Borussia Dortmund verspielt innerhalb von nur vier Tagen den positiven Blick auf diese Saison. Tiefpunkt ist das Aus in Bergamo. Wie konnte das passieren? Die Reaktion darauf war aber mindestens genauso überraschend, diesmal im positiven Sinne. Und trotzdem reicht es gegen die Bayern nicht, die Meisterschaft endgültig futsch. Und Kreuzwandliss bei Emre Can. Diese Verletzung kommt zur Unzeit ab. In eine neue Folge, die Dortmund-Woche.
Hallo zusammen, hier ist die Dortmund-Woche und wow, ja, was für eine Woche liegt hinter uns aus Sicht von Borussia Dortmund. Zwei ganz, ganz wichtige Spiele, wenn man so will, ein Schicksalsspiel, Bergamo, darüber müssen wir natürlich auch noch sprechen. Und dann ein, ich würde mal sagen, es war ja wohl eher ein Sehnsuchtspiel. Viel Sehnsucht deshalb, weil man schon irgendwo gehofft hat und es sich in erster Linie gewünscht hat, dass man mit einem Sieg im Klassiker den Abstand auf die Bayern noch einmal verkürzen könnte. Und dass man vielleicht den Fußballfans in Deutschland, ich rede jetzt nicht nur von den BVB-Fans, sondern von den Fans insgesamt, die Bayern-Anhänger vielleicht etwas ausgeklammert, das präsentieren könnte, was man sich eigentlich seit Jahren wünscht und dann doch nicht bekommt in der Regel, nämlich einen spannenden Meisterschaftskampf.
Es ist unterm Strich nicht gut gelaufen für Borussia Dortmund, wenn man die Ergebnisse sieht. Aber es gibt trotzdem natürlich gravierende Unterschiede, was das Auftreten der Mannschaften in diesen beiden Spielen, nämlich am vergangenen Mittwoch in Bergamo und dann im Klassiker gegen die Bayern angeht. Und das und was daraus folgt an Ableitungen, das wollen wir besprechen heute natürlich und ich freue mich das tun zu können mit einem sehr fitten Manni Sedelbauer, hat eine Instagram-Story gepostet, der ist auf dem Rad durch Köln gefahren, hallo Manni. Hi Olli, hallo an euch da draußen. Ja, so ist es. Durchs Bergische tatsächlich. Berg rauf, berg runter. Das war so die erste Ausfahrt.
Ich muss ganz ehrlich gestehen, ich habe mich auch mitreißen lassen. Ich bin gar nicht so ein großer Fahrrad-Fan bzw. Fahrrad-Fahr-Fan. Also um von A nach B zu kommen, durch die Stadt, super, mache ich sehr gerne. Aber so als Sportprogramm wirklich so zwei, drei Stunden unterwegs sein, das ist schon ein Kampf, aber in guter Gesellschaft. Und das hatte ich, war das natürlich dann halb so wild alles, das Wetter ausgedutzt.
Und ja, was soll ich sagen, Olli, jetzt müssen wir uns ja fast schon wieder Hobbys suchen, nachdem irgendwie so die BVB-Saison so gut wie durch ist. Ja, das ist tatsächlich... Auf was konzentrierst du dich denn? Ja, gute Frage. Aber es ist tatsächlich so ein bisschen die Befürchtung, ich glaube, die haben wir beide nicht alleine, dass aus Sicht von Borussia Dortmund, Champions League raus... In Sachen Meisterschaft. Also muss man sagen, wenn man da jetzt noch glaubt, dass da was gehen könnte, dann würde man nicht nur zu den unverbesserlichen Optimisten zählen, sondern zu einer Art von Optimist, den man vielleicht aus psychologischer Sicht auch mit etwas Vorsicht begegnen müsste. Stichwort Realitätsverlust. Also ja, die Gefahr, die besteht und das ist sicherlich auch eine sehr, sehr große Herausforderung für den Verein insgesamt, für Niko Kovac als Trainer im Speziellen, jetzt sowas wie Spannung aufrecht zu erhalten. Klar, das große Übergeordnete und das aller, aller wichtigste Ziel aus wirtschaftlichen Gründen ist natürlich die Qualifikation für die Champions League. Aber da ist man natürlich auch mehr als nur gut unterwegs, wenn man die Abstände zu den folgenden Vereinen noch mal heranziehen würde, Man so ein bisschen darauf achten muss, dass die Mannschaft die Spannung nicht verliert.
Das ist sicherlich eine Ableitung, die jetzt, sollen wir mal sagen, auch Gefahren in sich birgt, die man jetzt ziehen könnte aus diesen beiden Spielen, die hinter uns liegen. Allerdings, was positiv stimmt, und damit wollen wir ja heute einsteigen, weil das auch am frischesten noch in Erinnerung ist und noch nicht so lange zurückliegt. Wir zeichnen am Montagvormittag auf. Das ist der Klassiker bzw. Das Auftreten der Mannschaft in diesem Klassiker. Es war ja irgendwo klar, dass die Spieler nach diesem, ich nenne es jetzt einfach mal so, Versagen von Bergamo eine Reaktion zeigen müssen.
Die spannende Frage war allerdings, für mich zumindest, ob ihnen das gelingen kann gegen ein derartig fast schon übermächtiges FC Bayern München. Und unterm Strich, Manni, muss man sagen, es ist ihnen ja wirklich gelungen. Das war, so wie der BVB über, ich sag mal, weite Teile in diesem Spiel, war das 114. Aufeinandertreffen dieser beiden Rivalen in ihrer gemeinsamen Bundesliga-Zeit, So wie der BVB in weiten Teilen dieser Partie aufgetreten ist, das war richtig gut, das war richtig stark, das war diszipliniert, was das Verteidigen angeht. Also ich glaube, es hat es nicht so häufig in dieser Saison gegeben, dass die Bayern, wenn wir jetzt mal die erste Halbzeit nehmen, so wenig Torchancen, klare Tormöglichkeiten sich haben, herausspielen können. Und es ist dann so gewesen, dass Borussia Dortmund ja auch nach vorne immer wieder Nadelstiche gesetzt hat. Also das war ein durchdachter Matchplan, der sehr, sehr gut umgesetzt worden ist, indem man...
Tatsächlich bewiesen hat, dass all das, was in Bergamo vernachlässigt worden ist, das Doppeln auf den Außenpositionen, wo insbesondere auch die offensiven Außen, es waren ja in dem Fall Bayer und Adeyemi, aufopferungsvoll mit nach hinten gearbeitet haben, was dann natürlich insgesamt zu einer großen Stabilität geführt hat, was die Defensive angeht, dass das alles gut funktioniert hat und dass man da schon gesehen hat, Was für Borussia Dortmund, das macht so ein bisschen schmerzhaft, weil Bergamo natürlich immer noch einfließt, was für Borussia Dortmund möglich sein könnte oder was, man muss es ja schon in der Vergangenheitsform sagen, was hätte möglich sein können, wenn man da nicht rausgegangen wäre in Bergamo. Trotzdem, das Auftreten, ich glaube, viele sind nach diesem Klassiker, auch aus Sicht von Borussia Dortmund, was die BVB-Fans angeht, durchaus nicht, ja, ich will nicht sagen, zufrieden nach Hause gegangen, logischerweise nicht, dann hat man natürlich geglaubt, es könnte noch mehr werden, aber man ist zumindest einigermaßen versöhnt nach Hause gegangen.
Zu 100 Prozent und das hast du ja auch an der Reaktion der Fans nach dem Spiel gemerkt, die haben die Mannschaft wirklich noch abgefeiert, absolut verdient und ich fand dieser Auftritt gegen die Bayern vor allem, die Art und Weise, die war eigentlich genauso überraschend wie das Aus und wir werden immer wieder darauf zu sprechen kommen, auch wahrscheinlich in den nächsten Wochen, weil es einfach so bitter und ja, die Saison oder den Blick auf die Saison so maßgeblich bestimmt, dieses Aus in Italien. Denn ja, das war genauso überraschend für mich, diese Leistung jetzt eben im positiven Sinne. Und ich finde eine Sache, die habe ich so empfunden beim Spiel. Es hat einfach mal wieder richtig, richtig Spaß gemacht, ein BVB-Spiel zu gucken. Also das hatte mit Einsatzleidenschaft zu tun. Das hatte aber dann auch, wie du schon angesprochen hast, mit den Grundtugenden zu tun. Also du hast echt gut verteidigt.
Die Innenverteidiger haben auch immer sehr schön, fand ich, durchgeschoben. Mein Waldemar Anton ein, Nico Schlotterbeck, die Außen, jeder hat mitgemacht. Und du hast eben nach vorne auch mal wieder was kreieren können. Und ja, das hat einfach Bock gemacht. Und deshalb, ja, glaube ich, sind die Fans auch trotz dieses wahnsinnig Bitteren aus einigermaßen versöhnlich. Und ich habe mich schon ein Stück weit wieder so ein paar Jahre, fast schon Jahrzehnte zurückgeinnert, als dieser Klassiker ja wirklich noch so ein richtiger Klassiker war, als es noch mehr gekocht, noch mehr gebrodelt hat als die letzten Jahre. Und ich fand, ja, dieser Auftritt am Wochenende ist dem Ganzen wieder gerecht geworden. Und ja, ich kann es einfach nur nochmal sagen, dieses Spiel hat echt richtig Spaß gemacht. Ja, also dem ist fast nichts hinzuzufügen. Sehr, sehr hohes Niveau. Also man spricht natürlich auch immer gerade im Hinblick auf diesen Klassiker davon, dass das das Aushängeschild auch in der, sagen wir mal, immer wichtiger werdenden Auslandstv-Vermarktung der Bundesliga ist. Über 200 Länder oder haben es übertragen? So ist es. Also du hattest tatsächlich, ihr müsst euch das so vorstellen.
Wenn man dann nach dem Spiel in der sogenannten Mixzone, dort wo sich dann die Spieler und Journalisten treffen, wo Interviews geführt werden können, wenn man sich da getummelt hat. Man hörte ein fast schon babylonisches Sprachgewirr. Es waren Journalistenkollegen aus weit entfernten Ländern da. Ich habe Mexikaner dort gesehen.
Die DFL hat eine Einladung nochmal extra ausgesprochen, auch an Journalisten aus Fernasien. Japaner waren da. Also tatsächlich, das Interesse an dieser Partie, sogenannten Platinum-Leuchtturmspiel, so wird das genannt, was die Vermarktungsaktion angeht, also das Beste vom Besten, das Interesse an diesem Spiel weltweit war sehr, sehr groß und ich glaube, dass es auch extrem wichtig war, weil die Bundesliga natürlich so ein klein wenig auch jetzt im Vergleich zu der Premier League oder der Primärer Division darunter leidet.
Dass es an der Spitze in den vergangenen Jahren ja häufig eine Langeweile gegeben hat, dass wenn es dann tatsächlich zu dem Aufeinandertreffen der beiden erfolgreichsten Bundesligisten kommt, dass das dann auch ein fußballerisch hochwertiges Spiel ist. Und das war es, speziell auch in der zweiten Halbzeit, als dann so ein bisschen, sagen wir mal, dieses taktische Schema aufgebrochen worden ist, als es dann auch wirklich hin und her ging, da waren tolle Aktionen drin.
Hochwertige Treffer, also technisch hochwertige Treffer, die da herausgespielt wurden. Und es war eben nicht so, wie der eine oder andere vielleicht befürchtet hatte, dass Borussia Dortmund dann hoffnungslos unterlegen war, sondern ganz im Gegenteil, man hat gezeigt, dass man auch fußballerisch... Hat Akzente setzen können, dass man tatsächlich den Bayern auch wehtun kann. Und das ist etwas, was, auch wenn wir jetzt mal versuchen, mal den ganz weiten Bogen zu spannen und dann zu sagen, ja Mensch, gibt es überhaupt die Möglichkeit für Borussia Dortmund, auf Sicht wieder titelfähig zu werden? In dieser Saison wird es nichts mehr, machen wir uns nichts vor. Aber wenn es darum geht zu sagen, kann der BVB auf Sicht wieder titelfähig werden, dann muss man schon sagen, da gibt es ein paar Grundlagen, die durchaus dafür sprechen. Also in Sachen individueller Qualität kannst du dich nicht mit den Bayern vergleichen, überhaupt keine Frage. Da ist das Gefälle, finde ich, fast noch größer, als wenn man jetzt diese wirtschaftlichen Rahmendaten herbeizieht, was Umsätze und dergleichen angeht.
Aber du hast eine Basis gelegt, wo mit ein klein wenig Fantasie und mit ein paar guten Transfers und mit einer Einstellung, die, sagen wir mal, ähnlich scharf ist wie die gegen die Bayern jetzt am Samstag, dann kann da auch irgendwann mal, wenn es bei den Bayern dann vielleicht mal nicht ganz so gut laufen sollte, dann kann da irgendwann vielleicht auch mal wieder was gehen. Und ich glaube, dass es extrem wichtig war für den BVB. Und du merkst es auch, wie erleichtert die waren. Carsten Kramer, der Sprecher der Geschäftsführung, extra nochmal einen Tweet abgesetzt, sich nochmal bei den Fans bedankt hat. Also für die war das schon sehr, sehr wichtig, dass die Mannschaft da einen guten Eindruck vermittelt hat. Und Manni, hat sie auch vor allen Dingen vor dem Hintergrund besprochen.
Das ist dann der kleine Wermutstropfen, vor allen Dingen vor dem Hintergrund, wie schlecht sie in Bergamo gespielt hatte. Ja, das ist ja wirklich ein Unterschied.
Wie Tag und Nacht, ich habe es davor schon gesagt, was Einsatzleidenschaft betrifft, war das einfach eine ganz andere Nummer. Die waren ab Sekunde eins auf dem Platz und es war ja schon auch überraschend mit dem Fact, dass die Dortmunder einfach auch in Bergamo ein intensives Spiel hatten. Das ging ja auch nicht spurlos an ihnen vorbei, auch wenn man es vielleicht nicht so richtig gemerkt hat, dass sie alles gegeben haben auf dem Platz. Aber da hatte man zumindest das Gefühl, ist die Leistung dann gegen die Münchner natürlich noch beachtlicher, ändert aber eben halt nichts daran, dass du ausgeschieden bist gegen Bergamon. Ihr merkt schon, wir tun uns immer ein bisschen schwer, weil wir das immer so ein bisschen vermischen müssen, weil wir eben das erste Mal über beide Spiele sprechen müssen, weil diese Leistungsunterschiede einfach innerhalb von vier, fünf Tagen stattfanden. Aber ja, das in Bergamo war schon Wahnsinn. Du bist wahnsinnig schlecht ins Spiel gekommen, um das vielleicht nochmal ganz kurz abzurunden. Dann fand ich, Olli, du warst ja auch im Stadion mit dabei. Die Atmosphäre von den Rängen war Wahnsinn und ich hatte das Gefühl.
Die hat Eindruck hinterlassen. Bei den Italienern, die haben sich richtig dadurch angestachelt gefühlt und bei den Dortmundern eben ganz genauso. Und dann fand ich aber, Olli, gab es auch eine Phase nach diesem Anschlusstreffer dann von diesem traumhaften Tor von Karim Adiemi, wo ich eigentlich ziemlich sicher war, dass sie das trotzdem über die Bühne bekommen, weil ich hatte das Gefühl...
Sie waren dann schon deutlich besser, auch durch diesen Offensivwechsel, deutlich besser im Spiel. Und ich hatte das Gefühl, den Italienern geht so ein bisschen die Kraft aus. Und ich war mir ziemlich sicher, wenn es in die Verlängerung geht, dass der BVB dieses Spiel ziehen würde. Hattest du einen ähnlichen Eindruck? Ja, tatsächlich. Ich hatte auch schon den Eindruck, es gab eine Phase nach 20 Minuten, wo sie dann so ein bisschen Kontrolle über das Spielgeschehen gewonnen hatten. Aber auch da gab es dann wieder den einen oder anderen Ballverlust und das führte dann ja dazu, dass man gegen Ende der ersten Halbzeit sich dann schon den zweiten Treffer gefangen hatte und damit das Hinspielergebnis praktisch schon egalisiert war. Und in der zweiten Hälfte dann nochmal diese Situation.
Dass Borussia Dortmund eigentlich so wirkte nach dem 1 zu 3, wo man den Eindruck hatte, okay, jetzt ist die Moral der Italiener möglicherweise gebrochen. Jetzt haben die vielleicht auch rein physisch nicht mehr so viel im Tank, weil die natürlich einen riesigen Aufwand betrieben haben und dann hinten raus dieses Drama, also das müssen wir jetzt nicht en detail nochmal aufdröseln, dieser verhängnisvolle Fehler von Gregor Kobel und dann Benzebaini mit diesem Foul, wo ich immer noch sagen muss, dass er hat ja da tatsächlich, er trifft Christowitsch da, als er, wenn sie bei Ini den Ball per Hacke klären wollte, im Gesicht. Der hatte den Kopf vielleicht auch ein bisschen tief, wie auch immer. Das war natürlich dann ein Riesendrama. Nur das Entscheidende für mich in diesem Bergamo-Spiel ist einfach gewesen, diese wirklich... In schrecklicher Art und Weise, wie Borussia Dortmund in dieses Spiel reingegangen ist.
Nur bedingt abwehrbereit. Ich fand, unkonzentriert war man fast schon bis an die Grenze der Überheblichkeit. Und das ist für mich umso unerklärlicher, weil doch jeder wusste, was auf einen dazukommen wird. Ich meine, die Italiener, die hatten schon im Hinspiel oder kurz nach dem Hinspiel ja schon angefangen zu zündeln. Da gab es von Palladino, dem Trainer, diese Schuldzuweisungen an Kovac und den BVB. Sie hätten den Schiedsrichter unter Druck gesetzt. Sie haben dieses uralte Fass mit irgendwelchen Transfer-Ungereimtheiten dann nochmal aufgemacht. Sie haben eine Einladung zum Mittagessen der BVB-Offiziellen ausgeschlagen. Also man wusste schon, die bauen da richtig was an Spannung auf, die wollen das Publikum richtig reinholen, die wollen nochmal alles versuchen und ich wage mal zu behaupten, wenn du in Bergamo diese erste Viertelstunde und das war wirklich katastrophal vom Borussia Dortmund, wo man dann ja auch mit 0 zu 1 in Rückstand geraten ist und der Glaube daran, dass da tatsächlich nochmal was gehen könnte bei Atalanta, es richtig groß geworden ist. Wenn du diese erste Viertelstunde überstanden hättest, dann wäre wahrscheinlich gar nichts passiert. Und die Lehre, die du daraus ziehst, ist, wenn du mit einer falschen Einstellung in ein Spiel hereingehst, dann...
Gibt es zwar vielleicht noch trotzdem, wenn du qualitativ besser bist als der Gegner und Borussia Dortmund hat eine bessere Mannschaft, dabei bleibe ich als Atalanta Bergamo. Wenn du danach dann auch möglicherweise einen Fuß in das Spiel reinkriegst, es herrscht eine gewisse Grundunsicherheit, aufgrund dieser Tatsache, dass du den Gegner auf verhängnisvolle Art und Weise unterschätzt hast, die dann immer wieder weitere Fehler zur Folge haben, fast schon. Du gewinnst nie diese richtige Sicherheit. Und das macht diese Geschichte so bitter. Also ich glaube wirklich, ich war auch, ich war richtig geladen nach dem Spiel. Und mir kam es wirklich so vor, als ob Borussia Dortmund da seine Saison weggeschmissen hatte. Dann machen wir uns mal nichts vor, aber...
Bayern, klar, man hatte sich gesagt, man will es nochmal spannend machen, man will alles daran setzen, aber im Grunde genommen habe ich schon damit gerechnet, dass nach dem Punkteverlust von Leipzig da selbst im Falle eines Sieges über die Bayern nicht viel gegangen wäre. Also insofern, das war deine große Möglichkeit aus dieser Saison nochmal was ganz, ganz Besonderes zu machen. Du wärst ins Achtelfinale eingezogen und dann hättest du da möglicherweise ein Ausrufezeichen setzen können, wenn du vielleicht über dich hinauswächst und dann tatsächlich auch gegen einen schweren Gegner im Achtelfinale einen Erfolg landen könntest. Und jetzt ist es trotz der guten Leistung gegen die Bayern einfach so, dass du Probleme haben wirst, die Spannung in dieser Spielzeit aufrecht zu erhalten. Und in dieser Situation hast du dich durch dieses desaströse Auftreten von Bergamo leider selbst gebracht. Ja, ich finde, du hast schon das Richtige gesagt und ich stimme dir da auch absolut zu. Du hast wirklich innerhalb von wenigen Tagen die Saison so ein Stück weit weggeworfen und das hat gar nicht unbedingt was damit zu tun, dass du jetzt nicht an die Bayern wieder herangerobbt bist auf fünf Punkte, sondern tatsächlich, ja, wir werden immer, immer wieder über dieses Bergamo-Spiel sprechen und sie werden sich so oft da noch in den Hintern beißen.
Weil, wie du gesagt hast, du hattest wirklich die Möglichkeit, aus einer Saison, wo du in der Liga sehr gut unterwegs bist, den besten Punkteschnitt seit Jahren auf den Platz bringst.
Dass du die Saison echt abschließt und sagst, ey, das war eine richtig gute Saison, guckt mal an, wo wir herkommen. Und jetzt sind wir Zweiter in der Liga, sind vielleicht im Achtelfinale oder Viertelfinale ausgeschieden.
Dann ist das für Borussia Dortmund, das dürfen wir immer nicht vergessen. Auch wenn dieser Verein wahnsinnige Strahlkraft hat, sind sie eben nur maximal der zweitbeste Verein in Deutschland. Das darf man immer nicht vergessen, finde ich, bei der Beurteilung, dass das schon ein gewaltiger Unterschied ist zwischen Bayern und Dortmund. Auch finanziell, auch finanzieller Natur. Auch wenn sich natürlich alle wünschen, dass das ein bisschen näher wieder zusammenrückt. Du hattest die Chance zu sagen, hey, das war eine gute Saison. Jetzt musst du sagen, ja, wird wahrscheinlich keine sein, die irgendwie ansatzweise in die Geschichte eingeht. Und das ist schon wirklich sehr, sehr bitter, weil du hattest einen komfortablen Vorsprung. Du hattest auch einen Gegner, den du eigentlich schlagen musst. Olli, du hast jetzt tatsächlich auch meine Frage, die ich dir gerne gestellt hätte, schon ein bisschen vorweggenommen. So wie ich dich verstanden habe, sagst du, Qualität hat diese Mannschaft und du hast es mehr auf die Tugenden, auf die Einstellungen bezogen, dass es nicht gereicht hat. Weil ich habe mir schon nach dem Spiel die Frage gestellt, für mich gibt es ja eigentlich nur drei Möglichkeiten. Entweder die Einstellung hat überhaupt nicht gestimmt, dann wären wir schon wieder kurz vor Einstellungsproblemen. Wir haben aber auch gegen die Bayern gesehen, dass sie es anders können. Also das, ja, ist es dann wahrscheinlich ein Stück weit und dann ist ja natürlich die Frage, hat die Mannschaft zu wenig Qualität oder holt Kovac dann vielleicht auch nicht genug aus der Mannschaft heraus?
Oder sagst du, das war einfach ein Tag zum Vergessen, sowas hast du und es ist halt bitter, dass du das in einem K.O.-Rückspiel in der Champions League hast?
Also ich muss tatsächlich so sagen, ich weiß, ich stehe ja so ein bisschen im Rufen, Trainerversteher zu sein und zumindest jemand zu sein, der die Arbeit von Niko Kovac, wie soll ich sagen, durchaus schätzt und das ist auch so. Ich glaube schon, dass das, was sich bei der Mannschaft, sprechen wir mal über Einstellung, über Professionalität, über Fitnesswerte etc. Pp., auch was das angeht, hat es ja große Probleme in der Vergangenheit, sowohl unter Nuri Schein, als auch unter Edin Terzic gegeben. Was das angeht, hat die Mannschaft, finde ich, tatsächlich einen Riesenschritt nach vorne gemacht in diesem guten Jahr, seitdem Niko Kovac da ist. Und ich finde, das kann auch der...
Verhängnisvoller Eindruck von Bergamo, jetzt nicht verwischen. Die Mannschaft hat Entwicklungsschritte hinter sich gebracht. Und jetzt kann man natürlich sagen, mit Recht, und da könnte ich auch kaum widersprechen, ja, dieses Bergamo-Erlebnis war ein schlimmer Rückfall, der durchaus auch Fragen aufwirft. Und ja, das muss ich dann schon sagen, offenbar ist es Niko Kovac nicht gelungen, die Mannschaft so dafür zu sensibilisieren, dass Bergamo nicht eben mal so im Vorbeigehen zu lösen sein wird, dieses Rückspiel. Ich kann es mir fast nur so erklären, weil er hat das ja auch mehrfach betont, Niko Kovac, dass er die Spieler darauf hingewiesen hat, dass da eine ganz heiße Atmosphäre in diesem kleinen, engen Stadion herrschen wird. Wörtlich hat er gesagt, ich habe es Ihnen schon nach dem Hinspiel gesagt und ich habe es ihnen dann auch nochmal am Tag vor dem Rückspiel gesagt, du musst dagegen halten, du musst die Zweikämpfe annehmen und führen, du musst scharf sein, du musst griffig sein. Und genau das hat die Mannschaft halt nicht geliefert. Insofern, ja, der Trainer ist nicht durchgedrungen zu der Truppe in dieser Situation.
Das darf normalerweise nicht passieren und das ist leider passiert. Und das ist wirklich eine Problematik.
Bei der Borussia Dortmund geglaubt hat, schon weiter zu sein. Und jetzt hat man in Bergamo erleben müssen, nee, es ist doch noch nicht so, dass das quasi wie selbstverständlich abgerufen wird, diese Grundtugenden. Gegen Bayern war es dann wieder eine ganz andere Geschichte. Da war klar, dass die alle on alert sein werden, wegen der Bedeutung dieses Spiels und auch wegen des großen Prestiges, das da dran hing. Das war jedem bewusst. Also da habe ich schon damit gerechnet, dass die sich in jedem Fall zerreißen werden.
Wofür es dann am Ende reichen wird, das war natürlich schwer zu prognostizieren. Nur, ich glaube, die grundlegende Bereitschaft, die Professionalität, die ist bei den Spielern trotz Bergamo vorhanden. Das ist schon mal eine gute Basis, auf der du aufbauen kannst. Wenn wir dann aber uns anschauen, wie dieser Klassiker dann am Ende tatsächlich entschieden worden ist, dann muss man sagen, hat die Mannschaft mit deutlich erhöhter Qualität einfach gewonnen. Durch geniale Momente, die Joe Kimmich dann gehabt hat, meine ich jetzt nicht nur, wie er dann diesen Ball zum 3 zu 2 da reinschweißt, sondern auch, wie er vorher das 1 zu 1 vorbereitet hat mit diesem präzisen Lupfer da auf Gnabry und auch dessen Kopfballvorlage für Kane, das spricht schon für eine sehr, sehr hohe Qualität. Die hat Borussia Dortmund derzeit nicht, aber ich meine, das ist jetzt auch nicht eine richtig überraschende Erkenntnis. Das hängt auch ein bisschen damit zusammen, dass, wenn man sich mal so die Transferpolitik von Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren angeschaut hat, du hast halt jetzt nicht mehr...
Diese herausragenden Akteure, sei es in der Offensive, ein Erling Haaland oder ein Jadon Sancho oder ein Ousmane Dembélé, offensiv auf den Flügeln, als die richtig gut drauf waren. Du hast ein bisschen Realpolitik betrieben aus Sicht des BVB in den vergangenen Jahren. Du hast auf erfahrene Spieler gesetzt in der Hoffnung, dass die dir helfen, dich zu stabilisieren und du dann sozusagen deinen Platz zwei in der Bundesliga, der wollen wir nicht vergessen, ja zwischenzeitlich auch dieses starke Jahr von Bayer Leverkusen, der ja auch in Gefahr war. Jetzt merkst du halt, wenn es dann gegen die Bayern geht, ja, dir fehlt dann vielleicht wirklich so der Decider, der Unterschiedsspieler, der dann tatsächlich auch mal so eine starke Abwehr wie die der Bayern aushebeln kann im 1 gegen 1. Das hast du momentan nicht.
Es ist nicht so leicht, da wieder hinzukommen. Da müsstest du schon großes Glück auf dem Transfermarkt haben. Und was dann natürlich erschwerend dazu kommt, ist die Tatsache, dass du in der Champions League hast Geld liegen lassen. Das schränkt dich schon ein.
Ja, absolut. Elf Millionen hätte es gegeben, wenn du das Spiel irgendwie so über die Bühne bekommen hättest, dass du eine Runde weitergekommen wärst, wenn du diesen Vorsprung von 2-0 über die Bühne gebracht hättest. Dazu kommen natürlich noch Fernsehgelder, dann natürlich Ticketverkäufe, wenn ihr im Stadion Essen konsumiert, ein Bierchen trinkt, das kommt alles mit dazu. Es gibt auch noch einen sogenannten Marktpool, das ist so ein bisschen erfolgsabhängig, werden da dann noch Prämien von der UEFA ausgeschüttet und das geht dann halt schon fast an die 20 Millionen Euro und bei Borussia Dortmund musst du Saison für Saison erstmal Geld verdienen, um Geld auszugeben und da tut das natürlich schon ein Stück weit weh, ich meine, stellen wir uns nur mal vor... Nico Schlotterbeck sollte verlängern, kommen wir später natürlich auch nochmal auf ihn zu sprechen, dann wären das schon zwei Jahresgehälter für ihn beispielsweise. Du hättest natürlich auch einen ganz anderen Spielraum auf dem Transfermarkt mit 20 Millionen Euro, da nochmal einen neuen Spieler oder vielleicht die Qualität nochmal anzuheben und das sehe ich halt dadurch jetzt halt auch schon wieder nicht. Dass du im Sommer so viel neue Qualität dazu bekommst, dass du auf einmal einen noch größeren Sprung, als du ohnehin schon gemacht hast.
Eben leisten kannst, machen kannst und ja, das ist schon einfach super bitter und Olli, wir müssen noch ganz kurz und dann glaube ich machen wir vorerst einen kleinen Haken an dieses Bergamo-Spiel, das tut euch da draußen bestimmt auch gut, wir müssen noch über die letzte Aktion des Spiels sprechen, weil es einfach so wahnsinnig bitter war, Du hast jetzt schon die Aktion von Armi Benze bei Ihnen ja angesprochen, der ja in allen vier Gegentoren beteiligt war. Also ich glaube, es war für ihn der schwärzeste Tag, den er im BVB-Trikot hatte. Und trotzdem geht die Fehlerkette ja ganz woanders los. Gregor Kobel bekommt den Ball mit seiner Erfahrung. Wir wissen alle, und er weiß das auch selber, dass er nicht der beste Torhüter mit dem Ball am Fuß ist. Aber unter Niko Kovac hat er es sehr gut hinbekommen, fand ich, weil er auch die Freiheiten hat, den Ball einfach mal rauszukloppen. Und in der Situation, keine Ahnung, was ihn geritten hat, versucht er es.
Nochmal spannend zu machen, beziehungsweise versucht er spielerisch zu lösen, was. Und da waren sich alle auch eher danach einig, was einfach Blödsinn war. Und dann kassierst du diesen Elfmeter, dann kassierst du das Gegentor und scheidest auf denkbar bitterste Art und Weise aus. Und ich fand, man hat es natürlich jedem nach dem Spiel angemerkt, wie niedergeschlagen die Spieler, die verantwortlich waren. Und besonders eben Gregor Kobel und den hören wir jetzt. Ja, natürlich ist es super bitter. Fußball kann sehr, sehr hart sein, das hat man heute gesehen. Es tut mir natürlich sehr, sehr leid, dass ich meine Jungs mit dem Fehler in diese Lage gebracht habe. Ja, aber das ganze Spiel kann man natürlich auch ein bisschen besser gestalten. Aber wie gesagt, mir tut es am Ende einfach leid, es brucht halt vor einer Sekunde. Da habe ich eine falsche Entscheidung getroffen, das gehört zum Fußball dazu, aber es ist sehr hart natürlich trotzdem. Ich würde mich jetzt sehr auf das.
Spieltaktische Funktionieren heute, was gefehlt hat und das war in meinen Augen einfach, dass wir es nicht ganz so geschafft haben, die Dinge umzusetzen, wo wir im ersten Spiel sehr, sehr gut gemacht haben und dann, wenn du auswärts bist, das Stadion mitkommt, da natürlich so ein bisschen diese Emotionen dann auch hochkommen in der Mannschaft. Ich meine, man kennt das im Fußball, dann haben wir uns natürlich so ein bisschen schwer gemacht und viele Chancen zu gelassen, vier Tore kassiert und wenn vier Tore kassierst, dann hast du natürlich einiges dann auch nicht gut gemacht am Ende. Ja, das war Gregor Kobel zu seinem Blackout, den er da gehabt hat. Er hat sich übrigens gestellt, allen Interviewanfragen ist er nachgekommen. Das ist, wenn einem sowas passiert ist, was einem sicherlich noch ein bisschen länger nachhängen wird, gibt es keine Selbstverständlichkeit, das ehrt ihn auch. Und ich meine, es war ja wirklich, was soll man sagen, ein Drama im letzten Akt da nochmal. weil ich glaube achte Minute der Nachspielzeit so ein verhängnisvoller Patzer, der darf ihm einfach nicht unterlaufen. Und ich meine, es gab dann ja nicht nur anschließend das Foul von Benze Baini, dann auch Gelbrot für Benze Baini. Es gab dann ja noch weitere Kaloteral-Schäden.
Schlotterbeck sieht rot, weil er da offenbar eine Zone betreten hatte, während sich der unparteiische José María Sánchez das Ganze nochmal in der Review-Ära angeschaut hat. Ein Italiener hat auch noch rot gesehen, also kleine Ursache, große Wirkung, aber wie gesagt, ich glaube, selbst das, es war natürlich letztendlich der Sargnagel dann aus Sicht von Borussia Dortmund, sonst wäre man in der Verlängerung gewesen, aber ich glaube, selbst das war jetzt gar nicht mal, das Hervorstechenste, sondern ich bleibe dabei. Das Alarmierendste war die Art und Weise, wie die Mannschaft sich da insgesamt präsentiert hatte. Und das darf es so einfach nicht geben. Aber immerhin, Gregor Kobel hat uns einen richtigen fetten Aufreger beschwert. Und jetzt machen wir aber endgültig einen Deckel drauf auf dieses leidige Kapitel Bergamo und kommen jetzt noch mal explizit zum Klassiker. Und wir steigen allerdings auch ein mit einer Szene, die leicht für Aufregung gesorgt hat. Hier kommt unser neuer Aufreger der Woche.
Aufreger der Woche. Ja, beim Stande von 0 zu 0 kommt es zu einer intensiven Aktion zwischen Josef Stanisic, der ja eigentlich als Zweiter erst an den Ball gekommen war. Denn Niko Schlotterbeck berührte in diesem Zweikampf per Grätsche den Ball zuerst. Allerdings rutscht er dann mit seinem Fuß auch so ein Stück weit über den Ball und trifft den Münchner eben sehr, sehr hart am Schienbein. Man hat nach dem Spiel auch bei den Interviews nochmal auf seine Wunde da am Schienbein gefilmt. Das sah nicht ganz so aus wie bei den Bergamo-Spielern noch unter der Woche, als Rami Benzemaini ihn getroffen hat. Aber man hat eben schon gesehen, dass er ordentlich erwischt wurde und jetzt kennen wir natürlich diese Problematik, wenn der Schiedsrichter rausgeht, was in dem Fall ja der Fall war, guckt sich das Trefferbild an, die Höhe, ich meine es war auch nicht mehr am Fuß unten, sondern es war mit gestrecktem Bein am Schienbein. Ich war ein bisschen überrascht, Oli, tatsächlich, dass es keine rote Karte für diese Aktion gab. Auch wenn ich es im Nachhinein sehr gut finde, dass sie nicht gegeben wurde.
Natürlich auch, um das Spiel nicht schon frühzeitig zu entscheiden, auch weil es, glaube ich, so nicht beabsichtigt war. Und trotzdem war ich tatsächlich überrascht, dass er nicht vom Platz fliegt. Wie hast du es gesehen? Ja, ich habe es genauso gesehen. Also bin tatsächlich zusammengezuckt, als ich die Szene schon in Realtime gesehen habe, weil er geht da, ich will jetzt nicht sagen ohne Rücksicht auf Verluste rein, aber er geht da so rein, dass er zumindest davon ausgehen könnte, dass da auch was Schlimmeres hätte passieren können. Also die Sohle ist offen, ja es stimmt schon, er rutscht auch so ein bisschen an dem Ball, den er da auch leicht berührt, noch weg und dadurch trifft er halt Stanisic mit voller Wucht am Schienbein, aber wenn man sich anschaut, wie er da schon reingegangen ist, dann finde ich, hätte das Rot für mich gerechtfertigt, weil das war schon, finde ich, einfach rohes Spiel. Also die Tatsache, dass er auch nachdem Jablonski da nochmal rausgegangen ist und sich das Ding angeschaut hat, quasi mit Gelb davongekommen ist, die würde ich schon mal aus Sicht von Borussia Dortmund und auch aus Sicht von Nico Stotterbeck als sehr, sehr glücklich bezeichnen. Und das hat er selbst auch nach dem Spiel so gesagt, wir hören mal rein. Er hat für mich erst den Ball gespielt, dann über den Ball gerutscht. Ich treffe ihn dann sau unglücklich am Schienbein.
Wahrscheinlich kann man da schon Rot geben, hatte ich da ein bisschen Glück. Zum Glück hat er Schiri gelb gegeben. Vom Gefühl her hätte er sonst auch wahrscheinlich das Spiel früh entschieden, das wollte er wahrscheinlich nicht machen, deswegen kann man vielleicht noch sagen Dunkelgeld, aber natürlich hatte ich da schon Glück. Also auch Nico Schlotterbeck ist der Meinung, dass er da durchaus Glück gehabt hat. Josef Stanisic hat es übrigens überhaupt gar nicht verstanden, dass es dafür nur eine gelbe Karte gab. Und Schlotterbeck an sich war ja auch irgendwie so ein bisschen der Hauptakteur dieses Abends. Ich meine, es haben ohnehin schon viele auf ihn geschaut, auch schon in den letzten Wochen. Gerade in Richtung Bayern München bleibt er, geht er, verlängert er, was passiert mit ihm im Sommer. Und dann steht er in diesem Spiel mehrfach im Scheinwerferlicht, eben erst wegen diesem vermeintlich rotwürdigen Foul. Dann köpft er den BVB in Führung, jubelt ausgelassen, zeigt sein Bizeps. Da gibt es sogar noch eine Herzgeste in Richtung der Fans.
Und dann verschuldet er am Ende auch noch diesen Elfmeter zum Ausgleich. Ja, gefühlt in jeder Aktion, über die danach gesprochen wurde, war er eben beteiligt und er war einfach so ein Stück weit der Hauptakteur. Olli, kommen wir mal von dem Tritt weg zu seinem Tor, das er gemacht hat. Ich meine, sensationell, wie er sich da gegen Jonathan Tah und Harry Kane durchsetzt. Das gelingt auch nicht so vielen Spielern. Und dann sein Jubel, ohne jetzt da viel hineininterpretieren zu wollen. Du wirst ihn ja auch wahrgenommen haben. Wie hast du ihn wahrgenommen?
Ja, sagen wir mal so, das ist ein Jubel, ich gehöre jetzt nicht zu denjenigen, die allzu viel in so etwas hineininterpretieren wollen, aber man kann es natürlich auf zwei Art und Weisen deuten. Das eine ist, er jubelt, Adrenalinausschüttung, die ist gerade, weil es natürlich ein sehr, sehr wichtiges Spiel gewesen ist, die werden da quasi nochmal visuell dokumentiert durch diese Art und Weise des Jubels. Auf der anderen Seite kann man natürlich auch hineininterpretieren, dass da vielleicht ein besonderes Commitment mit Borussia Dortmund zum Ausdruck gebracht worden ist. Dann ist aber die spannende Frage, was heißt das denn jetzt? Commitment mit Borussia Dortmund, sollte es tatsächlich so der Fall sein.
Diejenigen, die jetzt optimistisch unterwegs sind, würden vielleicht sagen, ach Mensch, der identifiziert sich derartig mit dem Klub. Der Liebeserklärung. Genau, vielleicht bleibt er deshalb ja doch bei Borussia Dortmund. Man kann es natürlich auch andersrum sehen und dann sagen, Ja, er will nochmal unter Beweis stellen, dass es ihm, wenn er denn gehen sollte, nicht leicht fallen wird, weil er schon emotional sich mit dem Klub durchaus verbunden fühlt, aber trotzdem vielleicht die Perspektive auch aufgrund, sagen wir mal, der besseren Möglichkeiten, vielleicht auch mal eine deutsche Meisterschaft oder vielleicht auch mal irgendeinen anderen großen Titel zu winnen, irgendwo anders sehen würde. Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein. Ja, ich finde, was man auf jeden Fall nach diesem Spiel festhalten kann oder meine Meinung ist, es kann ihm niemand mehr etwas vorwirfen, falls er den Verein verlassen sollte. Ich finde, so wie er auch gegen die Bayern aufgetreten ist, auch wenn es sportlich vielleicht nicht sein bestes Spiel war, wegen der Elfmetersituation, auch wegen diesem groben Einsteigens.
Hat er einfach alles auf den Platz gelassen. Also er hat sich wirklich reingehängt, war mit Leidenschaft dabei, hat wirklich sich aufgearbeitet, hat dann auch noch die Fans angezündet. Man hat wirklich gemerkt, er ist mit Herzblut dabei. Auch das, was er nach dem Spiel von sich gegeben hat, hatte alles Hand und Fuß. Also das war schon beeindruckend. Und ich finde, wenn er jetzt geht, weil er sagt, er hat eben die Ambitionen, Titel gewinnen zu wollen, dann darf man ihm das nicht verdenken.
Er reibt sich immer für diesen Verein auf und ich glaube, das muss jeder auch so ihm zugestehen, dass er dann für sich vielleicht mal was anderes ausprobieren möchte. Und nochmal, die Leistungen waren sehr, sehr überzeugend auf dem Platz, auch abseits des Platzes. Wir hören mal rein, was er zu seinem Jubel, zu seiner Aktion bei dem Ausgleich gesagt hat. Ich glaube, dass wir gut gespielt haben. Leider ist das Quäntchen Glück gefehlt hat oder Quäntchen Zielstäbigkeit. Die Fans waren heute unglaublich. Ich glaube, das Stadion hat gebebt, hat richtig Spaß gemacht. Leider mit einem glücklichen Ende für Bayern. Ja, soweit Nico Schlotterbeck zu seinem Jubel. Geht jetzt nicht ganz so weit, was die Interpretationsmöglichkeiten angeht, wie wir es gerade eben getan haben, Manni. Aber ich meine, er ist ein sehr, sehr emotionaler Spieler. Und ich meine, das stellt ja auch seinen Wert für den BVB unter Beweis.
Unabhängig davon von seinen fußballerischen Qualitäten. Er ist auch jemand, auch das hat man jetzt wieder gesehen in diesem Spiel. Obwohl, ich gebe dir da recht, es nicht unbedingt sein allerbestes Spiel gewesen ist, aber er ist natürlich extrem wichtig für den Spielaufbau. Er ist derjenige, der da wirklich mit zielgenauen Pässen hinten heraus für eine gute Eröffnung sorgen kann. Der selbst torgefährlich, wie jetzt beispielsweise bei diesem Freistoß, dem Freistoß von Svensson geworden ist.
Das sind schon mal Assets, die ja beim BVB sehr geschätzt werden, die auch in der Nationalmannschaft hoch geschätzt werden. Julian Nagelsmann war ja da, Rudi Völler auch. Und ich glaube schon, dass sich Nico Schlotterbeck relativ wenig Sorgen machen muss, dass er bei der WM im kommenden Sommer kommt. Zum Einsatz kommen wird, regelmäßig zum Einsatz kommen wird. Denn auch Nagelsmann wird ja nicht müde zu betonen, dass gerade die Qualität von Schlotterbeck in der Spieleröffnung etwas ist, was die Nationalmannschaft auch benötigt. Also insofern, er bringt unglaublich viel mit. Man kann sicherlich sagen, wenn man jetzt beispielsweise gerade auch dieses ungestüme Zweikampfverhalten gegen Stanisic gesehen hat, Und wenn der Schirr da rot gibt, er hätte sich nicht beschweren können. Das hätte bedeutet, dass Borussia Dortmund schon früh in Unterzahl geraten wäre, noch beim Stand von 0 zu 0. Ja, so, dann wäre es wahrscheinlich kein so enges Spiel geworden, wie es dann geworden ist. Also er hat auch noch Luft nach oben. Das hat beispielsweise ja eine BVB-Legende Jürgen Kohler auch am Sonntag, ich habe ihm da aufmerksam zugehört, im Doppelpass nochmal herausgestellt. Ja, tatsächlich. Ich finde, da ist, wie sagen es hier Engländer, Room for Improvement nach wie vor. Aber für Borussia Dortmund wäre es natürlich bitter, wenn er gehen sollte.
Weil er natürlich sowas wie eine Galleonsfigur ist. Er sowas wie ein emotional, aggressive Leader auch ist, den die Mannschaft, glaube ich, einfach auch benötigt, um tatsächlich diese Ausreißer nach unten, wie beispielsweise Bergamo, um die weitgehend zu vermeiden. Ich glaube, das ist wirklich das Letzte, was ich jetzt zu Bergamo sagen werde. Aber möglicherweise ist es auch nicht von ungefähr gekommen. Die Mannschaft hat es an der Einstellung vermissen lassen. Und die Mannschaft hat auch ohne Schlotterbeck gespielt. Ich glaube schon, dass wenn er da auf dem Platz gestanden hätte.
Er wirklich alles, was in seiner Macht steht, versucht hätte, um die Kollegen nochmal mitzureißen, um dafür zu sorgen, dass sie sich zusammenreißen. Dass sie Bergamo ernst nehmen, der sich vielleicht einen Julian Brandt dann mal gegriffen hätte, um ihm zu sagen, pass auf, du musst auch mit nach hinten arbeiten, sonst stehen wir hier eins gegen zwei, wenn die Bergamasken über die Flügel nach vorne kommen und kriegen Probleme in der Innenverteidigung. Also das ist ein großer, großer Wert, den er hat für Borussia Dortmund. Und wenn er gehen sollte, würde auch was das angeht.
Diese Aggressivität, diese Führungsqualität, die er hat, würde das schonenden Vakuum entstehen, fürchte ich. Ja, auf jeden Fall. Es ging eben nicht, das hatte Niko Kovac nach dem Spiel auch nochmal erklärt, die Ärzte haben ihm kein grünes Licht gegeben und er selbst, er hat sich eben auch nicht zugetaut und ich glaube, wenn Niko Schlotterberg sich das selbst nicht so wirklich zutaut, dann kann man sich auch darauf verlassen, dass das wirklich nicht ging an diesem Tag. Gerade in dieser Situation, als dann der BVB ihn so dringend gebraucht hätte, dass er dann sagt, boah, ich kann einfach nicht, zeigt schon, dass es einfach nicht gegangen wäre. Also wenn das einer sagt und dann so meint und das auch so ist, dann ist das wohl auch Nico Schlotterbeck wahnsinnig bitter.
Ja, Wahnsinn. Da frage ich mich natürlich nur, wieso hat er dann auf der Bank gesessen? Das hat ja auch anschließend so ein bisschen für Verwirrung gesorgt, weil ich glaube, viele Leute dann gesagt haben, Mensch, er sitzt auf der Bank, also müsste er ja einsatzbereit sein, wieso ist er denn da nicht ins Spiel gekommen? Tatsächlich, es muss wohl so eine Art, weiß ich nicht, Goodie gewesen sein an ihm, dass Kovac ihn da auf die Bank gesetzt hat, denn er hat uns das ja tatsächlich, ich, genau wie du gesagt hast, hinterher auch klar zu verstehen gegeben, nee, es wäre nicht gegangen. Und ja, dann ist es halt so. Dann muss man es akzeptieren. Ja, und einen Kaderplatz, glaube ich, hat jetzt auch niemanden geklaut. Würde ich jetzt behaupten. Nö, das nicht, das nicht. Ja, man kann nur sagen, gegen die Bayern ist gefühlt jeder ein Stück weit über sich hinausgewachsen. Ich fand Marcel Sabitzer unfassbar stark. Seit lange mal wieder, Olli. Und einen Spieler, den müssen wir, finde ich. Da waren wir auch uns relativ schnell eigentlich nochmal hervorheben, weil der uns richtig, richtig gut gefallen hat. Und weil er auch etwas geschafft hat, was tatsächlich nicht allzu viele vor ihm geschafft haben, nämlich einen Münchner, nämlich Michael Ulysse, ein Stück weit zu zähmen. Und deshalb kommt hier unser Spieler der Woche.
Spieler der Woche. Ja, Ehre, wem Ehre gebührt, das war eine Top-Leistung von Daniel Svensson. Er hatte in der Tat alle Hände voll zu tun mit Ulysse. Und er hat das echt hervorragend gemacht, muss man deutlich sagen. Und darüber hinaus hatte er ja auch richtig Impact in Bezug auf die Tore, beide Tore, die Borussia Dortmund in diesem Klassiker erzielt hat, gehabt. Nämlich seine Freistoßflanke auf Schlotterbeck zum 1 zu 0. Und dann vor allen Dingen auch noch, und das hat mich fast noch mehr beeindruckt, seine wirklich herrliche Direktabnahme dann zum 2 zu 2. Übrigens mit seinem schwachen rechten Fuß, das muss man sagen.
Daniel Svensson ist tatsächlich jemand, über den ja auch manchmal gesagt wird, ja, ist der eigentlich von der Qualität her gut genug in Bezug auf die hohen Ansprüche vom Borussia Dortmund?
Es ist von mir aus auch eine Frage, die man tatsächlich debattieren kann. Fakt ist allerdings, der streckt sich in jedem Spiel nach der Decke, der gibt alles, er ist ein absoluter Dauerläufer. Und jetzt auch gegen die Bayern beispielsweise, also die Daten sprechen einfach für ihn, er ist mehr als 12,7 Kilometer gelaufen, Manni.
Ja, das ist nicht überraschend, aber es ist natürlich eine ganze Menge, vor allem wenn man sieht, wie er die läuft. Also das ist ja nicht nur ein Dauerlauf, weil da könnte ich dann vielleicht auch 12,7 runterschrauben, aber das sind halt auch sehr, sehr intensive Duelle. Und ich meine, dieses Duell Olysee gegen Daniel Svensson und auf der anderen Seite Luis Diaz gegen Jan Kurto, da konnte man ja schon ein bisschen Bauchschmerzen davor bekommen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe auch wirklich das Schlimmste befürchtet, weil Olysee hat eigentlich in dieser Saison, ich glaube, das Spiel gegen Stuttgart mal Ende November, Anfang Dezember war nicht so seins. Da habe ich mich auch länger mal mit den Bayern-Kollegen unterhalten, die den Rekordmeister schon seit Ewigkeiten begleiten. Sonst hat er eigentlich immer abgeliefert. Die Messlatte ist so, so hoch. Und bei Daniel Svensson, ja, wie soll ich sagen, ging es schon auch ab und an mal zu schnell in der Spielzeit. Das ist auch völlig normal. Der kommt aus dem Niemandsland, aus dem skandinavischen Niemandsland und performt der eh schon komplett über. Aber ich fand, wenn es dann eben gegen die...
Unterschiedsspieler geht. Auch gegen sehr, sehr gute Spieler von Bergamo.
Hat man einfach gesehen, dass er noch nicht das Niveau für ganz oben hat. Aber wie er das gegen Olysses gemacht hat, war Wahnsinn. Zweimal hat er ihn, glaube ich, vorbeikommen lassen. Einmal in der 15. oder 16. Minute, da hat Gregor Kobel gut pariert. Und dann eben, und das ist eben der Grund auch gewesen. Ich habe Noten beim Spiel verteilt, wieso er von mir keine glatte Eins bekommen hat, weil er natürlich vor Vor diesem 3 zu 2 Ulysse vorbeiziegt. Du kannst ihn gar nicht über 90 Minuten verteidigen. Das ist ganz klar. Umso bitterer natürlich, dass er dann den Siegtreffer der Bayern ein Stück weit über die Svensson-Seite einleitet. Aber ich glaube, unterm Strich. Und Olli, ich glaube, da wirst du mir recht geben. Kann man nur sagen, Hut ab vor dieser Leistung. Und deshalb völlig verdient unser Spieler der Woche. Definitiv. Und vor allen Dingen, er ist auch ein schönes Beispiel dafür, dass.
Sagen wir mal, in der Transferpolitik man durchaus auch Erfolge erzielen kann, wenn man jetzt nicht nur nach großen Namen geht, sondern wenn man tatsächlich auch Vertrauen setzt in einen jungen Spieler, der noch Entwicklungspotenzial hat.
Vorausgesetzt, die Einstellung stimmt bei ihm. Und ich glaube, die Einstellung, die ist wirklich sein hervorstechendes Merkmal. Die stimmt immer. Und vor allen Dingen, was mir bei ihm imponiert, ist, wie er auch, sagen wir mal, an seinen Schwächen arbeitet. Und eine Schwäche, die es vielleicht gegeben hat bei ihm, dass gerade, wenn es so um Torabschlüsse geht, Er hat einen wunderschönen Treffer gemacht und sogar mit seinem Schwächeren, mit seinem rechten Fuß. Also Hut ab nochmal vor Daniel Svensson. Olli, lass uns zu dem fast schon bittersten Moment dieses Bayern-Spiels, dieses durchaus positiven Bayern-Spiel kommen. Und da müssen wir natürlich zwangsläufig über die Verletzung von Emre Can reden.
Die schlimmen Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Jetzt habe ich es am Sonntagnachmittag, hat der BVB bekannt gegeben, dass sich Emel Can tatsächlich das Kreuzband gerissen hat. Das heißt, sechs Monate, sagt man immer bei so einer Verletzung, Saison aus auf jeden Fall. Und dann musst du natürlich auch wieder in die Spur finden. Jetzt wissen wir natürlich von Emel Can, der ist ja echt eh schon leidgeplagt, immer wieder mit Adduktoren, Problemen, Schwierigkeiten gehabt. Jetzt diese schlimme, schlimme Knieverletzung kann einem nur leid tun, oder Oli? Ja, also vor allen Dingen, genau wie du gesagt hast, seine Vorgeschichte gerade in dieser Saison, diese permanenten Adduktorenprobleme, die ja auch dazu geführt haben, dass sein Comeback sich immer wieder verzögerte.
Also, Emre Can ist jemand, der tatsächlich, klar, hing in Bergamo jetzt auch beispielsweise mit drin, aber auch da muss man sagen, er kam ja gerade aus einer Verletzung. Also das war sicherlich auch, was das Physische angeht, nicht der beste Emre Can, den es geben kann, den wir da gesehen haben in Norditalien, aber er ist jemand, der... Der sich immer wieder reinhängt. Er ist jemand, der immer wieder versucht, auch den Mitspielern Halt zu geben in schwierigen Situationen. Und dass das jetzt so kommt, und das ist ja dann quasi das Saison aus für ihn, Kreuzbandriss im linken Knie. Wow, da muss man schon mal schwer schlucken. Es gab, das ist mir so ein bisschen sauer aufgestoßen, während des Spiels einige Reaktionen auch von Fans, speziell von Bayern-Fans, die da tatsächlich vermutet hatten, nachdem Emre, er lag dann ja vor der Nordtribüne, da merkte man, er schlug auf dem Boden, der hat riesige Schmerzen. Dann hat er sich ja zunächst ins Feld gerollt, um eine Spielunterbrechung herbeizuführen. Da ging er ja sogar noch mal rein und hat es noch mal versucht. Und das wurde ihm als Schauspielerei unterstellt.
Nee, das war es, weiß Gott nicht. Und ich meine, so ein bisschen, wenn man den Charakter von Spielern kennt, dann weiß man, dem liegt das völlig fern zu Schauspielern. Also ich fand, selbst wenn man zu dem Zeitpunkt von den Rängen ja nicht genau wissen konnte, wie schlimm seine Verletzung ist, ihm das zu unterstellen, das fand ich einfach unfair.
Im Nachhinein, es musste schon was Schwerwiegendes sein. Und ich glaube, daran haben sich so ein paar ein bisschen gestört. Weil nach diesem, es war ja nicht mal ein Foul von Conny Leimer. Ich glaube, mit dem war er ja zweimal in den Zweikampf gegangen und danach liegen geblieben. Sondern einmal ist er an diesem Teppich ein bisschen hängen geblieben. Und beim anderen Mal kann man annehmen, dass das Kreuzband schon durch war. Und der dann einfach nicht mehr die Stabilität im Knie hatte, gescheit abzubremsen. Dann verzittert er sich und dann hat er sich natürlich schon sehr lange am Boden gewendet und gedreht und man hatte von außen wirklich das Gefühl, oh mein Gott, ich formuliere es jetzt bewusst über Spitz des Beines ab, so wie er sich jetzt verhält und dann ist er eben doch nochmal auf den Platz gekommen und ist relativ normal. Man hat es ihm schon ein bisschen angemerkt, dass er humpelt, hat dann doch noch weitergemacht. Trotzdem zeigt das schon auch den Charakter von Emmett Schaar. Ich meine, der hat sich vermutlich, ohne das jetzt belegen zu können, aber vermutlich in der zwölften Minute da das Kreuzband gerissen. Als er da im Teppich hängen bleibt, wahnsinnig früh, und dann läuft er eigentlich fast noch eine halbe Stunde weiter.
Nach einem Duell wieder mit Leimer bleibt er dann am Boden liegen, versucht es dann nochmal und dann ging es eben irgendwann gar nicht mehr. Und wir waren nach dem Spiel ja noch in der Interviewzone, in der Mixzone gestanden und Emre Can war einer der Ersten, der dann aus der Kabine kam, auf Krücken gestützt, auf Gehhilfe, ist dann zu seinem Privatauto und saß dann da, Oli korrigiere mich, wahrscheinlich eine halbe Stunde.
In seinem Auto auf dem Beifahrersitz, Kopf gesenkt. Der hat wirklich nichts gemacht, hat nicht am Handy rumgespielt etc. Der war einfach, der wusste glaube ich schon, dass es eine schwerwiegendere und längere Verletzungsgeschichte war. War übrigens sehr schön, Leon Goretzka kam ja dann auch, ich glaube als erster Münchner aus der Kabine, hat dann Emre Can im Auto sitzen gesehen und ist dann zu ihm nochmal hin. Und ich glaube, die haben noch zwei, drei, vier Minuten miteinander gesprochen. Da wird es wahrscheinlich auch viele Genesungswünsche gegeben haben. Also echt eine schöne Aktion. Goretzka ist ja auch gar nicht so weit von Dortmund geboren und aufgewachsen. Ist ein Pott, ein Junge aus einem Pott aus Bochum.
Ja, war noch eine schöne Aktion. Aber für ihn ist es natürlich, ja, wahnsinnig bitter Saison aus, du hast es gesagt. Und selbst dann muss man gucken, wie es weitergeht, zumal sein Vertrag ja auch eigentlich ausläuft. Also diese Verletzung kommt ja wirklich zur Unzeit. Und ich glaube oder bin mir überzeugt, bin mir sicher, dass das auch die ganzen Pläne des BVB, die sie ja eigentlich mit ihm gehabt hätten, nämlich ihm noch ein Jahr Vertrag zu geben, vielleicht auch ein Stück weit durchkreuzen könnte. Wie schätzt du das ein? Ja, möglicherweise. Also ich meine, zunächst mal die Auswirkungen ja auch für den weiteren Saisonverlauf, die sind schon verheerend. Ich meine, wir neigen immer so ein bisschen dazu jetzt zu sagen, ja, das ist ja die Luft eigentlich raus aus der Saison. Ja, stimmt zum Teil, weil der BVB sich ja diverser Möglichkeiten jetzt halt beraubt hat durch das Ausscheiden aus den K.O.-Wettbewerben. Man ist gut unterwegs im Hinblick auf die Champions-League-Qualifikationen. Aber es geht ja in dieser Spielzeit ja noch um was. Das muss man sagen. Auch beispielsweise geht es darum, sich zufrieden.
In so eine Situation weiter hineinzuarbeiten, da hat man ja vielleicht durch die gute Leistung gegen die Bayern jetzt den Anfang gemacht, wo man sagt, wir wollen jetzt regelmäßig diese Schärfe zeigen und abrufen und damit eine Grundlage auch einfach so vom Psychologischen her für kommende Spielzeiten zu legen. Und in der Innenverteidigung, es bleibt einfach die Baustelle Nummer 1 jetzt in dieser Rückrunde. Süle, Mahne fehlen weiterhin. Schlotterbeck ist jetzt gerade erst zurückgekommen nach einer Verletzung. Anselmino ist nicht mehr da. Konnte es ja schon in dem Bayern-Spiel, nachdem Can raus war, sehen, dass da mächtig improvisiert werden musste. Also die Tatsache, dass Benze Baini, also ein Linksfüßer, dann hinten in der Dreierabwehrkette rechts verteidigen muss, das zeigt schon, dass das alles andere als ideal ist.
Klar, du hast mit Luca Reggiani da noch eine Alternative, aber das ist eigentlich sehr, sehr dünn. Und dann natürlich die langfristigen Auswirkungen im Hinblick auf die Zukunft von Emre Can. Man war ja bereits in Gesprächen. Das ist gerade schon Verhandlungen. So ist es, so ist es. Also man war schon in Gesprächen und wie das jetzt weitergeht, das muss man einfach mal abwarten. Einerseits tragische Situation für den Spieler, andererseits ist er natürlich einer der Topverdiener beim BVB und.
Ja, machen wir uns nichts vor. Wenn du da für Verstärkung sorgen willst, obwohl jetzt die Einnahmen aus der Champions League quasi gestoppt worden sind durch das Ausscheiden, musst du natürlich auch im Kader gehaltsmäßig ein bisschen umschichten. Ist schwer zu prognostizieren, wie Borussia Dortmund damit umgehen wird. Ich bin sehr gespannt. Ja, ich meine, dass der Vertrag deutlich leistungsorientierter ausfallen wird. Das war ohnehin klar. Das war sowieso klar, aber ich bin ja auch immer so. Und deshalb war ich eigentlich lang der Überzeugung, gerade durch dieses Aus gegen Bergamo, dass du sowohl mit Julian Band auch mit Emre Can weitermachst. Weil ich meine, du verlängerst jetzt die Verträge zu günstigeren Konditionen, kostet dich aber an sich nichts. Wenn du jetzt jemanden von extern holst, der braucht ja erstmal eine gewisse Qualität, um bei Borussia Dortmund bestehen zu können.
Ich glaube, das würde dir deutlich teurer kommen, wenn du jemanden von extern holst mit einem annähernden Potenzial, von dem du aber auch nicht hundertprozentig weißt, ob er sofort funktioniert bei Borussia Dortmund. Finde ich das Risiko, das finanzielle Risiko auch deutlich höher als zu sagen, okay, wir geben jetzt einmal Cano und Julian Brand vielleicht noch ein Jahr Vertrag. Ja, ja, ich meine, gerade wenn wir über diese beiden Spieler Brand und Can sprechen, unabhängig jetzt mal von der Verletzung von Can, da muss man natürlich sagen, sie haben gewisse Qualitäten, aber ihnen fehlen auch gewisse Qualitäten. Und wenn wir natürlich, was wir eingangs gesagt haben, was könnte Borussia Dortmund tun, um vielleicht auch mal wieder die Chancen zu erhöhen, um eine deutsche Meisterschaft mitzuspielen, Dann würde natürlich viel dafür sprechen, zu sagen, man nutzt jetzt die Gelegenheit, dadurch, dass die Verträge auslaufen, betrifft ja auch Niki Süle beispielsweise.
Dadurch, dass diese drei Verträge auslaufen, man nutzt dann diese vielleicht gar nicht so ungünstige Gelegenheit, um zu sagen, wir machen da jetzt mal was Neues. Die Frage ist, was ist da möglich für Borussia Dortmund? Du kannst letztendlich, wenn du sagst, ja, wir machen es so, wir sind jetzt mal mutig, wir sind innovativ, wir machen jetzt nicht mehr Realpolitik oder in Anführungsstrichen Vernunftspolitik, sondern wir wagen etwas, ja.
Dann kannst du ja nur insofern ins Risiko gehen, dass du sagst, du holst junge Leute. Und damit auch unfertige Talente, die eventuell ein größeres Leistungspotenzial haben als diese drei Spieler.
Läuft damit allerdings auch Gefahr, dass das möglicherweise nicht aufgeht und schwästigt dadurch. Also das ist schon einfach, sagen wir mal, eine Grundsatzfrage. Die jetzt in Brackel, dort wo sie sitzt, die sportliche Leitung von Borussia Dortmund, Lars Ricken, Sebastian Kehl, die dort getroffen werden muss. Wenn ich so ein bisschen raushöre, wie Carsten Kramer, der ja nun den Hut auf hat in der Geschäftsführung, darüber denkt, das ist schon jemand, der eher in die Richtung geht, endlich mal wieder Risiko gehen, endlich mal wieder sagen, Wir gehen jetzt mal an Spieler ran, die vielleicht andere noch nicht auf dem Schirm haben. Und wir gehen damit vielleicht auch ein bisschen ins Risiko, machen die Mannschaft wieder ein Stück weit unberechenbarer, um tatsächlich auch diese Fantasie, dass Borussia Dortmund wieder um Titel mitspielen kann, zu gehen. Ich bin mir da noch nicht sicher. Ich glaube, das wird, oder die laufen wahrscheinlich schon. Ich glaube, dass das etliche Diskussionen gerade gibt beim BVB, wie mit dieser Fragestellung umzugehen ist. Ja, auf jeden Fall. Ich finde, wenn man Sebastian Kehl zugehört hat am Wochenende, dann klang das für mich alles andere als nach Abschied. Er hat nämlich gesagt, Emma wird von uns in den nächsten Monaten jede Unterstützung bekommen, damit er wieder vollständig gesund wird. Kehl sieht das so, ich bin mir aber nicht sicher, ob das alle beim BVB so sehen.
Das ist tatsächlich eine Grundsatzfrage, die musst du letztendlich ausdiskutieren, musst du klären und dann müssen alle in diese Richtung, die dann vorgegeben wird, marschieren. Das ist übrigens ein interessanter Punkt, wo ich und ich denke Manni auch, auch gerne mal eure Meinung hören würden. Wie stellt ihr euch die Zukunft von Borussia Dortmund vor, was müsste vielleicht auch passieren, wie müsste sich die Transferpolitik vielleicht ändern, um tatsächlich die Chancen zu erhöhen, auch mal wieder um die Meisterschaft mitspielen zu können? Ja, unbedingt. Schickt uns da gerne eure Gedanken zu, schreibt sie in die Kommentare unter dem Podcast. Wie auch immer, da freuen wir uns auf jeden Fall. Trotzdem halten wir fest, ja, Emre Can auch für die Kabine, auch für junge Spieler immer sehr, sehr wichtig. Das bestätigen immer wirklich alle aus dem Verein, ob Spieler, Verantwortliche, wer auch immer, ob Mitarbeiter. Das ist echt ein guter Typ. Von daher glaube ich, bleibt uns nicht viel über, als zu sagen, gute Besserung.
Schnelle und ordentliche Erholung. Vielleicht tut das den Adduktoren ja auch mal gut, wenn da mal länger Pause gemacht wird, wenn er dazu gezwungen wird. Und ja, den Rest, wie der BVB darüber denkt, beobachten wir. Auf jeden Fall sind die Gespräche erstmal zumindest vorübergehend, bis er dann wahrscheinlich auch operiert wird, erstmal auf Eis gelegt. Und dann gucken wir mal weiter, wie das läuft. Und Olli, wir freuen uns auf die restlichen Saisonspiele, auch wenn die Luft droht, ein bisschen auszugehen. Trotzdem spannende Duelle am Wochenende in Köln. Mit Sicherheit auch eine interessante Partie, auch wieder Topspiel Samstagabend. Und dann gucken wir mal, ob der BVB diese Leistung gegen... Die Zeit der Leistung gegen die Bayern wiederholen kann, weil ich glaube, dann dürfte der Ausgang des Spiels nicht offen sein, wer da den Platz als Sieger verlassen wird. Nein, also wenn du diese Intensität an den Tag legst, wenn du mit der Leidenschaft, mit dieser Laufbereitschaft spielen wirst.
Dann kann Borussia Dortmund tatsächlich auch in dieser Saison noch für Highlights sorgen. Und das wäre einfach auch ein sehr, sehr gutes und wichtiges Signal, das dann an die Fans zu senden ist, dass die halt merken, pass auf, es ist nicht alles perfekt gelaufen in dieser Saison und ja, es gab diesen schlimmen Rückfall Bergamo und vorher ja auch schon Bodo Glimm zu Hause, sonst wäre es ja gar nicht zu diesem Nachsitzen gegen Bergamo gekommen. Also da zu zeigen, man hat aus den Fehlern gelernt und insgesamt ist diese Entwicklung, die unter Kovac genommen worden ist, ja gerade was die Einstellung angeht, eine positive. Das sollte auch dokumentiert werden durch die Leistungen in den kommenden Wochen. So ist es. Und wir hören uns dann wieder nächsten Montag. Euch eine schöne Woche, genießt das schöne Wetter, Olli, du natürlich auch. Aber vielleicht ist Wetter nicht so sehr kippen, ich weiß, dich beschäftigen, genauso wie mich die Pollen da draußen. Ja, genau, genau. Ja, dafür alles Gute und dann hören wir uns nächsten Montag wieder und bis dann, macht's gut. So ist es. Bis dann, schöne Woche euch.