Hallo und herzlich willkommen zu Das gewünschteste Wunschkind, der Podcast mit Daniel Graf und Katja Seidel. Schön, dass ihr wieder mit dabei seid, denn heute sprechen wir über ein Thema, das im Familienalltag überraschend viel verändern kann, obwohl es erstmal ganz einfach klingt, nämlich Visualisierung. Also die Frage, wie wir mit kleinen Strichen, Symbolen oder Skizzen mehr Klarheit, Struktur und oft auch Entlastung in unserem Alltag bringen können. Vielleicht hast du beim Stichwort Sketchnote sofort Bilder von aufwendig gestalteten Notizen im Kopf und denkst, das ist nichts für mich. Aber es muss gar nicht kompliziert sein. Und genau darüber wollen wir heute sprechen, denn es geht ausdrücklich nicht um schön, sondern um hilfreich. Bei uns zu Gast ist Annalena Wollny. Anna ist Visualisierungsexpertin, Autorin und Workshopleiterin. Sie unterstützt Familien, pädagogische Fachkräfte und Teams dabei, komplexe Inhalte mit einfachen Bildern verständlich zu machen. In ihren Workshops und Vorträgen zeigt sie, wie Visualisierung Kommunikation erleichtern kann, Beteiligung stärkt und gerade Kindern hilft, ihren Alltag besser zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Außerdem ist sie Autorin des Buches Mit Bildern schreiben, in dem sie ganz praxisnah erklärt, wie sich visuelle Sprache im Alltag mit Kindern einsetzen lässt. Herzlich willkommen, Annalena. Vielen Dank, hallo. Du beschäftigst dich ganz intensiv mit Visualisierung im Familienalltag. Was bedeutet denn das eigentlich, wenn du von Visualisierung sprichst und was ein Sketch nutzt in diesem Zusammenhang? Genau, ich beschäftige mich mit Visualisierung und für mich heißt das erst mal, alles, was wir mit den Augen wahrnehmen können. Also die Augen sind unser wichtigster Sinn. Das ist was, was sich in Forschung immer wieder bestätigt. Das ist das, worüber wir die meisten Sachen wahrnehmen. Deswegen meine ich mit Visualisierung auch, einfach diesen Sinn mit einzubeziehen, also die Augen mit einzubeziehen. Und Sketchnotes ist praktisch eine von vielen Möglichkeiten in diesem Rahmen. Der Begriff kommt aus dem Englischen Sketch für Skizze und Notes für Notizen, also bildhafte Notizen. Was ursprünglich in die Richtung ging, dass wir für ein Thema, für einen Inhalt ein einfaches Symbol haben und ein Stichwort dazu. Und dadurch ganz komplexe Sachen auch wunderbar festhalten können auf eine Art, die das sehr schnell erfassen lässt und die auch viel mehr Spaß macht anzuschauen, als wenn wir so einen langen Text haben. Jetzt denken viele, das hat Daniel ja gerade schon gesagt, bei Sketchnotes, bei dem Wort Sketchnotes sofort an so besonders schöne Zeichnungen. Also ich habe das auch vor Augen, so Menschen, die irgendwie bei Vorträgen mitschreiben und das sieht alles irgendwie ganz verschnörkelt aus und die Überschrift ist irgendwie hübsch unterstrichen oder in so ein Fähnchen gemalt oder so. Und das hält mich persönlich zum Beispiel davon ab, weil also habe ich Zeit dafür? Nee. Und du sagst aber, es geht um was ganz anderes. Was ist denn wichtig dabei? Genau, also mir geht es an ganz vielen Stellen um das Verstehen. Also damit wir uns nicht falsch verstehen, das Schöne und die Ästhetik hat natürlich, seinen Sinn und seine Berechtigung. Und es gibt aber Sketchnotes, das ist so eine Range sozusagen von, ich kritze dir das mal eben auf einen Bierdeckel oder auf eine Servierte und behalte es. Und das funktioniert, wenn ich später drauf schaue, weiß ich noch genau, was passiert ist und worum es ging. Bis eben zu dem, was du gerade beschrieben hast. Wunderschön ausgearbeitete, mit Farben, mit Schatten. Das sieht einfach toll aus. Und das ist beides in meinen Augen gleichwertig. Sondern das Wichtige ist, warum brauche ich es? Wofür brauche ich es? Was ist der Kontext? Und darauf zu schauen. Und in dem Moment, wo ich es wirklich als Mittel der Kommunikation nutze, wie es hier ja darum geht, worüber wir heute sprechen, dann geht es eben darum, dass verstanden wird. Zum Beispiel, es gibt wahnsinnig schöne Sachen wie so Lettering, wo ganz toll oder richtig Kalligrafie, wo so richtig verschnörkelte, wunderschöne Buchstaben da sind. Aber wenn es mir darum geht, dass ich zum Beispiel ganz dringend auf Klo muss und dann steht das da so völlig verschnörkelt und es sieht unglaublich schön aus, aber ich weiß nicht, welches ist denn jetzt das Klo, wo ich hingehen kann, dann hilft es mir in dem Moment nicht. Deswegen, was brauche ich wann und wo und das Wichtige ist, dass mein Gegenüber mich versteht. Oder die Person, wenn ich es für mich mache, dann ich. Ja, aber wie niedrigschwellig ist denn das jetzt wirklich? Also ich kann tatsächlich, einfach gar nicht zeichnen und wahrscheinlich würde man bei mir auch ohne Schnörkel gar nicht erkennen, welches Klo das Richtige ist. Wie einfach lässt sich es denn tatsächlich umsetzen für diejenigen, die da nicht so wahnsinnig begabt sind? Das ist was, was ich tatsächlich an den Sketchnotes sehr, sehr liebe, weil die Grundidee ist, dass wir, eigentlich das Allermeiste aus ganz einfachen Symbolen wie einen Kreis, einen Dreieck, einen Viereck, ein paar Striche dazu sozusagen darstellen können. Und ich bin ziemlich überzeugt, dass du das kannst. Ja, ein Dreieck schaffe ich. Ne, siehst du? Weil wir ganz viel runterbrechen können auf einfache Formen. Und das ist so ein bisschen eine Technik. Man muss es einmal verstehen, einmal draufschauen und dann kann man anfangen, diese Formen zu suchen in allem. Und dann kann man es ganz leicht umsetzen. Und das ist was, was wahnsinnig schön ist, weil das so einfach ist oder noch einfacher wie Schreiben lernen. Deswegen habe ich mein Buch auch so genannt, weil wir das... Wir sind ja alle schon geübt. Ihr könnt schreiben, ich kann schreiben. Das heißt, diese Bewegungen in der Hand, die haben wir schon. Und wenn wir dann jetzt uns einfach nur noch anschauen, okay, wie kann ich jetzt aus einem Dreieck und einem Viereck kann ich so ein Haus aufbauen. Ganz viel, wenn wir so an Kinderzeichnungen denken, da ist ganz viel schon drin. Oder ich kann einen Kreis mit so einem kleinen angedeuteten Strich drin, dann habe ich schon einen Teller. Oder ich mache zwei Vierecke und mache dann da noch vielleicht zwei, drei Linien an die Seiten und schon habe ich ein Buch, was offen liegt. Und das sind ganz viele Sachen. Das ist ganz einfach, sich da ein bisschen reinzudenken. Es ist natürlich was Neues, da muss man es ein bisschen üben. Aber dann ist es in der Anwendung ganz einfach. Das heißt, man kann ganz schnell loslegen, ohne dass es eben, jetzt muss ich erstmal noch das alles üben und lernen und oh mein Gott. Sondern es ist eher so, wenn ich das in den Workshops mache, dass die Leute dann ganz begeistert und sagen, ach Mensch, das ist ja voll einfach. Oder am Ende dann dastehen und sagen, ich kann das ja doch zeichnen, weil es einfach gar nicht kompliziert sein muss. Und wie bist du denn selbst zu dem Thema gekommen, jetzt auch gerade im Kontext Familie? Ich habe tatsächlich als Corona-Startete mit Baby und Kleinkind zu Hause gesessen und diese ganze Struktur drumherum von Kita und dann geht man aus dem Haus und hin und her. Das war alles komplett weggebrochen. Und ich habe versucht, mir darüber oder uns darüber, so ein bisschen Struktur in den Alltag wieder reinzuholen. Also ich hatte vorher schon mit Sketchnotes gearbeitet, aber da eben eher so im Arbeitskontext oder für mich in der Weiterbildung und solche Sachen. Und habe es da wirklich angefangen, für uns mehr zu nutzen. Also Sachen wie, was sind unsere Routinen, was machen wir in welcher Reihenfolge, wenn wir aufstehen, was machen wir vielleicht diese Woche, welche Spiele, was machen, was basteln wir. Heute basteln wir was, morgen backen wir was und so weiter. Und bin darauf gekommen und es hat einfach mir total viel Halt gegeben und natürlich auch gerade dem kleinen Kind. Also das Baby fand es jetzt noch nicht so spannend. Und mit dem kleinen Kind hat es gut funktioniert. Und dann hat es sich daraus ein bisschen weiterentwickelt. Jetzt sagst du, du hast während der Corona-Zeit damit angefangen. Was ist denn tatsächlich dann im Alltag anders gewesen mit den Sketchnos? Also wie hat das den Alltag verändert? Und da hat es zum einen mir geholfen, dass ich das auch gesehen habe, diese Struktur. Und zum anderen konnte ich einfach mit dem, mein Kind konnte dann hingehen und konnte darauf zeigen. Und das sind Sachen wie, heute machen wir das, das steht ja da. Heute backen wir, okay, dann wussten wir alle Bescheid. Wir mussten nicht erstmal groß überlegen, sondern es war einfach schon da. Wir hatten es für uns aufgeschrieben sozusagen, eben mit einem Symbol, weil das Kind war noch nicht so alt, dass es lesen konnte. Deswegen habe ich mit ganz einfachen Symbolen gearbeitet. Und auch um dieses, beispielsweise morgens hatten wir ja sonst das, wir stehen auf, frühstücken, putzen, Zähne, gehen zur Kita. Und weil das zur Kita dann weg war, war so, warum muss ich mich denn jetzt anziehen? Zähne putzen, wir gehen ja gar nicht raus. Und da haben wir sozusagen diese Schritte auch einfach auf so kleine Zettel, habe ich die gezeichnet und habe die aufgehängt, so in der Reihenfolge von oben nach unten an der Tür, einfach so mit Klebeband rangeklebt und dann wusste er ja immer, jetzt sind wir da, jetzt sind wir da, konnte da rauf zeigen, konnte mir auch selber sozusagen sagen, jetzt kommt als nächstes. Zähne putzen, nein Mama, wir müssen aber erst frühstücken und also war auch, ganz selbstständig sozusagen da dann auch unterwegs. Das hört sich cool an. Gibt es denn so typische Situationen, in den Eltern merken, okay, hier kommen wir mit Worten allein nicht weiter und da würden uns Sketchnotes helfen. Also du hast jetzt schon den Tagesablauf oder den Morgen genannt, das kann ich mir gut vorstellen. Gibt es noch andere? Ich glaube, es gibt ganz verschiedene. Es hängt so ein bisschen auch ab von den Schmerzpunkten. Also was sind gerade die Themen auch in der Familie? Das eine sind so Sachen, glaube ich, als Beispiele natürlich nur. Aber was wir gerade gesagt haben, wo es einfach nicht hilft, wenn wir es nochmal und nochmal und nochmal sagen, kannst du jetzt bitte deine Schuhe anziehen? Es ist jetzt Zeit zum Zähneputzen, wir müssen los und so weiter. Und wenn wir dort das Aufschreiben, in Anführungsstrichen, also mit Bildern da haben, dann kann das da einfach helfen, weil es auch nochmal so eine dritte Ebene so ein bisschen einführt. Es ist jetzt nicht, ich bin schon wieder die Mama, die nervt, weil jetzt sagt sie schon wieder, ich soll mich beeilen, sondern es steht ja da. Wir haben es abgesprochen. Das sind die Schritte, die wir machen, bis wir losgehen. Oder ich habe neulich eine Situation gehabt, wo ich echt überrascht war, wie gut es dann auch funktioniert hat, weil wir nämlich zwar schon so eine Ablaufkarte sozusagen hatten und trotzdem war es immer so, dass wir, bis das eine Kind immer so von einem Schritt zum nächsten gekommen ist, das sich unglaublich gezogen hat und wir dann irgendwann angefangen haben, einfach spontan, praktisch wie so einen kleinen Zeitplan, also mit den Symbolen nochmal in klein plus die Uhrzeit. Dahinter aufzuschreiben und das gemeinsam mit einer Uhr liegt auf dem Frühstückstisch und das Kind kann selber gucken und ist sozusagen selber in dem Zeitplan. Niemand muss mir jetzt doll dran erinnern. Und es hat mich echt überrascht, wie gut es funktioniert hat, dass es dann auf einmal eben sowas war wie, ey, ich habe jetzt noch zwei Minuten und dann gehen wir los. Statt kannst du jetzt bitte endlich deine Zähne putzen. Was, glaube ich, auch ein Punkt ist, wo ich es mir gut vorstellen kann, wo ich es auch selber kenne, ist, als ein ganz anderes Beispiel nochmal, um das aufzumachen, im Umgang mit Gefühlen und Bedürfnissen. Also die eigenen Gefühle kennenlernen, zu erkennen, benennen, gerade auch dann in Situationen, wo es vorhergeht sozusagen. Und da können uns auch Bilder total helfen. Also bei Emotionen, meinst du? Zum Beispiel auch, genau. Das wäre was, was ich gerne dich gefragt hätte. Gerade so Zweijährige, du hast ja gesagt, viele Kinder können noch nicht lesen, logisch. Ich kann mir vorstellen, dass so Visualisierungen dann auch helfen können, so Gefühle und Bedürfnisse besser. Auszudrücken vielleicht. Kann das sein? Genau, beziehungsweise die auch erstmal kennenzulernen. Oder wenn ja andersrum, wie viele Wörter fallen uns ein? Und wenn wir mit Erwachsenen reden, dann haben wir es ja auch auf, wie geht es dir gut? Schlecht, müde vielleicht noch. Und was es aber da so ein Reichtum auch an Wörtern gibt. Und die kennenzulernen und zu benennen, das kann uns natürlich total helfen. Das ist was, was wir natürlich auch mit Bilderbüchern zum Beispiel machen mit den Kindern. Und wo man auch das immer nochmal mit reinnehmen kann zum Beispiel. Wie fühlt sich denn das Kind vielleicht gerade dort? Oder wenn wir... Wir haben das als Beispiel mit der Katrin Hohmann, die hat, in meinem Buch auch einen Beitrag zu dem Thema geschrieben und spricht dann so von der Gefühlsecke, also beispielsweise in der Kita oder so, wo dann verschiedene Bilder von Gefühlen hängen, vielleicht auch mit Wörtern dazu eben, also dass es auch noch überfordert gibt oder ärgerlich oder neugierig, neidisch. Und es gibt ja eine Unmenge an Gefühlen. Das ist eine riesige Palette und das so ein bisschen mit aufzumachen. Und dann aber erstmal sozusagen in einer entspannten Situation immer wieder das mit einzubeziehen. Sei es einfach morgens die Kinder zu fragen oder abends, oder wenn sie nach Hause kommen oder so, wie fühlst du dich gerade? Und dann können sie drauf zeigen, was natürlich erstmal viel einfacher ist, gerade wenn die noch kleiner sind, die Kinder. Und wir können das mit benennen dann. Ach, geht es dir so oder geht es dir eher so? Fühlst du dich gerade so und so? Und dadurch lernen die das natürlich zu benennen. Und wenn wir dann eine Situation haben, wenn wir das schon öfter gemacht haben, in der es hoch hergeht, wo große, starke Gefühle da sind, kann das vielleicht auch helfen, wenn wir dann wieder darauf zeigen, da hingehen, sagen, Bist du gerade wütend? Bist du enttäuscht? Und indem wir das benennen, kommen wir ja sozusagen aus diesem Alarmzentrum der Amygdala raus und eher wieder rein in den präfrontalen Kortex, in das Benennen, in das Analysieren, in das, was passiert eigentlich gerade. Und sobald die Gefühle benannt sind, sinkt ja auch in der Regel der Stresslevel schon ab. Das heißt, auch darüber können wir sozusagen als Stütze von außen auch dahin kommen, uns in den akuten Situationen zu helfen und zu unterstützen. Ich bin ja über das Thema zum ersten Mal gestolpert, als es um Familienkonferenzen ging. Also da haben wir auch neulich eine Folge darüber gemacht und das fand ich ganz spannend. Wie kann Visualisierung denn dabei unterstützen? Ich glaube, da kann man gut schauen, je nachdem wie die einzelne Familie das ausgestaltet natürlich. Bei uns machen wir es tatsächlich so, dass wir ein Protokoll schreiben jedes Mal dabei und das eben mit Symbolen festhalten. Da gehört bei uns mit rein, das eine, meine Tochter hatte das eingebracht dann noch, dass wir auch, wir machen am Anfang so eine Runde, wie geht es uns gerade in dem Moment, wie fühlen wir uns gerade heute? Und da hat sie gesagt, das sollen wir auch mit festhalten. Das heißt, da machen wir so praktisch wie so leere Figuren rein. Wir haben für jeden von uns eine ganz einfache Strichfigur, einfach nur ein Kuller für den Kopf und so ein umgedrehtes U für den Oberkörper und dann die jeweilige Frisur so ganz einfach ran. Irgendwo so ein paar Kreise für Locken und ein paar kurze Haare, so kurze Striche auf dem Kopf für kurze Haare plus eine Brille, damit die sich noch unterscheiden können oder so. Und dann malt jede Person einmal das eigene Gefühl rein in dieses vorgefertigte Gesicht sozusagen. Das ist ein Element. Dann haben wir drinnen einen Wochenplan, wo wir durchsprechen, was sind die Sachen, die anstehen in der Woche. Und das haben wir mit so einer Linie, die praktisch den Ablauf macht. Und dann sind die einzelnen Tage mit so einem Kuller drauf. Und dann kommen die Symbole einfach drumherum. Das besprechen wir, beziehungsweise das bereite ich auch oft vor. Das ist ja auch immer so ein bisschen die Frage, wie alt sind die Kinder? Wie lange können wir so eine Konferenz machen? Wie viel bereite ich dann vielleicht schon vor? Wie viel mache ich in dem Moment? Weil das natürlich dann einfach ein bisschen länger dauert, wenn ich es alles in dem Moment mache. Dann haben wir noch Sachen mit drin, wo wir dann Symbole sammeln. Zum Beispiel, was möchten wir gerne essen, dann haben wir da so einen Teller und Gabel und Messer und dann das schreibe ich dann manchmal einfach dazu auch, ich mache jetzt nicht für jedes einzelne Essen so, das ist immer so ein bisschen, das ist ja eine Abwägungssache, wie viel Zeit und Aufwand und Detail brauche ich auch, welches Spiel wollen wir spielen, was gibt's auch Sachen, manchmal gibt's auch Sachen, die, mir ist das wichtig, ich will nochmal, dass wir darüber reden, das bringen wir dann ein, wir hatten das auch zwischendurch schon mal, dass wir dann einfach, da wollte mein Sohn irgendwas einbringen, der hat das dann auf einen Zettel gemalt und die Pinnwand dazu geheftet fürs nächste Mal, dass wir schon wussten, okay, darüber müssen wir dann auch reden, so gerät es nicht in Vergessenheit. Und so sammeln wir das und haben dann am Ende ein Protokoll, das hängen wir im Flur auf und können einfach alle im Laufe der Woche drauf gucken und können auch beim nächsten Mal drauf schauen, haben wir das geschafft, so, boah, jetzt haben wir uns da fünf Spiele aufgeschrieben, wir haben aber eigentlich nur eins gespielt, war die Woche so voll, haben wir es vergessen, also man kann da einfach nochmal schön wieder andocken beim letzten Mal. Du sprichst in deinem Buch von visuellen Ankern für Eltern. Was kann ich mir denn darunter vorstellen? Das nutze ich tatsächlich für mich beispielsweise, das kann von bis auch wieder sein, das kann sein, wenn ich mir mehr Leichtigkeit im Alltag wünsche, dann, hänge ich mir vielleicht eine Feder irgendwo hin oder male mir die auf oder mache ein Foto davon und hänge mir das irgendwo hin, wo ich sehe. Und jedes Mal, wenn ich die sehe, erinnere ich mich, ich wollte doch Leichtigkeit, atme vielleicht nochmal wieder durch und. Komm wieder kurz bei mir an und kann dann wieder in die nächste Situation gehen. Oder ich habe mit der Katrin Hohmann zusammen auch so ein Postkarten-Set gemacht, gerade für Eltern, wo wir Sätze drauf haben mit einer schönen Illustration dazu, zum Beispiel. Ein Kind in Wut ist ein Kind in Not. Um mich einfach daran zu erinnern, wenn jetzt da vor mir ein Kind steht, was mich anbrüllt und ich merke, das triggert mich auch und bei mir geht es auch höher her, Oder wenn ich das dann sehe, dann kann ich noch mal selber mich erinnern, okay, ich wollte ruhig bleiben. Das Kind ist in Not. Es braucht erst mal meine Unterstützung, um da wieder rauszukommen. Und dadurch kann ich auch schauen, wie möchte ich mich verhalten und welche Anker brauche ich vielleicht, um dann nicht meinem Gefühl oder meinem Trigger nachzugeben oder so, sondern da auch bewusst noch mal rauszukommen. Oder um Sachen, was können auch Regulationsstrategien für mich sein? Sowas wie durchatmen oder ich zähle die fünf gelben Sachen oder so. Das kann ich mir dann auch mit einem, meinetwegen nur im gelben Punkt einfach irgendwo hinhängen. Also es geht darum, dass ich weiß, was ist der Anker für mich? Was heißt das für mich? Und indem ich mir das sichtbar irgendwo hinhängen kann, kann es dann wirken. Da vielleicht noch so ein kleiner Hinweis. Das heißt, es macht Sinn, das immer mal woanders hinzusehen. Also den Platz immer mal zu wechseln. Genau, weil irgendwann gewöhnt sich ja das Gehirn dran. Unterbewusst nimmt es es noch wahr, aber bewusst nicht mehr. Und wir brauchen es ja in dem Moment bewusst, damit wir agieren können. Deswegen, wenn wir es immer mal woanders hinhängen, haben wir da immer wieder einen neuen Impuls sozusagen. Das heißt, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, dann helfen solche Visualisierungen dabei, im stressigen Alltag einfach bei der eigenen Haltung zu bleiben. Habe ich das richtig verstanden? Sie können auf jeden Fall dabei helfen, ja. Wenn ich das für mich so... Also ich muss es natürlich auch wollen, das ist wie mit allem Möglichen, das ist ein Tool, es ist meiner Meinung nach ein sehr, wirkmächtiges Tool, aber wie wir es einsetzen und was es bewirkt, hat natürlich ganz viel damit zu tun, wie ist unsere Haltung dahinter, was wollen wir auch damit erreichen. Und wenn wir das aber genau für uns wollen und das entsprechend auch für uns sozusagen emotional aufladen, dann kann das total helfen. Also ich habe es selber, ich habe diverse Sachen hier hängen. Von diesen Postkarten, die habe ich mir auch wirklich selber mit aufgehängt, so im Kühlschrank an Orten, wo ich immer wieder vorbeigehe, um das in Erinnerung zu rufen. Genau. Ja, und ich stelle gerade fest, dass wir das eigentlich, ohne das Fachwort dafür zu kennen, auch genutzt haben. Nämlich beim Thema Aufräumen. Gerade kleine Kinder haben ja da Schwierigkeiten mit, sich zu merken, was kommt wohin. Und da haben wir damals tatsächlich an die einzelnen Kisten Bilder gemalt. Hier ist die Eisenbahn, hier die Autos, hier liegen die Puppen und so weiter. Im Grunde ist das ja auch eine Visualisierung quasi. Die hilft dann im Alltag, sich zu orientieren für die kleineren Kinder. Genau, genau. Das habe ich tatsächlich als Beispiel mit in meinem Buch auch drin. Dieses Orientieren, zum einen zu wissen, wo finde ich was und wo kann ich es dann auch wieder zurückräumen. Wir haben das auf den Mülleimern dann mit drauf. Man kann das natürlich auch, an den Kleider schränken. Was ist in welcher Schublade drin, wenn ich da entweder in so ein Bohl ranhänge oder auch ein Foto oder so. Das gibt ja ganz viele Möglichkeiten. Das müssen auch nicht immer Sketchnur sein. Die haben einen riesen Vorteil, weil sie uns flexibel und unabhängig machen. Ich brauche nicht das richtige Foto da haben, weil ich kann einfach das richtige Symbol zeichnen. Aber es gibt wahnsinnig viel mehr, was wir auch alles nutzen können und was ich auch völlig legitim finde. Als Lehrerin interessiert mich natürlich, kann man das auch schon bei Schulkindern einsetzen? Also zum Beispiel beim Lernen oder für Referate? Absolut. Also wirklich. Es ist ein Tool, was wirklich für alle funktioniert, von klein bis groß. Ich habe es jetzt im Buch explizit für Jüngere gemacht, weil man da einfach noch ein paar Sachen hat, die anders funktionieren als bei Erwachsenen. Aber was ich für Kleine nutzen kann, kann ich immer auch für die Größeren nutzen. Und das heißt, ich kann es in der Schule großartig einsetzen. Zum einen sozusagen von mir als Lehrerinnenseite, indem ich auch, einzelne Aufgaben visualisiere, die Pläne visualisiere, auch dieses, was wir gerade hatten, die Orientierung im Raum zum Beispiel, alles Mögliche oder auch um Inhalte, zusammenzupassen, ob jetzt da, ich habe jetzt sofort, Overhead-Folie aus dem Physikunterricht im Kopf. Ob man das, oder ob ein Lehrer einen Text vorliest oder weiß ich nicht, oder ob der das in eine interessante Sketchnote packt, die auch nicht eben schön sein muss, aber interessant ist. Das macht natürlich schon einen Riesenunterschied. Und zum anderen ist es natürlich für die Kinder auch wahnsinnig hilfreich, wenn die es selber nutzen. Wir haben das schon gemacht bei meinem einen Kind in der ersten Klasse schon. Da hatten die so eine Aufgabe, dass sie ihr Kuscheltier vorstellen. Und das war natürlich total aufregend. Jetzt als erstes vor dieser großen Gruppe, die man auch noch nicht so gut kennt, und dann da reden. Und dann habe ich das auch gemacht, dass ich mit dem Kind es durchgegangen bin. Was willst du denn sagen? Wie heißt das? Seit wann hast du das? Und so weiter. Und haben dafür einzelne, das waren so fünf Symbole oder so, gefunden. Die haben wir auf so eine Postkarte ein großes Papier einfach gemacht. Und die hatte er dann dabei, konnte das vor sich auf den Tisch legen und konnte da, wie so ein Spickzettel oder wie halt die bei der Moderationskarte, also für die ModeratorInnen, wo dann der Text draufsteht, genauso das auch nutzen. Wo es dann schon ab der 1. Klasse sozusagen funktioniert. Je älter ich bin, desto mehr hilft mir das natürlich auch... Um zu lernen, genau, wenn ich was in eine Sketchnote packen kann, dann habe ich den Inhalt verstanden. Ich muss ihn durchdringen, um zu gucken, wie kann ich es so zusammenfassen in Bild, welches Bild passt wofür. Dann habe ich es einmal inhaltlich verstanden und über die Bilder in Kombination auch mit Schrift, in dem Fall dann ja, wenn die ein bisschen älter sind. Speichere ich das auch wahnsinnig gut ab und kann das auch ganz schnell wieder abrufen. Ich brauche dann nicht mehr diesen ganzen Kontext, sondern ich brauche ja nur dieses eine Bild. Und da hängt dann das Ganze dran, weil das wunderschön verankert ist in dem Bild. Ja, in diesem Bild-plus-Stichwort-Kontext sozusagen. Und ich meine, wenn ich so eine Sketchnote mache, auch beim Referat, und das irgendwie so vorbereite auf dem Flipchart oder so, ich meine, da sitzen alle Erwachsenen immer noch da und sagen, wow. Und wenn ich das als Kind in der Schule mache, ist das natürlich auch ein Knaller. Das ist richtig cool, ja. Ja, klingt total gut. Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage, ich habe es ja schon gesagt, ich bin komplett unbegabt, was Zeichnen betrifft. Gibt es denn da irgendwie Vorlagen, wo ich mich mal inspirieren lassen kann? Absolut. Es gibt ganz, ganz viel und ich rate das auch immer allen, auch in meinen Workshops, ich sage immer allen, ihr müsst nicht das Rad neu erfinden. Es geht überhaupt nicht darum, dass man jetzt sich jedes Mal ein neues Symbol ausdenkt, sondern es kippt schon ganz viel und wir können auch die KollegInnen, die auch wie ich Graphic Recording machen, also so große Live-Protokolle oder so, die können mir nicht erzählen, dass die nicht auch mal gucken und auch mal im Handy suchen, Symbol für XY oder so. Das heißt, da kann man sich total gerne umschauen. Ich habe in meinem Buch hinten tatsächlich über 200 Symbole gesammelt. Und auch von meinem Mann, der nämlich auch sagt, so zeichnen, malen geht gar nicht. Habe ich prüfen lassen, ob er sich vorstellen könnte, die alle zu zeichnen. Er hat ja gesagt. Okay, klingt gut. Und ich habe auch eine kleine Vorlage als kostenfreien Download, wo auch so erste Symbole drin sind. Das können wir bestimmt auch verlinken. Dann kann man da auch einfach schmandelt werfen. Aber auch außerhalb von mir gibt es natürlich wahnsinnig viel. Auch bei Pinterest kann man ganz viel finden. Also sich da einfach inspirieren lassen, abgucken. Vielleicht auch mal zum Beispiel mit den Kindern gemeinsam als Symbol-Detektive beim Spaziergang unterwegs sein. Was finde ich dann für Symbole im Alltag? Weil wir sind von ganz vielen Symbolen umgeben. Sei es irgendwelche Verkehrszeichen, U-Bahn-Zeichen, Toilettenzeichen hatten wir ja schon. Alles Mögliche, es gibt ganz viel um uns herum, wo wir auch gucken können und wo wir abgucken dürfen. Also unbedingt. Jetzt ist das Thema Neurodivergente Kinder bei mir ganz stark. Ich würde die gerne unterstützen als Lehrerin und vielleicht auch als Elternteil. Ich weiß, dass du dich damit auch beschäftigt hast, dass Visualisierung Neurodivergenten Kindern unterstützen kann. Wo siehst du denn da das Potenzial? Also ich glaube, dass es ähnlich, wie wir es eben schon gesagt haben, diesen Mehrwert haben kann für Familien, aber vielleicht nochmal einen Tick stärker sogar. Also dass der Mehrwert vielleicht einen Tick höher sein kann. Also es ist ja ein Riesenthema mit ganz unterschiedlichen Bereichen, deswegen kann man es ganz pauschal natürlich nicht sagen. Aber es kann, also wenn wir uns an diese visualisierten Abläufe zum Beispiel da mal einen Blick drauf werfen, dann kann das auf der einen Seite, Kindern Orientierung und Halt geben und im Zweifelsfall vielleicht auch die Eltern daran erinnern, das muss in dieser Reihenfolge passieren, damit es allen gut geht. Und auf der anderen Seite kann es gleichzeitig auch einfach helfen, daran zu erinnern, was als nächstes kommt, ohne dass das Arbeitsgedächtnis das alleine schaffen muss, weil das vielleicht eh schon überladen ist oder es halt einfach nicht da ist. In dem Moment, also die Erinnerung einfach nicht da ist dann. Das heißt, es kann ganz viel Halt geben, sowohl in so einer als auch in der anderen Richtung. Ich glaube, dass da nochmal auch wichtig ist, ein bisschen drauf zu gucken, wie gestalte ich das? Also zum Beispiel eher ein Symbol auf eine Karte zu machen. Also ich habe eine Karte fürs Zähneputzen, ich habe eine Karte fürs Zähneputzen. Jacke anziehen oder so, anstatt alles auf einem Bild. Das ist, glaube ich, kann auch noch mal hilfreich sein. Das hat auch so ein bisschen jetzt für alle gedacht, den Vorteil, wir haben es irgendwann so spontan, so ein bisschen aus der Not heraus, nein, wir brauchen jetzt mal wieder Ablaufkarten. Okay, wir haben jetzt nichts, wo wir es aufhören. Die liegen jetzt hier einfach im Flur. Und dann haben die Kinder angefangen, wenn sie fertig waren, die umzudrehen. Und dann habe ich gedacht, das ist ja cool. Man hat sofort dieses Belohnungssystem, also im Gehirn sozusagen, was dann angeschmissen wird, wo sofort so ein Dopaminkick kommt. Yay, ich habe was erledigt. Ich mache es inzwischen für mich auch. Ich liebe es auch so. Ja, ich muss auch die Wäsche aufhängen. Ich habe es geschafft. Ich kann die Karte umdrehen. Genau, das funktioniert ganz schön. Genau, und es kann natürlich auch nochmal als Erinnerungsanker sozusagen wieder dienen, auch für uns als Älteren oder auch für andere betreuende Erwachsene vielleicht. Wo auch, wenn beispielsweise bestimmte Routinen ganz wichtig sind oder die eine Mütze total wichtig ist, dass sie immer dabei ist oder so, dann kann ja auch vielleicht einfach nochmal ein Bild an der Garderobe mithängen in der Einrichtung, wo dann, wenn das Kind vielleicht in dem Moment nicht dran denkt, der oder die Erwachsene vielleicht auch mit dran denken kann, damit es einfach später auch dem Kind noch gut geht, weil die Mütze dabei ist oder sowas. Oder so Kleinigkeiten wie einfach ein gemaltes Herz auf dem Zettel, was in der Jackentasche steckt und nochmal ein bisschen Sicherheit gibt. So, ich denke an dich, du bist gut. Oder was auch eine ganz schöne Übung ist, natürlich nicht nur für Neurodivergente, sondern für alle Kinder, aber vielleicht gerade bei Neurodivergenten Kindern nochmal besonders schön wirken kann, weil das ja durchaus nicht unüblich ist, dass es da auch mal öfter ein bisschen negatives Feedback gibt von außen. Sowas wie die eigenen Erfolge aufzeichnen. Also sei es mit so einem, das kann ähnlich wie so ein Dankbarkeitsglas, wo man das drin sammelt oder auch mal, den Körper auf einem großen Blatt umranden und einfach alles dran schreiben und malen mit Symbolen, was ich schon gelernt habe oder was ich gut kann oder so. Oder das einfach mal aufhängen, einfach zu sammeln mit einem Foto und dann drumherum diese Sachen, was kann ich denn alles gut machen. Was habe ich schon gelernt? Seitdem, ich weiß, sie hat auch mal eine befreundete Familie erzählt, das fand ich auch ganz süß. Die hat mit ihrer Tochter einen Duplo-Turm gemacht. Und jeder Stein war sozusagen eine neue Sache, die sie gelernt hat. Du hast gelernt, dich hinzusetzen, zu laufen, so eine ganze Sache. Das war ein Riesenturm natürlich. Und das macht natürlich ganz viel mit dem Kind. Dieser Turm, was ich gelernt habe, ist größer als ich. Ich glaube, da kann man das auch ganz schön einsetzen. Sehr schön, ja. Ja, coole Ideen. Jetzt hört vielleicht die eine oder der andere zu und denkt sich, ja, würde ich gerne mal ausprobieren. Was wären so denn die ersten Schritte, die man gehen könnte? Gibt es da irgendwie so drei Symbole, die am wichtigsten sind, die wir am häufigsten brauchen, mit denen man beispielsweise starten kann? Also, ich glaube, das hängt eben wieder davon ab, wo liegt gerade so ein bisschen der Schmerzpunkt? Was ist das, wo du sagst? Da wünsche ich mir ein bisschen Erleichterung vielleicht durch so eine Ebene von außen oder eben die Visualisierung. Ich glaube, Sachen, die immer wieder kommen, sind Themen, was wir hatten in diesen Abläufen und Routinen wie Essen. Also was ich sagte, zum Beispiel einen Kreis mit so einem, ich mache da mal noch so einen Viertelkreis rein sozusagen, nochmal für diesen inneren Kreis. Eine Gabel und Messer daneben oder eine Zahnbürste. Da kann man so ein ganz längliches, schmales Viereck machen, wo auf der einen Ecke noch mal ein kleines, ein bisschen dickeres Viereck ist. Und da drauf haben wir eine Wurst mit einer Spitze. Das ist dann die Zahnbürste mit der Zahnpasta oben drauf, zum Beispiel. Grundsätzlich macht es, glaube ich, Sinn, sich zu überlegen. Also zum einen, was sind meine Sachen, wo kann ich jetzt gerade anfangen? Was fühlt sich vielleicht auch leicht an? Ich habe bei uns gemerkt, dass wirklich diese Sachen wie diese Karten, das habe ich, in dem Moment gesagt hat, ich brauche das jetzt, wir brauchen das jetzt, ich mache das jetzt darauf und die halten immer noch. Und gleichzeitig hat man, wenn man so loslegt, einfach auf so einen kleinen Notizzettel, wie wir diese großen Stapelblöcke haben, oder Post-its oder so, wo man auch nicht das Gefühl hat, oh, das muss jetzt aber auch gut werden, sondern einfach loslegt und macht. Und wenn es blöd aussieht, mache ich es morgen nochmal neu und wenn Milch drüber geschüttet, ist das auch nicht schlimm, weil das kann ich ja auch nachher nochmal neu machen. Ich glaube, mit sowas einfach so ganz Und niedrigschwellig starten macht total Sinn und auch zu gucken, was habe ich denn alles schon zu Hause? Was habe ich vielleicht? Kann ich auch für das Symbol, ich weiß nicht, anziehen, auch eine... Eine Puppenjacke nehmen, die dann da liegt. Und fürs Zähneputzen haben wir vielleicht eine alte Zahnbürste, die wir da liegen haben. Das kann ja auch haptisch noch was mit sein. Wir müssen nicht alles eben neu und in schick laminierten Karten oder so haben, sondern wir können einfach gucken, was ist da. Oder können wir aus der Duplo-Kiste was rausnehmen. Oder haben wir irgendwo vielleicht schon ein paar Fotos, die wir auch benutzen können oder so. Genau, ich habe tatsächlich die Routinen meiner Kinder, Da habe ich sie beifotografiert, während sie das tun und habe dann so Bücher daraus gemacht, wo eben Schritt für Schritt die Abendroutine oder so drin war. Und das haben die auch geliebt, also jeweils eine Seite umzublättern und dann zu sagen, ah, das kommt als nächstes. Und die wussten dann auch irgendwann schon, wie es weitergeht. Und das hat ihnen super viel Sicherheit gegeben, diesen Ablauf schon zu kennen und auch schon sagen zu können, okay, jetzt kommt als nächstes Zähneputzen oder so. Da waren sie noch ganz klein, zwei, drei Jahre. Das war richtig cool. Ja, ja. Gibt es denn so typische Hürden beim Einstieg ins Visualisieren oder auch in Sketchnotes und kann man die irgendwie umgehen? Also ein paar haben wir ja schon auch gehört. Ich kann ja überhaupt nicht zeichnen. Das ist so eine der größten Hürden, glaube ich. Das sind so Glaubenssätze, die viele ja auch echt schon aus der Schule mitnehmen und so. Und da ist ein ganz wichtiges Thema, wirklich sich nochmal klarzumachen, es geht ums Verstehen und es geht um euch. Das heißt, es muss auch nicht von den Nachbarn verstanden werden, es muss nicht. Von allen Kindern verstanden werden, sondern ihr führt die Symbole gemeinsam ein. Das heißt, es kann auch ein Krickelkackel sein, es kann auch ein Klecks sein im Prinzip. Je konkreter, desto besser, wenn die jünger Kinder sind, das so ein bisschen am Rande. Aber es kann genauso gut dieses Foto sein. Ihr könntet ja die Fotos, von euren Schritten in der Morgenroutine, die hätten ja in einem anderen Kontext was ganz anderes heißen können. Das könntest du auch machen unter, was du schon alles alleine kannst zum Beispiel. Dann würde es eine ganz andere Bedeutung haben. Aber in dem Fall ging es darum, was sind die Schritte? Und das habt ihr besprochen. Und das ist natürlich ganz wichtig. Und diese Ebene mitzudenken, dass ihr das einführt und die Bedeutung dem gebt, was da ist, das heißt jetzt für uns. Ich finde, das kann auch so ein bisschen diesen Anspruch nehmen, das muss ja alles komplett aus dem Symbolsicht verstehen. Weil das funktioniert in der Regel eh nicht. weil wir brauchen dieses Wissen, was es in dem Moment bedeutet. Wenn wir in Sketchnotes im klassischen Sinne denken, da haben wir oft das Symbol plus eben ein Stichwort, was geschrieben ist. Und durch die Kombination wird es dann relativ eindeutig. Wenn wir mit Kindern arbeiten, die noch nicht lesen können, dann haben wir diese zweite Ebene, diese Schrift einfach nicht mit drin, sondern die machen wir, indem wir mit den Kindern darüber sprechen. Das ist da nochmal ganz wichtig, das im Kopf zu haben. Und, was ich auch immer lieb, ich habe gesagt, es ist so einfach wie Schreiben lernen, aber wir haben den Vorteil gegenüber dem Schreiben, es gibt keine Grammatik. Ich mache zum Beispiel, habe ich neulich in einem Workshop die Übung gemacht, dass ich allen gesagt habe, malt doch mal einen Baum. Und dann habe ich sie aufgefordert, das hochzuhalten und habe ganz provokativ in die Runde gefragt, und welcher ist jetzt richtig? Und daraufhin mussten alle so ein bisschen lachen, genau, und sagten, naja, alle. Und ich sage, genau. Und das ist es. Also jeder Baum, egal wie dir dein Zeichen ist, der ist trotzdem richtig. Du kannst sagen, er ist vielleicht nicht so geworden, wie du ihn wolltest. Du kannst auch sagen, das hat mein Kind jetzt nicht gleich verstanden. Aber wenn du es gesagt hast, dann ist es klar. Und das gibt auch nochmal so eine Freiheit. Egal wie du es machst, ist es trotzdem richtig. Und? Ja, das klingt gut. Genau, das sind, glaube ich, ganz gute Einstiegsgedanken. Ansonsten gebe ich immer noch gerne mit an die Hand, üben, üben, üben, wie beim Schreiben lernen. Wie lange dauert es, dass die Kinder das flüssig schreiben? Wir haben eben den Vorteil, haben wir schon gesagt, wir können schon Kreise und Dreiecke. Wir sind da, glaube ich. Es kann wesentlich schneller gehen, aber üben hilft immer. Lass uns mal zum Ende der Folge noch mal auf dein Buch zurückkommen. Du hast ja schon gesagt, dass man auch ganz viele konkrete Beispiele findet. Was erwartet mich denn da sonst noch? Am Anfang gab es einen Einstieg in das ganze Thema. Was ist das überhaupt? Warum ist es auch so wichtig? Da gehe ich auch nochmal drauf ein, dass Auge halt so wichtig ist. Das, was wir sehen für die ganze Verarbeitung. Dann geht es ganz viel um das, was wir gerade besprochen haben. Also das Thema Perfektionismus loslassen, Glaubenssätze über Bord werfen. Worauf können wir denn achten? Auch wirklich nochmal mit dem Fokus, worauf sollten wir achten, wenn wir für kleine Kinder das machen? Da würde ich auch gerne noch ein, zwei Sätze ganz kurz hier an der Stelle zu sagen, weil es gibt bei Sketchnotes immer wieder zum Beispiel den Hinweis, nutzt Metaphern, unsere Sprache ist voller Bilder, nutzt die dafür, was ein wunderschöner Hinweis ist, sofern wir davon ausgehen können, dass die Metaphern vom Gegenüber verstanden werden als solche. Und bei Kindern können wir zumindest nicht sicher davon ausgehen, dass sie Metaphern verstehen. Das heißt, dort wirklich den Hinweis, Metaphern rauszulassen. Ein Beispiel ist da immer diese Glühbirne für Idee, das Klischee-Symbol sozusagen für Sketchnotes. Und wenn ich das mit Kindern mache, sofern sie überhaupt diese Glühbirne noch als Glühbirne erkennen, weil so sehen ja kaum noch Glühbirnen aus. Heißt das dann halt Licht oder Lampe und nicht Idee. Ich habe neulich, da kleine Anekdote am Rande, ein Video gesehen in den sozialen Medien. Das fand ich großartig, wo eine Mutter mit einem Kind im Auto, also sieht man nicht, hört man nur, aber die zeigen auf, oder es ist zu sehen, ein Verkehrsschild, wo dieses U-Turn verboten, also dieser runde Pfeil sozusagen, der durchgestrichen ist. Und das Kind sagt, offene Haare sind verboten. Das finde ich total schön, weil das ist auch so, es kennt es noch nicht. Es kennt noch nicht alle Symbole, sondern wir müssen die Stück für Stück lernen. Und so ist es mit den Metaphern eben auch. Die kennen wir noch nicht alle oder die kennen die Kinder noch nicht alle. Deswegen nutzen wir da wirklich die konkreten Sachen am besten. Genau, das war so ein bisschen der Schlenker. Im Buch geht es dann danach wirklich ganz konkret um die Einführung. Wie kannst du das zeichnen mit Sketchnotes? Wie funktioniert diese Sketchnote-Technik? Also wie kannst du ganz einfache Symbole zeichnen, aus diesen Grundformen aufbauen? Wie kannst du auch ganz einfache Menschen zeichnen? Auch aus ganz einfachen Formen. Worauf kannst du achten? Wie kannst du dann insgesamt eine Sketchnote aufbauen, sodass das auch den Blick noch leitet und dir hilft, zu betonen, was wichtig ist, wie setzt du Farbe ein, solche Sachen. Dann gibt es eben wirklich diesen Teil mit ganz, ganz praktischen Umsetzungsideen. Das ist im Buch jetzt ein bisschen Fokus auf Kita-Alltag, wobei eben da ganz viel zu übertragen ist, sowohl auf der einen Seite in Richtung Familie, auf der anderen Seite auch genauso in Richtung Schule. Das sind wirklich für die verschiedenen Bereiche, Also Orientierung im Raum, Ablaufpläne, Projektarbeit und solche Sachen. Das sind thematisch gegliedert. Da habe ich auch die Gastbeiträge von der Katrin Hohmann, von Rüdiger Hantessen vom Institut für Partizipation und Bildung, die die Kinderstube der Demokratie, also zur Partizipation in Kitas, ganz viel gemacht haben, mit drin. Und den Christian Eisel von der Regenbogenakademie. Genau, die habe ich eingeladen, die sind da auch mit drin. Und am Schluss haben wir dann eben diese über 200 Symbole nochmal gesammelt, einfach als so eine Startsymbolbibliothek, dass man einfach loslegen kann und danach gucken kann und sich inspirieren kann. Und es gibt noch ein paar Übungsseiten, die man downloaden kann, dann auch über einen QR-Code im Buch. Klingt gut. Und du hast noch eins mitgebracht, das dürfen wir verlosen. Deswegen schaut gerne mal bei Instagram vorbei oder schreibt uns eine Mail an wunschkindblog.gmail.com. Es heißt mit Bildern schreiben. Ja, vielen lieben Dank, liebe Annalena. Damit sind wir auch schon am Ende der heutigen Folge. Vielen Dank für das Gespräch und die vielen, vielen konkreten Einblicke in die Visualisierung. Vielen, vielen Dank euch für das schöne Gespräch. Ich freue mich sehr. Ja, es hat uns viel Spaß gemacht. Und ich glaube, man merkt sehr schnell, dass Visualisierung nicht unbedingt ein zusätzliches To-Do ist, sondern im besten Fall ja etwas, das den Alltag wirklich leichter machen kann, vor allen Dingen mit Kleinkindern. Und ich muss ganz ehrlich sagen, das hätte ich schon gerne früher gewusst. Und wenn du jetzt vielleicht neugierig geworden bist, dann schaue dich gerne mal auf Annalenas Homepage um oder auf ihrem Instagram-Account vorbei. Auf ihrer Homepage findest du auch einen, hast du ja schon gesagt, den kostenlosen Download mit 20 Symbolen. Die Links zum Buch und zu Annalenas Instagram und ihrer Homepage findet ihr natürlich in den Shownotes. Wenn dir die Folge gefallen hat, dann abonnier gern unseren Podcast. Lass uns eine Bewertung da und teile die Folge gern mit anderen Eltern, für die das vielleicht auch hilfreich sein könnte. Wir hören uns, wenn ihr mögt, in der nächsten Woche. Bis dahin sagen wir Tschüss. Das war der Podcast vom gewünschtesten Wunschkind.