Hallo, ich bin der Robert. Hallo, ich bin der Tom. Und gemeinsam sind wir Hangbauer und Palfräder. No Westen. Ihr Zucker-Goshis, heute haben wir einen außergewöhnlichen Gast. Die mir völlig unbekannte, privat vor allem, Johanna Grillmeier, Buchautorin. Hallo, servus. Hallo. Das habe ich nicht gewusst. Ja, wir machen das Kleber. Ja, dann fang mal an. Genau, also Johanna und ich haben jahrelang für dieselbe Firma gearbeitet, für die du immer noch arbeitest, ich nicht mehr, für den ORF. Daher kennen wir uns. Mittlerweile bist du berühmte Autorin, ich völlig unberühmter Podcaster. Und wir haben uns gedacht, jetzt catchen wir mal ab und schauen, wie es einander so geht. Danke, dass du mich berühmt nennst. Ja, absolut. Zur Erklärung für alle, die dich nicht kennen, wo im ORF arbeitest du und was machst du dort? Ich arbeite in der Religionsabteilung, eigentlich heißt sie Religion und Ethik und ich bin für die Website zuständig. Ich betreue religion.orf.at. Bist du selber religiös?

Nein. Nein, das beruhigt mich jetzt sehr, weil sonst wäre das ein seltsames Schiff. Es ist keine Voraussetzung für die Arbeit. Nein, das ist ja auch Ethik nicht. Nein, weil sonst wird es bei ihm jetzt gerade offene Türen ein. Nein, Religion ist ja an sich ein wahnsinnig interessantes Konstrukt, wie man sich die Welt erklärt. Und ich habe ja auch nichts dagegen, wenn jemand glaubt. Das ist nett. Nein, ernsthaft. Wenn es jemandem hilft, ich habe nur ein Problem damit, wenn man die Deutungshoheit delegiert. Ja, verstehe ich. Weil die glauben dann immer, Regeln ableiten zu können. Ja, nein, wir versuchen natürlich objektiv zu sein in der Berichterstattung. Wir haben auch zum Beispiel Berichterstattung über Atheismus. Hatten wir gerade, das ist jetzt gerade aktuell auf der Seite, Denn gestern war der Welt-Atheisten-Tag. Das weiß ich gar nicht. Ich habe mir einen hohen Feiertag versorgt. Nächstes Jahr kommt wieder einer. Ja, also wir bemühen uns da natürlich schon, einen Schritt zurückzutreten und mit Respekt und aber auch Abstand zu berichten. Über alle relevanten Themen, möglichst aller Religions- und Glaubensgemeinschaften. Da kann ich mir natürlich vorstellen, dass man sich, wurscht was man schreibt, irgendwo unbeliebt macht. Ja, das kommt vor.

Kriegst du viel Feedback, also gerade von den Usern? Ja, schon. Positives und negatives. Weil die natürlich vielleicht auch, also gerade wenn ich jetzt Anhänger von einer Religion bin, dann sehe ich das ja auch als die Wahrheit an vielleicht und nicht nur als eine Meinung. Und da kann ich mir vorstellen, dass man das dann aufstößt, wenn über eine andere Religion berichtet wird, als könnte das ja auch sein. Weniger, muss ich ehrlich sagen. Ich glaube, dass die meisten religiösen Menschen eher reflektiert sind. Okay, wirklich? Ich empfinde, also ich habe es so erlebt, dass die wirklich fiesen Mails und die unfairen Vorwürfe tendenziell sogar von Leuten kommen, die damit gar nichts am Hut haben, die sich um ganz andere Dinge sorgen wie Menschen, Was passiert mit Österreich, werden wir zu etwas, das vielleicht viele hier nicht wollen. Okay. Mit einem Wort aus dem rechten Eck. Das überrascht mich jetzt sehr. Es gibt schon auch, es gibt auch viele inhaltliche Kritik, wenn wir jemanden falsch, zum Beispiel eine falsche Gemeinde genannt haben oder so, aber das sind dann ja Fakten.

Ansonsten ist es viel Ideologie. Ja. Ja, und insbesondere Dinge, die auf der blauen Seite aufschlagen, auf der Staatsseite, werden sehr genau beäugt, was sich auf unserer kleinen Religionsseite abspielt, weniger. Wie darf man sich das vorstellen? Wenn ich eine Geschichte habe oder eine meiner Kolleginnen eine schreibt und die wird auf der blauen Seite groß verlinkt, auf der Staatsseite, dann hat das entsprechend mehr Zugriffe, viel, viel mehr Menschen lesen das. Logisch. Und auch vielleicht Menschen, die sich eben halt nicht so sehr mit Religion auseinandersetzen oder auch mit ethischen Themen nicht so sehr auseinandersetzen, die dann auch finden, das hat da nichts verloren. Will auch gar nicht, dass da über Religion berichtet wird oder über diese Religion. Ich möchte das nicht, also hat der ORF das nicht. Ja, da kann man natürlich sagen, da klicken sie nicht drauf. Für einen Atheisten kann ich mir schon vorstellen, dass der irritiert ist. Okay, warum wird darüber berichtet? Aber ich sehe das selbst als Hardcore-Atheist, der ich bin. Schreibst du da Briefe, Robert? Nein, im Gegenteil. Briefe bekommen wir nur sehr selten. Ja, schade eigentlich. Ja, schon. Ja, weil da haben sich die Leute noch Mühe gegeben. Also einen Brief würde ich auch viel, viel eher lesen und lieber lesen, als jetzt ein Mail, das schneller mal irgendwo hingefetzt ist. Ja, kommt drauf an, was drittstück. Weil wenn ich mir die Mühe mache, dass ich mir da einen Zettel hernehme oder wie du immer sagst, einen dünnen Amazon-Karton.

Und dann irgendwie den frankiere und so. Also dann muss man sich schon auch die Mühe machen, den zu lesen, finde ich. Ja, ich mache mir auch die Mühe, alle E-Mails zu beantworten. Ja, wenn sie nicht total beleidigend ein Personamt zum Beispiel sind, beantworten wir alle Mails. Das heißt, du persönlich wirst auch angegriffen? Kommt vor. Wirklich? Ja. Das ist seltsam. Aber nicht sehr oft. Also ich kann mir vorstellen, dass andere Menschen bei großen Medien da mehr bekommen. und sogar zu den Büchern, bekomme ich mittlerweile recht viel Feedback. Was für eine elegante Überleitung. Lass uns darüber reden, liebe Johanna. Du hast drei Bücher geschrieben. Eine Trilogie. Genau. Du uns mal kurz ein bisschen durchführen, um was es geht und so, weil wir sind ja beide illiterate. Ihr habt es nicht gelesen. Oh ja, natürlich, wir haben die Klappe gelesen. Ah, die Klappe, okay.

Ja, also eine Trilogie. Das erste heißt That's Life in Dystopias. Spielt in Österreich. Ähm... Genau gesagt in Niederösterreich am Anfang. Es geschieht eine nicht erklärte Katastrophe, die Welt umspannend die meisten Menschen vernichtet. Die wenigen Überlebenden raufen sich zusammen oder finden sich zusammen zu kleineren Gruppen, aber es sind wirklich sehr wenige Überlebende. Und die Gruppe, die ich hier verfolge, zumindest am Anfang ausschließlich, besteht aus sechs Männern und zwei Frauen, die sich in einem Hotel Unterschlupf finden in Niederösterreich. Und die müssen quasi die Zivilisation im bescheidenen Rahmen ihrer Möglichkeiten wieder aufbauen. Nicht sie allein, es finden sich dann schon auch andere Menschen und im Laufe des zweiten und dritten Teils wird das auch wieder größer. Es gibt dann ein Dorf, eine Ortschaft, es gibt dann auch wieder bescheidenen Verkehr eher mit Zügen. Das ist auch schon ein Spoiler eigentlich. Ja, gut.

Und man setzt sich sehr viel damit auseinander, wie können wir ja jetzt natürlich weiterleben. Woher nehmen wir Lebensmittel? Woher nehmen wir Kleidung? Es wird ja alles relativ rasch schlecht.

Aber auch und vor allem, wie setzen wir uns miteinander auseinander? Wie wollen wir weiterleben? Und wie gehen wir damit um, dass es Menschen gibt, die ganz andere Vorstellungen davon haben, was ein gutes Leben ist, nämlich andere töten und ihnen alles wegnehmen? Das ist ja nämlich eh auch so ein Punkt. Entschuldige, ganz kurz. Ich denke mal, dass immer, wenn Leute so horder werden und so anfangen zu sammeln, ihre Dosen. Prepper. Prepper, in Wahrheit sammelst du ja nur für den Stärksten in der Umgebung. Der dich dann umbringt und deine Vorräte. Der sagt dir dann danke fürs Sammeln, aber wenn du Nahkampf nicht beherrschst, dann gehst du halt einfach... Stimmt, Nahkampf ist wichtig.

Das Erste, was mir eingefallen ist, diese Bücher für alle Prepper, eine Buchempfehlung. Absolut. Für alle, die damit rechnen, dass die Apokalypse... Naja, es wird ja auch schon wahrscheinlicher, nicht? Ich glaube, das beschäftigt tatsächlich viele Menschen. Natürlich. Also ich bekomme ganz oft die Rückmeldung, das, über das habe ich auch schon viel nachgedacht und ich würde mir, ich stelle mir vor, wie könnte ich da überleben, hätte ich irgendwelche Skills dafür oder würde ich gleich sterben? Also ich glaube, es beschäftigt viele und es interessiert dann auch viele Menschen. Das ist ja auch, ich meine, wir sind ja jetzt gerade auch gezwungenermaßen in dem Thema drinnen, Militär gibt es eine Wehrpflicht, muss man sich militärisch irgendwie ausbilden als junger Mensch und so. Und ich habe jetzt letztens mit einem Soldaten gesprochen, der gesagt hat, naja, aber das ist ja das sicherste überhaupt, wenn du diese Ausbildung hast. Also die sehen das wieder komplett von der anderen Seite, wo ich sage, ich mag mit Krieg und mit Kämpfen nichts zu tun haben. Ja eh, aber die Frage wird mir nicht gestellt dann.

Wenn kämpft wird, wird kämpft. Und wenn du es kannst, dann darfst du halt leben. Die Frage, wie weit kann ich auf Frieden hoffen, ohne Verteidigung vorzubereiten. Das ist eh eine ganz alte Frage. Das heißt, du bist da voll im mega existenziellen Fragen drin. Ja. Schon, ja. Und meine Protagonistin, also meine Hauptfigur ist eine Frau, sie heißt Jola, die ist tatsächlich sehr gut in der Lage, auf sich aufzupassen, kein Gutschießen, sich wehren. Das hat sie gelernt, das musste sie lernen. Es gibt Kämpfe, es gibt Auseinandersetzungen mit feindlichen Gruppen. Wann spielt das Buch? In einer nahen Zukunft? Nein, eigentlich ist es jetzt mittlerweile schon die Vergangenheit. Es beginnt im Juli 2019. Ich hole mich eh demnächst mal ein.

Ja, also tatsächlich habe ich es da halt angefangen zu schreiben und am Ende sind wir glaube ich jetzt im Jahr 28 okay.

Wann bist du auf die Idee gekommen, diese Trilogie zu schreiben? Sie zu schreiben, wahrscheinlich wirklich im Jahr 2019, wo ich irgendwie das Gefühl hatte, ich habe jetzt mal Zeit für so Scherze. Also meine Kinder waren aus dem Gröbsten heraus, wie man so schön sagt. Und ich hatte ein bisschen Energie und ein bisschen Zeit und habe angefangen, irgendwas zu schreiben. Und nachdem das eine Sache oder eine Thematik ist, die mich wirklich schon sehr lang beschäftigt und verfolgt, habe ich mit dem angefangen. Dann habe ich gedacht, probier das mal. Da fällt mir viel ein. Und tatsächlich ist es dann ein Roman geworden. Und nach dem Roman hat die Geschichte nicht aufhören wollen. Und dann habe ich den zweiten geschrieben. Und ja, mittlerweile habe ich drei. Das heißt, es war nicht von Anfang an als Trilogie konzipiert? Nein, das war ja nicht einmal als Roman geplant. Es war nur zum Ausprobieren für mich. Und weil mir das Spaß gemacht hat. Und das haben dann Leute gelesen und juhu. Das haben dann Leute gelesen, die es nicht aus konnten. mein Mann, meine beste Freundin und so, die mussten, die wurden damit dann beglückt, aber die haben dann doch auch irgendwie gesagt, ja, schon spannend, das ist gut, gib mir mehr, hast noch ein Kapitel und so. Und dann dachte ich, aha, vielleicht kann man damit doch zu einem Verlag gehen, an die Öffentlichkeit gehen und ja, das hat funktioniert. Ich bin bei Mürri Salzmann, das ist ein Salzburger Verlag, ein sehr guter, aufstrebender Verlag.

Ja, und das macht Spaß. Sagen wir vielleicht die Titel noch, damit die Leute das auch bestellen können jetzt, wenn sie das hören. Ja, That's Life in Dystopia ist 2023 erschienen. Das ist der erste Teil. Der zweite heißt Ein sicherer Ort, ist im Jahr darauf erschienen und Ein guter Mann ist jetzt der dritte, der ist vergangenen Herbst erschienen. Ist die Geschichte für dich damit auserzählt oder kann es sein, dass du noch einen Teil schreibst? Schwer zu sagen. Also auserzählt wird sie, glaube ich, für mich nie sein. Also das geht irgendwie weiter. Ob es einen weiteren Band geben wird, das hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem, ob jemand Lust hat, es zu verlegen. Okay, das heißt, falls ihr das unterstützen wollt, da gibt es drei Bücher.

Vielleicht gibt es dann sogar ein viertes. Schauen wir mal. Schauen wir mal. Gibt es eine andere Geschichte, die dich auch noch interessieren würde? Hast du eine Idee für einen Roman? Das sage ich nicht. Das sagst du eigentlich nicht. Nein, ich habe wirklich viele Ideen. Manches wird dann auch etwas Kürzeres. Ich schreibe ja auch kürzere Texte. Gelegentlich wird auch etwas veröffentlicht in Zeitschriften. Oder Rezensionen schreibe ich auch. Aber große Romanideen. Man muss erst mal schauen, was wird. Wie viel ist da drin? Manche Dinge fühlen sich vielleicht an wie ein Roman und sind aber eine Kurzgeschichte. oder umgekehrt, da muss man experimentieren. Aber inwiefern, also ich stelle mir das ganz schwer vor, wenn dein Dayjob es ist, zu schreiben. Wie ist das dann der Ausgleich? Wie kann ich mir das vorstellen? Das Schreiben ist ja nur die Technik, also das Dibseln. Das Denken ist ein anderes. Ja, natürlich, völlig anders. Im Journalismus sollte man sich ja an Fakten halten. Und nicht, was man so im Kopf herumschwirren hat. Müssen wir. Außer man ist beim News. Dazu sage ich sicher nicht.

Aber hier, da bin ich frei, da kann ich spielen. Da kann mir alles Mögliche passieren. Auch während des Schreibens noch entstehen manchmal Dinge, mit denen ich nicht gerechnet habe. Gehst du gerne raus vor die Tür? Ja. Entschuldige, das ist doch eine seltsame Frage. Ich möchte dich entschuldigen. Macht nichts, kein Problem. Schreiben und so? Ich schreibe auch gerne. Ja, aber zum Beispiel die Jelinek nicht. Ja, wir sind nicht alle gleich. Ihr seid nicht alle gleich. Ich vergleiche mich jetzt sicher nicht mit Jelinek. Aber ja, ich gehe oft und gerne vor die Tür. Ich mache auch Sport und so weiter. Also treffe Freundinnen, Freunde. Und als Mutter zweier Kinder bleibt dir oft gar nichts anderes über, als vor die Tür zu gehen. Ja, es geht nicht anders. Man muss die Kinder einsperren und sagen, ah, bleibt ihr da. Wie alt sind die beiden, darf man sagen? Eigentlich habe ich drei. Ich bin Stiefmutter einer 30-jährigen wunderbaren Frau und Mutter einer 25-jährigen und einer 17-jährigen. Also ganz so klein. Ich muss sie nicht mehr einsperren, wenn ich was unternehmen will. Kein Typ dabei. Drei Frauen? Drei Töchter. Sehr super. Ich habe ihnen den ersten Teil gewidmet. Das ist cool. Schön. Schön.

Wenn du sagst, du hast eine Idee für weitere Projekte, könntest du dir auch vorstellen, einen Film zu schreiben, Drehbücher zu schreiben? Ja, ich müsste wahrscheinlich mir das Handwerkszeug aneignen, weil ich glaube, das kann man nicht einfach so schnell mal ein Drehbuch schreiben, da gibt es ja Regeln und Abblende und Dinge und so. Aber ja, das würde mir sicher auch Spaß machen. Könnt ihr es mir vorstellen. Ja, weil der Herr Balfrader... Also, planst du einen? Nein, ich habe keine Zeit, ich bin müde. Ich will eigentlich nur mal schlafen. Ich freue mich schon so, wenn ich tot bin.

Das ist mal so lang. Darauf würde ich nicht hoffen. Ja, ist das herrlich. Ich habe nie wieder aufstehen müssen. Nie wieder aufstehen können. Ja, immer furcht. Ich bin zu müde. Wobei du da ja dann den Überblick hast, zwischen den verschiedenen Äh, Gesinnungen. Welche ist die coolste Religion, was den Tod angeht? Welche hat das beste Angebot? Das kann ich... Oder für dich natürlich. Das finde ich wirklich sehr schwer zu sagen. Aber irgendjemand sehr intelligenter, und ich habe vergessen, wer, hat mal gesagt, es wäre gut, wenn man das wirklich ernst nimmt mit der Nachwelt, sich die allerstrengste Religion anzueignen, damit das Schlimmstmögliche nicht passieren kann. Also die ärgste Religion sozusagen. Und das sind wahrscheinlich eh die katholischen. Mit Fegefeuer und Hölle. Ja, aber das Fegefeuer gibt es ja nicht mehr. Ah, das ist ja abgeschafft. Ja, das ist abgeschafft. Die Hölle spielt auch nicht mehr so eine Rolle wie früher. Limbus ist abgeschafft. Limbus abschaffen. Dann abschaffen. Und dann der reistest Geschmacks. Die offizielle Stellungnahme des Vatikans damals war, reingelegt.

Nein, reingelegt. Hedgepedge. Gibt's gar nicht. Hedgepedge. Wir haben euch reingelegt, es gibt kein Fegefrühe. Ich glaube, das Leerschreiben war wahrscheinlich ein bisschen formaler. Vermutlich, ja. Das kann man so nicht, leider. Das ist wirklich Geschmackssache. Sonst irgendwelche, wo man sagen kann, die haben irgendein Feature... Das für sie spricht? Naja, ich als Frau würde wahrscheinlich doch sagen, eine Religion, die Frauen und Männer oder alle Geschlechter wirklich gleichstellt, würde mir wahrscheinlich zusagen. Die Bahá'í zum Beispiel, wenig bekannt, aber eine Weltreligion.

Ja, sonst die protestantischen Kirchen, also die haben ja jetzt schon Bischöfinnen. Wir haben in Österreich zwei Bischöfinnen übrigens zu diesem Zeitpunkt. Also da das könnte man schon ansetzen. In meinen Romanen habe ich mich allerdings eher wenig mit Religion beschäftigt. Sind die, ohne jetzt spoilern zu wollen, man muss ja vorsichtig sein, die Leute sollen es ja lesen. Ja, unbedingt. Ja. Spielt der Religion für sie keine Rolle mehr? Ist der Zusammenbruch der Zivilisation quasi dann auch das Abfallen von Gott? Naja, das sind ja nicht alle Menschen, die übrig sind, denen ich da folge, deren Geschichte ich erzähle, sondern das ist eine Gruppe. Und diese Gruppe ähnelt in gewisser Hinsicht doch Menschen mit meinem gesellschaftlichen Hintergrund, weil davon verstehe ich was, die verstehe ich und da kann ich mehr darüber erzählen. Und diese Kreise sind meistens aufgeklärt, weit weg von einer konservativen Religiosität. Aber es gibt immer wieder das Thema zum Beispiel, feiern wir Weihnachten mit den Kindern. Sie haben nämlich auch relativ bald Kinder, sogar viele, weil Verhütungsmittel sind Geschichte. Das beschäftigt sie wesentlich mehr übrigens.

Und solche Dinge. Man könnte natürlich sicher, und es gibt sie auch in einer so dystopischen Erzählung, irgendwas von neuen Religionen, von Gurus, von apokalyptischen, weiß nicht was, erzählen, aber das hat mich nicht interessiert. Das wollte ich da nicht drin haben. Also ich frage mich ja, wenn ich über Religionen nachdenke, immer, bis zu welchem Punkt hat das funktioniert oder hätte das funktioniert, dass einer gesagt hat, ich war am Berg, Und mir hat er das gesagt? Schwöre. Weißt du, ich meine, glaubst du, wäre... Naja, es funktioniert noch immer. Es funktioniert noch immer? Natürlich. Ja, schon. Aber wenn ich heute sage, dann werde ich eingeliefert. Naja, Scientology ist eine relativ... Das ist auch nicht so alt.

Es hilft sich ja, wenn du dich unter das Dach einer schon vorhandenen begibst. Aber Scientology ist ja... Science-Fiction, das ist ja unfassbar. Die Mormonen sind eine christliche Kirche. Oder verstehen sich ja solche. Sie haben halt einen extra biblischen Text, der ihnen von einem Engel gebracht worden ist. Im 19. Jahrhundert. Aber so ist es in Zeiten von Social Media. Weil du gefragt hast, ein Typ gesagt. Er hat gesagt, übrigens, ich war in der Wüste, ich habe einen Kopf angehaut, mir ist ein Engel erschienen und er hat mir dieses Buch gebracht. Und deswegen sind wir jetzt etwas anders als die anderen. Und das haben sie eben geglaubt. Also damals hat das nur funktioniert. Man müsste es halt probieren. Wobei diese Osho, diese Sekte da in Amerika mit diesen Orangenen, ich weiß nicht, ob das dir was sein? Wilscht. Ich verhinde mich gerade. Orange ist gut. In meiner Kindheit hat es diese Sung-Sekte in Korea. Moon? Moon, ja. Nein, die heißen jetzt Vereinigungskirche. Das waren die mit dem Heiraten. Mit dem Massenheirat. Die heißen jetzt Vereinigungskirche.

Die ist auch relativ neu. Wie gesagt, es funktioniert heute noch. Die Faszination von Religion hat auch bei euch atheistischen Menschen nicht ganz nachgelassen, stelle ich fest. Überhaupt nicht. Man kann sich da so den Kopf drüber zermatern. Also du bist auf jeden Fall da in einem Thema drin, dass es bis zum Schluss geben wird. Ja, sicher. Hast du mit Verschwörungstheoretikern dann auch zu tun? Du meinst persönlich? Ja, die dich kontaktieren. und das muss man ja alles hinterfragen. Ja, sicher. Aber das trifft, glaube ich, alle. Nicht nur uns da jetzt im Religionsbereich. Nein, das glaube ich auch nicht. Aber interessant, dass du das ausgeblendet hast in deinen Büchern, weil du wärst so nah dran gewesen an dem Thema. Wie gesagt, ich habe es nicht ausgeblendet. Es gibt schon Überlegungen. Aber so, wie ich diese Personen einschätze, sind am Anfang die meisten ganz jung. Die sind so Anfang 20. Und kommen aus einem städtischen, bürgerlichen Raum, die meisten. Ich glaube, das ist dann einfach nicht so ein Thema. Aber vielleicht irre ich mich ja, vielleicht müsste es eigentlich vorkommen, aber andere AutorInnen würden das ganz anders angehen. Na gut, das kann ja in Teil 4, 5. Mich interessieren einfach andere Dinge. Mich interessiert, wie gehen wir um mit Gewalt, wie gehen wir um mit Sexualität, Mann-Frau-Ding, da sind auch Liebesgeschichten drinnen, zwei.

Wie erhalten wir die Demokratie und sorgen dafür, dass nicht das Recht des Stärkeren wiederkommt. Aber ich habe auch versucht, dass es spannend ist. Das soll jetzt alles nicht so super theoretisch und moralisch klingen. Wenn es nur drei Leute gewesen wären, wäre es eine super Demokratie, weil du hast sofort eine Zweidrittel. Stimmt.

Zwei Männer, eine Frau. Das ist sofort klar. Im zweiten Teil, den ich jetzt... Im zweiten Teil reisen tatsächlich einige extra nach Wien, weil sie glauben, dass sie dort die wichtigsten Gesetzestexte finden. Das auch. Aber auch, um die Verfassung zu finden und so weiter, damit man sich nicht alles wieder neu ausdenken muss und streiten muss. Nur müssen wir alle Fehler neu einmal draufkommen. Aber ich habe auch hier mehrere, eigentlich zwei Familien, die sozusagen.

Eine Abkehr vollzogen haben von der monogamen Ehe hin zu einer eher polyamoren Situation. Das könnte vielleicht auch Menschen interessieren. Und hat wiederum dann auch wieder wenig mit, obwohl es gibt natürlich Religionen auch, die das haben. Aber die haben fast immer Polyandrie, sprich ein Mann hat das Recht, mehrere Frauen zu ehelichen. Aber bei mir ist das anders. Okay. Also du hast mir auf jeden Fall große Lust gemacht, diese Bücher zu lesen. Das freut mich. Ja, ich möchte es lesen. Cool. Vor allem, du löst nicht auf, was denn diese Katastrophe überhaupt ausgelöst hat. Also bis jetzt nicht. Es ist mir nicht wichtig vorgekommen, ehrlich zu sein. Das ist einfach die Basis, die ich brauche, um diese Geschichte zu entwickeln. Naja, ist auch nicht notwendig. Wahrscheinlich ist es sogar realistischer, es nie zu erfahren. Weil wer sollte denn kommen und sagen, es ist das und das passiert. Richtig. Und ich sage immer, die Haushofer, das ist ein großes literarisches Vorbild von mir, Marleen Haushofer, hat die Wand auch nicht erklärt. Wahrscheinlich hat man sie auch immer wieder danach gefragt, könnte ich mir vorstellen. Aber das ist einfach nicht der Punkt, sondern der Punkt ist, was tun wir mit dieser neuen Situation, mit dieser Tabula rasa?

Ja, und ich meine, es wird ja in echt dann auch so sein. Sollte irgendwer mal auf einen der depperten roten Knöpfe drücken. Da wird es noch ganz anders sein, weil hier ist niemand verstrahlt. Das war mir ganz wichtig. Bitte keine Radioaktivität, keine tonnenweise rumliegenden Leichen. Das habe ich noch nicht gesehen. Nicht spoilern. Nicht spoilern.

Ja, nein, Radioaktivität ist ganz schlecht. Das ist eine ganz schlechte Art von Apokalypse. Also meine ist viel freundlicher. Die verschwinden.

Die freundliche Apokalypse. Das ist schön, dass wir die jetzt auch nochmal... 95% der Bevölkerung dieses Planeten. Das ist ein freundlicher Apokalypse. Ein Buch für die ganze Familie. Kaufen Sie es. Mami, kannst du mir noch jetzt vorlesen? Ja, sicher. Da habe ich was. Also meine Kinder haben es alle gemäßt. Die freundlichste Apokalypse der Welt. Keine Klotzerten. Das ist super. Alle sind verregt. Aber sie waren froh. Es gab nämlich keine Strahlung. Das wäre eine schierliche Katastrophe. So in dem Fall. Fünf haben überlebt. Das regt sich auf. Wir können jetzt alle untereinander schauen, dass die Situation wieder aufbauen. Herz auf zum Raunzen. Das war ganz eine normale Apokalypse. Da war nichts verstrahlt. Sehr gut. Tausend Dank. Ich hoffe, wir haben jetzt alle Lust darauf bekommen. Links sind in den Shownotes. Weißt du, was Shownotes sind? Ich weiß es bis heute nicht. Ich vermute, es ist irgendetwas im Instagram, das man anklicken kann. Siehst du? Ich weiß es nicht. Wer zuhört, weiß es. Die jungen Menschen.

In diesem Sinne. Tausend Dank. Danke schön, dass du da warst, Johanna. Danke für die Einladung.