Hallo und herzlich willkommen zu Das gewünschteste Wunschkind, der Podcast mit Daniel Graf und Katja Seide. Wir sind ja aktuell gerade mitten in oder kurz vor den Sommerferien. Deswegen wollen wir heute über ein Thema sprechen, das bei vielen Eltern gleichzeitig Vorfreude und Stress auslöst, nämlich das Reisen mit Kindern. Vielleicht planst du gerade einen Urlaub oder bist mittendrin und fragst dich, wie das eigentlich gut funktionieren kann. Oder du bist unsicher, ob sich Fernreisen mit Kindern überhaupt lohnen. Das wird uns heute Christine Jaschik verraten. Christines große Leidenschaft ist nämlich das Reisen. Sie ist regelmäßig mit ihrem Mann und ihren Kindern in Deutschland, Europa und Nordamerika unterwegs und hat das Buch Städtetrips mit Kids geschrieben. Wir wollen von ihr wissen, wie Reisen mit Kindern möglichst entspannt wird, was man wirklich braucht und was man getrost weglassen kann. Und wir sprechen auch darüber, warum Reisen für Kinder so wertvoll sein kann. Herzlich willkommen, Christine. Dankeschön, ihr beiden. Ich freue mich auf das Gespräch heute. Ja, wir auch. Zum einen Stück erzähl uns doch mal ganz kurz, wie sieht denn euer Reisealltag aus? Also was reizt euch daran, speziell mit Kindern viel unterwegs zu sein? Also es reizt uns daran, weil mein Mann und ich gerne reisen. Wir haben auch schon, bevor wir uns kennengelernt haben, große Reisen gemacht. Er war schon in Afrika. Wir waren unabhängig von London in Amerika. Ich habe ein Work-and-Travel-Aufenthalt in Australien gemacht. Und Reisen ist einfach unsere gemeinsame Leidenschaft. Und darauf wollten wir trotz oder gerade wegen der Kinder nicht verzichten. Unser gemeinsames Hochzeitsthema war sogar ein Reisethema. Also das ist tatsächlich das, was uns sehr, sehr verbindet, unsere Reiseleidenschaft. Und die Kinder wollten wir immer mitnehmen. Also wir wollten aufs Reisen nicht verzichten und wollten die Kinder mitnehmen und haben uns so über die Jahre ein ganz schönes Wissen aufgebaut, wie das ist, mit Kindern zu verreisen. Und stellen fest, dass unsere Kinder dadurch ein, ich würde sagen, für ihr Alter schon großes Allgemeinwissen aufgebaut haben, dass sie davon profitieren, dass wir in der Welt unterwegs sind. Wir haben aber auch die Welt bei uns zu Gast. Wir hatten gerade bis vor kurzem eine Gastschülerin aus Peru bei uns. Also wir sind echt daran interessiert, andere Kulturen kennenzulernen und die Schönheit der Welt und der Erde kennenzulernen. Du sagst ja, Reisen bildet und gerade hast du auch gesagt, deine Kinder haben davon profitiert. Was genau meinst du denn damit? Also jetzt gerade im Hinblick auf Kinder, wovon profitieren die denn? Sie lernen meines Erachtens dadurch, dass die Welt viel, viel größer ist als das, was Sie in Ihrem Alltag sehen. Also Amerika zum Beispiel ist ein wahnsinnig großes, vielfältiges Land. Europäische Länder sind wahnsinnig vielfältig, anders als zu Hause. Sie haben inzwischen Freundschaften in der Welt. Wir haben zum Beispiel eine sehr gute Freundin inzwischen in Amerika, die große WhatsApp mit dieser Freundin dort. Und hat so zum Beispiel auch noch Sprachkompetenzen entwickelt. Die kleinere fängt auch langsam an, sich Sprachkompetenzen zu erwerben. Und ich finde, es ist total beeindruckend zu sehen, wie sie so ein Sprachgefühl für verschiedene Sprachen entwickeln. Als wir in den Osterferien in Paris waren, haben sie ein bisschen versucht, Französisch zu sprechen, weil sie einfach gemerkt haben, Sprache ist der Schlüssel, um mit anderen Menschen kommunizieren zu können. und das wollen sie tatsächlich auch irgendwie ausleben und sich da ausprobieren. Ja, das stimmt. Die sind auch ganz neugierig. Wenn wir jetzt mal ganz praktisch einsteigen, Städtereisen. Darüber würde ich gerne sprechen. Das stellen sich mit Kindern ja ganz, ganz viele sehr anstrengend vor. Und tatsächlich ist meine eigene Erfahrung auch, dass das ganz häufig so ist. Wie bereitet ihr euch denn darauf vor und woran sollte man unbedingt denken, wenn man in Städten unterwegs ist? Also Städtereise sind grundsätzlich natürlich ganz anders mit Kindern als mit Erwachsenen oder wenn man nur als Erwachsener unterwegs ist. Das Programm muss man auf jeden Fall anpassen. Wenn ich als Erwachsene mir eine Stadt anschaue, dann versuche ich möglichst viele Sehenswürdigkeiten mitzunehmen. Das geht mit den Kindern nicht. Die machen irgendwann zu, denen ist es zu viel. Also man muss sich überlegen, was ist mir besonders wichtig, was will ich an einem Tag machen und danach das Programm ausrichten. Auf der anderen Seite, das klingt jetzt erstmal, als würde man zurückstecken müssen, aber man lernt auch so wahnsinnig viel. Also ich habe es vorhin schon angesprochen, wir waren in Paris und dort haben wir einen Feuerwehreinsatz eine halbe Stunde lang beobachtet, an dem wären wir als Erwachsene knallhart vorbeigegangen. Die Kinder wollten unbedingt sehen, was da passiert, also haben wir da zugeguckt. Und so lernt man die Stadt auch aus einer anderen Perspektive kennen. Was wir gerne machen, dass wir uns vorher überlegen, was machen wir? Also wollen wir Fahrräder zum Beispiel ausleihen oder können wir uns anders irgendwie schnell fortbewegen, dass wir nicht so lange Strecken laufen müssen? Wo haben wir Spielplätze, wo wir vielleicht eine Pause machen können? Wir haben übrigens immer genug zu essen dabei, aber das kennen, glaube ich, die meisten Familien. Wo sind Spielplätze, wo sind schöne Plätze zum Pause machen? Und dann ist es einfach die Flexibilität, die es ausmacht. Wenn ich merke, die Kinder mögen nicht mehr, dann müssen wir gucken, dass wir einen Kompromiss finden. Machen wir weiter, machen wir Pause? wie machen wir Pause und so weiter. Also das große Thema, glaube ich, ist die Flexibilität, dass man nicht nur sein Programm durchzieht, sondern einfach aufeinander hört. Und wie ich gerade rausgehört habe, wo die nächsten Spielplätze sind. Ich kenne, glaube ich, jede Familie. Ja, ich war gerade in Prag und tatsächlich war das Erste, was wir gesucht haben, Spielplätze. Jetzt weiß ich, dass viele Eltern großen Respekt vor Fernreisen mit Kindern haben, Vor allen Dingen auch vor dem Fliegen. Kannst du da sagen, was hilft beim Thema Flug, Jetlag und auch jetzt Ankommen vor Ort? Also tatsächlich hilft zu wissen, meines Erachtens, dass Jetlag bei Kindern anders aussehen kann als bei uns Erwachsene. Wir sind müde, vielleicht abgeschlagen, schlafen am nächsten Tag lang oder kurz, je nachdem wie der Jetlag oder die Zeitverschiebung liegt. Aber bei Kindern kann es sich ganz anders äußern. Es können Magenschmerzen sein, das kann Übelkeit sein, das kann Schwindel sein, das kann Kopfschmerzen sein. Also das sind Kinder anders, die reagieren anders auf den Jetlag. Was wir machen, ist, dass wir gucken, wenn wir lange fliegen, dass wir versuchen, Nachtflüge zu kriegen, sodass die Kinder wenigstens ein bisschen schlafen können im Flugzeug. Auch wenn wir Erwachsenen vielleicht nicht unbedingt so gut schlafen, aber dass sie wenigstens ein bisschen schlafen. Und Pädagoge, Kino oder her, wir lassen sie Fernsehen schauen, wenn sie möchten, wir spielen mit ihnen, wir unterhalten uns mit ihnen, aber sie dürfen genauso ihren Film anschauen, den sie sich vorher schon wünschen. Und wir gestalten die ersten Tage vor Ort langsamer. Also wir richten uns tatsächlich danach, wie geht es uns? Wann sind wir aufgewacht? Als wir letzten Sommer in Los Angeles waren, waren wir alle um halb sechs, glaube ich, wach und um sieben beim Frühstück. Dann haben wir das Hollywood-Sein halt schon um acht angeguckt. Was gut war, es war nicht so heiß, es war nichts los. Hat auch seine Vorteile. Also wir richten uns einfach da ganz flexibel und lassen uns die ersten Tage auch ein bisschen treiben und schauen, wie geht es uns, wie geht es den Kindern? Okay. Jetzt gilt ja Reisen oft als teuer und gerade wenn man Kinder hat, stellt man fest, dass man in den Ferien locker das Zwei- bis Dreifache dessen zahlt, was in Davor- oder Nachsaison üblich ist. Wie schafft ihr es denn so viel mit Kindern unterwegs zu sein, ohne dass das finanziell irgendwie komplett aus dem Ruder läuft? Das ist echt eine gute Frage, weil in den letzten Wochen und Monaten sind ja die Preise explodiert aufgrund der ganzen Krisen in der Welt. Es ist wahnsinnig schwierig im Moment. Was wir machen, wir beobachten Preise, sind absolut preissensibel. Mein Mann hat jetzt schon fünfmal den Mietwagen umgebucht, weil er das letzte Mal festgestellt hat, ah, jetzt ist er nochmal billiger oder hier kann ich nochmal was sparen oder irgendwie sowas. Was wir machen, wir fliegen mit Handgepäck so oft und so gut es geht. Wir kochen selber oder gehen in Supermärkte, kaufen Picknick für den Tag. Wir machen die meisten Ausflüge selber. Wenn wir zum Beispiel auf einer Kreuzfahrt sind, dann buchen wir nicht den teuren Ausflug der Reederei, sondern wir überlegen uns eben vorher, was machen wir selber, wie machen wir das selber oder suchen Anbieter, die günstiger sind. Und versuchen eben so, die Preise zu drücken. Was ich mache im Alltag, ich sammle Meilen und versuche dann auch Flüge über Meilen zu bezahlen. Und das ist uns auch schon bei zwei Urlauben gelungen. Also wir versuchen einfach auch an jeder Stelle irgendwie da Geld zu sparen und den Markt zu beobachten. Ihr reist ja häufig nur mit Handgepäck, sogar über mehrere Wochen, was ich irgendwie total krass finde. Ich glaube, das können sich viele auch kaum vorstellen. Wie organisiert ihr denn das konkret? Also tatsächlich habe ich mir das am Anfang auch nicht vorstellen können. Ich war total skeptisch und habe mir gedacht, wie kann das funktionieren mit Kindern? Aber es ist tatsächlich so, jeder von uns hat einen Handgepäckkoffer. Wir haben Klamotten und Schuhe für ungefähr sieben Tage dabei. Und wir suchen uns Hotels und Unterkünfte, in denen wir alle paar Tage waschen können. Das heißt, ich nehme zum Beispiel von zu Hause die Waschmittelpots mit, die. Brauchen wenig Platz im Gepäck und gehen durch die Flüssigkeitskontrolle durch und dann wasche ich und trockne ich alle paar Tage unsere Wäsche und so haben wir alle wieder frische Wäsche. Die Kinder haben zusätzlich und auch wir Erwachsenen jeder einen eigenen Rucksack, da ist das Kuscheltier drin, das brauchen sie als Anker von zu Hause, da ist ihr Kissen drin zum Schlafen, da sind Spielsachen drinnen und, wir haben in unserem Rucksack eben noch das, was wir so als notwendiges brauchen auf dem Flug. Und so kommen wir eigentlich ziemlich gut durch. Also wir machen damit Kreuzfahrten. Wir reisen drei Wochen durch die USA und werden jetzt auch im Sommer durch Australien nur mit Handgepäck reisen, weil wir das eben so machen, dass wir alle Pettage waschen. Und wer das möchte, ich habe unsere Packlisten kostenlos auf unserer Homepage verlinkt. Wer sich da Inspiration holen möchte, wie man Spaß anpacken kann, gerne jederzeit. Wie seid ihr denn darauf gekommen? Also was sind die konkreten Vorteile, jetzt nur mit Handgepäck unterwegs zu sein? Also tatsächlich sind wir einfach flexibler. Wenn wir in der Stadt unterwegs sind oder irgendwie viel hin und her packen oder so einen Roadtrip machen, dann ist es mit kleinem Koffer einfach leichter. Wir brauchen auch einen kleineren Mietwagen, also das ist wieder das Thema Finanzen, weil wenn ich vier große 23 Kilo Koffer habe, dann brauche ich einen größeren Kofferraum als wenn ich vier Handgepäckkoffer habe und Rucksäcke. Oder wenn wir in großen Städten unterwegs sind, als Beispiel New York oder Paris, wo man mit der Metrophil unterwegs ist, dann bin ich einfach flexibler unterwegs. Ich bin schneller über die Treppen drüber und ich kann den Kindern leichter helfen. Weil wenn ich nicht so viel schleppen muss und nur einen kleinen Koffer habe, dann kann ich auch die Kinder besser unterstützen und habe eine Hand frei, als wenn ich einen großen Koffer schleppen muss. Und so sind wir tatsächlich darauf gekommen. Wir waren auch schon wahnsinnig dankbar dafür, weil wir vor einigen Jahren das, Fall hatten, dass unser Flieger, in dem wir schon gesessen sind, über Stunden nicht geflogen ist und wir letztlich wieder aussteigen mussten. Wir haben fasziniert dem Kofferchaos zugeguckt, bis alle Stunden später ihre Koffer hatten und wir hatten unsere Koffer bei uns. Und noch ein Vorteil, es kann halt auch einfach kein Gepäck verloren gehen, außer ich lasse es selber stehen, was uns jetzt noch nicht passiert ist. Aber ansonsten habe ich das Gepäck immer bei mir und habe auch alles griffbereit. Und das finde ich auch mit Kindern so wahnsinnig praktisch. Weil wenn ich mal Ersatzkleidung brauche oder irgendwas isst, dann komme ich einfach jederzeit ganz gut hin, weil ich es einfach bei mir habe. Ja, das klingt total plausibel. Gibt es denn ein Alter, in dem Reisen mit Kindern besonders unkompliziert ist oder ist es eher ein Mythos? Ich würde sagen, es klingt total komisch, aber mit Babys fand ich am leichtesten, weil die am wenigsten brauchen. Die brauchen Windeln, die brauchen Essen und ansonsten sind sie wirklich gerne einfach nur bei ihren Eltern und sind damit zufrieden. Je älter Kinder werden, desto mehr Bedürfnisse kommen mit dazu. Das klingt vielleicht irgendwie wirklich komisch, weil Babys tatsächlich eigentlich auch viele Bedürfnisse haben, aber die sind leichter zu befriedigen. Kinder, wenn sie größer werden, haben eigene Vorstellungen davon, was sie sehen wollen, wie der Tag ablaufen soll, was sie brauchen, um zufrieden zu sein. Und da muss man als Eltern dann auch an sich arbeiten und tatsächlich mehr diskutieren, mehr Kompromisse schließen, mehr gemeinsam überlegen, wie gestalten wir das, was wollen wir eigentlich im Urlaub machen oder was wollen wir jeden Tag machen. Also ist das so aus deiner Sicht die komplizierteste Altersphase, wenn die Kinder wirklich anfangen zu diskutieren oder wenn sie schon geübt sind? Also was ist jetzt irgendwie schwieriger? Zehnjährige? Sechzehnjährige? Was würdest du denken? Ich würde sagen, jedes Alter hat seine speziellen Herausforderungen. Sehr diplomatisch. Ja, aber tatsächlich ist das so. Aber was wir machen, seit wir feststellen, dass unsere Kinder einfach mehr mitreden, wir beziehen sie stärker in die Planung mit ein. Also wir besprechen zu Hause, schauen Wochen vorher, schau, so wird es aussehen, diese Route fahren wir oder das ist dieses Schiff oder wir werden das und das anschauen und wir wollen das und das als Ausflug machen oder wie auch immer, dass wir das gemeinsam besprechen und sie die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu sagen, damit wir auch Rücksicht nehmen können oder bei dem einen oder anderen eben sagen können, okay, wenn du das so möchtest, dann machen wir das so, dafür machen wir was anderes dann so, wie wir möchten. Hmm. Jetzt gibt es ja ganz unterschiedliche Reiseformen, also vom Roadtrip über Camping bis hin auch zur Kreuzfahrt. Woran macht ihr denn jetzt fest, was gerade zu euch und euren Kindern passt? Wir entscheiden es tatsächlich jedes Jahr neu, auf was wir Lust haben und auf was ja jetzt, wo die Kinder immer mehr mitreden, auf was auch sie Lust haben und dann bauen wir das so für uns eben zusammen. Also dieses Jahr zum Beispiel, wenn wir zurückblicken, eins unserer Kinder hat sich ganz, ganz sehnlich gewünscht, dass wir ins Disneyland Paris fahren. Deshalb waren wir in Paris und haben da einen Tag im Disneyland Paris verbracht. Unsere Kinder lieben Kreuzfahrten und wünschen sich, dass wir immer wieder auf Kreuzfahrt gehen. Da gucken wir dann auch, ob wir das möglich machen können, ob es preislich geht, ob die Route passt und so weiter und besprechen das dann gemeinsam. Mein Mann und ich, wir mögen eher die Roadtrips. Da gucken wir dann auch, ob das geht oder wie wir das machen. Also das ist tatsächlich jedes Jahr anders. An Pfingsten waren wir ein paar Tage baden einfach nur, weil die Kinder sich einen Badeurlaub gewünscht haben. Also da sind wir echt flexibel und versuchen inzwischen wirklich auch, wie gesagt, die Kinder mit reinzunehmen und das gemeinsam zu planen übers Jahr. Jetzt hast du ja gerade schon Kreuzfahrten genannt, die werden ja oft als besonders familienfreundlich vermarktet. Ich bin aber ganz ehrlich, für mich ist das mittlerweile tatsächlich auch eine wirklich tolle Art zu reisen. Mir ist natürlich bewusst, dass es da viel Kritik wegen der Umweltbelastung gibt. Und deswegen habe ich mich am Anfang sehr intensiv damit beschäftigt und festgestellt, dass die Bilanz von Flugreisen ähnlich schlecht ist. Und auch Autoreisen sind nicht automatisch besser. Ich hatte das mal ganz konkret für eine Reise nach Norwegen mit einem modernen LNG-Kreuzfahrtschiff ausgerechnet. Und die Umweltbelastung war fast genauso hoch, wie wenn ich mit dem Auto nach Norwegen fahre, einfach weil es so eine lange Strecke ist. Reisen ist ja leider nie klimafreundlich und daher muss man alle Umstände abwägen. Für uns als Familie ist es auch wirklich eine tolle Art zu reisen, die neben den bekannten Nachteilen auch einfach super viele Vorteile hat, sodass wir uns tatsächlich gelegentlich so eine Reise gönnen. Was würdest du dann sagen, gerade in Bezug auf Kreuzfahrten, worauf sollte man achten, wenn man so eine Reise mit Kindern macht? Ich weiß nicht, worauf ihr achtet. Vielleicht kannst du das nachher erzählen. Wir achten zum Beispiel auf das Schiff. Wir schauen uns an, was bietet das Schiff und zwar nicht nur an Entertainment und damit meine ich nicht die Animateure, die irgendwie da Programm veranstalten, sondern was ist sonst noch da? Also wir waren jetzt zum Beispiel schon auf dem Schiff, das hatte eine Achterbahn auf Deck oder man konnte Kart fahren. Das sind jetzt wirklich die, ich würde sagen, ganz moderne, große Schiffe, die sowas bieten. Aber auch, was bietet der Kids Club an? Was ist für Kinder am Pool? Gibt es ein extra Kinderpool oder Rutschenparadies oder irgendwie sowas? Ist da irgendwas für die Kinder mit dabei? Also das ist das Erste. Deshalb mögen wir übrigens auch die amerikanischen Schiffe, weil die, was das angeht, weiter sind als die europäischen Schiffe. Dann das Zweite, was wir uns angucken, ist die Route. Interessiert uns die Route oder ist es was, was uns nicht interessiert? Und da sind wir auch inzwischen sehr sensibel, weil wir schon einige Kreuzfahrten gemacht haben und schon auch wissen, was wollen wir noch sehen, was haben wir schon gesehen und wo zieht es uns nochmal hin? Und dann schauen wir natürlich nach dem Essen. Das ist für uns auch immer so ein Thema, weil die Kinder zum Beispiel Buffet essen wahnsinnig gerne mögen. Sie lieben es, ans Buffet zu gehen, sich das täglich auszusuchen, was es gibt. Und trotzdem haben wir jetzt die Erfahrung gemacht, es gibt Schiffe, die haben ein bisschen mehr, die haben noch so weitere Angebote, sag ich jetzt einfach mal, wo es Burger gibt oder wo es Sushi gibt oder wo es Pizza gibt und solche Sachen. Wir schauen uns das an und wichtig für uns ist dann aber auch, was ist im Preis inkludiert und was müssen wir aufzahlen, damit wir das mit den Kosten irgendwie im Blick haben. Haben wir schon gehabt, das Thema Finanzen und auch, was ist an Getränken inklusive oder was kostet das Getränkepaket. Weil je größer die Kinder werden, desto eher sind die mal unterwegs und holen sich was zu trinken und dann will ich das mit den Kosten auch ein bisschen im Blick haben. Was ich mag, total an Kreuzfahrten, ist, dass die Unterkunft dabei ist, dass ich mich um nichts kümmern muss, dass ich immer zum Essen gehen kann, wenn wir Hunger haben. Ich mich auch überall hinsetzen kann und mal eine Woche tatsächlich nicht wie in einer Ferienwohnung wieder für alle irgendwie einkaufen gehen muss, mir überlegen muss, was kochen wir und so weiter, sondern dass es auch für mich als Mama und für meinen Mann als Papa tatsächlich Urlaub ist. Und dass wir jeden Tag woanders ankommen, das lieben wir total. Das ist ja schon so. Also es ist häufig so in den Ferien, dass dann doch wir Mütter wieder am Herd stehen und quasi automatisch die Versorgung der Familie übernehmen. Und insofern ist das für mich auch ganz toll, einfach eine Rundumverpflegung zu haben, wo ich mich eben nicht kümmern muss. Und mein Mann ist so eher der aktivere Typ, der freut sich jeden Tag, steht morgens um sechs auf und guckt, wie wir in den Hafen einfahren, während ich schön ausschlafe. Und dann macht er schon die erste Runde und nachmittags gehen wir alle nochmal gemeinsam. Also ich finde es einfach für die Familie ist es eine gute Art zu reisen, weil eben alle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Genau, so geht es uns auch. Und jeder kann so auch in der Woche oder, also für uns ist es meistens eine Woche, tun, was er möchte. Also die Kinder, wenn genug Angebot haben, dann sind die gerne auch einfach mal unterwegs. Und sie sind jetzt Gott sei Dank so, wir können sie seit ein, zwei Jahren auch mal alleine über Schiff laufen lassen. Wenn sie so ein paar Tage auf dem Schiff fahren, dann kennen sie sich auch aus. Und das genieße ich, weil dann kann, so wie es dir auch geht, dann kann ich mich irgendwo hinsitzen, mal in Ruhe einen Kaffee trinken oder mal einfach aufs Meer schauen. Oder ja, wir können uns irgendwo hinsetzen und ein Spiel spielen und nebenzu Cocktail trinken oder irgendwie sowas. Also es ist einfach toll. Genau, und es geht keiner verloren. Das ist natürlich gut. Also viele haben Angst, dass die Kinder irgendwie da runterstürzen. Ja, ich, das wollte ich gerade fragen, tatsächlich. Also Daniel versucht mir immer zu sagen, nein, nein, das geht nicht. Aber ich, also jetzt nochmal konkret, ich bin mir sicher, das wollen die HörerInnen auch hören. Kann da nicht irgendwie was passieren, wenn man die Kinder jetzt einfach alleine übers Schiff laufen lässt? Also unsere Kinder wissen das, die wissen auch, sie müssen sich sauber verhalten, sonst dürfen sie das nicht mehr. Aber tatsächlich sind die, jede Reling ist erstmal gesichert. Schwierig wird es, wenn man, und das waren ja schon Fälle, wenn man Kinder über die Reling hebt zum Beispiel, weil von alleine kommen sie meines Erachtens auch gar nicht hoch. Das sollte man natürlich nicht machen und soweit sollte man als Erwachsener denken, dass man das nicht tut. Ansonsten habe ich noch nie irgendwie eine Reling gesehen oder irgendwas gesehen, wo ich Angst hätte, dass die Kinder drüber fallen, weil die nicht hochklettern können. Und meine dürfen es auch nicht, muss ich auch ganz klar sagen. Und sie wissen auch, dass sie das nicht dürfen und dann kann ich ihnen auch vertrauen. Tatsächlich ist es so, es ist alles gesichert. Und trotzdem gibt es immer wieder was, wo es passiert. Also ich erinnere mich an einen Fall, wo ein Erwachsener, das Kind über die Reling gehoben hat und es runtergefallen ist. Ja, aber das sind vielleicht nicht unbedingt die Kinderschultern. Also ich sag mal, in den öffentlichen Bereichen, wo die, also was natürlich, du kannst vom Balkon, ist das Glas so hoch, dass du bequem drüber schauen kannst. Da können Kinder natürlich drüber steigen, aber da sind sie ja unter Aussicht. Wenn sie sich auf dem Schiff frei bewegen, dann sind die öffentlichen Bereiche mit wirklich Glasscheiben gesichert, die drei bis fünf Meter hoch sind. Das schafft man nicht, darüber zu klettern. Und dann hast du ja auch zwei bis sechstausend Menschen, die im besten Fall noch in der Nähe sind und eben auch einen Blick auf die Kinder haben. Also ich würde natürlich jetzt kein dreijähriges Kind frei über das Schiff laufen lassen, aber trotzdem bist du dir sehr sicher, dass es da eben gut aufgehoben ist. Es kommt auch nicht alleine vom Schiff. Also wenn man im Hafen liegt, kommt man nur mit Bordkarte und nur in Begleitung mit Erwachsenen von Bord. Das heißt, die Kinder sind wirklich in einem Raum, wo sie sicher sind und wo man sie auch schon mal laufen lassen kann. Das muss man natürlich nicht altersabhängig machen und entscheiden, sondern das kommt natürlich auch auf die Reife und die Vernunft der Kinder an. Aber es geht relativ früh. Und ansonsten hat man ja auch eine Kinderbetreuung. Das ist ja gerade, ich sage mit der Ridderei, mit der ich immer fahre, kann man Kinder ab sechs Monaten betreuen lassen. Das heißt, man kann die auch beaufsichtigt quasi unterwegs sein lassen, dass die mit denen Mittagessen gehen, während man vielleicht selbst die Stadt erkundet. Also eine Kinderbetreuung für die älteren Kinder auch kostenlos ist in der Regel vorhanden. Ich muss dazu vielleicht auch erklären, meine Große ist jetzt zwölf und ist, die letzte Kreuzfahrt tatsächlich alleine über das Schiff gelaufen. Aber sie geht auch alleine in die Schule und fährt alleine mit dem Bus. Mit zwölf, okay. Ich verstehe. Jetzt, wenn du all deine Erfahrungen zusammenfasst, was ist denn aus deiner Sicht der wichtigste Faktor, damit Reisen mit Kindern gelingt? Ich würde sagen, ganz wenig an Perfektionismus, den muss man wirklich sich ein, bisschen zurücknehmen. Wenig Druck, mehr Zeit genießen zusammen und das genießen, dass man als Familie gemeinsam unterwegs sein kann und gemeinsam neue Dinge erkunden kann und kennenlernen kann. Das ist einfach das, was es für mich ausmacht, dass ich mit meiner Familie, mit meinen Kindern die Welt erkunden kann, dass wir Erinnerungen schaffen, die uns ein Leben lang begleiten werden und von denen wir irgendwie zehren. Und wenn wir unsere Fotobücher anschauen, dann darüber reden, ach, kannst du dich noch erinnern, das war so und so. Und einfach, je älter sie werden, sie an der Planung mitbeteiligen, und im Vorfeld, ich würde mal sagen, das Streitpotenzial etwas, sich überlegen, wo könnte es entstehen und einfach vorher vielleicht schon mal besprechen, ansprechen, dass es dann auf der Reise nicht, endet in einem großen Streit, sondern in einem wunderschönen Miteinander mit ganz tollen Erinnerungen. Ja, und auch nicht sauer sein, wenn es mal nicht klappt. Lass uns mal zum Schluss noch einen Blick auf dein Buch werfen. Wie bist du dann eigentlich auf die Idee gekommen, über Städtetrips mit Kids zu schreiben? Also für wen ist dein Buch besonders hilfreich? Also besonders hilfreich, denke ich, ist es für jeden, der mit Kindern reist. Und das müssen nicht nur die Eltern sein, das kann auch Oma, Opa, Tante, Onkel und wer auch sonst gerne mit Kindern reist sein. Für mich der ausschlaggebende Grund war, dass bei unseren Reisen ich wahnsinnig genervt davon war, mir im Internet immer die Sachen zusammensuchen zu müssen und hinterher, nach ich weiß nicht wie viel gefühlten Blogs und Homepages, mich so schlau gefühlt hat wie vorher. Und was für mich auch so ein Grund war, bei Städtereisen, man hat immer Angst davor, dass es schlechtes Wetter hat. Und das kann es natürlich sein. Und das war bei uns auch so. Und dann ist man ewig auf der Suche, was mache ich eigentlich, wenn das Wetter jetzt nicht so gut ist und wir irgendwie eine Indoor-Alternative brauchen. Und das war so der Grund, dass ich mir gedacht habe, ich schreibe auf, was kann man bei gutem Wetter machen, aber was kann man mit Kindern auch in einer fremden Stadt bei schlechtem Wetter machen. Und weil wir gerne essen, gibt es noch ein paar Essenstipps. Weil wir bei Social Media unterwegs sind, gibt es Fototipps, damit man auch die schönsten Fotos mit nach Hause bringt. Und einfach so, das war so aus meinem Erfahrungsschatz zusammen, was ist für mich zum Beispiel noch ein Highlight oder was ist so ein besonderer Tipp, den ich noch mit an die Hand geben möchte. All das habe ich so zusammengeschrieben, um es anderen zu erleichtern und eben das ihnen leichter zu machen, dass sie nicht sich im Internet die Finger wundsuchen müssen und dann wieder nicht wissen, was sie machen sollen und dann aber zu Hause bleiben, sondern tatsächlich dann einfach, dass sie sich trauen, loszugehen, eine Stadt anzugucken und dafür die richtigen Tipps an der Hand haben. Na cool, da bekomme ich gleich Fernweh. Liebe Christine, ganz, ganz lieben Dank für das Gespräch und die vielen konkreten Eigentliche in euren Reisealltag. Ich glaube, da war ganz viel dabei, was Eltern die Angst vor dem Reisen so ein Stück weit nehmen konnte und gleichzeitig Lust macht, das einfach mal auszuprobieren. Ich hoffe sehr, dass ich Lust gemacht habe, mit den Kindern zu verreisen. Ja, und wenn dir die Folge gefallen hat, dann abonniere unbedingt unseren Podcast, damit du keine weiteren Folgen verpasst. Lass uns gerne eine Bewertung da. Das hilft nämlich auch anderen Eltern, uns zu finden. Und wenn du jemanden kennst, der vielleicht gerade eine Reise mit Kindern plant, dann schick ihm die Folge doch gerne weiter. Wir sagen vielen Dank fürs Zuhören und freuen uns, wenn ihr am nächsten Dienstag wieder mit dabei seid. Bis dahin sagen wir Tschüss. Tschau. Das war der Podcast vom gewünschtesten, Wunschkind.