Hallo, ich bin der Robert. Hallo, ich bin der Tom. Gemeinsam sind wir Hangweiler und Bahnfahrer. Na, heißt das. Geh bitte, was sagst du jetzt, na, heißt das? Wieso darfst nur du immer das sagen? Nein, aber ich will es vielleicht auch mal sagen. Fang mal einfach an. Ihr Zuckergorschis, einen wunderbaren Gast haben wir heute. Paula Lambert ist da, danke fürs Kommen. Ja, ich freue mich sehr, danke. Paula, du bist aus Berlin. Ja, extra für euch angekommen. Wirklich? Das ist gelogen, das ist gelogen. Nein, mein Partner, der ja auch mit im Raum sitzt und ich, wir sind große Wien-Fans. Das heißt, du bist privat hier, nicht beruflich? Nein. Also hier jetzt schon. Jetzt schon. Jetzt kann ich es absetzen. Wie hat der Tom dich überzeugt davon, dass du kommst? Er hat gesagt, du bist der charmanteste Mann, den er je kennengelernt hat. Und wenn ich herkomme und dich kennenlerne, werde ich den Wunsch entwickeln, nach Wien zu ziehen. Genau so war es. Jetzt können wir es ja sagen. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ich bin umgeben von Schand- und Lügenmäulern. Du hast einen Podcast, der außerordentlich erfolgreich ist. Worum geht es da? Es geht um schlechte Beziehungsmuster und hauptsächlich Frauen, die sich mit Männern einlassen, die...
Nicht, also es ist kompliziert in deren Beziehungen und ich versuche da Licht ins Dunkel zu bringen. Ja, aber so wie du das gerade gesagt hast, es ist schon in 80 Prozent der Fälle kann man sagen, der Mann der Arsch, oder? Nein, überhaupt nicht, nein, das kam jetzt blöd rüber. Ich habe bloß viel mehr weibliche Followerschaft als männliche und Frauen tun sich noch leichter darüber zu reden, wenn sie Beziehungsprobleme haben oder überhaupt Probleme mit ihrer Gefühlswelt. Und darum sind es halt hauptsächlich Frauen, die sich hauptsächlich mit Männern einlassen. Da könnte der Eindruck entstehen, Männer seien ein Problem, sind sie natürlich nicht. Aber geht zur Therapie. Okay. Jetzt machen wir gleich Werbung für den Podcast. Wer ist da? Der Podcast heißt Paula Liebenlernen. Das klingt so ein bisschen komisch. Eigentlich hieß er Podcast des Scheiterns. Aber das gefiel dem Vermarkter nicht so. Und dann habe ich ihn umbenannt. Und jetzt klingt es so ein bisschen, als sollte man mich lieben lernen. Ja, wir haben unseren Namen im Titel des Podcasts eigentlich auch scheiternd gleich inkludiert. Ja, vor allem wegen meinem Namen. Dein Name ist ja der Erfolgsmarke.
Nein, das ist nicht. Das ist schon lange nicht mehr. Okay, aber ich habe in deiner Insta-Bio gesehen, du nennst dich CEO of Love. Ja. Hat man da je ausgelernt eigentlich? Du gibst ja Ratschläge, ne? Mein Partner sagt regelmäßig, der Schuster hat die schlechtesten Schuhe. Ungefähr einmal am Tag. Er sitzt da und es ist kein Grinsen, es ist so ein wissendes Lächeln.
Schade, dass ihr das jetzt nicht sehen könnt. Naja, aber für andere kann ich das unheimlich gut. Boah, ich kenne das so. Wie ist das, wenn man anderen Ratschläge gibt, die man selber nicht befolgt?
Also ich befolge sie ja, nur nicht vielleicht ganz so konsequent, wie ich das von den anderen einfordere. Okay. Teilweise. Das heißt, Wasser predigen und Wein trinken? Uh, möchtest du lieber mit meinem Partner? Nein, überhaupt nicht. Ich stelle nur Fragen. Ich stelle nur Fragen und interpretiere Gesichtsausdrücke. Okay, pass auf. Wasser predigen und Wein schorle trinken. So, darauf beklären wir uns. Schorle darf man nicht sagen, nicht in Wien. Wir sagen Spritzer in Wien. Spritzer, Spritzer.
Weißer Spritzer meistens. Ja, weißer Spritzer. Aber ich finde, also das gestehe ich natürlich auch allen zu, man darf sich auch Scheiße benehmen manchmal und Fehler haben. Und wie läuft das ab? Die Leute melden sich via Mail bei dir oder rufen die an? Wie läuft das? Meistens schreiben die über Instagram TheRealPaulaLambert, falls ihr mich sucht, weil Paula Lambert ist eine 70-jährige Käsemacherin aus den USA. Das ist mir bei der Recherche aufgefallen. Ja, die kriegt auch ganz viel Mails von mir, also für mich, weil die Leute immer, ich habe so eine Gmail-Adresse, da ist Paula Lammert Mail hinten dran und die schreiben immer an Paula Lammert Gmail. Wie stellt man bei dir auch Käse? Könnte man, aber es wäre halt ein trauriges Warten auf nichts. Die macht Mozzarella hauptsächlich, falls es euch interessiert. Aber ihr wisst voneinander, also seid ihr im Austausch? Ich habe versucht, die Gegenseite nicht zu antworten. Ich sage immer, hey, du musst ein paar Mails für mich gekriegt haben, könntest du mir die einfach hierhin zurückschicken? Nee, macht sie nicht. Naja, also die melden sich meistens über Instagram und sagen, pass auf, ich habe dieses Problem. Also eindrücklich war eine junge Frau, die schrieb mir und sagte, ich habe immer so ein Problem mit Männern, die mit MA anfangen. Marcel, Mario, Manuel, wie auch immer. Und dann kommt sie und wir reden so darüber, über die problematischen Männer mit MA.
Und dann... Ist das schon so wie Sternzeichen eigentlich? So Männer, die mit M-A... Ich lasse die mal fertig erzählen und dann sage ich dir, was ich davon halte. Und dann sagt sie mittendrin, so nach einer halben Stunde, also ich stocher da ja auch im Dunkeln, es gibt nicht viel Vorgespräch oder so, also gar keins, um genau zu sein.
Dann sagt sie, ja und mit 16 habe ich Krebs bekommen und meine Mutter fand es so ekelhaft, dass sie mich immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Chemo geschickt hat. Und so, da war es das Problem. Es hatte also nichts mit den Männern zu tun, dass die mit MA anfingen. Doch, doch. MA, MA, Mama. Ja, oh mein Gott, ja. Boah, Siegul Freud, bist du es? Ja, genau. Oh, sehr gut. Siehste, das habe ich liegen lassen. Wahnsinn. Deswegen bist du hier. Wir helfen ja gerne. Gibt es auch skurrile Fälle, wo du dir denkst, das kann jetzt nicht euer Ernst sein, da verarscht mich jemand. Also es sind jetzt über 370 Folgen darum, wir reden über sechs, sieben Jahre Geschichten, aber es gab bestimmt, skurrile Fälle, die meisten sind aber eher erschütternd finde ich was ja traurig ist, wenn jemand so viel Scheiße erlebt, Das heißt keine einzige Zuschrift, wo du dir gedacht hast da verarscht dich jemand Nee, dafür ist die Not zu groß.
Spürst du eine sehr starke Nachfrage nach deiner Leistung? Ja. Das ist wie bei, wer bin ich? Spüren Sie eine starke Nachfrage nach Ihrer Leistung? Sind Sie viel gefragt? Das stimmt, ja. Bin ich ein Mann? Klick. Ja, aber wie erklärst du dir das, dass die Leute das nicht im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis oder in der Familie oder so regeln? Also weil ganz oft will man ja mit Fremden oder unter Anführungszeichen Fremden, die kennen dich, aber du kennst sie natürlich nicht, darüber sprechen. Was ist da der Reiz dran? Das ist der Reiz.
Ich will ja nichts von denen Weil Freunde sagen, wenn die den Max nicht mögen, sagen die, nee, der Max ist nicht der richtige für dich Da und da und daran merkt man das Guck mal, wie wärst du mit dem Tobi? Der Tobi ist doch viel besser Also die haben immer eine eigene Agenda und jemand, der neutral ist hat es natürlich nicht Plus, wenn du viel mit jemandem zusammen bist, passt du dich dem Menschen ja auch so ein bisschen an dann bist du so betriebsblind, Und du nimmst es weniger gut an von Freunden. Wenn du Freunde hast, die dir sagen, hör auf zu rauchen zum Beispiel, das führt wahrscheinlich zu nichts. Wenn ich dir das gleich sage, könnte das vielleicht ein anderer Geld haben. Also auch für die Katze, möchte ich jetzt mal sagen. Die Katze kriegt eine Raucherlumpe. Das könnte das Argument sein. Die hat schon Asthma. Und du bist schuld. Ja, sagen wir, wie es ist. Welche Ausbildung hast du? Was meinst du damit? Diesbezügliche Ausbildung. Ach so, Ausbildung. Ich habe Ausspielungen. Nein, tut mir leid. Ich spreche sehr undeutlich. Ja, da musst du dran arbeiten. Ja, ich muss dran arbeiten. Da haben wir drüber gesprochen. Also ich habe mal eine Coaching-Ausbildung gemacht. Ja. Aber was mir wirklich hilft, ist mein eigenes Trauma tatsächlich. Also ich habe eine richtig beschissene Kindheit. Meine Mutter ist Halbösterreicherin übrigens. Viertel Österreich.
Ja, gratuliere. So ein Grundtrauma ist da. Das war schon die Traumageschichte. Das war die Traumageschichte. Nein, und dadurch weiß ich, kann ich Dinge erspüren, weil ich das als Kind immer musste. Ich musste immer auf der Hut sein. Wie darf ich mich benehmen, damit X oder Y nicht eintritt? Und das hilft tatsächlich, weil ich, also man wird ja so empathisch als traumatisiertes Kind, weil man immer Dinge lesen muss. Den Raum vor allem, ne? Genau. Die Gefahr im Raum. Die Gefahr musst du rechtzeitig erkennen. Und dann habe ich selber massenweise Therapie gemacht. Also wirklich jahrelang. Hätte mein Partner mich vor 15 Jahren kennengelernt, wäre das noch eine ganz andere Geschichte gewesen. Ja. Okay, aber ich meine, das hört man ja relativ oft, dass Leute, die es in der Kindheit ziemlich schwer hatten, dann entweder gut helfen können oder irgendwie sehr witzig werden oder so. Genau. Hofnarr, der musste auch den Raum lesen, weil wenn der König nicht gelacht hat, dann wurde der Typ halt geköpft. Aber... Hat sich in Österreich übrigens nicht durchgesetzt. Hat sich nicht durchgesetzt? Nein, da war Österreich noch nicht einmal, also es war noch kein Kreiserreich.
Da gab es einen Hofnan, der bei einer Performance mit einem Stein den Enkelsohn des Herrschers erschlagen hat. Na, das sollen wir aber nicht. Und deswegen hat sich bei den Habsburgern das mit dem Hofnan durchgesetzt. Kommt auf den Enkelsohn an. Natürlich. Früher gab es da im Zweifelsfall viele. Wobei die Habsburger hatten ja grundsätzlich eher Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs, wie man weiß. Ja, weil die alle ihre Schwestern und Brüder und Cousinen und so geheiratet haben. Da sind ja viele im Kindbett gestorben bei den Habsburger. Ja, wenn man darauf verzichtet, dass genetische Vielfalt ein Thema ist, dann... Da stammen wir mal ein Kreis. Ja, dann wird es schwierig. In Grönland zum Beispiel wurde ankommenden Gästen als erstes die Dame des Hauses feil geboten, um genau das nämlich zu verhindern, dass man sich untereinander fortpflanzt. Ja, so viel Großzügigkeit hat Österreich da nicht besessen. Wir sind echt auch die Österreicher, vielleicht schon die Habsburger nicht.
Wir sind aber auch echt erst seit kurzem raus aus dem Dschungel irgendwie. Ich habe gestern auf Instagram eine Werbung gesehen aus den 70ern. Die Frau hat zwei Kernfragen. Erstens, was soll ich anziehen und zweitens, was soll ich kochen? Und ich habe mir so gedacht, das ist im Öffentlich-Rechtlichen gelaufen. Das war so eine Dr. Oetker-Werbung. Aber das ist eine Kernfrage. Also die Frage, was gibt es abends zu essen? Ich habe nicht gedacht, dass das so viel Raum einnimmt. Ja. Oder? Im täglichen Leben. Was gibt es abends zu essen? Ja. Jeden Tag denke ich darüber nach. Wirklich? Ja, ich habe noch zwei so Teenager, die bei mir wohnen. Das ist sehr heikel. Kochst du? Ja. Okay. Viel und gut? Also regelmäßig und gut? Also gut würde ich jetzt nicht sagen. Mein Partner kann selber Knödel und Klößchen und Kroketten machen. Das ist ein wertvolles Kiel. Eine Lobhudelei für dich, weil du jetzt zuhörst.
Nee, ich kann okay kochen. Ich bin mal Dritte beim Masterchef geworden, aber ich weiß nicht, warum. Wirklich? Kochen konnte ich nicht. Ich habe verzweifelt versucht, rauszufliegen, weil ich das Geld schon vorher bekommen habe. Ach, die überweisen davor? das ist nicht schlau. Nicht bei jeder Sender. Wir müssen uns bewerben. So können wir den Podcast finanzieren. Ja, ich mache dort meine Fischstäbchen, meine Beliebten. Selber Fischstäbchen machen ist zum Beispiel nicht so schwer. Ja, also die tiefgekühlten. Toms Partner macht übrigens ein großartiges Paprikahändl. Das stimmt. Großartiges. Das ist à la bonne heure.
Du nicht. Ich? Nein. Ich kann wunderbar bestellen, zum Beispiel im Lokal. Aber es ist halt teuer. Dann mit Teenagern, die fressen ja wie Wahnsinn. Er kann nicht einmal bestellen. Jedes Mal, wenn wir essen gehen, ein Schnitzel. Ja, aber das kann ich sehr, sehr gut. Er kann nur Schnitzel bestellen. Wir waren gestern lecker essen. Wo? Also, es klingt komisch, aber wir haben uns sehr intensiv damit auseinandergesetzt, nachdem wir einmal in Wien waren und keinen einzigen Restaurantplatz gekriegt haben, irgendwo im Sommer. Ja. Zum weißen Rauchfangkehrer. Kennst du das? Habe ich noch nie gehört. Das ist so eine Stube. Und wir haben das gefunden auf der Seite von Michelin. Aber es hat ganz normale Preise. Und es war echt lecker, muss ich sagen. Ja, wirklich schlechte Lokale gibt es in Wien kaum mehr. Naja, diese Schnitzel in da. Wo man so Burger, Schnitzel und so. Pizza und Curry. Genau.
Ich rede von Lokalen. nicht von Burgerschnitzel. Wie viele Kinder hast du? Zwei. Zwei, okay, und beide im Teenageralter? Naja, 21 und 18. Also fast schon raus. Und hast du das Gefühl, dass deine Leuten helfen Skills dich da ein bisschen durchgetragen haben oder nutzt einem das da überhaupt nichts? Nein, ich finde Kinder haben Horror. Also ich liebe die sehr und die sind auch witzig, aber ich finde nicht, dass ich so, also ich habe den, sagen wir so, die sind jetzt nicht so super ehrgeizig dem Leben gegenüber. Ich habe den so richtig pudert, den Arsch gepudert. Aber Kompensation. Weil bei Mama läuft es und dann muss ich ja auch nicht. Die sitzen immer noch zu Hause und warten, dass das Leben zu ihnen kommt. Der eine ist noch in der Schule, aber auch da. Ob der die Matura schafft, wir wissen es nicht. Du bist wirklich sehr oft in Podcasts, in Öffentlichen. Öffentlich hören die das jetzt nicht, die Arme. Doch, da reden wir ganz offen drüber. Wirklich? Ja.
Was sagen die, wenn mit 21, ich habe versucht, die Welt aus den Angeln zu reißen. Ich auch, ja. Ja, guck mal, vieles interessiert ihn nicht. Man muss dazu sagen, er hat einen Asperger-Autismus, der ist ganz besonders, der ist auch besonders clever und Und es fällt ihm sehr schwer, sich so zu strukturieren. Das fällt mir aber auch schwer. Hat er eine Inselbegabung? Ja, Sprachen. Sprachen, okay. Aber das kann man nutzen. Das brauchen wir halt nicht mehr mit KI.
Das stimmt nicht im persönlichen Umgang. Also ich habe die Erfahrung, ich spreche auch ein... Ja, Dolmetscher für ihn, dann... Sprachen sind mein Hobby. Du hast bald ein Knöpfchen im Ohr, was dir das übersetzt. Ja, aber im persönlichen Umgang, wenn jemand ein paar Worte in seiner Muttersprache hört, Ja, aber davon kann er nicht leben. Das nicht, aber... Rent a friend. Ich bin immer bei dir und sage die Dinge in Muttersprache. Warum nicht? Die Japaner machen das. Da kann man sich irgendwie einen Schauspieler mieten und der tut dann für Geld so, als wäre er dein Vater, damit du irgendwie ungeklärte Knoten lösen kannst. Ist das ein Therapieansatz, mit dem du was anfangen kannst? Ich habe einen Trailer gesehen für einen Kinofilm, wo das jemand macht. Mit wem ist das nochmal? Ich habe es vergessen. Ich weiß nur, dass Werner Herzog den Film schon davor gemacht hat, aber keiner ihn angeschaut hat, weil er sich einfach mit seiner Digitalkamera in Japan in den Park gesetzt hat. Das ist krass. Da kann man quasi simulieren, der abwesende Vater oder so taucht plötzlich wieder auf und dann hast du so eine Art regressive Phase in deinem Leben und kannst das alles nochmal durchleben.
Wie ist dir deine Karriere passiert? Genau so ist es mir tatsächlich passiert. Also ich bin gelernte Journalistin und wir springen unheimlich viel zwischen den Themen. Aber man macht nichts, ja.
Und dann habe ich mein erstes Kind bekommen. Also ich habe ganz viele Reportagen geschrieben, unter anderem für Geo und war dann auch wochenlang irgendwo in Afrika unterwegs oder mitten in Rumänien im Schnee an der ukrainischen Grenze. Und dann habe ich gemerkt, ich kann das nicht mehr wochenlang weg sein und will es auch nicht, weil Kinder haben schon ganz schön toll ist, auch wenn es echt überfordernd ist, also für mich zumindest. Und dann hat ein Freund gesagt, er hatte gerade bei GQ angefangen und sie brauchen eine Sexkolumnistin. Und dann hatte ich immer so ein Stillkissen auf dem Schoß, Baby dran und habe dann irgendwelche pornografischen Texte geschrieben, weil das konnte ich halt von zu Hause machen. Und dann habe ich übrigens mit dem Kurt, wie heißt er noch?
Molzer, auch so ein Wiener Original, muss jetzt auch 60 sein. Jedenfalls, der hat damals die männliche Sexkolumne geschrieben und nicht die weibliche.
Und dann habe ich 2010, also es war 2005 und 2010 habe ich mein erstes Buch geschrieben, weil ich gemerkt habe, als freie Journalistin muss ich mehr Standbeine haben.
Und mit dem Buch bin ich dann ins Frühstücksfernsehen gegangen zu Sat.1 und dann war ich bei Markus Lanz und dann hatte ich innerhalb von kürzester Zeit eine eigene Fernsehsendung bekommen weil denen auffiel es gibt niemanden mehr der über Sex spricht im deutschen Fernsehen und damals hatte ich einen sehr ehrgeizigen Partner, der selber ins Fernsehen wollte aber weil das bei ihm nicht geklappt hat er mich wie so eine Tennis-Mom, vorgeschoben und dann hatte ich eine Sendung und das war unheimlich merkwürdig, weil ich ja keine Ahnung davon hatte. Also von nichts, weder von Fernsehen noch von Sex, so richtig. Und musste mir das dann alles anlesen und an... Das ist spannend. Man wird zuerst Expertin und liest sich dann ein in das Thema, zu dem man Expertin ist. Ich liebe es.
Wir haben uns auch ein paar Mikros gekauft, Kamera aufgestellt. Und schon seid ihr Podcaster. Genau. Ja, so schnell geht's. Noch immer keine Ahnung vom Podcast. Es macht nichts, man wächst da rein. Aber der Vorteil, den ich habe, ist, wie wurscht mir das ist. Ja, es überrascht mich immer wieder. Wie egal mir das ist. Nur die Gäste nicht. Nein, die Gäste nicht. Aber das ist ein toller Lebenszustand. Was bist du für ein Jahrgang? 68. Ich bin ein alter Mann. Ich bin 74, bin auch eine alte Frau. Aber man kommt irgendwann in den Zustand, wo einem wirklich so vieles egal ist. Das finde ich ganz toll. Was bist du für ein Jahrgang? 89. Also 36 gerade geworden im August. Also gerade geworden. Von einem halben Jahr.
Die Zeit vergeht so schnell, wenn man ADHS hat. Ich sage es dir, das ist weg. Darum muss man jeden Tag dafür sorgen, dass man neue Sachen erlebt. Jedes Mal, wenn er mir sagt, wie alt er wirklich ist, schießt bei mir die Milch ein. Ich muss ihn zum Stillen anlegen. Ja, ja, quasi. Wahnsinn. Ich wohne aber schon nicht mehr zu Hause.
Deine Kids schon? Sind die noch bei dir? Ja, haben wir ja gesprochen vorhin. Ja, ja, aber so. Du passt überhaupt nicht auf. Ich passe auf, aber... Wir haben sogar über die Antriebslosigkeit gesprochen. Ja, ich weiß. Okay, gut. Macht er nicht Nein, die wohnen noch zu Hause Jeder in seinem Zimmer Aber ja, genau Es werden auch immer eher mehr als weniger Kinder Die bringen dann so Leute mit Und die wohnen dann auch da Ach so, die Freunde? Ja, und Freundinnen Das stört dich nicht? Also es hat so praktische Aspekte, weil ich noch zwei große Hunde habe und zwei Katzen und ich kann halt wegfahren und weiß, irgendjemand wird sich in irgendeiner Form drum kümmern.
Aber nee, nee, ja, stört mich das? Ich weiß nicht. Manchmal ja, manchmal nein. Definiere großer Hund. 40 Kilo das Stück. Mischlinge? Ja. Weißt du in etwa? Ja, nee, ganz genau. Also so Mischling, ich habe mich jetzt versucht, besser zu verkaufen, als ich bin. Mischling, klingt so nach Tierheim, sind aber in der Tat welche vom Züchter. Goldendoodles, aber weil ich die Ersttherapiehunde brauchte für mein autistisches Kind. Okay. Also ich wollte auf Nummer sicher gehen, dass das wirklich eine Bank ist. Ist es auch. Also die sind top, die Hunde, aber anstrengend. Also ich habe, es ist schon viel Arbeit mit den Hunden. Ja. Ich gehe gerne spazieren, aber es gibt Leute auch in diesem Raum, die nicht so gerne spazieren gehen, zum Beispiel. Auch nicht durch die Wiener Innenstadt? Ja doch, aber das mit den Hunden. Ich finde, Tiere gehören in die Freiheit, aufs Land, darum fahre ich mit denen raus.
Du bist Wien-Fan, hast du vorhin gesagt. Ist Wien eine Option für dich, um hier zu leben? Oder ist dein Leben in Berlin viel zu verhaftet. Also, ich finde Wien ist viel schöner und sauberer und ordentlicher. Aber es gibt auch weniger Optionen, Dinge zu erleben. Und wenn man Berlin gewohnt ist, ich wohne da seit 94, dann frisst sich das schon ganz schön rein. Und dann kommt einem alles andere sehr klein und auch ein bisschen langweilig. Wo bist du aufgewachsen? In Bonn. Wow. Als es noch Hauptstadt war. Bonn. Ich war ein einziges Mal in Bonn und war überrascht, dass dort überhaupt Menschen auf der Straße ergehen. Ja, tote Hose. Wahnsinn. Aber war das damals, als es Bundeshauptstadt war, auch schon so, dass dann nichts los war, außer Regierung? Ja. Aber warum mache ich das? Aber ich war Kind, als Kind, oder als Teenager speziell, du kannst halt, selbst wenn du noch so besoffen bist, von der einen Stadtseite zur anderen gehen, ohne Probleme. Und dann bist du da, das ist super gewesen. Aber das ist natürlich auch praktisch jetzt aus Diktatorensicht, wenn ich eine Regierung irgendwo hinmache, wo keine Leute sind, dann müssen die zum Demonstrieren anreisen. Ja, und die finden keine Unterkunft, weil es nicht nur Hotels gibt. Ja, stimmt.
Die Motivation von einer Seite von Bonn zur anderen zu gehen ist aber... Ja, wenn dort etwas ist, was ich will. Naja, da gibt es nichts, was du wollen würdest. Der Rhein, das ist schon ganz schön. Ja, dann habe ich Köln auch. Aber hat das nicht irgendwie... Köln ist so hässlich, finde ich. Findest du? Ja, also Köln finde ich richtig hässlich. Von der Stimmung her, ja, aber optisch, das Auge ist ja auch mit. Köln ist ja eine Stadt, die für einen Österreicher leicht zu dechiffrieren ist. Denn der Dom ist in der Mitte, es gibt einen Ring, um den Ring gibt es einen Gürtel und es gibt sogar eine Südstadt, genauso wie in Wien. Und alles, was rechts vom Rhein ist, ist blöd. Blöd, das hast du jetzt gesagt. Schelsig, die falsche Seite.
Das kommt drauf an, auf welche Seite man aufregst. Das stimmt. Aber als Innenstädter ist die andere Seite pfui. Das ist in Bonn aber auch so. Ja, aber wenn interessiert, was Bonner sagen. Ja, aber weil wir vorher über Berlin gesprochen haben. Ich meine, ist es nicht ab irgendeiner Lebensphase auch ganz angenehm? Also ich finde es ganz angenehm, dass ich die Möglichkeiten nicht habe, die ich in Berlin die ganze Zeit hätte. Weil wenn du in Wien irgendwie um 10 Uhr vormittags am Sonntag irgendwie auf Kokain, auf einer Sexparty auf irgendeinem Schiff sein willst, das kannst du hier halt nicht. Dort hat man halt die Qual der Wahl, auf welche der zwölf Partys ich gehen soll. Und zwar rund um die Uhr an jedem Tag. Genau, ja. Würde mich wahnsinnig machen. Also es ist ja nicht so, als würde ich das nutzen, aber ich könnte. Und das könnte, das ist gut. Ich sitze die ganze Zeit in meinem kleinen Stadtviertel und mache relativ wenig, weil beruflich halt so viel Hektik ist. Ja, man könnte aber. Da ist mir wichtiger, dass ich zehn Lokale zur Auswahl habe, wo man gescheites Gulasch spricht.
Sex Party auf einem Boot. Das ist Berlin. Aber du bist schon im Gulasch-Alter und er ist noch beim Sex-Party-Alter. Ich bin im Gulasch-Alter geboren. Ich hätte Gulasch immer vorgezogen. Ich kann nicht mehr weiter. Mit mir hättest kein Leiberl mit deinem Podcast. Ich wollte gerade sagen. Perfektes Match heute. Du müsstest einen Gulasch-Podcast machen, dann würde es mich interessieren. Ja, aber wie viele Varianten von Gulasch gibt es? Nicht so viele. Oh, ja, ja, ja. Jetzt wären wir aber persönlich. Jetzt wären wir aber persönlich. Na, pack aus. Entschuldige bitte. Nein, es gibt, du hast keine Ahnung, wie viele Arten von Gulasch, welche Zubereitungsmöglichkeiten es gibt. Nein, also... Ich mache ein sehr gutes Gulasch übrigens. Ich habe nur gehört, dass das Sacher-Gulasch, da muss man erst die Zwiebeln so richtig matschig dünsten und dann gibt man das Fleisch da rein, ohne es anzubraten und kocht es einfach mit im Original-Sacher-Rezept.
Sacher wissen aber auch nicht, wovon Sie nennen. Nein, es ist alles so schwierig. Wenn man mit einem Deutschen über Gulasch reden muss, dann wird es schwierig. Reden wir von was anderem, bevor ich Hunger komme. Ja, aber was ist das? Okay, da lebst du, hier bist du gerne. Was sind so deine Destinationen, wo du dich entspannen kannst? Ich bin auch noch woanders gerne. Du bist auch noch woanders gerne.
Aber ich war jetzt wirklich, ich glaube in den letzten zwei Jahren, bestimmt achtmal in Wien oder so. Also das hat sich schon geholfen. Ich weiß überhaupt nicht, warum, aber es war so Zufall. Ich bin, keine Ahnung, wir versuchen seit zwei Jahren nach Mallorca zu fahren, fliegen, es klappt nicht. Was ist dort? Mein Partner war noch nie da und ich finde es unheimlich schön, das Meer ist sehr schön. Ich bin gerne in Griechenland, weil ich gerne Schafkäse esse und ich bin überall gerne. Aber am liebsten bin ich zu Hause. Du bist sogar in Wien schon aufgetreten. Ja, das stimmt. Ja, kommst du wieder? Ich komme wieder, aber erst Anfang 27. Okay, das werden wir dann kommunizieren. Danke. Oder die Leute sollen sich selber aussehen. Ja, eben googelt es halt. Ich meine, es ist jetzt nicht so schwer. Gib einen da ins Internet, Paula Lambert und da ist es. Und Wien. Und Wien, ja. In Ewigkeit. Hast du viele Auftritte in Deutschland? Bei der Tour? Ja. Ich glaube 19 Stück oder so. Also schon viel. Wie kann man sich das vorstellen, deine Live-Show? Was passiert da? Also, da ich das Programm noch nicht geschrieben habe, das ist eine schwierige Frage. Aber grundsätzlich. Also in meiner Traumversion wäre es so eine Mischung aus Musical, Psycho-Entertainment, Comedy-Show und Live-Coaching. Was?
Fängst du dann an zu singen oder was? Musiker? Ich sag ja nur, in meiner Fantasie, ich kann nicht singen und nicht tanzen. Vielleicht ist da jemand noch nicht ganz austherapiert. Aber stell dir vor, wie schön das wäre. Weil Singen und Tanzen macht die Leute nachweislich glücklicher als Psychopharmakaneben. Das wäre eigentlich nur konsequent. Aber ich kann weder singen noch tanzen. Zumindest nicht vernünftig. Und darum wird es wahrscheinlich... Wird eine Lesung? Nein. Also der erste Teil ist immer Comedyhaft. So Psycho-Entertainment. Und der zweite ist meistens ein bisschen deeper, da können die Leute auch Fragen stellen. Das ist zum ersten Mal in meinem Leben, dass ich das Wort Psycho-Entertainment gehört habe. Ja, ich habe das zusammengebastelt, weil es so schwer zu beschreiben ist. Also du lernst ja was bei meinen Shows über dich und über das Leben, aber es ist auch Entertainment, damit es nicht zu schwer wird. Ah ja, okay. Psycho-Entertainment, Musical, Okay, was noch? Comedy. Goldendoodle, die durch Ringe springen. Oh, die haben beide Arthrose, das wird schwierig.
Die sind schon alt. Die armen Viecher. Die sind schon zwölf und elf. Was soll ich machen? Die Katzen könnten das vielleicht machen. Also die eine Katze. Ja, aber die hören ja nicht. Die machen ja nicht, was man will. Ach doch, die können auch apportieren. Mein Kater konnte das auch. Der konnte vieles.
Also manche sind dafür begabt und manche nicht. Mein Mann ist mit einem Hund aufgewachsen. Ja, da hat er sich's abgeschaut. Er hat viel gelernt. Haben auch gemeinsam im Körbchen geschlafen. Ja, schön, oder? Ja. Vielen herzlichen Dank, Paula. Was, das war's schon? Schmerzlos. Was? Ja, wir plaudern. Aber wir haben doch noch gar nicht angefangen. Ich will aber noch bleiben. Ja, dann bleibst du. Da kommt dann gleich noch jemand. Erzähl ich da dazu. Erzähl. Nein, ist okay. Na gut, danke, dass ich da sein durfte. Wir haben zu danken. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Themen in einer Podcast-Folge angerissen. Siehst du? Fischstäbchen, Gulasch. Und nichts richtig besprochen. Ja, genau. Wir wollen ja den Leuten Bock machen auf die Gäste, damit die dann das auch weiterverfolgen. Wenn wir jetzt deine ganze Lebensgeschichte hier bei uns hören, dann folgen die ja nicht. Ja, okay.