Hallo und herzlich willkommen bei Nebenan Weltweit und Hallo Franziska. Servus, grüß dich Philipp. Ja, wie immer, am letzten Freitag im Monat gibt es eine frische Folge nebenan weltweit mit Fällen aus der ganzen Welt. Also zusätzlich zu Verbrechen von nebenan und kostenlos. Ja, genau, stimmt, du bist auch immer dabei. Und diese Fälle sind kostenlos und überall verfügbar, wo es Podcasts gibt. Wenn euch dieses Format gefällt, bei RTL Plus Podcast gibt es noch zwölf weitere exklusive Folgen aus der ganzen Welt. Weil ich das hier schon ein paar Mal gefragt wurde, sind das eigentlich noch andere Folgen? Ja, das sind ganz andere Folgen, die wir schon zusammen aufgenommen haben. Könnt ihr euch da gerne auch anhören. Tatsächlich auch sehr zu empfehlen. Wir haben da einige spannende Fälle bearbeitet. Da sind wirklich wilde Fälle dabei. Wir waren in Brasilien, wir waren im Vatikan. In Japan. In Japan waren wir auch. Und der war ganz, ganz fies, der Fall. Heute reisen wir hier auf einen Kontinent, der bei True Crime Podcasts irgendwie relativ selten vorkommt. zumindest bei deutschland-afrikanischen Podcasts, nämlich es geht nach Afrika. Hattest du bei dir bei Darst du ein bisschen Mord sein auch schon mal afrikanische Fälle? Weil du bist ja eigentlich auch weltweit unterwegs mit dem Podcast. Genau. Ich war letztes Jahr bei mir im Themenmonat September in Uganda und habe dort über eine Sekte gesprochen, die es dort mal gab, die Bewegung zur Wiederherstellung der Zehn Gebote Gottes. Klingt sympathisch. Äußerst, ja. Namen kann so gut das Ende. Und dreimal habe ich meine Lauschis auch schon in den Episoden nach Südafrika mitgenommen. Und du hast ja schon letztes Mal angedeutet, wo wir uns heute befinden werden. Genau, es geht nach Kenia. Da war ich tatsächlich noch nicht. Weder im Podcast noch ich tatsächlich persönlich als Franziska. Same here. Also auch eines der Länder auf meiner langen Bucketlist, weil ich das glaube ich, landschaftlich muss das wunderschön sein. Und ja, es ist in Podcasts eher Aber weniger oft behandelt generell der afrikanische Kontinent und das war so ein bisschen der Grund, dass ich gesagt habe, okay, ich möchte jetzt mal für nebenan weltweit nach Fällen gucken, die in Frage kommen, weil ich mich eben nicht nur in Nordamerika aufhalten will, weil da gibt es halt ganz viele Fälle, die schon sehr oft besprochen worden sind. Und auch auf dem afrikanischen Kontinent gibt es spannende Fälle und einen davon, den besprechen wir heute. Inhaltswarnung vorab, sexualisierte Gewalt und wir sprechen auch kurz über den Tod eines ungeborenen Kindes. Falls euch das in irgendeiner Form nicht gut tut, dann überspringt diese Folge lieber. Bist du bereit, Franziska? Ich bin bereit, ab in den Flieger und los geht's. Ab geht's nach Kenia. Der Abend des 3. September 2018 ist für Kennedy Onyango Casera eigentlich ein Abend wie jeder andere. Nach seiner Schicht sitzt der Taxifahrer mit seiner Frau und ihren beiden gemeinsamen Kindern zu Hause und genießt seinen Feierabend. Die Caseras leben in einem einfachen Häuschen in der Nähe des Viktoriasees. Obwohl die Familie in der Nähe der Hauptstraße wohnt, ist es hier abends fast immer ruhig. So auch an diesem Abend, bis Casera gegen 20.30 Uhr vor seinem Haus laute Schreie hört. Sofort ruft der Taxifahrer seinem Sohn zu, er solle die Tür aufmachen und nachschauen, was da draußen los sei. Doch kaum ist die Haustür offen, kommt ein fremder Mann hereingestürzt. Der Mann ist dünn und hat kurze Haare. Doch was Casera vielmehr ins Auge springt, sind die Hände und Beine des Fremden. Sie sind komplett aufgeschürft und voller Blut. Als Caseras Ehefrau und seine Kinder den Mann sehen, ergreifen sie sofort die Flucht. Auch Kennedy schießt tausende Gedanken durch den Kopf. Was will der blutige Mann vor ihm und wie kann er sich in Notfall verteidigen? Er hat zwar ein Gewehr, aber das liegt unerreichbar für ihn im Schlafzimmer. Also greift der Taxifahrer sich einen Hocker, um den fremden Mann in Schach zu halten. Doch dann sieht er die Panik in den Augen des Fremden. Er ist nicht gekommen, um Caseras Familie zu schaden. Der Mann ist vor etwas geflüchtet oder vor jemandem. Immer noch keuchend fängt der Fremde an zu reden. Er sei von mehreren Männern entführt worden und habe sich nur durch einen Hechtsprung aus einem fahrenden Auto retten können. Doch die Entführer hätten noch eine Frau in ihrer Gewalt, die wahrscheinlich in Gefahr schwebe. Also das ist die Situation am Anfang dieses Falles. Wie würdest du reagieren, wenn jetzt auf einmal ein Fremder bei dir im Wohnzimmer steht und dir so eine Geschichte auftischt? Also... Ja, ich verstehe, dass Frau und Kinder sofort das Wohnzimmer verlassen haben. Ich denke, ich weiß nicht, das kann man nur im Moment entscheiden, aber Polizei anrufen ist mal ganz weit oben auf meiner Liste. Ja, das ist absolut das Richtige in dieser Situation. Kennedy Kassirer glaubt dem Mann. Die Angst des Fremden scheint ihm echt, also bringt er ihn mit seinem Taxi zur nächsten Polizeiwache. Dort stellt sich der Fremde als Barack O'Dore vor und erklärt, er arbeite als Journalist für die Tageszeitung Daily Nation. Das ist eine der größten Zeitungen Kenias. Gerade arbeite er an einer Story über die Affäre eines ranghohen Politikers mit einer jungen Studentin. Die junge Frau namens Sharon Otieno sei schwanger von dem Politiker. Sharon und er hätten sich an diesem Abend mit einem Mann namens Michael Oyamo, dem persönlichen Assistenten des Politikers, in einem Hotel getroffen, um die Angelegenheit zu klären. Doch Oyamo habe sie dazu gedrängt, an einen anderen Ort zu fahren. Also seien sie zu dritt in einen dunklen Wagen gestiegen, mit dem ein Fahrer sie woanders hinbringen sollte. Nur zwei Minuten später habe das Auto am Straßenrand angehalten. Oyamu sei ohne Erklärung ausgestiegen. Plötzlich hätten sich zwei bewaffnete Männer in den Wagen gedrängt und seien zu Sharon und ihm auf die Rückbank gestiegen. Sie haben uns gesandwiched. Sharon und ich saßen eng nebeneinander und der Fahrer gab Gas. Wir haben versucht zu fragen, warum Mr. Oyamu zurückgelassen wurde. Aber die Männer schnauzten uns an und befahlen uns, ihnen unsere Handys und andere persönliche Gegenstände zu geben, erzählt der Reporter Barak Odor weiter. Man habe ihnen nur gesagt, dass sie zu dem Politiker fahren würden, um die Angelegenheit persönlich zu besprechen. Doch nach etwa 70 Kilometern hätten die beiden Männer auf einmal angefangen, sie anzugreifen. Sharon hat zu weinen angefangen. Der Mann auf ihrer Seite hielt sie zurück, während der, der neben mir saß, seinen Sitz zurücklehnte und meinen Hals festhielt, im Versuch, mich zu erwürgen. Oder schafft es gerade noch so, sich zu befreien und aus dem fahrenden Wagen zu springen? Danach sei er so schnell gerannt, wie er konnte. Die Männer hätten ihn verfolgt, doch er habe es gerade noch geschafft, sich in das nächstgelegene Haus zu retten, dem Haus des Taxifahrers Kennedy Casera. Der Wagen mit Sharon und den bewaffneten Männern sei dann in der Dunkelheit verschwunden. Sofort startet die Polizei die Suche nach dem Auto und der schwangeren Studentin, doch Sharon Otieno bleibt verschwunden. Das ist ja so gruselig. Absoluter Albtraum. es hat sehr was von so einer Filmszene irgendwie einer von diesen ganzen Liam Neeson Filmen wo er irgendwie Action hält Liam Neeson ist der wie heißt er? Kennedy Cacera ja, sozusagen, genau, weil er ist ja irgendwie immer so ein Familienvater der irgendwie verbrechend verwickelt wird und dann auf einmal im Auto entführt wird also da muss ich direkt dran denken also wir haben jetzt Körperverletzung wir haben Entführung einer Schwangeren, Versuchte in Führung dieses Mannes. Ich habe jetzt Angst um Sharon. Bitte erzähl weiter. Der nächste Tag um etwa 15.30 Uhr in der Kleinstadt Uyugis, nur wenige Kilometer vom Haus des Taxifahrers Casera entfernt. Es ist stürmisch, als Bauer Moses Ongili seine Kühe nach einem langen Weidetag im Cordera Forest zurück zu seinem kleinen Bauernhof treibt. Doch nur wenige Minuten vor seiner Farm bleiben die Kühe plötzlich stehen und machen merkwürdige Geräusche. Irgendetwas am Wegesrand scheint den Tieren Angst zu machen. Der Bauer bekommt ein ungutes Gefühl. Vielleicht lauert dort ein gefährliches Tier, das seine Kühe beunruhigt, zum Beispiel ein Leopard oder eine Schlange. Vorsichtig nähert sich Angeli dem Dickicht am Rande des Weges. Was er dort sieht, lässt ihn erstarren. Im Gebüsch liegt eine nackte Frau beuchlings auf dem Boden. Sie ist etwa 1,75 Meter groß. Von ihrem Kopf sieht der Bauer nur die langen Locken. Ihr Gesicht liegt in der Erde und um sie herum ist überall Blut. Es war entsetzlich. Ich fühlte meinen Körper im Schock gefrieren. Sie lag nackt nach unten schauend, gibt der Bauer später zu Protokoll. Schnell treibt Angeli seine Herde nach Hause und informiert die Polizei. Kurze Zeit später sind die Polizisten vor Ort. Neben der Leiche finden sie blutverschmierte Unterwäsche, eine weiße Adidas-Sporthose, ein BH und blaue Schuhe. Außerdem am Tatort zwei unbenutzte und drei benutzte Kondope. Und noch etwas stellen die Beamten fest. Die Frau war schwanger. Sofort bringen sie die Leiche auf die medizinische Station der Polizei. Um Mitternacht identifiziert Sharon Otjenos Vater die Leiche. Es handelt sich, wie wir uns alle denken können, um seine Tochter. Ich habe es befürchtet. Da der Journalist fliehen konnte, haben sie zumindest einen Zeugen. Ja. Ja, also der kann ja jetzt hoffentlich Namen nennen, wer da dahinter steckt. Beschreibungen abgeben. Genau das. Ja, zumindest einen Namen. Denn wer der Fahrer und die anderen beiden Männer im Auto waren, das kann Beric oder den Baum nicht sagen. Aber er weiß natürlich, wie der Mann heißt, der Sharon und ihn in diese tödliche Falle gelockt hat. Der Name ist ja gerade schon gefallen, Michael Oyamo. Doch als Kopf hinter der Entführung verdächtigt der Reporter jemand ganz anderen. Jemanden, der so mächtig ist, dass er fast unantastbar ist. Um das zu verstehen, was da passiert ist, erzähle ich dir jetzt erstmal ein bisschen was über Sharon und wie es überhaupt zu dem Treffen am Abend des 3. September gekommen ist. Sharon Otieno wird 1992 als erstes von vier Kindern geboren. Ihre Mutter Melinda arbeitet als Grundschullehrerin. Ihr Vater Douglas ist Labortechniker. Die Familie lebt ein einfaches, ein bescheidenes Leben. Sharon wächst in einem kleinen Haus mit Wellblechdach im Homer Bay County auf. Aus diesen zieht Sharon dann mit Anfang 20 aus, als sie den Lehrer Bernard Oteno heiratet. Doch ihre Familie erkennt die Ehe der beiden nie an. Dazu muss man wissen, dass es in vielen, vor allem ländlicheren Regionen Kenias auch heute noch üblich ist, dass die Familie des Bräutigams eine Mitgift an die Familie der Braut zahlt, die auch Brautpreis genannt wird. Das ist alles oft Teil einer Zeremonie, in der der Ehemann mit seiner Familie vor dem Haus der Familie der Braut um Erlaubnis bitten muss, dass seine zukünftige Frau das Haus verlassen darf. Also mit Gift andersherum. Sozusagen, ja genau. Man kennt das ja glaube ich aus alten traditionellen deutschen oder auch glaube ich österreichischen Geschichten, dass da halt die Familie der Braut zahlen muss, die mitgift und da ist es eigentlich andersrum. Also hier hat man gezahlt, damit sie aus der Familie wegkommt und dort zahlt man, um sie quasi der Familie abzukaufen. Genau das, genau das. Wobei man sagen muss, dass Benner sich eben nicht an diese Tradition hält. Also er hat da keinen Bock drauf, da irgendwie was zu zahlen und diesen ganzen Tanz da aufzuführen. Und deshalb sind er und Sharon aus Sicht von Sharons Familie nicht verheiratet. Also wie Sharons Stiefopa sagt, ich weiß nicht, ob sie als Boyfriend und Girlfriend gelebt haben. Aber die Position dieser Familie ist, dass Sharon keinen Ehemann hatte. Ja, okay. Sehr, sehr traditionell geprägt in einigen Gegenden noch. Sharon bricht aber mit diesen Traditionen, nimmt sogar den Nachnamen ihres Mannes an und die beiden bekommen zwei Töchter. Weil das ist ja, Ganz oft in solchen Ländern so, dass es einmal das traditionelle Leben gibt und das reale, das gesetzliche Leben in den Städten. Und sie sagt jetzt, okay, Tradition ist mir egal. Aus meiner Sicht sind wir trotzdem verheiratet. Wir kriegen Kinder zusammen, wir wohnen zusammen. Macht ihr alle, was ihr wollt. Die beiden, habe ich ja gerade schon gesagt, bekommen zwei Töchter. Und neben ihren Aufgaben als Mutter verdient Sharon ihr Geld als Verkäuferin in einem Second-Hand-Store. Aber sie will mehr vom Leben. Und so fängt Sharon 2017 an, medizinische Statistik an der Rongo University zu studieren und betreibt nebenbei noch eine Boutique. Also die ist wirklich sehr, sehr, sehr fleißig. Das wiederum, also das mit der Boutique und auch das mit dem Studium gefällt ihrem Ehemann nicht. Er will nicht, dass seine Frau einen eigenen Laden hat und er weigert sich, sie bei ihren Studiengebühren zu unterstützen. Also auf der einen Seite nicht zu traditionell, aber auf der anderen Seite trotzdem konservativ, kann man jetzt sagen. Ja, diese patriarchalen Strukturen, die wirken natürlich nach. Also die Frau soll gefälligst zu Hause bleiben und die Kinder versorgen und auch sonst nicht viel. Musst du nicht nach Kenia dafür. Genau, das hast du leider in ganz vielen anderen Ländern, auch bei uns teilweise, eben noch sehr stark verbreitet. Und das wirft Sharon natürlich vor Probleme. Ihre Boutique wirft nicht genug ab, um ihr Studium zu finanzieren. Von ihrem Mann kommt nichts, also muss sie das Studium pausieren. Anfang 2018 trennen sich Sharon und der Ehemann und die junge Frau muss mit Mitte 20 zurück zu ihren Eltern ziehen. Was du dir vorstellen kannst, was wahrscheinlich auch nicht so cool ist. Nachdem die ja mit ihrer Ehe schon nicht besonders einverstanden waren. Aber auch davon lässt Sharon sich nicht unterkriegen. Sie nimmt ihr Studium wieder auf und besucht wieder regelmäßig Vorlesungen. Bei einer dieser Vorlesungen tritt ein ganz besonderer Gastredner auf, der damals 60-jährige Zachary O. Kurt Obado. Kurz zum Hintergrund. Kenia ist in 47 sogenannte Counties unterteilt, die alle jeweils von einem vom Volk gewählten Gouverneur regiert werden, also wie Bundesländer in Österreich oder Deutschland. Und Zachary Obado ist Gouverneur des Migori County, in dem Sharons Uni liegt. 2013 hat sich der ehemalige Physiklehrer, Schulleiter und Vorsitzende der Zuckerbauern bei der Wahl völlig überraschend gegen den Kandidaten einer viel größeren Partei durchgesetzt. Obado ist gläubiger Christ und hoher Würdenträger bei der lokalen Adventistenkirche. Er gilt als Politiker, der sich um die Probleme des kleinen Mannes kümmert und seine Anhänger verehren ihn dafür fast fanatisch, wie es damals heißt. Und das trotz seiner zahlreichen Skandale. Unter anderem wird Obado immer wieder Bestechlichkeit vorgeworfen. Während seiner ersten Amtszeit vergibt er zahlreiche staatliche Aufträge an Familienmitglieder und Freunde oder kauft für sein neues Büro neue Möbel im Wert von umgerechnet 133.000 Euro, was schon nach unseren Maßstäben ziemlich viel wäre. Aber für Kenia ist das eine unglaubliche Summe. Das ist das 20-fache von dem, was ein Durchschnitts-Kenianer im Jahr verdient. Also selbst wenn das jetzt nicht das 20-fache wäre, diese Summe ist ja unglaublich. Ja, absolut. Alles in meiner Wohnung zusammengerechnet hat nicht so viel gekostet. Und da ist die neue Küche, die ich damals kaufen musste, mit eingerechnet. Ich überlege gerade, nee, komme ich auch nicht drauf. Und das für ein Büro? Ja. Wie kann man denn das vertreten? Ja, vor allem, wenn man auf der anderen Seite erzählt, dass man ja die armen, die kleinen Leute vertritt. Aber... Auch da gibt es vielleicht Parallelen zu gewissen amerikanischen Präsidenten, die ja auch gerne Posten an Familienmitglieder vergeben und sagen, sie vertreten das einfache Volk. Ja, und ich komme aus einem Land, in dem tatsächlich Geld vom Staat für eine Wahrsagerin ausgegeben wurde. Ja. Jeder hat so irgendwie seine Baustellen und bestimmte Muster wiederholen sich halt auf der ganzen Welt. Kritik an seinem Verhalten bezeichnet der Gouverneur als haltlose Propaganda, die durch meine Rivalen und von den Medien überproportional hochgejagt wird. Auch da wieder parallel zu einem gewissen US-Präsidenten. Alles Fake-News-Media, jede Kritik ist Fake-News. Trotz all dieser Skandale tritt er 2017 nochmal zur Wahl an. Um seine Chancen zu erhöhen, wechselt Obade zu seiner ehemaligen Konkurrenzpartei der ODM. Also das ist so die größte Partei da in der Region. Und er hatte ja bei der ersten Wahl noch überraschend gegen die gewonnen. Und jetzt denkt er, okay, wenn ich mich mit der großen Partei zusammentue, erhöht das meine Chancen. Während der Vorwahlen werden ihm von Konkurrenten Wahlfälschungen, Einschüchterung und sogar Gewalt vorgeworfen. Und obwohl er sich wegen seiner Gewalteskalation vor dem parteiinternen Disziplinarkomitee verantworten muss, wird Obadu Spitzenkandidat des ODM und gewinnt die anschließenden Wahlen in Mikuri County erneut. Ich bin kein Fan von diesem Typen. Naja, es ist auch nicht so überraschend, dass es schwer ist, von dem Fan zu sein. Naja, fast fanatisch, hast du gesagt, sind seine Anhänger. Ja, das stimmt, das stimmt natürlich. Aber ja, das ist halt so wirklich der absolute Klischee-Politiker, also von dem erhofft, dass es davon nicht allzu viele gibt, denen es nur darum geht, sich selbst zu bereichern und sich ein möglichst schönes Leben zu machen. Während dieses Wahlkampfes spricht Obado eben auch an der Rongo University, an der Sharon studiert. Diese ist von dem knapp 35 Jahre älteren Mann direkt angetan, weil man muss auch sagen, er redet, das kann ich schon sehen, das ist ein Politiker, ich habe mir einige Reden von ihm angeguckt, der ist schon sehr charismatisch. Und nach der Veranstaltung kommen die beiden ins Gespräch und tauschen ihre Nummern aus. Und obwohl der Politiker zu Hause eine Frau und vier Kinder hat, treffen er und Sharon sich kurz darauf auf einem Drink im Intercontinental Hotel und beginnen eine Affäre. Von nun an sehen sich der Politiker und die Studentin mit den langen Locken regelmäßig. Für Sharon, die nie viel Geld hatte, öffnet sich damit die Tür in ein neues Leben. Finanziert von ihrem neuen Liebhaber, schmeißt Sharon Partys in teuren Hotels, trägt die neueste Mode und zeigt auch ihren neuen Reichtum bei Facebook. Doch dann passiert etwas Unvorhergesehenes. Sharon wird schwanger. Während sie sich sehr auf ihr drittes Kind freut, sieht ihr Liebhaber Obadut das ganz anders. Gerade erst wurde er als Gouverneur wiedergewählt. Und einen Skandal wegen einer geliebten und eines unehrlichen Kindes will der Politiker auf jeden Fall vermeiden. Sharon dagegen hofft, dass Zachary Obado sie ganz offiziell zu seiner neuen Ehefrau macht. Darf ich dazu kurz was sagen? Mhm. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer seine Frau für die Geliebte verlässt, ist jetzt eh nicht sonderlich hoch. Nein. Gibt es natürlich. Ja. Und wenn er sich in der Politik befindet, dann ja sicher noch mal weniger. Schließlich muss er befürchten, dass er dadurch ein Ansehen bei seinen WählerInnen verliert, die das nicht gut heißen, wenn er die Seinige mit einer, weiß ich jetzt nicht mehr, 35, 40 Jahre Jüngeren beschissen hat. Aber na gut, sie hofft, sie träumt. Das kann man ihr natürlich auch nicht verdenken. Ich weiß nicht, ob es bei dir im Freundeskreis auch schon mal so war. Ich habe das bei zwei von meinen sehr guten Freundinnen mitbekommen, die beide Affären hatten mit verheirateten bzw. vergebenen Männern. Und die Männer, denen immer gesagt haben, ich verlasse meine Frau. Und dann fangen wir ein neues Leben an. Und ich glaube, das ist ganz schlimm, wenn man darin gefangen ist und wenn man verliebt ist und wenn man an diese Zukunft glaubt und hoffen will, da rauszukommen. Also wahrscheinlich sagt dir dein Verstand die ganze Zeit, das wird nicht passieren. Aber du hoffst natürlich darauf, dass es passiert. Jaja, genau. Aber eben, es kommt vor. Ja. Aber ich möchte nicht draufzählen. Es ist wirklich selten. Es ist selten. Und tatsächlich hast du mit deiner Vermutung recht. Also der Gouverneur beendet die Beziehung zu Sharon im April 2018, kurz nachdem er von ihrer Schwangerschaft erfährt. Also Sharon ist da gerade im dritten Monat schwanger. Bardo bietet ihr sogar Geld dafür, das Kind abzutreiben, aber die junge Frau lehnt ab. Daraufhin bricht der Politiker den Kontakt zu ihr komplett ab. Und das lässt Sharon nicht einfach auf sich sitzen. Denn auch wenn Obado sie nicht heiratet und nichts mit ihr zu tun haben will, soll er wenigstens für sie und ihr gemeinsames Kind sorgen. Was ich komplett legitim finde, weil wenn du ein Kind machen kannst, kannst du auch dafür zahlen. Und so beginnen die Verhandlungen zwischen den beiden. Die Rolle des Vermittlers übernimmt Lawrence Muller, ebenfalls Politiker und Mitglied der Bezirksversammlung. Natürlich gegen Bezahlung. Sharon fordert für sich und ihr Baby ein Haus in Nairobi im Wert von 20 Millionen Schilling. Das sind so 130.000 Euro und sie möchte auch ein Auto. Außerdem soll Obado für die Kosten ihrer Vorsorgeuntersuchung und für die Kosten der Entbindung aufkommen und ihr nach der Geburt monatlich Unterhalt zahlen. Dabei hat Sharon Othieno sehr genaue Vorstellungen davon, was ihr zusteht. Seine Freundin, sie fragt, warum sie sich nicht im örtlichen Krankenhaus, also bei sich um die Ecke untersuchen lässt. Sondern für die Untersuchung jedes Mal ins 400 Kilometer entfernte Nairobi fliegt, antwortet Sharon ihr, vergiss nicht, ich bin die Frau des Gouverneurs und ich trage sein Kind. Ja, ich glaube, du kannst dir vorstellen, wie Gouverneur Obado das findet, dass sie da so drüber spricht. Ja, wir wissen natürlich nicht, was er ihr alles erzählt hat. Aber sich als Frau des Gouverneurs zu bezeichnen, Vor allem nachdem er auch sagt, er will jetzt nichts mehr mit dir zu tun haben. Das klingt nach keiner guten Idee und er klingt nach jemandem, der sehr gefährlich werden könnte. Absolut und er ist auf jeden Fall jemand, der nicht mal im Traum daran denkt, auf Sherons Forderungen einzugehen. Ich meine natürlich Unterhaltszahlungen, absolut verständlich. Ja, ein Haus haben zu wollen und ein Auto, verstehe ich auch. Sie denkt, okay, er ist so viel reicher als ich, deswegen soll er das doch einfach machen. Womit sie auch recht hat. Ist ja auch sein Kind. Genau. Natürlich, aber andererseits, ich denke, mit Unterhaltszahlungen könnte man auch zufrieden sein. Ja. Aber ja. Also wie gesagt, keine Überraschung, dass der Gouverneur auf diese Forderung nicht eingeht. Trotzdem will er aber natürlich nicht riskieren, dass seine Geliebte an die Öffentlichkeit geht. Also ziehen sich die Verhandlungen über mehrere Monate und laufen ausschließlich über Mittelsmann Lawrence Mueller. Also es ist nicht so, dass direkt gesagt wird, das zahlen wir nicht, sondern man begibt sich in Verhandlungen wahrscheinlich halt in der Angst, dass sie sonst auspacken könnte. Am Ende einigen sich Sharon und er darauf, also der Vermittler Müller, dass die junge Frau ein neues Haus inklusive Einrichtung bekommt. Allerdings statt in Nairobi in Homa Bay, also Sharons Herkunftsregion. Und statt für 20 Millionen Schilling baut Obado Sharon ein deutlich günstigeres Haus für etwa 4 Millionen Schilling, was aber immer noch 27.000 Euro sind. Also es ist auch eine ordentliche Summe. Außerdem will ihr der Gouverneur ab sofort monatlich Unterhalt für ihr Kind bezahlen, also für ihr gemeinsames Kind, auch schon vor der Geburt. Dieses Geld klingt erstmal wie ein einigermaßen großzügiges Angebot. Dieses Geld bekommt Sharon von Obados persönlichen Assistenten Michael Oyamo. Diesen kennt der Gouverneur schon ewig. Oyamo ist ein früherer Lieblingsschüler Obados, als der noch als Physiklehrer gearbeitet hat. Schon damals gilt Michael als höflich, zuverlässig und ziemlich religiös. Ein ehemaliger Klassenkamerad erinnert sich. Er war ein guter Typ, immer gut gekleidet und sehr höflich. Er war ein gläubiger Katholik und hat die Kirche nie verpasst. Nach der Schule landet Michael Oyamo beim Militär und stößt 2017 wieder auf seinen ehemaligen Lehrer, der mittlerweile als Gouverneur für seine zweite Amtszeit kandidiert. In diesem Wahlkampf kümmert sich Michael, der mittlerweile Glatze und Kinnbart trägt, um die Sicherheit von Zachary Obado. Bald steigt er zu dessen persönlichen Assistenten auf und kümmert sich als solcher unter anderem auch um die Zahlung an Sharon. Regelmäßig treffen sich die beiden, immer wieder übergibt er ihr Bargeld. Doch Sharon ist mehr und mehr genervt vom Verhalten ihres Ex. Obado ignoriert sie weiterhin komplett. Die Kommunikation mit ihm läuft ausschließlich über Dritte. So hat sich die 26-Jährige das nicht vorgestellt. Also droht Sharon wieder damit, an die Öffentlichkeit zu gehen. Vielleicht kurz zum Hintergrund. Die Affäre zwischen ihr und Zachary Obado war jetzt kein riesiges Geheimnis. Also zumindest nicht in Obados Umfeld. In seinem Team wissen einige davon. Und auch seine Ehefrau hat irgendwann davon erfahren. Also dass es diese zweite Frau gibt. Also das scheint noch im Rahmen des Okayen zu sein. Aber die Öffentlichkeit weiß natürlich nicht Bescheid. Die Öffentlichkeit weiß natürlich nicht Bescheid. Und weder die Ehefrau noch jemand sonst aus dem Team wissen, dass Sharon von dem verheirateten vierfachen Vater schwanger ist. Das ist ja nochmal ein anderes Level. Und das will Sharon jetzt ändern, dass niemand davon weiß. Sie macht Fotos von ihrem Babybauch und schickt diese an diverse Menschen aus Obados Umfeld. Unter anderem an seinen Sohn, der die Fotos seiner Mutter, also Obados Ehefrau, zeigt. Doch auch die Öffentlichkeit soll erfahren, wie der Gouverneur eine Schwangere im Stich lässt. Und so bittet Sharon Lawrence Mueller, den Vermittler zwischen ihr und Obado, sie mit einem Journalisten zu connecten, der an der Story interessiert sein könnte. Was ich ganz interessant finde, weil sie ja eigentlich jemanden von der Gegenseite fragt, aber der hilft ihr tatsächlich. Und dieser Journalist ist Barrick O'Dore, über den wir ja ganz am Anfang schon gesprochen haben. Der schlanke Mann mit den kurz geschwonnenen Haaren ist zu dieser Zeit in seinen 30ern und beschäftigt sich in seinem Job bei der Daily Nation vor allem mit Politik und sozialen Missständen. Und natürlich ist er sofort neugierig, als Laurence Mueller ihm von dieser Geschichte erzählt. Also sie bittet Laurence... Der einer von Obados Männern ist, sie mit einem Journalisten bekannt zu machen. Der über diese Sache schreiben möchte. Wieso macht Lawrence Müller das? Der arbeitet doch für Obado. Das habe ich mich auch gefragt. Müller selbst hat sich nie öffentlich dazu geäußert. Ich kann mir das ehrlich gesagt nur so erklären, dass er von seinem Chef Obado irgendwie genervt war und dass er vielleicht selbst weiter in der politischen Karriereleiter aufsteigen wollte. Dass er gedacht hat, okay, wenn der jetzt über diese Affäre stolpert, dann kann ich ihn in der Parteikarriere machen, vielleicht kann ich selbst Gouverneur werden. Kann ich ihn absägen und mich an seine Stelle setzen. Ja, also Politik ist ein Haifischpecken und wenn du halt vorhast aufzusteigen, schadet es natürlich nicht, wenn der Gouverneur jetzt über einen Sexskandal stolpert. Ja, ich dachte nur... Es ist 2018, also da kann man ja auch irgendwie mal Journalisten googeln und einfach eine Zeitung direkt anschreiben und nicht unbedingt jetzt den Gegner quasi darum bitten, mit einem ihrer Feinde Kontakt aufzunehmen. Okay, na gut, aber es klappt. Es klappt, genau, es klappt. Es gibt bald ein kurzes Treffen zwischen dem Politiker Lawrence Mueller, dem Reporter Barack Odor und Sharon Otchino. Bei diesem Treffen erzählt Sharon von ihrer Schwangerschaft, von ihrer Wut auf Gouverneur Obado und von dessen regelmäßigen Zahlungen an sie, die ja auch ihre Geschichte belegen. Weil damit kann sie ja sagen, er hat an mich gezahlt, also hat er das ja anerkannt. Und außerdem hat sie noch weitere Beweise, die ihre Geschichte untermauern. Die 26-Jährige zeigt dem Reporter Screenshots von Chats zwischen ihr und Obado. Der Journalist versteht sofort, dass er da in einer ziemlich heißen Story dran ist. Doch dann klingelt plötzlich sein Handy. Am anderen Ende der Leitung befindet sich Gouverneur Obado persönlich. Irgendwie hat er von dem Ganzen mitbekommen und möchte sich jetzt persönlich mit Odor treffen. Und so fährt der Journalist gemeinsam mit Mueller zu Obado. Also vielleicht spielt Müller auch so ein bisschen so ein doppeltes Spiel und hat seinem Chef das gesagt, dass er ein Journalist ist. Also das wurde nie ganz aufgeklärt, wie er davon mitbekommen hat. Das Gespräch zwischen dem Reporter und dem Gouverneur verläuft überraschend unspektakulär. Rudur macht Obado klar, dass er sich von der Geschichte nicht abbringen lassen will, verspricht ihm aber einen fairen und ausgewogenen Artikel. Der Gouverneur scheint das zu akzeptieren. Und so treffen sich Odor und Sharon in den nächsten Tagen noch mehrfach. Doch dann verschwindet Sharon Otieno plötzlich. Neben dem Journalisten weiß nur ihre Mutter, wo sich die junge Frau aufhält. Sharon ist eines Morgens aufgewacht und hat mir erzählt, dass sie nach Tansania gehen will, weil sie in Kenia nicht mehr sicher ist. Sie sagte mir nicht, wer ihr Leben bedroht, erzählt ihre Mutter später. Sharon scheint also ernsthaft Angst zu haben. In der letzten Zeit sei sie wiederholt von Personen zur Abtreibung gedrängt worden, per Textnachricht oder auch persönlich. In Tansania will sie dem nun entkommen und schaltet dort auch alle ihre Handys aus. Erst nach etwa einer Woche kommt sie schließlich nach Kenia zurück und ist entschlossen, weiter mit Barack O'Dore an der Geschichte zu arbeiten und sich nicht einschüchtern zu lassen. Das zieht sich ja jetzt über einige Monate. Hast du gesagt, kommt mir jetzt ein bisschen schräg vor, dass sie sie immer noch zu einer Abtreibung zwingen möchten. Ich kenne natürlich die Bestimmungen in Kenia nicht. Bei uns wäre eine Abtreibung zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht mehr möglich. Absolut nicht, nein. Ich verstehe ja, dass Sharon tapfer sein möchte und sich nicht einschüchtern lassen will. Aber wenn du erstmal fliehen musst und dich wieder sicher zu fühlen, boah, ja. Es ist auf jeden Fall eine brenzlige Situation. Ja, sehr. Und sie scheint ja um diese Gefahr auch kümmern. Gewusst zu haben, sonst wäre sie ja nicht nach Tansania geflohen, aber aus irgendeinem Grund sagt sie, okay, ich komme jetzt zurück und ich mache weiter. Und zurück in Kenia trifft sich Sharon weiterhin regelmäßig mit Michael Uyamo, der sie weiterhin mit Geld von Gouverneur Obado versorgt. Okay, also der zahlt weiter. Genau. Und Oyamo soll noch eine weitere Rolle einnehmen. Als Assistent von Gouverneur Ubado soll er dessen Sicht der Dinge gegenüber dem Journalisten Odor darstellen. Schließlich ist der Gouverneur ein vielbeschäftigter Mann. Also der ist jetzt auch noch sein Pressesprecher. Dieses Treffen zwischen Oyamo, dem Reporter Barak Odor und Sharon Otieno soll am 3. September 2018 in einem Shoppingcenter stattfinden. Also erst mal smart, das an einem öffentlichen Ort zu machen. Aber Sharon verlegt das Treffen kurzfristig. Sie scheint sich Sorgen wegen ihrer Sicherheit zu machen. Stattdessen schlägt sie das Gracias Hotel nahe ihrer Universität vor. Pünktlich um 18 Uhr kommen Sharon und Odor zum Treffpunkt. An der Hotelbar warten sie bei einem Wein auf Michael Uyamo. Also Sharon trinkt keinen Wein logischerweise. Zehn Minuten vergehen, dann eine halbe Stunde, schließlich eine ganze Stunde. Erst um 19.30 Uhr erscheint Oyamo im Hotel. Er begrüßt die beiden und geht direkt auf die Hoteltoilette. Als er zurückkommt, bezahlt er die Weinflasche, gibt ein großzügiges Trinkgeld und fordert die beiden dann auf, ihm zu folgen. Er will so sensible Themen nicht in aller Öffentlichkeit besprechen. Und so geleitet Obados Assistent Sharon uns den Reporter auf den Parkplatz des Hotels zu einem schwarzen Toyota. Später erinnert sich Barack O'Dour. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich unwohl gefühlt und habe Sharon gefragt, ob wir nicht lieber gehen sollten, aber da sie Mr. Oyamo in der Vergangenheit bereits getroffen hatte, stellten wir uns nicht vor, dass er Teil der Leute ist, die uns schaden wollten. Also er war ja so ein bisschen gefühlt auf deren Seite und wahrscheinlich hat es ihm deshalb vertraut und so steigen die beiden in den Wagen. Einen Tag später findet dann Bauer Moses Ungeli die Leiche von Sharon im Gebüsch. Das aufzuklären, das sollte jetzt eigentlich leicht sein, so wie das jetzt klingt. Aber ich gehe mal schwer davon aus, dass Grüne Obado sich etwas einfallen lässt, um eine Aufklärung so gut wie unmöglich zu machen oder sich da irgendwie selbst rauszuhalten. Zu sagen, ich habe da gar nichts damit zu tun. Das war nur der Oyamo. Ja, wie du schon gesagt hast, es ist ja eigentlich alles eindeutig. Es gibt Zeugen, die das belegen und eigentlich sollte es jetzt keine schwere Sache sein, in Dada die richtigen Leute festzunehmen. Am 4. September, also direkt am Tag nach Sherryns Entführung, passiert das dann auch. Michael Oyamo, der persönliche Assistent des Gouverneurs, wird verhaftet. Allerdings klingt Oyamos Version der Geschichte ganz anders als die des Reporters Barack O'Dour. Ja, er habe sich mit O'Dour und Sharon im Graciars Hotel getroffen, erklärt Oyamo den Ermittlern. Bei dem Treffen hätten sie alles Nötige besprochen. Sharon habe ihm unmissverständlich erklärt, in Zukunft nur noch mit Gouverneur Obado persönlich sprechen zu wollen. Nach dem Treffen seien Sharon und ihr Begleiter Barak Odor dann in ein Taxi gestiegen, das Odor bestellt habe. Oyamo selbst sei nicht mit eingestiegen, sondern habe sich mit einem Motorradtaxi nach Rongo fahren lassen, also genau in die andere Richtung. Er habe sich zu Hause ausruhen wollen, bevor es am nächsten Tag gemeinsam mit Gouverneur Obado nach Rwanda gehen sollte. Ja super, also hat er auch gar nichts damit zu tun. Er hat auch gar nichts damit zu tun. Der ist auch nicht mal in die Richtung gefahren, sondern in die komplett andere Richtung. Auf dem Heimweg sei er allerdings von Unbekannten attackiert worden und erst am nächsten Morgen um neun im Krankenhaus wieder aufgewacht. Als Beweis legte er einen Arztbrief vor. Also das ist ja erstmal ein ziemlich starkes Alibi. Trotz dieses Alibis glaubt ihm... Das ist ein besseres Alibi als ich war allein zu Hause. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Trotzdem kauft ihm die Polizei das nicht so richtig ab und lehnt seinen Antrag auf Bewährung erstmal ab. Also nicht die Polizei, sondern die Staatsanwaltschaft in dem Fall. Von Oyamos Verhaftungen bekommen natürlich auch die Medien mit. Und es dauert nicht lange, bis sein Chef, also Gouverneur Obado, in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. In der Bevölkerung löst der Fall Empörung aus. Viele sind sich schnell sicher, dass der Gouverneur etwas mit dem Mord zu tun haben muss. Schließlich macht nun auch dessen Affäre mit Sharon Otieno medial die Runde. Irgendwann wird der Druck so groß, dass sich noch am selben Tag, also am Tag nach der Verhaftung, ein Regierungssprecher zu Wort meldet. Also es geht alles wahnsinnig schnell und dieser Sprecher sagt, Gouverneur Obado weiß nichts von solch einem Plan und sein Name sollte nicht in solchen Kriminalintrigen gezogen werden. Lass die Polizei die Ermittlungen betreiben und notwendige Maßnahmen ergreifen. Was sagen wir dazu? Absolut verständlich, diese Reaktion, diese Aussage. Ich habe aber eine Gegenfrage an dich. Wie sieht es denn 2018 in Kenia in Sachen Polizeikorruption so aus? Ja, ohne jetzt hier einen riesen Fass aufzumachen. Also die Menschen in Kenia glauben damals nicht wirklich, dass die Polizei in diesem Fall neutral ermittelt. Und das ist vielleicht die Antwort auf deine Frage. Einfach, weil sie schon so oft erleben mussten, dass Ermittlungen gegen Reiche und Mächtige in diesem Land eingestellt worden sind. Oder wenn überhaupt dann, wenn jemand vor Gericht landet, das ist dann meistens nur irgendein Bauernopfer. und, Ist ja oft so. Ja, nicht nur in Kenia leider. Je mehr Geld du hast, je mehr Einfluss du hast, desto wahrscheinlicher ist es, dass du nicht oder nicht so lange ins Gefängnis musst. Ja, und das hat aber dann in diesem Fall noch eine andere Komponente, weil das erhöht den öffentlichen Druck. Eben weil die Menschen nicht glauben, dass da was passiert, gehen am Tag nach dem Fund von Sherins Leiche ganz viele von ihnen, vor allem Mitstudierende von ihr und Dutzende weitere Menschen auf die Straße. Sie fordern, dass gegen Gouverneur Zachary Obado ermittelt wird. Eine Demonstrantin sagt damals in die Mikros der Journalisten, die Verhaftung der rechten Hand des Gouverneurs, seinem persönlichen Assistenten, spricht Bände. Womit sie natürlich recht hat. Weil wie wahrscheinlich ist das, dass die rechte Hand des Gouverneurs irgendwas macht, von dem der Gouverneur nichts weiß. Der zuständige Direktor der Strafverfolgungsbehörde versucht die Demonstranten zu beschwichtigen. Mein Büro verpflichtet sich sicherzustellen, dass alle Täter dieser schrecklichen Tat zur Rechenschaft gezogen werden. Und obwohl der öffentliche Druck immer größer wird und immer mehr Männer aus seinem Umfeld, wie auch sein Parteikollege und Geldbote Lawrence Mueller, verhaftet werden, bleibt Gouverneur Obado weiter unangetastet. Stattdessen werden zwei weitere Verdächtige festgenommen. Einer davon ist Caspar Obiero. Auch er arbeitet für Gouverneur Obado sozusagen als Mädchen für alles. Objeros Ehefrau soll der Fluchtwagen gehört haben. Und auch den Fahrer dieses Wagens können die Ermittler ausfindig machen. Jackson Gombe, der eigentlich als Taxifahrer arbeitet. Dieser behauptet allerdings, er habe nichts von den Mordplänen gewusst. Die Männer im Auto hätten ihm gesagt, sie hätten Sharon lediglich nach Hause gebracht. Gombe will erst von dem Fall mitbekommen haben, als er von Sharons Tod in den Nachrichten gehört hat. Jetzt können wir natürlich überlegen, wie glaubwürdig das ist, weil ja Reporter Barak Odor ausgesagt hat. Dass er gewirkt wurde, ne? Genau das. Ja, und da muss er gestritten worden sein und mh. Außerdem ist er aus einem fahrenden Auto gesprungen. Also wie glaubwürdig ist es, dass der Fahrer dieses Wagens es nicht mitbekommt, dass da von hinten einer aus seinem Auto rausspringt und glaubt, das wäre jetzt irgendwie ein fröhlicher Familienausflug. Richtig, aber die sind ja dann auch an dem Feld stehen geblieben. Davon gehe ich jetzt mal aus. Haben die Sharon aus dem Auto gezogen und sind dann ohne sie weiter gefahren. Haben sie nach Hause gebracht. Ja, also völlig unbeführend. Glaube ich nicht. Glaube ich einfach nicht. Aber ich wüsste jetzt auch nicht, aus welchem Grund Barack das alles hätte erfinden sollen. Nee, absolut nicht. Also passt nicht so richtig zusammen. Und während der Vernehmung schließt auch die Rechtsmedizin ihre Untersuchung ab. Das Ergebnis, Sharon Othienow ist verblutet. Insgesamt achtmal wurde auf die junge Frau eingestochen. Dreimal in den Hals, viermal in den Rücken und ein Stich in die linke Seite von Sharons Bauch. Dieser ging dabei so tief, dass er das ungeborene Baby getroffen und getötet hat. Neben den Stichen weist Sharons Körper zudem viele Hämatome auf, die zeigen, dass es einen Kampf und auch Strangulation gab. Also so steht es in dem Bericht. Auch eine Vergewaltigung kann nicht ausgeschlossen werden. Da lagen ja auch Kondome. Genau, was ja zu den benutzten Kondomen auch passen würde. Die Frage bleibt natürlich, wer hat Sharon ermordet? Das wissen die Ermittler immer noch nicht, denn sie haben immer noch nicht klären können, wer die anderen Männer im Auto waren. Also wir haben ja den Fahrer, Jackson Gombe, der will aber nichts mitbekommen haben. Dann haben wir Gouverneur Obados Mitarbeiter, Caspar Obiero. Dem kann man aber zu diesem Zeitpunkt lediglich nachweisen, dass er den Wagen organisiert hat. Und Obados Assistent Michael Oyamo, der war ja laut Aussage des Reporters Beric O'Dour schon vorher ausgestiegen. Also wir wissen immer noch nicht, wer diese beiden waren, die dann. Dazugestiegen sind und die dann mit der Gewalt und dem allen angefangen haben. Ja, verstehe. Und dazu kommt, dass die Polizisten am Fundort von Scherensleiche keine Fingerabdrücke gesichert haben, was die Ermittlung natürlich zusätzlich erschwert. Und es gibt auch Aufnahmen von diesem Fundort, da hat sich relativ schnell eine riesige Menschenmenge angesammelt. Alle Dorfbewohner sind da angelaufen, haben alles zertrampelt. Also da kann man nicht damit rechnen, dass da noch große Spuren zu finden sind. Am 11. September 2018, eine Woche nach dem Mord, wird Gouverneur Zachary Obado zum ersten Mal überhaupt zu der Sache befragt. Insgesamt acht Stunden lang beantwortet der Politiker im Vernehmungsraum die Fragen der Ermittler, während sich vor der Station etliche Journalisten und Schaulustige ansammeln, die von Polizisten ferngehalten werden müssen. Vor den Ermittlern gibt Obado zu, eine Affäre mit Sharon gehabt zu haben. Auch von Sherons Schwangerschaft und dass er mit ihren Forderungen unzufrieden gewesen ist, erzählt er. Also er gibt eigentlich alles zu, was zu dem Zeitpunkt schon öffentlich bekannt ist und was sozusagen belegbar ist. Du hast es richtig gedacht. Mit dem Mord will er natürlich nichts zu tun haben. Das erklärt der Gouverneur auch zwei Tage später auf einer Pressekonferenz, die er eigens einberufen hat. Denn inzwischen kennt wirklich jeder in Migori County die Anschuldigung gegen den obersten Politiker der Region. In einem weißen Hemd mit hellblauer Krawatte und schwarzem Jackett tritt Obado vor die Journalisten. Auch seine Frau und Kinder sind anwesend. Es ist das erste Mal, dass diese überhaupt öffentlich auftreten. Also so eine typische Politiker-Inszenierung. Er steht vorne und hinteren steht seine treue Familie, um zu zeigen, wir stehen zu unserem Vater und Ehren. Ehemann. Obado erklärt, was ihm vorgeworfen wird und fordert seine Anhänger zunächst auf, für ihn zu beten. Dann fährt er fort. Als gesetzestreuer Bürger möchte ich klar und kategorisch feststellen, dass ich nichts und absolut nichts mit dem grausamen Tod von Sharon zu tun habe. Ja, sie hätten eine Affäre gehabt, doch laut Obado wäre das kein Geheimnis gewesen. Meine Ehefrau hat es gewusst. Es gab keine Scham mehr. Es gab keine Peinlichkeiten mehr. Also konnte danach keine Bosheit mehr entstehen, so erklärt er es den versammelten Journalisten. Also er erzählt so, ich hatte ja gar kein Motiv, weil meine Ehefrau wusste ja alles und die war damit cool. Auch ihr gemeinsames Kind habe er in der Zwischenzeit akzeptiert. Forderung nach einem Rücktritt weist Obado, bin ich überraschend, weit von sich. Selbst wenn die Frau es gewusst hat, seine Ehefrau, die Öffentlichkeit hat es nicht gewusst. Und wie ich vorher schon, glaube ich, gesagt habe, ich bin der Meinung, dass er Angst hatte, dass diese Affäre seiner politischen Karriere extrem schaden würde, wenn das rauskommt. Also Motiv ist da, egal ob die Frau und die Kinder das wissen oder nicht. Weil er sich ja auch so als gläubiger Christ inszeniert und als Saubermann und all das. Ja, ja, ja, genau. Da ja nochmal mehr. Ja, genau. Attentist war er, glaube ich, hast du gesagt. Ja, ja, genau. Das sind ja ganz extreme Christen. Inzwischen ist man auch bei der Polizei immer mehr davon überzeugt, dass der Gouverneur in den Mord verwickelt sein könnte. Handydaten bestätigen ein überdurchschnittlich hohes Kontaktaufkommen zwischen Obado und seinem Assistenten Michael in den Tagen um den Mord. Also die telefonieren wahrscheinlich eh regelmäßig, aber da haben sie sehr viel telefoniert. Kann natürlich mit was ganz anderem zu tun haben, aber ist auffällig. Ist auffällig und die große Frage ist ja auch, welches eigene Motiv sollte Michael Oyamo haben, Sharon Otieno eine Falle zu stellen und sie in den Tod zu locken? Also warum sollte er das tun? Naja, um ihm, um dem Obado einen Gefallen zu tun. Kann natürlich sein. Völlig unabgesprochen. Einfach spontan. Ja, stimmt, es klingt wenig glaubwürdig, aber theoretisch könnte das natürlich sein. Es wäre möglich. Vielleicht ist er ja selbst verliebt in ihn oder sonst was und will einfach alles tun. Damit er ihn toll findet. Das wäre tatsächlich eine Möglichkeit. Also mir fallen noch mehr Sachen ein. Ja, das wäre eine Möglichkeit. Eine Sache ist jetzt ganz eindeutig festgestellt worden, nämlich durch einen DNA-Abgleich. Zachary Obado ist, das ist jetzt keine Überraschung, tatsächlich der Vater von Sharons ungeborenem Kind. Und so wird der Gouverneur am 21. September erneut befragt. Als Obado und seine Anwälte ankommen, scherzen und lachen sie. Doch das ändert schnell, als kurz darauf die Handschellen um Obados Handgelenke klicken und auch sein Antrag auf Kaution abgelehnt wird. Laut den Behörden ist die Gefahr zu hoch, dass der Politiker Zeugen manipulieren oder einschüchtern könnte. Ja, klingt ganz so. Ist irgendwie nachvollziehbar. Seine beiden Mitarbeiter und möglichen Komplizen Michael Oyamo und Caspar Obiero sitzen bereits in Untersuchungshaft. Die sieht allerdings ein bisschen anders aus als bei ihrem Boss. Im Gegensatz zu den meisten kenianischen Häftlingen kommt Zachary Obado nicht in eine völlig überfüllte Zelle unter schlimmsten Hygienebedingungen. Also wenn du das anguckst. Da sitzen 30 Leute in so einer 5-Quadratmeter-Zelle normalerweise drin. Ja, ich habe mal so irgendwie die schlimmsten Gefängnisse der Welt angeschaut. Stimmt, das ist wirklich... In den meisten möchte man nicht sein. Absolut nicht. Zachary Obado kriegt so eine Art VIP-Bereich des Gefängnisses. Dort kriegt er besseres Essen als seine Mitgefangenen, eine Einzelzelle. Und außerdem kann er jederzeit Besucher empfangen. Und obwohl offiziell einer seiner Parteikollegen übergangsweise den Gouverneursposten ausfüllt, regiert Zachary Obado das Migori-County weiter aus seiner Zelle. Weil er kann ja telefonieren und kommunizieren und sagen, hier, mach das alles so und so. Wie so ein Gangsterboss. Wie so ein Gangsterboss, genau. Nach einem Monat in Untersuchungshaft kommt Obado dann gegen eine Kaution von 5 Millionen Schilling und 33.000 Euro wieder frei. Seine einzige Auflage, er darf sich dem Tatort nicht nähern, was ich total wild finde, weil was soll er da am Tatort noch machen? Auf der Kuhweide. Auf der Kuhweide. Wo alles zertrampelt ist, ja gut. Ansonsten kann er sich frei bewegen, sogar für politische Termine ins Ausland reisen. Also es ist ja auch mega seltsam, man hat ihn erst festgenommen wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr und lässt ihn dann ins Ausland reisen. Sherons Freunde und Familie sind natürlich fassungslos. Für sie steht fest, dass der Gouverneur hinter dem Mord steckt. Am 19. Oktober, 46 Tage nach ihrer Ermordung, wird Sharon Otieno endlich beerdigt. Sie wird neben ihrem ungeborenen Baby, das bereits einen Monat zuvor beerdigt wurde, beim Haus ihres Großvaters beigesetzt. Hunderte Besucher kommen, um Abschied von Sharon zu nehmen, darunter auch etliche hochrangige Politiker. Die Beerdigung ist eher traditionell. Ein Pfarrer der Adventistenkirche erzählt von Sharans Leben und zitiert aus der Bibel. Dann kommt es plötzlich zu merkwürdigen Szenen. Viele von Sherryns Kommilitonen dauert die Rede des Pfarrers zu lang. Also greifen sie sich selbst den Sarg, sprechen ein kurzes Gebet und tragen Sharon zum Schock der anderen Anwesenden selbstständig ins Grab. Was geht denn da ab? Haben die alle Schwammel gefressen? Alles ein bisschen wild. Ja, die haben halt gedacht, so reicht jetzt hier mit Gelaber, jetzt wird hier beerdigt. Also kann ich ja verstehen, dass einem das zu lange dauert, aber da hat man sich immer noch nach der Familie zu richten, würde ich sagen. Absolut, aber einfach ein paar wilde Szenen, die sich in diesem Fall abspielen. Wie geht es jetzt mit dem Gouverneur und den anderen Angeklagten weiter? Na, du hast es dir eventuell schon gedacht. Also trotz der Mordermittlung gegen ihn und trotz, dass er ja kurzzeitig in Untersuchungshaft war, bleibt Zachary Obado Gouverneur von Migori County. Und das Krasse ist, dass gleichzeitig eine eigene Antikorruptionskommission gegen ihn ermittelt. Also diese Mordverwürfe sind nicht mal das Einzige, was gegen ihn spricht, sondern er ist wohl auch sehr korrupt. Unter anderem soll Obado staatliche Aufträge an Firmen vergeben haben, die Verwandten von ihm gehören. Das war wahrscheinlich auch mit dem 130.000-Jährigen. Euro-Büro, so. Genau, vielleicht hat er irgendwie einen Bruder gehabt, der Schreiner war oder so. Also diese Firmen, da wird es dann ganz interessant, sollen dann Geld auf Konten seiner Kinder in Australien und Schottland überwiesen haben, von wo es dann zurück an ihn geflossen sein soll. Mit diesem Geld soll Obado sich wiederum Immobilien und Grundstücke im Wert von umgerechnet 2,5 Millionen Euro gekauft haben. Das heißt, der ist unfassbar reich für kenianische Verhältnisse. Auch die zahlreichen Luxusautos im privaten Fuhrpark des Gouverneurs wirken jetzt nicht so volksnah, wie Obado sich gern nach außen gibt. Hier geht es also nicht nur um Vorteilsnahme. Du lachst, weil du wenig überrascht bist wahrscheinlich. Du zählst einfach immer noch mehr Sachen auf, die so unfassbar sind. Ja, und Fasper trifft diesen Fall ziemlich gut. Aber nur um das nochmal klarzustellen, es geht jetzt nicht nur um in Anführungsstrichen normale Politiker-Vorwürfe wie Vorteilsnahme oder Korruption, sondern er macht wirklich Geldwäsche. Es ist auch so, dass das Geld dann gewaschen an ihn wieder zurückfließt. Das ist schon wahnsinnig kriminell und natürlich streitet Obado auch diese Vorwürfe ab und behauptet, der Reichtum stamme aus seinem vorherigen Job als Geschäftsmann und Investor. Also der hat sehr, sehr viele Jobs gehabt, Lehrer, Schulleiter, Geschäftsmann, Zuckerrohr, Aktivist. Also ja, er kann da alle nichts für, das Geld ist von ihm selbst und tatsächlich bleibt er weiterhin im Amt. 2020, also zwei Jahre später, gibt es noch mehr Ermittlungen gegen den Gouverneur, weil er 73 Millionen Schilling öffentliche Gelder gestohlen haben soll. Es hört einfach nicht auf. Es hört nicht auf. Er hat direkt in die Kasse oder soll direkt in die Kasse gegriffen haben. Aber er klebt weiter an seinem Posten. Im Zuge dieser Ermittlungen werden sogar mehrere von Obados Kindern festgenommen. Wobei seine Tochter einen weiteren Shitstorm auslöst, als sie ihren Mittelfinger in Journalistenkameras streckt. Also so nach dem Motto, fickt euch alle, ihr könnt mir sowieso nichts. Und das ist ja eine Einstellung, die sie ganz eindeutig von ihrem Vater übernommen hat. Ja, man weiß, woher es kommt. Man weiß, woher es kommt. Erst 2022 verliert Zachary Obado seinen Posten als Gouverneur. Und zwar nicht, weil er zurücktreten muss, sondern weil er einfach die nächste Wahl verliert. Wenig überraschend. Nach den ganzen Skandalen, ja. Nö, wäre es jetzt mal so langsam an der Zeit. Geschieht ihm aber auch recht, würde ich sagen. Ich bin jetzt auch nicht so traurig drum. Zu diesem Zeitpunkt hat Obadu nur noch einen Bruchteil seiner ehemaligen Anhänger um sich herum und auch innerhalb seiner aktuellen Partei der ODM ist er nicht mehr gerne gesehen. Also da kommen dann mehrere Sachen zusammen. Seine Wähler laufen ihm weg, verständlich und seine Parteikollegen sagen auch mal, ich glaube jetzt wird es langsam gefährlich für uns als Partei, wir distanzieren uns mal von dem. Ein Nachbar von Ovado erklärt, er hat keine Macht mehr und viele haben ihn allein gelassen. Wenn er heutzutage auf öffentliche Events geht, begleitet oder folgt ihm niemand. Naja, mein Mitleid hält sich auch hier in Grenzen. Das hat natürlich auch mit dem Tod von Sharon Otieno zu tun, denn mittlerweile läuft gegen den jetzt abgewählten Gouverneur und seine mutmaßlichen Komplizen Michael Oyamo und Caspar Obiero ein Mordprozess. Auch da nochmal kurz zur Erklärung, das finde ich auch das Spannende immer so ein bisschen bei Nebenanwalt weit, dass man auch immer ein bisschen was über die Justiz der jeweiligen Länder lernen kann. Das fand ich sehr spannend. Die Strafgerichtsprozesse in Kenia finden immer in zwei Stufen statt. Es gibt ein Pre-Trial und einen anschließenden Full-Trial. Und im Pre-Trial, der auch Committal Hearings genannt wird, wird zunächst mal geklärt, ob überhaupt Anklage erhoben werden kann. Also das Gericht prüft, ob die Staatsanwaltschaft ausreichend Beweismittel gegen den oder die Angeklagten vorlegen kann und ob diese Beweise prima facie, also auf den ersten Blick taugen. Ja, diese Vorverhandlungen gibt es ja in den USA auch ganz oft, das sehe ich immer wieder. Das ist manchmal ein bisschen verwirrend, weil sie von der Verhandlung sprechen und... Dann sprechen sie aber von der Verhandlung. Ja, sie sprechen in der Verhandlung von der Verhandlung. Genau, und das ist so eine Besonderheit des Strafrechts da. Und in Kenia dauern die halt besonders lange. Diese Pre-Trials ziehen sich oft über mehrere Jahre, weil dann irgendwie Akten nicht vollständig sind, Zeugen fehlen oder weil Anwälte einfach das Verfahren verzögern. Oder das Gericht mit externer politischer Einflussnahme zu kämpfen hat. Auch das soll es geben in diesem Fall. Aber in dem Fall, Entschuldige, wenn ich jetzt nochmal da reinbrede, in dem Fall war ja dann Corona auch noch. Genau, dann kommt auch noch Corona dazu. Also dadurch bedingt auch nochmal verzögert. Genau, das verschiebt sich und verschiebt sich und verschiebt sich. Und wenn jetzt trotz aller dieser Hindernisse befunden wird, dass der Fall für eine Anklage bereit ist, dann landet der Fall schließlich vor dem High Court, wo dann die Beweise präsentiert werden und die eigentliche Verteidigungsphase beginnt. Also da fängt dann der Full Trial an. Das gibt es in Deutschland nicht, also diesen öffentlichen Prozess vor dem Prozess. Da entscheidet erstmal die Staatsanwaltschaft, ob sie überhaupt Anklage erhebt und dann noch das zuständige Gericht im sogenannten Zwischenverfahren, ob die Anklage zugelassen wird und ob ein Hauptverfahren eröffnet wird. Und bei uns dauert das auch manchmal lange, aber nicht so lange wie in Kenia und eben diese Vorverhandlungen sind nicht öffentlich bei uns. Im Bundesverfahren. Juni 2021 startet also der Pre-Trial gegen Zachary Obado, seinen persönlichen Assistenten Michael Oyamo und seinen Mann für alles, Caspar Obiero. Das Interesse von Öffentlichkeit und Medien richtet sich dabei aber natürlich vor allem auf Gouverneur Obado. Dem zu diesem Zeitpunkt, das muss man nochmal dazu sagen, der amtiert ja zu dem Zeitpunkt noch, also er ist noch Gouverneur und ihm wird Beihilfe und Anstiftung zum Mord an Sharon Otieno und ihrem gemeinsam ungeborenen Kind vorgeworfen. Außerdem die Entführung eines Vertreters der freien Presse. Vor Gericht erscheint der 63-jährige Gouverneur wie gewohnt seriös mit Hemd, Jackett und Krawatte und einer ziemlich grimmigen Mine. Obado bestreitet weiter, etwas mit dem Mord an Sharon zu tun zu haben und sagt, ich fühle mich traurig. Sie hätte nicht sterben müssen. Ich fühle mit den Kindern, die sie zurückgelassen hat. Und ich fühle mit ihren Eltern. Ich fühle aber auch Trauer, dass es meinen Namen beschmutzt hat. Vor allem Letzteres nämlich. Der Anfang war noch gut, wenn er das ernst gemeint hätte. Der war noch. Aber dann ist er. Dann die Kurve in die falsche Richtung genommen. Ganz falsch abgebogen. dass der Gouverneur jetzt auf der Anklagebank sitzt, sei einer Kampagne gegen ihn geschuldet, mit dem Ziel, ihm möglichst großen Schaden zuzufügen. Ebenso wie der Gouverneur leugnen auch seine treuen Helfer Oyamo und Obiero jegliche Schuld und hoffen darauf, dass das Gericht keine Anklage im Full Trial zulässt, weil darum geht es ja hier. Die Staatsanwaltschaft hingegen möchte genau das erreichen. Insgesamt 42 Zeugen werden im Pre-Trial befragt. Eine davon ist Sherons Mutter Melinda, die von ihrer Tochter und ihrer Beziehung zum Gouverneur berichtet. Unter Tränen erzählt sie unter anderem, wie sich Sharon in den Wochen vor der Tat verfolgt und eingeschüchtert gefühlt hatte und deshalb kurzzeitig nach Tansania geflohen sei. Am Tag ihres Verschwindens sei dann aber eigentlich alles normal gewesen. Sharon zeigte keine Anzeichen ernsthafter Gefahr an diesem Morgen. Wir hatten die gewöhnlichen Unterhaltungen. Auch berichtet sie, wie sie von Sherons Schwangerschaft erfahren hat. Ich weiß noch, dass ich sie zu Beginn der Schwangerschaft gefragt habe, wer dafür verantwortlich war und sie hat erzählt, es war Gouverneur Obado. Einmal sagte sie sogar, er habe ihr versprochen, ein Haus zu kaufen und sich um ihre Schwangerschaft zu kümmern und später auch um das Baby. Auch andere Zeugen berichten von der Affäre und den Streitereien wegen Obados Unterhaltsleistung. Unter anderem Larence Mueller, der als Vermittler fungiert hatte. Er erzählt, wie sich Obado regelmäßig über Sharons teuren Lifestyle aufgeregt habe, Sharons Schwangerschaft oder ihr ungeborenes Kind geleugnet habe, der Gouverneur allerdings nie. Der wohl wichtigste Zeuge in diesem Verfahren ist Barack Odor. Den Journalisten hat die Entführung psychisch stark mitgenommen. Nach einer längeren Pause hat er 2019 wieder angefangen, für die Daily Nation zu schreiben. Nun berichtet er erneut, detailliert vom Abend der Entführung und identifiziert Michael Oyamo eindeutig als den Mann, mit dem Sharon und er sich getroffen hatten und der sie in das Auto, das der Todesfalle werden sollte, gelotst hat. Als Odor schildert, wie er den Entführern gerade so entkommen konnte, wird er vom Angeklagten Michael Oyama unterbrochen. Es ist nicht möglich, während entgegenkommenden Verkehrs aus einem fahrenden Wagen zu springen und nur Schramm und blaue Flecke davon zu tragen, versucht er Odor als unglaubwürdig darzustellen. Ist nachvollziehbar, dass er das versucht, aber... Ja, versuchen kann man es, auf jeden Fall. Ja, genau. Oyamu selbst behauptet übrigens weiterhin, am Tatabend von Unbekannten attackiert und erst am nächsten Morgen im Krankenhaus aufgewacht zu sein. Und du erinnerst dich vielleicht, er hat ja dafür so einen Arztbrief vorgelegt als Alibi. Ja, über den haben wir gesprochen. Super Alibi haben wir gesagt. Auf jeden Fall besseres Alibi, als zu sagen, man ist alleine zu Hause. Das war deine Aussage. Es ist halt nur blöd, dass das Gericht genau den Arzt, der diesen Brief unterschrieben haben soll, in den Zeugenstand bittet. Ja, und jetzt war es ja gar nicht, oder? Genau. Der Doktor sagt, ich habe nie einen Patienten namens Michael Oyamo getroffen und kann bestätigen, dass der medizinische Bericht, er sei von Verbrechern angegriffen worden, gefälscht war. Aber noch ganz spannend, der Mediziner erzählt, am Tag von Sherrins Verschwinden habe ihn ein Kollege aufgesucht. Dieser habe ihm erzählt, er sei von zwei Männern gebeten worden, einen gefälschten Arztbrief zu organisieren. Und diese beiden Männer waren laut Aussage des Mediziners Michael Oyamo und Caspar Obiero. Also da hat sich jemand schon ein Alibi besorgen wollen vorab. Er habe den Schein ausgestellt, 1500 Schilling dafür bekommen und sich nichts weiter dabei gedacht. Macht man halt so als Arzt. Kohle auf den Tisch, Christinnen, Arztbrief. Erst als er später im Fernsehen einen Bericht über den Mord an Sharon Othieno sah, in dem auch der Name Michael Oyamo fiel, habe er gemerkt, dass sein falscher Arztbericht eventuell etwas damit zu tun haben könne. Also glücklicherweise hat er sich dann gemeldet. Wahrscheinlich wären sie ihm eh auf die Spur gekommen, weil sein Name stand ja drauf. All diese Zeugeniaussagen, die ich jetzt hier innerhalb von ein paar Minuten zusammengefasst habe, erstrecken sich in Wahrheit über Dutzende Monate. Insgesamt dauert der Pre-Trial im Fall Sharon Ottieno drei Jahre. Das ist wirklich Wahnsinn. Und das ist nur die Vorverhandlung. Das ist nur die Vorverhandlung. Das ist noch nicht mal die richtige Verhandlung. Also mal sind es Anträge der Verteidigung, die den Prozess hinauszögern. Ein anderes Mal wird dann Caspar Obiero Trauerzeit zugestanden, weil seine Frau und sein Kind bei einem Autounfall sterben. Also es sind dann auch so unvorhergesehene Sachen, die man nicht planen kann. Und du hattest es eben schon gesagt, dann kommt auch noch Corona dazu. In all dieser Zeit, also in der Zeit des Pre-Trials, befindet sich Obadu auf freiem Fuß. Er ist jetzt, der darf einfach weiter so rumlaufen. Er darf nur nicht zum Tatort gehen, alles andere darf er. Stimmt, wir hatten es ja schon gesagt. Richtig, zwischendurch erhält er sogar die Erlaubnis nach China auf Geschäftsreise zu gehen. Und ja, er bewegt sich frei, als wäre nichts gewesen. Im Januar 2025, mehr als sechs Jahre nach dem Mord an Sharon Otieno, fällt dann endlich die Entscheidung im Pre-Trial. Sowohl Zachary Obados, Mitarbeiter Michael Oyamo, als auch Caspar Obiero und auch der ehemalige Gouverneur selbst müssen sich wegen des Mordes an Sharon Otieno vor dem High Court in Kenias Hauptstadt Nairobi verantworten. Also der Pre-Trial ist jetzt endlich abgeschlossen. Alle drei behaupten weiterhin, unschuldig zu sein. Zum Zeitpunkt der Aufnahme dieser Folge läuft der Prozess noch. Wir können nur für Sharon's Familie und Freunde hoffen, dass das Hauptverfahren nicht nochmal so lange dauert wie der Pre-Trial. Weil eigentlich ist er jetzt nun wirklich alles gesagt und alles auf dem Tisch. Aber, das habe ich jetzt extra noch mal kurz vor der Aufnahme nachgeschaut, Ex-Gouverneur Zachary Obado ist weiterhin auf freiem Fuß. Er hat sich aus der aktiven Politik zurückgezogen, nicht so ganz freiwillig, wie wir wissen. Er trainiert ein Volleyballteam, singt im Chor und geht jeden Tag mehrere Stunden spazieren, laut eigener Aussage. Ich bin freier. Ich schlafe früh ein und wache spät auf. Seit ich die aktive Politik verlassen habe, habe ich weniger Druck, erklärt der ehemalige Politiker in einem Zeitungsinterview. Ach, schön, dass er sich wohlfühlt. Schön, dass es ihm endlich mal gut geht. Endlich geht es ihm mal gut. Er hatte so ein schweres Leben. Ja, der Arme. Aber auch das würde ich nicht überraschen. Ganz von der Macht lassen kann Obado aber scheinbar nicht. Doch im November 2025 taucht er bei einer Wahlkampfveranstaltung eines Parteifreundes auf, in traditionelle Gewänder gehüllt, sagt er mit ernster Miene in die Kameras der wartenden Journalisten. Es ist Zeit, dass wir die Menschen hier befreien. Die Zeiten, in denen uns Politiker wie Könige von oben herab regieren, ist vorbei. Ja, solange er nicht der König sein kann, soll es niemand anders sein. Ja, für Sherons Mutter Melinda müssen sich solche Sätze anfühlen wie ein Schlag ins Gesicht. Ich weine jedes Mal, wenn ich ihr Grab sehe, sagt sie über ihre ermordete Tochter. Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie nicht mehr da ist. Was für eine absolute Frechheit dieser Mann besitzt. Ja. Diese Eiseskälte. Aber ja gut, ist ein schönes Beispiel, was zu viel Geld und Einfluss anrichten können. Ja, vielleicht erreicht man so viel Geld und so viel Einfluss auch nur, wenn man eine gewisse Eiseskette in sich trägt, das weiß ich nicht. Aber da kommt auf jeden Fall bei dem Obado alles zusammen, was man an Politikern hassen kann. Ja, aber jeder andere müsste doch während dieser Zeit in U-Haft sitzen. Der ist doch nur draußen, weil er er ist. Ja, natürlich. Ja. Und er geht einfach auf Lepschi. Entschuldige, auf Deutsch. Er vergnügt sich. Singt im Chor. Reist nach China für seine Geschäfte. Schläft gut. Ja, endlich mal. Das ist doch alles komplett wurscht. Der hatte keinen Moment seines Lebens Angst, dass er tatsächlich im Knast landen könnte. Und zwar mit 20 anderen in einer Zwölf-Mann-Zelle, nicht im VIP-Bereich mit eigenem Fernseher und Plüschpantoffeln. Diese Ungerechtigkeit, das macht mich so fertig. Ja, das macht einen wahnsinnig wütend. Ich glaube, er hatte einmal ganz kurz Angst, als er dann festgenommen wurde und diese eine Woche oder was in Untersuchungshaft war. Damit hatte er, glaube ich, nicht gerechnet, weil er dachte, geil, ich mache jetzt hier wieder ein und gebe Interviews und auf einmal dann in Handschellen. Das war, glaube ich, das erste Mal, dass er ein bisschen... Angst hatte, aber dann hat sich ja relativ schnell herausgestellt, so schlimm ist dann das Gefängnis für ihn nicht. Er hat einen eigenen Trakt oder eine eigene Zelle, nur für sich alleine. Er kann da telefonieren, er kann da schalten und verwalten. Und natürlich, wenn du so ein System aus Vetternwirtschaft aufgebaut hast, dann wirst du ganz viele Leute haben, die dir einen Gefallen schulden. Und da finde ich, gibt es ganz gruselige Parallelen zu anderen Fällen. Jeffrey Epstein zum Beispiel. An den habe ich die ganze Zeit gedacht. Gar nicht mal unbedingt wegen des Verbrechens, sondern da ist ein Mensch, der andere Menschen anzieht, der andere Menschen vielleicht auch in der Hand hat. Da geht es um Gefälligkeiten, da schaut man mal weg, da kennt man wieder wen. Die reichen unter sich. Genau. Und das ist halt ganz, ganz, ganz, ganz schlimm. Zum einen wegen der Sachen, die da passieren, überhaupt schlimm. Aber auch darüber hinaus, glaube ich, ist das gesellschaftlich total schlimm, weil das ja so einen Hass auf alle Politiker und auf alle Eliten auslöst. Wenn man sagt, die da oben sind alles Schweine, das ist natürlich nicht so, dass die alle so sind, aber es sind einige so und solche Beispiele helfen natürlich nicht unbedingt dabei. Das macht die Leute Politik müde, das macht die Leute wütend, was ich alles verstehen kann, aber sowas führt dann auch dazu, dass die Leute sagen, ich gehe doch nicht mehr zur Wahl, das sind doch alles Schweine, die Politiker. Ach so meinst du, ja. Also sowas hat ja immer irgendwie auch mehr Konsequenzen auf vielen Ebenen und deswegen habe ich den Fall auch ausgewählt, weil das schon ein ganz krasses Beispiel dafür ist, dass reiche, mächtige Männer Sachen machen können, die nicht erlaubt sind, die nicht okay sind, die furchtbar sind und sie kommen damit durch. Und das ist ganz, ganz schlimm. Ja. Jetzt willst du danach, das einmal so abzuschütteln, wie so ein Hund. Ja, wie so ein Hund, der gerade aus dem Bach gesprungen kommt. Genau, einfach mal schütteln und dann, ach. Ja, gut, der Prozess läuft noch. Der Full Trial, wie du gesagt hast, jetzt kann man nur hoffen, dass es für ihn nicht so gut ausgeht. Ja, ich hoffe, dass die Gerechtigkeit siegt und dass nicht nur die beiden Bauernopfer, ist ja falsch, weil sie waren ja in der Tat beteiligt, aber dass nicht nur die beiden nicht ganz so Mächtigen verurteilt werden, sondern eben auch Zachary Obado. Da können wir nur die Daumen drücken. Genau, wir drücken die Daumen. Ja, danke schön für diesen Fall. Da hatte ich tatsächlich noch nicht davon gehört, obwohl es ja... Nicht lang her ist, dass Sharon getötet wurde und das ganze Jahr noch läuft. Sieht man mal wieder, wie wenig man hier mitkriegt. Ja, deswegen habe ich gedacht, komm, machen wir mal was aus einem Land, wo man nicht so viel von mitbekommt. Und ich finde es auch gut, mal zwischendurch einen Fall zu haben, von dem ich relativ sicher bin, dass der noch nicht in irgendeinem anderen Podcast gelaufen ist. Ausschließend kann man es natürlich nicht. Aber mal zwischendurch irgendwie was dabei zu haben, was man noch nicht so kennt, finde ich ganz spannend. Auch wenn das natürlich von der Quellenlage ein bisschen wilder ist. Weil wir uns da durch kenianische Tageszeitungsarchive gewühlt haben. Fun Facts, bei kenianischen Zeitungen funktioniert das, was ich mir bei deutschen Zeitungen schon ganz lange wünsche, total einfach. Ich weiß nicht, kennst du von der Recherche bestimmt auch, du willst einen bestimmten Artikel und musst dann irgendwie ein Abo abschließen für diese Zeitung und denkst so, hä, ich zahle jetzt nicht 10 Euro für den einen Artikel, gib mir doch den einen Artikel für zwei oder für drei Euro und alles ist super. Statt ein Jahresabo abschließen zu müssen. Ja, ich zahle für die einzelnen Artikel, ist okay. Ja, und das geht bei Kenianischen Zeitungen. Also, liebe deutsche Verleger, Menschen, in anderen Ländern geht's. Mach das doch mal so. Ja, das nur so als kleiner Side-Fact. Ich kann schon mal sagen, wir machen natürlich weiter mit unserer Podcast-Weltreise. Also kannst den Koffer, brauchst du eigentlich gar nicht auspacken. Ich muss wissen, soll ich die Winterstiefel einpacken oder den Bikini? Es ist jetzt eher Winterstiefel angesagt. Also Bikini eher nicht. Also jetzt, wo es wieder wärmer wird, gehen wir wieder in die Kälte. Genau, es ist nicht nur kalter, aber es ist auf jeden Fall kälter als da, wo wir uns jetzt gerade aufhalten. Also am 29. Mai erscheint die nächste Folge, wie immer, letzter Freitag im Monat. Und dieses Mal sind wir wirklich in der Nachbarschaft, in der deutschen Nachbarschaft, nämlich in Polen. Es geht nach Polen. Du kannst jetzt einen Monat lang drüber nachdenken, welchen von aus Polen ich dir wohl mitgebracht habe und ihr natürlich auch. Genau, das werde ich auch tun. Vielen, vielen Dank für diesen Ausflug nach Kenia. Es hat wie immer großen Spaß gemacht. Ja, ich danke dir. Und ich gehe mich jetzt schütteln. Das ist eine gute Idee. Wir schütteln uns jetzt beide. Ja, so dass die Backen rumschwabbeln. Genau das. Und hören uns am 29. Mai wieder. Danke, Franziska. Bis dann. Servus. Bussi, baba. Tschüss.