Verbrechen von nebenan. True Crime aus der Nachbarschaft. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Verbrechen von nebenan. Und servus Lu. Hallo. Ja, wir haben uns kennengelernt, verrate ich mal ganz kurz, weil wir eine gemeinsame Leidenschaft haben, nämlich Wein. Das klingt jetzt schlimmer als es ist. Also ich trinke manchmal Wein, ich trinke gerne Wein und du beschäftigst dich beruflich mit Wein. Du heißt nämlich mit vollem Namen Luisa Maria Schmidt, bist Sommelier, hast Weinwirtschaft studiert und sprichst bei Instagram unter Bring Flavor Home über Wein. Und du hast auch noch einen Podcast namens Cheers und bei dem war ich vor kurzem zu Gast und da haben wir zusammen über einen True Crime Fall gesprochen. Habe ich noch irgendwas vergessen? Nee, eigentlich hast du nichts vergessen. Also erstmal vielen, vielen Dank, dass ich heute da sein darf. Ich freue mich wirklich sehr. Ich glaube, ich muss auch nicht nochmal betonen, dass ich ein riesiger Fan von diesem Podcast bin. Das habe ich dir jetzt, glaube ich, schon etliche Male gesagt. Ich glaube, du bist mittlerweile schon ein bisschen genäht. Nein, ich freue mich immer über Kontinente. Sehr, sehr vielen Dank. Das Lustige ist, ich habe es dir ja schon erzählt, dass mein Freund irgendwann meinte, ja, die musste mal einladen. Hat mir nicht mehr Instagram gezeigt. Ja, mit der schreibe ich schon. Also ist schon in Planung. Zu spät. Zu spät. Nein, alles erwähnt. Also ich erkläre Wein unkompliziert. Ich versuche es zumindest ohne elitäres Getue und habe einen Weinkurs, habe auch einen Podcast, mache ganz viel auf Instagram und habe ein Buch geschrieben. Das zweite kommt jetzt im Oktober raus und ja, das ist das, was ich mache. Über Wein sprechen und möglichst versuchen zu erklären ohne bla bla. Jetzt kann man sich wahrscheinlich denken, worum es in dieser Folge geht, nämlich um ein Fachgebiet, nämlich Wein. Es geht aber auch um Lügen und es geht um einen Mann mit sehr, sehr vielen Geheimnissen. Eine Inhaltswarnung brauchen wir für diese Folge nicht, deswegen können wir direkt rein starten mit der Frage, Lu, bist du bereit? Ich bin sowas von bereit. Sehr schön. Als Bill Cook im Dezember 2004 vom Bostoner Museum of Fine Arts die Anfrage erhält, seine riesige Kunstsammlung öffentlich auszustellen, zögert der 64-Jährige keine Sekunde. Schon seit Jahren spendet der Milliardär mit der runden Brille und den weißen Locken immer wieder an das Museum. Außerdem reizt es ihn, dass jetzt die ganze Welt sehen kann, was er in den letzten Jahrzehnten so angehäuft hat. Das Geld für diese beeindruckende Sammlung wurde William Ingram Cook, wie er bürgerlich heißt, in die Wiege gelegt, als er 1940 geboren wird. Sein Vater ist der Milliardär Fred Cook, der Gründer des Ölgiganten Cook Industries. Nach seinem Studium am MIT in Massachusetts steigt Bill in die Geschäfte seines Vaters ein. Als dieser stirbt und Bill die Firma Cook Industries 1983 für etwa 550 Millionen Dollar verkauft, und sich parallel dazu seine eigene Raffineriefirma Oxbow Corporation zum Global Player entwickelt, widmet er sich vor allem seiner Leidenschaft, dem Sammeln. In seiner Villa in West Palm Beach hortet Bill Cook auf 3000 Quadratmetern so ungefähr alles. Seltene Waffen, Schiffsmodelle, aber auch Kunst von Malern wie Dali, Picasso oder Monet. Bills größter Schatz aber ist seine Weinsammlung. Inzwischen mehr als 40.000 Weine gelagert in drei klimatisierten Weinkellern, die an antike römische Gewölbe erinnern. Dort präsentiert Bill seine edlen Stücke Stolzfreunden und Bekannten, denn getrunken werden diese seltenen Schätzchen nur zu ganz besonderen Anlässen. Ich vermute, dass du auch ein paar Flaschen Wein im Keller hast, aber das ist dann doch schon eine ordentliche Sammlung, oder? Ja, also ich möchte die Größe dieser Weinklimaschränke mal sehen. Das ist richtig ordentlich. Also was genau die Sammlung beinhaltet, weiß ich natürlich nicht. Aber dass eine Privatperson, also privat, 40.000 Flaschen besitzt, das ist schon irgendwie komplett verrückt. Also man könnte sagen, dass er sein Hobby auf jeden Fall sehr ernst nimmt. Ja, also er hat ja offenbar auch sehr viel Zeit und sehr viel Geld, was beim Sammeln ja auch hilft. Das ist schon wild. Also der ist absolut sammelverrückt, wie halt Leute, die sehr viel Geld und sehr viel Zeit haben, manchmal so sind. Und das Schöne ist, all seine Gemälde, Modelle, Flaschen und andere Seltenheiten hat Bill Cook in einem Buch mit dem originellen Titel Things That I Love vermerkt. Und unter diesem Titel soll jetzt auch ab August 2005 die Ausstellung im MFA Boston laufen. Um die Ausstellung vorzubereiten, durchforsten jetzt die Museumsmitarbeiter Cooks Sammlungen. Dabei stoßen sie auch auf die Lieblingsstücke des Weinliebhabers. Vier Weinflaschen aus dem 18. Jahrhundert, die niemand geringerem als dem dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson gehört haben. Von 1785 bis 1789, also vor seiner Präsidentschaft, lebt Jefferson als US-Botschafter in Paris und entdeckt dort seine Liebe zu französischem Wein. Er ist wohl der erste große Weinkenner der USA. Regelmäßig kauft Jefferson damals die feinsten Tropfen der besten Weingüter Frankreichs und lässt sie in die USA schicken. Ganze vier dieser Jefferson-Weine hat Bill Cook in seiner Sammlung. 1988 hat er für sie rund eine halbe Million Dollar bezahlt. Natürlich sollen diese berühmten Flaschen Teil der Ausstellung werden. Doch vorher brauchen die Kuratoren noch das Echtheitszertifikat von Cook. Nur leider kann der Milliardär dieses Zertifikat nirgendwo finden. Aber kein Problem, dafür gibt es ja die Thomas Jefferson Foundation in Virginia. Doch die Antwort der Stiftung auf Cooks Anfrage fällt ganz anders aus, als der Milliardär gedacht hat. Wir glauben nicht, dass diese Flaschen jemals Thomas Jefferson gehört haben, heißt es trocken in der Nachricht. Cook ist geschockt. 17 Jahre lang hat er allen stolz seine Jefferson-Weine präsentiert und jetzt sollen die nicht echt sein. Um sicher zu gehen, fragen Cooks Leute bei den damaligen Verkäufern der Chicago Wine Company und Far Windners in London nach. Diese verweisen ihn an den Mann, der die Jefferson-Flaschen gefunden hat, an die einzige Person, die wirklich weiß, woher die Flaschen stammen, Hardy Rothenstock. Ein Deutscher, den der Spiegel Weinguru und die FAZ Märchenprinz, Geheimagent und Gentleman nennt. Aber Rotenstock weigert sich, mehr Informationen zu seinem Weinfund, geschweige denn ein Zertifikat herauszurücken. Es ist der Startschuss für eine Geschichte, die die ganze Weinszene über Jahre beschäftigen wird. Und da du ja auch ein bisschen in dieser Weinszene bist, Lu, vermute ich mal, du hattest vorher schon mal von dem Fall gehört, oder? Ja, also das ist in der Weinwelt eine der bekanntesten Geschichten überhaupt. Aber, und das ist das Spannende, es wurde nie wirklich groß drüber geredet. Und zwar nicht mal innerhalb der Weinszene. Das hat man so ein bisschen, ja, ich möchte jetzt nicht spoilern. Also ich denke mal, das hat einen Grund, auf den wir später sicherlich nochmal eingehen, weil es geht um viel Geld und es geht vor allen Dingen auch um das wunderbare Image. Und das, was du gerade angesprochen hast, also das mit dem Zertifikat, das hat in der Weinwelt auch einen Namen, nämlich Provenienz. Also das ist diese lückenlose Herkunftsgeschichte einer Flasche. Also wo kommt sie her, wem hat sie gehört, wo lag sie über die Jahre? Und bei alten Raritäten ist diese Provenienz oft mehr wert als der Wein selbst. Ja, interessant. Also Provenienz haben wir ja zum Beispiel auch bei Kunstgegenständen, bei Bildern und so. Und da ist es ja auch manchmal ein bisschen rätselhaft, wenn dann Bilder auf einmal wieder auftauchen und man weiß nicht so genau, wo waren die jetzt die ganze Zeit. Also um wirklich zu belegen, dass etwas echt ist, ist das halt ein wichtiger Nachweis, wie du gerade schon richtig gesagt hast. Vielleicht ist es ganz schlau, dass wir uns den Hadi Rodenstock erstmal genauer anschauen. Der hat nämlich, wie ich finde, eine sehr spannende Geschichte. Am 7. Dezember 1941 wird in der Stadt Marienwerda, die damals zu Pommern und heute zu Polen gehört, Meinhard Görke geboren. Über seine Kindheit und Jugend weiß man nur wenig. Görke macht wohl eine Ausbildung zum Vermessungstechniker. Außerdem studiert er in Bonn und in Hannover. Dort treibt er sich im Umfeld schlagender Studentenverbindungen herum, duelliert sich mit anderen und trinkt statt Wein Bier aus Stiefeln. In den 70ern zieht es Meinhard Görke ins Musikgeschäft, wo er sich einen neuen Namen gibt. Die Nennung seines Geburtsnamens lässt er gerichtlich verbieten. Ab sofort heißt der Mann Hadi Rodenstock, so wie die berühmte Brillenhersteller-Familie. Also ich finde es auch schon wild, dass man sich so einen Künstlernamen gibt und dann einfach gegen jeden vorgeht, der den alten Namen irgendwie verwendet. Das ist schon Wahnsinn. Ja, es ist schon so ein Hinweis, wohin die Reise eventuell gehen könnte. Er ist jetzt auf jeden Fall Musikmanager und Verleger und betreut unter anderem Schlagerstars wie Tony Marshall und Tina York. Schnell schafft es der charismatische Mit-30er, sich in der Branche ein Netzwerk aufzubauen. Er war scharfsinnig und ein echter Showman, beschreibt ihn ein Journalist später. Gleichzeitig häuft Rodenstock durch Börsendeals ein kleines Vermögen an, zumindest wird er es selbst später so erzählen. Es läuft also für den großen Mann mit der ebenso großen Brille und dem Mittelscheitel. Und es soll noch besser laufen. Denn 1976 passiert etwas, das Rodenstocks Leben für immer verändern wird. Bei Freunden probiert er vier alte Rotweine, darunter ein 1945er Mouton-Rotschild. Ab da ist es bei Hadi mit dem Bier vorbei. Wenn Weine so schmecken, dann ist das natürlich eine super Sache, erklärt er damals. Noch im selben Jahr lässt er sich in seinem Haus im Westerwald einen klimatisierten Weinkeller bauen und füllt ihn direkt mit einer ganzen LKW-Ladung Wein von einer Messe. Also nicht hier langsam anfangen mit da mal eine Flasche und da mal eine Flasche. Direkt mal die Palette gezogen. Direkt mal die ganze Messe leer gekauft. Fast täglich genießt er seine edlen Tropfen und das nicht zu knapp. Neue Jahrgänge kommen ihm dabei aber nicht unter die Nase oder gar in den Mund. Das Trinken eines alten Weins beschreibt Rotenstock als ganzen Liebesakt. Und er hat Talent zum Trinken. Er erkennt Jahrgänge und Rebsorten am Geschmack und arbeitet sich immer mehr in Weingeschichte und Theorie. Bald hat er sich in der exklusiven Weinszene einen Ruf als feine Nase aufgebaut. Mit verbundenen Augen könnte er mehr alte Jahrgänge erkennen als die Mehrheit der Weinsammler, Sommeliers oder Winzer zwischen Rhein und Garonne, schreibt der Spiegel. 1988 über ihn. Nur als kurze Zwischenfrage, geht das wirklich mit den verbundenen Augen oder ist das so ein bisschen Show? Ja, das geht. Das ist eine Frage von Training und natürlich auch Ausbildung. Also niemand wird mit dieser Nase geboren. Man trainiert sich die an. Und wenn ich mit meiner Weinfreak-Bubble unterwegs bin, beziehungsweise wenn wir zusammensitzen, verkosten wir tatsächlich fast immer blind. Heißt, die Flasche ist verhüllt, keiner weiß, was im Glas ist. Und das ist aus mehreren Gründen super. Erstens, es ist so ein fantastisches Training. Zweitens räumt es mit Vorurteilen auf. Ganz, ganz wichtig. Kommen wir bestimmt gleich nochmal drauf zu sprechen. Weil sobald man natürlich das Etikett sieht, schmeckt man ja schon das, was man erwartet. Also irgendwie so. Ich weiß, was du meinst. Also weil man ja denkt, okay, der Wein ist ja super teuer, dann muss der gut schmecken. Oder dann steht ja auch manchmal sogar drauf, wonach er schmeckt. Und wenn einer sagt, der hat irgendwie eine Note von Pfirsich, dann ist das ja in meinem Kopf und dann schmecke ich das wahrscheinlich auch. Ja, und gerade bei den großen Namen ist es natürlich wichtig, dass man sowas auch mal blind verkostet, weil man sich sonst einfach blenden lassen würde. Und deshalb bin ich ein riesiger Fan von diesen Blindverkostungen. Also schmeckt der Petrus, einer der teuersten und legendärsten Rotweine der Welt, nur so gut, weil ich weiß, was er kostet? Oder schmeckt er so gut, weil es wirklich ein großartiger Wein ist? Und drittens macht dieses Bindverkosten natürlich auch mega Spaß. Also man erkennt Rebsorten, man kann Herkünfte erkennen, man kann bestimmte Weinstile erkennen. Und mit etwas Übung sogar die Handschrift eines bestimmten Weinguts oder der Winzerin, des Winzers. Und man lernt dadurch extrem viel. Aber, und das ist mir wirklich wichtig zu erwähnen, den exakten Jahrgang blind zu erkennen, das ist wirklich die Königsdisziplin. Also das schaffen nur sehr, sehr wenige Leute zuverlässig, da man ja auch schon einiges und deswegen 45er Mutant, also sorry, aber dann muss er schon extrem viel davon auch getrunken haben, wenn man den Jahrgang exakt benennen möchte. Und man muss sich auch reinlesen, das sagt er ja selber, er hat sich viel reingelesen. Also ziemlich beeindruckend, dass Rodenstock das offenbar konnte. Ich würde das von mir beispielsweise nie behaupten. Also ich würde sagen, ich kann so bis in die 80er richtig gut verkosten, blind. Beziehungsweise den Jahrgang auch benennen. Alles, was noch älter ist, würde ich mich ein bisschen schwer tun, weil ich halt einfach nicht die Erfahrungswerte habe. Also ich könnte nur sagen, ja, ist jetzt ein bisschen jünger oder ja, ich schätze das jetzt auf, sage ich jetzt mal 79, weil 80 könnte es nicht sein. Also ein bisschen älter oder jünger. Aber da muss es schon ein richtiger Vollfreak sein und wirklich sehr, sehr viel verkostet haben. Ja, das kann man in dem Fall sagen. Ich glaube, Hardy Rodenstock ist ein Vollfreak, und vor allem, er trinkt sich hoch. Also er fängt dann an, nicht nur seltene Weine bei anderen zu kaufen, sondern auch Selbstraritäten aufzuspüren. Und jetzt wird es natürlich richtig spannend. Rodenstock durchforstet Archive, liest alte Reiseberichte und verfolgt den Weg alter Flaschen nach. So erfährt er beispielsweise, dass in Südamerika viele Weinflaschen im Besitz weniger wohlhabender Erben gelandet sind, bei denen er günstig einkaufen kann. Also die haben Opas Weinkeller geerbt und brauchen jetzt ein bisschen Kohle und da kann man dann den einen oder anderen Schnapper machen. In Venezuela, Russland oder Schottland spürt Rodenstock verschollene Weine auf, von denen die meisten Experten nur in Büchern gelesen haben. Einige dieser Raritäten verkauft er, doch in seinem Job als Musikmanager hat Rodenstock eins gelernt, das wahre Kapital sind die richtigen Connections. Und so veranstaltet er als großzügiger Gastgeber Weindinner für die Szene und die High Society. Einmal im Jahr leht Rodenstock für ein ganzes Wochenende in die feinsten Restaurants und Schlösser Deutschlands ein und serviert seine Weinfunde sowie feinstes Essen. Ins Glas kommen dort vor allem Weine aus dem 19. Jahrhundert. Alles spendiert von Hardy Rodenstock. Also der zahlt das auch alles inklusive dem Essen und den teuren Weinen. Dafür müssen seine Gäste allerdings Rotenstocks Regeln folgen. Sie müssen absolut pünktlich sein. Außerdem verbietet er seinen Gästen, die Weine nach dem Testen auszuspucken. Man spuckt Geschichte nicht aus, man trinkt sie, erklärt der Gastgeber. Sonst verpasse man den ganzen Abgang des Weines. Erwischt er jemanden beim Ausspucken eines Weines, muss diese Person sofort gehen. Also vielleicht jetzt für Leute, die noch nie bei einer Weinprobe waren. Eigentlich läuft es anders, oder? Ja, ich muss gerade schon sehr schmunzeln. Auch wenn er das so sagt, ihr müsst jetzt gehen, ihr habt den Wein ausgespuckt. Ja, also das muss ich kurz einordnen, hast natürlich vollkommen recht. Denn bei professionellen Verkostungen ist das genau andersrum. Da spucken wir ausnahmslos aus und der Grund ist simpel. Wir müssen spucken, andernfalls werden wir ja nach Weinen 10 komplett besoffen und eine Beurteilung der Weine wäre nicht mehr möglich. Und ja, ist aber auch vielleicht wichtig zu betonen, dass wir halt spucken. Weil wenn ich den Leuten sage, ja, Wein ist mein Beruf, dann sind die halt immer so, ah cool, du läufst einfach nur besoffen durch die Gegend. Und ich sage, ja klar. Also es kann sein, dass ich vielleicht schon mal im Urlaub bei einer Weinverkostung dabei war, wo ich nicht ausgespuckt habe und wir haben zehn Weine probiert und es ging mir gar nicht so gut am nächsten Tag. Ist durchaus nicht zu empfehlen. Aber ich würde nochmal so ein bisschen auf diese Raritäten-Szene eingehen wollen. Die ist schon sehr speziell. Also für mich klingt das so durch die Recherchen nach einem sehr, sehr elitären Kreis, wo auch nicht jeder reinkommt, oder? Hast du vollkommen recht. Also meines Erachtens nach hat sich das aber auch massiv verändert. Also was Rodenstock da gemacht hat, dieses geschlossene, fast dieses Geheimbündlerische, das war meines Erachtens nach ein Phänomen seiner Zeit. Also dieses Nachkriegsdeutschland, diese Jahre des Aufbruchs. Damals lief alles über exklusive Zirkel. Wer dazugehörte, kannte die richtigen Leute, saß mit am Tisch, diese Runden waren komplett abgeschottet. Und genau das macht sie ja auch so anfällig. Und heute ist die Weinwelt eine, ich würde schon sagen, eine ganz andere. Wir haben ein anderes Jahrzehnt, andere Kosten, eine andere mediale Aufmerksamkeit und vor allem auch Social Media. Also Social Media hat das Gewicht ja völlig verschoben. Also ich hätte das, was ich heute beruflich mache, damals nie ausüben können. Das wäre gar nicht möglich gewesen. Und heute findet wahnsinnig viel öffentlich statt. Verkostung, Empfehlung, aber insbesondere auch Kritik. Also das muss man auch mal sagen. Ich sage nur Shitstorms. Wir beide wissen ja vielleicht, wie schnell sowas gehen kann. Und auch der Konsum hat sich komplett verschoben. Also es wird insgesamt ja weniger Wein getrunken, gerade bei den Jüngeren. Wichtigtor, dieses Elitäre gibt es natürlich immer noch. Die wird es auch immer geben, aber ganz ehrlich, und da spreche ich jetzt mal so für die ganze Weinbranche, wir tun uns mit diesem exklusiven, mit diesem abgehobenen Getue überhaupt gar keinen Gefallen, weil wir eigentlich, froh sein können, wenn überhaupt noch Wein getrunken wird und gekauft wird. Und dann ist es irgendwie das Letzte, was wir brauchen, Leuten das Gefühl zu geben, sie gehören nicht dazu. Das ist, glaube ich, in vielen Branchen so. Ist ja auch in der Gastronomie so. Wenn du jetzt in ein Sternerestaurant gehst, hast du ja auch das Gefühl, dass sich da einiges getan hat. Die letzten, ich weiß nicht, vor 20 Jahren war ich schon in den Eim. Aber es ist nicht mehr dieses weiße Tischdecken und gerade Haltung und Kellner mit weißen Handschuhen und so. Das ist ja alles ein bisschen offener geworden, was total gut ist. Aber du hast gerade schon richtig gesagt, das ist halt damals die Zeit. Also wer damals zu einem von Rodenstocks Dinnern eingeladen wird, der weiß, das wird eine feuchtfröhliche Angelegenheit. Also es wird ja die ganze Zeit getrunken und nicht ausgespuckt. Und zum Schluss gibt es dann jedes Mal ein ganz besonderes Tröpfchen, wie sich der bekannte Weinkritiker Robert Parker erinnert. Er schien es gut, Zeug zu servieren, nachdem er schon ziemlich angetrunken war. Was ich auch wieder witzig finde, weil dann hast du ja eigentlich gar nichts davon, dass du jetzt einen ganz wertvollen Wein trinkst. weil ich vermute, nach dem zehnten Glas schmeckt auch irgendwie alles gleich. Das ist halt eben auch der Punkt. Und 80 bis 90 Prozent von dem, was wir glauben zu schmecken, das sind ja die Aromen, die nehme ich mit der Nase wahr. Und den Rest macht dann die Zunge und der Gaumen, also Gerbstoff, das, was manchmal so ein pelziges Gefühl hinterlässt, die Säure, die Süße. Aber 80 bis 90 Prozent, da macht wirklich die Nase, also die Aromen des Weins, die Musik, also die definieren die Rebsorte, die Herkunft und, und, und, und, und. Genau, wenn du halt dann irgendwann einen Tee hast, dann... Ja, weiß ich jetzt nicht. Aber vielleicht war das auch Masche. Vielleicht war das auch Masche. Da kommen wir gleich noch zu. Fest steht jedenfalls in der Weinsammler-Szene kennt bald jeder Hadi Rotenstock. Doch außerhalb ist er noch kaum bekannt. Das ändert sich 1985. Wie Rotenstock selbst erzählt, bekommt er im März 1985 einen Anruf aus Paris. Der Mann am anderen Ende der Leitung spricht mit einem französischen Akzent. Man habe bei einem Mauerdurchbruch in einem Keller im Pariser Stadtteil Marais alte, mundgeblasene Flaschen aus den Jahren 1784 und 1787 gefunden, original verkorkt und mit Lack versiegelt. Ob Rodenstock Interesse habe, will der Anrufer wissen. Und ob er das hat. Sofort macht sich Harry Rodenstock vom Westerwald auf den Weg in die französische Metropole. Mit im Schlepptau hat er zwei gepolsterte Aluminiumkoffer. Als er ankommt, inspiziert er die Weine. Es sind allesamt handgeblasene Flaschen aus dunkelgrünem Glas. Versiegelt sind sie mit dickem, schwarzem Wachs. Es sind Weine aus den besten Weingütern des Bordeaux. Chateau Lafitte, Chateau Brunmouton, Chateau Margaux oder Chateau des Chem. Alle aus den Jahren 1784 bis 1787. Du hast es gerade schon so ein bisschen anklingen lassen. Bordeaux, das ist so das Mecca der Weinliebhaber. Dann Weine von diesen Weingütern und dann noch von dem Alter auch. Das ist schon ein krasser Fund, oder? Also ganz ehrlich, das ist eigentlich schon zu gut, um wahr zu sein. Allein die Flaschen, handgeblasenes Glas aus dem 18. Jahrhundert, über 200 Jahre. Alles ist noch intakt, originalverkorkt, sauber mit Wachs versiegelt, und dann hinter einer Mauer einfach so gefunden. Ja, das ist schon krass viel Glück auf einmal. Und dann, ja, ausgerechnet nur die ganz großen Namen. Lafitte, Magot, J'Ateau-Dicam, keine No-Name-Flasche dabei, kein Bruch. Füllstand war wahrscheinlich auch eine 10 von 10. Ja, also das ist halt so, als würdest du beim Spazierengehen unterwegs einen Lottoschein mit sechs Richtigen finden. Möglich, theoretisch, wahrscheinlich eher nicht. Aber da sind wir halt auch wieder bei der damaligen Zeit. Damals lief halt eben alles langsamer. Da konntest du dich eben noch nicht so über Google oder mal kurz über die KI irgendwie schlau machen. Ja, stimmt. Das ist ein ganz wichtiger Punkt in dem Fall. Das wird uns auch später nochmal begegnen, dass der, ja ich will jetzt nicht so viel verraten, aber dass der nicht so viel kommuniziert und nicht so viel öffentlich geworden ist, glaube ich. Für Rodenstock ist jedenfalls schnell klar, die Flaschen sind echt, aber er hat noch etwas anderes entdeckt und das macht das Ganze sogar noch wertvoller. Neben den Weingütern und Jahrgängen sind auch die Buchstaben TH.J. In die Flaschen eingraviert. Es war wie Lotto. Es war einfach großes Glück, erinnert er sich später. Also siehst du, dein Bild mit dem Lottoschein passt ganz gut. Denn Rodenstock hat einen Verdacht, für was die Buchstaben stehen könnten. Für niemand geringeren als Thomas Jefferson, dessen verschollenen Weinvorrat er gerade möglicherweise gefunden hat. Rodenstock packt die Flaschen in seine Koffer und fährt wieder nach Hause. Schon zwei Monate nach seinem außergewöhnlichen Fund lässt er die erste Ikem-Flasche aus seiner Jefferson-Kollektion verköstigen. Eine weitere Flasche öffnet er im Oktober. Anwesend sind Experten wie der berühmte Weinkritiker Michael Broadbent und auch der Verwalter des Weingutes Chateau d'Ikem selbst. Alle sind fasziniert vom Geschmack des 200 Jahre alten Weines. Ein Fachjournalist schreibt, erstaunlicherweise schmeckten sie weder altbacken noch oxidiert, der 1784er schmeckte, als wäre er Jahrzehnte jünger. Jetzt mal ganz doofe Frage von einem, der glaube ich noch nie einen Wein getrunken hat, der älter als 30 Jahre alt ist. Kann das sein? Ich meine, der ist zu dem Zeitpunkt mehr als 200 Jahre alt, der Wein. Also kann das wirklich schmecken? Also die Kurzantwort lautet ja. Ich sage ja immer, es gibt keine doofen Fragen, nur doofen Antworten. Also wir sprechen ja jetzt hier von Chateau du Quem. Und Chateau du Quem kommt auch aus Bordeaux, aus Sorterne und macht sensationelle Süßweine. Und es gibt so, kannst du dir vorstellen, so drei Konservierungsbooster im Wein. Also wenn wir Wein lagern möchten, dann müssen wir immer einen Wein haben, der eine gute Säurestruktur hat, der eine gute Gerbstoffstruktur hat. Das würde jetzt bei Rotwein der Fall sein. Aber auch Süße. Also die Süße bei dem Chateau du Chem, also bei dem Sauternes in Kombination mit der Säure, in Kombination wiederum mit dieser hervorragenden Qualität, denn das kann Chateau du Chemn. Macht diesen Wein unfassbar lagerfähig. Und insbesondere Süßweine sind weltweit dafür bekannt, dass sie halt eben zu den lagerfähigsten Weinen der Welt gehören. Das heißt, 200 Jahre, ja, kann immer noch sehr gut geschmeckt haben. Krass. Also du kannst dir vorstellen, absolute Sensation. Und diese Sensation spricht sich in der Weinwelt natürlich schnell rum. Kurz darauf verkauft Rodenstock die ersten beiden Flaschen an einen Freund, an den Münchner Unternehmer Hans-Peter Frerix. Der zahlt damals laut einiger Quellen rund 10.000 Mark pro Flasche. Also die Quellen unterscheiden sich ein bisschen, aber es ist so rund 10.000 Mark pro Flasche. Und das ist ein echter Freundschaftspreis, wie sich schnell zeigen wird. Denn nur ein halbes Jahr nachdem Rotenstock die Flaschen aus dem Pariser Keller geholt hat, wird eine davon versteigert. Am 5. Dezember 1985 wird eine der mittlerweile weltberühmten Jefferson-Flaschen bei Christie's zum Verkauf angeboten. Ein Chateau Lafitte aus dem Jahr 1787. Die Auktion leitet die Weinikone Michael Broadbent, der den Wein ja vorher selbst probiert hat. Im Verkaufskatalog schreibt Broadbent, die Qualität der Flasche sei außerordentlich hoch und die Farbe des Weines bemerkenswert tief für sein Alter. Broadbent kommt zu dem Schluss, die angebotene Flasche sei eine der weltweit größten Raritäten. Dass es schon damals Zweifel an der Echtheit dieser Rarität gibt, das erwähnt Broadband im Auktionskatalog nicht. Dabei haben gleich mehrere Experten den Weinkenner auf Unstimmigkeiten hingewiesen. Also nur mal ein Beispiel. In Briefen und Dokumenten nutzte Thomas Jefferson immer das Kürzel TH. Doppelpunkt J, also Doppelpunkt zwischen den beiden Buchstaben und eben nicht TH Punkt J, wie es auf den Flaschen eingraviert ist. Also das ist schon ein bisschen seltsam. Andere Frage, warum hätte der damalige Botschafter und spätere Präsident Jefferson die Flaschen einfach in Paris zurücklassen sollen? Schließlich hatte er regelmäßig Weine in die USA geschifft und bei seiner Rückkehr in die USA 1789 sein komplettes Hab und Gut mitgenommen. Also auch das ist ein bisschen komisch, dass der Wein da einfach in so einem Pariser Keller vor sich hin gammelt. Naja, gegammelt hat er ja nicht, aber vor sich hin staubt. Davon, also von diesen Widersprüchen, ist am Auktionstag nichts zu hören. Im Gegenteil. Weinexperte Michael Broadbent erklärt unter anderem in einem Artikel der Times, Beweise für die Echtheit der Flaschen wären en masse vorhanden. Und so beginnt die Auktion an diesem Donnerstag um 14.30 Uhr mit einem Startgebot von 10.000 US-Dollar. Und es sollen noch viel mehr werden. Am Ende bekommt der US-Verleger Malcolm Forbes den Zuschlag für ganze 156.000 US-Dollar. Der Chateau Lafitte ist damit die teuerste Flasche Wein der Welt. Forbes, das ist der vom Forbes-Magazin, deswegen könnte einem der Name eventuell bekannt vorkommen, sagt danach in einem Interview über die Versteigerung, es hat mehr Spaß gemacht, als die Operngläser die Lincoln gehalten hat, als er erschossen wurde. Und die haben wir auch. Das ist auch ein bisschen random, also Operngläser von erschossenen US-Präsidenten lebeige Weinflaschen zu stellen. Ja, aber vielleicht ist er einfach so ein bisschen Präsidenten besessen, weil es hat ja alles irgendwie Präsidentenbezug. Hadi Rodenstock selbst ist in seinem Haus am Starnberger See als der Hammerfeld. Er erfährt durch einen Anruf von Freunden von dem Verkauf. Ich dachte, die verarschen, mich erinnert er sich später. Mit einem Schlag ist der Musikmanager zum berühmtesten privaten Weinsammler der Welt geworden. wie ihn das Fachblatt Alles über Wein nennt. Spätestens jetzt weiß Rodenstock, dass er beruflich nie mehr etwas anderes machen wird. Sein Job in der Musikbranche hat er schon länger an den Nagel gehängt. Noch mehr als vorher ziehen seine Weindinner Winzer, Journalisten und Sammler an. Zu seinen Gästen gehören inzwischen auch Promis wie Wolfgang Porsche oder Paul Breitner. Mit dem gestiegenen Ruhm werden auch seine Dinner pompöser. An einem Wochenende werden so gerne mal 170 wertvolle Flaschen in Rodenstocks eigens hergestellte Gläser eingeschenkt. Jeder will dabei sein. So schreibt der Spiegel zum Beispiel damals. Ehefrauen, Wein sammelnder deutscher Millionäre haben ihm schon Blankoschecks geschickt, um ihren Männern, koste es was es wolle, die Teilnahme an einer seiner unvergleichlichen Verkostungen zu erkaufen. Doch da ist mit Geld nichts zu machen. Hardy Rodenstock hat längst genug und sucht sich seine Mittrinker selber. Und jedes Mal tischt der Weinguru bei seinen Verkostungen spektakuläre Raritäten auf. Mal entdeckt Rodenstock das verschollene Weinlager des russischen Zaren. Für einen befreundeten Sammler entdeckt er in Schottland ein 1929er Chateau Osson, den dieser schon seit Jahren sucht. Also er findet auch immer genau das, was gerade gesucht wird. Da sind wir wieder beim Sechsam-Lotto. Ja, der hat sehr viele Sechsam-Lotto. Ja, der hat sehr viel Glück, ey Mann. Der Spiegel beschreibt das in seinem damaligen Artikel so, einsam, lediglich ausgerüstet, mit seinem zehnjährigen Weinwissen und einem Punktstrahler trifft er so schwere Entscheidungen in fremden Kellern. Eingeschlüffene Herkunftsbezeichnungen, das Alter von Verkorkungen, Bleikappen, Siegellack, die Konsistenz des Bodensatzes in und die Glaubwürdigkeit der Staubschichten auf den mundgeblasenen Flaschen, heißt es da, Hand am Geld wie ein Weindetektiv zu taxieren. H.D. Rodenstock ist der Indiana Jones der Weinwelt. Was er findet, ist eine Sensation. Ja, im Grunde war Rodenstock einer der Ersten, der Begriff hat, wie diese Branche tickt und wie man sie, darf man das sagen hier, verarscht. Man könnte auch ein bisschen sagen, dass der so eigentlich Vorläufer der Influencer war, weil da geht es ja ganz viel um Selbstvermarktung und gute Geschichten erzählen, das kann er ja wirklich. Auf jeden Fall. Und ich saß auch schon etliche Male an solchen Tischen und glaube es mir, also mir hat es wirklich sehr wenig Spaß bereitet, weil ich immer der Meinung bin, Wein soll verbinden und Spaß machen. Das hat mir mit diesen Männern da am Tisch nicht so viel Spaß gemacht. Es sind Männer, ne? Es sind Männer, ja. Es tut mir wirklich leid. Ich will hier ungern die Schublade auf und wieder zumachen. Aber es sind halt wirklich, so würde ich sagen, 95 Prozent Männer. Eine Welt mit ja wahnsinnig viel Gail-Status und auch halt ja Image-Strang irgendwo. Und da hat er sich seine Rolle einfach selbst erschaffen. Ja, also Rolle selbst erschaffen ist ein gutes Stichwort, weil es ist so, der taucht ja irgendwie auch immer nur im Anzug auf. Also es ist auch ganz viel Selbstinszenierung. Er ist mittlerweile eine Legende in der Weinszene. Aber es gibt doch schon einzelne Experten, die den Fund dieser Jefferson-Weine ein bisschen kritischer sehen. Besonders die Jefferson Foundation äußert erhebliche Zweifel an der Echtheit des Weines, also damals schon. Denn Thomas Jefferson hat nahezu sein gesamtes Leben ausführlich dokumentiert, inklusive aller größeren Anschaffungen. All diese Listen, Notizen und Tagebücher gehören heute der Jefferson Foundation. Komisch ist nur, dass die Weine, die Rundstock gefunden hat, dort nirgendwo vermerkt sind. Und auch, dass Jefferson überhaupt Weinflaschen mit seinen Initialen graviert hat, bezweifeln die Experten, denn Gravuren sind damals Handarbeit und unglaublich teuer und solche Ausgaben müssten eigentlich irgendwo in Jeffersons Büchern auftauchen. Also der war schon relativ kniebig, der Jefferson und hat wirklich jede Ausgabe aufgeschrieben und das ist ja schon komisch, dass er so eine große Ausgabe nicht aufschreiben würde. Und so sagt eine Expertin der Stiftung, dass es pure Spekulation sei, dass das THJ wirklich für Thomas Jefferson steht. Die Buchstaben könnten genauso gut Theodor Jackson oder Theophilus Jones bedeuten. Das allerdings lässt Hardy Rodenstock nicht auf sich sitzen. In einem Brief poltert er, diese Historikerin solle sich mal nicht so aufspielen und sie habe sowieso von Tuten und Glasen keine Ahnung. Also das ist ein Zitat von Rodenstock, nicht von mir. Und trotzdem, das finde ich interessant, möchte er nicht verraten, wo er die Flaschen denn genau gefunden hat, um ihre Echtheit damit zu verifizieren. Das ist schon ein bisschen komisch. Das ist in der Tat sehr komisch. Ja, großer Name, großer Auftritt. Rodenstock war damals ja wirklich, also das kann man sich vielleicht, wenn man nicht aus der Branche kommt, vielleicht gar nicht vorstellen. Aber wirklich die Nummer in der Weinbranche und sein Wort galt automatisch mehr als das einer Historikerin. Auch wenn sie fachlich völlig recht hatte natürlich. Also man kennt es, so Männer, Frauen, Weinbranche. Ich glaube wirklich, das hat auch was damit zu tun. Natürlich. Ich hoffe, dass es heute nicht mehr so wäre, aber das ist wieder eine Frau, der ihre Kompetenz abgesprochen wird, weil sie eine Frau ist und er ist der Mann, der sich mit Wein auskennt. Exakt. Und es hat ja auch einen zusätzlichen Grund noch gehabt, weil alle anderen großen Namen standen ja hinter ihm, weil sie sich ja nicht mitplamieren wollten. Also da hat ja jetzt keiner gesagt, ja nee, der hat jetzt, natürlich hat er Unrecht, weil stell dir mal vor, du bezahlst für so eine Flasche 20.000 Mark, Und zeigst dir irgendwie stolz rum in deinem tollen, selbst erbauten Keller da. Und wenn das jetzt halt nicht der Wein ist, ja, dann stehst du halt einfach da wie ein Volldebner und dann hältst du halt lieber still. Heißt, es war im Interesse von ziemlich vielen einflussreichen Leuten. Ja, also das ist wahrscheinlich die Erklärung dafür, dass man in der Presse und vor allem in der Weinszene diese kritische Stimme so gar nicht hört irgendwie. Und so läuft es einfach weiter. Also es wechseln weiterhin Jefferson Weine für viel Geld den Besitzer. Rodenstocks Weinraritäten gehen weg wie, sorry für das etwas schiefe Bild, Bier auf dem Oktoberfest. Japaner, Araber, alle kaufen zu absoluten Toppreisen, wie Rodenstock selbst sagt. Und was ich total interessant fand bei der Recherche ist, dass er fast alle Verkäufe privat verhandelt und dass die auch bar bezahlt werden. Also es kann niemand öffentlich nachvollziehen, wie viele Flaschen von welchem Wein Hardy Rodenstock wirklich verkauft hat und auch an wen. Finde ich wild, dass das auch nirgendwo verzeichnet wird. Also läuft es bei seltenen Weinen immer noch so, dass ich da mit dem Geldkoffer zu dir komme und sage, hier Lu, gib mal? Also ich würde sagen, beim Rodenstock war ja auch das Ding, je mehr Prominente mitgetrunken und mitgekauft haben, das hast du ja auch eingangs erwähnt, desto unangreifbarer wurde er ja auch, weil Kritik an ihm war ja auch automatisch Kritik an allen, die ihm geglaubt haben. Und heute, ja und nein, also heute läuft das schon ein bisschen anders und zwar genau wegen solcher Fälle. Die haben die ganze Branche natürlich extrem sensibilisiert. Also das A und O ist heute die Provenienz, haben wir schon darüber gesprochen. Also diese lückenlose Herkunftsgeschichte, wo kommt die Flasche her, wem hat sie gehört, wo lag sie. Und bei wertvollen Raritäten gibt es dazu oft eben auch diese Gutachten und diese Echtheitszertifikate. Und Auktionshäuser und seriöse Händler prüfen heute ganz anders. Also da geht es dann wirklich um den Füllstand, um das Etikett, um den Korken, um die Kapsel. Also da schaut man richtig genau hin, statt sich nur auf den großen Namen zu verlassen. Und trotzdem besser geworden, ja, komplett sicher ist es nach wie vor nicht. Und ganz ehrlich, wo so viel Geld im Spiel ist, da gibt es natürlich immer jemanden, der es versucht. Das hat man ja auch noch später in der Weingeschichte beobachtet. Absolut. Also dieses unfassbare Vertrauen in Hadi Rotenschock, was du selbst gerade angesprochen hast, Das teilen natürlich nicht alle, auch wenn es die meisten sind. Wir können uns ja mal zurückerinnern an Hans-Peter Frerix. Das ist dieser Freund, dem Rodenstock schon vor der großen Auktion Jefferson Weine verkauft hat, also für 10.000 Mark die Flasche. Und als der hört, dass genau dieser Wein bei Christie's als teuerster Wein der Welt verkauft wurde, hört Frerix auch für sich selbst die Kasse klingeln. Aus dem Freundschaftspreis von 10.000 Mark für die Flasche kann er mindestens das Zehnfache machen. Und so wendet sich der Unternehmer ebenfalls an das Londoner Auktionshaus, um auch seine Jefferson-Flasche versteigern zu lassen. Doch da grätscht plötzlich sein Freund Hadi dazwischen. Dieser behauptet, er habe die Flasche Frerix nur unter der Bedingung verkauft, dass dieser sie nicht weiterverkauft hat. Frerix hingegen behauptet, so eine Vereinbarung habe es nie gegeben. Wie auch immer, Rotenstocks Einfluss bei Christie's ist so groß, dass das Auktionshaus Hans-Peter Frerix eine Absage erteilt. Also wendet er sich an das zweite große Londoner Auktionshaus Sotheby's. Und die schicken ihren eigenen Weinexperten zu Frerix, um die Flasche in Augenschein zu nehmen. Auch der lehnt eine Auktion des Weines ab, aber aus ganz anderen Gründen, denn er hat Zweifel an dessen Echtheit und Frerix kann ihm keinen Nachweis für die Herkunft der Flasche, also für die Provenienz liefern. Jetzt wird der Weinsammler selbst misstrauisch. Er lässt seinen gesamten Weinkeller von dem Sotheby's Experten untersuchen und der entdeckt tatsächlich noch mehr verdächtige Flaschen. Teilweise scheinen die Etiketten manipuliert, die Flaschen passen nicht zum Jahrgang oder es handelt sich sogar um Abfüllungen, die es so nie gab. Aber all diese Flaschen haben eines gemeinsam und man kann sich es wahrscheinlich schon denken, Hans-Peter Frerix hat sie bei seinem Freund Hadi Rodenstock gekauft. Jetzt will der Weinsammler Gewissheit haben. Also bringt Hans-Peter Frerix 1991 die Jefferson-Fasche zum GSF-Forschungsinstitut für Umwelt und Gesundheit München, wo eine, Radiokohlenstoffdatierung, kurz C14, durchgeführt wird. C14-Datierung sagt dir das was? Ja, sagt mir was, aber das kannst du sehr gerne erklären. Das ist sehr lieb von dir. Also bist du in deinem Berufsleben schon mal damit in Berührung gekommen? Ich habe ja in Geisenheim studiert und da war das durchaus mal Thema, ja. Ach, interessant. Okay. Ich dachte, das ist was, was eher so bei Archäologen ein Thema ist. Also mit der C14-Methode kannst du das Alter von organischen Materialien wie Holz oder Knochen bestimmen. Und das funktioniert so, also ich mache das jetzt ein bisschen vereinfacht. Alle Pflanzen nehmen Kohlenstoff auf, also Menschen und Tiere über ihre Nahrung ebenfalls, weil die Tiere essen die Pflanzen und die Menschen essen die Tiere. Und so enthalten alle lebenden Organismen Kohlenstoff und damit auch in ganz geringen Mengen das radioaktive Isotop Carbon-14. Stirbt der Organismus zum Beispiel, weil der Baum gefällt oder die Traube gepflückt wird, stoppt die Aufnahme. Das instabile C14 beginnt nun über die Zeit langsam zu zerfallen. Und wenn man also dessen Anteil in einer Probe misst, kann man sich ausrechnen, wie viel C14 schon zerfallen und wie lange der Organismus dementsprechend schon tot ist. Damit kannst du ziemlich präzise bestimmen, wie alt der Wein in einer Flasche ist. Und das Ergebnis des Tests schockt Weinsammler Freriks. Entweder stammt der gesamte Wein aus dem Jahr 1962 oder es liegt ein Gemisch aus altem und jungen Wein vor. Wobei mehr als 40 Prozent des Flascheninhaltes jünger als 1962 ist, sagt ihm das Institut. Der Jefferson-Wein ist eine Fälschung. Frerix verklagt seinen Kumpel Rodenstock, der sich schockiert gibt. Er habe Frerix so einen Freundschaftspreis gemacht und jetzt sei dieser so undankbar. Und überhaupt, wahrscheinlich sei Frerix neidisch auf seinen Erfolg und habe den Wein selbst manipuliert, um ihm eins auszuwischen. Doch das Gericht gibt Freriks Recht. Es erklärt, Rodenstock hat, Zitat, den Wein verfälscht oder wissentlich verfälschten Wein angeboten. Aber so leicht gibt Hardy Rodenstock nicht auf. Er legt Berufung ein und verklagt Freriks im Gegenzug auf Diffamierung. Zu weiteren Prozessen kommt es nicht. Die beiden einigen sich auf einen privaten Vergleich. Freriks zieht seine Klage zurück und kehrt der Weinzähne jahrelang den Rücken. Für Rodenstock ist das Schlimmste abgewendet, nämlich als Weinfälscher verurteilt zu werden. Trotzdem könnte man ja denken, dass der Prozess irgendwie an seinem Ruf gekratzt hat. Das war ja nicht irgendwie in einem Hinterzimmer, sondern in einem Gericht. Aber seine Kunden kaufen weiter fröhlich Raritäten bei ihm. Und da sind wir bei der Frage, was glaubst du, woran liegt es, dass ihm immer noch so viele Leute glauben? Ich finde das irgendwie total wild. Ich vermute mal, weil die Leute, die gekauft haben, sich ganz einfach nicht die Blöße geben wollten. Also dass sie auf eine Fälschung reingefallen sind. Das ist ja irgendwie zu peinlich, gerade in den Kreisen, wo ja jeder vorgibt, ein Weinkenner zu sein. Und ich glaube halt auch, also ich meine, ich kann jedem mal empfehlen, irgendwie sich mal so ein Foto von dem Hadi anzugucken. Der sieht ja so aus wie der Günther von nebenan. Also ich weiß nicht, der sieht total sympathisch eigentlich aus. Der sieht so wie so ein netter, ach so, der sieht aus so ein bisschen wie mein Opa. So denke ich, ach nee, Günther, Mensch, du, du und Betrug. Nee, das kann ich mir jetzt aber nicht vorstellen. Also er sieht sehr sympathisch aus, er ist super charismatisch. Und ja, und er war ja so die Ikone. Also er war ja so die Weinkorifäer und das konnte ich ja irgendwie zu dem Zeitpunkt noch nicht googeln. Ich konnte keine KI fragen, ich konnte irgendwie nicht, weiß ich nicht, also wie viele Leute sich zur damaligen Zeit auch Sommelier genannt haben. Sommelier ist ja kein geschützter Begriff, also für alle, die es nicht wussten. Also auch du kannst dich morgen von mir auf Sommelier nehmen. Also das ist, ja... Also keine Kontrolle, andere Zeit. Ja, zu dem Foto, der sieht wirklich total sympathisch aus. Könnt ihr euch gerne bei Instagram-Verbrechen von nebenan angucken. Da werde ich auf jeden Fall wieder hochladen. Es kommt, glaube ich, auch ein bisschen dazu, das hatten wir schon eben angeschnitten, dass es ja nicht nur Hadi Rodenstock allein ist, der sozusagen für die Echtheit dieser Weine garantiert, sondern es gibt ja auch so viele Experten. Also Michael Broadbent zum Beispiel, der ist damals wirklich der Oberweinpapst. Also was der sagt, ist Gesetz. Dann haben wir dieses renommierte Auktionshaus Christie's. Und die halten ja weiter zu Hadi Rodenstock und ein bisschen haben wir es schon ab. Das finde ich richtig krass. Ja, das ist wirklich krass. Das ist wirklich krass, weil Christie's ist ja wirklich eines der ältesten und wirklich renommiertesten Auktionshäuser. Und wenn Christie's sagt, ja nee, also hier mit dem Rodenstock sind wir so. Und wenn der das sagt, dann einfach das gar nicht anzweifeln bei dem. Das ist, glaube ich, ein bisschen auch, man hat ein Urteil gefällt und möchte dann nicht mehr hinter dieses Urteil zurück. Wahrscheinlich, ja. Und eine Sache, die haben wir auch schon jetzt so ein bisschen angeschnitten, das schreibt Journalist Mitch Frank 2018 über den Fall, das finde ich gut zusammengefasst. Das schmutzige Geheimnis ist, Weinliebhaber wollten, dass die Flaschen echt sind. Und das ist ja genau das. Ich habe da viel Geld für bezahlt, der ist jetzt der Stolz meiner Sammlung. Da gebe ich mir doch jetzt als Weinsammler, der vielleicht gar nicht so viel Ahnung von Wein hat, aber dafür ziemlich viel Geld, nicht die Blöße zu sagen, da bin ich einem Betrüger aufgesessen. Also das hast du ja auch bei anderen Betrugsformen von Leuten, bei Anlagebetrübern zum Beispiel, die immer noch Geld da reinpumpen, obwohl sie eigentlich schon wissen, dass sie verarscht worden sind, weil sie sich selber nicht eingestehen wollen, ohne dass wir jetzt hier Victim-Blaming betreiben. Vor allem die Sammler, die eben bereits Flaschen gekauft haben, die wollen nicht auf einmal mit einem Fake dastehen. Und man muss vielleicht auch sagen, dass die Flaschen auf den ersten Blick total echt wirken. Vielleicht schauen wir uns jetzt mal zusammen an, wie man überhaupt ein Wein fälscht. Also da ist jetzt als erstes der Inhalt. Hier versuchen die Fälscher entweder den Originalwein nachzubauen, oftmals durch einen Mix aus unterschiedlichen anderen Weinen, der dem Original möglichst gleich kommen soll. Man puncht was zusammen. Faule Fälscher füllen aber auch manchmal irgendeinen ganz anderen Wein in die Flasche, denn die meisten Weinsammer, und das ist glaube ich ein entscheidender Punkt, öffnen die Flaschen sowieso nicht, weil das den Wert mindert. Ist ja klar. Also kannst du auch theoretisch rote Fanta reinmachen. Rote Fanta vielleicht nicht wegen Kohlensäure, aber da geht eben keiner ran. Und selbst wenn die Flasche dann mal geöffnet wird, wer weiß denn schon, wie das Original auf der Zunge sein muss. Die wenigsten Menschen wissen, wie ein Mutton-Rotschild 1945 schmecken sollte, sagt dazu ein Weinexperte des Auktionshauses Sotheby's. Wenn das geschickt gemacht wird, ein Standard-Rotwein mit den entsprechenden Aromastoffen aufgemotzt, dann braucht es schon sehr viel Sachkenntnis und vor allem Vergleichswerte, um dem Betrug auf die Spur zu kommen. Das hast du ja eben auch angesprochen, als es um dein Wein erkennen ging, wenn du nicht viele Vergleiche hast. Klar, also du musst halt wirklich eine Vermutung haben, wie der Wein schmecken könnte. Nur wenn wir dann natürlich von Flaschen reden, von 1800 Schießmichtod oder 1700, ja, Wein wurde ja auch zu dem damaligen Zeitpunkt ganz anders gemacht. Also wer will denn wirklich beurteilen können, wie ein Wein von 1700 zu schmecken hat? Also das ist ja verrückt. Ja, absolut. Also Inhalt ist schon mal, sagen wir mal, relativ einfach zu fälschen, weil eben keiner weiß, wie es schmecken muss. Damit sind wir beim zweiten Punkt der Fälschung, nämlich bei den Flaschen. Und dazu sagt der Sotheby's Weinexperte, um ein Renoir zu fälschen, brauchen sie zumindest ein gewisses künstlerisches Talent. Beim Wein genügt es, die richtige Flasche, das richtige Etikett und die richtige Kapsel zu haben. Und du kannst dir vorstellen, dass man heute wahrscheinlich sogar noch leichter Etiketten fälschen kann als damals, einfach am Rechner. Und ein nicht-originaler Korken, das wusste ich vor der Recherche auch nicht, der fällt ebenfalls kaum auf, weil viele Weingüter den Service anbieten, die Flaschen neu zu verkorken. Also könnte man auch einfach einen neueren Korken drauf machen. Alte Weinflaschen, das wäre jetzt noch die Frage, wo kriegt man die her? Die bekam man damals, also in Frankreich, lange Zeit in jedem Trödelladen. Und zwar in jeder Größe, die du dir vorstellen kannst. Also bastelst du mit relativ geringem Aufwand ganz schnell aus einem 50 Euro ein 5000 Euro Wein. Klingt jetzt erstmal nach einer guten Gelegenheit, um auf betrügerische Art Geld zu verdienen. Was würdest du sagen, wie groß ist denn diese Problematik in der Weinszene? Sind da wirklich so viele Fälschungen unterwegs? Ja, also die Gefahr ist definitiv da und sie wächst, weil es ganz einfach immer mehr richtig teure Weine gibt. Und wo viel Geld ist, ist auch immer jemand, der es versucht. Aber die Branche tut inzwischen extrem viel dagegen, also Stichwort Allokation, also dass die Weingüter genau steuern und dokumentieren, wie viele Flaschen von welchem Jahrgang überhaupt existieren und wohin sie gehen. Dadurch lässt sich natürlich vieles nachvollziehen. Dazu kommen ganz praktische Schutzmechanismen, würde ich sie jetzt mal nennen. Zum Beispiel diese Original-Holzkiste, also als Herkunftsnachweis. Dann gibt es nummerierte Manschetten, hat man vielleicht schon mal gesehen, wenn man eine etwas teurere Flasche hatte, hinten diese ganzen Nummerierungen. Dann gibt es auch noch sowas wie NFC-Chips in der Kapsel, die man mit dem Handy scannen kann. Also kannst du einfach in Sekunden prüfen, ob der Flascheninhalt echt ist. Das heißt, so einfach wie in den 80ern ist es heute nicht mehr. Die Szene hat definitiv gelernt, damit umzugehen. Aber bei sehr alten Flaschen, wie wir gerade darüber gesprochen haben, bleibt es halt einfach nach wie vor schwierig, weil wie willst du das nachweisen? Also genau deshalb ist Aufklärung so wichtig. Je mehr Leute verstehen, worauf man achten muss, desto schwerer haben es die Fälscher halt am Ende des Tages auch. Absolut. Also man kann sagen, heute werden die Flaschen fälschungssicherer gestaltet. Also ganz fälschungssicher kann es wahrscheinlich gar nicht geben, aber da geht es ja, wie du gerade schon gesagt hast, eben um alte Flaschen bei Hadi Rodenstock und der macht einfach weiter wie bisher. Auch in den 90ern und 2000ern feiert er seine Weinfeste und schenkt unter anderem Gerhard Schröder oder Franz Beckenbauer teure Weine aus dem 18. Und 19. Jahrhundert ein. Inzwischen hat sich der laut Taz weltweit berühmteste Sammler greisenhafter Weine auf Großflaschen spezialisiert. Die 0,7 oder 1 Liter Flaschen, die kennt ihr wahrscheinlich alle aus dem Supermarkt. Aber es geht noch deutlich größer, gerade bei Wein. Magno-Flasche kennt man vielleicht vom Champagner. Was gibt es denn sonst noch so für Größen? Die haben doch auch so wilde Namen. Ja, die sind alle dann so benannt nach so biblischen Königsnamen, so Balthasar, Methusalem und Großflaschen, das ist vielleicht ganz wichtig zu wissen, sind nicht nur Angeberei. Also ich finde es bei so Basiswahlen immer so ein bisschen... Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen. Wofür zum Teufel braucht man das? Also bei so Basiswahlen sind das witzigerweise auch immer die Männer, die sich die um die Schulter schwingen und damit irgendwie einmarschieren. Also die haben schon ihre Daseinsberechtigung. Also der Clou ist die Reifung. In einer großen Flasche ist im Verhältnis zur Weinmenge weniger Sauerstoff unterm Korken. Und das heißt, der Wein reift langsamer und gleichmäßiger. Soll dadurch besser altern und auch länger in Anführungsstrichen gesetzt haltbar sein. Also die Lagerfähigkeit wird dadurch einfach nochmal ein bisschen ausyeden sozusagen. Und deshalb gilt halt eben so eine Magnum-Untersammlern als das ideale Format, also groß genug für eine langsame Reifung, aber halt eben noch gut zu händeln. Aber das geht doch dann... Und je größer, desto seltener. Das wollte ich gerade sagen. Ja, auf jeden Fall. Das geht doch noch in Größen, da gibt es auch noch Nebukatzne da oder was. Ja, ja, genau. Was ist das Größe, was es gibt? So 30 Liter. Da brauchst du dann aber auch so einen Automat, der die ausschenkt. Das ist die Melkquise Deck. Ich weiß nicht, wie so richtig ausgesprochen wird. Und dann gibt es noch 27 Liter. Das ist die Goliath. Die hat man vielleicht schon mal öfter gesehen. Also normales Fassungsvermögen 0,75. Magnum das Doppelte. Doppel-Magnum logischerweise das Doppelte einer Magnum. Alter. Na gut, da musst du natürlich... Aber sehr selten. Und das sind dann auch wirklich Anfertigungen. Und das kostet richtig Geld. Also, Ja, und vielleicht ist das auch eventuell der Grund, warum unser Hardy-Rundenstock jetzt in diesem Game auf einmal unterwegs ist. Hunderte Großflaschen im Wert mehrerer Millionen treibt das Rundstock in dieser Zeit auf. Historische Großflaschen, wohlgemerkt. Und das, obwohl Flaschen dieser Größe eigentlich ultra selten sind. Besonders, wenn sie vom Weingut Chateau Petrus kommen. Den Namen hatten wir jetzt hier schon mal, du hast ihn selber am Anfang genannt. Das ist schon so das Nonplusultra, oder? Ja, ich weiß nicht, wie weit ich hier ausholen darf. Versuche dich kurz zu halten, damit die Biertrinker nicht komplett aussteigen. Also kommt aus Bordeaux. Bordeaux ist eine riesige Weinregion, umfasst ungefähr 110.000 Hektar. Das müsst ihr euch vorstellen, das entspricht der Rebfläche, die wir in Deutschland haben. Also größer als manches komplette Weinland. Und Bordeaux teilt sich in ein linkes Ufer und ein rechtes Ufer. Ich versuche es nicht ganz so kompliziert zu machen. Und das rechte Ufer wird zunehmend von zwei Appellationen geprägt, Pomerol und Saint-Emilion. Die bilden quasi das Herz des rechten Ufers und genau da in Pomerol ist es Petrus. Und Bordeaux ist klassisch immer eine Cuvée, also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten. Das linke Ufer wird immer dominiert durch Cabernet Sauveillon, das kann man sich mal so merken, und rechtes Ufer immer mehr Loh. Und bei Petrus ist die Besonderheit, Der besteht im Normalfall immer aus 100% Melo. Kleiner Funfact auch am Rande. Also ein Wein darf sich schon ab 85%, also wenn 85% einer Rebsorte enthalten ist, dann gilt der Wein schon als reinsortig. Und 15% können andere Rebsorten sein. Dann ist kein Cuvée mehr. Exakt. Also wenn du jetzt in einen Weinladen gehst und sagst, du hättest ganz gern Riesling und Riesling steht auf dem Etikett, dann muss rein rechtlich nur 85% Riesling in der Flasche enthalten sein. Und Petrus gilt als die Legende vom rechten Ufer. winzige Produktion. Also die haben nur zwölf Hektar Rebfläche. Das ist wirklich im Vergleich zu anderen Chateaus in Bordeaux mini, mini, mini, mini. Und eine Flasche so, Aktueller Jahrgang, wenn man überhaupt drankommt, bewegt sich irgendwo zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Wow. Ich habe jetzt nochmal geguckt, der 2022er, also aus dem Jahr 2022, der kostet aktuell lässige 7.500 Euro, kann man sich mal kümmern. Und das Besondere ist der Boden. Petrus liegt nämlich auf so einem Plateau von Pomerol, auf einer winzigen Fläche mit so blauem, eisenhaltigen Tonboden, den es so nirgendwo sonst gibt. Und dieser blaue Lehm, der hält das Wasser relativ gut zusammen, stresst die Melo-Rebe genau richtig, also die Rebsorte Melo. Und das ergibt diesen typischen Petrus-Geschmack, also diese enorme Dichte und Cremigkeit. Also Petrus ist sehr selten. Es gibt einen Boden, den es nur da gibt. Und das ist sozusagen der Rolls-Royce unter den Weinen eigentlich. Super teuer, super selten. Und ein Petrus aus den 20er Jahren, der ist natürlich noch viel, viel, viel, viel seltener. Eine Petrus-Großflasche aus dieser Zeit, das ist eine Sensation. Dennoch treibt Hardy Rodenstock gleich mehrere dieser Großflaschen, unter anderem aus den Jahrgängen 1921 und 1924 auf und lässt sie verkosten. Er hat sogar Imperialflaschen mit sechs Litern Fassungsvermögen im Angebot. Weinkritiker Robert Parker, der eine dieser Flaschen probiert hat, sagt, der Wein sei nicht von diesem Universum. Doch mittlerweile ist auch der Chef des Weingutes Chateau Petrus auf Rodenstocks Geschäfte aufmerksam geworden. Und als der in seinen Archiven nachschaut, fällt ihm auf, dass die von Rodenstock aus geschenkten und verkauften Flaschengrößen in den betroffenen Jahrgängen überhaupt nicht abgefüllt worden sind. Gerade in den 20er Jahren war Petrus ein unbekanntes Weingut, erklärt der Besitzer des Gutes dem Stern. Für wen hätte man denn die teuren Großflaschen produzieren sollen? Wir müssen wohl nicht betonen, dass diese Flaschen nie vom Chateau selbst verkauft wurden. Also das ist ja eigentlich schon ein Knaller, wenn der Eigentümer des Weingutes sagt, Moment mal, diese Flaschen sind definitiv nicht von uns. Aber Hadi Rundschock lässt das wie immer nicht auf sich sitzen und sagt nur... Der Hadi so, nee, also sorry, aber ihr wisst doch gar nicht, was bei euch da los ist. Also ich finde es ja schon fast dreist, wie er sich über die Weingüter stellt. Nach dem Motto, ihr wisst doch selber nicht, was ihr da produziert habt. Hör mal, das ist schon echt krass. Genau das macht er. Er sagt also wörtlich nur, weil ein Weingut keine Unterlagen hat, um diese seltenen Flaschen zu überlegen, heißt das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt. Ja, es ist so, dass vielleicht früher nicht über jede abgefüllte Flasche Buch gefüllt wurde. Aber ob jetzt überhaupt Großflaschen abgefüllt wurden, das sollte der Besitzer wahrscheinlich schon wissen, oder? Und das ist genau der Punkt. Also ein Produzent weiß ganz genau, was er nie abgefüllt hat. Genau wie hier bei Petrus, vor allen Dingen in den Großflaschen, also nochmal super selten. Da kannst du als Fälscher noch so viel von vielen Unterlagen reden. Wenn es das Produkt nie gab, dann gab es das halt eben nie. Und das ist ja auch ein anderer Weinfälscher wirklich richtig auf die Schnüsse gefallen, weil er auch einen Wein quasi zu einer Auktion geschickt hat, den es so nie gab. Also da muss man dann vielleicht auch mal seine Hausaufgaben machen als Fälscher und mal gucken. Ja, und jetzt würde man ja denken, spätestens jetzt ist der HD aufgeflogen. Spätestens jetzt sollte jeder wissen, da kann was nicht stimmen, aber er macht einfach weiter. Kaum jemand berichtet über ihn, also das ist glaube ich auch Teil des Problems, dass die ganzen Weinmagazine das Thema nicht aufgegriffen haben und die Kunden rennen ihm weiterhin die Bude ein. Bis zum Jahr 2005 und damit sind wir wieder am Anfang der Geschichte und bei Bill Cook. Der große weißhaarige Milliardär hat ja 1988 vier Jefferson-Flaschen über Zwischenhändler gekauft und ist sich mittlerweile sicher, dass er betrogen wurde. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Sammlern, die so eine Entdeckung für sich behalten und die sogar versuchen, die Fälschung weiter zu verkaufen. Das ist ja dann nochmal frecher, aber das wird es eben durchaus auch gegeben haben, dass sie gedacht haben, okay, verkaufe ich mal weiter und satt es keinem. Hat man wenigstens noch ein bisschen Geld damit gemacht. Guck, der macht das ganz anders. Dem Milliardär geht es nämlich nicht um ein paar hunderttausend Dollar. Also für ihn sind das nur ein paar, weil er ebenso reich ist. Ihm geht es ums Prinzip und natürlich um sein Ego. Ich habe mit vielen Leuten zu tun, die mir gefälschte Kunst oder Dokumente verkaufen wollen. Ich habe einen Grundsatz. Wer mich betrügt, muss mit Konsequenzen rechnen. Es geht um meinen Ruf, nicht um Geld. Das Weingewerbe ist voller Betrüger und Rodenstock war schon immer verdächtig. Aber niemand hat sich mit ihm anlegen wollen. Das ist jetzt vorbei. Erzählt er 2007 dem Stern. Um Rodenstock zu Fall zu bringen, beauftragt Milliardär Bill Cook den ehemaligen FBI-Ermittler James Ellroy, einen kräftigen Mann mit wettergegärbten Gesicht und intensivem Händedruck. In seiner Zeit beim FBI hatte Ellroy unter anderem mit Korruption und internationalem Drogenschmogel zu tun. Jetzt soll er für Cook nachweisen, dass Hardy Rodenstock ein Hochstapler ist. Dafür stellt Elroy ein Team aus zehn Leuten zusammen, darunter ehemalige Ermittler von FBI, Scotland Yard und MI5 sowie renommierte Weinexperten. Das Ziel, genug Beweise zu finden, um Rodenstock zu verklagen. Ermittler Elroy freut sich sehr über diesen Auftrag. Diese Ermittlung hat alle Merkmale einer FBI-Ermittlung, nur mit den besten Leuten der Welt sofort verfügbar und ohne Bürokratie. Und so stürzen sich Jim Elroy und sein Team in die Ermittlungen. Dabei prüfen sie zunächst, ob es schon vorher Hinweise auf Fälschungen gegeben hat. Dabei stoßen sie dann zuerst auf den Rechtsstreit von Hardy Rodenstock und Hans-Peter Frerichs 15 Jahre zuvor. Gleichzeitig nehmen zwei eigens eingestellte deutsche Ermittler Rodenstock selbst unter die Lupe und sie stoßen dabei auf immer mehr Lügen. Bei einem Besuch in Rodenstocks Geburtsort Marienwerder entdecken sie, dass H.D. Rodenstock in Wirklichkeit Meinhard Görke heißt. Ein Geheimnis, das nicht mal Rodenstocks Ex-Freundin, der Schlagerstar Tina York, kennt. Ihr gegenüber hat er behauptet, er stamme aus der berühmten Brillendynastie Rodenstock. Außerdem habe er ihr erzählt, er sei Professor. Alles gelogen. Sogar, dass er Kinder hat, verschweigt er seiner damaligen Freundin. Er hat immer über zwei Neffen geredet, erklärt Jörg später. Es ist nicht das letzte Mal, dass Rodenstock in Beziehung lügen wird. 1992 heiratete er in New York die deutsche Schauspielerin Helga Lehner, vergisst aber auf dem Standesamt zu erwähnen, dass er schon mal verheiratet war und dass er bereits zwei Kinder hat. Da habe ich wohl aus Versehen was Falsches angekreuzt, erklärt ihr später. Und das mit Helga-Lena erzähle ich vor allem deshalb. Ist geil, ne? Oh ja, Entschuldigung, wusste ich nicht. Ja, hab ich ausgerutscht. Maus gerutscht ist er da sozusagen. Das mit Helga-Lena erzähle ich vor allem deshalb, weil ich unbedingt mal ein paar von ihren Filmen aufzählen will, weil die wirklich großartig klingen. Also, du, Mach dich bereit. Jetzt kommt Filmtitel. Wenn man baden geht auf Teneriffa. Wird noch besser. In Beirut sind die Nächte lang. Scharfe Küsse für Mike Forster. Und jetzt kommt mein Favorit. Ich betone oben ohne. Aber da kann der Bergdoktor bei einem packen, ne? Da kann der Bergdoktor bei einem packen. Ach ja, also das waren auch Filmtitel damals. Ich wollte es nur kurz erzählt haben. Ist kleine Sidequest, ich fand es zu schön. Ich betone oben ohne, der hat mich gekillt. Ja, ist gut, ne? Also man kann schon mal festhalten, Hardy Rundstock, der nimmt es nicht immer so genau mit der Wahrheit. Und auch bei den Jefferson-Flaschen ist er zumindest relativ flexibel. Während Ex-Fußball-Profi Paul Breitner sich erinnert, uns hat er damals immer von sechs Flaschen erzählt, wächst die Zahl der Flaschen mit der Zeit immer mehr. Irgendwann behauptet Rodenstock sogar, vielleicht habe ich sogar drei Dutzend. Und das wären dann mehr als 50 Kilo, die irgendwie nur schwer in die zwei kleinen Alu-Koffer gepasst hätten, von denen Rodenstock immer erzählt hat. Wahrscheinlich wollte Rodenstock mit seinen sich immer wieder ändernden Angaben erklären, warum dauernd neue alte Jefferson-Flaschen aufgetaucht sind, die er irgendwie immer organisieren konnte. Außerdem treiben die Ermittler einen Antiquitätenhändler in Paris auf, der erklärt, er habe Rodenstock vor Jahren rund ein Dutzend alter Weinflaschen aus dem 18. Jahrhundert verkauft. Also leere Flaschen. Hier geht es nur um die Glasflaschen. Und auch ein ehemaliger Vermieter Rodenstocks erzählt den Privatermittlern, er habe nach Rodenstocks Auszug mehrere leere Flaschen und einen Stapel neuer Weinetiketten gefunden. Also das sind schon alles deutliche Hinweise, aber eben noch kein Beweis für eine Fälschung. Und auch eine physikalische Untersuchung des Jefferson-Weines ergibt lediglich, dass der Wein vor dem Zweiten Weltkrieg abgefüllt wurde. Mehr lässt sich nicht feststellen, ohne die vielleicht doch wertvolle Flasche zu öffnen. Das wäre jetzt doof gewesen, wenn die Flasche am Ende doch echt ist. Und ich habe die jetzt aufgemacht, um die zu prüfen und stelle fest, ich habe jetzt gerade richtig viel Wert vernichtet. Deswegen traut man sich da nicht ran. Wir waren ziemlich frustriert, erinnert sich Ermittler Elroy. Immer noch fehlt ihnen der eindeutige Beweis, dass die Flaschen gefälscht sind. Da bleiben Elroys Augen an der Gravur einer der Flaschen hängen. Sie sieht auffällig sauber aus. Zu sauber. Kann man mit einem pedalbetriebenen Kupferrad, das man im 18. Jahrhundert zum Gravieren von Glas benutzt hat, wirklich so präzise arbeiten? Elroy hat eine Idee. Ein paar Anrufe später hat Elroys Team zwei neue Experten, einen Glasgaveur und einen FBI-Forensiker, der unter anderem die Ermittlungen zum Attentat auf Ronald Reagan geleitet hat. In Florida begutachten die beiden Männer die Jefferson-Flaschen einen ganzen Tag lang. Jeden Millimeter der Gravuren inspizieren und dokumentieren sie. Dabei fällt dem Graveur auf, dass die Gravuren für ihr Alter erstaunlich präzise sind. Zitat, nicht ausgefranst an den Enden, fast perfekt zu perfekt. Das Fazit des Experten, das funktioniert niemals mit einem Kupferrad. Und da haben wir den Beweis, nachdem die Emitter jetzt schon seit mehreren Monaten gesucht haben, die Flaschen sind eindeutig gefälscht. Ja, spektakulär. Ich wusste auch gar nicht, dass da das FBI mit ermittelt hat und so. Also komplett crazy, das war mir nicht bewusst. Ich wusste auch nicht, dass er aktiv Etiketten gefälscht hat, also dass er da irgendwie wirklich selber neue Etiketten, ja so gesehen, gedruckt, produziert hat. Ich wusste immer nur von den Geschichten jetzt aus unserer Branche, dass er bei diesen krassen Veranstaltungen, wo jeder daran teilnehmen wollte, die Flaschen am Ende der Veranstaltung immer feinsäuberlich eingesammelt hat. Und ich wusste auch, dass zum Beispiel, also jede Weinflasche hat ja eine Kapsel, so darunter liegt ja der Korken. Und die Kapseln wurden nie eingeschnitten. Also die Kapseln wurden einfach immer nur abgezogen. Und er hat ja dann da auch viel mit seinem selbsternannten Sommelier, dem Frenzel, zusammengearbeitet. Und also das wusste ich alles, aber ich wusste nicht, dass er wirklich aktiv Etiketten hergestellt hat. Also das ist jetzt natürlich nur, wir unterstellen das jetzt mal. Also wir waren nicht dabei, aber er hat definitiv in seiner alten Wohnung halt einen Drucker und Etiketten rumliegen gehabt. Kann man vielleicht auch benutzen, um die Küche zu dekorieren, aber es drängt sich der Verdacht auf, dass er Etiketten gefälscht hat. Und was du gerade gesagt hast mit den Flaschen und mit den Kapseln, ja, könnte man ja auch eventuell so interpretieren, dass er die Flaschen, nachdem er sie gelehrt hat, nochmal wieder neu füllen wollte. Weil sonst muss er die Flaschen nicht aufbauen. Das ist bekannt. Also ich war natürlich auch selber nicht vor Ort, das war vor meiner Zeit, aber das ist das, was viele erzählen, die selber bei diesen Veranstaltungen teilgenommen haben und einige, die da angestellt waren in diesem Etablissement und gesehen haben, okay, die Kapseln wurden abgezogen und vermutlich wurden sie dann neu befüllt. Ja, also nochmal zurück zu den Ermittlungen. Also der Ermittler war zu dem Zeitpunkt nicht mehr beim FBI, der war bei Cook eingestellt als Privatermittler, aber er kam halt vom FBI. Und diese ganzen Ermittlungen haben Bill Cook über 5 Millionen Dollar gekostet. Also ein Vielfaches von dem, was er für die Jefferson-Flaschen bezahlt hat. Aber er hat jetzt das, was er will. Am 31. August 2006 reicht Cook vor dem New Yorker Bundesgericht Zivilklage gegen Hadi Rodenstock ein. Darin erklärt er, Rodenstock ist charmant und weltgewandt. Er ist außerdem ein Betrüger. Nach der öffentlichkeitswirksamen Klage des Milliardärs zeigen jetzt plötzlich auch die Medien Interesse an dem möglichen Betrug. Neben Weinfachzeitschriften berichten auch große Zeitungen und TV-Sender über den Fall. Alle wollen ein Statement von Rodenstock und der liefert auf seine ganz eigene Art. Einen französischen Experten beschimpft er als ausgesprochenen deutschen Hasser und einem Schweizer Kritiker wirft er die dampfende Kacke, die sie überall hinterlassen habe, vor. Also... Er spart nicht mit darken Worten, aber auch das ist wahrscheinlich ein Grund, warum er sich so lange halten konnte, weil der immer für ein Statement gut ist, für ein knackiges und das lieben Medien ja auch. Also du hast ja immer irgendwelche Experten, wo du weißt, wenn du den oder die fragst, dann kriegst du ein geiles Statement und das wird er ja auch immer geliefert haben. Und natürlich teilt Rodenstock auch gegen seinen Gegner Bill Cook aus. In einem Schreiben an die Zeitschrift Wine Spectator behauptet der mittlerweile 65-Jährige, diese Anschuldigungen sind Unsinn. Die Leute von Herrn Cook haben Menschen in Deutschland bedroht und eingeschüchtert, damit sie Lügen über mich verbreiten. Er hat keine Ahnung von Wein, nur Dummköpfe würden ihm glauben. Ob das New Yorker Gericht auch nur aus Dummköpfen besteht, soll jetzt der Prozess klären. Bill Cooks Ziel ist klar. Er will Schadenersatz für die Jefferson-Flaschen und Rodenstock ganz offiziell, also gerichtlich beglaubigt, als Betrüger entlarven. Aber dieser tut ihm den Gefallen nicht, er taucht einfach nicht auf. Per Fax lässt er verlauten, er erkenne die Zuständigkeit des US-Gerichtes nicht an. Auf die Vorwürfe, die gegen ihn im Raum stehen, werde er nur schriftlich eingehen. Und das ist ehrlich gesagt auch ganz schlau, weil Deutschland liefert ja nicht unbedingt aus in die USA und solange er nicht in die USA einreist, kann ihm da auch nichts passieren. Also kommuniziert Hadi Rodenstock nur per Fax und in seinen Faxen beteuert er wie immer seine Unschuld. Zunächst stellt er klar, dass Coke die Weine nicht bei ihm persönlich, sondern bei Zwischenhändlern gekauft hat. Trotzdem seien seine Flaschen echt. Das würden auch zahlreiche Experten so sehen, erklärt Rodenstock. Gibt es einen besseren Beweis dafür, dass der Wein echt war, als dass weltbekannte Experten ihn als hervorragend bezeichnet und ihm die höchstmögliche Bewertung gegeben haben? Außerdem hätte Christie's den Wein nie angeboten, wenn er nicht echt wäre. Wenn Christie's mir sagt, sie haben es von ihrem größten Keramik- und Glasexperten, dass die Gravur echt ist, wenn mir das gefaxt wird, dann ist das Thema für mich doch beendet. Dann bin ich aus dem Schneider, schreibt Rodenstock weiter. Also das ist auch so eine, wie soll man sagen, eine gegenseitige Versicherung. Ja, und das Krasse ist ja auch, dass seine Argumentationskette ja irgendwo auch funktioniert. Also schlüssig ist für Außenstehende. Also ich kann es nur nochmal betonen, ganz andere Zeit. Wem willst du denn dann glauben? Also das ist ja so, also er hat ja nicht Unrecht mit dem, was er sagt. Also er wiegt sich da ja wirklich in Sicherheit. Also es macht Sinn irgendwo, also... Aber das sind eigentlich, man könnte es ja so vergleichen, die beiden Seiten, Christy's und er, so die zwei Ertrinkende, die sich aneinander festhalten, weil die sich auch gegenseitig brauchen, weil Christy's will ja auch nicht zugeben, dass sie falsch gelegen haben. Aber klar, du hast vollkommen recht, da hat lange eben niemand wirklich sich getraut, was dagegen zu sagen. Er hat aber interessanterweise auch eine Erklärung dafür, dass die Gravur auf den vier Jefferson-Flaschen laut Experten gar nicht aus dem 18. Jahrhundert stammen kann. Denn Hardy Rodenstock sagt, der Kuck, der hegt so einen großen Kroll gegen mich, der hat die Flaschen wahrscheinlich selbst manipuliert, um mir eins auszuwischen. Auch auf den Hinweis, dass die Ermittler Flaschen weiterer Besitzer mit demselben Ergebnis haben analysieren lassen, hat Rodenstock eine Antwort. Vielleicht sind einige Flaschen echt und andere nicht. Vielleicht bin ich ja auch selbst betrogen worden. Er selbst habe übrigens ebenfalls drei Flaschen chemisch analysieren lassen und dabei festgestellt, dass der Wein durchaus aus dem 18. Jahrhundert stammen könne. Wo er die Untersuchung genau hat durchführen lassen, behält er allerdings für sich. Genau wie den Fundort in dem angeblichen Pariser Keller, aus dem in seinen Erzählungen mittlerweile ein Lagerhaus geworden ist. Auch das ist interessant. Die Erzählungen haben sich im Laufe der Zeit ein wenig verändert. Auch die Original-Kellerbücher, die sich angeblich in seinem Besitz befinden, behält Rodenstock für sich, obwohl sie seine Version der Geschichte ja belegen könnten. Wenn es sie denn geben würde. Im Gegensatz zu Hardy Rodenstock, der dem kompletten Prozess fernbleibt, erscheint ein anderer Mann im Gerichtssaal. Der inzwischen 79-jährige Michael Broadbent. Durch den öffentlichen Rummel um die Jefferson-Weine hat auch der Ruf des Weinheiligen, wie man ihn damals genannt hat, ordentlich gelitten. Dass er vor der Auktion jegliche Hinweise ignoriert und Rodenstock noch Jahrzehnte hofiert hat, lässt den Weinexperten nicht gut dastehen. Verzweifelt erklärt er vor Gericht, Wieder und wieder habe ich Rodenstock inständig gebeten, die Quelle seiner Flaschen zu nennen. Er weigert sich. Dass er selbst von dem Betrug gewusst habe, bestreitet Broadband. Er habe aus Eile einen Fehler gemacht, erklärt er. Wir sind Auktionäre, wir sind wie Journalisten bei Deadlines. Ich hatte nicht die Zeit. Am 19. Mai 2010 spricht das New Yorker Gericht gegen Rodenstock ein Versäumnisurteil samt mehreren Millionen Dollar Schadenersatz. Doch Bill Cook hat noch nicht genug. Er übergibt die gesammelten Beweise gegen H.D. Rodenstock an die US-Behörden und erklärt, Rodenstock ist nur die Spitze des Eisberges. Ich habe vor, Leute hinter Gitter zu bringen. Ich habe vor, mein Geld zurückzubekommen. Und ich habe vor, die Auktionshäuser und Einzelhändler zu zwingen, grundlegende Änderungen vorzunehmen. zu nehmen. Diesen Worten lässt Cook Taten folgen. Noch 2010 erhebt er Klage gegen das Auktionshaus Christie's. Cook habe sich, so sagt er, beim Kauf der Jefferson-Flaschen voll auf Michael Broadbends Beschreibungen im Auktionskatalog verlassen. Nun wirft er dem Experten vor, gemeinsame Sache mit Rodenstock gemacht zu haben. Doch die Klage wird abgewiesen. Cook habe, so befindet das Gericht, zu lange mit seiner Klage gewartet. 2011 bestätigt ein Berufungsgericht, die Entscheidung. Nach der gescheiterten Klage erklärt ein Sprecher von Bill Cook, Christies ist mit einem unfassbaren Betrug davongekommen. Also er unterstellt dem Auktionshaus eigentlich damit, dass sie das gewusst haben, dass sie gefälschten Wein verkaufen. Was ich krass finde, habe ich das richtig verstanden, dass Auktionshäuser bei Wein nicht dafür gerade stehen müssen, wenn sie dir jetzt eine Fälschung verkaufen, weil davon würde ich ja als Käufer erstmal ausgehen. Also da müsste ich mich ehrlicherweise reinlesen. Das ist eine juristische Frage, so wie ich das jetzt verstanden habe, ist ja die Klage einfach gescheitert wegen der Verjährung. Ob jetzt Auktionshäuser haften müssen oder nicht, insbesondere jetzt bei Wein, vielleicht gibt es auch nochmal eine gesonderte Regelung, da bin ich nicht so drin. Ich habe Freunde, die arbeiten im Handel und zwar in London, also auch bei Auktionshäusern. Die habe ich jetzt aber kurzfristig nicht erreicht, aber das ist eine sehr spannende Frage, die ich mal angehen werde. Hm? Weil eigentlich will man sich ja drauf verlassen. Genau das ist ja der Punkt. Also wenn ich jetzt bei so einem Rente... Ich kaufe das ja jetzt nicht bei, keine Ahnung, Detlef Schmidchen Goldhandel in Gütersloh, sondern bei Sotheby's oder bei Christie's, bei den größten Auktionshausern der Welt. Ich glaube aber nicht, dass Christie's das absichtlich irgendwie in Kauf genommen hat, weil die hätten sich damit ja unfassbar schaden können. Ich glaube einfach, guck mal, jetzt in dem Podcast, das war ja ein Name-Dropping der Weinbranche des Feinsten. Ja, also wenn ein Robert Parker sagt, boah, richtig geiles Zeug. Wenn dann einer der Weingurus schlechthin hier, der Broadband auch noch sagt, ja nein, das ist echt und so. Das sind ja irgendwo für die vielleicht auch Sachverständige und dann verlässt man sich halt da drauf. Also ich glaube jetzt nicht, dass Christy das in irgendeiner Weise, dass da eine Absicht hinter war. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, weil die leben ja von ihrem guten Ruf, aber ich kann mir schon vorstellen, dass man vielleicht nicht so genau hingehört hat, weil ich habe ja ganz am Anfang erklärt, es gab durchaus schon vor der Auktion Leute, die gesagt haben. Das THJ-Punkt von Thomas Jefferson, das wird eigentlich anders geschrieben, aber klar, ich glaube auch nicht, dass die da Teil eines großen Betrugsnetzwerkes irgendwie sind. Interessant finde ich, dass der Prozess in New York nicht die einzige rechtliche Auseinandersetzung für Hardy-Rotenstock in dieser Zeit ist. Anfang 2009 steht er vor dem Oberlandesgericht Innsbruck unter anderem wegen Urkundenfälschung. Er soll ein ehemals befreundetes Ehepaar nach einem Streit unter dem Pseudonym Heinz Reinke per Telefon und Brief terrorisiert und sogar in ihrem Namen Partyeinladung verschickt haben. Also auch komplett wild. Als die Polizei bei dem Ehepaar eine Fangschaltung installiert, kommt sie dem Stalker auf die Spur. Und dieser Stalker ist Hadi Rodenstock. Vor dem österreichischen Gericht gesteht dieser im Jahr 2009, behauptet aber, meine Briefe und Faxe sollten nachdenklich machen, ohne jegliche Böswilligkeit. Alles ist eigentlich unter Satire einzuordnen. Ich habe die terrorisiert, aber war lustig gemeint. Ja, super. Auch komische Verteidigungsstrategie. Das ist schon ein lustiger Dude. Ja, aber es hilft ihm zumindest insofern, dass er wegen seines Geständnisses nur zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wird. In Deutschland wird Harry Rotenstock wegen seiner Fälschung nie juristisch belangt. Das heißt, man darf ihn hier legalerweise gar nicht Betrüger nennen, weil er nie verurteilt wurde. Das, obwohl der Stern 2010 im Westerwald in der Nähe von Rodenstocks ehemaligen Wohnort gleich mehrere Männer gefunden hat, die sich erinnern, in den 80er und 90er Jahren für Hardy Rodenstock alte Weinflaschen graviert zu haben. Also einer von denen hat auch die Jefferson Flaschen als seine Arbeit erkannt. Da gibt es also krasse Belege dafür, dass die nicht echt sein können. Aber Hardy Rodenstock hält weiter seine berühmten Weindinner ab, wenn auch mit etwas weniger namhaften Gästen und mittlerweile gegen Bezahlung. Jetzt muss er Geld verdienen. Jetzt muss er Geld verdienen, genau. Jetzt kann er das einfach nicht so raushauen wie früher. Am 19. Mai 2018 stirbt Hardy Rodenstock alias Meinert Görke im Alter von 76 Jahren im bayerischen Dörfchen Oberaudorf. Nur zwei Jahre später stirbt auch der ehemalige Weinheilige Michael Broadbent mit 92. Bill Cook ist Mitarbeiter 86 und lebt weiter in West Palm Beach in direkter Nachbarschaft zu Donald Trump. Den Großteil seiner Weinsammlung hat er verkauft, zuletzt 8.000 Flaschen im Jahr 2025 für eine Weltrekordsumme von 28,8 Millionen US-Dollar. Und jetzt, das finde ich besonders schön, rate mal, bei welchem Auktionshaus er das gemacht hat. Christie's? Ja. Ja? Genau. Bei dem Auktionshaus, dessen angeblichen Betrug er Jahre vorher noch stoppen wollte, hat er sich dann doch nochmal anders überlegt, weil die vielleicht doch irgendwie einen guten Job gemacht haben. Aber vielleicht stimmt es doch, was H.D. Rodenstock mal gesagt hat. Warum regen sich alle über Weinfälschung auf? Jesus hat das doch auch schon gemacht. Grandios. Grandios. Und es gibt bis heute, also ich meine, der Typ, der muss ja schon irgendwo ein bisschen Ahnung gehabt haben von Wein. Und der hat ja nicht nur Mist verzapft. Es gibt ja bis heute Restaurants, die damit werben. Unsere Weinkarte wurde kuratiert von Hardy Rodenstock. Wirklich? Ja. Vielleicht sollten die Restaurantinhaber mal diesen Podcast hören. Ich weiß nicht, ob ich mich damit schmücken würde. Oder? Also ich finde es keine wirklich gute Werbung, aber ja, also komplett verrückt. Also Werbung ist es mit Sicherheit nicht, ja. Ja, also ein bisschen hast du mir die Frage schon beantwortet. Die wäre nämlich jetzt gewesen, was bleibt von diesem Fall auch heute noch? Weil ich könnte mir sogar vorstellen, dass noch die eine oder andere Rodenstockflasche, nenne ich jetzt mal, in irgendwelchen Kellern liegt und wir es wahrscheinlich auch nie erfahren werden. Ja, sehr gute Frage. Also ich glaube, zwei Sachen bleiben mir von diesem wirklich spektakulären Fall. Weil erstens Etikettentrinker werden, glaube ich, immer Etikettentrinker bleiben. Also wer den Wein über den Namen auf dem Label trinkt, statt über den Inhalt, der wird, glaube ich, immer anfällig für sowas sein. Und zweitens... Ja, das ist ja, ich will jetzt auch kein Victim-Blaming machen, aber ich glaube, so veräppeln lassen sich am Ende halt eben nur die, die veräppelt werden wollen. Also man hat das ja wirklich in dem Fall wirklich richtig, richtig gut gesehen. Also da wollte sich keiner die Blöße geben, weil wie gesagt, wenn man 20k für eine Flasche hinblättert, ja da tue ich doch einen Teufel und sage, naja, das muss eine Fälschung sein, klar. Und dann, das ist halt halt. Dieser Teil der Weinwelt, den ich ganz fürchterlich finde. Aber ich habe wieder was Neues gelernt. Etikettentrinker. Das ist echt eine schöne Beleidigung. Du alter Etikettentrinker. Deswegen einfach mal blind einschenken. Also dann ist halt, wie gesagt, die Frage, ist der Petrus wirklich so gut? Ich persönlich bin gar kein Fan von Petrus. Hatte schon mehrmals die Gelegenheit, Petrus zu trinken. Für mich ist und bleibt es einfach mehr low. Also es ist jetzt für mich kein Wein, wo mir der Hut wegfliegt. Oder ist der Petrus, ja, wie gesagt, dann vielleicht doch gar nicht so gut, wenn man ihn dann mal blind im Glas gehabt hat. Spannend. Könnte man solche Fälschungen verhindern? Also geht das überhaupt? Du hast ja gerade schon gesagt, man versucht schon die Flaschen jetzt fälschungssicherer zu machen in Zukunft. Ich glaube nicht, dass man es komplett verhindern kann. Also wie gesagt, solange das Packaging einfach mehr Wert hat als das, was drin ist, da wird es immer Leute geben, die das versuchen werden. Also ich glaube nicht, dass man es komplett verhindern kann. Also es gibt ja, wie gesagt, diese Maßnahmen, über die wir schon gesprochen haben. Aber darüber hinaus, ich glaube, Wohenwille ist, ist auch ein Weg. Und wie gesagt, die Leute reflektieren ja drauf. Wenn du mal an so einem Abend dabei warst, das ist wirklich crazy, wie die Leute abgehen. Also das ist so, oh mein Gott, mach doch jetzt die Flasche. Oh, was? Oh, wow. Großartiger Wein. Das ist so eine ganz eigene Stimmung an solchen Abenden. Also wie gesagt, not a big fan, aber das muss man mal erlebt haben. Das ist schon crazy. Und am Ende denkst du dir dann so, ja, es ist halt dann irgendwie auch nur Wein. Also beruhigt euch bitte irgendwie alle mal. Hast du dich selber dann an so einem Abend auch mal erwischt, dass du dich hast anstecken lassen von der Stimmung? Weil das ist ja manchmal so. Nee, nee. Also ich glaube, deswegen werde ich auch nicht mehr eingeladen. Nee, ich glaube wirklich, deswegen werde ich nicht mehr eingeladen, weil ich halt immer diejenige bin, die am Tisch sitzt und Dinge hinterfragt. Und wenn der Gastgeber solche Flaschen aufzieht, dann möchte er da niemanden sitzen haben, der Sachen hinterfragt. Und deswegen, also schon gut. Ich bin auch immer dankbar und alles. Also um Gottes Willen, das soll nicht undankbar klingen, ist immer ganz, ganz toll, Altflaschen verköstigen zu dürfen. Da geht es ja auch nicht um neue Jahrgänge, sondern es geht ja wirklich um gereifte Weine. Und das ist wirklich immer toll und man lernt immer was dazu. Aber ich versuche immer, so eine gewisse Objektivität zu bewahren. Das ist mir ganz, ganz wichtig. Und das ist ja auch das, was ich im Studium und so gelernt habe, wirklich Wein objektiv zu beurteilen, zu verkosten. Also sich jetzt nicht blenden lassen. Das machen dann eher so vielleicht so mein Partner zum Beispiel. Liebe Grüße gehen raus. Du lässt dich immer blenden von großen Etiketten. Fürchterlich. Und er fällt jedes Mal drauf rein. Okay, also du bist dann immer so das Kind aus dem Märchen, was sagt, der Kaiser hat gar keine Kleider an. Macht man sich auch nicht immer so richtig beliebt mit. Wir sind schon relativ am Ende dieses Podcasts angekommen. Ich habe ganz, ganz viel gelernt, auch über Wein heute. Aber ich habe ja eine Frage, die ich immer allen Gästen stelle, die das erste Mal da sind. Du hast dich ja schon eben am Anfang als Fan geoutet. Was glaubst du, warum finden Leute Verbrechen so spannend? Okay. Oder vielleicht, warum findest du es so spannend, dass du gesagt hast, ich höre so gerne Verbrechen von nebenan, ich möchte da gerne mal zu Gast sein. Also ich habe ja wirklich jede Folge gehört, manche sogar doppelt. Und ich finde einfach interessant zu verstehen, also du erklärst das ja auch immer ganz, ganz toll. Also A kann man dir unfassbar gut zuhören und du erklärst Hintergründe, versuchst das auch immer irgendwo einzuordnen. Und ich finde es, ja, ich glaube, ich finde das einfach spannend, erzählt zu bekommen, wie manche Menschen ticken und aber auch als Frau, dass man... Nicht über Gefahren aufgeklärt wird, aber doch schon, dass man irgendwie so ein bisschen wachsamer, also nicht jetzt paranoid durch die Gegend läuft, aber einfach ein bisschen wachsamer ist und vielleicht auch so ein bisschen aufgeklärt wird über Rechte und alles. Also was kann ich überhaupt machen in so einer Situation, wenn mir sowas passiert? Also ich glaube, das ist bei mir so die Faszination und ich bin aber auch generell ein riesiger Krimi-Fan und wenn das dann natürlich noch echte Geschichten sind, dann also keine Autofahrt ohne True Crime, also das geht bei mir gar nicht. Also ich suchte das dann auch acht Stunden lang durch, da wird mir auch überhaupt nicht langweilig bei. Spannend, weil das habe ich jetzt schon ganz oft von Frauen gehört, dass sie das Gefühl haben, sie sind besser vorbereitet, wenn sie 2-Plan-Podcasts hören. Das hätte ich jetzt aus meiner männlichen Sicht mir niemals denken können, aber es muss offenbar was dran sein, weil ich habe es schon von ganz vielen Frauen gehört. Finde ich spannend, aber wie du gerade gesagt hast, zu viel ist, glaube ich, auch nicht gut, wenn du dann irgendwann paranoid wirst und jedes Mal unter Slat guckst abends. Dann lieber Benjamin Blümchen mal hören. Ich höre immer Bibliotina zum Beispiel. Ja, Bibliotina ist auch gut, drei Fragezeichen natürlich. Nee, das ist mir zu creepy wieder. Das ist dir dann zu ruhig? Nee, das ist mir zu creepy. Also da bin ich raus. Aber Bibi und Tina, Bibi Blocksberg geht immer. Vorzugsweise Bibi und Tina. Sehr schön. Ey, Lu, vielen, vielen Dank. Ich danke dir, dass ich dabei sein durfte. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Und jetzt habe ich noch mehr Lust, mal wieder eine Weinverkostung zu machen. Vielleicht diesmal mit ausspucken. Mal gucken, je nachdem, wie der Bruder schmeckt. Ja. Danke für deine Zeit. Danke dir. Tschüss. Tschüss. Und für euch da draußen gibt es die nächste Folge in zwei Wochen oder jetzt schon bei RTL Plus, da kommen Verbrechen von nebenan ja immer schon alle zwei Wochen vorher raus. Ihr wisst doch Bescheid. Bis dahin. Tschüss. Verbrechen von nebenan. True Crime aus der Nachbarschaft. Mehr Infos und Fotos zu unseren Fällen.