WEBVTT

00:00:04.881 --> 00:00:09.397
Die Autoindustrie war lange ein Jobmotor Deutschlands. Doch ausgerechnet ein

00:00:09.397 --> 00:00:13.287
Festhalten am Verbrenner könnte uns viele Arbeitsplätze kosten.

00:00:14.001 --> 00:00:18.314
Außerdem, die Deutsche Bank meldet einen überraschend hohen Milliardengewinn.

00:00:18.987 --> 00:00:24.183
Und an der Börse startet eine Thyssen-Krupp-Tochter in die Eigenständigkeit. Hallo und willkommen.

00:00:25.024 --> 00:00:29.537
In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,

00:00:29.537 --> 00:00:34.276
die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.

00:00:34.891 --> 00:00:38.943
Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.

00:00:39.622 --> 00:00:43.997
Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards

00:00:43.997 --> 00:00:46.396
geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.

00:00:50.093 --> 00:00:53.297
Was wird aus den Arbeitsplätzen in der deutschen Autoindustrie?

00:00:53.523 --> 00:00:59.447
Die Forschungsorganisation ICCT hat errechnet, wenn die EU-Staaten doch länger

00:00:59.447 --> 00:01:02.376
am Verbrenner festhalten, wie gerade ja diskutiert wird,

00:01:02.852 --> 00:01:08.082
und wenn sie die geplanten CO2-Standards für Neuwagen um fünf Jahre verzögern würden,

00:01:08.622 --> 00:01:15.414
dann könnten dadurch bis 2035 bis zu 185.000 Jobs verloren gehen.

00:01:15.733 --> 00:01:20.087
Allein in Deutschland wären demnach etwa 77.000 Stellen gefährdet.

00:01:20.615 --> 00:01:26.867
Hält die EU dagegen an den geplanten CO2-Vorgaben fest, könnten sogar neue Jobs entstehen.

00:01:27.361 --> 00:01:31.577
Dabei braucht die Herstellung eines Elektroautos weniger Arbeit als die eines

00:01:31.577 --> 00:01:33.688
Verbrenners. Wie passt das zusammen?

00:01:34.112 --> 00:01:39.243
Was spricht für das Verbrenner aus? Und welche Arbeitsplätze verschwinden oder bleiben?

00:01:39.796 --> 00:01:44.887
Darüber hat Sibylle Schaar mit Albert Waas vom Beratungsunternehmen BCG gesprochen.

00:01:45.171 --> 00:01:48.720
Fürchten Sie auch, dass ein Festhalten am Verbrenner Deutschland ganz,

00:01:48.720 --> 00:01:50.174
ganz viele Jobs kosten würde?

00:01:50.377 --> 00:01:53.500
Zunächst sehe ich natürlich grundsätzlich eine Herausforderung für die Automobilindustrie.

00:01:53.500 --> 00:01:58.539
Und unabhängig vom Festhalten am Verbrenner oder zum Wechsel zum Elektroauto,

00:01:58.835 --> 00:02:01.840
sehen wir einen zunehmenden Druck,

00:02:01.840 --> 00:02:04.541
der sich am Ende des Tages auch auf die Arbeitsplätze auswirken wird.

00:02:04.913 --> 00:02:09.510
Und Fakt ist, man muss innovativer werden und wir brauchen den Wandel hin zur

00:02:09.510 --> 00:02:14.149
Elektromobilität, um global und auch in Europa Marktanteile halten zu können.

00:02:14.358 --> 00:02:17.320
Wir brauchen diesen Wandel, haben Sie gerade gesagt. Vielleicht können wir das.

00:02:17.920 --> 00:02:20.267
Mal ein bisschen runterbrechen auf die Berufsbilder.

00:02:20.920 --> 00:02:26.000
Welche drei Berufe werden in der deutschen Autobranche in zehn Jahren am dringendsten

00:02:26.000 --> 00:02:29.329
gesucht und welche drei werden vielleicht deutlich seltener gebraucht?

00:02:29.752 --> 00:02:32.580
Also ich fange mal an, was wir definitiv weniger brauchen werden.

00:02:32.580 --> 00:02:37.769
Das ist die reine operative Arbeit, also sprich die Menschen an der Produktionslinie.

00:02:38.065 --> 00:02:41.980
Wir sehen zum einen, dass die Produktion immer stärker ins Ausland verlagert,

00:02:41.980 --> 00:02:44.790
dass wir am Standort Deutschland auch nicht wettbewerbsfähig sind,

00:02:44.790 --> 00:02:49.731
was Lohnkosten anbelangt und Arbeitszeit in der Summe.

00:02:50.108 --> 00:02:55.884
Und gleichzeitig haben wir auch nochmal eine starke Automatisierung über Robotik, Leichtbau, Roboter.

00:02:56.256 --> 00:02:59.610
Das heißt, dort werden Arbeitsplätze unter Druck geraten.

00:02:59.610 --> 00:03:05.137
Auf der anderen Seite haben wir einen sehr starken Wandel in Richtung Digitalisierung,

00:03:05.387 --> 00:03:07.710
KI, künstliche Intelligenz, die Einzug

00:03:07.710 --> 00:03:11.534
hält. Das heißt, wir brauchen mehr Jobprofile, die in der Lage sind.

00:03:12.266 --> 00:03:16.463
Mit KI-Agenten zu bauen, Prozesse zu digitalisieren.

00:03:17.091 --> 00:03:20.321
Und da haben wir tatsächlich einen großen Nachholbedarf. Nachholbedarf,

00:03:20.321 --> 00:03:25.310
gerade auch mit Blick nach Asien. Wir sehen es, China gilt als der große Wettbewerber.

00:03:25.600 --> 00:03:30.051
Was machen die chinesischen Hersteller aktuell deutlich besser als die Deutschen?

00:03:30.051 --> 00:03:32.461
Und was können wir uns vielleicht auch einfach abschauen?

00:03:32.682 --> 00:03:36.591
Also wir sehen im Kern zwei Vorteile der chinesischen Hersteller.

00:03:36.591 --> 00:03:41.011
Das sind zum einen natürlich die Kosten entlang der kompletten Lieferkette.

00:03:41.011 --> 00:03:46.721
Das heißt, chinesische Automobilhersteller können Fahrzeuge signifikant günstiger

00:03:46.721 --> 00:03:50.328
entwickeln und produzieren und haben dadurch natürlich einen Wettbewerbsvorteil.

00:03:50.665 --> 00:03:54.351
Und auf der anderen Seite ist es die Innovationskraft. Wir sehen einfach sehr

00:03:54.351 --> 00:03:59.191
attraktive Fahrzeuge, insbesondere im Innenraum, im Infotainment,

00:03:59.191 --> 00:04:05.334
im digitalen Ökosystem, sind uns Chinesen in vielen Fällen einige Jahre voraus.

00:04:05.861 --> 00:04:08.710
Was können wir uns abschauen? Ich glaube, wir können die Chinesen nicht mit

00:04:08.710 --> 00:04:12.206
ihren eigenen Waffen schlagen. Das heißt, wir sollten nicht anfangen,

00:04:12.427 --> 00:04:15.167
chinesische Hersteller eins zu eins kopieren.

00:04:15.399 --> 00:04:19.393
Ja, wir müssen die Kostenlücke schließen und kleiner machen,

00:04:19.781 --> 00:04:21.870
aber auf der anderen Seite müssen wir innovativer werden.

00:04:21.870 --> 00:04:26.155
Und Innovation heißt nicht, das, was China heute hat, eins zu eins kopieren,

00:04:26.422 --> 00:04:30.619
sondern Innovation heißt wieder Vorreiter werden mit eigenen Entwicklungen.

00:04:31.350 --> 00:04:34.280
Und das ist eine Riesenchance, die wir hier am Standort in Deutschland auch

00:04:34.280 --> 00:04:37.382
haben. Man darf die Chinesen nicht kopieren, das kann nicht der Weg sein.

00:04:37.713 --> 00:04:41.840
Sind Sie denn zuversichtlich, dass dieser Wandel in der deutschen Autoindustrie

00:04:41.840 --> 00:04:44.039
gelingen wird und man diese Chance wirklich nutzt?

00:04:44.272 --> 00:04:47.790
Ich bin grundsätzlich Optimist, ich bin zuversichtlich, wenn ich mir den Standort

00:04:47.790 --> 00:04:52.530
Deutschland anschaue. Wir haben extrem viel Talent, wir haben sehr gute Universitäten,

00:04:52.530 --> 00:04:58.935
wir haben gut ausgebildete junge Menschen, die mit viel Motivation und Elans in die Jobs starten.

00:04:59.190 --> 00:05:02.840
Und wir haben auch nach wie vor eine sehr resiliente Automobilindustrie und

00:05:02.840 --> 00:05:06.383
einen starken Mittelstand. Insofern, wir haben die Grundvoraussetzungen.

00:05:06.719 --> 00:05:11.532
Wir werden mit Sicherheit noch ein, zwei, drei Jahre durch einen Tal der Tränen gehen.

00:05:11.822 --> 00:05:14.992
Und dann bin ich aber davon überzeugt, dass die deutsche Automobilindustrie

00:05:15.212 --> 00:05:20.380
stärker denn je aus dieser Krise hervorkommen wird und auch wieder global Marktanteile

00:05:20.380 --> 00:05:21.969
halten und gewinnen werden können.

00:05:22.323 --> 00:05:26.851
Wie groß der Druck auf die Branche ist, das zeigen auch neue Zahlen von Mercedes.

00:05:27.014 --> 00:05:31.153
Der Gewinn stieg im dritten Quartal zwar sogar um rund 28 Prozent,

00:05:31.571 --> 00:05:33.650
auf etwa 1,5 Milliarden Euro.

00:05:34.010 --> 00:05:38.700
Aber die Stuttgarter kamen auch von einem niedrigen Niveau mit Sonderbelastungen.

00:05:38.700 --> 00:05:43.510
Tatsächlich hat Mercedes jetzt sogar weniger Autos verkauft als im Vorjahresquartal.

00:05:44.015 --> 00:05:48.601
Und auf dem wichtigen chinesischen Markt brach der Absatz um fast ein Drittel ein.

00:05:49.135 --> 00:05:53.470
Wegen dieses schwachen China-Geschäfts und steigender Kosten hat Mercedes seine

00:05:53.470 --> 00:05:55.677
Gewinnprognose für dieses Jahr gesenkt.

00:05:56.275 --> 00:06:00.223
Während die Autobauer also weiter um Absatz und Arbeitsplätze kämpfen,

00:06:00.652 --> 00:06:03.027
übertrifft die Deutsche Bank die Erwartungen.

00:06:03.700 --> 00:06:09.060
Auch die meldet nämlich einen satten Milliardengewinn. 1,9 Milliarden Euro nach

00:06:09.060 --> 00:06:10.590
Steuern im dritten Quartal.

00:06:11.020 --> 00:06:13.876
Und das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet.

00:06:14.462 --> 00:06:20.442
Auch die Erträge fielen mit rund 8,3 Milliarden Euro etwas besser aus als prognostiziert.

00:06:21.080 --> 00:06:22.560
Im Gesamtjahr könnte die Bank

00:06:22.560 --> 00:06:26.978
ihr Ertragsziel damit übertreffen und profitabler sein als angenommen.

00:06:27.204 --> 00:06:31.616
Und vom Deutschlands größter Bank geht es direkt rüber an die Frankfurter Börse.

00:06:32.382 --> 00:06:35.471
Die hat ihren wohl größten Neuzugang in diesem Jahr begrüßt.

00:06:35.883 --> 00:06:41.726
Der von ThyssenKrupp abgespaltene Werkstoffhändler TK Axelis ist an die Börse gegangen.

00:06:42.371 --> 00:06:48.234
Der erste Kurs lag bei 27,80 Euro. Anschließend ging es zeitweise weiter nach oben.

00:06:48.373 --> 00:06:53.191
Bewertet wurde das Unternehmen zum Start mit knapp 1,8 Milliarden Euro.

00:06:53.603 --> 00:06:57.950
Damit ist der ja auch zuletzt heftig umstrittene Umbau von ThyssenKrupp aber

00:06:57.950 --> 00:06:59.240
längst nicht abgeschlossen.

00:06:59.640 --> 00:07:04.755
Konzernchef Miguel Lopez bereitet auch für das frühere Kerngeschäft die Abspaltung vor.

00:07:05.423 --> 00:07:08.372
Er will die Stahlsparte möglichst bald an die Börse bringen.

00:07:08.587 --> 00:07:12.110
Und an der Börse hat er mit Frank Mayer über die Pläne gesprochen.

00:07:12.546 --> 00:07:16.592
Wie weit sind Sie in dieser Transformation? Was kommt da demnächst alles noch ans Parkett?

00:07:17.126 --> 00:07:25.850
Also wir haben heute mit TK Axelis unsere Material-Service-Sparte hier an die Börse gebracht.

00:07:25.850 --> 00:07:33.931
Und wir sehen in diesem Geschäft eine sehr große Notwendigkeit bei unseren Kunden

00:07:34.245 --> 00:07:38.760
über die sogenannte Resilienz der Lieferketten sich abzusichern.

00:07:38.760 --> 00:07:40.966
Und damit sehen wir ein sehr gutes Potenzial nach vorne.

00:07:41.500 --> 00:07:47.410
Und wir bereiten natürlich die nächsten Schritte vor und haben am 28.

00:07:47.410 --> 00:07:54.170
September in London den ersten Kapitalmarkttag gehabt von unserer Stahlsparte.

00:07:54.170 --> 00:08:00.590
Das kam sehr gut an und wir bereiten jetzt unsere Stahlsparte als nächstes für den Börsner vor.

00:08:00.930 --> 00:08:05.250
Ist das jetzt so ein Umfeld an der Börse, wo man sagt, ja, Stahl läuft wieder

00:08:05.250 --> 00:08:09.497
oder könnte es kipplich werden wegen der internationalen Lage auch?

00:08:10.107 --> 00:08:14.880
Also ich denke, dass wir erstmal intern unsere Hausaufgaben gut gemacht haben

00:08:14.880 --> 00:08:20.190
mit den Plänen zur Kostenreduzierung auf der einen Seite und auf der anderen

00:08:20.190 --> 00:08:22.770
Seite die Europäische Union.

00:08:24.310 --> 00:08:30.349
Mit der Anhebung der Zölle und auch mit der Reduzierung der Importquoten einen

00:08:30.540 --> 00:08:36.860
sehr großen, guten Schritt gemacht haben, um Stahlproduktion in Europa tatsächlich zu halten.

00:08:36.860 --> 00:08:42.640
Das ist ein, wenn nicht sogar der wichtigste Werkstoff, den wir alle haben für

00:08:42.640 --> 00:08:43.786
alle möglichen Industrien.

00:08:44.140 --> 00:08:45.946
Und deswegen muss eine Versorgung,

00:08:46.606 --> 00:08:50.612
in Europa, außer Europa sichergestellt sein. Und da hat die Europäische Union,

00:08:51.995 --> 00:08:53.276
eine sehr gute Arbeit geleistet.

00:08:53.520 --> 00:08:56.574
Aber das ist ja ein Teil von dem, was man vorher nicht gut gemacht hat.

00:08:56.707 --> 00:09:00.591
Inwieweit spüren Sie diese Einflüsse von der Politik und von der EU,

00:09:01.235 --> 00:09:02.435
die Standortbedingungen auch?

00:09:03.015 --> 00:09:07.441
Wie stünde ThyssenKrupp da, wenn es nicht diese politischen Interventionen gäbe?

00:09:07.696 --> 00:09:15.039
Ja, man muss sagen, in dem Fall sind es ja die richtigen Schritte,

00:09:15.347 --> 00:09:20.119
um den europäischen Industriestandort zu erhalten.

00:09:20.374 --> 00:09:25.157
Und was wir wollen als ThürsenKrupp ist, dass wir weitere Schritte tun,

00:09:25.413 --> 00:09:32.448
Made in Europe zu verfolgen und natürlich die Handelspartnerschaften mit anderen Ländern.

00:09:34.275 --> 00:09:36.540
Bestehen zu lassen, aber auf Augenhöhe.

00:09:36.795 --> 00:09:42.865
Und deswegen sind die Industriepolitik in Europa, um die Industrien zu schützen

00:09:42.865 --> 00:09:44.945
und zu halten, die wir in Europa brauchen.

00:09:45.265 --> 00:09:47.064
Und wir sind ein Industriestandort.

00:09:47.418 --> 00:09:53.409
Das ist wichtig und das sehen wir vermehrt positiv von der Politik.

00:09:54.152 --> 00:09:58.059
Herr Lopez, diese Reformen, die angekündigt worden sind, vor vielen Monaten

00:09:58.059 --> 00:10:00.340
spüren Sie, da müssen Sie ja zuerst auch mit so spüren.

00:10:00.549 --> 00:10:03.999
Spüren Sie was im Geschäft, dass sich da was verändert hat? Also im Moment sind,

00:10:04.479 --> 00:10:07.782
die Endmärkte immer noch schwierig.

00:10:08.258 --> 00:10:11.822
Also wir sind natürlich sehr, sehr verbunden mit der Automobilindustrie.

00:10:12.101 --> 00:10:17.009
Als Beispiel zwischen 40 und 50 Prozent der gesamten Stahlproduktion von ThyssenKrupp

00:10:17.009 --> 00:10:18.788
geht in die Automobilindustrie.

00:10:19.038 --> 00:10:23.689
Und da spüren wir natürlich schon, dass die Erholung auf sich warten lässt.

00:10:23.689 --> 00:10:29.159
Also die Impulse sind gesetzt, aber ich glaube, wir brauchen nochmal ein paar

00:10:29.159 --> 00:10:33.317
beschleunigende Elemente, die das dann auch sicherstellen.

00:10:33.619 --> 00:10:39.599
Ein guter Schritt war in der letzten Woche die entsprechende Vereinbarung zwischen

00:10:39.599 --> 00:10:42.761
Herrn Merz und Herrn Macron zur Automobilindustrie.

00:10:43.156 --> 00:10:47.225
Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.

00:10:47.846 --> 00:10:53.250
Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.

