Heute ist Mittwoch, der 13. Mai. Herzlich willkommen zur Opening Bell Featured bei Handelsblatt. Ja, Jensen Huang, der CEO von Nvidia, ist nun doch mit von der Partie bei der Reise von Donald Trump. Die Vorstände und die Delegation von Trump ist in Peking eingetroffen. Das lässt offen, dass es auch im Bereich der Chips eine Lockerung geben könnte. Halbleiter Aktien ziehen an, unter anderem auch, weil die Bank of America auf breiter Front in diesem Sektor die Kursziele weiter nach oben schraubt. Aber ein Schocker für die Wall Street sind die neuesten Inflationsdaten. Die Erzeugerpreise liegen teils erheblich über den Schätzungen der Wall Street. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Dezember schießt auf 37 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im April liegt sogar bei knapp 60 Prozent. Das bremst insbesondere den Dow Jones zum Opening ein. Ja, einen schönen guten Morgen. Und ich muss sagen, also sah doch alles eigentlich noch ganz gut aus, so eine Stunde vor dem Opening der Wall Street. Die Air Force One von Donald Trump landet in Peking. Und wer kommt da die Treppe runter? Hinten Jensen Wang, der CEO von Nvidia. die Tatsache, dass er jetzt kurzfristig doch mit dabei ist, facht die Hoffnung an, dass er die Erlaubnis erteilt wird, bestimmte Nvidia-Chips in China zu verkaufen. Das hebt die Halbleiter-Aktien an und dann parallel dazu haben wir Berichte, dass kommende Woche ein Streik droht bei Samsung. Das könnte also die ohnehin schon vorhandenen Angebotsengpässe weiter verschärfen, facht also die Memory-Werte an. So, das war so von der Stunde, Party-Time, so wunderbar, Halbleiter, Kadabum, Badabang, hoch. Der Nasdaq, bang, 200 Punkte hoch. Buy the dip. Bis dann um 14.30 Uhr eurer Zeit die Erzeugerpreise gemeldet wurden. Und da muss man wirklich sagen, holy crap. Das sind mal Inflationszahlen, Guys. Da muss man sich die Augen reiben. Also, die Erzeugerpreise im April sind auf breiter Front erheblich höher, als die Wall Street erwartet hatte. Und zwar sehen wir bei der Gesamtrate im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 6%. Die Wall Street hatte mit 4,9% gerechnet. Im Vergleich zum Vormonat rechnete die Wall Street gerade mal mit einem halben Prozent. Tatsächlich liegen wir fast dreimal so hoch bei 1,4%. Die wichtige Kernrate exklusiver Nahrungsmittel und Energie auch auf breiter Front. Also deutlich höher als man dachte. 0,3% im Vergleich zum Vormonat wurden erwartet. Es sind 1% geworden und auch die Rate im Vergleich zum Vorjahr ist mit 5,2% merklich höher ausgefallen, als die Wall Street erwartet hatte. Also sehr, sehr heiße Inflationsdaten, die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen ziehen weiter an. Wir sind jetzt bei knapp unter 4,49 Prozent im zehnjährigen Bereich und wir sehen, dass in den letzten Tagen die Dynamik hier ohnehin schon zugenommen hat, nach den ja doch recht guten Arbeitsmarktdaten am Freitag letzter Woche und den bereits sehr heißen Verbraucherpreisen, die gestern gemeldet wurden bei der Kernrate, Die Gesamtrate der Verbraucherpreise lag überwiegend im Rahmen der Schätzungen, aber die Kernrate lag auch über den Erwartungen. Das Wall Street Journal schrieb heute Morgen vor Bekanntgabe der Erzeugerpreise schon, die Wall Street hat zunehmend Bedenken, dass die Upside-Risiken für Inflation weiter steigen, wenn man sich jetzt das FedWatch-Tool anschaut. Liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in den Vereinigten Staaten im Dezember bei jetzt rund 37 Prozent? Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im April des kommenden Jahres liegt jetzt bei 59 Prozent? Kevin Warsh, der neue Notenbankchef, wird unter diesen Umständen auf gar keinen Fall die Zinsen senken können. Das war ein sehr schwieriges Umfeld für die amerikanische Notenbank. Wir haben zudem gestern nach den Verbraucherpreisen gesehen, dass das erste Mal seit Frühling 2023 die Inflation nun schneller steigt als das Lohnwachstum. Das ist für den Konsum natürlich auch nicht besonders erfreulich und ist einer der Gründe dafür, weshalb viele der Konsumgüterwerte in den letzten Tagen auch besonders schwach abgeschnitten haben. UN-Holdings nach den Zahlen war auch schwächer und Birkenstock heute Morgen ist nicht die Messlatte des amerikanischen Konsums, die Birkenstock schlappen. Aber schlappe ist in diesem Fall das richtige Wort. Bei Birkenstock geht es ungefähr 7, 8 Prozent bergab. Bei der Aktie, der Umsatz und der Trag liegen beides minimal unter den Zielen der Wall Street. Die Jahresaussichten wurden beibehalten, aber die Aktie ist trotzdem auf der Verliererseite. Also die Erzeugerpreise heute Morgen, eine kalte Dusche für die Wall Street, insbesondere der Dow Jones, steht unter Abgabedruck. Der Nasdaq schlägt sich noch vergleichsweise gut, vor allen Dingen dank der Reise von Trump gegen China und eben der Hoffnung, dass der Halbleiterboom noch für geraume Zeit weiterlaufen wird. Und wir haben heute erneut sehr viele bullische Analysten-Kommentare. Zu den Halbleiterwerten fangen wir mal an mit AMD. Hier hebt die Bank of America das Kursziel auf 500 Dollar an. Das Kursziel für Nvidia steigt auf 320 Dollar, für Marvell auf 200 Dollar. Das Ziel lag bisher bei 125, also das ist eine wirklich deutliche Anhebung. Und Micron sieht man jetzt bei 950 Dollar. Das ist fast eine Verdoppelung der bisherigen Kursziele und das Ganze wird basiert auf den Schätzungen der Bank of America für den AI Data Center Markt, also der adressierbare Markt. Die Schätzungen für das Jahr 2030 wurden jetzt nach oben revidiert von 1,4 Billionen Dollar auf 1,7 Billionen Dollar und damit einhergehend steigen hier also auf breiter Front die Kursziele. Die Bank of America hebt auch das Kursziel für Akamai auf 175 Dollar an. Ein Gewinner im Bereich der Cloud-Infrastruktur. Allein seit Jahresauftakt wurden 1,8 Milliarden Euro. Dollar an Deals bekannt gegeben. Übrigens auch Analog Devices von Wells Fargo heute das Kursziel auf 470 Dollar hochgeschraubt. Im Vorfeld der Quartalszahlen, die hier gemeldet werden für das zweite Quartal. Man geht davon aus, dass die Schätzungen geschlagen und die Aussichten angehoben werden. Und da sehen wir letztendlich gesehen auch, dass die Kursdealer also weiter steigen. Die Halbleiteraktien also wieder mal in aller Munde und der Halbleiterindex der SOX heute ist immer noch im Plus, obwohl die Stimmung insgesamt seit Bekanntgabe der Erzeugerpreise doch nachgelassen hat. Ich will ganz kurz nochmal auf Morgan Stanley eingehen. Dort hat Mike Wilson jetzt die Jahresendziele für den S&P 500 weiter nach oben revidiert und zwar deutlich auf 7.800. Und bis 2027 auf 8000 Punkte. Im Best-Case-Szenario sieht der Stratege den S&P sogar bei 9400 Punkte. Also die Schätzungen überschlagen sich hier. Wenn ich mir die Argumentation durchlese, Mike Wilson betont, dass geopolitische Spannungen über Ölpreis bis hin zu den Sorgen um KI-Investitionen bereits in den Kursen eingepreist seien. Really? Okay, wo denn? Und er betont, dass historisch betrachtet Aktienmärkte auch in Phasen stabiler Zinsen gut performen, vorausgesetzt die Unternehmensgewinne wachsen weiter und so sieht es eben aus, sagt Mike Wilson. Aber er betont auch, das eigentliche Risiko liegt darin, dass die Inflation weiter anzieht, angefacht durch die erhöhten Ölpreise und dass Zinsanhebungen nötig werden. Das könnte sein Bullcase also dann ausbremsen. Naja, also wenn man sich das heute mal durchliest und ich darf nochmal daran erinnern, einer der meistgezeigten Charts, glaube ich, der letzten zwei Jahre, der Inflationsverlauf der 70er und 80er Jahre, der immer noch sehr stark parallel läuft zu dem Inflationsverlauf, den wir aktuell an der Wall Street sehen. Das müssen wir uns mal im Detail anschauen, woher die höhere Inflation kam. Die Energiekomponente spielt hier natürlich eine große Rolle. 6,4 Prozent Anstieg in der Energiekomponente bei den Erzeugerpreisen, einer der haupttreibenden Faktoren, also für die heißen Inflationsdaten. So, jetzt gehen wir ganz kurz nochmal auf China ein und auf die Ergebnisse. Heute Abend wird Cisco Zahlen melden. Der Wert wird hier mit im Fokus stehen und mal abgesehen von den ganzen positiven Analystenkommentaren zu den Halbleiterwerten, Wir haben am 20. Mai Nvidia, wir haben am 2. Juni Broadcom, wir haben auch noch Analog Devices mit den Zahlen und die Zahlen müssten überwiegend gut ausfallen. Speed und Race wird dann die Frage sein, ob die Aktien dann auch dementsprechend positiv reagieren. Bisher war das ja meistens der Fall, dass obwohl diese Aktien schon quasi im Mars angekommen sind, dass gute Zahlen und eine weitere Anhebung die Werte trotzdem noch weiter nach oben geschoben haben. Vielleicht kurz ein paar Worte zu der Reise von Trump nach China. Heute Abend um 22 Uhr meiner Zeit, 4 Uhr morgens eurer Zeit, wird dann wohl das Treffen mit Xi auch stattfinden. Und die ganzen CEOs im Schlepptau, wir haben ja viel darüber berichtet die letzten Tage, der Apple-CEO, Nvidia, Qualcomm wird mit dabei sein. Wir haben Visa, wir haben Goldman Sachs, Blackstone mit dabei. Und Larry Fink ist natürlich nicht Blackstone, sondern Blackrock. Also verwechsel ich das manchmal, sorry. Im einen oder anderen ist das gestern auch schon aufgefallen. Und ja, die Hoffnung ist, dass letztendlich gesehen hier nicht nur mehr Stabilität signalisiert wird, Vielleicht auch den einen oder anderen Großauftrag für Boeing, sondern dass zu guter Letzt an der Chipfront eine gewisse Lockerung stattfindet. Parallel dazu vielleicht auch Gespräche zum Thema Iran und die Energieversorgung. Das ist jedenfalls die große Hoffnung und das Thema Iran ist heute auch mit in den Schlagzeilen, obgleich der Ölpreis heute mal ein bisschen an Dynamik verliert, zumindest WTI hier an der Wall Street. Und zwar liest man bei uns heute in den Medien, dass die globalen Öllagerbestände mit einem Rekordtempo einbrechen, so die internationale Energiebehörde. Der kumulierte Verlust an Angebot liegt jetzt bei mittlerweile über eine Milliarde Barrel Öl, die seit Beginn des Iran-Kriegs weggefallen sind. Also über 14 Millionen Barrel Öl pro Tag, die durch den Shutdown der Straße von Hormuz getroffen wird. Sicherlich kann Saudi-Arabien über Pipelines einen Teil davon wieder wettmachen. Aber die Öllager werden gefährlich stark zurückgezogen. Gleichzeitig kühlt jetzt auch die Nachfrage nach Öl ab. Wie dem auch sei, die Lage wird zunehmend gefährlicher. Vor allen Dingen auch, wenn man sich jetzt Treibstoff für Flugzeuge anschaut. Wenn sich das bis in den Juni hinein fortsetzt, werden insbesondere die europäischen Airlines über die Sommermonate ziemliche Probleme bekommen. Es ist also wichtig, dass hier ein Deal erreicht wird und man muss sagen, wir sehen, dass immer mehr Länder nicht auf die Vereinigten Staaten warten und zwar wurde gestern Abend gemeldet, dass der Irak und Pakistan gesonderte Deals mit dem Iran nun eingegangen sind, um den sicheren Transport der Schiffe, die unter der Flagge des Irak und Pakistans fahren, dass die sicher durch diese Straße von Hormuz geführt werden können. Wie dem auch sei, die USA blockieren ja auch. Also da bleibt die Frage offen, wie viel Öl jetzt tatsächlich durch die Straße fließen wird. Der Krieg hat übrigens die Vereinigten Staaten mittlerweile etwa 30 Milliarden Dollar gekostet. Das sind die neuen Schätzungen des Pentagon. Obgleich, wie gesagt, man muss auch die Gegenseite sehen. Die USA exportieren aktuell so viel Öl wie nie zuvor. Das heißt, die Ölindustrie ist dafür auf der Gegenseite so profitabel wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Wir sind also hier ganz klar auf der Gewinnerseite. So, jetzt mal zurück zu den Ergebnissen. Ich nehme mal die Heavyweights und fange in China mal an. Alibaba ist heute Morgen etwa zwei Prozent auf der Verliererseite. Der Cloud-Bereich wächst ausgesprochen stark. Das ist die gute Nachricht. Aber wenn man sich die Gesamtzahl mal anschaut. Also Umsätze und die Gesamterträge, dann sieht Alibaba ziemlich mau aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liegt 84% unter Vorjahresniveau, unter anderem wegen der explodierenden Investitionen und Technologie und gleichzeitig brechen die EBITDA-Margen auch ein. Ein Minus von 14% auf nur noch 2% bei den EBITDA-Margen, also haarscharfe Margen in diesem Segment. Und die Umsätze liegen auch eine ganze Ecke unter den Erwartungen des Marktes. Der Umsatz ist um 3% gestiegen auf knapp 243,4 Milliarden Remimbi, aber 247 Milliarden wurden erwartet. Also das sind so gesehen nicht unbedingt gute Zahlen und bei Tencent ähnlich im ersten Quartal die Ziele verfehlt, einmal auf der Ertragsseite und auch auf der Umsatzseite. Das hätte also besser aussehen können und China, die großen Tech-Werte stehen entsprechend unter Druck. So, Jensen Wang haben wir schon durchdiskutiert. Der ist in China jetzt mit dabei. Man hofft bei den Verkäufen der H200-Chips, dass hier jetzt grünes Licht gegeben wird. Und bei Samsung Electronics, so berichten Reuters und das Wall Street Journal, steht nächste Woche also ein Streik an. Die Wahrscheinlichkeit ist jetzt jedenfalls gestiegen. Die Regierung in Südkorea will die Lage da im Auge behalten, aber Angebotsengpässe werden dadurch eher noch verschärft. Am Rande bemerkt, die vielen Angebotsengpässe, die wir im Tech-Sektor sehen, von Memory bis was weiß ich, GPUs und CPUs, you name it, sorgen natürlich auch dafür, dass die Inflation mit angefacht wird, weil viele dieser Unternehmen die Preise jetzt schlichtweg diktieren können. Softbank war ein Plus über Nacht. Warum? Und das haben wir bei den Ergebnissen im ersten Quartal überall gesehen, weil letztendlich gesehen hier sehr viele Unternehmen durch ihre Beteiligungen, die eingegangen wurden, ordentliche einmalige Erträge einfahren. Und Softbank hat eine hohe Beteiligung in OpenAI. Das kommt jetzt dem Ertrag zugute. Ansonsten Anthropic wird jetzt nochmal 30 Milliarden Dollar Kapital auftreiben, heißt es bei Bloomberg und damit würde die Bewertung bei über 900 Milliarden Dollar lügen. Übrigens am Rande bemerkt, wer über Sekundärmärkte Anthropic-Aktien oder Anteile erworben hat, der sollte sich die neue Homepage oder den Hinweis mal auf der Webseite von Anthropic anschauen. Hier wird nämlich ganz klar betont, dass Anteile, die über Sekundärmärkte erworben wurden, nichtig sind und nicht anerkannt werden von Anthropic. Und der Sekundärmarkt für Anthropic ist mittlerweile auch einige Milliarden Dollar schwer. Also da sollte man mal einen Blick drauf werfen. SpaceX und Google führen anscheinend Gespräche und zwar darüber, Datacenter im Welteil zu platzieren. Das berichtet das Wall Street Journal Orbital Data Center. Das ist ein großer Teil der ganzen IPO-Story von SpaceX. Und Google gehören 6% an SpaceX. Da kann man auch davon ausgehen, dass Google ordentlich Geld verdienen wird durch diesen Börsengang. So, und damit bin ich dann auch schon durch und wünsche euch einen guten Handelstag. Wir sehen uns heute Abend wieder bei der Closing Bell bei den Zahlen von Cisco. Bis dann und macht's gut. Und jetzt der obligatorische und barfinsichere Risikohinweis von Mr. Markus Koch. Meine Damen und Herren, liebe Aufsichtsbehörden, ich darf Sie darauf hinweisen, dass die Inhalte in diesem Video ausschließlich der allgemeinen Information dienen und keiner Empfehlungen zum Erwerb oder der Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente und somit keiner Anlageberatung darstellen. Insbesondere können Wall Street Correspondents und der Vortragende nicht einschätzen, inwiefern die im Video gemachten Empfehlungen ihren Anlagezielen, ihrer Risikobereitschaft und Verlusttragfähigkeit entsprechen. Wer also auf Basis von Informationen in diesem Video etwaige Anlageentscheidungen trifft, trifft diese ausschließlich auf eigene Verantwortung und eigene Gefahr. Das wiederum bedeutet, dass weder Wall Street Correspondents noch der Vortragende, Das ist immer noch dieser Mann hier für Verluste haften, die sie dadurch erleiden, dass sie Anlageentscheidungen aufgrund von Informationen oder Kommentaren in diesem Video getroffen haben. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und weiterhin einen erfolgreichen Handelstag.