einem Kontrollverhalten, mit ständigen Anrufen, mit Standort schicken müssen, mit dem Gefühl, ich kann mich eigentlich gar nicht mehr frei bewegen und ich kriege auch unterstellt, dass ich Dinge tue, die ich gar nicht tue und muss darum kämpfen, dass ich vertrauenswürdig bin. Obwohl ich mich genauso verhalte, wie es unsere individuellen Beziehungsregeln eigentlich für uns einordnet. Jetzt, ich würde gerne nochmal darauf zurückkommen, dass sich Beziehungen im Laufe der Zeit verändern und gerade die Elternschaft ist ja etwas, was viele Beziehungen massiv beeinflusst. Was sind denn aus deiner Sicht so die typischen Herausforderungen, vor allem in dieser Phase? Wenig Zeit und hoher Stress. Und was machen wir da? Ja, Stressmanagement und Touchpoints schaffen. Also auf sich selber gut aufpassen, sofern das geht. Und das sind manchmal vielleicht nur Minuten am Tag. Und je älter die Kinder dann werden und je mehr Spielraum dann entsteht, so kann auch das wieder wachsen. Aber ich glaube, das ist eine ganz wichtige Basis. Also schau auf deinen eigenen Akku und je gefüllter der ist, desto besser kannst du für andere auch wieder da sein. Und das geht für alle. Ja, und die Touchpoints, das ist so ein bisschen die Struktur, die ich auch schon immer wieder angesprochen habe, die vielleicht für manche, so ein bisschen verkopft klingt. Aber für mich macht es einfach total viel Sinn, wenn man sich gerade eine Familie vorstellt wie ein kleines gemeinsames Unternehmen, das man hat. Mit so vielen verschiedenen Komponenten und Faktoren, die zu beachten und zu bedenken sind. Wenn wir zusammen arbeiten würden, dann ist es völlig normal, dass wir einen wöchentlichen Joe-Fix haben, dass wir Meetings haben, dass wir uns abstimmen, dass wir immer mal wieder gucken, hey, wer ist denn gerade überlastet und wer hat noch Kapazitäten? Weil das ist ja auch ein Fakt, über den wir sprechen müssen. Mental Load, Emotional Load ist leider immer noch sehr unfair verteilt in heterogenen Beziehungen. Und die Frau trägt den Großteil des Mental Loads. Und das ist ein echtes Risiko für chronischen Stress, für Konzentrationsprobleme. Die Wahrscheinlichkeit für depressive Verstimmungen, für Angstzustände steigt. Also das macht was mit uns. Und wir können nicht dauerhaft die gesamte Last tragen von der unbezahlten Care-Arbeit. Also auch da zu gucken, okay, was gehört zum Mental Load in unserem Familienunterleben dazu? Macht das transparent, schafft Arbeitspakete und überlegt euch, wer hat die Verantwortung für was? Und das meine ich dann auch wirklich, wenn wir sagen Verantwortung fürs Kochen, fürs Ernähren, dann ist das nicht nur ich gehe einkaufen, sondern dann ist das, ich habe auf dem Schirm, welche Lebensmittel sind zu Hause, was brauchen wir noch, ich schreibe mir eine Liste, ich gehe einkaufen, ich bereite das Essen zu, so dass es für alle Beteiligten passt, ich räume den Tisch ab, ich mache alles sauber und ich mache das wahrscheinlich mehrmals am Tag. Also das ist mir extrem wichtig. Damit es Beziehungen und Familien gut geht, müssen wir da transparent hingucken und auch ehrlich sagen, wer hat für was den Hut auf und wer übernimmt die Denkarbeit. Ja, also Struktur, auf sich selbst achten und immer wieder gucken, welche Anpassungen braucht es. Weil das bleibt ja nicht gleich. Das ist spannend und schön und gleichzeitig natürlich auch immer wieder herausfordernd. Was passiert denn? Also viele Beziehungen geraten ja irgendwann auch in ernsthafte Krisen. Ja. Lass uns mal darüber reden, was darüber entscheidet, ob Paare dann daran wachsen oder ob sie eher auseinander gehen. Welche Art der Krisen meinst du denn? Ja, alles. Also tatsächlich zum Beispiel, wie wir gerade schon gesprochen haben, also Intimität, die Krise, dass der eine will und der andere nicht. Oder Mental Load. Die eine fühlt sich überfordert, die andere sieht nicht, was zu tun ist. Also was ich jetzt von dir schon gelernt habe, ist, dass man es immer ansprechen muss. Gibt es da noch andere Dinge? Also ansprechen ist auf jeden Fall die Basis, damit ich überhaupt verstehe, wo stehst du gerade und wo stehe ich? Und wie sieht es mit meinem Akku aus? Wie sieht es mit deinem Akku aus? Ich glaube, es braucht immer eine sehr radikale Ehrlichkeit, vor der wir vielleicht manchmal auch Angst haben. Es braucht. Ein Ursachenverstehen. Also was liegt dahinter? Es braucht auch eine gute eigene Emotionsregulation. Da müssen wir uns immer wieder an die eigene Nase packen. Also was kann ich denn machen, um ein Gespür für mich zu haben? Also um die Signale meines Körpers auch wahrzunehmen. Sind das schon Warnsignale vom Nervensystem, was mir zurückmeldet, du bist hier nicht mehr bei Akku 30 Prozent oder 40 Prozent, sondern du bist schon unter 10? Spüre ich das? Und nehme ich das auch ernst? Also wenn ich merke, ich kann nicht mehr schlafen, ich habe Rückenschmerzen, die ich mir nicht erklären kann, ich habe Hautausschläge, mein Verdauungssystem spinnt völlig. Also was zeigt dir dein Körper, wie gut geht es dir wirklich? Ja. Und dann braucht es natürlich auch sowas wie ein ständiges Reparieren, Vergeben, Versöhnen. Das ist auch was, was viele Beziehungen vernachlässigen, was wir auch bei Konflikten vernachlässigen oder bei. Intensiven Aussprachen, die vielleicht auch manchmal schwer sind zu akzeptieren und anzunehmen. Es braucht ein Reparieren. Und das muss nicht immer das Wort Entschuldigung sein oder ich bitte dich um Vergebung. Sondern es ist vielleicht manchmal auch wirklich eher, Die Gestik, die Mimik, die Haltung. Viele Psychologen und Therapeuten raten zum Beispiel auch sowas wie, sich während solcher Aussprachen und Konflikte immer mal wieder zu berühren. Also vielleicht auf den Boden zu setzen und die Fußsohlen aneinander, also die Fußsohlen sich berühren zu lassen oder sich wohlwollende Blicke zu schenken. Also immer wieder so dieses Gefühl von, auch wenn es jetzt gerade hart ist, Liebe ich dich trotzdem? Bin ich trotzdem bei dir? Und auch wenn wir so verschieden sind, das ändert nichts daran, dass ich mit dir gemeinsam eine Lösung finden will. Und manchmal bedeutet Reparieren auch, diesen Blick auf Vergangenes zu werfen. Und was ich vorhin sagte, die Bedürftigkeit im Gegenüber zu sehen und zu verstehen, ja auch wenn du jetzt gerade klammerst, ich weiß ja, du machst es eigentlich nur, nur weil du Angst hast, dass ich gehe und weil ich dir so wichtig bin. Linda, ich würde zum Abschluss der heutigen Folge gerne noch wissen, wenn du es jetzt so auf eine Sache ganz konkret runterbrechen müsstest, wie schaffen wir es, unsere Beziehungen langfristig stabil zu machen beziehungsweise nachhaltig zu verbessern? Also für mich sind wirklich ganz entscheidende Momente die Konflikte, über die wir jetzt ja auch schon viel gesprochen haben. Also schaffe ich es da, einen Modus zu finden, der uns hilft, in dieser wohlwollenden Haltung zu bleiben. Und das ist vielleicht für den einen die Gesprächstechnik, für den anderen sind es die Unterbrechungen, die helfen. Und für den nächsten ist es vielleicht eher wichtig, sich zwischendrin zu berühren. Also das ist, finde ich, echt ein Schlüsselelement. Aber auch eine gute Bewusstheit mit sich selbst. Also das auf sich achten und auch für sich gut zu spüren, wo stehe ich gerade. Mit meinem Akku, mit meinen Kapazitäten. Wie gut achte ich auf mich selbst? Und wie sehr bin ich auch bereit, ehrlich auf die Themen zu schauen, die eigentlich wehtun? Also für sich in eine ganz, ganz ehrliche Reflexion zu gehen. Und ja, das Schöne ist, das verändert sich ja immer wieder. Also wenn ich da auf meine eigene Beziehung schaue, ich hätte niemals mich darauf vorbereiten können, welche Themen hochkommen, als ich Mutter wurde. Und obwohl ich davor viel Therapie gemacht habe und Familienaufstellungen und alles mögliche hoch und runter, trotzdem sind das einfach Momente, die einen so herausfordern und die Die Dinge hochholen, bei denen du selber vielleicht dachtest, hätte ich nie gedacht, dass das jetzt nochmal aktuell wird. Und das passiert ja immer wieder. Also ich habe noch keine Kinder in der Pubertät, aber auch das stelle ich mir herausfordernd vor. Oder wenn sie dann ausziehen oder was da alles noch auf uns wartet, wenn dann vielleicht irgendwann die Rente da ist und der eigene Job wegfällt. Also Beziehungen, Miteinander, Beziehungen sein bedeutet ja, gemeinsam immer wieder diese Veränderungen zu erleben. Und ja, ich glaube, da zu sagen, ich bereite mich mal innerlich darauf vor, dass da sich bei mir auch immer wieder viel tut. Und da können wir aber so viel gestalten. Das ist ein Gedanke, den ich total wertvoll finde. Ja, es ist letztendlich Arbeit, aber die lohnt sich auf jeden Fall. Vielen lieben Dank, liebe Linda, für dieses wirklich super spannende Gespräch. Ich habe heute wahnsinnig viel gelernt. Gerne, das freut mich. Wenn ihr jetzt Lust habt, mehr darüber zu lesen, dann schaut unbedingt in Lindas Buch, frei und trotzdem verbunden. Und ihr könnt auch wieder ein Exemplar gewinnen. Schaut gerne bei Insta vorbei oder schreibt uns eine E-Mail. Und wenn ihr Lust habt, jetzt noch thematisch passende Podcasts zu hören, wie wäre es denn zum Beispiel mit Folge 150, in der wir darüber sprachen, wie wir Konflikte in der Beziehung nutzen, statt sie zu vermeiden und Streit liebevoll lösen. Oder Folge 204, in der es um bindungsorientierte Erziehung als Team ging. Und vielleicht denkst du ja jetzt schon nach dieser Folge über Trennung nach. Mag sein, dann erfährst du in Folge 61, wie du diesbezüglich zu einer Entscheidung kommen kannst. Wir verlinken natürlich Lindas Buch und die genannten Folgen auch wieder in den Shownotes. Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann folg uns unbedingt, lass uns eine Bewertung da und teile diese Folge mit Menschen, für die sie vielleicht auch spannend sein könnte. Wir freuen uns auf die nächste Woche, vielleicht bist du wieder mit dabei. Wir wünschen euch eine wunderbare Zeit und sagen für heute Tschüss.