WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:01.200
Speaker 0: Ich bin jetzt siebenvierzig.

00:00:01.820 --> 00:00:09.200
Speaker 0: Klar kommt jetzt ein großer, neuer Abschnitt, in dem ich sage, ich habe bewusst losgelassen von der Schiedsrichtertätigkeit zum Ende der Saison.

00:00:10.080 --> 00:00:14.200
Speaker 0: Und dann stellst du dir die Frage, würdest du das alles noch mal so machen?

00:00:14.440 --> 00:00:20.180
Speaker 0: Und ich meine, keiner weiß ja, was man da alles aufgibt dafür.

00:00:21.060 --> 00:00:23.020
Speaker 0: Also jedes Leben hat ja seinen Preis.

00:00:23.240 --> 00:00:28.280
Speaker 0: und die schwierigste Frage für mich ist immer, wenn Leute mich fragen, würdest du alles genauso machen?

00:00:30.180 --> 00:00:44.980
Speaker 0: Und da gibt es schon Momente, wo ich sage, weiß ich nicht, ob das alles richtig war, weil man eben ganz viele Sachen verpasst hat, insbesondere jetzt bei meinen Kindern oder bei meiner Tochter, insbesondere, wo ich einfach sehr viel Zeit verpasst habe mit ihr.

00:00:45.920 --> 00:00:49.100
Speaker 0: Das kann man nicht mehr nachholen, das kann man nicht mehr aufholen.

00:00:49.160 --> 00:00:58.660
Speaker 0: Das ist auch natürlich immer verbunden mit einem Schmerz, der in einem liegt, wo man sich dann auch schon die Frage stellt.

00:00:59.120 --> 00:01:00.500
Speaker 0: War es das alles wert?

00:01:01.520 --> 00:01:06.920
Speaker 0: Wenn jemand mich kritisiert, frage ich mich als allererstes, was ist mein Beitrag?

00:01:07.420 --> 00:01:09.860
Speaker 0: War meine Gestik komisch wirklich arrogant?

00:01:10.120 --> 00:01:11.020
Speaker 0: Wirklich was aus sich?

00:01:11.560 --> 00:01:17.840
Speaker 0: Ich meine, ich bin halt ein sieben neunzig groß, hab ziemlich viele Falten und dann wirkt das manchmal sehr dominant.

00:01:19.260 --> 00:01:21.040
Speaker 0: Oder wenn ich normal schaue, schaue ich halt böse.

00:01:21.240 --> 00:01:22.520
Speaker 0: Ich kann nichts dafür.

00:01:22.700 --> 00:01:28.000
Speaker 0: Also das ist wirklich einfach so... gegeben und dann muss ich mir das bewusst sein.

00:01:28.060 --> 00:01:37.160
Speaker 0: und als das natürlich, als ich da eben zum einen der schlechtesten oder unbeliebtesten Schiedsrichter gewählt wurde, da stellst du dir schon die Frage, was ist mein Beitrag?

00:01:37.260 --> 00:01:46.100
Speaker 0: und da ging für mich schon so diese Reise los, sich selbst zu hinterfragen, zu überlegen, okay, fachliche Expertise alleine reicht nicht aus.

00:01:46.460 --> 00:02:05.220
Speaker 0: und um quasi, also gibt es ja ganz tolle auch Wissenschaftliche Studien dazu, dass die reine fachliche Expertise nicht ausreicht, um in der Spitze als Führungskraft zu agieren, als Lieder zu agieren.

00:02:05.800 --> 00:02:10.520
Speaker 0: Da gibt es eben andere Komponenten, emotionale Intelligenz.

00:02:12.260 --> 00:02:14.860
Speaker 0: Das sind so Themen, mit denen man sich auseinandersetzen muss.

00:02:14.940 --> 00:02:20.340
Speaker 0: Man muss sich selber auseinandersetzen, wie wirke ich wann, warum wirke ich jetzt plötzlich so?

00:02:21.040 --> 00:02:25.440
Speaker 0: Und was ist der Trigger, dass ich plötzlich aus meiner Haut fahre und die Leute so anschrei?

00:02:25.600 --> 00:02:31.160
Speaker 0: Und früher habe ich halt jede Rückfrage eines Spielers als Angriff auf meine Person gewertet, beispielsweise.

00:02:40.180 --> 00:02:48.580
Speaker 1: Hier ist Munir Zituni und ich unterhalte mich mit bekannten Persönlichkeiten aus dem Fußball über ihren Werdegang, ihre Lebensphilosophie und Ansichten.

00:02:49.160 --> 00:02:50.820
Speaker 1: Können wir etwas von diesen Menschen lernen?

00:02:51.480 --> 00:02:56.800
Speaker 1: Dieser Frage gehe ich in meinem Podcast nach und wünsche euch viel Spaß in meiner neuen Folge.

00:03:04.040 --> 00:03:10.900
Speaker 1: Ja, hallo, eine neue Ausgabe vom Leader Talk und heute mein Gast kein Trainer.

00:03:11.800 --> 00:03:23.540
Speaker 1: kein Funktionär, sondern einer, ohne den ein Fußballspiel tatsächlich nicht stattfinden kann, nämlich ein Schiedsrichter und dazu noch ein ganz besonderer, einer der besten des Landes, Dennis Eitikin.

00:03:24.500 --> 00:03:37.220
Speaker 1: Und ich freue mich sehr, Dennis, dass du der erste Schiedsrichter auch bist in dieser langen Reihe von über siebzig Gesprächen jetzt und das Thema Führung natürlich auch noch mal aus einer ganz anderen Sicht beschreiben kannst.

00:03:37.360 --> 00:03:38.160
Speaker 1: Schön, dass du da bist.

00:03:38.840 --> 00:03:40.200
Speaker 0: Ja, vielen Dank für die Einladung.

00:03:40.860 --> 00:03:44.520
Speaker 1: Ja, hab mich wirklich sehr, sehr drauf gefreut.

00:03:44.880 --> 00:03:46.360
Speaker 1: Ich will dich kurz vorstellen, Dennis.

00:03:47.580 --> 00:03:50.840
Speaker 1: Du bist in Nürnberg geboren, lebst auch bei Nürnberg.

00:03:51.400 --> 00:03:54.660
Speaker 1: Deine Eltern sind aus der Türkei eingewandert.

00:03:54.740 --> 00:04:00.340
Speaker 1: Du bist hier in diesem schönen Land geboren und hast Fußball gespielt.

00:04:01.080 --> 00:04:02.100
Speaker 1: Nicht ganz so hoch.

00:04:02.860 --> 00:04:13.040
Speaker 1: Kannst du vielleicht auch gleich nochmal sagen, aber trotzdem der Fußball hat dich, hat dich gepackt, aber natürlich bist du uns auch allen bekannt als, als Schiedsrichter, deiner erste Bundesliga-Party, zwei Tausend Acht.

00:04:14.020 --> 00:04:29.200
Speaker 1: Seit zwei Tausend Elf, dann auch international, du wurdest zwei Tausend Neunzehn, zwei Tausend Zweiundzwanzig und Vierundzwanzig DFB-Schiedsrichter des Jahres und bist ja nicht nur Schiedsrichter, sondern du bist auch Familienmensch, Vater, Ehemann und Betriebswirt.

00:04:30.160 --> 00:04:38.540
Speaker 1: Und dabei in dieser Rolle Mitgründer, Aufsichtsratsforzitzender von Anwalt.de, also eine der führenden Rechtsberatungsfirmen in Deutschland.

00:04:38.600 --> 00:04:47.840
Speaker 1: Du bist Geschäftsführer von Fitnessmarkt.de, das ihr vertreibt Fitnessgeräte und du bist dazu noch ein sehr gebuchter Kinotspeaker.

00:04:47.880 --> 00:04:58.160
Speaker 1: Das heißt Dennis, um dich muss man sich nun wirklich keine Sorgen machen, wenn ab dem nächsten Jahr dann tatsächlich die Zeit ohne den Fußballplatz also.

00:04:58.520 --> 00:05:07.920
Speaker 1: In der Rolle des Schiedsrichter, das dann stattfinden wird, du wirst im kommenden Jahr deine Karriere beenden und das wird natürlich auch ein Teil dieses Gespräch sein.

00:05:08.080 --> 00:05:14.440
Speaker 1: Ja, das mal so zu deiner Vita Dennis und ich möchte gleich mit einer Frage einsteigen.

00:05:15.160 --> 00:05:17.260
Speaker 1: Lass uns doch mal über richtig und falsch reden.

00:05:18.660 --> 00:05:26.560
Speaker 1: Schiedsrichter, da geht es einfach viel um richtig und falsch und du bist jemand, der nun jahrelang in Sekundenbruchteilen genau das entscheiden muss.

00:05:26.740 --> 00:05:27.440
Speaker 1: Was ist richtig?

00:05:28.020 --> 00:05:28.680
Speaker 1: Was ist falsch?

00:05:29.860 --> 00:05:32.660
Speaker 1: Was bedeuten dir diese beiden Worte nach all diesen Jahren?

00:05:34.360 --> 00:05:36.780
Speaker 0: Boah, das ist gleich zum Einstieg eine sehr schwere Frage.

00:05:37.440 --> 00:05:37.860
Speaker 1: Ich weiß.

00:05:38.240 --> 00:05:38.360
Speaker 1: Was

00:05:38.440 --> 00:05:39.680
Speaker 0: ist richtig, was ist falsch?

00:05:39.760 --> 00:05:46.380
Speaker 0: Das ist echt eine sehr gute Frage, weil es gibt ja... Natürlich gibt es Situationen, wo du sagen kannst, das ist schwarz oder weiß.

00:05:47.540 --> 00:05:49.700
Speaker 0: Und das haben wir auch im Berufsalltag.

00:05:49.960 --> 00:05:59.080
Speaker 0: Wenn Situationen passieren, die unauslegbar sind und klar sind, Aber die große Herausforderung und die große Diskussion, die geht ja dann los, wenn es eben so eine Grauzone ist.

00:05:59.300 --> 00:06:06.200
Speaker 0: Und diese Grauzone versuchen wir, schied sich da auf den Platz natürlich so klein wie möglich zu halten.

00:06:06.260 --> 00:06:13.740
Speaker 0: Aber das ist eben die ganz große Kunst im Fußball, weil der Fußball, jede Situation ist individuell, jede Situation ist einzigartig.

00:06:15.680 --> 00:06:24.040
Speaker 0: Und was in der Fußballfamilie natürlich sehr häufig passiert ist, dass man... Werverweise macht und sagt vor sieben Spieltagen gab es eine ähnliche Situation.

00:06:24.980 --> 00:06:33.820
Speaker 0: Aber leider ist es dann in der, wenn man sich dann im Detail damit auseinandersetzt und nicht oberflächlich drüber geht, dann findet man eben nur Orson, die anders sind.

00:06:34.700 --> 00:06:42.520
Speaker 0: Und dann mag der ein oder andere sagen, ja, aber das ist doch, da wird das eben jetzt nicht so hingedreht, wie man das möchte.

00:06:42.600 --> 00:07:14.380
Speaker 0: Wir versuchen natürlich, in unserer Arbeit fachlich alles so aufzuarbeiten, dass es eben wirklich nachvollziehbar ist, seriös ist und auch einem bestimmten Muster entspricht, wo wir alle Beteiligten sagen können, ja okay, bei dieser Situation ist es tatsächlich ein Handspiel und bei dieser gehen wir eben von einem Nicht strafbaren Handspiel aus, aber das ist eben genau diese Herausforderung, wenn es Nuancen sind, die sich da unterscheiden.

00:07:15.000 --> 00:07:22.080
Speaker 0: Aber das macht halt dann diese Tätigkeit auf diesem Top-Level aus, dass man nicht einfach so pauschal drüber geht.

00:07:22.140 --> 00:07:27.800
Speaker 0: Das ist auch die Arbeit, die die sportliche Leitung beim DFB mit uns macht.

00:07:27.900 --> 00:07:32.980
Speaker 0: Also wirklich jede einzelne Situation analysieren, diskutieren, fachlich.

00:07:33.880 --> 00:07:38.800
Speaker 0: auseinanderlegen, um dann zu sagen, okay, was ist für uns jetzt die richtige Entscheidung?

00:07:39.740 --> 00:07:48.600
Speaker 0: Und dabei gibt es eben sehr schöne und sehr viele interessante Diskussionen, die die Fußballfamilie dann natürlich auch ausübt.

00:07:50.540 --> 00:07:57.020
Speaker 1: Hat sich für dich selbst ganz persönlich auch dieser Blick auf das richtig und falsch, auf die eine Wahrheit verändert?

00:07:57.200 --> 00:07:59.560
Speaker 1: Also kriegt man da einfach einen anderen Zugang zu?

00:08:00.320 --> 00:08:00.780
Speaker 0: Absolut.

00:08:00.980 --> 00:08:02.520
Speaker 0: Also was ist richtig, was ist falsch?

00:08:03.740 --> 00:08:13.400
Speaker 0: Alleine schon die Frage, ist das richtig, was man mit seiner Karriere, also ist das, was ich jetzt, ich meine, ich bin jetzt siebenvierzig.

00:08:14.020 --> 00:08:21.400
Speaker 0: Klar kommt jetzt ein großer, neuer Abschnitt, in dem ich sage, ich habe bewusst losgelassen von der Schiedsrichtertätigkeit zum Ende der Saison.

00:08:22.300 --> 00:08:26.400
Speaker 0: Und dann stellst du dir die Frage, würdest du das alles noch mal so machen?

00:08:28.540 --> 00:08:32.380
Speaker 0: Ich meine, keiner weiß ja, was man da alles aufgibt dafür.

00:08:33.280 --> 00:08:35.220
Speaker 0: Also jedes Leben hat ja seinen Preis.

00:08:35.419 --> 00:08:40.460
Speaker 0: und die schwierigste Frage für mich ist immer, wenn Leute mich fragen, würdest du alles genauso machen?

00:08:42.380 --> 00:08:54.400
Speaker 0: Und da gibt es schon Momente, wo ich sage, weiß ich nicht, ob das alles richtig war, weil man eben ganz viele Sachen verpasst hat, insbesondere jetzt bei meinen Kindern oder bei meiner Tochter, insbesondere, wo ich herkomme.

00:08:55.360 --> 00:09:01.300
Speaker 0: sehr viel Zeit verpasst hat mit ihr, dass das kann man nicht mehr nachholen, das kann man nicht mehr aufholen.

00:09:01.360 --> 00:09:24.820
Speaker 0: Das ist auch natürlich immer verbunden mit einem Schmerz, der in einem liegt, wo man sich dann auch schon die Frage stellt, war es das alles wert und damaligen Zeitpunkt als junger Mensch, der natürlich eine Karriere starten wollte und alles machen wollte dafür, dass man Ja, diese typische Denke, dass es den Kindern besser geht.

00:09:25.060 --> 00:09:27.820
Speaker 0: Ja, sie soll es besser haben, als ich selber.

00:09:27.880 --> 00:09:29.600
Speaker 0: Das war immer diese typische Denke.

00:09:30.520 --> 00:09:35.300
Speaker 0: Und heute blicke ich zurück und denke mir manchmal, ja, haben sie es eigentlich besser gehabt.

00:09:35.520 --> 00:09:49.740
Speaker 0: Also, man kann jetzt sagen, na ja, man hat halt ein paar mehr Urlaube machen können und man konnte sich vielleicht das ein oder andere mehr leisten, aber... Was ist eigentlich richtig und was ist... Also das ist zum Beispiel auch eine ganz große Frage.

00:09:49.920 --> 00:09:51.780
Speaker 0: Da sind wir wieder beim Thema richtig oder falsch.

00:09:52.560 --> 00:10:03.880
Speaker 0: Und ich kann manchmal gar nicht so abschließend so eine Frage für mich wirklich so beantworten, auch wenn man von einem Schiedsrichter vielleicht an der ein oder anderen Stelle erwartet, dass er immer sagen kann, dass es richtig und das ist falsch.

00:10:03.960 --> 00:10:10.940
Speaker 0: Aber ich habe ganz viele Situationen, nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern eben auch außerhalb, wo ich einfach davor stehe.

00:10:11.560 --> 00:10:26.300
Speaker 0: das alles reflektieren lassen muss und dann bestimmte Werte, die sich dann natürlich vielleicht auch verfestigen im Laufe der Lebenszeit, wo du dann zum Ergebnis kommst, vielleicht war es doch nicht der ganz richtige

00:10:26.360 --> 00:10:26.580
Speaker 1: Weg.

00:10:27.380 --> 00:10:29.200
Speaker 0: Aber das kommt halt alles im Nachgang.

00:10:29.440 --> 00:10:33.140
Speaker 0: Es gibt ja den Spruch, after the war everybody is a general.

00:10:35.500 --> 00:10:41.620
Speaker 0: Und da ist es halt schon auch so, dass man viele Sachen dann erst im Nachgang versteht, was man so gemacht hat.

00:10:42.500 --> 00:10:44.500
Speaker 0: Und so geht es mir genauso.

00:10:45.580 --> 00:10:56.200
Speaker 0: Und im Fußball, jetzt wenn wir mal beim Fußball zurückkehren, da ist es natürlich schon so, dass die Erwartungshaltung da ist, dass man sehr schnell sagt, das ist richtig und das ist falsch.

00:10:56.960 --> 00:11:04.440
Speaker 0: Aber eben es gibt diese Grauzone und es gibt Diskussionsmöglichkeiten auch in unterschiedlichsten Situationen.

00:11:04.800 --> 00:11:09.200
Speaker 0: Deswegen ist ja der Fußball so leidenschaftlich, dass es eben auch unterschiedliche Meinungen gibt.

00:11:11.300 --> 00:11:15.040
Speaker 1: Ja, das ist eine hoch philosophische Frage natürlich.

00:11:15.480 --> 00:11:19.800
Speaker 1: In jedem richtig steckt auch ein falsch und in jedem falsch auch sogar ein richtig.

00:11:20.160 --> 00:11:25.940
Speaker 1: Und das ist nur für uns Menschen schwer ertragbar, weil wir es gern einfach haben.

00:11:26.240 --> 00:11:31.800
Speaker 1: Die kognitive Leichtigkeit, die lässt sich besser aushalten, wenn es einfach ja, nein, richtig falsch ist.

00:11:31.860 --> 00:11:37.600
Speaker 1: Und das ist natürlich die ganz besondere Frage, dass das von euch eben erwartet wird.

00:11:37.860 --> 00:11:38.320
Speaker 1: Bitte so.

00:11:38.880 --> 00:11:40.760
Speaker 1: Sag mir es richtig oder falsch.

00:11:40.860 --> 00:11:47.780
Speaker 1: und gerade diese Grautöne zu vermitteln ist natürlich Woche für Woche eure eure Challenge.

00:11:48.340 --> 00:11:49.040
Speaker 1: Ja, absolut.

00:11:50.060 --> 00:11:56.260
Speaker 1: Wenn du, wenn du jetzt nochmal zurückkehrst zu deinen Anfängen denn es als als Schiedsrichter auch.

00:11:58.740 --> 00:12:06.880
Speaker 1: Warst du damals ein Stück weit kompromissloser, strenger auch mit dir selbst wegen des richtig Machens?

00:12:07.500 --> 00:12:13.620
Speaker 1: Auch, wie würdest du dich beschreiben, so als dieser junge Dennis Eidekin, der alles richtig machen wollte?

00:12:15.060 --> 00:12:21.720
Speaker 0: Ja, also letztendlich, ich glaube, dass ganz viele Leute natürlich in jungen Jahren eine Sache wollen.

00:12:22.000 --> 00:12:23.840
Speaker 0: Sie wollen erfolgreich sein.

00:12:23.960 --> 00:12:26.500
Speaker 0: Sie wollen immer richtig liegen in irgendeiner Form.

00:12:28.980 --> 00:12:30.800
Speaker 0: Man ist dann dadurch natürlich auch getrieben.

00:12:30.940 --> 00:12:37.500
Speaker 0: Also man will höher, weiter, schneller und erfolgreicher, wobei die Definition von Erfolg ist immer so eine Sache.

00:12:37.680 --> 00:12:43.060
Speaker 0: Also auch da rückblickend gibt es schon so Gedanken, wo ich mir denke, was ist eigentlich jetzt Erfolg?

00:12:43.180 --> 00:12:52.480
Speaker 0: Also ist man erfolgreich, wenn man keine Ahnung... Super spielige Pfiffen hat alle möglichen Sachen erreicht hat.

00:12:52.560 --> 00:13:02.380
Speaker 0: als Sportler ist es ja natürlich auch messbar zu sagen so ein Fußballer der Weltmeister geworden ist ist der jetzt erfolgreicher als einer der kein Weltmeister geworden ist.

00:13:02.440 --> 00:13:10.180
Speaker 0: also das ist ja auch ziemlich philosophisch die Frage oder ist es die eigene individuelle Sicht auf dem auf das Thema Erfolg?

00:13:10.420 --> 00:13:19.300
Speaker 0: also es gibt ja auch es gibt ja zum Beispiel Jens Korsen ein ganz renommierter Psychologe der vom inneren Spiel und vom äußeren Spiel spricht.

00:13:19.460 --> 00:13:23.980
Speaker 0: Das äußere Spiel steht letztendlich dafür, dass was von außen in uns reingetragen wird.

00:13:24.060 --> 00:13:36.400
Speaker 0: Also Leute definieren uns als erfolgreich, wenn man keine Ahnung, ich werde dann, wo ich dann dreimal Schiede des Jahres, dann glauben Menschen zu sagen, okay, ich bin jetzt einer der besten Rennschiedsrichter in Deutschland.

00:13:37.060 --> 00:13:43.300
Speaker 0: Ist es das eigentlich, stelle ich mir die Frage, weil es gibt so viel, also so viel Rheinaus von der Vita.

00:13:43.780 --> 00:13:48.240
Speaker 0: Tolle Schiedsrichter und es gibt tolle Fußballer, die alles mögliche erreicht haben.

00:13:48.840 --> 00:13:53.460
Speaker 0: Aber vielleicht haben sie in sich ja eine andere Definition von Erfolg.

00:13:53.640 --> 00:13:57.820
Speaker 0: Und da machen sich, glaube ich, nicht so viele Menschen Gedanken.

00:13:58.020 --> 00:13:59.240
Speaker 0: In jungen Jahren vor allem.

00:13:59.640 --> 00:14:01.920
Speaker 0: Also in jungen Jahren war für mich halt Erfolg.

00:14:02.020 --> 00:14:03.900
Speaker 0: Ich habe das Spiel irgendwie gut geleitet.

00:14:03.980 --> 00:14:09.800
Speaker 0: Ich habe eine sehr gute Note bekommen vom Beobachter und alles andere war mir vielleicht völlig egal.

00:14:11.220 --> 00:14:43.240
Speaker 0: Da kommst du letztendlich mit so einem Riesen Adrenalin-Hype nach Hause, weil du dir denkst, du bist der größte Kringo, hast du jetzt ein super Spiel geleitet, deine Tochter schreit und dann denkst du dir, dass so diese alltäglichen Probleme des Lebens, die sind dann plötzlich vielleicht gar nicht so existent, weil du dir dann denkst, ich bin ja jetzt der ganz große Schiedsrichter oder hab da ein tolles Spiel geleitet, aber dabei geht es um ganz andere Sachen im Leben und das sind... Das sind halt alles so Themen.

00:14:43.320 --> 00:14:53.060
Speaker 0: und in jungen Jahren war ich natürlich eher orientiert am äußeren, also sprich was definiert, was definieren die Menschen außen als Erfolg?

00:14:53.500 --> 00:14:58.840
Speaker 0: und das hat mich getrieben und das hat sich natürlich mit den Jahren deutlich gewandelt.

00:14:58.960 --> 00:15:07.040
Speaker 0: Also ich lass mich da weniger treiben jetzt von außen, sondern versuche eben, um bei Jens Korsen zu bleiben, das innere Spiel zu gewinnen.

00:15:07.740 --> 00:15:17.180
Speaker 1: Ja, das klingt nach ner... guten, anstrengenden, aber auch erfüllenden Aufgabe.

00:15:17.740 --> 00:15:28.420
Speaker 1: Als du gerade so gesprochen hast, fiel mir ein Satz ein von Jürgen Klopp, der auch mal hier gesessen hat und der gesagt hat, andere Trainer sammeln Titel, ich sammel Beziehung.

00:15:29.420 --> 00:15:38.400
Speaker 1: Und das hat er auch wirklich so gemeint, ist ein schöner Spruch, aber Er hat auch so ähnlich wie du auch argumentiert, er lässt sich das nicht mehr nehmen von außen.

00:15:38.500 --> 00:15:52.240
Speaker 1: Also wenn er etwas als ein Erfolg verbucht, weil das Mannschaftsgefüge toll ist, sie vielleicht ein Finale verloren haben, aber trotzdem das Ganze als ein Erfolg an sie, dann lässt er sich das ganz bewusst auch nicht mehr nehmen, sondern sagt, das ist meine Story, das ist mein Erfolg.

00:15:52.660 --> 00:16:00.220
Speaker 1: Und dieser Blick von außen, wie du sagst eben, es sind jungen Jahre natürlich für uns wichtiger als dann später.

00:16:01.540 --> 00:16:16.000
Speaker 1: Du sagst, Damals getrieben auch von diesen Bewertungen trotzdem muss hast du ja was gekonnt um diese ersten wichtigen Schritte zu gehen in nach oben um zu den besten Schiedsrichtern des Landes zu gehören.

00:16:16.580 --> 00:16:19.740
Speaker 1: Was stand dir damals schon zur Verfügung?

00:16:20.880 --> 00:16:21.980
Speaker 1: Als junger Schiedsrichter.

00:16:22.360 --> 00:16:22.820
Speaker 1: Was war es?

00:16:23.240 --> 00:16:28.320
Speaker 1: Was hat denn das Talent des Schiedsrichter Eiddicken ausgemacht damals?

00:16:29.840 --> 00:16:31.280
Speaker 0: Also ich glaube ich bin sehr.

00:16:33.640 --> 00:16:38.740
Speaker 0: Also ich glaube, ich bin jetzt nicht wesentlich besser als vielleicht ganz viele da draußen.

00:16:40.880 --> 00:16:53.080
Speaker 0: Ich glaube, ich war, ich habe das ja in meiner Gruppe, als ich damals angefangen habe mit siebzehn, achtzehn Jahren, da waren so viele tolle Schiedsrichter, die wirklich auch ganz viele Freunde von damals noch, ganz tolle Schiedsrichter, mit denen ich zeitgleich angefangen habe.

00:16:53.120 --> 00:16:59.760
Speaker 0: Das einzige, was mich zu denen unterschieden hat, war, ich habe halt Obwohl es mir damals überhaupt keinen Spaß gemacht hat.

00:16:59.800 --> 00:17:02.520
Speaker 0: Ich habe halt jede Trainingseinheit absolviert.

00:17:02.600 --> 00:17:04.640
Speaker 0: Ich war bei jeder Schiedsrichter Sitzung.

00:17:04.819 --> 00:17:06.579
Speaker 0: Ich war extrem verbindlich.

00:17:07.200 --> 00:17:08.740
Speaker 0: Man konnte sich auf mich immer verlassen.

00:17:08.900 --> 00:17:12.380
Speaker 0: Wenn ich gesagt habe, ich bin um zehn Uhr da, dann war ich meistens fünf Minuten vor zehn da.

00:17:13.000 --> 00:17:19.520
Speaker 0: Also letztendlich ist es vielleicht ein Stück weit die Disziplin, die Verbindlichkeit.

00:17:21.339 --> 00:17:28.880
Speaker 0: dass man sich halt auf mich damals schon und auch heute verlassen konnte, dass, wenn ich gesagt habe, ich ziehe das durch, dann bleibe ich auch dran.

00:17:29.180 --> 00:17:34.720
Speaker 0: Und egal, welche Widerstände dann auch kamen, ich habe es dann halt durchgezogen.

00:17:35.380 --> 00:17:45.160
Speaker 0: Und ich glaube, das ist schon wichtig in jungen Jahren, als junger Schiedsrichter, dass man, dass das Leute, die das dann entscheiden sehen, man kann sich auf den verlassen.

00:17:46.740 --> 00:17:53.020
Speaker 0: Der ist leidensfähig, hat aber gleichzeitig die Leidenschaft für das, was er macht.

00:17:53.560 --> 00:17:56.520
Speaker 0: Und die Leidenschaft für den Fußball und auch für die Schiedsrichterei hatte ich schon immer.

00:17:56.880 --> 00:18:08.940
Speaker 0: Also es war jetzt für mich was Außergewöhnliches, was Verbindendes, weil ich einfach dort wie so eine Familie um mich herum hatte.

00:18:09.280 --> 00:18:11.940
Speaker 0: Also es waren Menschen, die sich um mich gekümmert haben.

00:18:12.560 --> 00:18:23.280
Speaker 0: Mein damaliger Schiedsrichter, ob man der dann auch wirklich sich Spiele angeguckt hat und mir Hinweise gegeben hat, wie so eine schon fast wie eine Vaterrolle in der hatte.

00:18:23.520 --> 00:18:28.960
Speaker 0: Manfred Dölfel damals ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter, der leider viel zu früh verstorben ist.

00:18:29.660 --> 00:18:49.240
Speaker 0: Aber das waren dann natürlich schon so Momente, die mich eben dazu gebracht haben zu sagen, okay, Dieser Mensch hat mich begeistert damals oder mir die Energie gegeben und die Wertschätzung gegeben und das Gefühl gegeben, hey, ich kann was erreichen und ich bin dann dran geblieben.

00:18:49.280 --> 00:18:51.500
Speaker 0: und dieses Dramm bleiben ist, glaube ich, der Unterschied.

00:18:52.320 --> 00:18:54.240
Speaker 0: Weil ganz viele Leute geben halt zu früh auf.

00:18:54.560 --> 00:19:01.560
Speaker 0: Also sie, beim ersten Widerstand heißt es, es sind alles immer die äußeren Umstände.

00:19:02.300 --> 00:19:07.820
Speaker 0: Das ist ja auch in der Wirtschaft so, dann ist es der Markt und die gegebenen Heiten, warum bestimmte Sachen funktionieren.

00:19:07.860 --> 00:19:24.740
Speaker 0: Und ich glaube halt einfach, dass man irgendwie versuchen muss, sich Optionen aufzumachen, zu überlegen, was ist mein Beitrag zum Gelingen eines Projektes oder zum Gelingen einer Karriere oder zum Gelingen einer, was auch immer, Beziehung.

00:19:25.600 --> 00:19:36.760
Speaker 0: Und ich glaube, da sich zu hinterfragen und zu sagen, da dran zu bleiben, das ist, glaube ich, ... das was ich ... ... mache und ... ... und ich glaube,

00:19:36.940 --> 00:19:37.440
Speaker 1: dass ... ...

00:19:38.600 --> 00:19:39.620
Speaker 0: was ich schon immer gemacht habe.

00:19:39.700 --> 00:19:43.920
Speaker 0: Und ... ... letztendlich bin ich eben ... ... leidensfähig und ich bin halt fleißig.

00:19:44.000 --> 00:19:56.680
Speaker 0: Ich mach das halt, ich arbeite halt ... ... etwas mehr als der Durchschnitt vielleicht, aber ... ... es gibt aber auch noch mal ganz viele ... ... Leute da draußen ... ... die einen Wahnsinnsjob erledigen.

00:19:57.660 --> 00:20:05.200
Speaker 0: Ich bewundere Menschen, die einfach ... Allein im sozialen Bereich arbeiten, was die dort leisten.

00:20:06.640 --> 00:20:12.800
Speaker 0: Ich finde es immer so schwierig, wenn man davon spricht, dass Leute irgendwie erfolgreich sind.

00:20:12.880 --> 00:20:17.560
Speaker 0: Also diese Scheinwerfer im Bundesliga, die strahlen natürlich sehr häufig auf uns.

00:20:19.060 --> 00:20:23.200
Speaker 0: Aber es gibt da draußen, wenn wir im Sport bleiben, schied sich da die... die pfeifen.

00:20:23.260 --> 00:20:35.520
Speaker 0: zweihundertdreißig spiele im jahr im amateur fußball und ich kenne diese menschen und ich denke mir wenn du zweihundertdreißig spiele im jahr leiten würdest als schiedsichter in meinem alter dann würde ich glaube ich auseinanderfallen.

00:20:36.540 --> 00:20:47.780
Speaker 0: und der beitrag was dieser mensch ermöglicht dass junge menschen aber überhaupt einfach hobby sportler fußball spielen können So einen Beitrag habe ich nicht zum Fußball.

00:20:48.400 --> 00:20:53.540
Speaker 0: Und deswegen finde ich das total schade, dass solche Leute nicht noch mehr im Rampenlicht stehen.

00:20:53.940 --> 00:21:01.020
Speaker 0: Natürlich ist es eben damit verbunden, dass die Bundesliga eine wahnsinnige Präsenz genießt und dann damit auch die Schiedsrichter in der Bundesliga.

00:21:01.660 --> 00:21:07.800
Speaker 0: Aber man muss halt einfach wissen, da draußen gibt es so viele Menschen, die so viel leisten, aber eben nicht diese Wertschätzung genießen.

00:21:07.880 --> 00:21:10.260
Speaker 0: Und das gibt es eben auch in anderen Berufen.

00:21:10.940 --> 00:21:12.180
Speaker 0: Das muss man sich immer bewusst machen.

00:21:13.160 --> 00:21:17.120
Speaker 0: bleibt man immer schön auf dem Boden wirklich und auch demütig.

00:21:21.840 --> 00:21:34.260
Speaker 1: Jetzt ist es so, dass du davon gesprochen hast, diese Leidenschaft, viel Einsatz und diese Baharlichkeit, dieses dranbleiben, dass es viele Menschen gibt, die sich klar für irgendetwas begeistern.

00:21:34.300 --> 00:21:40.000
Speaker 1: Aber da fehlt es eben an dieser hundertprozentigen Leidenschaft, diesem Einsatz.

00:21:40.080 --> 00:21:41.560
Speaker 1: Und das wird ja kaum wahrgenommen.

00:21:41.600 --> 00:21:53.940
Speaker 1: Man sieht dann, aha, Der Dennis Aytekin ist jetzt an eine Stelle gekommen, aber diese vielen, vielen kleinen Schritte, diese vielen Mühsalen, diese vielen Armende, diese Zeit, die sehen wenige Menschen.

00:21:54.060 --> 00:22:06.400
Speaker 1: Das ist ja bei ganz, ganz vielen erfolgreichen Menschen in Anführungszeichen so, dass die im quasi unter dem Eisberg ganz, ganz viel vorneweg auch gemacht haben, getan haben.

00:22:07.300 --> 00:22:09.820
Speaker 1: oben an der Oberfläche erst mal gar nicht so sichtbar ist.

00:22:09.880 --> 00:22:17.960
Speaker 1: Und das ist etwas, glaube ich, was erfolgreiche Menschen erfolgreich in dem Sinne, dass sie wirklich das tun, was sie wollen, auch auszeichnet.

00:22:18.060 --> 00:22:23.060
Speaker 1: Also, dass diese kleinen Mühsal irgendwann auch belohnt werden.

00:22:23.120 --> 00:22:24.040
Speaker 1: Das glaube ich schon dran.

00:22:25.840 --> 00:22:26.200
Speaker 0: Ja, klar.

00:22:26.720 --> 00:22:39.800
Speaker 0: Also, ich glaube, es gibt ja so viele Beispiele, Sportler, aber auch andere Menschen, die... im Beruf Unfassbares geleistet haben und ganz viel passiert halt sozusagen im Dunkeln.

00:22:40.240 --> 00:22:51.020
Speaker 0: Also keiner sieht, dass man zu totalen Unzeiten irgendwelche Drehningseinheiten absolviert oder bis tief in die Nacht arbeitet.

00:22:51.160 --> 00:23:10.660
Speaker 0: Es gibt ja so erfolgreiche Unternehmer und Unternehmen, wo, wenn man sich dann ein bisschen mit der Vita der Leute beschäftigt, aufgebaut haben, dann sieht man, dass ganz viel eben tatsächlich, ja, du hast es jetzt mit einem Eisberg verglichen, letztendlich, dass ganz vieles im Verborgenen erst mal passiert.

00:23:10.720 --> 00:23:10.880
Speaker 1: Genau.

00:23:11.400 --> 00:23:20.760
Speaker 0: Und so ist es, glaube ich, auch bei Sportlern letztendlich, die absolut in die Spitze dann kommen wollen.

00:23:21.340 --> 00:23:25.060
Speaker 0: Da musst du halt einfach mehr machen als die anderen.

00:23:25.720 --> 00:23:28.960
Speaker 0: Und mir war es aber immer eine Sache, war mir immer wichtig.

00:23:29.080 --> 00:23:38.240
Speaker 0: Und das ist auch das, was sich so jungen Menschen, also mittlerweile mit sieben Vierzig bin ich ja in einem Alter, wo dann Leute mich auch mal hin und wieder mal um Rat fragen.

00:23:39.940 --> 00:23:40.340
Speaker 1: Und ja,

00:23:41.420 --> 00:24:18.040
Speaker 0: das ist dann schon auch sehr besonders, weil man sich selbst, ich denke mir immer, also der bin ich, dass ich irgendwelchen Menschen irgendwelche Ratschläge und sonstige Sachen erteilen kann, aber das ist dann schon, also ich mag es nicht, so ungefragte Ratschläge zu geben, da das ist furchtbar, also ich mag das immer selber auch nicht, wenn Leute glauben oder meinen irgendwelche Ratschläge verteilen zu müssen ohne Auftrag, also keinen Coaching ohne Auftrag sozusagen, aber tatsächlich ist es so, dass ich dass ich immer wieder dieses Gefühl habe, dass Leute natürlich für den Erfolg alles tun.

00:24:18.700 --> 00:24:26.540
Speaker 0: Aber eine Sache war mir dabei immer wichtig, also dass man wirklich versucht, besser zu sein als die anderen, aber nicht zu lasten der anderen.

00:24:27.320 --> 00:24:32.200
Speaker 0: Und das ist so eine so eine Prämisse, die für mich so ganz elementar ist.

00:24:32.300 --> 00:24:36.040
Speaker 0: Also besser sein als die anderen, aber nicht zu lasten der anderen.

00:24:36.100 --> 00:24:56.980
Speaker 0: Und ich sehe leider ganz viele Umfelder, wo eben von zulasten anderer Menschen Sachen erreicht werden oder Menschen ganz komisch behandelt werden oder von oben herab behandelt werden oder bewusst negativ behandelt oder schlecht behandelt werden.

00:24:57.340 --> 00:25:16.160
Speaker 0: und da denke ich mir, das wollte ich nie und da kann ich halt auch sagen, okay, ich habe im Sport zumindest alles dafür getan, dass ich natürlich erfolgreich werde, aber eben niemals zu Lasten von anderen Menschen, weil das fühlt sich dann nicht gut an und das fühlt sich auch nicht richtig an.

00:25:16.300 --> 00:25:43.940
Speaker 0: und das halt so für sich zu bewahren, das ist so auch eine ganz große Kunst aus meiner Sicht, auch bei diesem totalen Leistungsdruck, der existiert, dass man aber den Menschen oder die Menschen, um sich herum nicht vergisst und dieses Thema der Begegnung, Verbindungen, Schatten, weil die Leute erinnern sich irgendwann nicht mehr, ob du was erreicht hast, sondern sie erinnern sich an das Gefühl halt, was du ihnen vermittelt hast, was du vermittelt hast.

00:25:44.120 --> 00:25:51.700
Speaker 0: Und das ist, glaube ich, ein ganz, ganz wichtiger Faktor, der in meinem Leben eine Rolle spielt.

00:25:52.060 --> 00:26:04.540
Speaker 0: und da muss ich sagen, Da ist natürlich das, was Jürgen Klopter auch gesagt hat, natürlich richtig im Sinne von, also das nimmt einem niemand eine besondere Begegnung, eine besondere Verbindung.

00:26:04.620 --> 00:26:13.780
Speaker 0: Das kann mir ja keiner nehmen, egal ob ich, was ich sportlich erreicht habe oder nicht erreicht habe, aber bestimmte Momente kann mir und wird mir niemand nehmen können.

00:26:14.400 --> 00:26:21.780
Speaker 0: Und das ist eigentlich die Kunst, diese Momente viel mehr wertzuschätzen, als dann vielleicht an der ein oder anderen Stelle das reine Oberflächliche.

00:26:22.560 --> 00:26:23.840
Speaker 1: Ja, was willst du da lassen?

00:26:24.980 --> 00:26:26.980
Speaker 1: Das ist auch eine gute Frage.

00:26:27.740 --> 00:26:30.440
Speaker 1: Mir kam jetzt gerade eine Frage, die ich gar nicht so auf den Zettel hatte.

00:26:30.840 --> 00:26:38.600
Speaker 1: Aber als du so gesagt hast, mit den Begegnungen und nicht zu Lasten anderer, habe ich kurz dieses Schiff, diesen Dampfer DFB vorgestellt.

00:26:38.960 --> 00:26:45.780
Speaker 1: Als Schiedsrichter bist du ja schon, du hast zwar ein schiedsrichter Team, aber irgendwie gefühlt von außen Einzelkämpfer, wer schafft es, wer wird.

00:26:46.700 --> 00:26:48.620
Speaker 1: nach oben gezogen, wem traut man zu?

00:26:49.820 --> 00:26:50.580
Speaker 1: Wie schafft man das?

00:26:50.900 --> 00:26:58.120
Speaker 1: Deswegen da die Frage mal an dich in diesem System DFB so bei sich zu bleiben, seine Werte zu leben, sich treu zu bleiben.

00:26:59.000 --> 00:27:05.240
Speaker 1: Gleichzeitig aber auch eine gewisse Ambition auszustrahlen und ein Ehrgeiz, was ja total dazu gehört, weil ihr seid Sportler.

00:27:06.080 --> 00:27:18.120
Speaker 0: Also ich glaube, das ist natürlich... Wenn man in diesem Leistungsbereich, in den Lizenzfußball möchte, dann muss man einfach eine Sache absolut mitbringen.

00:27:18.680 --> 00:27:25.040
Speaker 0: Und die lautet, dass man den Fokus braucht, die Disziplin braucht, die Leidenschaft auch braucht.

00:27:26.820 --> 00:27:32.120
Speaker 0: Und da muss man dann einfach sehr viel opfern und auch bereit sein, diese extra Meile zu gehen.

00:27:32.560 --> 00:27:33.660
Speaker 0: Manche sind es nicht.

00:27:34.020 --> 00:27:35.000
Speaker 0: wirklich bereit.

00:27:35.280 --> 00:27:55.260
Speaker 0: Also ich höre dann schon manchmal von jüngeren Kollegen, schied sich dann die noch vielleicht noch in der Bayern-Regionalliga oder in dem Bereich agieren, die sagen ja, das wäre schon mein Ziel, aber sie wollen halt diese ganzen diesen riesen Aufwand auf sich nicht nehmen.

00:27:55.380 --> 00:28:04.280
Speaker 0: und es ist völlig berechtigt, dass natürlich der DFB und auch die Verantwortlichen sagen, okay, wir wollen, was ist zurzeit im modernen Fußball gefragt?

00:28:04.440 --> 00:28:12.040
Speaker 0: Es ist Athletik gefragt und wenn du heute in die Spitze willst, dann musst du atletisch auf dem Top-Level sein.

00:28:12.120 --> 00:28:16.960
Speaker 0: Du musst halt auch als Schiedsrichter ein totaler Athlet sein.

00:28:18.620 --> 00:28:24.560
Speaker 0: Im Fitnessbereich darfst du halt einfach nicht sei ich mal im Durchschnitt sein.

00:28:24.660 --> 00:28:25.700
Speaker 0: Das ist relativ einfach.

00:28:25.740 --> 00:28:29.320
Speaker 0: Du musst natürlich auch ein gewisses Fußballverständnis mitbringen.

00:28:29.360 --> 00:28:32.040
Speaker 0: Das ist auch sehr, sehr wichtig geworden mittlerweile.

00:28:32.520 --> 00:28:38.020
Speaker 0: Du kannst nicht einfach in so einem Musiker oder überhaupt in so ein Spiel reingehen und sagen, ach, wie spiel ich jetzt plötzlich?

00:28:38.200 --> 00:28:41.600
Speaker 0: Ach, das wusste ich gar nicht, dass die jetzt mit langen Bellen umschalten spielen.

00:28:41.640 --> 00:28:43.600
Speaker 0: Also du musst halt einfach nicht mit Fußball beschäftigen.

00:28:44.500 --> 00:28:53.060
Speaker 0: Und gleichzeitig musst du natürlich auch wissen, Wie viel Energie, wie viele Ressourcen habe ich zur Verfügung und wo geht diese Energie hin?

00:28:53.220 --> 00:28:58.600
Speaker 0: Wenn du natürlich zwanzig Sachen noch parallel machst, dann schaffst du das alles nicht mehr.

00:28:58.660 --> 00:29:08.000
Speaker 0: Und diese große Aufgabe und die große Herausforderung ist ja, in jungen Jahren den Fokus immer mehr natürlich in Richtung Schichterei, Fußball etc.

00:29:08.360 --> 00:29:13.680
Speaker 0: zu lenken, gleichzeitig aber, weil es natürlich eine gewisse Unsicherheit gibt, du weißt es ja nicht, ob du es nach oben schaffst.

00:29:14.240 --> 00:29:23.160
Speaker 0: und du dann letztendlich mehr oder minder hauptberuflich sozusagen Schiedsrichter wirst, musst du ja gucken, wie mange ich letztendlich meine Ausbildung, mein Studium, meine Arbeit.

00:29:23.620 --> 00:29:30.080
Speaker 0: Also das ist ein Spagat, was natürlich eine ganz besondere Herausforderung jetzt für die Jüngeren Schiedsrichter aktuell ist.

00:29:31.400 --> 00:29:37.720
Speaker 0: Und wenn man dann eben natürlich in der Bundesliga ist, da lautet die gewisse Fokus auf das Wesentliche.

00:29:37.940 --> 00:29:45.380
Speaker 0: Und das ist auch zum Beispiel eine der Gründe, dass ich für mich gesagt habe, okay, ich bin jetzt siebenvierzig geworden.

00:29:47.520 --> 00:30:01.080
Speaker 0: Ich werde jetzt Ende der Sonne dann achtundvierzig und es ist eine andere Lebensphase und ist der Fokus mit allen, was ich letztendlich so um mich rum habe, ist das noch zu hundert Prozent dem Fußball gewidmet oder gibt es hin.

00:30:01.440 --> 00:30:16.680
Speaker 0: also gibt es andere Menschen, die genau sich jetzt eben in der Bundesliga sich noch mehr fokussieren oder noch mehr den ja diese Leidenschaft Fußball jetzt da rein wachsen wollen.

00:30:16.820 --> 00:30:26.780
Speaker 0: und das waren alles auch unter anderem Gründe, wo ich gesagt habe, man muss auch mal bereit sein, Platz zu machen für andere Menschen, damit wir letztendlich größer werden können.

00:30:27.460 --> 00:30:29.780
Speaker 0: und so war das letztendlich auch für mich.

00:30:29.840 --> 00:30:44.860
Speaker 0: aber aus meiner Sicht sind da ganz viele Faktoren, die ich ihm erwähnt habe, wo man einfach als Schiedsrichter, wenn man eben in diese Lizenzfußballbereich reinkommen möchte und auch tatsächlich auch Opfern muss.

00:30:45.480 --> 00:30:47.380
Speaker 0: und manche sind es bereit und andere halt weniger.

00:30:48.020 --> 00:30:48.840
Speaker 1: Was ist mit Elbogen?

00:30:49.160 --> 00:30:51.260
Speaker 1: Hast du für deinen Weg Elbogen gebraucht?

00:30:51.880 --> 00:31:00.460
Speaker 1: Das ist ein Schlagwort für, also natürlich kann man darunter Durchsetzungsvermögen verstehen, aber auch so eine gewisse egozentrie.

00:31:00.540 --> 00:31:03.760
Speaker 1: Also es geht um mich, es geht um meinen Weg, es geht um meinen Erfolg.

00:31:06.460 --> 00:31:16.820
Speaker 0: Also ich habe ja gesagt, dass so mir dieses, also versuchen besser zu sein als die anderen, ist okay, aber nicht zu lasten der anderen.

00:31:17.720 --> 00:31:37.320
Speaker 0: Und ich habe das so für mich und das kann ich... Da kann ich mich im Spiegel anschauen und sagen, okay, ich habe nie zu Lasten von irgendwelchen anderen Kollegen mir irgendeinen Vorteil versucht zu verschaffen durch irgendwas, weil ich mir gedacht habe, ich muss jetzt das so oder so machen, damit der schlecht dasteht und ich besser dastehe.

00:31:38.200 --> 00:31:46.380
Speaker 0: Und vielleicht muss man das an der einen oder anderen Stelle, wenn man halt in die totale Weltspitze will, das ist dann vielleicht so.

00:31:47.300 --> 00:31:55.220
Speaker 0: Aber am Ende des Tages ist es so, Ich muss ja selber mit mir dann noch ein ganzes Leben lang leben.

00:31:55.600 --> 00:31:58.460
Speaker 0: Das heißt, ich möchte ein gutes Gefühl haben.

00:31:59.120 --> 00:32:08.200
Speaker 0: Und mir war es immer wichtig, dass ich im Team eine sehr, sehr gute Atmosphäre habe, dass meine Kollegen, die mit mir zusammenarbeiten, sich immer wie gewertschätzt fühlen.

00:32:09.400 --> 00:32:19.200
Speaker 0: Das ist nicht nur das Fühlen, sondern dass sie auch das sehen, dass ich sie wertschätze mit all ihren persönlichen Bedürfnissen letztendlich.

00:32:19.440 --> 00:32:29.940
Speaker 0: Und ich glaube, über die Jahre wenn man mit meinen Assistenten auch spricht oder mit Leuten, die mit mir zusammengearbeitet haben, die wissen, dass es mir sehr häufig auch um die Bedürfnisse der anderen geht.

00:32:31.140 --> 00:32:42.400
Speaker 0: Und vielleicht war ich an der einen oder anderen Stelle auch zu sehr mehr mit den anderen sozusagen beschäftigt und um das Wohl der anderen eher beschäftigt als um mein Wohl.

00:32:42.480 --> 00:32:44.180
Speaker 0: Aber ich bin halt so.

00:32:44.500 --> 00:32:48.560
Speaker 0: Ja, also ich fühle mich besser, wenn es den anderen gut geht.

00:32:49.660 --> 00:32:51.600
Speaker 0: und den Menschen gut geht, die um mich herum sind.

00:32:52.320 --> 00:32:56.520
Speaker 0: Wenn ich irgendein Beitrag leisten kann, dann freue ich mich ehrlicherweise umso mehr.

00:32:57.260 --> 00:33:03.740
Speaker 0: Vielleicht ist das ja auch eine Form des Egoismus, wenn man letztendlich versucht, dass es den anderen ja auch ganz gut geht.

00:33:04.440 --> 00:33:14.140
Speaker 0: Aber ich kann zumindest schon behaupten, dass ich jetzt nicht mit Ellenbogen-Mentalität mich in irgendeine Liga da manövriert habe.

00:33:14.460 --> 00:33:19.040
Speaker 0: Natürlich entscheide ich ja auch nicht am Ende des Tages, wer danach, wer den nächsten Schritt macht.

00:33:19.840 --> 00:33:22.880
Speaker 0: Aber das ist so, zumindest meine Perspektive.

00:33:22.980 --> 00:33:33.840
Speaker 0: Es gibt aber mit Sicherheit den einen oder anderen oder auch andere Leute, die sagen, naja, so an der einen oder anderen Stelle wäre so ein bisschen mehr inbogen, vielleicht auch sogar ganz sinnvoll.

00:33:34.920 --> 00:33:38.040
Speaker 0: Und das ist aber, wie gesagt, eine individuelle Perspektive von mir.

00:33:40.300 --> 00:33:43.860
Speaker 1: Ja, wollte ich einfach nochmal mal wissen und es geht also auch ohne.

00:33:44.900 --> 00:33:49.720
Speaker 1: Hörst daraus und wir haben gerade so zu Beginn richtig oder falsch.

00:33:50.380 --> 00:33:52.100
Speaker 1: Spannendes Thema für ein Schiedsrichter.

00:33:52.960 --> 00:33:58.160
Speaker 1: Das andere, was ich natürlich mit deinem Beruf und einer Tätigkeit verbinde, ist Autorität.

00:33:59.160 --> 00:34:02.740
Speaker 1: Wolltest du erst mal so ein Wort, so sperrig?

00:34:03.740 --> 00:34:06.220
Speaker 1: Wer will schon irgendwie autoritär sein?

00:34:06.940 --> 00:34:09.560
Speaker 1: Autorität zu sein, das hört sich schon wieder anders an.

00:34:10.540 --> 00:34:12.760
Speaker 1: Ihr Schiedsrichter, ihr solltet.

00:34:13.820 --> 00:34:18.219
Speaker 1: eine Autorität sein, weil so eine Autorität gehört, dass man sie respektiert.

00:34:20.080 --> 00:34:22.600
Speaker 1: So würde ich es jetzt mal in einem ersten Satz verstehen.

00:34:22.639 --> 00:34:30.440
Speaker 1: Trotzdem ist es ja so ambivalent, weil mit einem autoritären Dasein macht man sich auch nicht mehr Freunde.

00:34:30.520 --> 00:34:36.020
Speaker 1: Das heißt, man bringt ja schon was mit, tut man sich schwer, mal dazwischen zu hauen, autoritäres Auftreten.

00:34:38.340 --> 00:34:39.639
Speaker 1: hat eine gewisse Ausstrahlung auf.

00:34:39.699 --> 00:34:44.360
Speaker 1: Wenn ihr auf den Platz kommt, passiert erst mal ganz viel mit Körpersprache, wie nicht man euch war.

00:34:44.420 --> 00:34:47.440
Speaker 1: Da muss man auch so eine autoritäre Ausstrahlung haben.

00:34:47.480 --> 00:34:52.699
Speaker 1: Und deswegen mal so die Frage, wie hat sich das für dich verändert im Laufe der Jahre?

00:34:54.380 --> 00:34:57.120
Speaker 1: Autorität, autoritär sein für dich.

00:34:58.960 --> 00:35:11.060
Speaker 0: Also ich würde sagen, in ganz jungen Jahren wird ja einem auch beigebracht, wie du Autorität wirken kannst auf dem Fußballfeld als Schiedsrichter zum Beispiel, als junger Schiedsrichter.

00:35:11.100 --> 00:35:17.320
Speaker 0: Und dann fängst du an, irgendwelche gesticken und körpersprachlichen Elemente da zu verwenden.

00:35:18.320 --> 00:35:24.160
Speaker 0: Und dann merkst du irgendwie, okay, also eigentlich bin ich das ja nicht.

00:35:24.600 --> 00:35:31.840
Speaker 0: Und irgendwann entwickelt man, und das ist eben die ganz große Kunst aus meiner Sicht an die natürliche Autorität.

00:35:32.520 --> 00:35:57.940
Speaker 0: Das heißt, wo du nicht dich in irgendeiner Form aufgesetzt beweisen muss, sondern du kommst auf den Platz und es herrscht letztendlich eine natürliche Autorität, die aber nicht heißt, dass du unnahbar bist oder dass du unfehlbar bist, sondern das ist eine natürliche Autorität, die Verbindung zum Menschen erlaubt.

00:35:58.840 --> 00:36:00.660
Speaker 0: aber gleichzeitig die Klarheit hat.

00:36:02.880 --> 00:36:10.700
Speaker 0: Die Leute sagen mir manchmal, du bist so beliebt und so nahbar und du willst das so.

00:36:12.120 --> 00:36:17.340
Speaker 0: Ehrlicherweise, ich habe eine Vorgabe oder eine Sache, die ich immer mache.

00:36:17.480 --> 00:36:22.260
Speaker 0: Ich will immer klar sein in der Sache, aber den Menschen vernünftig und herzlich behandeln.

00:36:23.080 --> 00:36:25.520
Speaker 0: Und das darf man nicht mit Beliebtheit verwechseln.

00:36:25.660 --> 00:36:32.460
Speaker 0: Also ich versuche immer klar zu sein in meiner Entscheidung, aber die Leute gesichtswahnt aus dem Gespräch lassen.

00:36:32.660 --> 00:36:34.340
Speaker 0: Und das können manche eben nicht.

00:36:34.580 --> 00:36:39.020
Speaker 0: Also wenn einer am Boden liegt, dann trete ich den halt nicht kaputt, das macht man halt nicht.

00:36:39.240 --> 00:36:58.500
Speaker 0: Und zwar nicht in der Berufswelt, das passiert aber in der Berufswelt, in der Politik, passiert es immer noch, dass Leute, andere Menschen nicht gesichtswahnt aus dem Gespräch lassen, sondern... Die sind dann, sag ich mal, völlig zerstört und bei denen lässt man ja dann auch so ein ganz furchtbares Gefühl zurück.

00:36:58.640 --> 00:37:05.020
Speaker 0: Und mein Bestreben ist immer in der Sache klar, den Menschen herzlich behandeln und das geht auch auf den Fußballfeld.

00:37:05.700 --> 00:37:23.100
Speaker 0: Und es hat nichts mit Beliebtheit, Streben nach sonst was zu tun, sondern es hat was... mit einer Denke zu tun, dass ich sage, ich glaube an Verbindungen zu Menschen und wenn ich eine Verbindung habe, dann akzeptieren Menschen auch mal eine Entscheidung, die gegen sie läuft.

00:37:24.100 --> 00:37:41.060
Speaker 0: Und das ist, glaube ich, so die Philosophie, die dahinter steckt, dass ich einfach merke, je Autorität, je künstlich autoritärer man auftritt, desto weniger Akzeptanz hat man, weil sich die Leute denken, was ist das für einer?

00:37:41.800 --> 00:37:50.900
Speaker 0: So, und wenn ich eine gewisse Verbindung habe, eine gewisse, eine natürliche Autorität habe, dann akzeptieren die Menschen auch mal eher.

00:37:51.500 --> 00:38:11.640
Speaker 0: und dann passiert ein Phänomen, dass man, wenn man über Jahre natürlich Verbindungen pflegt, mit den Leuten, die man auf dem Fußballfeld steht, wenn man sich vernünftig mit denen auseinandersetzt, dann kommt man irgendwie wieder zum Spielort und die Leute sagen, ach du bist heute da, ja da kann ja nichts passieren.

00:38:12.200 --> 00:38:41.900
Speaker 0: Ja, also es passiert trotzdem was, also ich mache ja genauso, also wir machen ja alle Fehler, aber man hat schon mal so ein Grundvertrauen und das ist aus meiner Sicht die absolute Bedingung langfristig, nachhaltig, Führung zu leben, dass Menschen einem vertrauen und wenn du kein Vertrauen hast und das über eine unnatürliche Autorität aufgesetzte Körpersprache versucht zu auf den Platz zu bringen.

00:38:42.180 --> 00:38:47.060
Speaker 0: Also wenn man jetzt auf dem Platz bleiben das gilt aber auch ja im kompletten Management Kontext.

00:38:49.460 --> 00:38:56.460
Speaker 0: Dann verlierst du letztendlich die Menschen auf den Weg und dann verlierst du die Akzeptanz und das ist dann natürlich eine.

00:38:57.580 --> 00:39:03.580
Speaker 0: Dann werden Spiele schwer, dann werden aber auch Teams in Unternehmen schwer zu führen.

00:39:04.020 --> 00:39:11.180
Speaker 0: Und da sind wahnsinnig viele Parallelen zwischen dem Fußballfeld und auch in Unternehmenskontext.

00:39:11.820 --> 00:39:21.460
Speaker 0: Und deswegen glaube ich eben an eine natürliche Autorität, die zugänglich ist, die zu einer Person selbst passend ist.

00:39:21.780 --> 00:39:24.660
Speaker 0: Das muss aber jeder selber für sich herausfinden, was ist.

00:39:24.880 --> 00:39:27.560
Speaker 0: eigentlich die eigene Persönlichkeit.

00:39:29.380 --> 00:39:34.640
Speaker 1: Und ich will kurz nochmal den einen Aspekt hervorheben.

00:39:35.020 --> 00:39:47.760
Speaker 1: Diese Klarheit, die du benennst in Verbindung mit der Verbindung zu den Menschen, diese Klarheit, die setzt ja voraus, dass du bereit bist für ein negatives Gefühl.

00:39:48.900 --> 00:39:49.100
Speaker 0: Genau.

00:39:49.580 --> 00:39:50.480
Speaker 1: Auf der anderen Seite.

00:39:50.620 --> 00:39:52.020
Speaker 1: Also das gehört ja dazu.

00:39:53.620 --> 00:39:55.540
Speaker 1: Und das steht ja für eine gewisse Stärke auch.

00:39:55.580 --> 00:40:00.900
Speaker 1: Also ich bin bereit, diese Beziehung mal für einen kurzen Moment aufs Spiel zu setzen.

00:40:03.200 --> 00:40:03.620
Speaker 0: Wenn du das

00:40:03.720 --> 00:40:07.440
Speaker 1: über eine gewisse Zeit machst, dann bist du authentisch, weil du stehst zu dir.

00:40:07.580 --> 00:40:10.020
Speaker 1: Du sanktionierst an der Stelle, wo es das braucht.

00:40:10.420 --> 00:40:13.500
Speaker 1: Du gehst aber auch auf die Menschen zu, die dann deine Hilfe benötigen.

00:40:13.540 --> 00:40:14.660
Speaker 1: Das ist ja so dieser Spagat.

00:40:14.780 --> 00:40:20.300
Speaker 1: Aber dieser Aspekt ist, ja, ich mache mir in dem Moment keinen Freund auf der anderen Seite.

00:40:22.580 --> 00:40:29.800
Speaker 1: wirklich ein Grundübel ist, weil das Bedürfnis ist ja eigentlich immer erst mal so, hey, ich will gemocht werden.

00:40:31.900 --> 00:40:35.160
Speaker 0: Ja, wir Menschen wollen ja dazugehören, das ist ja evolutionär bedingt.

00:40:35.780 --> 00:40:40.140
Speaker 0: Das haben ja die Leute schon hunderttausendmal wahrscheinlich gehört, dass man ja immer zu dieser Gruppe gehören möchte.

00:40:40.840 --> 00:40:41.940
Speaker 0: So ist es ja bei allen.

00:40:42.820 --> 00:40:52.700
Speaker 0: Aber wichtig ist aus meiner Sicht in so einer Rolle insbesondere als Schiedsrichter oder als Führungskraft oder als Mensch, der halt entscheidet, dass man sich schon seiner Rolle bewusst wird.

00:40:52.760 --> 00:41:11.580
Speaker 0: und die Rolle eines Entscheiders ist eben, da gehört es eben dazu, dass man auch mal eine Entscheidung trifft, die sehr hart ist und vielleicht auch gegen eine Person und dann in einem Moment riskiert man, dass die Beziehung sozusagen dann auch leidet.

00:41:12.140 --> 00:41:32.280
Speaker 0: Aber die große Kunst ist es und das ist das, was ich meine, Gesichtswahnt aus den Gesprächen rausgehen, wenn die Menschen dann verstehen, warum man das gemacht hat, ihnen letztendlich auch eine gewisse Erklärung liefert, versucht Brücken zu bauen, zu beschreiben, warum man jetzt so eine Entscheidung trifft.

00:41:33.380 --> 00:41:37.480
Speaker 0: Dann akzeptieren Menschen das auch mal, wenn es mal schwierig wird.

00:41:37.980 --> 00:41:42.140
Speaker 0: Aber die Grundvoraussetzung ist, ich brauche eine stabile Brücke zu den Menschen.

00:41:43.620 --> 00:41:45.700
Speaker 0: Also wenn ich keine Verbindung zu den Menschen habe.

00:41:46.300 --> 00:41:50.800
Speaker 0: dann werden die niemals auch eine Entscheidung von mir akzeptieren oder sehr schwer akzeptieren.

00:41:52.160 --> 00:41:53.660
Speaker 0: Aber dann habe ich je keine Beziehungsebene.

00:41:53.920 --> 00:42:10.220
Speaker 0: und das passiert halt leider in ganz vielen Umfeldern, also sei es in Unternehmenskontext, dass Führungskräfte keine Verbindung zu den Leuten haben, die sie führen, oder eben auch auf dem Fußballkontext, als steht es sich, da brauchst du in irgendeiner Form eine Verbindung zu den Menschen, die auf dem Platz rumlaufen.

00:42:10.380 --> 00:42:15.740
Speaker 0: Und das hat nichts... damit zu tun, dass ich da nicht mehr objektiv bin.

00:42:15.900 --> 00:42:18.260
Speaker 0: Aber ich muss ja wissen, mit wem habe ich es zu tun?

00:42:18.460 --> 00:42:20.800
Speaker 0: Wie ist der, in welchem emotionalen Zustand ist der gerade?

00:42:21.520 --> 00:42:22.960
Speaker 0: Und damit muss man sich eben beschäftigen.

00:42:23.780 --> 00:42:30.180
Speaker 0: Und das ist eben die ganz große Kunst aus meiner Sicht, das Leaderships auf dem Fußballfeld.

00:42:31.700 --> 00:42:32.860
Speaker 1: Dafür braucht es Zeit.

00:42:33.300 --> 00:42:36.940
Speaker 1: Man muss sich Zeit nehmen und man muss sich ja auch interessieren.

00:42:37.340 --> 00:42:40.160
Speaker 1: Es darf einem nicht egal sein, wie der andere sich fühlt.

00:42:41.600 --> 00:42:48.680
Speaker 0: Und man muss... seine eigenen Gefühle und Emotionen, also man muss diesen gefühlen Emotionen bewusst sein.

00:42:48.920 --> 00:43:02.620
Speaker 0: Also ganz viele Leute sind ja zum Beispiel nicht respektlos oder interessieren sich weniger für die Menschen absichtlich, sondern nur weil wir selber gestresst sind, übersehen wir.

00:43:03.020 --> 00:43:04.180
Speaker 0: ganz viele Parameter.

00:43:04.700 --> 00:43:13.940
Speaker 0: So, und wenn ich weiß, dass ich selber gestresst bin, muss ich halt irgendwelche Methoden entwickeln, wie ich mich wieder zurückbalanciere, um wieder offen zu sein für die Begegnung, offen zu sein für den Menschen.

00:43:14.820 --> 00:43:21.320
Speaker 0: Und wenn ich halt Menschen führe, egal ob in einem Unternehmen oder auf dem Fußballfeld, dann brauche ich ein Interesse für die Menschen.

00:43:23.800 --> 00:43:28.000
Speaker 0: Ich ziehe meine Regeln durch und entscheide und alles andere ist mir egal.

00:43:28.160 --> 00:43:29.660
Speaker 0: Das ist sehr, sehr schwer.

00:43:29.960 --> 00:43:32.600
Speaker 0: Also das ist schwer auszuhalten über die Jahre.

00:43:33.500 --> 00:43:36.200
Speaker 0: Und da entwickelt sich auch keine Beziehungsebene.

00:43:37.620 --> 00:43:48.400
Speaker 0: Und deswegen glaube ich, man braucht einfach eine gewisse Verbindung zu den Leuten, mit denen man interagiert.

00:43:48.480 --> 00:43:51.700
Speaker 0: Und ich fühle mich ja auch als ein Teil der Fußballfamilie.

00:43:53.860 --> 00:44:11.400
Speaker 0: Also dieses Gefühl, ein Teil der Fußballfamilie zu sein, natürlich in einer anderen Rolle, natürlich manchmal mit Entscheidungen, die auch mal gegen einen gerichtet sind, aber nie gegen die Person, sondern das Verhalten wird konsequent bestraft, aber die Person vernünftig behandelt.

00:44:11.640 --> 00:44:13.040
Speaker 0: Das ist der große Unterschied.

00:44:13.580 --> 00:44:18.340
Speaker 0: Verhalten bestrafen, aber die Person letztendlich vernünftig behandeln.

00:44:18.920 --> 00:44:22.920
Speaker 0: so versuche ich das in irgendeiner Form hinzukriegen, gelingt natürlich auch nicht immer.

00:44:23.040 --> 00:44:33.400
Speaker 0: Also es ist leider, ist man ja selber dann auch mal emotionalisiert und gestresst und dann kann man sich selber nicht ausbalancieren und dann passieren auch Fehler.

00:44:34.320 --> 00:44:37.940
Speaker 0: Da ärgern wir uns am meisten letztendlich oder ich ärgere mich am meisten, wenn ich dann Fehler mache.

00:44:38.460 --> 00:44:50.740
Speaker 1: Ja, trotzdem zu hören, wirklich das Rezept so wie, wie ist Dennis Altekind zu so einem guten als auch beliebten, ohne dass es jetzt beliebig ist.

00:44:50.800 --> 00:45:01.460
Speaker 1: Aber du bist tatsächlich, gehörst zu denen, die man am Gänsten sieht und auch als Zielsystem eigenen Stadien haben

00:45:01.520 --> 00:45:01.700
Speaker 0: will.

00:45:02.500 --> 00:45:24.920
Speaker 1: Und trotzdem gab es einen Moment in einer Karriere, der ist schon wirklich länger her und man kann sich es eigentlich gar nicht mehr vorstellen, der mit Sicherheit für einen ... für eine Veränderung gesorgt hat und dich auch erst mal ... ... knallhart erwischt hat, ... ... in den Spielen ... ... zum unbeliebtesten Schiedsrichter ... ... des Jahres gewählt.

00:45:25.780 --> 00:45:25.880
Speaker 1: Ja.

00:45:26.300 --> 00:45:28.820
Speaker 1: Ich meine, geht es noch schlimmer ... ... oder wie?

00:45:29.020 --> 00:45:38.040
Speaker 1: Also zwei Fragen, Dennis, ... ... was hat es mit dir gemacht ... ... und was hast du daraus ... ... gelernt ... ... und verändert?

00:45:38.400 --> 00:45:38.440
Speaker 1: Ja.

00:45:39.460 --> 00:45:54.540
Speaker 0: Was hat es mit mir gemacht, natürlich, wenn du ... Also ich rede ja von dem Begriff der Fußballfamilie und wenn du dann von der Fußballfamilie so abgestraft wirst, dann hinterfragst du natürlich, hinterfragst du, warum ist das so?

00:45:55.240 --> 00:45:55.880
Speaker 1: Nicht natürlich.

00:45:55.980 --> 00:45:56.880
Speaker 1: Entschuldigung, Dennis.

00:45:57.180 --> 00:45:57.780
Speaker 1: Nicht natürlich.

00:45:58.340 --> 00:45:59.160
Speaker 0: Ja, stimmt.

00:45:59.340 --> 00:46:01.500
Speaker 0: Ja, da gebe ich direkt nicht natürlich.

00:46:02.660 --> 00:46:04.580
Speaker 0: Ich bin so einer, ich fange immer erst mal bei mir an.

00:46:05.300 --> 00:46:08.080
Speaker 0: Also ich überlege mir, warum?

00:46:08.760 --> 00:46:11.080
Speaker 0: kritisieren Leute mich oder warum beschweren sich Leute oder was?

00:46:11.580 --> 00:46:12.820
Speaker 0: was ist mein Beitrag?

00:46:13.440 --> 00:46:19.800
Speaker 0: also das ist wirklich immer die allererste frage egal wie richtig ich liege egal wie das vermeintlich okay ist.

00:46:19.860 --> 00:46:21.840
Speaker 0: was da passiert ist reifachlich.

00:46:22.240 --> 00:46:27.640
Speaker 0: wenn jemand mich kritisiert frage ich mich als allererstes was ist mein beitrag?

00:46:28.120 --> 00:46:38.560
Speaker 0: war meine gestik komisch wirklich arrogant wirklich waser sich ich meine ich bin halt ein sieben neunzig groß habt ziemlich viele falten und dann Wirkt das manchmal sehr dominant?

00:46:39.980 --> 00:46:41.740
Speaker 0: Oder wenn ich normal schaue, schaue ich halt böse.

00:46:41.940 --> 00:46:43.220
Speaker 0: Ich kann nichts dafür.

00:46:43.400 --> 00:46:48.700
Speaker 0: Also das ist wirklich einfach so gegeben und dann muss ich mir das bewusst sein.

00:46:48.760 --> 00:46:57.880
Speaker 0: Und als das natürlich, als ich da eben zum einen der schlechtesten oder unbeliebtesten Schiedsrichter gewählt wurde, da stellst du dir schon die Frage, was ist mein Beitrag?

00:46:57.980 --> 00:47:06.820
Speaker 0: Und da ging für mich schon so diese Reise los, sich selbst zu hinterfragen, zu überlegen, okay, Fachliche Expertise alleine reicht nicht aus.

00:47:07.160 --> 00:47:25.920
Speaker 0: und um quasi, also gibt es ja ganz tolle auch Leadership, also wissenschaftliche Studien dazu, dass die reine fachliche Expertise nicht ausreicht, um in der, ich sag mal, in der Spitze als Führungskraft zu agieren, als Lieder zu agieren.

00:47:26.520 --> 00:47:31.240
Speaker 0: Da gibt es eben andere Komponenten, emotionale Intelligenz.

00:47:32.960 --> 00:47:35.580
Speaker 0: Das sind so Themen, mit denen man sich auseinandersetzen muss.

00:47:35.640 --> 00:47:41.060
Speaker 0: Man muss sich selber auseinandersetzen, wie wirke ich wann, warum wirke ich jetzt plötzlich so?

00:47:41.760 --> 00:47:46.140
Speaker 0: Und was ist der Trigger, dass ich plötzlich... aus meiner Haut fahr und die Leute so anschrei.

00:47:46.320 --> 00:47:51.860
Speaker 0: Und früher habe ich halt jede Rückfrage eines Spielers als Angriff auf meine Person gewertet, beispielsweise.

00:47:52.160 --> 00:47:57.800
Speaker 0: Also da, wenn ein Spieler mich irgendwie ganz normal was gefragt hat, nach einer Entscheidung habe ich die halt angefahren.

00:47:58.880 --> 00:48:05.820
Speaker 0: Ohne Not, weil jetzt sehe ich die Spieler eher so als Leute, die vielleicht noch was wissen wollen.

00:48:06.060 --> 00:48:29.960
Speaker 0: Natürlich immer in bestimmten Grenzen, also es ist ja keine Diskussionsforum auf dem Fußballfeld, sondern wir müssen ja auch eine gewisse Klarheit haben, aber da trotzdem noch einen Zugang zu gewähren und zu sagen, also Sachen mal vernünftig zu erklären und das habe ich früher halt nicht gemacht und das wird dann natürlich von den Menschen auch und von den Spielern dann entsprechend gewürdigt.

00:48:30.080 --> 00:48:38.720
Speaker 0: in Anführungsstrichen und das war eben schon ein negativer Moment und da habe ich mich dann mit ganz vielen Sachen beschäftigt.

00:48:41.160 --> 00:48:44.300
Speaker 0: Ich gucke ja immer über die Grenzen vom Fußball raus.

00:48:44.500 --> 00:48:50.280
Speaker 0: Also ich beschäftige mich ja mit Verhaltenstherapeuten, mit Verhaltensforschern, mit Körpersprachenexperten, mit Hirnforschern.

00:48:51.600 --> 00:49:05.380
Speaker 0: Also das macht mir totale Freude, wenn man mit solchen Experten, mit Wissenschaftlern sich zusammensetzt und diskutiert, Inhalte entwickelt und überlegt, was können die mir für meine Arbeit letztendlich geben?

00:49:05.660 --> 00:49:17.160
Speaker 0: Weil es wäre ja viel zu... einfach zu sagen, ich und unser Fußballbubble, ich finde jetzt die Lösung, weil da draußen gibt es ja so intelligente und tolle Menschen, die sich mit allen möglichen Sachen beschäftigen.

00:49:17.740 --> 00:49:24.200
Speaker 0: Und ich beschäftige mich halt seit Jahren mit Verhaltenstherapie, mit warum Menschen sich wie verhalten.

00:49:24.400 --> 00:49:28.520
Speaker 0: Was macht man, um Leute dann etwas wieder zu beruhigen, wenn sie aufgebracht sind?

00:49:28.620 --> 00:49:34.340
Speaker 0: Also es sind halt einfach tausend Sachen, die ich quasi im Fußball sehe.

00:49:35.160 --> 00:49:51.620
Speaker 0: dann aber aus der Wissenschaft vielleicht rüber mir die Inhalte holen und das dann gepaart, Versuche in meine Arbeit auf dem Fußballfeld zu integrieren, aber natürlich auch im unternehmerischen Kontext, weil da wiederum bietet der Fußball wahnsinnig schöne Bebeispiele.

00:49:51.920 --> 00:50:00.060
Speaker 0: Also diese Analogien aus dem Fußball sind natürlich für den Unternehmenskontext sehr, sehr schön und da sind mir halt einfach eine gewisse Tiefe wichtig.

00:50:00.740 --> 00:50:06.360
Speaker 0: dass man nicht nur Geschichten erzählt, wenn man auf der Bühne als Speaker steht, sondern auch eine gewisse Substanz hat.

00:50:07.500 --> 00:50:09.540
Speaker 0: Und da arbeite ich eben seit Jahren mit Leuten zusammen.

00:50:10.780 --> 00:50:16.160
Speaker 1: Also, was ich höre, dass dieser Zugang zu den Akteuren, dass du das auf eine ganz andere Ebene

00:50:16.980 --> 00:50:17.320
Speaker 0: gehoben

00:50:17.380 --> 00:50:17.600
Speaker 1: hast.

00:50:19.840 --> 00:50:21.700
Speaker 1: Und das fängt ja schon bei den Namen an.

00:50:21.780 --> 00:50:24.760
Speaker 1: Also ich habe das selbst als Spieler in der dritten Liga damals erlebt,

00:50:24.860 --> 00:50:25.280
Speaker 0: als ich zum

00:50:25.460 --> 00:50:31.820
Speaker 1: ersten Mal tatsächlich wahrgenommen habe, dass ein Schiedsrichter, und das war damals Felix Brüch, der hat mich mit Namen angesprochen.

00:50:32.180 --> 00:50:45.940
Speaker 1: Und ich habe eine Wirkung gespürt, wo ich mich gefragt habe so, aha, wenn das bei mir so eine Wirkung hat, dass ein... diese Autorität auf mich zukommt und sagt Herr Zitunid und mich ganz nett angesprochen hat, obwohl ich gerade ein Faul begangen habe, habe ich mir gedacht, das ist andersrum genauso.

00:50:46.020 --> 00:50:57.200
Speaker 1: Und ich habe dann damals mir vor jedem Spieltag im Kicker den Namen des Schiedsrichters notiert und habe dann samstags, sonntags bin ich immer zum Schiedsrichter vor dem Spiel gegangen und habe ihn mit Namen begrüßt.

00:50:57.240 --> 00:51:05.340
Speaker 1: Das war dann, habe ich dann noch die letzten zwei, drei Jahre meiner Karriere noch hinbekommen und habe jetzt... für mich gemerkt, das hat eine wahnsinnige Wirkung gehabt.

00:51:05.460 --> 00:51:10.880
Speaker 1: Und ich habe tatsächlich, glaube ich, an vielen Stellen nicht die gelbe Karte kassiert, weil da was passiert ist.

00:51:10.920 --> 00:51:13.340
Speaker 1: Und deswegen, wir hören am liebsten unsere eigene Namen.

00:51:13.420 --> 00:51:17.020
Speaker 1: Das habe ich damals mit ein bisschen über dreißig tatsächlich gelernt.

00:51:17.060 --> 00:51:21.000
Speaker 1: Also es war nur ein kleines Element, aber das ist dieser Zugang zueinander.

00:51:21.500 --> 00:51:23.880
Speaker 0: Ja, also Menschen wollen sich halt gesehen fühlen.

00:51:23.960 --> 00:51:24.440
Speaker 0: Das ist ja so.

00:51:24.660 --> 00:51:39.420
Speaker 0: Also das ist ja das, was also die Definition von Respekt ist ja... eben respiziere den anderen rückblicken den anderen wahrnehmen sehen und nichts anderes geht es.

00:51:39.920 --> 00:51:40.840
Speaker 0: und das ist ja die.

00:51:41.060 --> 00:51:57.440
Speaker 0: also sage ich mal sehr einfach zu sagen okay ich könnte mir vielleicht mal den namen von den menschen mit dem mal zu interagieren das ist ja das ist ja sage ich mal so ein ganz einfacher und kleiner baustein und ganz viele machen das halt nicht.

00:51:57.940 --> 00:52:00.700
Speaker 0: und wenn du dann Nummer fünf, kommen Sie hierher.

00:52:02.540 --> 00:52:04.120
Speaker 0: Was anderes, als wenn du den Navi sagst.

00:52:04.400 --> 00:52:17.460
Speaker 0: Und deswegen glaube ich schon, dass das sind halt so Feinheiten oder Kleinigkeiten, die letztendlich im Zwischenmenschlichen so eine große Rolle spielen oder halt ganz banal die Leute mal anzuschauen.

00:52:18.120 --> 00:52:24.760
Speaker 0: Also, wie oft stehe ich manchmal bei der Platzwahl und natürlich sind Leute dann angespannt

00:52:24.840 --> 00:52:24.920
Speaker 0: etc.,

00:52:25.240 --> 00:52:27.600
Speaker 0: aber manche Schauen einen dann selten an.

00:52:27.880 --> 00:52:31.220
Speaker 0: Also weil sie gerade vielleicht sonst wo gedanklich sind, verstehe ich ja auch.

00:52:32.620 --> 00:52:36.820
Speaker 0: Da war ich früher selber auch so, dass ich dann gedanklich sonst wo war und ich habe die Leute halt nicht gesehen.

00:52:37.200 --> 00:52:41.060
Speaker 0: Und das ist dann natürlich nicht so angenehm und nicht so schön für meinen Gegenüber.

00:52:41.800 --> 00:52:43.120
Speaker 0: Da ist es viel schöner natürlich.

00:52:43.680 --> 00:52:51.280
Speaker 0: zu merken oder interessiert sich einer für mich und der schaut mich auch noch an, wenn ich mit dem rede und der sagt auch noch guten Tag und auf Wiedersehen und mein Namen kennt er auch noch.

00:52:51.380 --> 00:52:52.600
Speaker 0: Also das ist ja perfekt.

00:52:52.960 --> 00:52:53.840
Speaker 0: Was ist denn heute los?

00:52:54.180 --> 00:53:02.120
Speaker 0: Also das sind halt alles so Sachen, die kriegt man dann hin, wenn man selber emotional ausbalanciert ist.

00:53:02.260 --> 00:53:08.480
Speaker 0: Also letztendlich nicht die ganze Zeit im Überlebensmodus kämpft und das ist ja als junger Schichtsichter.

00:53:09.660 --> 00:53:12.760
Speaker 0: Kommst du auf so einen Platz und da geht es in Anführungsstrichen.

00:53:13.040 --> 00:53:15.900
Speaker 0: Also um diesen Überlebensmo.

00:53:16.040 --> 00:53:18.880
Speaker 0: Also du bist so gestresst, weil du willst ein gutes Spiel machen.

00:53:19.460 --> 00:53:21.860
Speaker 0: Du bist angespannt und du willst alles perfekt machen.

00:53:22.800 --> 00:53:24.460
Speaker 0: Und dann vergisst du die Menschen um dich rum.

00:53:25.300 --> 00:53:28.140
Speaker 0: Nichts anderes ist ja bar auch bei einem Spieler.

00:53:28.200 --> 00:53:34.480
Speaker 0: Ein junger Spieler, der nicht so erfahren ist, der geht aufs Spiel und denkt sich, ich will alles geben, ich bin voll im Tunnel fokussiert.

00:53:35.080 --> 00:53:37.760
Speaker 0: Und dann vergisst du halt ganz viel, was da draußen passiert.

00:53:38.540 --> 00:54:13.500
Speaker 0: Und das ist, glaube ich, so jetzt wirklich mit der Erfahrung rückblickend, wenn man da drauf schaut, je schneller man es schafft, den anderen Menschen wahrzunehmen, desto größer ist auch die Akzeptanz, weil die Leute spüren, oh, der interessiert sich für mich, dann ist mal bei der, also da hast du automatischen anderen Zugang zu den Leuten und dadurch ist es auch mal wenn es mal brenzlig wird oder eine schwierige Situation kommt, dann sind die Leute auch mal eher gewillt mit dir in einem vernünftigen Ton zu agieren.

00:54:14.200 --> 00:54:39.340
Speaker 0: Wenn das quasi Überlebensmodus gegen Überlebensmodus trifft, das war früher bei mir, also junger Spieler im Überlebensmodus trifft auf jungen Spieler, der im Überlebensmodus dann kann es nur ja Explosionen geben und deswegen muss man da einfach gucken, wie schafft man es, eine gewisse Bewusstheit für seine Gedanken auch zu entwickeln, um dann Menschen vernünftig zu behandeln?

00:54:40.720 --> 00:54:51.780
Speaker 1: Ich hoffe einfach nur, dass da draußen jetzt ganz, ganz viele Liederabteilungsleiter, Teamleiter zugehört haben, weil besser kann man das eigentlich kaum auf den Punkt bringen, Dennis, wie du es gerade geschrieben hast.

00:54:53.200 --> 00:55:03.620
Speaker 1: Ich habe jetzt auch Ein bisschen weniger als zehn Minuten, da will ich am liebsten noch noch ganz, ganz, ganz viel reinpacken, weil da ganz viele Gesprächsideen noch sind.

00:55:03.980 --> 00:55:05.120
Speaker 1: Das werde ich nicht mehr alles schaffen.

00:55:05.160 --> 00:55:16.260
Speaker 1: Aber dieser Punkt Druck, große Spiele, die du ja schon so angerissen hast, inwieweit bist du damit klargekommen und kannst uns da mal mitnehmen.

00:55:16.320 --> 00:55:27.380
Speaker 1: nochmal, so wie das dann wirklich sich für jemanden anfühlt, der so ein Spiel, das... in hunderttausend von Haushalten übertragen, wie er eine große Bedeutung hat.

00:55:27.800 --> 00:55:29.500
Speaker 1: Und dann ist aber auch dein Schiedsrichter-Team da.

00:55:29.660 --> 00:55:32.720
Speaker 1: Das heißt, du bist nicht ganz alleine, wird es manchmal unterschätzt.

00:55:33.720 --> 00:55:40.540
Speaker 1: Überschätzt kannst du das auch noch mal mit reinnehmen, diesen Aspekt des Schiedsrichter-Gespannens.

00:55:42.220 --> 00:55:47.080
Speaker 0: Naja, also das Team, also kein Schiedsrichter leitet ja mehr ein Spiel alleine.

00:55:47.420 --> 00:55:53.600
Speaker 0: Also natürlich... wird es so betrachtet, dass wir mehr oder minder Einzelkämpfer sind, die dann Entscheidungen treffen auf dem Platz.

00:55:53.740 --> 00:56:06.780
Speaker 0: Aber wir sind ja ein Team und die ganz große Kunst ist es halt, dass das Team zu dem jeweiligen Zeitpunkt in so einer Verfassung ist, dass sie bereit sind, auch Informationen zu übermitteln und die richtige Entscheidung zu treffen.

00:56:06.840 --> 00:56:13.400
Speaker 0: Das ist nichts anderes wie in jedem Unternehmen, dass man versucht, dass Menschen proaktiver gieren, mutiger gieren und Verantwortung übernehmen.

00:56:14.220 --> 00:56:21.560
Speaker 0: Also in der Wissenschaft spricht man ja von der psychologischen Sicherheit, was Amy Edmonds in ihren Studien bei Google herausgefunden hat.

00:56:22.220 --> 00:56:30.280
Speaker 0: Es braucht eben eine gewisse gesunde Fehlerkultur, dass Menschen mutig agieren und proaktiv agieren und was auch was sagen.

00:56:31.240 --> 00:56:36.300
Speaker 0: Und dieses Thema dafür sind die Entscheider verantwortlich.

00:56:36.360 --> 00:56:52.400
Speaker 0: Also ich bin als Schiedsrichter verantwortlich dafür, dass meine Assistenten, mein Team sich in der psychologischen Sicherheit wähnt und sagt, okay, bei dem kannst du was sagen, ohne dass er mich dann sofort bei der... Also, wenn ein Fehler passiert, dann stellt er sich vor die Kamera und sagt, ja, ich kann nichts dafür, es waren die anderen.

00:56:53.080 --> 00:56:54.980
Speaker 0: Und das müssen Leute spüren.

00:56:55.100 --> 00:56:59.460
Speaker 0: Und das spüren sie nur dann, wenn sie merken, ey, der handelt auch so.

00:56:59.800 --> 00:57:02.060
Speaker 0: Der übernimmt Verantwortung, wenn er Fehler macht.

00:57:02.360 --> 00:57:16.960
Speaker 0: Also, das ist ja die einfachste Form, um eine gesunde Fehlerkultur in Unternehmen einzuführen oder in so einem Team ist, wenn der Entscheider... Wenn die Führungskraft selber das vorlebt, indem sie sich hinstellt mal und sagt, ich habe einen Fehler gemacht.

00:57:17.920 --> 00:57:19.920
Speaker 0: Und das kriegen einige nicht hin.

00:57:20.500 --> 00:57:27.420
Speaker 0: Sie kriegen es nicht hin, weil sie entweder so massiv unter Druck stehen und sich denken, ich darf jetzt gar nichts sagen, ich muss irgendetwas finden.

00:57:28.260 --> 00:57:35.960
Speaker 0: Dann werden Sachen versucht, unter ein Teppich zu kehren oder eben letztendlich die Verantwortung abzuschieben auf andere Leute.

00:57:36.720 --> 00:57:44.460
Speaker 0: Und damit schafft man leider nicht, nachhaltig gute Entscheidungen zu treffen.

00:57:44.540 --> 00:57:50.220
Speaker 0: und nachhaltig gute Entscheidungen, die trifft man im besten Fall eben im Team.

00:57:50.480 --> 00:57:55.540
Speaker 0: Und das ist in der Wirtschaft so, das ist eben auf dem Fußballfeld so, als Schiedsrichter oder im Schiedsrichter-Team.

00:57:56.500 --> 00:58:03.480
Speaker 0: Und deswegen glaube ich da eben, dass das eine ganz, ganz elementare Funktion ist, weil du das gerade eingeleitet hast mit dem Thema Druck.

00:58:04.040 --> 00:58:11.280
Speaker 0: Und natürlich ist es auch so, Natürlich hat man Druck als Einzelner, aber auch als sieht sich der Team.

00:58:11.620 --> 00:58:16.860
Speaker 0: Aber wenn die Teammitglieder spüren, da ist einer, der federt das so ein bisschen ab, dann sind die auch mutiger.

00:58:17.820 --> 00:58:18.780
Speaker 0: Dann sagen die auch mal

00:58:20.000 --> 00:58:20.360
Speaker 1: Sachen,

00:58:21.000 --> 00:58:22.740
Speaker 0: die sie vielleicht nicht sagen würden.

00:58:22.780 --> 00:58:31.420
Speaker 0: Weil sie sich denken, oh Gott, wenn ich jetzt hier was reinrufe, Ich bin zwar ein bisschen weiter weg, ich habe es aber gesehen.

00:58:31.700 --> 00:58:32.540
Speaker 0: Soll ich jetzt was sagen?

00:58:32.580 --> 00:58:33.300
Speaker 0: Soll ich nicht sagen?

00:58:33.420 --> 00:58:41.540
Speaker 0: Eigentlich ist es nicht mein Bereich, aber wenn Menschen wissen, ich rufe da jetzt rein und der Entscheider, der steht sich da in der Mitte, der kann das gut filtern bzw.

00:58:42.460 --> 00:58:47.120
Speaker 0: er schiebt es dann nicht am Ende auf mich ab, dann hast du eine ganz andere Dynamik im Team.

00:58:47.320 --> 00:58:51.940
Speaker 0: und das versuche ich natürlich immer, weil mir im Team auch aufrecht zu erhalten.

00:58:52.640 --> 00:58:54.740
Speaker 0: Das hat aber auch was damit zu tun.

00:58:55.100 --> 00:58:56.580
Speaker 0: In welcher Verfassung bin ich selber?

00:58:56.620 --> 00:59:13.700
Speaker 0: Wenn ich selber angeschlagen bin, wenn ich selber mehrere Spiele hatte, die nicht gut liefen, dann ist der Druck größer, dann brauche ich letztendlich auch umgekehrt von meinem Team eben dieses Gefühl, die stehen zu mir und die versuchen mir zu helfen.

00:59:14.440 --> 00:59:36.560
Speaker 0: Aber das haben wir über die Jahre ganz gut gemeistert im Team, ohne die Jungs, die bei mir jahrelang eben auch schon an der Seitenlinie agieren, hätte ich niemals solche Spiele oder bestimmte Spiele über die Bühne gebracht oder einzelne Entscheidungen auch so lösen können.

00:59:37.640 --> 00:59:51.940
Speaker 0: Ganz am Ende ist es immer das Team, was letztendlich dieses Spiel nach Hause bringt und die Assistenten in meinem Fall, die werden halt kaum wahrgenommen oder kaum gesehen, sondern es wird immer der Schiedsrichter wahrgenommen.

00:59:52.080 --> 00:59:58.860
Speaker 0: Aber die Arbeit, die die Jungs da draußen leisten, ist unglaublich.

00:59:58.940 --> 01:00:02.080
Speaker 0: Was da auch an Herzblut und Aufwand dahinter steckt.

01:00:04.380 --> 01:00:06.840
Speaker 1: Was war dein schwierigstes Spiel, Dennis?

01:00:09.060 --> 01:00:12.840
Speaker 0: Ein konkretes Spiel rauszuziehen und zu sagen, das war das schwierigste Spiel.

01:00:17.360 --> 01:00:27.480
Speaker 0: Wenn man sagt, das schwierigste Spiel, dann ist es für mich immer so Spiele, aus irgendwelchen Gründen zum Beispiel abgebrochen werden mussten

01:00:27.760 --> 01:00:27.860
Speaker 0: etc.,

01:00:28.640 --> 01:00:31.400
Speaker 0: weil dann so ein Spiel nicht zu Ende gespielt werden konnte.

01:00:31.500 --> 01:00:46.420
Speaker 0: und es gab schon, ich hatte ein Länderspiel mal in Montenegro gegen Russland, da wurde der Torhüter mit einer Leuchtrakete am Kopf getroffen und dann flogen Messer aufs Spielfeld, da muss sich das Spiel irgendwann abbrechen.

01:00:48.480 --> 01:00:53.680
Speaker 0: Das sind dann so Momente, Das fühlt sich nicht schön an.

01:00:54.040 --> 01:00:56.680
Speaker 0: Das hat dann nichts mit Fußball zu tun.

01:00:56.840 --> 01:00:59.260
Speaker 0: Da denkst du dir, ich will ja nicht gar nicht sein.

01:01:02.920 --> 01:01:04.340
Speaker 0: Wir lieben ja den Fußball genauso.

01:01:05.000 --> 01:01:08.720
Speaker 0: Du willst ja eigentlich ein Fußballspiel sehen und nicht solche Eskalationen.

01:01:10.280 --> 01:01:11.800
Speaker 0: Solche Momente sind dann immer schwer.

01:01:16.660 --> 01:01:21.980
Speaker 0: Ja, innerlich eigentlich da raus geht und sich denkt cool jetzt findet da ein Fußballspiel statt.

01:01:22.280 --> 01:01:26.220
Speaker 0: Da kämpft eine Mannschaft gegen die andere Punkte oder um den Sieg.

01:01:27.080 --> 01:01:33.460
Speaker 0: Und im Optimalfall verläuft es quasi in Unterfernbedingungen.

01:01:33.680 --> 01:01:36.000
Speaker 0: Natürlich passieren mal Fals, die eben dazugehören.

01:01:36.240 --> 01:01:43.620
Speaker 0: Aber wenn dann Sachen passieren, die die so massiv sind, dann ist es schon sehr schwer zu händeln.

01:01:44.480 --> 01:01:53.360
Speaker 0: Genauso hatte ich mal in Albanien gegen Israel ein Spiel und da waren Anschlag, also Anschlag geplant.

01:01:53.420 --> 01:02:00.340
Speaker 0: wohl, da war der Sicherheitsdienst von Israel der Mossath also komplett anwesend.

01:02:00.460 --> 01:02:11.260
Speaker 0: und dann, also das ist schon ein komisches Gefühl, also wenn du so ins Stadion reingehst und die, du dir denkst, oh Gott, was kann hier eigentlich alles passieren?

01:02:11.780 --> 01:02:24.680
Speaker 0: Dann versuchst du halt alles natürlich auch auszuschalten, aber Da sind wir halt auch Menschen und du denkst dann halt, also eigentlich wollten wir hier einen Fußballspiel leiten und dann denkst du hier über irgendwelche anderen Themen nachher.

01:02:28.200 --> 01:02:31.680
Speaker 1: Wir sind gleich am Ende, Dennis, eine Frage noch.

01:02:33.280 --> 01:02:38.740
Speaker 1: Jetzt hast du das während dieser Stunde schon so... brilliant und prägnant immer auf den punkt gebracht.

01:02:38.780 --> 01:02:47.060
Speaker 1: diese menschlichkeit diese zugewandtheit das interesse für den anderen die art des umgangs nicht zu lasten der anderen mit den anderen also all das.

01:02:47.480 --> 01:02:54.900
Speaker 1: und jetzt bist du ja in der bundesliga zumindest siebzehn jahre unterwegs noch viel viel länger als schiedsrichter.

01:02:55.300 --> 01:03:11.000
Speaker 1: aber was hat sich denn in der bundesliga für dich in einer zeit wo wo wir gerade auch erleben viele Anfeindungen, Stimmungen, die hochkochen, Diskriminierung, rassistische Vorfälle.

01:03:11.460 --> 01:03:22.820
Speaker 1: Wie hat sich aus deiner Sicht das Schiedsrichter so diese allgemein gesellschaftliche Stimmung im Stadion auch auf dich gezeigt, ausgewirkt?

01:03:23.100 --> 01:03:36.880
Speaker 1: Wie würdest du es mal... beschreiben, ist das aus der Sicht, es schiedsricht das, da geht es halt um Fußball, Schalke, Dortmund, zwei Fanlager, die sich gegenüberstehen, ist das nach wie vor so, naja, das ist halt eben Fußball.

01:03:36.960 --> 01:03:40.560
Speaker 1: oder spürst du auch, dass die Zeiten andere geworden sind?

01:03:41.940 --> 01:03:55.640
Speaker 0: Also ich glaube, die Entwicklung ist jetzt keine rein Fußballtypische Thematik oder eine rein Fußballtypische Problematik, sondern wir sehen ja, dass Amtsträger teilweise ... beleidigt werden.

01:03:55.900 --> 01:03:57.560
Speaker 0: Also das natürlich

01:03:57.580 --> 01:03:58.240
Speaker 1: ...

01:03:58.240 --> 01:04:12.280
Speaker 0: ... seitdem die Leute ... ... Amtspolitiker, also es ist ja Wahnsinn, was man teilweise da ... ... lesen muss bei in den ... ... also wenn Politiker bei Social Media aktiv sind, dann ist das unglaublich, was die ertragen müssen.

01:04:12.440 --> 01:04:14.660
Speaker 0: Also das ist jetzt kein Phänomen, nur vom Fußball.

01:04:15.700 --> 01:04:23.900
Speaker 0: Was halt, glaube ich schon, sich massiv verändert hat, ist, dass Menschen relativ schnell durch Social Media ihre Meinung kundtun können.

01:04:24.280 --> 01:04:26.680
Speaker 0: und glauben, dass das ein rechtsfreier Raum ist.

01:04:27.380 --> 01:04:43.040
Speaker 0: Also, ehrlicherweise die Idioten sterben ja nicht aus, sie werden tendenziell eher mehr und dann hauen die da ihre Beleidigungen und ihren geistigen Bullshit daraus bei Social Media, wo du dir denkst, Wahnsinn, was ist mit diesen Leuten eigentlich?

01:04:43.820 --> 01:04:45.100
Speaker 0: Und da gibt es schon auch Grenzen.

01:04:45.280 --> 01:04:53.980
Speaker 0: Also da gibt es Grenzen, wo man sagen muss, lass ich mir das wirklich gefallen oder gehe ich vielleicht ein Stück weit sogar dagegen vor.

01:04:54.700 --> 01:04:55.500
Speaker 0: Und das sind alles so.

01:04:55.600 --> 01:05:05.880
Speaker 0: Momente, die ich auch abwege, wo ich mir dann überlege, da passieren schon, natürlich kriegt man immer wieder mal irgendwelche Anfeindungen von Fans, die dann sauer sind.

01:05:06.520 --> 01:05:13.140
Speaker 0: Das kann ich aber ganz gut abschätzen, wenn einer schreibt, er hat so Tomaten auf den Augen, dann denke ich mir, na gut, das gehört irgendwie dazu.

01:05:14.200 --> 01:05:21.520
Speaker 0: Aber es gibt natürlich dann schon Grenzen, die manchmal überschritten werden und da muss man für sich die Frage stellen, geht man da nicht sogar gegen vor.

01:05:23.920 --> 01:05:34.640
Speaker 0: Und nochmal, das ist aus meiner Sicht nicht ein Fußball ... Thema, sondern das ist ein gesellschaftliches Thema geworden, dass Lehrer und Politiker

01:05:34.720 --> 01:05:34.840
Speaker 0: etc.,

01:05:35.120 --> 01:05:47.720
Speaker 0: also was wir ja schon aufgezählt haben, angefeindet werden, wo die Verantwortung einfach abgeschoben wird, wo die Leute ihren geistigen Müll davon sich geben und dann Menschen beleidigen und vergessen, dass dahinter ja auch Menschen sind.

01:05:47.960 --> 01:05:56.880
Speaker 0: Und ich finde es halt furchtbar, auch bei jungen Spielern, die dann mal Fehler machen, dann werden die da angegangen über Social Media, wo du dir denkst, hey, Er

01:05:57.080 --> 01:05:57.380
Speaker 1: ist ein

01:05:57.540 --> 01:06:01.060
Speaker 0: achten, neunzehnjähriger Junge, der hat jetzt halt mal einen Fehler gemacht.

01:06:01.160 --> 01:06:08.460
Speaker 0: Der macht das ja nicht absichtlich, genauso wie ein... Also, kein Schiedsrichter geht auf den Fußballfeld und denkt sich, jetzt mache ich mal absichtlich einen Fehler.

01:06:08.940 --> 01:06:13.400
Speaker 0: Also, das ist ja nicht unser Bestreben.

01:06:13.460 --> 01:06:16.040
Speaker 0: Wir sind Leistungssportler, wir wollen natürlich richtig liegen.

01:06:16.760 --> 01:06:26.800
Speaker 0: Und ich verstehe, dass natürlich auch der ein oder andere Fan aus seiner Sicht sich denkt, das war jetzt aber falsch, was der gemacht hat und dass er diese Grauzone sich eher für sich auslegt.

01:06:26.900 --> 01:06:28.520
Speaker 0: Auch das ist alles nachvollziehbar.

01:06:29.900 --> 01:06:39.760
Speaker 0: Deswegen habe ich dann eine hohe Toleranz, aber es gibt eben Grenzen, die dürfen nicht überschritten werden und die werden manchmal überschritten und da muss man dann halt auch ganz konsequent agieren.

01:06:40.600 --> 01:06:45.360
Speaker 0: Und das finde ich halt sehr schade, weil ganz am Ende geht es ja um Fußball.

01:06:45.540 --> 01:06:47.200
Speaker 0: Jetzt werden wir wieder zum Fußball zurückkehren.

01:06:47.260 --> 01:06:50.140
Speaker 0: Da geht es um die Leidenschaft, um das, was wir alle lieben.

01:06:50.360 --> 01:06:58.900
Speaker 0: Wir wollen den schönen Fußball sehen und mal gewinnt halt der eine, mal verliert die andere

01:06:59.000 --> 01:06:59.240
Speaker 1: sein.

01:06:59.300 --> 01:06:59.820
Speaker 1: Also

01:07:00.060 --> 01:07:11.720
Speaker 0: das ist halt, und wenn man dann nach dem Spiel sich die Hand gibt und sagt, hey, das ist jetzt, das war es dann jetzt halt und wir sehen uns wieder beim nächsten Mal.

01:07:12.960 --> 01:07:13.900
Speaker 0: Das ist halt das Schöne.

01:07:14.340 --> 01:07:24.080
Speaker 0: Aber wie gesagt, das wird als wahrscheinlich so ein Wunschdenken bleiben, dass die Leute bestimmte Grenzen dann nicht überschreiten.

01:07:24.140 --> 01:07:36.440
Speaker 0: Und je mehr, letztendlich auch Aktivität bei Social Media, desto mehr Leute fühlen sich irgendwie dazu berufen, ihre Meinung zu äußern.

01:07:36.860 --> 01:07:38.920
Speaker 0: Und das muss man dann wahrscheinlich akzeptieren.

01:07:39.500 --> 01:07:46.080
Speaker 0: Irgendwie gehört es dazu, aber eben Ich achte da schon, dass bestimmte Grenzen eben nicht überschätzt werden.

01:07:47.660 --> 01:07:51.940
Speaker 1: Und um nicht ganz mit diesem negativen Aspekt deines Jobs rauszugehen.

01:07:52.760 --> 01:07:54.460
Speaker 1: Jetzt wirklich die letzte Frage, Dennis.

01:07:55.700 --> 01:08:03.420
Speaker 1: Fällt dir eine Begegnung ein auf dem Platz, die einfach als eine wunderbare, wunderschöne Erinnerung hängen geblieben ist?

01:08:03.480 --> 01:08:03.640
Speaker 1: Weil

01:08:03.740 --> 01:08:03.800
Speaker 0: du

01:08:04.060 --> 01:08:16.840
Speaker 1: von einem Trainer, einem Ersatzspieler, einem Spieler wirklich ... Ja, im Gespräch hattest du etwas Passiertes auf dem Platz, die du so nicht erwartet hast.

01:08:18.080 --> 01:08:18.440
Speaker 1: Gibt es da?

01:08:19.060 --> 01:08:32.000
Speaker 0: Es gibt wirklich sehr, sehr viele Spiele, die wirklich eine unglaubliche, die unglaublich positiv quasi in mir verankert sind.

01:08:33.720 --> 01:08:35.520
Speaker 0: Man hat einen super Austausch mit Spielern.

01:08:38.200 --> 01:08:41.640
Speaker 0: Leute, die einen wahnsinnig respektieren und anerkennen.

01:08:41.899 --> 01:08:45.660
Speaker 0: und also da gibt es so viele und da jetzt eins raus zu ziehen wäre schwierig.

01:08:46.300 --> 01:09:00.479
Speaker 0: Was mir persönlich immer in Erinnerung bleibt, ist natürlich sind so Momente, wo die Familie dann auch im Stadion ist, wo du also bei mir was bei den Pokalfinale, was ich geleitet habe, ist mittlerweile so lange her.

01:09:01.620 --> 01:09:04.399
Speaker 0: Also das war Frankfurt gegen Dortmund.

01:09:05.160 --> 01:09:12.200
Speaker 0: Und das war das letzte Jahr ohne Videoassistenz, das war das letzte Pokalfinale ohne den Videoassistenz.

01:09:13.840 --> 01:09:21.060
Speaker 0: Wir haben das Spiel wirklich geräuschlos über die Bühne gebracht, wurde durch einen Elfmeter entschieden, aber der Gott sei Dank korrekt war.

01:09:21.760 --> 01:09:32.380
Speaker 0: Und wenn du dann da unten nach Abpfiff dastehst und wirklich beide Mannschaften zu einem kommen und einen abklatschen und sagen, hey, Glückwunsch zur Spieleitung.

01:09:33.160 --> 01:09:56.220
Speaker 0: die verloren haben, die in dem Fall waren es die Frankfurter, die verloren haben, sich wahnsinnig wirklich so nett verhalten und einfach auch einem diese Wertschätzung geben und den Respekt zollen, dass man so ein Pokalfinale ordentlich geleitet hat und dann ist die Familie da im Stall und auch noch die Kinder sind da und das gibt einen wahnsinnig viel Energie.

01:09:57.240 --> 01:10:01.960
Speaker 0: Wir haben ja selten ja so ein Heimspiel, deswegen ist das natürlich auch ein ganz außergewöhnliches.

01:10:02.540 --> 01:10:13.140
Speaker 0: Und von solchen Momenten lebt man dann auch, aber ich lebe auch von ganz, ganz vielen Momenten, wo jetzt erst vor kurzem, wo Spieler dann sagen, ey, du kannst doch jetzt nicht aufhören.

01:10:14.600 --> 01:10:15.140
Speaker 0: Und schön.

01:10:15.560 --> 01:10:19.120
Speaker 0: Also das ist extrem beherrtschätzen, wo ich mir denke.

01:10:20.160 --> 01:10:22.100
Speaker 0: Wahnsinn, der muss das ja gar nicht sagen.

01:10:22.220 --> 01:10:41.960
Speaker 0: Also nach dem Spiel, das Spiel ist aus und dann sagt er, du kannst doch nicht aufhören, das fand ich halt unglaublich nett, weil Menschen einfach, da sieht man, dass man doch irgendwie ein Stück weit zu dieser Familie gehört und das macht einen dann, also das macht mich eigentlich stolz, dass man diese Verbindungen hat und diese Beziehungen zu den Menschen.

01:10:42.740 --> 01:10:47.460
Speaker 0: und das wird immer bleiben, egal was letztendlich da noch passiert und kommt.

01:10:48.560 --> 01:10:52.080
Speaker 1: Da bin ich sicher, du wirst Teil dieser Familie bleiben, Dennis.

01:10:52.460 --> 01:10:54.920
Speaker 1: Du wirst es in dieser Saison wahrscheinlich noch öfters hören.

01:10:55.680 --> 01:10:58.300
Speaker 1: Hinten raus wird es auch sehr emotional werden.

01:11:00.260 --> 01:11:06.800
Speaker 1: Nicht, dass ich mich darauf freue, sondern schau gespannt dann zu, wie du deinen Abschied nehmen

01:11:06.860 --> 01:11:07.160
Speaker 0: wirst.

01:11:07.960 --> 01:11:11.800
Speaker 1: Wünsch dir noch fantastisch schöne Spiele.

01:11:11.880 --> 01:11:13.680
Speaker 1: Genieß jeden Moment, das wirst du tun.

01:11:16.540 --> 01:11:20.760
Speaker 1: Mit deiner Bewusstheit und deiner Klarheit ist das natürlich auch alles präsent.

01:11:20.860 --> 01:11:28.620
Speaker 1: Ich habe heute ganz, ganz viel Schönes gehört von dir, Wichtiges gehört über das Thema Führung.

01:11:29.420 --> 01:11:30.680
Speaker 1: Wie wollen wir miteinander umgehen?

01:11:31.300 --> 01:11:43.060
Speaker 1: Es war sehr inspirierend und deswegen, also kann sich Deutschland auch auf dich freuen, dass du noch mehr Zeit hast, diese Inhalte in all deinen Formaten dann auch zu übersetzen.

01:11:43.200 --> 01:11:43.900
Speaker 1: Vielen Dank, Dennis.

01:11:44.400 --> 01:11:45.460
Speaker 0: Vielen Dank für die Einladung.

01:11:46.040 --> 01:11:48.420
Speaker 1: Tschüss!