Heute ist Freitag, der 31. Juli. Herzlich willkommen zur Opening Bell, featuret bei Handelsblatt. Wir haben nach Handelsstart freundliche Kurse mit einem recht zerrissenen Bild. Die Aktien von Roblox, die Aktien von Reddit, Apple, Coinbase, allesamt nach den Zahlen auf der Verliererseite, teilt sogar mit deutlichen Kurs-Einbrüchen wie bei den Aktien von Roblox. Die Meldung, dass der Hedgefonds von Leopold Aschenbrenner, Situational Awareness, dass die Positionen dort gerettet wurden von Citadel Securities. Citadel hat alle börsennotierten Positionen von Situational Awareness übernommen. Das sorgte gestern bereits für einen raketenhaften Anstieg im Tech-Sektor. Die guten Ergebnisse von Microsoft und die sehr guten Zahlen von Amazon verlängern diese Rallye. Aber die Frage, die jetzt im Raum steht, ist das KI-Beben damit tatsächlich schon beendet? Wie tragfähig ist die Erholung im Tech-Sektor? So, Happy Friday, Guys. Die Kursgewinne im Nasdaq setzen sich fort. Wir sind allerdings unter den vorbörslichen Hochs und wenn man genau hinschaut, dann sehen wir auf die meisten Quartalszahlen heute überwiegend negative Reaktionen, insbesondere im Tech-Sektor. Apple minus 7 Prozent, Reddit minus 15 Prozent, Roblox minus 22 Prozent, Coinbase minus 6 Prozent. Das Ertragsbild ist sehr gemischt. Natürlich ist Apple einer der großen Belastungsfaktoren, dazu gleich ein bisschen mehr. Und auf der Sonnenseite Amazon mit einem Kursanstieg vor Handelsstart von etwa 10 Prozent. Also ein sehr ähnliches Bild wie gestern. Microsoft hat über 400 Punkte der Kursgewinne im Dow Jones ausgemacht, während Meta letztendlich nach den Zahlen abgesoffen ist. Ying und Yang, Meta Microsoft, dieses Mal also Amazon und Apple. Großes Diskussionsthema. Bei uns sind die Meldungen natürlich um Leopold Aschenbrenners Hedgefonds. Der Hedgefonds, der mit sehr viel Leverage gearbeitet hat, Situational Awareness hatte, wenn man inklusive Leverage mal nachschaut, ein Volumen von etwa 45 Milliarden Dollar. Und wie es eben so ist, wenn man in einem heißen Sektor, der extrem gut läuft, dann mit einem Hebel agiert von etwa vier, das zeigen die Medienberichte, dann kann bei einer Trendwende das Eigenkapital sehr schnell aufgebraucht sein. Am 24. Juli hat Aschenbrenner noch seine Investoren angeschrieben, hat betont, der Rücklauf der AI-Werte sei eine Einstiegsgelegenheit und er hat um weiteres Kapital geworben. Denn der Trade AI Long und vor allen Dingen Parallel Software Short, unter anderem hatte Aschenbrenner die Aktien von Adobe geshortet. Und wir haben ja nun oft in den letzten Wochen gesehen, dieses Ping-Pong-Spiel, wenn AI Infrastruktur läuft, dann tauchen die Softwareaktien ab. Im umgekehrten Spiel, wenn AI korrigiert, geht es bei Software bergauf. Insofern wurde Aschenbrenner gleich in zwei Bereichen in die Mangel genommen. Wir hatten eine Erholung bei den Softwareaktien, während der AI-Trade in Flammen aufgegangen ist. Die Lage wurde dann noch verschärft. Am 27. Juli hat sich Ken Griffin zu Wort gemeldet, der Inhaber von Citadel Securities, und betonte also, dass die amerikanische Notenbank, in dieser Woche die Zinsen anheben würde. JP Morgan hatte betont, dass sollte tatsächlich eine Zinsanhebung kommen, dass in diesem Fall insbesondere der Nasdaq abgestraft werden dürfte. Wir hatten also ein Vakuum im Vorfeld der Notenbankentscheidung. Normalerweise, darüber haben wir diese Woche ja oft gesprochen, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung oder beibehaltener Zinsen, oder einer Zinssenkung am Tag der Notenbank bei um die 90 Prozent. So war es bei Jerome Powell. Aber mit der Unsicherheit durch Kevin Warsh lag die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung bei etwa 30 bis 36 Prozent, also sehr viel Unsicherheit. Klar war aber laut JP Morgan, dass eine Zinsanhebung insbesondere die Tech-Werte treffen würde. Und insofern hat die Einschätzung von Citadel Securities die Lage für Leopold Aschenbrenner weiter verschärft. Wir haben dann Margin Calls gesehen von den Prime Brokern des Hedgefonds, Bank America, Goldman Sachs, JP Morgan. Diese Banken haben dann Margin Calls umgesetzt, um einen geordneten Abverkauf der gehaltenen Positionen von Aschenbrenner zu gewährleisten. Zu guter Letzt aber. Hat dann Citadel am 29. Juli, vielmehr am 30. Juli, gestern also, das gesamte Portfolio aller börsennotierten Werte von Aschenbrenner, übernommen und zwar zu einem erheblichen Abschlag. Man munkelt zu etwa 10 Milliarden Dollar. Ja, und Griffin dürfte sich natürlich freuen. Denn Citadel Securities, macht jetzt massive Gewinne, es müssten eigentlich Milliardengewinne sein, nach der Meldung, dass also dieser Abverkauf in den Tech-Werten vermutlich eben auch durch die Margin Calls von Situational Awareness verursacht wurde. Jetzt gilt also das Motto, ach es war der Kollaps dieses Hedgefonds und jetzt wo das durch ist und Citadel diesen Hedgefonds bzw. Die Positionen gerettet hat. Ein geordneter Abverkauf ist jetzt nicht mehr notwendig. Citadel ist so gewaltig groß, dass man das problemlos auch in den Bilanzen halten kann. Jetzt sind wir also im Prinzip über den Berg und die Aktien sind dementsprechend stark gestern nach oben gedonnert. Es ist wirklich selten, dass man am Handelsende quasi unter den Top-Gewinnern im S&P nur Werte sieht, die im Schnitt 20% oder mehr zulegen konnte. Eine SanDisk über rund 25 Prozent auf der Gewinnerseite, Micron 20 Prozent auf der Gewinnerseite, also zwischen Eindeckung von Leerverkäufen in diesem Segment bis hin zur Tatsache, dass ein Aufatmen stattgefunden hat, auch Käufe dementsprechend reinkamen, das hat dem gesamten Sektor geholfen. Für mich aber sieht man darin vor allen Dingen auch das grundlegende Problem, das wir aktuell haben. Wir haben extrem viel Leverage im gesamten System. Aschenbrenners Kollaps, übrigens war Aschenbrenner bis einen Tag vor dem Kollaps von FTX dort Arbeitnehmer, das nur so am Rande erwähnt und Aschenbrenner mag ein Genie sein, Genies haben aber auch LTCM den Kollaps damals Long Term Capital Management mit verursacht, obwohl dort sehr viele Nobelpreisträger mit an Bord waren. Also Genie allein sein reicht nicht wirklich aus. Und die Performance von Aschenbrenner im ersten Halbjahr von über 450 Prozent, die ist natürlich super, aber, wenn man das erreicht durch einen Hebel 4 in einem Sektor, der parabolisch läuft, ist eben das Risiko immer gegeben, dass wenn der parabolische Trend mal dreht, dass man sehr schnell ausradiert werden kann. Und so ist es nun. Mir tut das Stück weit ein bisschen leid. Er heiratet diese Woche auch noch den Chief of Staff des CEOs von Anthropic. Ja, ausgerechnet in der Woche seiner Hochzeit. Aber gut, die Investoren von ihm werden vermutlich auch nicht wirklich feiern können. An der Wall Street gilt eine einfache Regel. Wer nur die Schlagzeilen kennt, der hat meistens schon verloren. Denn Kurse reagieren innerhalb von Sekunden auf Konjunkturdaten, politische Entscheidungen, Aussagen von Notenbänkern, auf Ergebnisse, manchmal sogar auf einen einzigen Satz. Donald Trump lässt grüßen. Aber die erste Marktreaktion erzählt sehr selten die ganze Story. Entscheidend ist nicht nur, was passiert, sondern warum es passiert und was daraus als nächstes folgen könnte. Genau deshalb versuche ich jeden Tag, das Rauschen herauszufiltern, die Märkte einzuordnen und das große Bild zu erklären. Und genau dafür steht auch das Handelsblatt. Hintergründe statt Hektik, Analysen statt Lärm, klar, relevant, auf den Punkt gebracht. Für alle, die hinter die Schlagzeilen blicken wollen, gibt es jetzt ein wirklich starkes Angebot. 12 Monate Handelsblatt mit 50% Rabatt. Alles Wissen, die Hälfte zahlen. Das ist doch mal sportlich, oder? Alle Infos findet ihr in den Shownotes oder unter handelsblatt.com-rabatt50. Werbung Ende. Also kommen wir aber nochmal zurück zum grundlegenden Thema. Wer jetzt also glaubt, dass nach der Rettung der Positionen dieses Hedgefonds, dass damit die Storyline zum Ursprung zurückkehrt, also alles ist fantastisch, ich glaube, der irrt sich. Denn zu guter Letzt sehen wir anhand dieses Kollapses und anhand der Ereignisse, Die Ereignisse, die wir in den letzten zwei Wochen in Südkorea gesehen haben. Gehebelte ETFs auf Einzelwerte, insbesondere im Tech-Sektor, der massive Einbruch des COSPI um 43 Prozent in der Spitze, die Tatsache, dass der Staat sozialgesellschaftliche Verwerfungen in Südkorea befürchtet hat, das sind alles Zeichen, wie viel Leverage eigentlich in diesem System aktuell drin ist. Und wir selber haben ja in den letzten Wochen oft auch darüber gesprochen, wie die gehebelten ETFs auf den SOX Semiconductor Index trendverstärkend wirken. Das sind dreifach gehebelte ETFs auf der Long- und auf der Short-Seite mit Volumen, die in diesem Jahr auch sehr aggressiv angestiegen sind und die natürlich bei dem Rücklauf, den wir gesehen haben, auch entsprechend viel Schaden angerichtet haben. Es kann man immer sagen, ja gut, aber vorher ging es 500%, 300% oder bei einer SanDisk viele tausend Prozent bergauf. So ist es eben mit Leverage. Das geht lange Zeit gut. Das ist der Turbo im Depot mit dem Risiko, dass wenn der Trend mal dreht, dass man eben doch sehr schnell ausradiert werden kann. Und schaut euch mal die Margin-Kredite hier an der Wall Street an, die sich auch auf einem Rekordniveau bewegen. So abseits dieser ganzen Leverage-Thematik auf Seite der Investoren und der Anleger haben wir das gleiche Dilemma letztendlich auf Unternehmensseite. Wie gesagt, das Wall Street Journal hatte gerade vor einigen Tagen berichtet, wir haben im AI-Universum seit Jahresauftakt 270 Milliarden Dollar an Netto-Neuverschuldungen. Das ist mehr als doppelt so viel wie das gesamte Jahr 2025. Wir haben zunehmend mehr Kapitalerhöhungen und auch Börsengänge, vor allem auch Kapitalerhöhungen und Ausgabe von Schulden, denn irgendwie muss der Ausbau der Kapazitätsinvestitionen ja finanziert werden. Das spielt für Amazon natürlich heute keine Rolle, das vertiefe ich gleich auch nochmal, aber der frei verfügbare Cashflow dort ist jetzt auch negativ mit 9 Milliarden, minus eine Milliarde wurde erwartet. Bei Google negativ frei verfügbarer Cashflow, bei Oracle sowieso und wir sehen parallel immer mehr kreative Deals, um diesen Boom und den Ausbau der Kapazitäten am Laufen zu halten. Ich darf nochmal an die Story Sonntagabend erinnern, dass Nvidia also darüber nachdenkt, 250 Milliarden Dollar an Garantien für ein OpenAI-Data-Center abzugeben, parallel weitere 350 Milliarden Dollar, um OpenAI zu ermöglichen, im Gegenzug Nvidia-Technologie zu erwerben. Und damit wird Nvidia immer mehr, und ich finde der Begriff ist sehr treffend, zu einer Art AI-Zentralbank, an der im Prinzip alles hängt, zusammen mit OpenAI. Bei Justamente berichtet das Wall Street Journal, der Bericht kam gestern, dass Google ebenfalls plant, viele Milliarden an Finanzierungsgarantien abzugeben, um im Gegenzug dann Käufe von Technologie bei Google auszulösen für, Anthropic Data Center in dem Bundesstaat Texas. Also die ähnliche Story wie letztendlich gesehen Nvidia mit OpenAI. Wir haben gleichzeitig die Meldung, die kam gestern Nachmittag, dass OpenAI nun angefangen hat, die Preise bei zwei Modellen im Firmenkundenbereich zu senken. Zum einen wegen des zunehmenden Wettbewerbsdrucks mit Open-Source-Modellen. Meta hat Open-Source-Modelle, aber insbesondere chinesische Open-Source-Modelle bereiten hier Wettbewerbsdruck. Wenn also letztendlich gesehen Tokenpreise anfangen zu sinken und wir sehen hier eine Kannibalisierung, dann haben wir eine Kernfrage. Ist die Nachfrage dann so groß, dass das Umsatzwachstum trotzdem exponentiell zunimmt? Oder werden wir letztendlich weniger Umsatzwachstum sehen, weil die Tokenpreise einbrechen und die Profitabilität bricht parallel auch ein, was wiederum den Business Case der Large Language Models und derjenigen, die in diesen Sektoren so massiv investieren, in Fragen stellen würde. Wir haben gestern auch die Zahlen von Kioxia bekommen aus Japan und die Aussichten lagen hier auch unter den Erwartungen. Und nochmal, auf absoluter Basis, wenn man sich die Zahlen anschaut, unfassbar starkes Wachstum, ähnlich wie bei SK Hynix. Aber die Messlatte hängt noch höher, weil Analysten mit noch mehr gerechnet haben. Also ich will damit jetzt nicht den Teufel an die Wand malen. Ich bin selber bei dem Bounce, bei den Tech-Werten mit vollen Zügen mit an Bord gewesen und hatte gestern für mich im Portfolio den besten Handelstag des Jahres. Wie dem auch sei, glaube ich nicht, dass damit der Lichtschalter von komplett Dunkel wieder auf komplett Licht umgeschaltet ist. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Und es bleibt jetzt wirklich spannend, ob die Erholung, die wir sehen, die technisch sowieso schon überfällig war, wie viel Tragfähigkeit da drin sein wird. Was heute natürlich hilft, sind die Quartalszahlen von Amazon. Ich mache damit mal weiter. Und Amazon sendet hier auch für den gesamten Sektor eine sehr gute Nachricht. Also schauen wir uns die Zahlen mal an, vor allen Dingen auch die Resonanzen der Analysten. Wir haben also einen operativen Gewinn, solide über den Schätzungen des Marktes, und 20% Umsatzwachstum war auch besser als erwartet. Aber ich reduziere jetzt mal das Ganze auf einen wesentlichen Punkt, der insbesondere für die Aktie entscheidend ist. Amazon Web Services hat auf konstanter Währungsbasis 37% Wachstum verbucht. New Wall Street hatte mit 31% gerechnet. Sehr stark also, ähnlich stark wie Azure bei Microsoft und wie das Cloud-Wachstum bei Google. Also sehr gute Entwicklung. Und jetzt kommt die zweite Komponente hinzu. Es ist nicht nur, dass das Wachstum an Dynamik gewinnt, die Profitabilität in diesem Segment gewinnt auch an Dynamik. Wir haben jetzt operative Margen in diesem Bereich von über 39 Prozent, 600 Basispunkte höher als erwartet. Und wir haben sehr positive Kommentare zu dem AI-Chip-Business von Amazon. Da geht es gezielt um Tranium und um Graviton. Auch hier sehr starkes Wachstum. Das wird sich übrigens auf die Aktien von Marvell positiv auswirken. Marvell generiert mit diesen Segmenten etwa 16% des Gesamtumsatzes. Was Design und Produktion dieser Chips betrifft, spielt Marvell eine sehr große und wichtige Rolle. Das spielt also alles Marvell auch mit in die Karten. Dass jetzt für das angebrochene Quartal der Umsatz gemessen am Mittelwert die Erwartungen leicht verfehlen wird, das wird Amazon heute nicht wirklich jucken. Die Aktie startet sehr fest in den Tag. Und ja, der Fall verfügbare Cashflow ist jetzt negativ mit 9 Milliarden, war mit minus 1 Milliarde. Und man geht davon aus, dass die CapEx-Investitionen für das Gesamtjahr bei 220 Milliarden Dollar liegen wird, 20 Milliarden mehr, als man bisher erwartet hatte. Also das spielt den AI-Infrastrukturwerten mit in die Karten und der entscheidende Punkt bei Amazon, mal abgesehen vom Wachstum. Und den Margen-Explosionen bei Amazon Web Services, kommt ein Punkt hinzu, der wirklich wichtig ist. Wir sehen also zunächst einmal auf breiter Front steigende Kursziele für Amazon, und jetzt kommt der Punkt, Barclays beschreibt das sehr gut. Wir sehen, also Amazon hat jetzt ausreichend Beweise geliefert durch auch das Wachstum bei den Margen, um zu zeigen. Dass die hohen Kapazitätsinvestitionen der letzten Quartale anfangen, sich zu monetarisieren. Also in anderen Worten, das ist natürlich der entscheidende Faktor. Wie rechnen sich eigentlich diese riesigen Kapitalinvestitionen? Wie sieht der Return on Investment aus? Und hier konnte Amazon erstmals zeigen, dass diese Investitionen sich anfangen auch zu rechnen. Ich glaube, das ist einer der mit Abstand wichtigsten Punkte bei den Ergebnissen dort. Die Bank of America hebt das Ziel auf 320 an, Barclays auf 365, wir haben Cantor Fitzgerald mit einem Ziel von 320 Dollar, die Citigroup bei 350 Dollar, auch hier betont man sehr gute Zahlen im abgelaufenen Quartal, Amazon Web Services boomt, was Nachfrage betrifft und die Margen ziehen weiter an. Und ich kann mir im Prinzip jegliche weiteren Kommentare sparen von Goldman, Kursziel 3,75, JP Morgan 3,65. Der Tenor aller dieser Aussagen ist essentiell der gleiche. Die Zahlen von Amazon sind in den entscheidenden Segmenten wirklich ausgesprochen stark. So, jetzt komme ich dann gleich mal auf die Schattenseite und das ist Apple. Ich habe gestern in der Opening Bell noch gesagt, Mensch, das Problem bei Apple wird sein, wir haben eine sehr hohe Bewertung. Das Kursgewinnverhältnis basierend auf den Schätzungen der nächsten zwölf Monate lag bei 37, weil die Aktie auch so extrem gut gelaufen ist in den letzten Handelswochen. Die Erwartungshaltung für Apple war ebenfalls sehr hoch gesteckt. Insofern ist der Kursrückgang, den wir jetzt heute sehen, nach den Zahlen und vor allen Dingen den flauen Aussichten nicht wirklich überraschend. Wir haben, wenn wir uns das Quartal jetzt mal anschauen, im Prinzip die iPhone-Umsätze etwas besser als erwartet. 54,3 Milliarden, 53,6 Milliarden wurden erwartet. Die Schattenseite, das bremst die Aktie aus, ist vor allen Dingen einmal die Schwäche in der Dienstleistungssparte. Der Servicebereich hatte 30,7 Milliarden Dollar Umsatz. Das waren etwa 900 Millionen Dollar weniger als erwartet. Es ist nett, dass der Mac-Bereich besser als erwartet performt, aber die Service-Sparte ist insbesondere für die Bewertung von der Aktie von Apple nicht ganz unwichtig. China entwickelt sich nach wie vor schlechter, als man erwartet hatte. Der Umsatz in China 18,8 Milliarden, 19,5 Milliarden wurden hier erwartet und ein Punkt, der bei Analysten heute auf breiter Front hervorgehoben wird. Wir sehen, dass das angebrochene Septemberquartal die Erwartungen ebenfalls verfehlen wird. So, jetzt sagen einige Analysten, well, das Septemberquartal wird deshalb verfehlt, weil es Angebotsengpässe gibt und nicht, weil die Nachfrage anfängt abzukühlen. Das mag sein, aber es ist trotzdem zunächst einmal ein Dämpfer für die Aktie. JP Morgan senkt das Ziel auf 340, bleibt aber bei einer Kaufempfehlung. Wir haben Barclays mit einem Kursziel von 245 Dollar. Die Aktie wird hier mit Verkaufen eingestuft. Da lag der Analyst also richtig. Der hatte nämlich schon vor Bekanntgabe der Zahlen die Aktie mit Verkaufen eingestuft. Das Quartal sei im Bestfall gemischt. Der China-Umsatz, die Service-Sparte enttäuscht. Durch die Mac-Umsätze und die iPhones kann das bedingt mit Wettgemacht werden. Die Aussichten für das jetzt laufende Quartal. Hier erwartet man ein Umsatzwachstum von 9 bis 11%. Das ist auch ein bisschen schlechter als erwartet. Die Bank of America bleibt bei einer Kaufempfehlung einem sehr hohen Kursziel von 380 Dollar. Hier betont man auch, dass Septemberquartal enttäuscht. Man blickt aber bereits auf den Herbst und sagt, die neuen iPhones, die im Herbst vorgestellt werden, zu einem vermutlich auch höheren Preispunkt. Dürfte Rückenwind für die Bruttomargen mit sich bringen. Und die Monetarisierungsopportunitäten im AI-Sektor, unter anderem durch Siri, dürfte sich ebenfalls positiv bemerkbar machen. Man bleibt hier also Bullish. Goldman Sachs, Kursziel 360, bleibt auch Bullish. Und hier betont man bei den Aussichten für das laufende Quartal, dass letztendlich gesehen Angebotsengpässe mit dafür verantwortlich sind, dass das Wachstum enttäuscht. Das sagt Morgan Stanley auch. Hier liegt das Kursziel jetzt bei 360. Da bleibt man auch bei einer Kaufempfehlung. Man geht davon aus, dass bis zum nächsten Katalysator der nächsten Meldungen, die für ein bisschen umsorgen könnten, bei der Aktie erst mal mit Kursschwäche zu rechnen ist. Also sehr gemischte Reaktionen zu Apple, wobei die meisten zu guter Letzt eben doch bei Kaufempfehlungen bleiben, auch wenn die Kursziele selektiv hier letztendlich gesehen gesenkt werden. So, jetzt werde ich wie immer bei einem solchen Bonanza an Quartalszahlen nicht, alle Ergebnisse durchsprechen. Fangen wir mal an mit Coinbase. Sehr weite Verfehlungen muss man sagen. EBITDA-Ergebnisse markant unter den Erwartungen. Die Umsätze auch 1,2 Milliarden statt 1,3 Milliarden. Man sieht Schwäche auch bei den Transaktionsvolumen. Die Krypto-Trading-Volumen sind um 25% eingebrochen und zwar im Vergleich zum letzten Quartal, noch nicht mal im Vorjahresvergleich. Das einzig Positive bei Coinbase ist die Tatara, dass die Stimmung ohnehin schon schlecht war zu der Aktie. Und naja, man braucht sich ja nur die Kryptowährungen anschauen und dann weiß man, dass die Handelsvolumen vermutlich nicht die höchsten gewegen sein dürften. Die Gesamtjahresprognosen bei den Kosten werden leicht reduziert, aber die Aktie ist auf der Verliererseite. Roblox, einer der größten Kurseinbrüche heute an der Wall Street. Die täglich aktiven Nutzerzahlen lagen unter den Erwartungen. Auch die im Schnitt gespielten Stunden, also wie viele Stunden quasi hängt man, bei Roblox drin, auch unter den Erwartungen. Und die Buchungslage ebenfalls enttäuschend für das dritte Quartal unter den Erwartungen des Marktes. Und bei Roblox, muss man sagen, fallen die Analystenkommentare auch ausgesprochen negativ aus. Also die Chancen eines Bounces müssten hier bei der Aktie im Tagesverlauf recht limitiert sein. Denn hier senkt Barctis das Kursziel auf 47, BMO auf 45. BTIG sogar auf nur noch 30 Dollar, Morgan Stanley auf 55 Dollar und die UBS auf 45 Dollar und schauen wir uns ganz kurz mal die Kommentare an. Die Prognosen für das dritte Quartal bei den Buchungen liegen 12,5% unter den Erwartungen der Wall Street, wenn man den Mittelwert nimmt und Roblox äußert sich nicht mehr zu den Aussichten für das Gesamtjahr, Was insgesamt natürlich sehr viel Unsicherheit in diese Zahlen mit reinbringt. Und es wird auch noch darauf hingewiesen, das fand ich noch ganz spannend, dass zu guter Letzt der anstehende Launch von Grand Theft Auto. Im Herbst auch quasi Eyeballs umlenken könnte und sich belasten auswirken könnte bei dem Nutzer-Engagement von Roblox. Also auf breiter Front negative Kommentare, sehr viel Zurückhaltung. Der Hinweis zu Grand Theft Auto im vierten Quartal kam von ebenfalls BMO Capital. Dann die ganzen Altersrestriktionen, die Tatsache, dass man sich jetzt vom Alter erstmal authentizitieren muss, bevor man reinkommt, was ja auch richtig ist, muss man sagen. Aber das sind alles Faktoren, die zu guter Letzt bei Roblox natürlich mit für Gegenwind sorgen. Wir haben ansonsten auch die Aktien von Reddit auf der Verliererseite. Der Vorstand war gerade bei CNBC noch im Interview. Wir haben hier nicht wirklich große Analystenkommentare heute Morgen. Aber die Kernproblematik bei Reddit sind nicht unbedingt die Zahlen, die gemeldet wurden. Das EBITDA-Ergebnis lag über den Schätzungen, die Umsätze, die Margen auch, die Aussichten für das dritte Quartal beim EBITDA und Umsatz auch über den Erwartungen. Die Problematik ist das Nutzer-Engagement. Also das sieht so aus, als würde der Traffic insgesamt etwas abkühlen und hier steht vor allen Dingen in Frage, wie viel Traffic in Zukunft von Google noch. Generiert wird bei Reddit und wie sich das dann letztendlich unter dem Strich auswirken wird. Wenn sich Reddit mit Google einigt, könnte sich die Situation wieder bessern. Aber die Transparenz hat hier nachgelassen und das ist einer der Hauptgründe, weshalb die Aktie letztendlich gesehen so stark bei uns an der Wall Street unter Druck steht. So, jetzt sind wir am Tech-Sektor, bei den wichtigen eigentlich schon durch. Ich will ein paar Standardwerte noch ansprechen. Chevron hat Zahlen gemeldet, die Aktie leicht im Plus, Exxon leicht im Minus. Der Ertrag bei Chevron und lag über den Schätzungen des Marktes. Produktionsvolumen plus 20 Prozent, das ist natürlich ordentlich. Bei Exxon lag der Ertrag minimal unter den Schätzungen. Der frei verfügbare Cashflow ist gigantisch, 17,2 Milliarden bei Exxon. Aber wie gesagt, große Kursreaktionen gab es hier nicht. Da wird das Thema Nahost natürlich auch immer noch mit im Fokus stehen und wie es da weitergeht. Die Aktien von Linde sind heute Morgen nach den Zahlen etwa 2 Prozent auf der Verliererseite. Der Ertrag lag leicht über den Schätzungen, der Umsatz war. Auch leicht über den Schätzungen. Wie dem auch sei, lagen die operativen Margen leicht unter den Erwartungen. Die Prognosen für das Gesamtjahr werden minimal angehoben. Die Spanne wird quasi eingeengt, das untere Ende wird angehoben, aber trotzdem ist die Aktie heute auf der Verliererseite. Colgate auch mit Zahlen über den Erwartungen des Marktes auf der Ertragsseite. Der Wert aber auch keine große Kursreaktion. Wir haben abseits der Quartalszahlen einen großen Verlierer heute Morgen oder größeren Verlierer, die Aktien von Novo Nordisk. Da hat man Ergebnisse einer klinischen Testphase bekannt gegeben für ein potenzielles neues Herzmedikament. Und leider Gottes sind die Daten nicht so ausgefallen, wie man sich das vorgestellt hat. Die Aktie steht also im New Yorker Handel unter Abgabedruck. Da der CEO von IBM betont, dass Quantum Computing bereits einen messbaren Impact haben wird auf die Umsätze und Ergebnisse. Dem Jahr 2028. IBM wurde ja auch ziemlich abgestraft nach Bekanntgabe der Zahlen, und der Verfehlungen, die man hier im Softwarebereich gesehen hat. So, ganz kurz nochmal einen Ausblick auf die kommende Woche, bevor ich das Makro-Bild kurz nochmal anspreche. Wir haben nächste Woche wieder sehr viele Highlights. Auf der Wirtschaftsseite am Montag der ISM Einkaufsmanagerindex für den Juli. Dann am Dienstag der JOLTS, also die Anzahl der offenen, unbesetzten Jobs im Juni und wir hatten erneut die Erstanträge gestern, die unter den Erwartungen lagen. Der Arbeitsmarkt scheint also an Dynamik zu gewinnen. Der US Services ISM, also was machen die Dienstleister im Juli, am Mittwoch auch sehr wichtig und dann am Freitag, das wird der wichtigste Indikator der Woche sein, der Arbeitsmarktbericht für den Juli. Und denkt dran, was wir aktuell nicht sehen wollen, ist ein zu starker Arbeitsmarktbericht. Denn die Renditen der langlaufenden Staatsanleihen bleiben ein Dorn im Auge des Aktienmarktes. Solange die Renditen im langen Ende nicht zurücklaufen, darf man das nicht unterschätzen. Gestern, trotz der massiven Rallye im S&P und im Nasdaq und im Dow, schloss der S&P Equal Weight Index, der gleichgewichtet ist, unverändert. Und Renditen im 10-jährigen Bereich bei 4,7%. Oder höher ist ein Problem auf der Aktienseite. Bei den Ergebnissen gibt es auch wieder nächste Woche sehr viele Highlights im Tech-Sektor. Wir haben am Montag Palantir, am Dienstag Caterpillar, die auch natürlich im AI-Sektor sehr stark profitieren. Wir haben McDonald's, Merck, Pfizer, Spotify alle Dienstagmorgen und am Abend dann, Dienstagabend AMD. Wird natürlich auch sehr wichtig sein. Arista Networks, Pinterest, Booking Holdings und Toast. Am Mittwoch Disney, nochmal, Disney hatten wir diese Woche Warnungen von einem Analysten, dass die Besucherzahlen in den USA abkühlen. Comcast, Universal Parks waren enttäuschend. Disney wird also sehr spannend sein am Mittwochabend. Wir haben Ila Lilly, Entschuldigung, Mittwochmorgen melden wir, Shopify und Uber auch am Mittwoch. Am Abend kommt dann DoorDash, eBay, Expedia, Honeywell Aerospace, Sandisk, Western Digital und Block. Da wird der Tech-Sektor also wieder im Fokus stehen. Datadog am Donnerstag. Gab es im Vorfeld der Zahlen extrem viele positive Analysten-Kommentare. Und am Donnerstag dann, last but not least, Air, B&B. So, ich will ganz kurz nochmal durch die Analysten-Kommentare gehen. Bei Coinbase senkt Barclays das Kursziel auf 95%. Goldman Sachs senkt das Kursziel auf 173, das wäre natürlich schön, aber weit entfernt von der aktuellen Realität. Barclays bleibt bei einer Verkaufsempfehlung und sagt, dass die Aussichten. Die Schätzungen an der Wall Street vermutlich immer noch zu hoch sind. First Solar hat gute Zahlen gemeldet, aber Wells Fargo senkt die Kursziele auf 300, bleibt trotzdem bei Übergewichten. Wir haben einige positive Kommentare zum Mastercard nach den Zahlen und Rivian mit im Fokus bei Morgan Stanley. Die Aktie wird aber immer noch mit Verkaufen eingestuft, Kursziel steigt aber auf 14 Dollar. Da notieren wir ohnehin schon ein bisschen drüber über 14 Dollar. Man sagt, das neue Modell der R2 dürfte signifikante Nachfrage generieren. Wie dem auch sei, ist das eine große Herausforderung für Rivian, jetzt auch dementsprechend zu skalieren, gleichzeitig im Bereich autonomes Fahren Gas zu geben und Kosten zu senken, um letztendlich gesehen profitabel zu sein. Das bleibt also eine Herausforderung bei Wells Fargo, Kursziel 16 Dollar. Hier bleibt man aber auch nur bei halten und man sagt, das zweite Quartal war, was die Performance betrifft, also die Quartalszahlen gut, die Aussichten angehoben, aber man ist weniger bullish, weil die Zahlen, die Anhebungen bei den Aussichten vor allen Dingen auf den. Regulatorischen Credits basierten. Und man betont, dass immer noch sehr viel Cashflow verbrannt wird. Der frei verfügbare Cashflow liegt im ersten Halbjahr bei negativ zwei Milliarden Euro. Und in anderen Worten, die Notwendigkeit, neues Kapital aufzutreten könnte, gegeben sein. So, also jetzt wünsche ich euch einen schönen Handelstag. War echt ein wilder Ritt in dieser Woche. Es war aber irgendwie auch eine echt geile Woche, muss ich sagen. Mir hat es richtig Spaß gemacht, vor allem dann auch im eigenen Depot. Und wünsche euch ein gutes Wochenende. Wir sehen uns am Montag wieder. Heute ist Freitag, heißt also keine Closing Bell. Und an dieser Stelle vielleicht auch schon mal die Nachricht, wir werden ein Büro in München aufmachen und zwar Anfang Dezember. Wir bauen also aus mit neuer Besetzung auch dort, planen einen zweiten YouTube-Kanal und werden das Thema der langfristigen Geldanlage und auch Behavioral Finance mit aufgreifen. Also es bleibt spannend. Ich möchte mich an der Stelle auch nochmal vor allem bei den Abonnenten von 360wallstreet.de bedanken. Unser Abo-Dienste ermöglicht letztendlich gesehen diesen Ausbau und Aufbau der Firma insgesamt. Die Plattform steht jetzt auch vor dem Relaunch. Ich gehe mal davon aus, dass wir in spätestens ein bis zwei Wochen den Hebel umlegen. Die neue Plattform wird bereits bespielt mit vielen neuen Inhalten. Das Thema Zeitzügel ist da auch mit dabei integriert. Meine eigenen Transaktionen sind da auch mit integriert. Das wird dann automatisiert, wenn ich in meinem Depot etwas mache. Da dann auch entsprechend gespiegelt. Ich sage also nochmal an dieser Stelle vielen Dank. Euch ein spitzen Wochenende. Wir sehen uns am Montag wieder. Bis dann und ciao. Und jetzt der obligatorische und barfinsichere Risikohinweis von Mr. Markus Koch. Meine Damen und Herren, liebe Aufsichtsbehörden, ich darf Sie darauf hinweisen, dass die Inhalte in diesem Video ausschließlich der allgemeinen Information dienen, und keiner Empfehlungen zum Erwerb oder der Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente und somit keiner Anlageberatung darstellen. Insbesondere können Wall Street Correspondents und der Vortragende nicht einschätzen, inwiefern die im Video gemachten Empfehlungen ihren Anlagezielen, ihrer Risikobereitschaft und Verlusttragfähigkeit entsprechen. Wer also auf Basis von Informationen in diesem Video etwaige Anlageentscheidungen trifft, trifft diese ausschließlich auf eigene Verantwortung und eigene Gefahr. Und das wiederum bedeutet, dass weder Wall Street Correspondents noch der Vortragende, das ist immer noch dieser Mann hier, für Verluste haften, die sie dadurch erleiden, dass sie Anlageentscheidungen aufgrund von Informationen oder Kommentaren in diesem Video getroffen haben. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und weiterhin einen erfolgreichen Handelstag.