Hallo und herzlich willkommen zu Nebenan Weltweit und Servus Franziska. Servus, grüß die Philipp. Ja, heute ist wieder, pass auf jetzt kommt ein Karlauer, Flytag. Also der letzte Freitag im Monat und ihr bekommt eure extra Dosis True Crime zum Wochenende. Zeit für Nebenan Weltweit. Hier sprechen wir zusätzlich zu den regulären Folgen von Verbrechen von Nebenan über Verbrechen aus der ganzen Welt. Und heute geht es, ich habe es in der letzten Folge schon angekündigt, nach Monaco. Du hast schon gesagt, wohin es geht, ja. Es geht nach Monaco, wo ich dann von dir gelernt habe, dass das der italienische Ausdruck für München ist, was ich wirklich nicht wusste, was aber auch gut passt. Woran denkst du als erstes, wenn du jetzt Monaco hörst? An Grace Kelly, an Betonwüste, an Casinos und an Formel 1 natürlich. Stimmt. Ja, ich bin ein bisschen Monaco-affin, Großmutterseits bedingt. Weil meine Oma war ein ganz großer Royal-Fan und ihre Lieblings-Royal-Familie waren die Grimaldis aus Monaco. Weil da einmal so viele tragische Sachen passiert sind. Ist ja wirklich so. Ja, und deswegen habe ich gedacht, welches Land bringt man so gar nicht mit Verbrechen in Verbindung und bin dann bei Monaco gelandet. Und so sind wir heute hier ein bisschen wärmer jetzt mal im Sommer. Wurde mal Zeit. Oder Lichtenstein ist auch so klein. Ich glaube, die Kleinen sind es, wo man irgendwie immer nicht dran denkt, dass auch was passiert vielleicht. Ich glaube, Lichtenstein ist gar nicht so unkriminell, aber eher so in Richtung White-Collar-Crimes. Na gut, das wird in Monaco schon auch der Fall sein. Wird es da wohl auch geben, genau. Also so Wirtschaftsverbrechen. Bevor es losgeht, wie immer die kurze Inhaltswarnung in dieser Folge, streifen wir das Thema Suizid durch eine Schusswaffe. Wenn euch dieses Thema Schwierigkeiten bereitet, dann überspringt diese Folge oder hört sie nicht allein. Bist du bereit für den Flieger an die Rivera? Ist es die Rivera? Ja, ich glaube schon. Auf jeden Fall diese Küste, wo es halt so schön ist. Stimmt, es ist die Côte d'Azur. Ich habe Quatsch erzählt. Genau, wir starten in Mika Richtung Côte d'Azur, Richtung Palmen, Richtung Strand, Richtung Wärme. Bist du bereit dafür? Ich bin bereit, aber wir sind ja damals mit 17 mit der Klasse nach Cannen gefahren und haben da auch Monaco einen Besuch abgestattet und ich fand es ganz, ganz furchtbar. Also jetzt überrasch mich mal mit was Schönem, würde ich sagen, wenn das ein anderer Podcast wäre. Ja, also ich fürchte, was ganz Schönes kann ich dir in diesem Podcast nicht bieten. Es geht ja doch dann irgendwie um Verbrechen. Aber ja, wir gehen mal rein, würde ich sagen, oder? Bitte. Der 3. Dezember 1999 ist erst ein paar Stunden alt und die meisten Menschen in Monaco schlafen noch. Doch dann zerreißt um 4.49 Uhr plötzlich ein Feueralarm die Stille der Avenue d'Ostende. Ganz oben in dem Gebäude befindet sich das riesige 20-Zimmer-Penthaus des Multimilliardärs Edmund Safra, bekannt als Belle Epoque. Hier muss das Feuer ausgebrochen sein. Ungefähr zur selben Zeit geht bei der Polizei in Monte Carlo ein Anruf ein. Am anderen Ende ist der Concierge des Gebäudes. Er erklärt, ein Pfleger des Milliardärs sei verletzt worden. Der Typ wurde angeschossen. Sofort machen sich Polizei und Feuerwehr auf den Weg in die Avenue Dostende. Und noch jemand hat an diesem frühen Morgen telefonisch die Polizei verständigt. Eine gewisse Sonja Herrgratz, die oberste Pflegerin von Edmund Safra. Herkratz erklärt, bewaffnete Eindringlinge hätten sich Zugang zu dem Penthouse verschafft. Ihr Chef Safra und eine weitere Pflegerin namens Vivian Torente hätten sich im Badezimmer der Wohnung verschanzt. Als die Einsatzkräfte vor Ort ankommen, treffen sie auf einen blutenden Mann, der sich ihn als Ted Mayer vorstellt. Ted ist der angeschossene Pfleger von Edmund Safra, von dem der Concierge am Telefon erzählt hat. Er erklärt den Polizisten, was kurz vorher passiert ist. Wegen seiner Parkinson-Erkrankung hat Edmund Safra seit einigen Monaten privates Pflegepersonal eingestellt, das ihn in seinem Penthouse betreut. An diesem Donnerstag hat Ted Meyer zusammen mit seiner Kollegin Vivian Torente die Nachtschicht übernommen. Während Vivian in Safras Schlafzimmer eingeteilt ist, trainiert Ted im Gym der Wohnung. Aus dem Nichts bekommt er plötzlich von hinten einen Schlag auf den Kopf und geht zu Boden. Als er wieder auf die Beine kommt, stehen auf einmal zwei maskierte Männer vor ihm. Meier gelingt es, einen der beiden mit einem Gewicht niederzuschlagen, doch der andere sticht sofort mit einem Messer auf ihn ein und der Pfleger wird erneut ohnmächtig. Als er Sekunden später wieder wach wird, sind die beiden Maskierten weg. Sofort rennt Meier in Safras Schlafzimmer und ruft seiner Kollegin Vivian Torente zu. Vivian, hier sind zwei Leute, geh mit Mr. Safra in das Badezimmer. Denn dieses Badezimmer dient gleichzeitig als Panikraum und hat gepanzerte Türen. Dann drückt Meier seiner Kollegin noch sein Handy in die Hand, damit diese Hilfe rufen kann und rennt aus der Wohnung. Unten gibt er dem Pförtner Bescheid, der die Polizei ruft und seine Wunden versorgt. All das erzählt Ted Meier den Polizisten, bevor er ins Krankenhaus gebracht wird. Die Einsatzkräfte wissen also, dass dort in dem brennenden Penthouse mindestens zwei Menschen in Lebensgefahr sind, bedroht durch zwei bewaffnete Angreifer. Eigentlich müsste das Feuer so schnell wie möglich gelöscht und Edmund Safra und seine Pflegerin Vivian Torente gerettet werden. Aber die Polizei zögert. Hast du eine Ahnung, warum sie zögern? Ich weiß es nicht mehr, weil das ist, glaube ich, die Stelle, an der ich dir verraten sollte, dass ich den Fall selbst schon mal behandelt habe. Ah, also hattest du ihn bei Darst du ein bisschen Mord sein schon? Genau, ist aber lang her. Das ist so ungefähr 200 Folgen her wahrscheinlich. Oh Gott, ja, okay, das ist wirklich sehr lange her. Da warst du noch eine kleine, aufstrebende Nachwuchspodcasterin, als du damit angefangen hast damals. Ja. Aber ich weiß es nicht mehr. Also vielleicht haben sie Angst, dass sie sich selbst in Gefahr begeben würden. Das wäre nachvollziehbar. Es hat auch ein bisschen was damit zu tun, wo wir uns gerade befinden. Monaco ist nämlich eines der sichersten Länder der Welt. Die Mordrate liegt hier bei null. Also das kriegst du wahrscheinlich auch nur hin, wenn du ganz wenige Einwohner hast. Keiner der Einsatzkräfte hat also Erfahrung mit einer solchen Situation und deshalb wartet die Polizei erst mal ab. Eine halbe Stunde nach Ausbruch des Feuers taucht ein durchtrainierter großer Mann von dem Gebäude auf, der sich als Samuel Cohen, der Chef von Safras privater Security, vorstellt. Er ist sofort hierhergerast, als er von den Angreifern erfahren hat. Als ich angekommen bin, habe ich ihnen genau gesagt, wie und wo sie hin müssen. Niemand hat mir zugehört und alle haben sich geweigert zu helfen. Es war ein Albtraum, es gab pures Chaos, erinnert sich Cohen später. Also beschließt der Sicherheitsmann, allein in das Penthouse zu gehen, um seinen Chef zu retten. Doch die Polizei hält ihn auf und nimmt Cohen sogar fest. Die Beamten glauben, der bullige Mann könnte selbst zu den Angreifern gehören, obwohl er einen eigenen Schlüssel zu dem Penthouse hat. Also er kann nachweisen, dass er dazugehört. Und auch die Feuerwehr darf nicht mit ihren Löscharbeiten beginnen. Zuerst will die Polizei das gesamte Gebäude sichern, inklusive des großen unterirdischen Parkhauses. Erst um 6.15 Uhr an diesem Morgen, also knapp anderthalb Stunden nach dem ersten Feueralarm, darf die Feuerwehr loslegen. Zu diesem Zeitpunkt quillt dicker Rauch aus dem Gebäude und wahrscheinlich auch unter den Stahltüren des Panikraums hervor. Edmund Safra und Vivian Torente könnten also jederzeit ersticken, wie Chefpflegerin Sonja Hergratz den Beamten zu erklären versucht. Ich habe die Polizei angebettelt, bitte, bitte geht zum Penthouse, erinnert sie sich später. Es wird noch eine weitere Stunde dauern, bis die Feuerwehr endlich im Penthouse ankommt. Durch den Rauch können die Feuerwehrleute kaum noch etwas sehen. Um 7.45 Uhr, drei Stunden nach dem ersten Feueralarm, finden sie schließlich Safra und Torente im Badezimmer. Edmund Safra sitzt in einem roten Sessel, Vivian Torente liegt vor seinen Füßen. Beide sind tot. Von den beiden bewaffneten Angreifern fehlt jede Spur. Das ist jetzt aber auch wirklich kein Wunder, wenn das drei Stunden her ist. Oh ja. Dass der Alarm ausgelöst wurde. Also die haben natürlich längst das Weite gesucht und... Also für alle, die jetzt die Weltkarte nicht so oder die Europakarte nicht so im Kopf haben. Monaco ist ausgesprochen winzig. Ich glaube, der Englische Garten in München im anderen Monaco ist größer. Ja. Ist irgendwie schon fast doppelt so groß. Und also in 20 Minuten bist du aus diesem Land draußen und das ist bei Stock in dem Verkehr. Ja, wenn du nicht schnell genug bremst, bist du schon wieder in Frankreich. Das ist so, ja. Ja. Man hätte da schneller sein können. Das ist definitiv so, ja. Ja, Criminal Negligence würde ich sagen, irgendwie straff, oh Gott, wie heißt das schon wieder auf Deutsch, einfach nachlässig gehandelt von der Polizei, wenn die Feuerwehr ihren Job nicht machen lässt. Ja, und das wird tatsächlich noch ganz große Folgen für diesen Fall haben, dass da so lange gezögert wurde. Schon am nächsten Tag geht die Meldung vom Tod Eines der bekanntesten Banker der Welt durch die Nachrichten. Wahrscheinlich ist das der passende Zeitpunkt, um dir ein bisschen mehr über die beiden Opfer Edmund Safra und Vivian Torente zu erzählen. Also um ein bisschen dein Gedächtnis wieder aufzufrischen. Wie gesagt, es ist lange her. Ja genau, deswegen und vielleicht auch für euch. Also über Vivian gibt es kaum verifizierbare Informationen. Sie stammt aus New Jersey und wird vermutlich in den Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs geboren. Mit ihrem Mann Irineo Torrente hat sie zwei Kinder, Jason und Genevieve. Diese erinnert sich später an die Zeit kurz nach dem Tod ihrer Mutter. Ich war verwirrt, geschockt. Ich wusste nicht, was ich glauben soll. Es hat einfach keinen Sinn gemacht. Mehr konnte ich über Vivian Torrente leider nicht herausfinden. Also da gibt es nichts in den Quellen. Das ist bei ihrem Boss ganz anders. Dieser wird am 6. August 1931 unter dem Namen Edmund Jakob Safra in der Nähe von Beirut geboren. Seine Eltern Jakob und Esther sind aus Aleppo stammende sephardische Juden. Bereits seit Generationen ist die Familie im Goldhandel und Geldverleih tätig. Und so ist der Weg für Edmund und seine acht Geschwister schon früh vorbestimmt. Bereits mit 15 wird Edmund nach Mailand geschickt, um sich dort um den Ausbau des Familienbusiness zu kümmern. 1952, als Edmund 21 ist, zieht die gesamte Familie nach Brasilien. Drei Jahre später gründet er gemeinsam mit seinem Vater in Sao Paulo die Banco Safra. Ein Jahr später folgt in Genf die Trade Development Bank und zehn Jahre später die Republic National Bank of New York, die mit 80 Niederlassungen zur drittgrößten New Yorker Bank werden wird. Ordentlich. Das ist eine krasse Karriere, trotz dass er ja nun auch gute Startbedingungen hatte. Auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten gründet Safra weltweit etliche Banken und Unternehmen. Fast alle von ihnen sind erfolgreich und Safra wird immer reicher. Zu seinen Kunden zählen Prominente und auch Aristokraten wie die Fürstenfamilie Monacos. Außerdem spendet Safra Millionen für den Bau und die Renovierung von Synagogen oder medizinischen Einrichtungen auf der ganzen Welt. Er gilt als einer der begehrtesten Junggesellen seiner Zeit, bis er 1969 die Brasilianerin Lili Monteverde kennenlernt. Die 35-Jährige ist Witwe und Erbin einer der größten brasilianischen Einzelhandelsketten. Es wird allerdings noch sieben Jahre bis zur Hochzeit der beiden dauern, denn Lilly ist zwar Jüdin, aber im Gegensatz zu den Safras aschkenasische Jüdin. Ich habe jetzt keine Ahnung, was der Unterschied ist zwischen aschkenazischen und sephardischen Juden. Aber wenn du dir vorstellst, es ist ja wahrscheinlich heute immer noch... Für viele auch ein Problem, wenn jetzt ein Katholik und eine Protestantin heiraten wollen. In manchen Teilen der Welt auf jeden Fall. Oder kalvinistische und lutheranische Protestanten. Ja, das ist, glaube ich, ein gutes Beispiel. Also es gibt da Widerstand aus der Familie und den gibt Safras Familie erst 1976 auf und dann können die beiden erst heiraten. Lilly bringt ihre vier Kinder mit in die Ehe. Trotz des riesigen Reichtums müssen Edmund und sie immer wieder Krisen überstehen. Ende der 80er Jahre zum Beispiel, als Edmund nach dem Verkauf einer seiner Banken an den Kreditkartenanbieter American Express in Vertragsstreitigkeiten verwickelt ist und der Kartenriese ihm mit einer Schmutzkampagne zu Schaden versucht. Oder Mitte der 90er, als Safra mit einer seiner Firmen zu einem der größten ausländischen Investoren in Russland aufsteigt, uns mit Korruptions- und Bestechungsvorwürfen konfrontiert wird. Und dann wird der Multimilliardär auch noch schwer krank. Diagnose Parkinson. Die Krankheit lässt den mittlerweile Ende 60-Jährigen immer paranoider werden. Er fühlt sich von fremden Mächten verfolgt und ausspioniert. Zu gehen und ins als besonders sicher geltende Monaco zu ziehen, wo man, das hat sicherlich auch eine Rolle gespielt, außerdem deutlich weniger Steuern zahlen muss. Das ist immer ein ganz guter Grund für die Superreichen. Deswegen ist es dort auch so hässlich. Ja, weil halt alles komplett zugebaut ist. Also jeder Meter wird genutzt für irgendwelche Hochhäuser mit Pent-Häusern drin. Die beiden leben dort in der teuersten Wohnung Monte Carlos, dem Penthouse Belle Epoque. Insgesamt 1600 Quadratmeter Wohnfläche inklusive Spa, Dachgarten und Privatkino. Also ich habe ein paar Bilder von dieser Bude gefunden und werde die auch bei Instagram posten. Wild. Also die leben da in einer Wohnung, die größer ist als die mehrere Häuser zusammengenommen, wo die meisten Menschen wohnen. Also dort will sich Edmund dann zur Ruhe setzen und dafür seine Bank und seine Holdings verkaufen. Die Londoner Großbank HSBC bietet ihm dafür rund drei Milliarden Dollar. Ein Angebot, das Experten damals verwundert. Schließlich entspricht die Summe rund der Hälfte des Marktwertes von Safras Unternehmen. Ach, Unterpreis. Ja, Unterpreis. Also man würde jetzt bei drei Milliarden denken, nehm ich, ist schon okay, kann man ein bisschen was mit anfangen, aber das ist tatsächlich nur die Hälfte des damaligen Schätzwertes. Geplant ist der Verkauf für den 3. Januar 2000. Nur etwa einen Monat zuvor stirbt Edmund Safra, erstickt im Panikraum seines Luxus-Penthauses. Mir fällt gerade wieder ein, es gibt, wenn ich mich recht erinnere, einen Polizisten auf 100 Einwohner in Monaco. Bei uns 0,3. Ja, also das ist glaube ich nicht ganz weit hergeholt, dass da es etwas sicherer ist als in anderen Ländern. Gibt es, Irgendeine Idee, wer hinter diesem Überfall stecken könnte. Nicht nur eine, sondern ganz viele. Also direkt nach dem Tod von Edmund Safra überschlagen sich die Spekulationen. Ich kann mir schon vorstellen, dass eine so reiche Person auch viele Feinde hat. Absolut. Und ich habe ja gerade schon angedeutet, dass der auch manchmal so ein bisschen in so fishy Geschichten verwickelt war. Weil die wenigsten Menschen, die so reich sind, sind auf ganz legalem Wege und in einer komplett weißen Weste so reich geworden wie er jetzt. Also eine mögliche Spekulation wegen Safras Unterstützung für israelische Projekte könnte es die palästinensische Befreiungsorganisation PLO auf ihn abgesehen haben. Oder auch das wäre ja eine Möglichkeit, dass jemand versucht hat, den bevorstehenden Deal mit HSBC zu stoppen. Weil das war ja eigentlich schon eingetütet und sollte nur noch unterschrieben werden und kurz vorher stirbt er. Das ist natürlich auch verdächtig. Eine Theorie taucht immer wieder auf. Zum Ende seines Lebens hatte Edmund Safra geschäftlich viel in Russland zu tun, das habe ich ja kurz schon erwähnt. Zusammen mit einem Partner investiert Safra vor allem in die Firmen russischer Oligarchen. Eine dieser Firmen gehört dem damals reichsten Mann Russlands, Wladimir Botanin. Doch Safra vertraut Botanin nicht, glaubt sogar, der Russe habe ihn bestohlen. Aus Angst vor dem mächtigen Oligarchen verstärkt Safra daraufhin seine Security. Außerdem hat Safras Bank wohl auch Geld für die russische Mafia gewaschen. Jeden Tag soll damals rund eine Milliarde Dollar heimlich nach Russland geflogen worden sein. Doch irgendwann bestieß Safra beim FBI auszupacken. Die Behörde kann deshalb gleich mehrere Geldwäschefälle aufdecken. Vor allem, und das ist natürlich auch ein glücklicher Zufall für ihn, bei Konkurrenten von Edmund Safra. Egal, ob er sich in der Ukraine verletzt hat, palästinensische Terroristen, ein schwerreicher Oligarch oder die Russen-Mafia. Es gibt einige Leute, das hattest du ja schon vermutet, die mit Edmund Safra kurz vor seinem Tod noch ein Hütchen zu rupfen haben. Scheiße, es ist vielleicht gar nicht so gut, so reich zu sein. Nee, dann hat man auch immer ziemlich viel Ärger. Obwohl ich schon gerne ein eigenes Kino und ein Spa hätte. Ich bin ja bescheiden. Mehr braucht es ja fast gar nicht. Nee, brauche ich nicht. Ein Dachgarten wäre schön. Dachgarten, stimmt. Das ist wirklich das Allerschönste eigentlich an dieser Wohnung. an Dachgarten ist eine ganz, ganz tolle Sache. Ich brauche persönlich keinen Ost- und Westflügel. Nein, da muss man auch mal so viel laufen. Von der Bibliothek bis ins Ankleidezimmer, diese weiten Wege immer, das ist ja auch nichts. Die monogassische Polizei versucht herauszufinden, wie die Angreifer überhaupt in Safras gesichertes Penthouse einringen konnten. Das ist ja eine ganz große Frage. Sämtliche Fenster und Türen des Hauses sind kugelsicher und das ganze Gebäude ist videoüberwacht. Eine Journalistin der New York Post beschreibt das Anwesen so, das Penthouse war eine Festung. Es war komplett uneindringbar. Wobei nicht ganz uneindringbar, wie wir wissen. Also wie sind die maskierten Männer in das Penthouse gekommen? Warum gibt es von den entscheidenden Stunden kein Videomaterial, obwohl überall Kameras installiert waren? Und warum hatte Safra ein Team von 25 hoch ausgebildeten Personenschützern, aber keiner von ihnen war zum Tatzeitpunkt vor Ort? Also sehr, sehr viele Zufälle, die da zusammenkommen. Zumindest dieses eine Rätsel kann schnell gelöst werden. Safras Ehefrau Lili Safra hatte die Sicherheitsleute einige Monate vor dem Tod ihres Mannes von der Belle Epoque abgezogen, um andere Anwesen des Paares zu überwachen. Weil es ist natürlich nicht die einzige Unterkunft von denen, die haben mehrere und da muss man die Sicherheitsleute irgendwie verteilen. Wobei es jetzt aber nach keiner so guten Idee klingt, vielleicht Personenschützer da einzusetzen, wo keine Personen sind und die Personen unbeschützt zu lassen. Richtig. Weil man sie schon hat. Aber klar, wir haben gesagt, Monaco ist ausgesprochen sicher, Edmond fühlt sich hier gut aufgehoben, da geht man auch nicht davon aus, sie zu benötigen. Ja. Ist schon auch irgendwo verständlich. Das könnte jetzt aber natürlich darauf hinweisen, dass jemand wusste, dass niemand da sein würde. Ja, man kann das ja jetzt seit einigen Monaten schon, hast du gesagt, glaube ich. Ja, kann man davon ausgehen, dass es so bleibt. Könnte natürlich sie beobachtet haben, das Penthouse gemütlich über Monate hinweg überwacht haben. Oder es gibt einen Inside-Man. Ja, vielleicht war es ein Inside-Job. Auch um die Frage geht es natürlich in dem Fall. Edmund Safra wird am 6. Dezember 1999 beigesetzt. Ursprünglich hätte er in Israel beerdigt werden sollen, wie es der Wunsch seiner Brüder Josef und Moishe war. Allerdings hatte ihr Frau Lilly die Beerdigung nach Gent verschoben, ohne Edmunds Brüdern Bescheid zu sagen. Alle Trauernden tragen schwarz, die Männer sind in lange Mäntel und breitkrempige Hüte gekleidet. Auf Edmund Safras Grabstein steht die Inschrift, und das wird jetzt wieder ein bisschen schwierig auszusprechen, Zadig Be-Emunato-Iche, also auf Deutsch, ein gerechter Mann lebt in seinem Glauben. Während also in Genf getrauert wird, geht plötzlich eine Nachricht um die Welt. Die Polizei von Monte Carlo hat einen Verdächtigen im Fall Edmund Safra festgenommen. Und der ist weder ein Mitglied der Russenmafia noch ein geprellter Ex-Geschäftspartner, sondern ein vertrautes Gesicht im Hause Safra. Ted Mayer, Edmund Safras Pfleger, der die Angreifer angeblich bekämpft und dabei schwer verletzt hat. Mayer soll gestanden haben, dass die maskierten Männer nie existiert haben und er selbst das Feuer in dem Penthouse gelegt hat. Auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz erklärt der Chefankläger ungeduldig, er gibt zu, dass er allein und aus persönlichen Gründen gehandelt hat. Es gibt keine Vermutung für eine Verschwörung, keine Anzeichen, dass die Tat beauftragt wurde. Nachfragen der Journalisten bügelt der Ankläger ungeduldig ab. War also vielleicht doch alles ganz anders? Oder vielleicht sogar so, wie du dir schon gedacht hast, weil InsideJob, also... Ja, viele Möglichkeiten. Aber Ted war ja nicht nur ein einfacher Krankenpfleger. Aber dazu wirst du sicher noch genug sagen. Ich will nicht vorgreifen. Er ist mehr als das, da hast du vollkommen recht. Genau. Aber er erzählt ja jetzt, also er gesteht freiwillig, soweit wir wissen. Ja, er gesteht, aber das Motiv dahinter ist wirklich seltsam. Ted erzählte in Ermittlern, er habe befürchtet, seinen gut bezahlten Job bei Safra zu verlieren. Deshalb wollte er einen Einbruch und einen Brand faken, um seinen Chef danach heldenhaft retten zu können. Wobei das gar nicht so weit hergeholt ist, fällt mir jetzt gerade ein, weil zum Beispiel bei Patiententötungen, bei diesen sogenannten Todesengeln, ist es ja auch ganz oft so, dass die dann Patienten in einen lebensbedrohlichen Zustand bringen, um sie dann retten zu können. Oder Feuerteufel, die bei der Feuerwehr arbeiten, gibt es ja auch immer wieder. Also so weit hergeholt, jetzt wo ich gerade drüber nachdenke, ist es eigentlich gar nicht. Genau, aber wenn er Krankenpfleger ist, dann muss er vielleicht nicht unbedingt ein Feuer legen, sondern könnte das auch anders machen, irgendwie mit Medikamenten oder... Ja, also das ist alles irgendwie nicht so ganz schlau, dieser Plan. Ted erzählt, dass er in einem kleinen Papierkorb im Pflegerzimmer mit einer Duftkerze ein Mini-Feuer entzündet hat. Dabei will er aber darauf geachtet haben, dass der Brand sich nicht ausbreiten kann, indem er alle Holzmöbel so weit wie möglich wegschiebt. Außerdem ist er sich sicher, dass Safras Sicherheitskräfte das Feuer schnell löschen. Offenbar weiß er nicht, dass an diesem Abend keiner von den Securities vor Ort ist. Um seine angebliche Heldentat glaubwürdiger zu machen, sticht er sich selbst mit seinem Klappmesser in sein Bein und in den Bauch. Als ehemaliger Elite-Soldat weiß Ted Mayer genau, wie tief eine Verletzung sein muss, um möglichst spektakulär auszusehen, aber nicht lebensgefährlich zu sein. Ja gut, aber das musst du halt trotzdem mal schaffen. Ja, also es tut halt trotzdem sauweh und es wird jetzt noch schlimmer. Wenn du dich verschätzt? Ja, nee, es wird noch schlimmer. Er hat sich danach noch mit Schmiergelpapier durchs Gesicht gerieben. Ah! Also das will ich mir gar nicht vorstellen, wie das wehtut, um den Angriff noch realistischer wirken zu lassen. Dann rennt Mayer zu seinem Boss Safra und dessen Pflegerin Vivian Torente, um den beiden die Geschichte mit den Einbrichern zu erzählen und sie dann zu retten, in Anführungsstrichen. Dafür gibt er Torente sein Handy und meldet den angeblichen Einbruch beim Concierge. Als er im Krankenwagen liegt, glaubt Ted Mayer, er habe mit seiner falschen Heldentat seinen Job gerettet. Erst viel später erfährt er, dass das Feuer sich ausgebreitet und sowohl Edmund Safra als auch Vivian Torrente getötet hat. Der Tod der beiden war also laut Mayers Aussage ein Unfall, weil er Angst um seinen Job hatte. Ja, weiß ich jetzt auch nicht. Findest du das glaubwürdig? Ja, ich habe ja gerade gesagt, es gibt ja durchaus Fälle, wo Menschen sowas machen, also ein Feuer liegen, um es dann selber zu löschen. Klar. Aber wie du schon gesagt hast, da hätte es ja auch andere Möglichkeiten gegeben. Also das ist sehr wild, diese Geschichte. Wäre halt schon ein richtig schlechter Plan gewesen. Nicht ordentlich durchdacht wirkt das Ganze. Ja, genau. Und wenn, wie du gesagt hast, diese Personenschützer schon seit längerem weg sind, dann weiß er ja auch, dass keiner von denen jetzt kommen würde, um den Brand zu löschen. Genau. Außerdem im Pflegerzimmer, also ist das dann sein Zimmer? Ja, genau. Wieso sollte da einer reinkommen? Ja, das ist komplett Banane. Um den Brand zu löschen. Genau. Also die haben da wohl ein Zimmer, wo man bei Nachtschichten irgendwie einer von beiden Pflegern schlafen kann. Aber du hast recht, das ist auch das falsche Zimmer, um so ein Fake dran zu legen. Das sollte ja dann irgendwie im Wohnzimmer sein, wo es definitiv bemerkt wird, gesehen wird, wo Leute vielleicht auch leicht immer hinkommen. Klingt jetzt für mich nicht so super glaubwürdig. Aber ja. Du erinnerst dich. Erzähl mal, was ist dieser Ted für ein Typ? Genau, du hast ja gerade schon gesagt, der ist nicht nur Krankenpfleger, der ist wirklich ein spannender Typ, muss man sagen. Ted Mayer wird 1958 in Maine geboren, wächst aber in New York auf. Er ist das älteste von fünf Kindern. Seine Mutter ist Schulbusfahrerin. Sein Vater repariert Telefone. Doch die Beziehung seiner Eltern hält nicht lange und seine Mutter heiratet erneut. Kontakt zu seinem leiblichen Vater hat Mayer kaum. Den Grund dafür wird er erst erfahren, als sein Vater bereits tot ist. Jahrzehntelang sitzt dieser als Korea-Kriegsveteran in der psychiatrischen Abteilung des Veteranenkrankenhauses mit der Diagnose Schizophrenie. Eine Krankheit, die teilweise, nicht immer, aber teilweise auch vererbt werden kann. Nach der Schule geht Mayer zur Armee, um sich das College leisten zu können. Dort arbeitet er als Sanitäter und wird sogar in die Elitegruppe der Green Barretts aufgenommen. Zumindest wird dies sein Leben lang in seinem Lebenslauf stehen. Erst Jahrzehnte später tauchen Hinweise darauf auf, dass er möglicherweise doch kein Elite-Soldat war. So oder so, Meyer bleibt nicht ewig bei der Armee. Also er war definitiv Soldat. Die Frage ist, ob er wirklich in dieser Einheit tätig war. Aber Meier arbeitet später auch als Pizzalieferant, als Bauarbeiter oder als Sicherheitskraft in einem Las Vegas Casino. Seine ersten beiden Ehen scheitern und weil er nicht zu einer Sorgerechtsanhörung seines ersten Sohnes gehen will, verletzt er sich selbst mit einem Messer. Ah ja. Also vielleicht erkennen wir da ein Muster. Irgendwann erfüllt Meier sich seinen Traum und beginnt ein Studium zum Krankenpfleger. Dort lernt der schlanke Mann mit den braunen Mittelscheiteln die zwölf Jahre jüngere Heidi Wustrow kennen und die beiden verlieben sich. 1993 heiraten sie und erfüllen sich kurz darauf den Traum von einem eigenen Haus in Stormwell im Bundesstaat New York. Dort ziehen sie auch ihre beiden Kinder groß. Zu diesem Zeitpunkt arbeitet Ted bereits seit mehreren Jahren auf der Neugeborenenstation im New York Hospital, wo er sich insbesondere um die Frühgeburten kümmert. Seine Patienten sind begeistert von seiner Arbeit. Ted hat ein gutes Händchen für Kinder. Uns erarbeitet sich über die Zeit den Ruf, heilende Kräfte zu haben. Und auch bei seinen eigenen beiden Kindern fungiert er als Hebamme. Also da ist er ganz anders als der Täter aus der letzten Folge, der zu Hause war, als seine Frau im Krankenhaus das Kind bekommen hat. Also Ted Meher packt selbst mit an. Aber das finde ich auch total schön, Er war ja Soldat und jetzt wird er also quasi Krieger und jetzt wird er heiler. Stimmt, das ist eigentlich, also wenn die Geschichte hier vorbei wäre, wäre es eigentlich eine schöne Lebensgeschichte. Also mit einem schönen Happy End. Er selbst sagt über die Geburt seiner Kinder, das war wahrscheinlich einer der speziellsten Momente in meinem Leben. Das Leben der jungen Familie scheint einen guten Gang zu nehmen und es soll noch besser werden. Denn 1998 passiert etwas, das zunächst nicht lebensverändernd wirkt. Auf der Arbeit findet Meier eine teure Kamera. Er nimmt sie mit nach Hause und lässt die Bilder entwickeln. Auf den Bildern sieht er zwei Patienten mit deren neugeborenen Zwillingen. Er findet ihre Adresse heraus und bringt ihnen die Kamera vorbei. Also erstmal netter Zug. Damit hat sich die Sache erledigt, ist sich mehr eigentlich sicher. Aber du kannst ja jetzt mal raten, wen dieses Paar, dem er die Kamera zurückgegeben hat, über Ecken kennt und wer zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer Parkinson-Erkrankung nach privaten Pflegekräften sucht. Ach, du machst es mir schwer. Könnte das vielleicht Edmund Safra sein? Ja, also krasser Zufall einfach, wie die beiden irgendwie zusammenkommen. Und beeindruckt von Mayers Ehrlichkeit erzählt das Ehepaar ihren Bekannten Lilly und Edmund Safra von dem Krankenpfleger. Und die sind begeistert, weil damit schlagen sie ja sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe, weil der ist Pfleger, war früher aber auch, so glauben sie ja, Elite-Soldat bei der Armee. Das heißt, er kann heilen und töten, wie du gerade gesagt hast. Ja, perfektes Match. Ja, also so bekommt der paranoide Safra Pfleger und Bodyguard in einem. Und so wird Ted Meyer von Stormwell nach Nizza geflogen und mit einer Limousine zu Safras Villa La Leopolde an der Côte d'Azur gebracht. Ein Gebäude mit, wir steigern uns jetzt, 2700 Quadratmetern Wohnfläche, das heute mit einem Wert von rund 500 Millionen Dollar zu den teuersten Villen der Welt gehört. Also es sind auch so Dimensionen. Eine halbe Milliarde für ein Gebäude. Nach mehreren Kennenlerngesprächen und psychologischen Tests wird Mayer schließlich eingestellt. Während seine Familie in New York bleibt, zieht der 41-Jährige nach Monaco, wo er sich als einer von etwa einem Dutzend Pflegern um Safra kümmern soll. Fünf Tage die Woche soll Mayer für Safra arbeiten. Er wird im Luxushotel Balmoral mit Mehrblick untergebracht und alle seine Lebenshaltungskosten übernimmt sein Arbeitgeber. Ted Mayers Verdienst liegt bei umgerechnet mehr als 10.000 Euro im Monat. Ich habe mich gesegnet gefühlt. Ich meine, es war nicht nur Glück, es war fast wie ein Segen, erinnert sich Mayer später an diese Zeit. Jeder Ort, den ich besucht habe, seine Banken, seine Büros waren jenseits meiner wildesten Träume. Also er wird da in eine Welt geworfen, die er so vorher noch nie gesehen hat. Sein neuer Job ist für Ted Mayer deutlich entspannter als die Arbeit im Krankenhaus und logischerweise auch besser bezahlt. Ist Safra wach, gibt es Mayer ihm seine Medikamente. schläft er ein, sitzt er an seinem Bett. Oft arbeitet er dabei auch mit Vivian Torente zusammen, die für ihn laut eigener Aussage zu einer Mutterfigur wird. Weniger gut versteht Meier sich dagegen mit seiner direkten Vorgesetzten Sonja Herkratz, die unter anderem Schichten und Arbeitszeiten koordiniert und den Ruf hat, Pflegekräfte schnell auszutauschen. Schnell kommen die beiden in eine Art Wettkampf, um vor Edmund Safra und seiner Frau möglichst gut dazustehen. Zu stehen. Herkratz erinnert sich an mehrere Situationen. Wenn wir Mr. Safra ins Bett gehievt haben, hatte Ted die Tendenz zu sagen, easy, easy, als würde er sagen, ich sei nicht vorsichtig genug mit ihm. Sonja Herkratz glaubt, Ted wolle sich ihren Job erschleichen. Gleichzeitig sieht sich Ted von Herkratz ungerecht behandelt und nicht wertgeschätzt. Er befürchtet, dass er der nächste Pfleger sein könnte, den Sonja Herkratz austauschen könnte, auch wenn es dafür keinen konkreten Anlass gibt, wie sogar sein Anwalt später zugibt. Ihm wurde nie gedroht, gefeuert zu werden. Ich glaube, er hatte mehr Sorge, dass er missverstanden wird und dass sein wahrer Wert für den Arbeitgeber klein geredet wurde. Also nochmal, es gab keinen konkreten Grund, dass er Sorgen haben musste um seinen Job. Und selbst wenn, ist das wirklich ein Grund, die Wohnung seines Chefs anzuzünden und einen Überfall zu faken. Und dazu kommt, dass zwei Wochen vor Safras Tod Mayers Probezeit endet. Er hat jetzt also einen sicheren Job und darf auch seine Familie nach Monaco holen. Mhm. Klingt jetzt für mich nicht, als ob er ein Motiv für einen Mord gehabt hätte oder auch dafür diese Wohnung, kann man ja nicht sagen, dieses riesige Penthouse in Brand zu stecken. Weil dadurch könnte er seinen Job ja auch nicht behalten. Also wenn das dann rauskommt, ja, das wäre schon eine krasse Selbstüberschätzung. Aber gut, es gibt ja immer wieder Leute, die denken, sie sind klüger als alle anderen und niemand kommt ihnen auf die Schliche. Haben wir in unseren beiden Podcasts schon durchaus häufiger gehabt. Genau und wieder. Wie geht es weiter? Was sagt jetzt das Gericht zu der Sache? Weil du hast schon über den Anwalt gesprochen. Genau, es kommt natürlich zum Prozess und der startet im November 2002 vor dem Palais de Justice in der Altstadt von Monaco. Der Gerichtssaal in dem verzierten Gebäude ist eher klein. Große Prozesse sind in dem Klitzekleinfürstentum eine Seltenheit, wie wir gerade schon gesagt haben. Wohl auch deshalb schauen alle in diesem Stadtstaat auf dieses Gerichtsverfahren. Den Tod eines der reichsten Bürger der Stadt aufzuklären, ist die Aufgabe des vorsitzenden Richters Jean-Christophe Ullin und seinen sechs Geschworenen. Ullin trägt eine rote Richterrobe mit weißem Hasenfell und thront unter einem riesigen Kruzifix. Also sieht so ein bisschen aus wie aus so einem Historienfilm. Kannst du doch mal sagen, was? Ja, eine rote Richterobe. Eine rote Richterobe mit weißem Hasenfell. Also so ein bisschen wie die Royals immer auf diesen Ölgemälden anhalten. Ja, ja, total. Da wird ordentlich Show geboten im Gerichtssaal. Ted Mayer hat ein vierköpfiges Team aus Anwälten um sich, die aus den USA und auch aus Monaco kommen. Und das ist vielleicht ein Teil des Problems. Die Anwälte werden sich nämlich nicht über eine Verteidigungsstrategie einig. Mayers monogassische Verteidiger wollen, dass ihr Mandant bei seinem Geständnis bleibt und sich einsichtig zeigt, um einer lebenslangen Haftstrafe zu entgehen. Sein amerikanischer Anwalt Michael Griffith dagegen fordert eine andere Strategie. Er will, dass Ted sein Geständnis zurückzieht und auf unschuldig plädiert. Laut Griffith wurde sein Mandant gedrängt, ein Geständnis auf Französisch zu unterschreiben, obwohl er die Sprache nicht versteht und auch keinen Übersetzer zur Seite gestellt bekommen hat. Ich wusste nicht mal, was ich unterschrieben habe. Ich wusste nicht, was das für ein Dokument war, bis ich es dann unterschrieben hatte, erklärt Mayer seinem US-Verteidiger. Außerdem habe man ihn unter Druck gesetzt. Und jetzt wird es wild, also noch wilder. Der Fall ist ja schon wild, aber jetzt wird es noch wilder. Als Teds Ehefrau Heidi Mayer zu Hause in den USA von dem Brand hört, fliegt sie sofort mit ihrem Bruder nach Monaco. Den Flug bezahlt Lilly Safra. Als Heidi ankommt, wartet am Flughafen bereits eine Limousine samt Fahrer, die sie ins Krankenhaus bringen soll. Doch während der Fahrt erhält der Fahrer plötzlich einen Anruf. Unvermittelt dreht er das Auto um und fährt in die entgegengesetzte Richtung. Herausgelassen werden die Geschwister nicht am Krankenhaus, sondern auf der Polizeiwache, so erzählen sie es Anwalt Michael Griffith. Die Ermittler haben Zweifel an Mayers Geschichte und wollen Heidi zu seinem Arbeitsverhältnis und anderen Themen befragen. In einer Befragungspause gehen Heidi und ihr Bruder kurz draußen Luft schnappen, als etwas passiert, das sie nie vergessen wird. Plötzlich kommt ein Auto angefahren mit drei Leuten, alle in schwarze Jumpsuits gekleidet. Die haben uns gepackt und entführt. Sie haben uns in einem Hotelzimmer drei Tage unter Bewachung festgehalten und haben unsere Reisepässe abgenommen. Die Männer, so vermutet Heidi Mayer, gehören zu Lili Safra. Was sie von ihr wollen, weiß Heidi allerdings nicht. In der Zwischenzeit bekommt Ted Mayer, so erzählt er es später, an seinem Krankenbettbesuch von zwei Ermittlern. Die halten ihm ein Dokument auf Französisch unter die Nase, dass er unterschreiben soll. Als Meier sich weigert, zeigt einer der Ermittler ihm den Reisepass seiner Ehefrau Heidi und sagt zu ihm, du wirst das unterschreiben, ansonsten wird deine Frau nicht zu ihren Kindern zurückkehren. Boah, ist das gruselig. Also das Problem ist natürlich, man kann es nicht nachprüfen. Ob es wirklich so war. Aber wenn es wirklich so war, also diese Vorstellung ist super, super gruselig, dass Ermittler so vorgehen. Ted Mayer unterschreibt, das wissen wir ja schon. Doch gegenüber seines Anwaltes Michael Griffith betont er immer wieder, er sei unschuldig am Tod seines Chefs. Er will das Feuer nur gelegt haben, um einen Alarm auszulösen und so Hilfe zu holen. Michael Griffith glaubt ihm. Für den Verteidiger ist klar, dass der monogastische Staat versucht, hier den wahren Täter zu verschleiern. Monaco präsentiert diese Fiktion, dass sie der sicherste Ort der Welt sind. Sie wollen Monacos Ruf sicher zu sein beibehalten, erklärt er. Wild, ich habe es gesagt. Ja, wir hatten das ja auch in der letzten Folge so ein bisschen. Also man sieht das immer wieder. Und ich hatte auch vor kurzem einen Fall aus der Sowjetunion, in der ein Mann... Viele Leute getötet hat und andere Männer, mehrere andere Männer und sogar Kinder als Sündenbock hergenommen wurden, beziehungsweise eben in unserem letzten gemeinsamen Fall hier, wollten sie auch nicht drüber reden, weil auch so ein kommunistisches Land ist natürlich keine Monarchie, aber weil sie es einfach nicht wahrhaben wollten oder nicht damit rausgehen wollten, dass es hier Verbrecher gibt und dass man vielleicht nicht gleich den richtigen hat und so. Und wir sehen auch heute noch, dank DNA-Abgleichen hoffentlich immer seltener, dass manchmal die Polizei oder der Staat einfach jemand verknacken will, damit Ruhe ist und sie nach außen hin halt gut dastehen können, indem sie sagen, hier, wir haben ihn, alles wieder gut. Dieser Bösewicht, der tut niemandem mehr was. Also du hältst es in dem Fall für nicht ganz ausgeschlossen, dass das wirklich passiert sein könnte? Das hast du jetzt richtig herausgehört. Ja, ich weiß, ich habe sehr viel gesagt. Ja, warum nicht? Ja. Es könnte stimmen, muss nicht. Ja, wie du gerade schon gesagt hast, so ein Verbrechen passiert ja nie im luftleeren Raum, sondern immer in der Gesellschaft und die entscheidet dann natürlich auch darüber, wie das Verbrechen verhandelt wird. Ja, und kann man diesen Superreichen wirklich so super vertrauen, ist halt auch so eine Frage. Ja, das stimmt. Michael Griffith möchte also nachvollziehbarerweise aus seiner Sicht als Verteidiger, dass Ted Mayer vor Gericht sein Geständnis widerruft und von der Entführung und den Einschüchterungen erzählt. Weil das spricht ja eigentlich für ihn. Doch Mayers monogassische Anwälte sind dagegen. Sie glauben ihrem Mandanten nicht und wollen ihn daran hindern, seine Aussage zu ändern. Michael Griffith wundert das Verhalten seiner monogassischen Kollegen sehr. Ich habe darauf bestanden zu erfahren, wen diese Leute repräsentieren. Ted oder die Safra-Familie oder Monaco oder was auch immer, berichtet er später. Doch Ted Meyer hört nicht auf ihn. Im Gegenteil, er erneuert vor Gericht sein Geständnis, auf das die gesamte Anklagebrandstiftung mit zweifacher Todesfolge aufgebaut ist. Im Gerichtssaal betont er nochmal, dass alles ein Unfall war. Ich konnte nicht glauben, dass so eine furchtbare Tragödie aus so einem kleinen Feuer entstehen kann, sagt er dort. Er wirkt aufrichtig erschüttert, seine Haare sind mittlerweile grau geworden. Neben seinem Geständnis und dem Anhören von Sachverständigen, sind auch etliche weitere Zeugen vororts, die helfen sollen, ein Bild von Mayer zu zeichnen. So beispielsweise ehemalige Patienten, die von Mayers außergewöhnlicher Arbeit als Kinderpfleger erzählen, aber auch ehemalige Kollegen, die von einer Situation berichten, in der Mayer gesagt haben soll, wenn es in dieser Wohnung jemals ein Feuer geben sollte, dann wären wir alle tot. Was ja auch so ein bisschen klingt wie eine düstere Prophezeiung. Es sind aber nicht alle tot. Nee, es sind nicht alle tot, das stimmt. Aber er hat offenbar schon bemerkt im Penthouse, dass dieses Penthouse ein bisschen... Brand gefährdet ist in dem Fall. Am meisten belastet wird Mäher von seiner direkten Vorgesetzten Sonja Herrgrat. Sie berichtet, dass Ted es am Tatabend gar nicht abwarten konnte, bis sie und der andere Kollege das Apartment verlassen. Außerdem soll Mäher zu Lili Safra gesagt haben, sie werden heute gut schlafen, Frau Safra. Vielleicht hat die Lili einen netten Tee getrunken und die Sonja mochte ja auch nicht so. Deswegen freut er sich, wenn sie weg ist und deswegen wird die Lili gut schlafen. Also, dass die beiden sich nicht mochten, da hast du absolut recht, das ist ja auch belegt. Sonja Herkert will außerdem beobachtet haben, wie mehr zwei Wochen vor dem Brand an der Decke des Pflegeraumes an Kabeln herumgefummelt haben soll. Das wäre eine mögliche Erklärung auf die immer noch ungeklärte Frage, warum am Tag des Brandes die Videoüberwachung in dem Penthouse nicht funktioniert hat. Und das laut Staatsanwaltschaft nicht zum ersten Mal. Schon bei seinem Job als Casino-Mitarbeiter in Las Vegas habe Ted Meyer verbotenerweise Überwachungskameras entfernt. Also auch da könnte man jetzt wieder ein Muster erkennen, wie bei der Geschichte mit dem Messer. Trotz all dieser Vorwürfe hält Heidi Mayer weiter fest zu ihrem Mann. Sie beschreibt ihn vor Gericht als liebevollen Vater, der nie in der Lage sei, irgendwen zu töten. Danach erklärt sie in die Kameras der wartenden Reporter, da war noch so viel mehr, dass ich sagen wollte. Aber ich bin manchmal einfach erstarrt. Ich bete einfach, dass die Wahrheit herauskommt. Das Urteil gegen Ted Mayer fällt dann im Dezember 2002. Er wird zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Drei davon hat er zu diesem Zeitpunkt schon in U-Haft abgesessen. In einem Abschlussstatement entschuldigt sich Ted Mayer bei den Familien von Edmund Safra und Vivien Torente. Dann wird er mit gefesselten Händen aus dem Saal geführt, begleitet von Kameras aus der ganzen Welt. Also wenn er tatsächlich dieses Feuer gelegt hat, dann ist es halt so. Also dann ist er schuldig und... Aber natürlich, wenn irgendwie doch jemand anders dahinter steckt, wenn er nur der Sündenbock ist, dann ist das alles nicht in Ordnung. Und diese Diskussionen, die reißen natürlich nicht ab. Heidi Mayer zum Beispiel ist nach dem Urteilsspruch verständlicherweise gestürzt und vor allem ist sie wütend. Ich habe das Gefühl, sie wollten ein nettes, sauberes Ende all dessen haben und haben meinen Mann als Bauernopfer genutzt, um Monaco wie den Zufluchtsort aussehen zu lassen. Unter Tränen schwört Heidi, weiter für die Wahrheit zu kämpfen. Auch Genevieve Torrente, die Tochter der Totenpflegerin Vivian, glaubt dem Urteil nicht. Das ist jetzt ein bisschen überraschender. Sie sagt, man will, dass es das Ende der Geschichte ist. Aber im Hinterkopf habe ich immer gefühlt, dass es nicht das Ende der Geschichte ist. So ist es nicht wirklich passiert. Und ein Teil von mir denkt, dass ich niemals herausfinden werde, was passiert ist. Edmunds Witwe Lily Safra dagegen zeigt sich erleichtert, dass der Täter nun im Gefängnis sitzt und betont, man wisse nun, was in dieser Nacht wirklich passiert sei. Safras Brüder Josef und Moishe allerdings sehen das ganz anders. Für uns steht außer Frage, dass unser geliebter Bruder Edmund und Vivian Torente Opfer verachtenswerter Taten waren. Die, die an dem verhängnisvollen Morgen vor Ort waren, wissen, was sie getan und nicht getan haben. Mit diesem Wissen müssen sie nun den Rest ihres Lebens leben. Beide deuten also kurz nach dem Urteil an, dass hinter dem Tod ihres Bruders jemand ganz anderes als Ted Mayer stecken könnte. Und da du den Fall ja gemacht hast, hast du wahrscheinlich schon eine Idee, wem die beiden verdächtigt haben. Aber wie gesagt, er ist jetzt ungefähr 200 Fälle her. Aber wer bleibt denn danach übrig, außer Lili Safra, seine Frau? Ja, die trauernde Witwe. Über die wissen wir bisher noch nicht so viel. Sie wird als Lili Watkins am 31. Dezember 1934 in der brasilianischen Stadt Porto Alegre geboren. Ihre jüdische Familie hat Wurzeln in England und in der damaligen Tschechoslowakei. Lili wächst in Brasilien auf, doch bereits mit 17 heiratet sie einen erfolgreichen Textilunternehmer und zieht zu ihrem neuen Mann nach Montevideo in Uruguay. Die beiden bekommen drei Kinder, doch in den frühen 60ern trennt sich das Paar. Lili zieht nach Rio de Janeiro, wo sie einen der reichsten Männer Brasiliens, Alfredo Monteverde, kennenlernt, der ihr zweiter Ehemann wird. Doch schon vier Jahre nach der Hochzeit, 1969, stirbt Alfredo. Laut Lilly hat er unter einer bipolaren Störung gelitten und Suizid begangen. Aber hier wird es merkwürdig. Alfredo Monteverde soll sich selbst in die Brust geschossen haben, zweimal. Also das ist eine äußerst ungewöhnliche Art und Weise, um sich selbst zu töten. Und nur wenige Wochen vor seinem Tod hat der Milliardär sein Testament geändert und den Großteil seines immensen Vermögens seiner Frau übertragen. Seine Mutter und Schwester, die Anteilseigner seiner Firma waren, werden im Testament nicht mal erwähnt. Ah ja, das ist unglaublich praktisch für Lilly. Das ist tatsächlich praktisch für Lilly und wie du dir denken kannst, folgt ein langwieriger Erbstreit, in dessen Zuge Edmund Safra Lilly dabei hilft, das Erbe für sich zu sichern. Die beiden verlieben sich und heiraten sieben Jahre später. Zu diesem Zeitpunkt ist Lili bereits eine reiche Frau, denn sie hat, wie man vielleicht sagen kann, nach oben geheiratet. Mit jeder Scheidung und mit jedem Erbe wächst ihr Vermögen. Nicht anders verhält es sich nach Edmund Safras Tod. Auch er hat sein Testament kurz vor seinem Tod umgeschrieben und neben wohltätigen Organisationen Lili zu seiner Haupterbe entgebracht. Auch seine Unternehmen, die kurz vor dem Verkauf stehen, gehen an Lili. Für Lili Safra ist das Erbe darüber hinaus steuerfrei. Denn nur wenige Tage vor Safras Tod werden die beiden von Fürst Renier persönlich zu Staatsbürgern Monakos ernannt und sind damit von der Erbschaftssteuer befreit. Also wer reich ist, der muss dann nicht mal eine Erbschaftssteuer bezahlen. Glück im Unglück für Lilly. Ja, oder sehr viele seltsame Zufälle. Aber es gibt noch ein paar mehr von diesen seltsamen Zufällen. Also nach Edmund Safras Parkinson-Erkrankung übernimmt Lilly nicht nur die meisten seiner Geschäfte, sondern bestimmt auch immer stärker über das Privatleben ihres Mannes. So sagt beispielsweise ein Vertrauter von Edmund Safra, man kann sagen, dass alle Leute um ihn herum wussten, es sich nicht mit Lilly zu verscherzen. Also sie ist der eigentliche Boss und kümmert sich auch um die Sicherheit ihres Mannes. Kurz vor dessen Tod ordnet sie an, die komplette Security vom Penthouse Benetage abzuziehen und auch die anderen Grundstücke des Paares vor allem auf die 14 Kilometer entfernte Villa Leopolda zu verteilen. Das hatte ich ja schon am Anfang mal erwähnt. Dem damaligen Sicherheitschef kommt das komisch vor und er fragt bei Edmund nach. Dieser sagt ihm... Tu, was du tun musst, aber so, dass Lilly nichts davon mitbekommt. Kurz darauf wird der Sicherheitschef gefeuert und durch Samuel Cohen ersetzt, von dem ich dir auch schon am Anfang erzählt habe. Ein großer, durchtrainierter Mann, Ende 30, mit Metallgestellbrille, den sein Vorgänger als Lilly-Person beschreibt. Also als jemanden, der genau das tut, was Lilly Safra will. Und so sind zum Zeitpunkt von Edmund Safras Tod keine Securities vor Ort. Und selbst wenn, Lilly hat ihnen die Schlüssel für das Penthouse abgenommen. Also sie können nicht mal rein. Und das ist... Das ist ja da keine richtige Security mehr. Ja, wir können draußen zugucken, wenn was passiert. Und das ist sogar für den neuen Sicherheitschef Samuel Cohn schwer nachvollziehbar. Wenn auch nur ein Wächter im Dienst gewesen wäre in dieser Nacht, hätte Ted Mayer nie die Nerven gehabt zu tun, was er getan hat, erklärt er vor Gericht. Und noch etwas macht Lili Safra verdächtig. Sie war in der Feuernacht selbst in dem Penthouse, allerdings in ihrem eigenen Flügel. So macht man das, wenn man viel Geld hat. Da hat man viele verschiedene Flügel, wo man schlafen kann. Die 64-Jährige behauptet, von dem Brand und dem Todeskampf ihres Mannes nichts mitbekommen zu haben. Auch irgendwie schwer vorstellbar, selbst wenn da große Entfernungen in diesem Penthouse zurückzulegen sind. Das glaube ich schon. Wenn sie ihren eigenen Flügel da hat, das glaube ich schon. Ja, wenn es brennt und wenn die Feuerwehr vor der Tür steht mit Sirenen und irgendwann... Ja, dann schon, aber jetzt... Nicht von der Vorgeschichte meinst du? Ja, okay, gut. Ja, okay, okay, okay. Also sie sagt, ich habe davon nichts mitgekriegt. Und natürlich stürzen sich irgendwann nicht nur Edmunds Brüder, sondern auch die Presse auf Lilly und auf die Merkwürdigkeit in ihrem Leben. Eine Journalistin der New York Post fliegt sogar nach Brasilien, um mehr über die zweifache Witwe herauszufinden. Doch reden möchte dort kaum jemand mit der Journalistin. Leute sehen sie als eine gefährliche Frau, erzählt die Journalistin später. Zudem hat sie das Gefühl, verfolgt zu werden. Und als sie ihr Buch schließlich herausbringt, wird sie von Lili verklagt und das Buch in Brasilien verboten. Es scheint also, als habe Lili Safra ihre Finger überall. Ja, Lili wirkt schon verdächtig, muss ich sagen. Es gab ganz schön für sie glückliche Schicksalswendungen in ihrem Leben. Der eine Mann in Brasilien schießt sich selbst zweimal in die Brust. Das machen die meisten nur einmal. Ja. Und sie abt deswegen ein Vermögen. Den anderen jetzt beabt sie ebenfalls und muss darauf ja nicht mal mehr Steuern zahlen. Also warum, ja. Das Ding mit der Erbschaftssteuer, okay, machen wir keinen Fass auf. Ja, da könnten wir jetzt auch, glaube ich, noch Stunden drüber diskutieren. Aber wir wollen ja einen Crime- und keinen Politik-Podcast machen. Aber ja, sie hat, man könnte sagen, sie hat Glück. Sehr viel Glück und warum lässt sie das Buch in Brasilien verbieten, wenn sie nicht fürchtet, dass Personen sich dort durch dieses Buch vielleicht angeregt fühlen könnten, doch auszupacken, doch was zu erzählen, bisschen aus dem Nähkästchen über sie zu plaudern und das eine oder andere für sie unangenehme Ding ans Licht zu bringen. Das ist ein sehr guter Punkt, weil ich habe mich bei der Recherche gefragt, warum sie es in Brasilien hat verbieten lassen, weil sie ist ja, wahrscheinlich wäre es ja auch in anderen Ländern rausgekommen, also warum ihr Brasilien so spezifisch wichtig ist, aber das wäre natürlich eine Erklärung dafür, ja klar. Aber es geht ja sicher noch spannend weiter. Absolut. Während also über Lili Safras Rolle im Tod ihres Mannes spekuliert wird, rückt auch dessen Rolle im Tod von Vivian Torrente in den öffentlichen Fokus. Nur ein Tag nach Ted Mayers Verurteilung veröffentlichen Torrentes Kinder mit ihrem Anwalt ein Statement, das Edmund Safra beschuldigt, für den Tod ihrer Mutter verantwortlich zu sein. Bei der Autopsie von Vivian wurden an ihrem Hals mehrere Hämatome und Blut in ihrer Schilddrüse festgestellt. Außerdem hatte Vivian das Blut ihres Chefes Edmund Safra an ihrer Kleidung, als sie starb. Also das sind ja auch Sachen, die jetzt nicht unbedingt durch ein Feuer kommen, dass man irgendwie... Nee, da muss noch ganz was anderes passiert sein. Genau, und um die Frage, was da genau passiert ist, geht es jetzt hier nämlich. Für den Fall eines bewaffneten Angriffes gibt es, wie sie später herausstellt, ein genaues Sicherheitsprotokoll. Edmund Safra soll die Türen des Panikraums erst öffnen, wenn seine Bodyguards ihn höchstpersönlich herausholen. Genau das wollte Samuel Cohn am Morgen des Feuers machen, wurde aber von der örtlichen Polizei davon abgehalten. Die Bodyguards, die auch gar nicht mehr da sind, sondern irgendwo anders bei der La Leopolder Villa. Genau, und der nicht mehr in die Wohnung kommt, weil er keinen Schlüssel hat. Und Vivian Torentes Kinder glauben deshalb, dass ihre Mutter während des Feuers den Panikraum verlassen wollte, weil die gesagt hat, da kommt doch jetzt eh niemand, was soll das hier, es ist doch gar keine Security da. Und dass Edmund sie mit Gewalt daran gehindert hat, um das Sicherheitsprotokoll einzuhalten. Und so verklagen die Torente-Geschwister Lady Safra und ihre Unternehmen auf 100 Millionen Dollar Schadensersatz. Doch die Klage, das konnte ich herausfinden, verläuft im Sand. Also ob es da eine außergerichtliche Einigung vielleicht gab, vermag ich nicht zu sagen. Währenddessen sitzt Ted Meyer im Maison d'Arette, was übrigens eine wunderschöne, also es klingt so schön. Es ist halt ein Gefängnis, aber es klingt, Maison d'Arette hat doch irgendwie was. Also es ist das einzige Gefängnis von Monaco und ihm geht es dort, muss man auch sagen, den Umständen entsprechend gut. Sie geben dir so viel Essen und so viel Trinken, dass dein Blutzucker Sprünge macht, so spricht Meyer über seine Haftzeit. Seine Frau und seine Kinder können ihn dort regelmäßig besuchen. Wahrscheinlich auch deshalb will Meier unbedingt verhindern, dass man ihn verlegt. Das Maison d'Arette ist nämlich nur für kurze Haftstrafen ausgelegt. Deshalb ist absehbar, dass Ted Meier in eine Haftanstalt ins Benachbarte Frankreich verlegt werden wird. Um das zu verhindern, plant Meier zusammen mit seinem Zellennachbarn einen spektakulären Ausbruch. Und da haben wir jetzt wieder so einen richtig crazy Schwenker in dieser Geschichte. Ja, da klingelt wieder irgendwas. Ja genau, also das ist, wenn du denkst, es wird nicht verrückter, dann wird es jetzt wieder verrückter. Also dieser Ausbruch ist wirklich wild. Die beiden benutzen dafür den Gefängnispfarrer als unwissenden Schmuggler. Der Geistliche ist 78, hat einen Herzschrittmacher und einen metallenen Gehstock, ist also schon so ein bisschen tattrig. Deshalb muss der Priester als einziger im Gefängnis nicht durch den Metalldetektor. Ted Mayer bittet also seine Schwester, ihm vier Sägeblätter in einem Buch zu verstecken, dieses als Geburtstagsgeschenk zu verpacken und dem Priester zu überreden, ihm dieses Geschenk in die Zelle zu bringen. Der Plan, der erstmal total crazy klingt, funktioniert und Mayer versteckt die Sägeblätter hinter dem Abdichtgummi des Zellenkühlschrankes. Es gibt einen Zellenkühlschrank. Immerhin, also das ist schon ein Knast, den sich wahrscheinlich manche Leute wünschen würden. Von nun an Segenmäher und sein Knastkumpel jeden Abend während der Fernsehzeit, wenn es im Gefängnis am lautesten ist, an den Gitterstäben der Zelle. Doch das ist schwerer als gedacht, denn das Fenster ist nur eine tunnelartige Öffnung, die mit sechs Schichten Eisenstangen und Metalldraht gesichert ist. Also man hat gesagt, komm, eine Schicht reicht nicht, dann machen wir noch Draht davor, dann machen wir noch mehr Gitterstäbe davor. Also weißt du, wie in so einem schlechten Film, du siegst eine Lage durch und dann kommt wieder die nächste. Gut, also Maison Direct klingt süß, aber ist schon sehr gut gesichert. Ja, so ganz so schlecht gesichert ist es da tatsächlich nicht. Und auch, wie ich fand es sehr skurril, um die Sägespuren zu verbergen. Weil natürlich sieht man an diesen Gitterstäben, wenn da gesägt wird. Und um das zu verbergen, mixen die beiden Zigarettenasche mit Kleber und schmieren die Mischung jeden Abend nach getaner Arbeit auf das Gitter, um die Löcher und das alles zu verdecken, dass man das nicht mehr sieht. Das ist doch auch wie aus dem Film. Ja, also dass das funktioniert, hätte ich nicht gedacht, aber fünfeinhalb Wochen lang dauert es, dann ist der Weg frei. Also in diesen fünfeinhalb Wochen fällt das niemandem auf, dass da irgendwie Asche an dem Gitter klebt. In der Zwischenzeit hat Mayers Zellengenosse heimlich insgesamt 46 Plastiksäcke gebunkert und in der Zelle versteckt. Die Säcke knoten die beiden zu einem knapp acht Meter langen Seil zusammen. Am 21. Januar 2003 ist es dann soweit. Nachts klettern die beiden mit dem Seil aus dem Fenster und wie es sich für einen filmreichen Ausbruch gehört, liegen in den Betten selbst gebastelte Attrappen, damit ihr Abgang nicht so schnell auffliegt. Eigentlich wollen sie direkt weiter nach Italien, wo Meyers Knastkumpel Menschen kennt, die ihnen helfen sollen. Aber der Zellengenosse hält sich nicht an sein Versprechen und lässt Ted Meyer einfach draußen vor der Anstalt stehen. Blöd gelaufen. Also muss der sich wohl oder übel alleine durchschlagen und schleicht zu Fuß über die Grenze nach Nizza. Dort freut er sich. Ich habe es verdammt nochmal geschafft. Ich bin in einem anderen Land. Aus einem Hotel ruft Ted Mayer zuerst seine Schwester an, die ihm ihre Kreditkartendaten zur Verfügung stellt und dann seine Ehefrau Heidi. Jetzt stellen wir uns Folgendes vor. Wir sind ja auch schon lange Podcast verheiratet. Ich bin jetzt gerade aus dem Knast ausgebrochen und rufe dich aus Nizza direkt an als Podcast-Ehefrau. Wie würdest du reagieren, wenn ich sage, komm nach Nizza, hol mich ab? Das ist jetzt eine Fangfrage. Also es ist wirklich nicht weit nach Nizza von Monte Carlo, von Monaco aus, muss man vielleicht noch dazu sagen. Rund 20 Kilometer und in die andere Richtung nach Ventimiglia auch nochmal ungefähr 20. Das heißt, bist du also relativ schnell gegangen oder per Anhalter gefahren. Was würde ich jetzt sagen, wenn du mich nach deinem Gefängnisausbruch anrufst? Das ist jetzt nicht die romantische Antwort, die du vielleicht erwartest oder erhoffst. Ich glaube, ich würde dich fragen, ob es dir noch ganz gut geht. Schade. Und was du dir vorstellst, was ich jetzt in dieser Situation tun soll? Ja, dann bist du ungefähr so drauf wie Heidi Meyer in dem Fall. Die ist auch nicht so begeistert, wie ihr Mann sich das vielleicht vorgestellt hatte. Sie hatte nämlich gehofft, dass ihr Mann bald wegen guter Führung vorzeitig entlassen wird. Und das kann sie sich nach seinem Ausbruch natürlich abschminken. Also gut, wenn das aber auf dem Tapet stand, dann ist es ja ganz blöd, da auszubrechen. Ja, da sind wir wieder bei jemandem, der sich vielleicht für schlauer hält, als er wirklich ist. Also sagt Heidi Ted, sie will mit der ganzen Sache nichts zu tun haben. Und sie beendet das Telefonat mit den Worten, ich habe dir nichts zu sagen. Er enttäuscht und erschöpft, lässt sich mehr eine Badewanne ein und zündet sich eine Zigarre an. Keine Ahnung, wo er die her hat. Danach geht er schlafen. Nein, mit der Kreditkarte noch schnell gekauft. Wahrscheinlich noch schnell eine Zigarre gekauft. Also er hat zumindest eine Wanne und eine Zigarre. Am nächsten Tag allerdings wird er festgenommen, also es war nur ein kurzes Vergnügen. Seine Frau hat nach Tets Anruf direkt einen der monogassischen Anwälte ihres Mannes verständigt. Und der hat die Behörden über die Flucht seines Mandanten informiert. Insgesamt hat Tetz, ja, Außenaufenthalt könnten wir es nennen, keine sieben Stunden gedauert, für die seine Haftstrafe um zehn Monate verlängert wird. Also auch ein ziemlich schlechter Tausch. Das wäre übrigens in Deutschland nicht passiert. Hatten wir, glaube ich, schon mal in einer Podcast-Folge erwähnt. Denn Ausbrechen aus dem Knast an sich ist bei uns nicht strafbar. Es sei denn, ich verletze dabei jemanden oder begehe Sachbeschädigung. Ja, gut kann sein, dass er die zehn Monate für die ganzen vielen Metallgittergedöns gekriegt hat. die er alle durchgesickt hat, weil die muss man ja erstmal ersetzen, die vielen Schichten, das dauert ja. Aber statt potenziell früher freizukommen, sitzt er jetzt noch länger. Ja und er tut sich auch ein bisschen selber leid, er sagt zum Beispiel, ich habe all das durchgemacht, um dann von meiner Frau und meinem Anwalt verraten zu werden, schlimmer wird es nicht, meckert er. 2006 lässt Heidi sich von Ted scheiden. Damit endet nicht nur ihre Ehe, sondern auch ihr Kampf gegen Lili Safra. Drei Jahre vorher hatte Heidi Meyer ja noch angekündigt, für die Wahrheit zu kämpfen und deshalb im Mai 2003 einen Prozess gegen Lili Safra angestrengt. Doch ganz kurz vor Prozessbeginn ruft Heidi ihren Anwalt Michael Griffith an und bittet ihn, alles fallen zu lassen. Also es muss da natürlich keinen Zusammenhang geben, aber Heidi und ihre Kinder haben durch Teds Verhaftung und den Wegfall seines Einkommens natürlich starke finanzielle Probleme. Unter anderem muss Heidi kurz nach dem Urteil gegen Ted ihr gemeinsames Haus in Stormwell verkaufen und zu ihrer Mutter ziehen. Und da wäre ein bisschen Geld von der richtigen Person ja ein guter Grund, um nicht nur das Verfahren, sondern vielleicht auch seinen im Knast sitzenden Ehemann fallen zu lassen, oder? Ja, vielleicht kann man jetzt so nicht sagen, wenn man nicht selbst drin steckt. Ist natürlich vorstellbar. Willst du damit sagen, dass Heidi ungefähr zu dieser Zeit Geld aus einer anonymen Quelle erhält? Ja, aus einer anonymen Quelle, die eventuell Lust hatte, sich außergerichtlich zu einigen und keinen Prozess zu haben. Man weiß es nicht. Wir können ja hier nichts behaupten, was wir müssen. Wir können nur spekulieren und nachdenken. Aber andererseits natürlich kostet so ein Verfahren, die ganzen Anwälte, alles kostet unfassbar viel Geld, dann ist das auch noch in einem anderen Land, auf der anderen Seite eines Ozeans. Ja. Das kann sie sich vielleicht auch einfach nicht leisten. Und die Gegenseite ist ja wahnsinnig mächtig und reich. Also da kann auch sein, dass sie einfach die Luft ausgegangen ist und gesagt hat, okay, das bringt eh nichts. David gegen Goliath, aber Goliath gewinnt. Genau das. 2007 wird Ted Mayer schließlich entlassen. Die acht Jahre seit seiner Verhaftung sehen in seinem Gesicht aus wie mindestens 16 Jahre. Seine Falten sind tiefer geworden und das Haar komplett ergraut. Er könnte sich nun zurückziehen und die Sache auf sich beruhen lassen. Aber er entscheidet sich für das Gegenteil. Kurz nach seiner Entlassung wendet Ted Mayer sich an etliche Medien und widerruft seine Aussage. Dabei erzählt er zum ersten Mal öffentlich von dem vermeintlich erzwungenen Geständnis, was von der Polizei natürlich sofort dementiert wird. Außerdem hat er jetzt noch eine neue Geschichte parat. In einem BBC-Interview behauptet Mayer nämlich jetzt, er sei zwei Tage vor dem verheerenden Brand selbst von maskierten Männern entführt worden. Diese hätten ihn dazu aufgefordert, am Tatabend die Stahljalousie eines bestimmten Fensters offen stehen zu lassen. Als er sich weigert, zeigen die beiden Männer ihm ein Foto seiner Frau und seiner Kinder. Meyer willigt ein, doch er lässt die Entführer wissen, dass er an diesem Abend gar nicht arbeitet. Also es ist gar nicht eingetragen für die Schicht an dem Abend. Kein Problem, erwidern die Entführer, es sei alles geregelt. Am Abend des Brandes habe dann Tads Telefon geklingelt und er sei gebeten worden, spontan einzuspringen, weil eine der Pflegerinnen Probleme mit ihrem Visum habe. Bei der Arbeit habe er dann die Jalousie eines bestimmten Fensters öffnen sollen, habe dann aber bemerkt, dass diese bereits offen war. Er sei erleichtert gewesen, dass er sich nicht selbst die Hände schmutzig machen müsste, habe aber Angst vor dem gehabt, was in dieser Nacht passieren würde. Ein paar Stunden später seien dann tatsächlich zwei Einbrecher durch dieses Fenster eingedrungen und hätten ihn verletzt. Das Feuer will Ted Meyer nur angezündet haben, um Alarm zu schlagen. In einem Interview erklärt er, wir hatten keinen Panikalarm, wir hatten gar keinen Alarm. Der einzige Alarm, der mir eingefallen ist, ist der Feueralarm. Ist halt komisch, dass er mit dieser Geschichte jetzt erst um die Ecke kommt, weil damit hätte er sich ja damals schon entlasten können. Warum er mit seinem Handy nicht einfach die Polizei oder die Feuerwehr gerufen hat, erklärt Meier im selben Interview so. Ich hatte keinen Plan, nie vorbereitet worden, hatte nicht mal eine Idee, habe nicht mal daran gedacht. Also es ist ihm einfach nicht eingefallen, sagt er. Sein späteres Geständnis, er habe sich die Einbrecher nur ausgedacht und sich selbst verletzt, um den Held für seinen Chef spielen zu können, hätten ihm seine Anwälte aufgeschotzt. Er habe dazu gar keinen Grund gehabt, schließlich sei er kurz vorher von Edmund Zaffra unbefristet eingestellt worden. Außerdem hätte er sich als Person mit medizinischen Kenntnissen niemals an so gefährlichen Stellen selbst verletzt. Ja gut, wir hatten ja schon das Problem, dass der amerikanische Anwalt nicht verstanden hat, was die monogassischen Anwälte ihm da sagen. Ja, ja und dass das mit seinem Angestelltenverhältnis wenig Sinn ergibt, das haben wir auch vorher schon gesagt. Ja, ich weiß nicht, ob so ein kleines Feuerchen in einem Papierkorb fast ein riesiges Penthouse in Brand stecken kann, sodass zwei Personen darin an Rauchgasvergiftung sterben. Ja, und dann, lass uns nicht vergessen, dass die Feuerwehr erst drei Stunden später, drei Stunden nach dem Alarm, ungefähr drei Stunden war es, mit den Löscharbeiten beginnen durfte. Das hat ja auch keinen Sinn ergeben. Also es gibt ja schon gewisse Fragen. Absolut, aber Fragen und Fragezeichen gibt es natürlich bei Mayers Geschichte auch. Also Sonja Herkrat zum Beispiel, seine direkte Vorgesetzte, die widerspricht ihm deutlich und sagt, Ted Mayer war in diesem Abend von Anfang an zum Arbeiten eingeteilt. Also er ist nicht eingesprungen, wie er behauptet hat. Und eine Sache finde ich fast noch komischer. Also es klingt ja alles sehr nach einem Inside-Job. Er sollte diese Jalousie hochmachen. Sie war aber schon oben. Die hatten Bilder von seiner Frau und seinen Kindern. Das heißt, die wissen, wen die sich da ausgesucht haben. Und wenn diese unbekannten Angreifer alles so genau geplant haben, warum entführen sie dann ausgerechnet den einen Pfleger, weil es waren ja ganz viele, der als ehemaliger Elite-Soldat die meiste Kampferfahrung besitzt und damit wahrscheinlich auch am meisten Widerstand leistet. Also da hätte man sich ja jemand anders aussuchen können, oder? Hätte man sich natürlich jemand anderen aussuchen können. Aber du hast ja schon gesagt, vielleicht war er gar keine Elite-Soldat. Achso, du meinst, dass die Eingreifer sogar so gut... Die wissen das, ja. Die wissen das, was kein anderer weiß. Das stimmt, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Aber was wollten die denn überhaupt in diesem Penthouse, wenn die jetzt da tatsächlich eingestiegen sind? Geklaut haben sie ja wohl nichts. Edmund getötet haben sie. Auch nicht. So in dem Sinne auch nicht. Haben den Tod verursacht. Also haben das Feuer gelegt, um ihn zu töten vielleicht. Aber das war doch Ted, der das Feuer gelegt hat. Ja, und es ist ja auch ein seltsamer Tod, wenn man jemanden sicher tot haben will, aus welchen Gründen auch immer, da irgendeinen Papierkorb anzuzünden und zu hoffen, dass die Feuerwehr drei Stunden braucht und zu hoffen, dass sich da jemand im Panikraum einschließt und da erstickt. Also das ist halt wirklich absurd. Das ist vollkommen absurd. Aber was war deren Motiv, wenn es sie gab? Ja, großes Fragezeichen. Eines der vielen großen Fragezeichen in diesem Fall. Allerdings sind Ted Mayer und sein Verteidiger Michael Griffiths nicht die einzigen, die glauben, dass Mayer in diesem Fall nur das Bauernopfer war und das finde ich auch wirklich wild, was jetzt kommt. Die beiden bekommen plötzlich Hilfe aus ganz unerwarteter Richtung. Kurz nach Mayers Entlassung wendet sich mit Jean-Christophe Olin, derjenige an die Öffentlichkeit, der Mayer fünf Jahre vorher als Vorsitzender Richter selbst zu seiner Haftstrafe verurteilt hat. Olin erklärt, er selbst habe bevor Prozessbeginn an einem heimlichen Meeting mit dem Staatsanwalt und Mayers monogassischen Anwälten teilgenommen. Bei genau diesem Treffen sollen sich beide Seiten auf einen Schuldspruch und Mayers Strafmaß geeinigt haben, bevor der Prozess überhaupt begonnen hatte. What? Also was ist das denn für ein Land, in dem sowas stattfindet? Ja, aber Ted eignet sich offenbar gut als dieses Bauernopfer, weil einem starken Mann wie ihm traut man mehr zu als einer wahrscheinlich kleineren, wahrscheinlich schwächer gebauten Frau. Ich bin wirklich überrascht, dass diese Enthüllung nicht Monaco komplett erschüttert hat, weil stell dir das mal vor, das würde rauskommen, dass Richter sich mit Staatsanwälten, mit irgendwie Anwälten hinter den Kulissen vor einem Prozess schon auf irgendwas einigen. Also dass es Deals gibt, das ist ja klar, aber vor dem Prozess und dann wird schon alles festgelegt, das ist ja der absolute Wahnsinn. Ja, sollte nicht so sein. Bleibt einem echt die Spucke weg. Das ist in diesem Fall wirklich so. Aber ja, eine Seite hatte Geld, die andere Seite hatte kein Geld. Also jetzt könnte man denken, das sind ganz viele Enthüllungen, wo man sich fragt, dieser Prozess war der überhaupt rechtsmäßig, müsste der nicht neu aufgerollt werden? Das ist ja total naheliegend. Passiert nicht. Ja, kannst du es beweisen. Ja, weiß nicht, ob der Richter ein glaubwürdiger Zeuge ist. Ich würde mal denken schon ja, weil er ist halt Richter. Aber es passiert halt nichts. Also der Fall wird nicht nochmal neu aufgerollt. Juristisch heißt der Schuldige bis heute Ted Mayer. Und von dem hört man ganz viele Jahre nichts mehr, bis er 2022 dann wieder gesucht wird per Haftbefehl. Mittlerweile ist er zurück in den USA und hat den neuen Namen John Green angenommen. Was übrigens auch total wie ein Tarname klingt, oder? Also wenn ihr den jetzt neuen Namen sucht, ja ich heiße jetzt John Green. Trotz der Namensänderungen finden seine Arbeitgeber früher oder später immer wieder heraus, wen sie da eingestellt haben und feuern Ted Mayer. Er hatte es schwer, erklärt sein Anwalt Michael Griffith. Die riesige Öffentlichkeit seines Falls hat sein Gesicht und seine Reputation bekannt gemacht und er hat Job nach Job verloren. In mehreren US-Bundesstaaten verliert Mayer sogar seine Pflegerlizenz, weil er über seine Vergangenheit gelogen hat. Also nicht wegen der Tat, sondern weil er seinen neuen Arbeitgeber belogen hat, wer er wirklich ist. Also wechselt er irgendwann komplett die Branche und wird LKW-Facher und Buchautor. 2021 erscheint sein Buch Framed in Monte Carlo. How I Was Wrongfully Convicted for a Billionaire's Fiery Death. Zu diesem Zeitpunkt ist er seit einem Jahr mit der Ärztin Kim Laak verheiratet. Eine Frau, die bereits viel in Katastrophengebieten gearbeitet hat und unter anderem bei 9-11-Menschen aus den Trümmern geholfen hat. Wow, toll. Also eine absolute Heldin. Die beiden leben zusammen mit Larks drei Hunden im US-Bundesstaat New Mexico. Doch schon bald beginnen die Probleme. Ted Meyer wird immer aggressiver und schreit seine zweite Ehefrau regelmäßig an, bis sie 2022 genug von ihm hat. Die Scheidung einreicht und außerdem ein Annäherungsverbot gegen ihren Ex-Mann erwirkt. Doch statt Kim in Ruhe zu lassen, bricht Ted Mayer in ihr Büro ein und klaut ihr unter anderem ihre Pistole, Bargeld und ihr Scheckheft. Mit Kims Scheckheft geht er dann zur Bank und will 50.000 Dollar abheben. Ich finde es übrigens wild, dass es im Jahr 2022 noch Scheckhefte gibt, aber gut. In den USA ist das alles anders als bei uns. Ja, was das angeht, was so... Wenn Zahlungsmittel angeht, sind die wirklich ein bisschen anders drauf. Als ein Polizist ihn anspricht, also während er die 50.000 Dollar abheben will, flieht Ted Mayer. Danach suchen ihn die Behörden wegen Diebstahls, Einbruchs, Betruges und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Doch der mittlerweile 63-Jährige ist untergetaucht. Bis zum 12. Mai 2022. An diesem Tag ist Kim bei der Arbeit und lässt ihre Hunde, wie schon so oft, bei aufgerieter Klimaanlage in ihrem Auto. Kurze Anmerkung an der Stelle, lass diese Scheiße sein. Mach das nicht. Ja, gut, dass sie die Klimaanlage anhat. Immerhin. Ja, aber die Hunde werden sicherlich zu Hause besser aufgehoben, als stundenlang in einem Auto zu sein. Ja, und eine Klimaanlage kann ja auch mal ausfallen. Kann auch ausfallen, genau. Und die Hitze entwickelt sich rasant in seinem Auto drin. Das ist wie ein Backofen. Absolut, ja. Also das ist doch, die waren dann sehr schnell gestorben und das ist doch überhaupt nichts, da stundenlang in einem Auto zu fahren. Nein, deswegen, aber Kim scheint das häufiger zu machen, vielleicht damit sie die Hunde in ihrer Nähe hat, wenn sie arbeiten ist. Es gibt auch Hundesitter, überlegt ja was anderes. Ja, es gibt Hundesitter, genau. Plötzlich hört sie jedenfalls ein lautes Bellen, rennt raus und sieht gerade noch, wie ihr Ex-Mann mit ihrem Auto und ihren Hunden vom Parkplatz rast. Kurz darauf wird öffentlich nach Ted Mayer alias John Green gefahndet und die Behörden warnen davor, sich ihm zu nähern, weil sie ihn für gefährlich halten. Kim Lark geht in dieser Zeit durch die Hölle. Ich fühle mich von mir selbst angewidert, ihm geglaubt zu haben. Es lässt mich hinterfragen, welche anderen Sachen er getan hat, von denen ich nichts wusste, sagt sie damals. Doch einem von ihr angeheuerten Privatdetektiv gelingt es schließlich, zumindest die drei Hunde zu finden. Von Ted Mayer fehlt weiter jede Spur. Es scheint, als ob er oft einen Schritt voraus ist. Er ist fast wie ein U-Boot, erklärt damals einer der Ermittler. Ein Monat später wird Mayer dann in Texas festgenommen und 2023 wegen Diebstahls, Betruges und der Entführung der Hunde verurteilt. Er muss also zurück in den Knast. Doch schon kurz darauf wird die Geschichte noch verrückter. Mayer bietet einem Zellengenossen an, dessen Kaution von 2500 Dollar zu bezahlen. Als Gegenleistung soll dieser dann bei Kim Laag einbrechen und ihr eine Überdosis Fentanyl verabreichen, um sie zu töten. Also auch das schon wieder so ein Mordplan, wo du denkst. Warum nicht ein Messer? Also warum Fentanyl? Gebt doch keine Tipps hier. Du weißt, was ich meine. Es ist halt schon wieder so total komisch um die Ecke gedacht. Naja, aber Fentanyl hätte sie sich vielleicht noch selbst reinjagen können. Lass es wie ein Unfall aussehen. Eventuell war es das. Aber das Gute für Kim ist, dass ein anderer Insasse dieses Gespräch mitbekommt und Mayers Mordpläne meldet. Und so steht Ted Mayer alias John Green ein drittes Mal vor Gericht. Im Juni 2025 wird er zu neun Jahren Haft wegen Anstiftung zum Mord verurteilt und sitzt seitdem in einer Haftanstalt für ältere Gefangene in New Mexico. Er ist an Kehlkopfkrebs erkrankt. Wenn er jemals wieder freikommt, wird er Ende 70 sein. Und ehrlicherweise glaube ich nicht, dass er lebendig wieder freikommt. Noch immer behauptet Mayer, dass auch dieses Urteil gegen ihn eine Verschwörung und er selbst unschuldig ist. Aber warum wollte er denn Kim töten lassen? Wahrscheinlich, weil er sie dafür verantwortlich gesehen hat, dass er jetzt im Knast ist. Weil das hat ja alles mit einem Streit mit ihr angefangen. Dass er ihr Checkheft geklaut hat. Das hat er ja nur gemacht, weil die beiden sich gestritten haben aus seiner Sicht, weißt du. Also ich glaube, dass er das so auf seine Art für sich interpretiert, dass sie praktisch der Grund für sein ganzes Unglück ist. Und das berechtigt ihn dann aus seiner Sicht, irgendwelche Leute zu beauftragen. Ja, okay. Also du siehst, da ist jemand durchaus in der Lage, Geschichten für sich passend zurechtzubiegen. Ja, du hattest ja auch am Anfang erzählt, es gibt eine gewisse psychische Vorgeschichte. Also sein Vater war ja an Schizophrenie erkrankt. Das wird bei ihm aber nicht festgestellt, soweit wir wissen. Nein, das ist bei ihm nicht festgestellt worden. Ich habe es nur deswegen erwähnt, weil es eventuell eine Rolle spielen könnte. Also er behauptet nach wie vor, er hat irgendwie gar nichts gemacht, er ist unschuldig. Und ob das auch auf den Tod seines ehemaligen Chefs Edmund Safra und seiner Kollegin Vivian Torente zutrifft, wird wohl nie geklärt werden. Sollte Lilly Safra jemals mehr gewusst haben, dann nimmt sie dieses Wissen mit ins Grab. Im Juli 2022 verstirbt die Milliardärin im Alter von 87 Jahren und als eine der reichsten Frauen der Welt an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auch Edmund Safras Brüder Josef und Moishe sind zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Eine Versöhnung mit Lilly gab es nie. Ted Mayer wird vermutlich für immer behaupten, die Welt habe sich gegen ihn verschworen. Vielleicht stimmt das auch. Aber wahrscheinlich wird es immer ein Rätsel bleiben. Sagen wir mal so, was auch immer da in Monaco war, kann ich ja von mir aus noch glauben. Was meinst du, du glaubst ihm, was er gesagt hat, dass das jemand anderes war? Von mir aus, okay, sagen wir mal, ja. Weil das ist alles sehr, sehr schräg. Ja. Egal, aus welcher Richtung man es betrachtet. Aber dass es jetzt in Sachen Kim eine Verschwörung gegen ihn gegeben haben soll, Das ergibt für mich gar keinen Sinn mehr. Das übersteigt meine Fantasie, weil da hat doch niemand mehr was davon. Doch, alle sind gegen ihn und wollen ihn drankriegen. Das ist wahrscheinlich seine Wahrnehmung. Ja, aber er ist doch schon längst drankriegt worden. Ja. Er ist jetzt John Green. Er kann nicht mehr als das arbeiten, was er eigentlich machen wollte. Also was soll man denn dann noch? Er stellt doch für niemanden mehr eine Gefahr dar, jetzt wegen der Sache in Monaco. Vielleicht in seiner Welt, wenn er das wirklich selbst glaubt, das wissen wir ja beide nicht, wenn er das wirklich selbst glaubt, dass da böse, reiche Menschen hintersitzen, wollen die verhindern, dass er auspackt und hängen ihm deshalb irgendwie am laufenden Bande Verbrechen an, die er nicht begangen hat, um ihn in den Knast zu stecken. Was aber auch keinen Sinn ergibt, weil den könnten sie einfach töten, wenn sie das wollen würden. Ja, und die Veröffentlichung seines Buches hat ja auch niemand verhindert. Ja. Also was soll er danach noch auspacken? Die Wege des Herrn sind unergründlich. Und die Wege von Ted Mayer umso unergründlicher. Die Gedankengänge von Ted Mayer sind auch unergründlich. Ja, du hast recht, das ergibt vorne und hinten keinen Sinn. Aber es ist eben einfach ein Fall mit ganz vielen Fragezeichen und irren Wendungen. Deswegen manchmal muss ich ganz lange nachdenken, wie so eine Folge heißen soll. Und in dem Fall war irgendwie mir sofort klar, diese Folge wird das Monaco-Mysterium heißen, weil eigentlich müssten es Mysterien sein, weil es so viele sind. Das passt halt alles irgendwie nicht so beieinander. Ja gut, er hat sich das, wenn wir es jetzt ganz einfach machen. Hat er sich das ausgedacht. Vielleicht hat Lilly ihm gesagt, sie will ihren Mann loswerden und eben irgendwie Geld versprochen. Polizei war unfähig, weil überfordert. Oder vielleicht war da auch jemand geschmiert. Vielleicht hat da auch jemand ganz viel Geld gehabt. Wir wissen es nicht. Eventuell. Und dann ist er einfach komplett durchgedreht nachher. Ja. Es ist meine Vermutung. Glaubst du schon, dass er was mit dem Brand zu tun hatte? Das ist das Einzige, was Sinn ergibt, oder? Ja, okay. Oder glaubst du, dass Lilly... Nee, aber ich finde die Theorie, die du gerade aufgeworfen hast, dass er vielleicht von jemandem beauftragt wurde, gegen den er sich nicht getraut hat, irgendwie auszupacken so richtig, das könnte halt auch sein. Ja. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Ja, deswegen, also manchmal geht man auch so ein bisschen mit so einem leicht unbefriedigten Gefühl daraus. Also er ist, denke ich mal, da bin ich bei dir nicht ganz unschuldig im Gefängnis gelandet. So oder so. Was jetzt auch immer der Hintergrund dieser Tat war, ob er wirklich so doof war zu glauben, dass er damit seinen Job retten kann, ob ihn jemand beauftragt hat. Er hat ja nie abgestritten, dieses Feuer gelegt zu haben, außer, glaube ich, in einer Version von den ganz vielen, die er erzählt hat. Und damit ist er ja nun ursächlich verantwortlich für den Tod von zwei Menschen. Und dafür war es ja dann auch richtig, dass er im Gefängnis saß. Egal, wer da jetzt irgendwie hinter saß und ihn gezwungen hat, Geld gegeben hat oder ob es sein eigener Verstand war, der ihn da hingetrieben hat, das wissen wir halt nicht. Also, ja. Ach, danke. Hast du noch was Neues mitnehmen können? Ich weiß gar nicht, wann hast du die Folgen gemacht? Du meintest, das ist schon lange her? Also definitiv, bevor diese neuen Sachen rauskamen. Ah, okay. Das heißt, du hast jetzt auch noch mal was Neues gelernt, dass er wieder... Das Ende war komplett neu. Ah, cool. Okay. Das freut mich sehr, wenn du irgendwie auch was Neues mitnehmen konntest, selbst aus einem Fall, den du schon kanntest. Es ist manchmal immer diese Diskussion, das kennst du wahrscheinlich auch, wenn du dann irgendwie sagst, das und das ist die nächste Folge und dann schreibt irgendwer, ja, kenn ich schon. Wo ich so denke, ja, ich bemühe mich schon immer zwischendurch Fälle zu suchen, die nicht so öffentlich bekannt sind, aber bei so vielen True Crime Podcasts wird es dir einfach nicht gelingen, es sei denn, du begehst das Verbrechen selber. Und das tun wir nicht. Das, was wir nicht tun, genau. Einen Fall zu finden, den sonst niemand kennt und es erzählt den ja auch jeder anders. Eben, es erzählt den jeder anders und ich meine, wir haben ja damit angefangen, beide, das war dein Wunsch damals beide die Geschichte von Jack Unterweger zu erzählen, bei dir und bei mir und ich habe dann einige Dinge auch in meiner Folge, wo du bei mir zu Gast warst, nicht gesagt, weil du sie in deiner Folge schon gesagt hattest, die wir zuerst aufgenommen haben und ich habe gewisse Dinge gesagt, die du nicht gesagt hattest und so ist es immer, also jemand, man kommt da ja bei der Recherche und beim Schreiben hinzu. Bei der ganzen Vorbereitung mit seinem eigenen Gehirn und mit seinen eigenen Erfahrungen ran und was für einen persönlich vielleicht wichtig ist oder was man selbst für wichtig halt erachtet und eine andere Person kommt wieder mit ihrem ganzen eigenen Dings da ran, und sieht die Dinge anders und deswegen wird die Geschichte immer anders erzählt werden. Fakten bleiben gleich, aber... Genau, die Fakten bleiben gleich, aber es ist, glaube ich, auch wichtig, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen Und ja, also nach diesem Fall und dieser Recherche habe ich nicht nur Knoten in meinem Kopfhörerkabel, sondern gefühlt auch in meinem Kopf. Also ich weiß, dass ich bei der Recherche gedacht habe, man könnte da jetzt auch zwei und drei Folgen draus machen, wenn man diese ganzen anderen Möglichkeiten auch noch durchdekliniert hätte mit der Mafia und mit den Oligarchen. Also diese ganzen Spuren gibt es ja auch noch, wenn man das möchte. Aber irgendwann wird es dann auch zu wild. Deswegen, ich bin jetzt froh, dass wir Monaco wieder verlassen. Langsam reicht es mir auch mit Monaco. Ja, es ist da auch so eng. Ja, deswegen. Ich verrate noch nicht, wo es als nächstes hingeht. Diesmal gebe ich mich ein bisschen geheimnisvoll. Okay, aber gibt es Sommerpause? Machen wir Sommerpause, Philipp? Nein, es gibt keine Sommerpause. Vom Reisen braucht man nie eine Pause. Es geht weit. Kurz nach Hause Wäsche waschen, dann geht es wieder los. Genau, wir waschen ganz kurz. Einmal Koffer ausräumen, wieder einräumen. Und dann geht es direkt weiter am 27. Juli. Also wir senden durch, wie man früher beim Radio gesagt hat. Ich weiß nicht, ob man das beim Podcast auch sagt. Wahrscheinlich nicht. Aber ihr wisst, was ich meine. Keine Sommerpause für nebenan weltweit. Bei uns gibt es ja auch Video. Stimmt. Und es gibt bei uns kein Testbild. Ah ja, richtig. Das wäre ja sonst doof. Ja genau, wie du schon gesagt hast, ihr könnt euch diese Folge auch als Vodcast, ein Wort, was mir immer noch schwer über die Lippen geht, anschauen. Das klingt so nach Wodka. Ja, also ich finde Videopodcast ist auch irgendwie schöner als Vodcast. Naja, Videopodcast-Vodcast angucken bei YouTube und auch bei RTL Plus, falls ihr immer schon mal wissen wollt, wie wir aussehen, während wir uns hier um Kopf und Kragen reden. Während mir der Kopfhörer die Haare platt drückt. Du siehst ja immer fesch aus mit deiner Tolle. Danke, danke. Man muss halt auch Opfer bringen. Manchmal. Haartechnische. Auch für so eine Ausnahme. Es hat sehr großen Spaß gemacht. Ich freue mich darauf, dass wir uns in einem Monat wiedersehen. Am 27. Juli mit Folge Nummer 7, die dann kommt von eben an weltweit. Wo ich noch nicht verrate, wohin es geht. Ich freue mich auch schon sehr drauf. Sehr schön. Bis dahin. Bis dann. Bussi, baba. Tschüss.