Ich frage mich bis heute, ob ich bei, wenn ich bei der zweiten Person auch gesagt hätte, nee, ich lösche das jetzt nicht, ob dann Robert Habeck am Neujahrstag doch bei mir das Telefon geklingelt hätte. Wo haben wir auch ein Problem mit Gewalt, weil Menschen eben jahrelang zu neunt in Stockbetten sind auf einem 10-Quadratmeter-Zimmer. Also wenn sie in den Supermarkt gehen, wenn sie versuchen, ihre Miete zu bezahlen, merken sie, dass sie nicht an dem Wohlstand, der eigentlich versprochen ist, gerade beteiligt werden. Und das liegt nicht daran, dass wir so viel Geld für AsylbewerberInnen ausgeben, Sondern das liegt daran, dass wir so viel Geld für Tankrabatt und anderes ausgeben. Ich habe gefragt, was findet Julia Klöckner wohl schlimmer? Es war eine Umfrage, Eat the Rich Cappy oder ACAB Hoodie. Wir haben jetzt die Antwort. Ich bin zweimal von tatsächlich nicht weißen Menschen auf der Straße angesprochen worden mit, oh krass, danke, sodass es mal jemand gesagt hat. Naja, das große Ganze ist ja, dass wir vor einer Wahl stehen, 2029 oder vielleicht auch schon diesen Herbst, wo Menschen, die rechtsextrem sind. Regieren können, wo es sein kann, dass in Deutschland wieder der Faschismus dann nach und nach irgendwie Einzug erhält. Und vielleicht steht in den Geschichtswüchern, das habe ich auch schon öfter gesagt, dass ich dem verholfen habe. Wenn ich eine Frau mit Kopftuch abends begegne, dann nicke ich nett und wünsche ihr einen guten Weg. Und wenn ich aber egal, welche Art von Mann begegne auf Nachhauseweg, dann wechsle ich die Straßenseite. Und ich würde gerne mehr noch zu den Dingen gestanden haben. Es war in dem Umfeld mit dem Druck, mit den Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, in vielen Fällen einfach nicht möglich. Aber das im Nachhinein finde ich das schade, weil man halt so nicht ganz weiß, wo man dran an mir ist. Jette Nizat tritt ab und die Grünen hoffen. Zumindest noch. Wandelnde Wählerstimmen Vernichtungsmaschine. Jette Nizat beleidigt Söder als Hundesohn. Ich bin ein Riesenfan, so Jan Fleischhauer über Jette Nizat. Jette Nizat, herzlich willkommen zu Amman Unframed. Dankeschön. So many frames, das muss man erstmal schaffen. Das meiste kommt ja aus ihrer Zeit als Vorsitzende der Grünen Jugend. Das war von Herbst 2024 bis Herbst 2025. 25, ja irgendwie haben sie es geschafft in einem Jahr zum wandelnden Feindbild, des konservativen rechten Milieus, aber auch mit ganz schön vielen Feinden in ihrer eigenen politischen Bubble es zu schaffen. Und dabei erfüllen sie ja zumindest einige Klischees, die man so negativ gegen grüne Politikerinnen und Politiker verbreitet ja gar nicht. Sie haben ein abgeschlossenes Studium, Sie haben Berufserfahrung, Sie sind auch jetzt im Beruf als Mitarbeiterin bei einem grünen Abgeordneten, und trotzdem gibt es da diese Labels. Ich habe mal gesammelt, Männerhasserin, Polizistenhasserin, radikale Antikapitalistin, Stichwort Eat the Rich, linke Traumtänzerin wegen ihrer Position zur Abschiebung und zu Kriminalität und natürlich Berufsprovokateurin. Gibt es ein Label, von dem Sie sagen mit dem können Sie leben? Ich glaube, mit der Männerhasserin kann ich ehrlich gesagt zum Beispiel ganz gut leben. Das ist mir auch ein bisschen zu dumm, dagegen zu argumentieren. Also Labels sind ja immer was, was andere Leute einem geben. Was soll ich da sagen? Nein, das bin ich nicht. Also ich glaube, Menschen, die sich ein Bild von machen, wollen sich tatsächlich mit den Positionen auseinandersetzen. Die schaffen es, sich ihr eigenes Label zu bilden. Und ich glaube, das wäre keins von denen. Und ich glaube, ich würde mir die jetzt auch nicht so geben, wenn man mich fragt. Aber was soll's? Natürlich ist es überzeichnet, Männerhasserin, aber wieso können sie ausgerechnet damit gut leben? Oder was ist die Message, die darin steckt, mit der sie sich anfreunden können? Also es geht ja da nicht um einzelne Männer und so bla bla, das sagen ja Feministen dann immer. Aber es stimmt halt auch, aber es geht halt schon um ein System der Männlichkeit, was absolut überholt ist und täglich Frauen das Leben kostet in Deutschland. Und da muss ich sagen, das hasse ich ganz schön. Ich würde mir wünschen, dass meine Freundinnen sich alleine nach dem Club auf die Straße trauen und nicht überlegen, wann das Uber kommt, um sich in Gruppen aufzulösen. Ich würde mir wünschen, dass ich sicher sein kann, dass meine Freundinnen nicht von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet werden, weil er denkt, er hat einen Anspruch auf die. Ich würde mir wünschen, dass meine Freunde in Schwangerschaften abbrechen könnten. Wann sie möchten nach deutschem Recht, ohne dass es theoretisch eigentlich illegal ist. Und solange eine Welt existiert, in der wir das alles nicht können und diese Welt von Männern gebaut ist, kann ich wohl auch Männerhasserin sein. Da gibt es Schlimmeres, was man sein kann. Ja, fangen wir doch damit mal an. Wie blicken Sie generell auf Männer? Das klingt ja so, als würden Sie schon sagen, in jedem Mann schlummert ein potenzieller Gewalttäter, Sexualstraftäter. Was wir ja auch quasi nochmal mit Colin Fernandes jetzt gemerkt haben, ist, wir denken alle nicht, dass es unser Mann ist. Natürlich denke ich nicht, dass mein Partner das ist, denken sie nicht, dass ihr Ehemann das vielleicht wäre am Ende. Wissen wir alle nicht. Wir suchen uns ja alle nicht Männer aus, wenn wir denken irgendwie, ja der könnte mich am Ende umbringen oder der hat bestimmt Deepfakes von mir erstellt, sondern wir glauben ja immer an das Gute und werden trotzdem, ehrlich gesagt, fast täglicher enttäuscht von den Männern. Und solange das so ist, habe ich halt schon auch ein Problem damit, darauf zu vertrauen. Natürlich möchte ich das und natürlich vertraue ich in meinem Privatleben auch Männern, aber es ist grundsätzlich irgendwie trotzdem immer eine Vorsicht dabei. Und ich glaube, das ist das Schlimme, dass Frauen grundsätzlich in der Vorsicht leben, wie sie sich bewegen, was sie tun. Und viele werden mir jetzt widersprechen, weil ich glaube, das auch was ist, was irgendwie mit einer politischen Sensibilisierung kommt. Manchmal wünsche ich mir auch irgendwie, ich wäre keine Feministin und könnte einfach meinen Tag leben, ohne mich die ganze Zeit zu fragen, ob ich jetzt diesen Blick bekommen habe, weil ich gut aussehe oder weil die Person mich einfach nett fand. Ich mich nicht jeden Tag fragen müsste, warum wäre der Bürgersteig so klein, weil es trotzdem mit dem Patriarchat zusammenhängt. Also manchmal denke ich mir natürlich auch, ich wäre einfach gerne... So wie ein paar Frauen in meinem Dorf zum Beispiel oder in meiner Stadt, wo ich aufgewachsen bin, die haben ein gutes Leben mit Männern und dann denken die, es ist ein Einzelfall irgendwie, dass eine von ihnen geschlagen wird oder so. Und dann bin ich da und komme dann immer aus Berlin und die sind so, oh Jette, die Feministin ist wieder da. Und dann muss ich sagen, nee, es ist kein Einzelfall, dass du von deinem Mann geschlagen wirst. Actually, es geht vielen so und das musst du nicht ertragen. Und so viele Situationen gibt es halt, wo ich mir denke, ich sehe irgendwie das große Bild und das macht es so anstrengend. Hinter dem, was Sie gerade gesagt haben, ist ja auch dieser Gedanke, not all men, but always men. Also sozusagen, wenn diese Gewalttaten passieren, werden sie eben von Männern begangen. Aber das heißt nicht, dass alle Männer das sind. Aber ich höre trotzdem bei Ihnen raus, oder kann man sagen, Sie treffen einen Mann und der muss erstmal beweisen, dass er nicht so ist wie vielleicht das Bild, das Sie von Männern generell ja offenbar haben? Irgendwie ja, wobei das wahrscheinlich, also meistens geht es relativ schnell, ich würde sagen, man kann relativ schnell Männer aussortieren, wenn ich jetzt plötzlich einen davon treffen würde, weil sie sich relativ viele Fehltritte leisten, aber natürlich, wenn ich männliche Freunde habe mit einem Partner, natürlich erwarte ich von dem, dass er jeden Tag wieder zeigt, dass er nicht einer von diesen ist. Aber das heißt, ein Mann muss erstmal beweisen, dass er sozusagen kein Gewalttäter ist. Die Beweislast liegt quasi bei ihm. Oder dass er sich gut verhält. Ist jetzt zugespitzt, aber ja. Ich meine, und wie will man das beweisen? Also er beweist es ja jeden Tag, indem er es nicht tut. Oder er beweist es jeden Tag, indem er Freunde, die das doch tun, die doch schlimme Dinge tun, cancelt, belehrt. Also da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, wie man das beweisen kann. Aber natürlich... Natürlich muss er das, ja. Wie lange ist so eine Bewährungsphase? Ich glaube, die geht das ganze Leben, natürlich. Also am Ende habe ich ja trotzdem Freundschaften und Partnerschaften und all das mit Männern. Und trotzdem würde der mich schlagen, würde das so aussehen oder würde er sich quasi, würde er da dann was rauslassen, was ich davor nicht gesehen hätte, wäre ja trotzdem der Tag, an dem es vorbei wäre. Also da gibt es ja dann keine zweite Bewährung. Ach ja, einmal wurde ich geschlagen, dann nochmal passiert das bestimmt nicht. Aber da gibt es ja noch eine Abstufung zwischen, also ich finde, schlagen, da müssen wir ja nicht lange diskutieren, dass das natürlich absolut. Zu verurteilen ist und absolut strafwürdig und auch irgendwie echt sozial ächtungswürdig ist und das bei der Prävention nicht genug gemacht wird auch. Nur diese Frage, jeder einzelne Mann muss erstmal zeigen, dass er nicht so ist. Ich habe mich bei der Vorbereitung so gefragt, es kursieren ja jede Menge negative Klischees über Frauen. Wir sind irgendwie zu emotional, wir sind nicht sachlich genug, wir können nicht Auto fahren. Ich meine, ich will das jetzt nicht vergleichen. Und eigentlich müssen wir es jeden Tag wieder beweisen, oder? Ja, und das lehnen wir ja ab. Also ich möchte das nicht. Also ich möchte nicht, dass ich erstmal, wenn ich einen Mann treffe, beweisen muss, dass ich keine hysterische Kuh bin. Weil der sagt, also erstmal, puh, ich hab halt dieses Bild von Frauen und ganz ehrlich, jetzt soll die erstmal hier zeigen, dass sie anders ist. Das würde mich total... Also ich will jetzt keinesfalls Gewalttaten auf eine Stufe stellen mit sozusagen, aber es sind beides natürlich, wenn man so will, sexistische Klischees. Weil ich mich auch als Mann sehr stark dagegen verwehren würde, dass Frau Nietzsche hat mir gesagt, ich muss jetzt erstmal beweisen, dass ich ein guter Typ bin. Ich bin ein guter Typ. Und ich erwarte, dass meine Mitmenschen mir gegenüber treten und mich nicht. Ich habe das Label Sexualstraftäter auf dem Kopf und das wird mir erst abgezogen, wenn ich mich ein paar Mal achtsam verhalten habe. Das würde ich mich, glaube ich, als Mann fände ich das nicht so geil. Ja gut, ich bin nun nicht hier, um Männer zu pleasen, von daher ist mir das auch erstmal egal, was die Männer denken. Aber das Problem ist doch, dass wir das als Frauen eben jeden Tag müssen und dass es aber ja unterschiedliche Systeme dahinterstehen. Das eine ist ja eine mysogyne Erzählung von Männern über wie Frauen sind, vor allem progressive Frauen ja auch. Und das andere ist ja ein System, was quasi über Jahrhunderte besteht, in dem alle Männer erwachsen geworden sind, in dem alle Männer sich sozialisiert haben und daraus auch nicht entfliehen können. Also Männer werden Fehler machen in ihrem Leben, weil sie es einfach auch nicht anders gelernt haben. Und die Frage ist ja dann, wie geht man damit um? Ja, ich glaube, dass alle Männer Fehler machen werden in dem, wie sie Männlichkeit ausleben. Und die werden es dann vielleicht auch nicht als Fehler sehen. Vielleicht sehen ihre PartnerInnen das nicht als Fehler. Aber für mich quasi als Feministin, die sich wünscht, dass wir in einer progressiven Welt leben in einer Welt, wo Gleichberechtigung tatsächlich herrscht, wo wir ein System überwinden, was auf Hierarchien und Macht und Gewalt basiert, da werden wir alle auch Fehler machen. Aber Männer sind halt in diesem System immer die Stärkeren. In jeder Situation, die ich in meinem Leben begegnen kann. Aber hat das nicht, also sozusagen, Sie haben eben gesagt, ich bin nicht hier, um die Männer zu pleasen. Ich finde, also um nochmal hier die Rolle der Verteidigerin oder Advocatus Maskuli oder wie man das nennt zu spielen. Es hat ja was mit dem Menschenbild zu tun. Also es ist ja erstmal ein Mensch, der dir gegenüber tritt. Und ich könnte mir vorstellen, du hast ja bei den jungen Grünen einen Co-Vorsitzenden gehabt. Sie sind bei den jungen Grünen jeder Menge Leute begegnet, wo man nach menschlichem Ermessen sich vorstellen kann, dass die ein extrem wertschätzendes, positives, gewaltfreies Verhältnis zu Frauen haben. Und doch... Kommen sie mit diesem krassen Pauschalurteil. Und da frage ich mich so, welches Menschenbild steht dahinter? Das macht, finde ich, Männer so ein bisschen zu Menschen zweiter Klasse, weil die erstmal beweisen müssen, dass sie Menschen erster Klasse sind. Also wie bringt uns sowas weiter? Also wie ändert das was an den Verhältnissen, wenn ich Leute so labele, so wie wir Frauen gelabelt werden und es ja auch nicht wollen? Naja, ich laufe jetzt nicht durch die Bar und bin so, du, deine Nummer hätte ich gern. Aber erstmal beweisst, dass du ein Feminist bist. Also das ist ja nicht, wie das quasi ich irgendwie auf Männer zugehe. Es geht ja eher darum, wie leben Frauen ihr Leben und mit welcher Vorsicht müssen Frauen ihr Leben leben. Weil wenn ich eben nicht mit diesem Gefühl reingehe, dann würden wir ja alle beim ersten Tinder-Date den Typ doch in unsere Wohnung bestellen. Und alle Frauen, die das hören, wissen, dass sie das eigentlich nicht tun. Ich würde niemals mein erstes Date in meine Wohnung bestellen. Und das bedeutet doch, dass erstmal mein erstes Date sich quasi würdigen muss, dafür in meine Wohnung zu kommen, quasi in den Intimbereich zu kommen und in den Bereich zu kommen, wo er mich eben auch gefährden kann. Also wir alle leben es doch täglich, das was ich gerade sage, wir sprechen es nur nicht so aus, weil es hart klingt, aber wir alle, alle Frauen. Die ich kenne, wahrscheinlich auch sie, haben ja die Erfahrung gemacht, dass sie die Tinder-Dates nicht einladen, dass sie aufpassen, wie sie auf der Straße, rumlaufen, nachts rumlaufen, in gefährlichen Situationen, die schon mal versucht haben zu deeskalieren, obwohl eigentlich sie nicht die Eskalation waren, sondern der Mann, was eskaliert hat. All das ist doch Teil davon, von dem, was ich jetzt gerade sage. Und darum geht es nicht um erste oder zweite Klasse, es geht um Erfahrungen, die jede von uns und jede Zuhörerin schon gemacht hat. Und wenn Männer sich nicht beweisen können, dass sie es schaffen, diese Sachen abzulegen, an sich zu arbeiten…, Ich will jetzt nicht mit erster und zweiter Klasse anfangen, aber dann finde ich es einfach ekelhaft und dann hasse ich die Menschen auch gerne. Also das ist ja wohl mein privat gutes Recht. Und jetzt kommt man zu dem Punkt, wo ja oft, also sozusagen, ich glaube, was mich irritiert und was auch die Gräben vertieft zwischen Männern und Frauen, ist bei den Männern das Gefühl zu erzeugen, du musst jetzt ständig beweisen, dass du jemand Gutes bist. Und natürlich sollte man es beweisen, wenn man jetzt zum Beispiel in der U-Bahn sieht, wie ein Mann eine Frau schlägt, dann würde ich hoffen, dass sowohl Männer als auch Frauen dazwischen gehen. Aber es gibt ja, also... Sie ziehen das Bild ja weiter. Also sie verlangen ja, denke ich mal. Ein kontinuierliches Bekenntnis bei jeder Art von Regelverstoß, die auch keine Gewalt ist und kein, sozusagen die, oder vielleicht sogar das Proaktive, wenn ich das richtig verstehe. Aber ist das denn zu viel verlangt? Ist es denn zu viel verlangt, von Männern zu erwarten, dass sie mich quasi mit Respekt behandeln? Und über all die Themen, über die wir gesprochen haben, egal ob es Gewalt ist, egal ob es Sachen in der Bar sind, egal ob es das Tinder-Date ist, hat es ja was mit Respekt zu tun. Und ich kann gerade von Männern nicht erwarten, wenn ich einen Mann sehe auf der Straße, kann ich mir nicht sicher sein, ob der mich als Mensch und als respektvolle Person behandelt. Und ich glaube ehrlich gesagt, dass es uns gut tun würde, würden mehr Frauen erkennen, welche Gräben existieren. Die Gräben sind doch schon lange da. Wir stehen doch für Colin Fernandes auf der Straße. Wir stehen doch auf der Straße, weil wir jeden Tag ein Femizid haben. Also eine Frau, die für ihren Partner oder Ex-Partner ermordet wird oder. Aus einem nahen Bekanntenumfeld. Und die Gräben sind doch da und die wurden nicht von uns geschaffen. Ja, aber sie buddeln sie halt noch 100 Meter tiefer. Und das ist jetzt das Problem. Die Frage ist, das Ziel muss ja sein, den Graben zuzukriegen. Das ist nicht meine Aufgabe. Ja, das ist natürlich ihre Freiheit, das zu sagen. Aber vielleicht machen wir es mal an einer konkreten Aussage fest bei Ihnen. Das war ja damals auch ein Riesenaufreger in Ihrer grünen Jugendzeit. Männer, die die Hand beim Böllern verlieren, können wenigstens keine Frauen mehr schlagen. Das war ja einer Ihrer Sprüche. Und ich finde, ja, oder mir ist noch nicht so ganz klar, was für eine Haltung Sie jetzt im Nachhinein dazu haben. Also Sie haben es damals, glaube ich, gelöscht, dann haben Sie es nachher nochmal wiederholt oder haben das dann auf den Wehrdienst erweitert. Wenn die die Hand verlieren beim Böllern, dann können sie wenigstens keinen Wehrdienst, müssen sie wenigstens nicht zur Bundeswehr. Und ich finde, sie changieren immer so, man hat immer das Gefühl, mal sie provozieren, sie nehmen die Provokation zurück und dann sagen sie, wieso, stimmt doch. Und das Publikum steht daneben und fragt sich, okay, buddelt sie den Graben gerade tiefer oder reicht sie uns die Hand, um diese Gesellschaft zu verbessern? Und irgendwas sagt mir, sie sind eher mit der Schippe ganz da unten irgendwo. Tatsächlich wurde ich bei vielen Aussagen als grüne Jugendsprecherin, da bin ich ja keine Privatperson, sondern da steht sehr viel Verantwortung dahinter. Da steht eine Partei dahinter und damals hat die Partei eben von mir verlangt, dass ich diese Tweets lösche und dann durfte ich aber ja damals nicht sagen, ja übrigens, das hat die Partei gesagt, sonst wäre schlecht gelaufen. Die Partei sogar, also die Spitze der Grünen oder die Spitze der grünen Jugend? Nein, die Partei. Genau, und da kann ich ja dann, aber das kann man ja dann nicht danach twittern. Übrigens, mir wurde gerade gesagt, ich muss das hier löschen. Wie muss man sich das vorstellen? Dann ruft Omid Nouripour an und sagt, Omid Nouripour hat nicht angerufen. Ich werde nicht sagen, wer angerufen hat. Ich frage mich aber bis heute, ob ich es hätte hochjazzen können bis Robert Habeck, weil es war ja im Wahlkampf und Robert Habeck hat auch nicht angerufen, aber die Ebenen davor. Und ich frage mich bis heute, wenn ich bei der zweiten Person auch gesagt hätte, ich lösche das jetzt nicht, ob dann Robert Habeck am Neujahrstag doch bei mir das Telefon geklingelt hätte. Ich werde es nicht mehr rausfinden. Es waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder waren es Mandatsträger, politische Akteure? Ja, genau. Aber das war nicht nur einmal, sondern es ging bei mehreren Sachen so. Und genau, dann habe ich es gelöscht, weil damals, ich war ehrlich gesagt auch sehr neu im Amt, das war der Neujahrstag, man kann sich nicht absprechen, also es lief alles sehr schlecht. Ich finde den Tweet bis heute witzig, er ist bis heute einfach wahr, wenn man ihn faktisch liest, stimmt das. Sie würden ihn also lassen. Ich würde ihn lassen, genau, aber damals bin ich mit quasi dem Druck, der dann kam, quasi habe ich ihn dann gelöscht, weil ich damals dachte, dass es die bessere Entscheidung für den Verband ist. Aber es ist ja schon... Ich glaube, die Heftigkeit der Reaktion leitet sich ja daraus ab, dass da eine Häme draus spricht über Leute, die sich die Hand beim Böllern wegfetzen, was ja nicht nur passieren muss, wenn man, irgendwelches illegal zusammengebastelte Zeug macht, sondern was ja auch mal aus Versehen oder mit irgendwas anderem liegen kann. Und selbst wenn es selbstgebasteltes, schwarz gekauftes Zeug wäre, hat dann ein Mensch seine Hand verloren. Und ich glaube, so die Häme oder Verachtung, die daraus spricht, dass jemand sich furchtbar verletzt, also ist da nicht irgendwie. Da frage ich mich auch wieder, was steht da für ein Menschenbild hinter, dass sie sagen, das ist mir egal, das gönne ich dem. Oder sie stellen das dann in den Kontext, das ist für etwas gut. Und das ist ja schon eine heftige Aussage. Es ist Twitter. Also ich habe diesen Tweet gemacht, diese Plattform gehört dem reichsten Menschen der Welt und da sind eigentlich nur noch Neurechte und Journalisten. Damals aber noch nicht so, oder? Also das war am 1. Januar 2025, da war das schon auch so, ehrlich gesagt. Aber was hat das damit zu tun? Mein Punkt ist, es ist nichts, was ich im Bundestag gesagt habe, es ist nichts, was ich in einem Interview gesagt habe. Ich habe einfach einen lustigen Tweet geschrieben und ich glaube, Journalisten checken nicht, wie das Internet funktioniert. Oder auch wollten dann was anderes draus machen. Also man hätte das ja auch nicht so hoch jazzen müssen. Man hätte einfach sagen müssen, okay, die hat einen Witz gemacht, finde ich geschmacklos, finde ich okay, völlig egal. Aber warum musste das denn Thema sein für die nächsten Woche wahrscheinlich in den Tageszeitungen? Also ich glaube, da muss man sich eher fragen, welche Rolle hat Twitter eigentlich für die Medien so? Das sagt ehrlich gesagt gar nichts über einen aus. Gab es mal bei Ihnen den Versuch zu verstehen, warum die Leute... Sich aufgeregt haben über den Spruch oder den nicht lustig fanden? Ich glaube, das hat sich bei allen diesen Dingen, also wir kommen bestimmt noch drauf, all den Skandalen quasi so, dann immer wieder, oder es ist immer wieder so passiert, dass ich was gesagt habe, was man als radikal oder links oder so, labeln kann, was auch okay ist. Dann hat die Partei was dagegen gesagt und dadurch hat es dann Aufmerksamkeit bekommen. Also das Ding war auch eigentlich, auch der Tweet war eigentlich schon durch und gekocht und jeder hatte mal drüber geschrieben und dann musste ich mich entschuldigen und dann hat die Partei was dazu gesagt und dadurch hatte das halt eine viel höhere Eskalationskraft, weil es ja auch im Wahlkampf war, weil was dagegen stand und ich glaube, hätte man mich einfach machen lassen und die Grünen hätten gesagt, ja, ist die grüne Jugendsprecherin, die spreche jetzt für 19.000 Leute, halten Sie mal den Ball flach so, hätte das ganze Jahr eine ganz andere Wendung genommen und ich bin halt eine der wenigen sehr linken, sichtbaren Akteure gewesen, und es war immer auch eine Sache, die von Bild und News und noch rechter davon hochgejazzed wurde und dann in Mainstream-Medien übernommen wurde bei dem SCAV-Skandal, Pulli. Hat man das auch nochmal schön nachverfolgt tatsächlich. Also genau, ich glaube, das ist eher, ich kommuniziere ja oder ich habe kommuniziert, vor allem für junge Menschen, vor allem für grüne Jugendmitglieder. Und da gab es keinen, wenn ich mal dazwischen fragen darf, der diesen Spruch unpassend fand, der sagt, du kannst doch keine Jokes machen über jemanden, dem die Hand weggefetzt wird. Also es gibt immer bei 19.000 Leuten sind nicht 19.000 Leute applaudieren, aber ich würde sagen, mindestens 18.000 davon haben quasi applaudiert. Also so, es ist wirklich unter jungen Leuten, ist all das oder unter jungen linken Leuten, für die ich ja stehe, war all diese Dinge kein Skandal. Es war immer nur für die Medien Skandal. Also ich meine, ich bin ja auch relativ groß auf den Social Media Plattformen gewesen und da gab es immer sehr viel positives Feedback. Also und auch selbst, ich finde es spannend, selbst so Leute wie die CDU oder so die Junge Union, die haben mit den Sachen nicht zugestimmt. Die würden ja das nicht unterschreiben, aber die waren so, das ist Meinungsfreiheit, Es ist das Internet. Gönn dir. Es war immer nur ein Problem von Medien, Erwachsenen und der Partei. Und sie glauben, dass auch die grünen Erwachsenen, wie sie es sagen. Nur dagegen waren aus Opportunismus und nicht aus vielleicht wirklich ehrlich, dass die einfach vielleicht ein bisschen weiter waren, ein bisschen erwachsener waren, ein bisschen reifer waren und gemerkt haben, ey, das geht echt gar nicht. Ja, sollen sie doch. Aber ich meine ja sie, wie ihre Sicht darauf. Ich glaube, die hatten vor allem in vielem Angst. Also ein großes Problem der grünen Partei ist ja, dass sie nicht mutig ist, sondern dass sie versucht, die ganze Zeit zwischen den Stühlen zu sitzen. Und es ist okay, wenn sie das machen wollen, aber ich glaube, es wäre clever, wenn sie nicht ihrer Jugendorganisation verdonnern würden, auch zwischen den Stühlen zu sitzen und ich meine, wir sehen ja, mit welchen Ergebnissen das geendet ist. Es ist halt heftig, finde ich, ja, ich will jetzt nicht endlos drauf rumreiten, aber ich finde, jemand mit so einer schweren Verletzung, sozusagen sich darüber zu freuen oder sich darüber lustig zu machen, ist es nicht irgendwie krass und menschenfeindlich? Also eigentlich das, was man als Grüne einfordert, geht wertschätzend miteinander um, macht euch nicht gegenseitig fertig oder so. Also wo ist denn da die Humanität oder wo ist denn da die Empathie? Ist ein bisschen lustig, weil ich habe den Tweet nochmal recycelt zum Orange Day. Das ist, ich glaube, am 25. November jedes Jahr. Da geht es um die Sichtbarmachung von Gewalt. Und das ist immer eine Randnotiz. Jeden Tag ein Femizid ist eine Randnotiz in den Medien. Und nur, weil es quasi mal gegen Männer gerichtet war, ist es dann keine Randnotiz, sondern es ist ein großer Aufreger. Jeden Tag könnte ein großer Aufreger sein, wie Männer ihre Frauen verstümmeln. Und das ist es nicht. Und der Tweet ist es. Und darüber sollte man sich eher mal Gedanken machen. In dem Kontext gab es ja auch eine Riesenaufregung, als Sie bei meiner Kollegin Julia Ruß. Aufgetreten sind. Und sie hat sie gefragt, was sagen Sie Eltern, deren Kinder von Geflüchteten getötet wurden. Und Sie haben angefangen zu antworten. Und dann meinten Sie, nee, das ist mir zu doof. Oder ich sehe das nicht ein, hier das zu beantworten. Und haben dann gesagt, ich will es Ihnen nicht in den Mund legen. Ich könnte das Detail jetzt aber nicht mehr wiedergeben. Aber sie haben basically gesagt, ich finde das abwegig darüber zu sprechen, wenn jeden Tag auch jede Menge deutsche Väter ihre Töchter oder Frauen töten und ich sehe nicht einen da jetzt. Vielleicht können Sie noch mal erklären, wieso Sie gesprungen sind von diesem, Kind wird umgebracht durch Migrant zu, es gibt ja auch deutsche Täter. Da kann man ja auch sagen, das ist jetzt erstmal Whataboutism. Ein Problem, das real existiert, wird durch das, es gibt übrigens noch ein viel größeres Problem hier drüben, das werfen wir den Rechten immer vor oder werfe ich regelmäßig der AfD vor, dass sie von Problemen in den eigenen Reihen ablenkt mit, hier guck mal da, hier diese Eule auf dem Baum oder so. Das ist ja schon ein Punkt, finde ich. Genau, ich habe das gesagt und ich glaube, das ist was, ich würde das gerne jetzt in Kontext erklären, aber ich will mich da nicht rausreden. Also auch wenn ich es jetzt nicht schaffe, das nochmal zu sagen, dann stellen Sie die Frage gerne nochmal. Aber was in dem Interview, weil ich wusste nicht, dass Julia Ruß ist, war die Pilotfolge von Klar. Und Klar wurde ja jetzt auch mehrfach, musste das nochmal neu geschnitten werden nach der Veröffentlichung. Also in dem Format ist, würde ich sagen, einiges schon schief gelaufen. Und ich wusste nicht, dass sie das ist, die das moderiert und ich wusste nicht, was das für ein Format ist. Wir hatten eine Anfrage vom NDR, vom Redakteur oder BR, ich bin mir gar nicht sicher, aber von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dem Redakteur und meinten, wir brauchen jemand Linkes, der was über Asylpolitik sagt. Ich bin ja Sozialarbeiterin für Geflüchtete gewesen, habe also lange in dem Bereich selber auch gearbeitet und habe dann gesagt, ja. Das Interview ging eine Stunde und die Fragen, die sie mir gestellt haben, war ausschließlich, was sagen sie Homosexuellen, die sich nicht mehr auf die Straße trauen, was sagen sie Juden, die sich nicht mehr auf die Straße trauen, was sagen sie Kindern von ihren Eltern, die ermordet werden, was sagen sie da und da. Also es war die ganze Zeit eine extrem tendenziöse Berichterstattung, würde ich sagen. Und ich habe lustigerweise danach sogar eine SMS geschrieben, als ich da rauskam und habe einer Person geschrieben so, lol, wir haben irgendwie gerade mit Rechtsextremen gedreht, war weird. Was natürlich, sie ist kein Rechtsextremen, aber so habe ich in meiner privaten SMS so geschrieben quasi. Und ich habe eine Stunde lang diese Fragen beantwortet und irgendwann war ich wirklich so, das ist keine seriöse Berichterstattung, die hier passiert. Und habe eigentlich, ich würde sagen, so einen Moment, man hat das als Politikern öfter, dass man dann nochmal abbricht, nochmal was Neues sagt. Ich habe auch kurz mit meinem Pressesprecher an der Stelle gesprochen, man hört ihn auch im Hintergrund. Das sind eigentlich Dinge, die werden aus Sendungen rausgeschnitten. Das sind eigentlich Dinge, die sagt man dann unter drei so, hör mal, ganz ehrlich, was ist denn hier das Problem? und sie haben den Teil dann am Ende gesendet. Sie durften das tun. Es war ein Fehler von mir, quasi da nicht aufmerksam genug zu sein, die Situation auch als quasi unter drei, also quasi interne Situation zu canceln. Sie durfte das senden. Aber ich habe eine Stunde lang ihre Fragen beantwortet und an der Sendung und wie das passiert ist, sieht man sehr klar, welcher Teil gesendet wurde, welchen Teil sie senden wollte. Ich habe sehr viel auch in meiner ganzen Amtszeit von mir Asyl gesagt, ich kann auch jetzt. Natürlich ist es schlimm, wenn Kinder ermordet werden, egal von wem. Und wir haben auch ein Problem, dass es Gewalt gibt in Deutschland. Die geht von Männern aus, die geht von allen Männern aus, die geht aber natürlich auch von Menschen aus, die hierher migriert sind. Das ist ja nichts, was ich jetzt leugne, dass das passiert ist. Ja, laut Statistik ja auch in einem besonderen Umfang geht es ja. Also sind die ja überrepräsentiert im Verhältnis zur Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund, die hier leben. Die sind leider bei diesen Gewalttaten, muss man ja sagen, überrepräsentiert in der Statistik. Und trotzdem würde ich halt, wenn, dann gerne auch darüber reden, in der Sendung vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wo ich sage, genau, ich würde dann gerne darüber reden, was sind die Probleme, wie sieht es eigentlich in den geflüchteten Unterkünften aus, wo haben wir auch ein Problem mit Gewalt, weil Menschen eben, jahrelang zu neunt in Stockbetten sind auf einem 10-Quadratmeter-Zimmer, wenn wir ein Problem haben, dass wir Menschen kriminalisieren, dass wir ein Problem haben, wenn Menschen nicht legal Geld verdienen können, dass sie natürlich in illegale Beschäftigungen abrutschen, dass es sehr einfach ist, dann auch für bestimmte Milieus die Leute zu catchen und ich möchte nicht jeden einzelnen Personen in Schutz nehmen, Menschen tun unschlimme Dinge, aber ich möchte, dass wir eine Bandbreite dessen diskutieren und das war eben nicht möglich und dann war ich halt zu ihr so, hör mal. Aber merken Sie selber, wie differenziert Sie sind, wenn es um diese Menschen geht und ich finde Differenzierung immer gut. Und vergleichen Sie das mal mit der Art, wie Sie vorher über Männer generell gesprochen haben und ich würde mal wetten, da hatten Sie eher den weißen Mann im Kopf als jetzt den geflüchteten Mann. Also ich habe den Eindruck und das habe ich bei Linken, wenn ich mit Linken, Interviews führe oder spreche generell, dass da ein übergroßer Wunsch und eine übergroße Vorsicht besteht, bloß differenzieren und Verständnis für den Hintergrund. Das Trauma der Flucht und die neunstöckigen oder die neunbettzimmer in der Unterkunft und so. Und jetzt sage ich mal, gut, und dann ist da ein, weiß nicht, Friedrich, der seine Frau schlägt. Der hat auch eine schwere Kindheit gehabt vielleicht, wurde von seinem Vater geschlagen. Und da habe ich den Eindruck, es wird diese Differenzierung nicht so gemacht, sondern da sagen sie, auch kann man verstehen, zu Recht, der soll seine Frau halt einfach unter keinen Umständen schlagen und ich verurteile das. Und ich gebe auch noch den Generalverdacht aus, dass er erstmal sozusagen sich als guter Mann beweisen muss, bevor ich vertraue, dass er ein guter Mann ist. Und da, glaube ich, sagt die Gesellschaft, das ist zweierlei Maß. Das verstehe ich. Ich glaube, mein Problem ist, dass ich quasi Expertin bin, was das Thema Asyl angeht, weil ich da einfach lange gearbeitet habe. Das heißt, da kenne ich die Umstände. Ich würde aber gerne auch differenziert quasi darüber sprechen, wie wir mit Männern in dieser Gesellschaft umgehen, welche Programme, gecancelt werden, gerade zum Beispiel von der Bundesregierung oder wie sagt man es gestrichen werden, wenn es darum geht, irgendwie Männer zu unterstützen, dass wir bundesweit im Gewalthilfegesetz dass Männer beispielsweise nicht unterstützen, wenn die Opfer von Gewalt werden, dass wir Männer nicht unterstützen bei Maßnahmen, wo es darum geht, über ihre Taten nachzudenken und eine andere Form von, also nicht Gefängnis, sondern quasi eine andere Form von Buße, das klingt jetzt sehr kirchlich, aber mir fällt das Wort nicht ein, zu tun. Wir können extrem gerne darüber reden, aber gerade, worüber wir geredet haben, war ja was anderes. Also ich glaube auch bei Männern nicht, also Männer schlagen ja auch nicht ihre Frauen, auch Friedrich schlägt nicht seine Frau, weil das einfach ein scheiß Typ ist, sondern weil wir ein gesellschaftliches Versagen darin haben, Männergewalt anzuerkennen. Haben Sie denn in dem Interview an einem anderen Punkt, der vielleicht nicht gezeigt wurde, gesagt, mir tut es furchtbar leid für Eltern, deren Kinder von Migranten umgebracht haben? Und ich kann verstehen, dass die einen besonderen Brass vielleicht auch auf die Migrationspolitik, auf Angela Merkel, auf wer weiß wen haben und deswegen vielleicht sogar AfD wählen. Also haben Sie da denn Empathie gezeigt? Ja, also ich habe sowas, wie ich jetzt gerade auch gesagt habe, natürlich ist das schlimm für Eltern. Und natürlich verstehe ich, wenn Eltern quasi dann sagen, ich möchte die Person nicht wiedersehen, all das. Aber wir haben dann zum Beispiel sehr lange darüber geredet, wie es mit Straftätern ist und dass die ja alle abgeschoben gehören. Und da muss ich sagen, das glaube ich zum Beispiel nicht. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, Straftäter einfach abzuschieben, weil ich an unser Justizsystem glaube. Ich finde gut, wenn Menschen, die Straftaten begehen, auch ihre gerechte Strafe hier bekommen. Asylbewerber, andere Menschen, Männer, Frauen. Aber dass wir jetzt einfach sagen, ja gut, dann geben wir halt Straftäter der Taliban. Dann laufen die in Afghanistan einfach frei rum und wir drücken dafür der Taliban noch 1000 Euro in die Hand. Das hört sich für mich nicht nach einem guten Deal an. Also ich möchte nicht, dass Straftäter abgeschoben werden. Das habe ich dann auch so gesagt. Aber ich verstehe natürlich, wenn Eltern oder jeder Mensch ja privat Erfahrungen macht, dass sie dann sagen, das kann doch nicht sein. Aber was spricht dagegen zu sagen, es kommt jemand aus, flüchtet hierher. Und ich will gar nicht die Diskussion aufmachen, Wirtschaftsflüchtlinge, sonst was, gute, schlechte Flüchtlinge. Jemand kommt hierher, sucht unseren Schutz und verletzt das Gastrecht auf diese grauenhafte Art und Weise und dass man dann sagt. Oder dass es sehr viele Leute geben, die sagen, ich habe keine Lust mehr, jetzt noch Verständnis zu haben, dass der nicht bei den Taliban wieder wohnen möchte, sondern raus mit ihm. Aber es geht ja gar nicht darum, dass er bei den Taliban wohnen möchte. Ja, aber bei Straftätern, es ging ja, der Kontext ist ja sozusagen, was machen wir mit Leuten, die schwere Straftaten begangen haben? Sollen wir die noch davor schützen vor einem Heimatland, in dem es vielleicht, sozusagen das verwüstet ist, wo wenig auf Resozialisierung gesetzt wird im Strafvollzug, sage ich jetzt mal vorsichtig. Aber. Man hat einfach den Eindruck bei Ihnen und auch bei vielen grünen oder linken Politikern, Dass da eben ein großes Verständnis oder ein großer Schutzwunsch da ist für Leute, wo man sagen würde, die haben hier schreckliches Leid angerichtet. Ich glaube, es geht nicht um Schutz. Und soll man da nicht einfach mal sagen, es muss jetzt mal Schluss sein. Ja, aber es muss ja mal Schluss sein, ist es auch in einem deutschen Gefängnis. Also mein Problem ist nicht der Schutzaspekt quasi von der Person, sondern mein Problem ist der Schutzaspekt von den Menschen dann in dem Heimatland. Also wir verschieben ja einfach das Problem. Warum sollte ich sagen, ja, dann soll der doch in Afghanistan rumläufen und die Leute abmurksen? Aber das sind ja seine Landsleute. Da kann man ja sagen, löst bitte das Problem mit eurem eigenen Staatsbürgern. Ja, aber wenn wir so stolz sind auf das deutsche Justizsystem, dann würde ich mir auch wünschen, dass wir sagen, okay, wir wissen, in dem Land wird ja keine gerechte Strafe haben. Wollen wir eine gerechte Strafe? Dann doch gerne hier. Weil es geht mir nie um den Schutz der Personen, sondern es geht mir darum, was bedeutet es, wenn die Person jetzt abgeschoben wird für alle anderen Menschen. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir in einem System, wo schon wenig Kapazitäten, wenig Geld da ist, sich um eine gute Resozialisierung zu kümmern mit Leuten, die hier unter den Umständen aufgewachsen sind, als deutsche Staatsbürger in einem System. Wo sie theoretisch alle Chancen hatten und jetzt alle Chancen wieder haben sollen, als jemand, der kommt, hier Schutz sucht und das Gastrecht auf diese Weise verletzt. Und da gibt es ja eben Leute, die sagen, und ich kann diese Argumentation nachvollziehen, Ich teile sie persönlich nicht, aber ich spiele, wie gesagt, hier ein bisschen Advocatus Diaboli. Wir müssen, also warum sollen wir als Steuerzahler eigentlich dafür bezahlen, dass der jetzt liebevoll und geduldig resozialisiert wird? Wir wollen den hier nicht. Wir wollen sozusagen, der hat gezeigt, dass er hier nicht hingehört. Und natürlich, wenn er psychisch krank ist, dann kann man ihn auch in ein Krankenhaus setzen. Aber es gibt ja sogar Leute, die sagen, warum eigentlich? Setzt ihn, schickt ihn zurück und sollen die Afghanen sich darum, sollen die Taliban sich mit dem rumschlagen? Oder sollen die Syrer sich mit dem rumschlagen? Das ist hart, aber ich glaube, man muss diese Diskussion auffangen. Und mein Eindruck ist, sie wird von... Von linker oder grüner Seite sehr oft mit dem Punkt totgemacht, so das ist doch sozusagen menschenrechtswidrig oder man muss doch gucken, das doch den zurückzuschicken dahin, ist dann schlimm für die Afghaninnen dort. Aber müssen wir nicht an uns denken in dem Fall, an unsere Gesellschaft. Und was das mit unserer Gesellschaft macht, dass der jetzt noch Jahrzehnte hier sitzt. Was wir ja dann tun, ist ja quasi die Menschen gegeneinander auszuspielen. Also das ist ja auch das, was die AfD die ganze Zeit tut. Es gibt kein Geld für die Deutschen. Also warum sollten wir Geld für andere Leute ausgeben? Und aus einer linken ökonomischen Perspektive gibt es ja genug Geld. Also Deutschland ist eines der reichsten Nationen. Es ist nicht so, dass wir die Menschen gegeneinander ausspielen müssen. Und es ist auch nicht so, dass das Gefängnissystem, wie es gerade existiert, so ist, dass das gut ist. Also wir geben extrem viel Geld aus für Menschen, die einfach dreimal ohne Ticket im Bus waren. So, das müssten wir nicht tun. Wir geben extrem viel Geld in dem Justizsystem dafür aus, quasi Menschen einzusperren und nicht darauf vorzubereiten, was ist und quasi keine Möglichkeit zu geben, Strafen auch anders zu verbüßen zum Beispiel. Und auch, also ich meine, das Geld jetzt gegeneinander aufrechnen, könnten wir machen. Wir geben einfach sehr viel Geld dafür aus, es nicht für unsere BürgerInnen auszugeben, sondern für die Wirtschaft, für Unternehmen und zwar nicht für die Beschäftigten in der Wirtschaft, sondern für die Konzernbasse und für quasi eine Wirtschaft, die nicht den Menschen gut tut, sondern. Die einzelnen wenigen in Deutschland gut tun. Und ich glaube, das ist, was wir gegeneinander aufrechnen müssen. Ich lasse mich einfach nicht auf die Debatte ein, AsylbewerberInnen oder Geflüchtete oder MigrantInnen oder migrantisch gelesene Menschen gegen weiße Deutsche, weil darum geht es ja eigentlich im Endeffekt aufzuwiegeln, weil ich glaube, die Linie läuft eigentlich woanders. Die Linie läuft nicht zwischen uns, sondern die Linie läuft quasi zwischen oben und unten und wofür Deutschland sich entscheidet, Geld auszugeben. Und da ist genug Geld für sowohl die Straftäter, die weiß sind, als auch für die, die nicht weiß sind. Aber das ist dann, wird den Linken, also ich glaube, als Linke kann man hier auch keine richtige Antwort geben, weil dann sagt man immer so, wird uns vorgeworfen, ihr möchtet ja einfach nur höher besteuern und ihr wollt ja einfach nur keine Wirtschaft mehr. Nee, darum ging es nicht. Ich möchte, dass ich in einem Land lebe, in Deutschland, wo wir so reich sind, wo wir alle von dem Reichtum profitieren und nicht nur einige wenige. Und ihre Hörerinnen merken auch, dass sie von dem Reichtum nicht profitieren. Also wenn sie in den Supermarkt gehen, wenn sie versuchen, ihre Miete zu bezahlen, merken sie, dass sie nicht an dem Wohlstand, der eigentlich versprochen ist, gerade beteiligt werden. Und das liegt nicht daran, dass wir so viel Geld für AsylbewerberInnen ausgeben, sondern das liegt daran, dass wir so viel Geld für Tankrabatt und anderes ausgeben. Ich glaube schon, dass die das denken, dass so viel Geld ausgegeben wird für diese... Also diese Diskussion findet ja statt. Sie wollen sie nicht führen, aber sie findet ja statt. Und ich habe mir auch ein paar von diesen Videos angetan von News und von anderen Publikationen. Natürlich wird das dann sozusagen von, sie sind glaube ich die perfekte Wahlhelferin und die perfekte Abo-Bringerin für Medien wie diese. Und wie gehen sie damit um. Dass dieser Kollateralschaden ihrer Aussagen ist? Naja, was würde denn passieren, wenn ich schweige? Also ich glaube, dass man halt schweigen... Es gibt ja nicht nur schwarz und weiß, es gibt ja auch... Man kann ja auch was anderes sagen. Oder man kann sich vorsichtiger ausdrücken, differenzierter ausdrücken. Aber wie erfolgreich ist das? Ich glaube, wenn sie, gut für diesen Julia-Russ-Beitrag, wenn das so ist, wie sie es jetzt beschrieben haben, können sie nichts dafür, dass der so ist. Aber man hätte ja nachher sagen können, ich poste ein Reel, wo ich sage, hey Leute, ich habe mit ihr eine Stunde diskutiert. Natürlich habe ich das gemacht, das Reel existiert. Aber das juckt ja niemanden, ist ja nicht so. Als würde die News dann sagen, oh, Frau Nietz hatte ein Reel gepostet. Da müssen wir eine Gegendarstellung machen. Also so funktionieren die Medien ja nicht. Okay, das wusste ich nicht, dass sie das auch gemacht haben. Ich habe sowas auf jeden Fall natürlich gemacht, als es rauskam, weil ich es ganz furchtbar fand. Und die Frage ist ja, was ist meine Rolle? Und ich glaube, das haben viele Leute nicht verstanden. Meine Rolle war für 19.000 junge Menschen, die viele von denen kein Zuhause mehr in den Grünen gesehen haben, weil eben die Grünen mitgegangen sind bei den Asylverschärfungen, Weil Robert Habeck dann einen Zehn-Punkte-Plan vorgesetzt hat, die wir in der Partei halten wollten. Die Grünen haben damals 500.000 Wähler oder sowas an die Linkspartei verloren in dieser Bundestagswahl. Und eigentlich war es meine Aufgabe, junge Menschen davon zu überzeugen, dass man linke Dinge in den Grünen sagen kann. Und meine Rolle war auch nicht, Bundestagsmandate für uns zu gewinnen, sondern meine Rolle war es ausschließlich für junge Menschen zu kommunizieren und für junge Menschen was in der Grünen-Partei zu erreichen, dass sie noch was darin sehen. Und ich glaube, das verkennen Leute, weil ich würde sagen, das habe ich gut gemacht. Ich habe linke Sachen gesagt und ich habe sie für junge Menschen gesagt. Und das hat funktioniert. Ähm... Und der Schaden, der daraus entstanden ist, ist einer, den quasi andere gemacht haben, weil sie es auch so framen wollten. Es war nicht mein Auftrag, mich differenziert auszudrücken. Es war nicht mein Auftrag, da irgendwie den Erklärbär zu spielen. Das schaffen die Grünen schon ganz alleine. Mein Auftrag war es, 500.000 junge Menschen davon zu betrugen, dass die Grünen doch noch eine okaye Partei sind. Und das habe ich nicht geschafft, ehrlich gesagt, weil die Grünen es in dem Zeitraum nicht geschafft haben, auch nur annähernd zu sagen, ja, also das, was Jette sagt, kann sie zumindest so stehen lassen. Oder ja, Asyl finden wir gar nicht so schlecht, sondern die Grünen waren dann halt so, ach ja, Asylverschärfung, 10-Punkte-Pläne. Nee, wir machen jetzt das, was alle anderen machen. Aber nach Ihrer Logik müssten Ihnen die Herzen ja zugeflogen sein von diesen Leuten, von den jungen Leuten, wenn die auch so ticken wie Sie, dann wäre denen ja egal gewesen, was die Großen in der Grünen-Partei sagen, sondern dann hätten die gesagt, ja, Jette, wir treten jetzt zu 7 Millionen Menschen ein. Also es sind sehr viele Leute eingetreten in die Grünen. Es sind 3.000 mehr, glaube ich, als vorher. Ich weiß die Zahlen nicht mehr, aber es sind auf jeden Fall, Wir haben das auch mal veröffentlicht. Es sind auf jeden Fall Leute beigetreten. Ich glaube von 16.000 auf 20.000 oder so was vielleicht. Ich habe gesehen, plus 3.000 Leute mehr. Zugleich hat sich innerhalb der jungen Grünen eine grüne Realo-Gruppe gegründet. Die gab es schon vorher. Nach meinen Informationen wurde die erst gegründet als Reaktion auf sie. Aber dann war das falsch. Weil dann hätte ich jetzt gedacht, okay, dann war ihr Erfolg vor allem, dass sie auch noch gleichzeitig die innerparteiliche Opposition gestärkt haben. Nee, ist voll lustig, weil da sieht man wieder, wie Medien funktionieren. Es gab einen Tagesspiegelbericht darüber neulich, da haben Sie das wahrscheinlich auch her, weil die hatten einen jungen Realo-Kongress oder sowas. Also es sind einfach quasi die konservativen jungen Leute in den Grünen. Und es ist voll lustig, weil diesen Kongress, der hat schon zum dritten Mal oder so stattgefunden. Es war gar nicht der erste Kongress, auch wenn der Tagesspiegel das so gesagt hat. Die treffen sich einfach jedes Jahr. Und es ist voll lustig, weil ich würde sagen, ich bin auch mit vielen von denen eigentlich ganz gut. Also ich habe mal ein Kicker-Duell gegen die gewonnen, nach ihrem letzten Kongress zum Beispiel, seitdem... Ist die Feindschaft aufgehoben, könnte man sagen. Und auch sonst, auch als Grüne Jugend Sprecherin, waren die Jungen realos nie das Problem, ehrlich gesagt. Und die haben einfach grundsätzlich ein unterschiedliches Bild davon, wie es mit den Grünen weitergeht, haben sich immer mehr auch in die Partei orientiert und weniger auf die Straße, wie es die Grüne Jugend ja auch tut. Die Grüne Jugend versteht sich ja als Zwischenstraße und Parlament. Und es klingt jetzt komisch, nicht zu sagen, aber das ist wirklich kein Problem gewesen. Auch da, würde ich sagen, gab es die Hälfte der Informationen für viele. Ich wollte nochmal auf den Pulli kommen, weil sie da in dem Kontext ein interessantes Statement gemacht haben. Also vielleicht für die, die es damals unter einem Stein lebten und es nicht mitbekommen haben. Sie haben ein Bild von sich selbst gepostet, wie sie in den Bundestag gehen. Ein Hoodie tragen, auf dem das Kürzel für All Copser Bastards steht. Also alle Polizisten sind Schweine oder Bastarde oder was auch immer. Und es gab einen riesen Aufschrei. Interessanterweise nicht wegen ihrer Kappe mit der kleinen Raupe Nimmersatt, wo irgendwie drauf stand, eat the rich. Ja, in der Insta-Story, es war nur eine Insta-Story, Ich habe gefragt, was findet Julia Klöckner wohl schlimmer? Es war eine Umfrage, Eat the Rich Cappy oder ACAB-Hoodie? Wir haben jetzt die Antwort. Der ACAB-Hoodie ist es. Ist ja auch vielleicht heftiger zu sagen, sich ein Schlagwort anzueignen, das ja auch, mit dem die Polizei ja regelmäßig konfrontiert ist. Mit dem sie sogar selber Werbung macht. Also in Berlin hangen ja ACAB-Plakate von der Polizei als Werbung für ihre eigene Mission. Ja, und trotzdem ist das ja ein Schmähwort. Da war ja keine Fußnote dran, außer denen, die niemals unrechtmäßige Polizeigewalt ausüben. Und außer denen, da stand ja nicht unten drunter noch der differenzierte Katalog, den sie nachher machen, sondern hier hat die Sprecherin einer politischen Organisation oder Jugendorganisation. Sich diesen Slogan der Polizistenhasser zu eigen gemacht. Wobei ja das Sternchen schon vom Bundesverfassungsgericht kommt, weil das Bundesverfassungsgericht schon mal festgestellt hat, dass ACAB keine Kritik an einzelnen Polizisten ist, sondern eine Kritik am System, das ist gerichtlich festgestellt. Von daher ist das Sternchen, was ich normalerweise meine Insta-Story poste und gerichtlich festgestellt ist, mache ich ja auch kein Sternchen dran. Aber auch da fand ich wieder, genau wie bei den Männern, mit denen wir es am Anfang hatten, ich meine, wenn ich mir heute, ich könnte mir vorstellen, dass Sie, wenn Sie so ein Pulli anziehen, denken an den, weißen Polizisten, der einen Migranten willkürlich kontrolliert und ihm eine reinschlägt, wenn der ihm dumm kommt, so ungefähr. Also, sag ich jetzt mal, oder dass halt die Fälle von ungefähr 700, Fälle von Gewalttaten gegenüber, die sozusagen verfolgt werden oder nicht gerechtfertigt sind im Jahr, vielleicht laut der Statistik. Da sehen Sie dann einen Michael, der sich so verhält, oder? Aber ich meine, die Polizei ist ja längst viel vielfältiger. Es gibt Frauen, es gibt auch migrantische Polizisten und irgendwie habe ich das Gefühl, das ist so eine fast schon altmodische Sicht auf die Polizei, die sie da haben. Oder was für eine Sicht haben Sie auf die Polizei? Erklären Sie es mir, dass Sie denken, dieses Label passt noch. Wieso passt das noch? Ja, ich darf an der Stelle ein Buch empfehlen. Alles nur Einzelfälle, heißt das. Mohammed Amjahid, der hat das sehr gut aufgeschlüsselt, warum auch Frauen oder migrantische Menschen in der Polizei jetzt nicht unbedingt eine Polizei verbessern. Ich denke nicht nur Michael, ich denke daran, dass ich glaube ein Drittel der PolizistInnen in der Umfrage angegeben haben, dass sie, ich bin nicht ganz sicher, aber vielleicht kann man das einblenden oder so, aber quasi rechtes oder menschenfeindliches Gedankengut oder so unterstützen. Das war eine Hamburger Polizeiumfrage von vor ein paar Jahren. Ich denke daran, wie das System Polizei, also an sich die Institution, ohne die einzelnen Menschen darauf angelegt ist, wen sie schützt und wen sie auch nicht schützt. Und da braucht es nicht mal einen Lorenz, der einen Monat vorher erschossen wurde von der Polizei, sondern die Polizei an sich, selbst wenn sie noch nie eine schwarze Person erschossen hätte, ist quasi kein System, was meine Zustimmung hat. Am Ende, weil es am Ende ein System von Repression ist und keins, wo ich auch als Sozialarbeiterin mir denke, das ist irgendwie klug gemacht von einem Staat. Also die Polizei an sich ist das System, das man nur verändern muss oder das man abschaffen muss? Die Frage ist, reden wir jetzt über eine Utopie oder reden wir über Realpolitik? Ich würde mir wünschen, dass ich in einer Welt lebe. Da bin ich mir bei Ihnen nie so sicher, ehrlich gesagt. Ich würde mir wünschen, dass ich in einer Welt lebe, wo die Polizei nicht relevant ist, weil es andere Mechanismen gibt, weil es Sozialarbeit gibt, weil wir in einer Aber wen rufen Sie dann an, wenn Ihr Auto geklaut wird oder wenn kommt dann sowieso nicht wieder. Genau, deshalb kommen wir dann in die Realpolitik, wo ich sage, gerade braucht es quasi erstmal Reformen, weil die Polizei ist ja nur ein System, was gerufen wird, wenn es am allerschlimmsten ist. Also die sind ja der letzte Punkt eigentlich in einem gesellschaftlichen System. Und es gibt quasi vorher, könnte es Sozialarbeitende geben, also ganz viel Polizeigewalt oder auch Menschen, die in der Interaktion mit der Polizei sterben, sind psychisch labil, psychisch krank und die Polizei weiß überhaupt nicht, wie sie damit umgeht. Das könnte relativ einfach behoben werden, wenn man das wollen würde. Und auch ich meine, gerade rufen wir die Polizei auch, weil drei Dosen Bohnen im Lidl geklaut wurden. Da kann man sich auch fragen, ist es wirklich was, was wirklich so schrecklich ist, wo ich sage, das ist was, da muss ich Menschen irgendwie am Boden fesseln und muss ich Menschen irgendwie einkerkern. Ist es das, wenn sie dreimal mit dem Bus fahren und ihr Ticket nicht holen, muss ich da die Polizei rufen? Die Frage ist doch, wofür wollen wir eine Polizei? Und ich glaube gerade, ist sie nicht richtig eingesetzt. Aber ich denke, es ist auch so, dass, also ich weiß nicht, ob das nicht ein sehr altmodischer Begriff von Polizei ist oder von der Polizeiarbeit, die sie da gerade schildern. Weil ich glaube schon, dass die Polizei sich heute, ohne jetzt Expertin zu sein, ihre Aufgaben anders versteht und auch sagt, wir sind da, wir sind auch erstmal ansprechbar auf einer niedrigschwelligeren Ebene und wir kommen auch als Konfliktlöser. Früher war es viel mehr, dass Polizei auch in den Straßen war. Tatsächlich ist es aktuell so, dass auch, weil die Polizei akut wenig, also anders daft ist, wie sagt man das, akut wenig Menschen hat, dass sie diese Aufgabe quasi gar nicht mehr so wahrnehmen. Ja, aber wenn sie da sind, nehmen sie sie wahr. Und ich glaube schon auch, dass, also ich habe früher in Kreuzberg gelebt, im Wrangelkiez und ich habe das da in dem kleinen Supermarkt bei mir in der Ecke, der zwar zu einer großen Kette gehörte, der aber von einem, kleinen Inhaber sozusagen geführt wurde, es regelmäßig erlebt, dass da fünf oder sechs Leute reinkamen, die ich jetzt mal als... Wahrscheinlich Menschen mit Roma-Hintergrund lesen würde. Und die kommen rein und haben da die Regale leergeräumt und sind dann wieder abgedampft. Und da war nichts zu machen. Da konnte der eine Security-Mensch nichts machen. Da hätte wahrscheinlich schon ein beherzter Polizeieinsatz zur rechten Zeit das verhindert. Und da geht es ja auch um den Schutz des Eigentums von Leuten. Und dass die auch das Vertrauen in... Und selbst wenn die jetzt mehr verdienen als der Durchschnittsverdiener, weil die einen Supermarkt betreiben, haben die ja ein Recht darauf, dass sie geschützt werden. Aber warum also Menschen... Und natürlich, es gibt in allem Einzelfälle, aber warum gehen Menschen in den Supermarkt und denken, dass sie drei Dosen Bohnen klauen müssen? Das ist ja nicht, weil die Leute zu Hause schon 150 Dosen haben und denken, heute habe ich richtig Bock, vielleicht mal von so einem Security getackelt zu werden. Sondern das ist, weil die Leute kein Abendessen haben können. Ja, aber es ist ja nicht so, dass es in Deutschland keine Anlaufstellen gäbe für Menschen, die Abendessen brauchen. Natürlich, die Tafel zum Beispiel ist massiv überfordert und kann nicht mehr alle Menschen bedienen. Die Lebensmittelpreise steigen und sehr viele Menschen wissen nicht oder brauchen die Entlastung und vielleicht haben sie auch noch einen Euro. Vielleicht könnten sie die Dose bunten kaufen, aber sie haben halt den Euro nicht dann an einer anderen Stelle, wenn ihr Kind ein neues Schulheft braucht. Also es ist ja kein Geheimnis, dass in Deutschland für viele Menschen das Geld am Ende des Monats nicht reicht. Ja, aber das heißt dann, dass sie im Prinzip sagen, dann brauchen wir auch das Strafrecht nicht, weil dann könnte ja jeder selber sich das besorgen, wenn er nichts hat, oder? Ich würde mir wünschen, dass unsere Sozialsysteme so ausgestattet sind, dass Menschen sich nicht fragen müssen, ob sie eine Dose Bohnen klauen oder kaufen können. Ich weiß nicht, ob es immer um eine Dose Bohnen geht. Ich glaube, es geht sehr oft um mehr. Und die Frage ist ja auch, wo zieht man die Grenze bei Rechtsverletzungen? Wir haben ein System, wo wir sagen, du hast das Recht darauf, dass ein Grundgesetz verbirgt, dass dein Eigentum geschützt wird. Dass du dafür geschützt wirst, ausgeraubt zu werden. Es steht auch im Grundgesetz, dass es verpflichtet. Da halten sich die Leute auch nicht so richtig dran, die Eigentum haben. Aber ich meine, ich finde es interessant, Sie sagen also im Prinzip... Sie fänden diese Art von Straftaten gerechtfertigt, weil die Leute, also sie rechtfertigen die ja gerade, weil sie sagen, ist halt so und dann muss der Sozialstaat noch größer werden und die noch besser schützen. Naja, also ist es zu viel verlangt zu sagen, ich hätte gerne als Bürgerin einen Staat, in dem ich sicher sein kann, dass ich mir und meinem Kind ein Abendessen kaufen kann. Ja, aber ist es zu viel verlangt, erstmal von diesen Menschen zum Amt zu gehen, anstatt in den Supermarkt zu gehen und was zu klauen? Aber die Leute sind doch zum Amt. Also man kann sich mit Hartz IV beispielsweise nicht... Es gibt weder ja ihren realen Bodenfall sozusagen, kennen Sie ja den Menschen jetzt auch nicht unbedingt, genauso wie ich diese Leute. Sagen wir mal, bei den Leuten, die ich beobachtet habe, würde ich mal stark annehmen, dass die nicht aufs Amt gehen. Die haben in ihren Autos in meiner Nachbarstraße gewohnt. Ich glaube nicht, dass die, das ist auch, ich will das nicht verurteilen. Weil es ihnen Spaß macht zu klauen. Warum gehen denn Menschen klauen? Nicht, weil es ihnen Spaß macht zu klauen, sondern weil sie nicht im System leben. Die leben außerhalb des Systems und das ist nicht gut und ich verurteile das nicht. Nur trotzdem sage ich, im Zweifel muss ein Staat in der Lage sein, Leute davor zu schützen, vor den Leuten, die nicht im System leben. Das muss genauso möglich sein, wie, dass man idealerweise, wenn man sieht, ich habe da auch x-mal bei irgendwelchen Behörden angerufen, Schauen Sie mal, da wohnen 20 Leute in Ihren Autos. Kommen Sie doch mal vorbei und gucken Sie die sich an. Und dann kommen die mit Zuständigkeit und mit weiß nicht was. Ja, aber trotzdem würde ich sagen, es muss das eine geben und es muss auch verhindert werden, dass die anderen, dass sozusagen die Menschen, die sich einem System verweigern, dann loslaufen und sich ausräubern, oder? Also das kann ja auch nicht die Lösung sein. Und das finde ich auch wieder eine erstaunlich harte, kühle Haltung gegenüber den Leuten, die dann von der Kriminalität betroffen sind, denen die Handtasche geklaut wird von diesen Menschen. Also das ist ja auch eine Form von Gewaltausübung. Aber weil ich jetzt im Podcast sage, ich würde mir wünschen, dass ich in einer Welt lebe, in der die Polizei quasi überflüssig wird oder ich würde mir quasi wünschen, dass es Reformen gibt. Also ich glaube, jetzt werde ich ja schon auch sehr stark gerade in so eine Richtung von ja und dann darf ich meine Handtasche plötzlich geklaut werden. So nee, natürlich darf deine Handtasche nicht geklaut werden. Darum geht es ja gar nicht. Aber die Frage ist doch, was ist sinnvoll? Sind quasi Repressionen immer mehr, also Menschen immer mehr zu kürzen, Menschen einzusperren? Ist das wirklich der sinnvollste Weg, den wir gehen können? Und ich bin ja nun mal Sozialarbeiterin und ich muss sagen, nein, es ist in meiner Perspektive nicht der sinnvollste Weg. Deshalb darf die Handtasche trotzdem nicht geklaut werden. Aber deshalb wird man ja wohl laut drüber nachdenken dürfen, was für andere Möglichkeiten es gäbe. Warum leben Menschen in ihren Autos, weil es in den Autos so toll ist? Nein. Warum leben Menschen zu 20 in der Wohnung, weil es zu 20 in der Wohnung so toll ist? Nein. Warum fallen denn Menschen durch ein System? Warum haben wir denn ein System, wo Menschen durchfallen können? Also wir leben ja, ich wiederhole mich, in einem Land, wo es möglich wäre, Systeme einzurechten. Die anders funktionieren und wir haben aber nicht genug Nächstenliebe und nicht genug Anreiz dafür, das zu tun und da stelle ich das in Frage und das finde ich nicht so hammerhart. Ich lege Ihnen nichts in den Mund, ich reagiere ja nur auf das, was Sie sagen in der jeweiligen Situation und wenn Sie das klarstellen, dann umso besser, aber ich möchte noch mal mit einem Zitat in dem Kontext von Ihnen konfrontieren. Sie wurden von der Taz interviewt. Da gab es ein Streitgespräch, was eigentlich dann gar nicht so streitig war, von Ihnen und einem, ich glaube sogar grünen Mitglied, der aber Polizist ist und sich dafür engagiert ist, die Polizei die Reform, vornimmt, die sie auch fordern. Und da sagen sie, also der Pulli, dieser ACAP-Pulli, war nicht das Problem, weil ich zur Systemkritik an der Polizei stehe. Das hatten wir jetzt gerade schon gehabt. Aber die Debatte, die daraus geworden ist, hat niemandem geholfen. Das habe ich nicht gewollt und ich checke, dass es am Ende komplett falsch gelaufen ist. Gilt das nicht, wenn ich das jetzt mal so hart fragen darf, eigentlich für jede Debatte, die Sie mit Ihren Posts angestoßen haben, dass Sie ein legitimes Thema angehen. Ihnen geht es um Gewalt gegen Frauen, Ihnen geht es um Gewalt durch die Polizei, Ihnen geht es um Abschiebungen von Geflüchteten, wo Sie eine legitime Position beziehen und sagen, das will ich nicht, wenn die in Krisengebiete zurückschauen. Aber es. Kam damals meistens in einem Krawallton daher oder auf eine Weise provokant, und zugespitzt, dass dann das Anliegen, um das es ihnen eigentlich ging, ja nie ernsthaft diskutiert wurde. Ja, ich würde auch sagen, da kann man ja schon auch sagen, wer hat denn die Diskursmacht? Also zum Beispiel mit dem ACB-Poly ist das ganz lustig, weil ich habe auch mit einem Tagesspiegel-Journalisten tatsächlich auf dem Sommerfest geredet. Und damals haben alle Journalisten meine Storys geguckt, weil ich ja schon öfter sowas rausgehauen habe. Und er war so, ich habe es auch gesehen und ich dachte mir so, na gut, das finde ich jetzt nicht so wild, habe ich jetzt nicht drüber geschrieben. Und in der Taz ist tatsächlich auch aufgearbeitet worden, dass zuerst Apollo News, also ein sehr AfD-naches Medium, das skandalisiert hat. Dann News von Julian Reichelt, dann die Bild und es dann quasi in absteigend konservative Mainstream-Medien vorgedrungen ist und es dann plötzlich ein Riesending war. Also es war wieder, und das ist bei mir sehr oft, jedes Mal vorgekommen irgendwann, dass es quasi eine orchestrierte Aktion von rechts war, auch um das zu delegitimieren. Und ich würde sagen, was bei all den Skandalen ein Ding aber auch war, ist die Frage wieder vom Adressaten. Also Menschen, ich bin zweimal von tatsächlich nicht weißen Menschen auf der Straße angesprochen worden mit, oh krass, danke, sodass es mal jemand gesagt hat. Und ich bin auch nach den feministischen Sachen in der Partei von Frauen angesprochen worden. Die waren so, danke, dass du es mal gesagt hast, weil es Situationen im letzten Jahr gab, worüber wir jetzt auch noch nicht gesprochen haben, aber wo Frauen in der Partei nicht mehr wussten, ob das und wie das eine feministische Partei ist. Sie meinen wahrscheinlich ein Gelbhaar an die Affäre. Genau. Und ich hatte oder meine Aufgabe ist es nicht, für die Mehrheit der Menschen zu kommunizieren. Meine Aufgabe als grüne Jugendsprecherin war es, quasi Menschen Hoffnung zu geben, bestimmte Themen in den Fokus zu rücken und dass dann ein Mainstream und dass dann quasi eine Mehrheit der Gesellschaft das nicht so sieht. Und das ist völlig okay und vollkommen klar. Aber es gibt eben die jungen Menschen, für die ich quasi kommuniziert habe und, die dann in vielen Fällen auch irgendwie Frauen, wenn ich mich zu feministischen Themen geäußert habe, die waren so, krass, der Te, danke, wegen dir denke ich noch, dass ich hier irgendwie eine Perspektive habe in der Partei. Und ich behaupte nicht, dass es die Mehrheit war, aber ich glaube nicht, dass es meine Aufgabe war, für eine Mehrheit zu kommunizieren. Und doch, der Punkt, auf den ich hier raus will, ist, sie sagen, sie machen einen Spruch. Über ein legitimes Thema. Und selbst wenn das dann Menschen wahrnehmen, cool, sie spricht für mich, ist doch in der großen globalen Debatte, und ich glaube nicht, dass das nur mit uns Medien zu tun hat, sie haben ja die Regeln der Aufmerksamkeitsökonomie durchschaut. Also sie wissen ja, ich mache einen Post und sie wissen genau, wie sie den machen müssen, dass er wahrgenommen wird. Aber die Methode, mit der sie das machen, Söder ist ein Hundesohn. Sozusagen sie lustig machen über den Abgang von Christian Lindner aus der Politik soll doch sagen, danke, dass er für seine Frau was macht. Also es ist so eine Mischung aus harmlosen Posts, die aber krass zugespitzt sind und problematisch, wie ich finde, schon problematischen Posts, wie mit dem Hände weg ballern durch Böller und Söder Hundesohn und so. Und das führt dann dazu, dass einen riesen Aufschrei, aber das Anliegen, um das es ihnen geht, das Koch wird da ja nicht mehr diskutiert. Also Sie kennen Sie irgendeine meiner SprecherInnen davor. Kennen Sie irgendeine der Personen, die jemals für die grüne Jugend gesprochen haben? Also ich kenne Sie jetzt, weil ich ein politischer Nerd bin, aber Sie haben recht. Sie sind wahrscheinlich die bekannteste grünen Jugendvorsitzende in langer Zeit. Aber trotzdem, was denn Ihre Bilanz? Also vielleicht haben Ihre VorgängerInnen viel mehr erreicht, ohne dass man 90.000 Follower auf Instagram hat oder so. Ich habe leider nur 35.000 mehr mehr mit. Aber die Frage ist doch, Woran messen wir denn quasi, was ich erreicht habe? Wirksamkeit. Wirksamkeit, dass echte Veränderung eintritt. Und bei Ihnen, die echte Veränderung, die eingetreten ist, dass es Ihnen gelungen ist, in bestimmten Milieus das Bild zu zementieren, das negative Klischee einer grünen Person, oder? Nein, ich würde dem widersprechen, weil die anderen Menschen haben auch keine andere Wirksamkeit erreicht. Als grüne Jugend sprechen ist ja nicht so, dass du Abstimmung im Parlament veränderst oder dass du irgendwelche Beschlusslagen veränderst oder so. Vielleicht mal auf einem Parteitag, aber quasi da kommt nichts raus. Also wir haben keine materiellen Ergebnisse mit dem, was wir tun in der tatsächlichen Politik. Alles, was wir haben, ist Aufmerksamkeit. Das ist unser Job. Aufmerksamkeit eben auf Dinge zu lenken und zum Beispiel haben die Grünen, kurz nach dem ACAV-Poli, ich glaube, das war dann im September, haben dann zum Beispiel im Diversitätsrat und dann auch auf dem Bundesparteitag der Grünen ein Papier verabschiedet, was sich mit, der Polizei und auch ihren Problemen befasst. Also da hat es dann eine Debatte in den Grünen gegeben und deshalb würde ich sagen und, Junge Menschen, die quasi politisiert wurden dadurch, dass sie gesehen haben, dass es junge Menschen gibt, die in einer Partei sind, die sich jetzt für eine Partei engagieren, das ist ja das, was für mich quasi die Währung ist. Junge Frauen, die auf einem Event zu mir kommen und sagen, wegen dir bin ich jetzt engagiert, wegen dir bin ich jetzt in der grünen Jugend. Das ist meine Währung. Die Währung ist nicht, ob sich realpolitisch was verändert hat, weil das hat niemand meiner VorgängerInnen geschafft. Aber das, ja, und das, Sie haben einmal den Satz gesagt, glaube ich, wer meine Reels schaut, ich möchte Raum einnehmen, wer meine Reels schaut, schaut in der Zeit keine AfD-Reels. Aber wer ihre Reels schaut, sagt danach, okay, jetzt wäre ich jetzt recht AfD. Also ich glaube schon, dass es da einen Bereich gibt von Leuten. Ich merke das ja an mir selber. Aber das liegt ja nicht an mir. Also welche Macht habe ich denn hier? Leute, die einmal mich sehen und sagen, jetzt sind es die rechtsextremen. Ich sage das aus eigener Erfahrung. Also ich merke, bei mir wird ja oft so sarkastisch gesagt, sie ist die beste Wahlhelferin der AfD. Weil wenn ich irgendwo auftrete, werden regelmäßig von mir Schnipsel auch hier aus diesem Podcast verbreitet und dann schreiben mir Leute, sie sind mit ein Grund, warum ich AfD wähle, weil und so weiter. Und ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich reflektiere dann schon, ist das, was ich mache, schadet das oder hilft das? Und was kann ich tun, dass es nicht schadet? Und bei Ihnen habe ich so ein bisschen den Eindruck, aber korrigieren Sie mich, wenn das falsch ist, dass Sie sagen, mir egal, ich mache meine, wie Daniel Kübelböck, ich lebe meine Töne und ich mache mein Ding und, wenn ich damit Leute noch weiter entfremde von der Institution Grünen und vielleicht von den Idealen, die die Grünen ja vertreten wollen, dann ist es halt so. Naja, das große Ganze ist ja, dass wir vor einer Wahl stehen, 2029 oder vielleicht auch schon diesen Herbst, wo Menschen, die rechtsextrem sind, regieren können, wo es sein kann, dass in Deutschland wieder der Faschismus dann nach und nach irgendwie Einzug erhält. Und vielleicht steht in den Geschichtswüchern, das habe ich auch schon öfter gesagt, dass ich dem verholfen habe. Aber ehrlich gesagt, wer tut denn gerade was dagegen? Was ist denn gerade das Rezept dagegen? Gäbe es ein Rezept, wo wir sagen, ja, wenn Jette jetzt die Fresse hält, dann ist 2029 alles safe und Demokratie wird überleben und so. Ich werde so gerne meinen Mund halten. Aber das ist ja gerade faktisch nicht der Fall. Faktisch wissen wir gerade nicht, wie wir dagegen angehen sollen. Und was wir aber wissen, was passieren muss, um beispielsweise eine AfD klein zu halten, ist, Mieten zu senken. Ist es, eine Sozialstaat auszubauen? Das ist soziologisch bestätigt. Infrastruktur auszubauen hilft, um rechtsextreme Parteien klein zu halten. Und natürlich kann das sein, dass am Ende in den Geschichtspüchern steht, es lag am LCLB-Poli, dass die AfD regiert hat und dass wir hier in Dritten Weltkrieg haben. Ganz sicher wird das da so nicht stehen. Ich möchte mal ein Beispiel machen und dann sind wir, glaube ich, auch bald durch. Wir haben das. Nehmen Sie zum Beispiel, also jede Jugendorganisation einer Partei hat die Aufgabe, Stachel im Fleisch zu sein und klar sollen die sozusagen, wenn die einfach nur, Hurra CDU, Hurra Grüne jubeln würden, dann hätten sie irgendwie ihre Aufgabe verpasst. Aber schauen Sie sich zum Beispiel den Vorsitzenden der Jungen Union an. Der hat dem Merz ein Riesenfeuer unterm Hintern gelegt beim Thema Rente. Ja, haben sie mega gemacht. Er sitzt jetzt in der Rentenkommission. Es sitzen jetzt junge Vertreter, ich weiß gar nicht, ob er selber da auch drin ist, aber jedenfalls hat wirklich Impact gehabt. Hat aber eben nicht sozusagen Merz, du Wichser oder so. Also quasi jetzt nicht, mit der Faust ins Gesicht, Sondern mit dem anderen Weg. Und von Ihnen dagegen habe ich gelesen, die Aussage, Sie sagen, Sie finden es total blöd im Bundestag, weil Sie sehen da die Abgeordneten, die Ihre Hand heben für Dinge, an die Sie nicht glauben. Politik ist Kompromissfindung, oder nicht? Also dann sind sie ja eigentlich für die Politik nicht gemacht. Das glaube ich auch. Also wenn wir Politik nur als Berufspolitiker in einem Parlament sehen, dafür bin ich nicht gemacht. Das ist korrekt. Aber die grüne Jugend funktioniert im Kern komplett anders als die Junge Union. Also das sind einfach unterschiedliche Arten von Organisationen, weil die grüne Jugend geht nur bis 27. Das ist nächstes Jahr bin ich auch raus und hat vor allem sehr junge Mitglieder auch. Die Junge Union ist ja eher eine Mischung aus Menschen, die im Parlament sitzen, auch sehr viel älter sind oft und die auch einen ganz anderen Führungs- und Machtanspruch haben. Bei uns übernimmt das eine ganz andere Art von Organisation. Es gibt die jungen Grünen im Parlament, von denen sie ehrlich gesagt wahrscheinlich nichts hören. Und die haben die Aufgabe, die Johannes Winkel hat. Also es sind unterschiedliche Organisationen, über die wir quasi sprechen. Aber Habeck hat ja zu der Zeit, die Grünen haben ja zu der Zeit mitregiert, als sie Vorsitzende waren, oder? Ja, noch zwei Wochen. Okay, dann würde ich das zurücknehmen. Aber nehmen wir mal an, es wären zwei Jahre gewesen oder länger gewesen. Ich denke schon, dass natürlich das, was man Robert Habeck angehängt hat, so dieses, der Mann, der in deinen Heizungskeller kommt und dein Leben zerstören will und dein Konto leerräumen will mit irgendwie absurden Kosten für eine Wärmepumpe. Da zahlt natürlich die Fundamentalopposition von Grünen und eine Hassfigur wie sie natürlich massiv drauf ein. Nochmal nie monokausal, nie. Ja und damals war ich ja noch gar nicht, also das ist ja gar nicht zeitlich zusammenhängend. Und damals wissen sie nicht, wer die grüne Jugendchefin waren und trotzdem ist das passiert. Aber dann kam ja auch Wahlkampf, dann kam auch sozusagen, und natürlich wurde im Wahlkampf das alles nochmal hochgeholt, dann wurden die alle nochmal entsprechend, wurden sie entsprechend geframed. Also es ist ja schon so, dass sie es da, Sie haben es ja vorhin selber gesagt, dass sie politische Zeit gleich aktiv waren wie Habeck. Genau, im Wahlkampf. Ich glaube, Menschen können sagen, ich muss meine Aufgabe als grüne Jugendsprecherin anders verstehen. Dann sollen sie in eine Jugendorganisation gehen und die Leute mitwählen. In der grünen Jugend kann jeder, der eintritt, auch die Bundessprecherin mitwählen. Sollen sie tun. Aber was ich glaube und was mir wichtig ist, ist, dass nichts gesellschaftlich jemals erreicht wurde, weil Leute so mittelmäßige Positionen eingenommen haben. Nichts wurde jemals erreicht, weil Leute geschwiegen haben, Dinge ausgesessen haben. Dinge wurden erreicht, Frauenwahlrecht wurde nicht erreicht, weil Frauen nicht gefragt haben, ob sie wählen können und das differenziert gemacht haben, sondern weil sie halt gestreikt haben. Arbeitskämpfe wurden nicht gewonnen und Arbeitsbedingungen wurden nicht verbessert für Menschen. Es gibt nicht einen freien Samstag, weil Leute geschwiegen haben und gefragt haben, ob nicht der Samstag frei werden kann. Ja, aber wenn es damals Frauen gegeben hätte, die auf Instagram geschrieben hätten, hätte on Männer, Bastards und jetzt gibt uns endlich das fucking Wahlrecht, dann hätten wir vielleicht bis heute keins, oder? In der Schweiz haben sie ja, also in der Schweiz, also das Frauenwahlrecht, das war ein bisschen nach Deutschland, aber haben sie ja einfach beschlossen, nicht mehr zu kochen und keine Hausarbeit mehr zu machen. Und das würde ich sagen, ist fast ähnlich schlimm. Ja, aber sie haben, glaube ich, nicht gesagt, alle Männer sind scheiße, oder? Also das ist ja schon nochmal ein Unterschied. Klar, absolut. Ich bin sofort dabei bei der Revolution gegen das Patriarchat. Welche könnte ich mir vorstellen eine Rolle zu spielen? Und trotzdem ist sozusagen, ich glaube, diese Herangehensweise eigentlich eine... Und Feindschaft ist jetzt zu viel gesagt, aber eine Ablehnung oder eine feindselige Haltung sozusagen erstmal einzunehmen im Zweifel und die dann, wenn der andere okay ist, zu überwinden. Das scheint mir so ein Approach zu sein, der in der Politik nicht wirklich weiterführt, oder? Naja, aber ich habe es ja eben schon gesagt, wenn wir das nicht alle jeden Tag gegenüber Männern tun würden, wären wir halt tot. Und das ist halt das Problem. Aber wir sind ja nicht tot, wenn wir jetzt... Wenn wir das Tinder-Date doch zum ersten... Wie oft können wir es machen? Was anderes. Also okay, du sollst jetzt nicht leichtsinnig sein und bei einem... Aber warum? Ich hätte ja nie Angst oder quasi in den seltenen Fällen Angst, wenn ich eine Frau habe oder ein Mädel. Aber du lädst doch keinen Unbekannten in dein Bett ein. Also ich meine, das hat nichts mit einem Mann zu tun. Das hat einfach damit zu tun, dass du nicht weißt, wer ist diese Person? Oder ist das nicht auch ein gesunder Menschenverstand? Das hat jetzt nichts mit der männlichen Seele an sich zu tun, würde ich mal sagen, sondern nimm einfach nicht im besoffenen Zustand jemanden, den du gar nicht kennst, mit nach Hause. Ich weiß, das hat auch, glaube ich, nichts damit zu tun, dass es Männer gibt, die Sexualstraftäter sind. Ist das nicht irgendwie so ein bisschen... Also was ich nicht möchte, ist, dass ich über die Straße gehe und jeder kann mich jederzeit überfallen und verprügeln und sonst was als Mann. Aber ich glaube ehrlich gesagt, wir sind über diese Welt hinaus. Also, oder correct me if I'm wrong. Und wenn, und interessanterweise ist das ja genau der Frame, den die AfD aufmacht. So gut wie Frauen können ja heute gar nicht mehr in Sicherheit, unsere Frauen können gar nicht mehr in Sicherheit nach Hause gehen. Also im Prinzip zahlst du ein bisschen auf dasselbe Narrativ ein wie die. Die Frau, die von der S-Bahn nach Hause geht, die muss immer das Pfefferspray-Griff bereit haben, weil könnte ja ein Mann da sein. Bei der AfD ist es ein Ausländer, bei dir ist es ein Michael vielleicht, aber es ist ein Mann in jedem Fall. Ja, aber das ist ja nicht das Problem. Also ich habe ja keine Angst, wenn ich, und da ist ja der Unterschied, die AfD sagt, ich habe Angst, oder sie haben Angst vor Ausländern, wenn ich eine Frau mit Kopftuch abends begegne, dann nicke ich nett und wünsche ihr einen guten Weg. Und wenn ich aber egal, welche Art von Mann quasi begegne, auf Nachhauseweg, dann wechsle ich die Straßenseite. Und das ist ja jetzt Common Sense, das ist ja jetzt nichts, was ich mir irgendwie ausdenke. Und deshalb ist eben, das ist ja das, was die AfD macht. Sie versucht quasi Menschen gegeneinander auszuspielen. Sie versucht weiße Menschen gegen nicht weiße Menschen auszuspielen. Und die Machthierarchie, die läuft aber halt woanders. Und darum geht es doch. Deshalb muss ich ja nicht alles, was quasi die AfD macht, also finde ich natürlich im Kern schlecht und erwidere ich, aber ich habe ja ein besseres Argument. Gibt es denn was, wo du sagen würdest, das würde ich jetzt anders machen, nicht posten? Gibt es irgendeinen Punkt, wo du sagen würdest, okay, da war ich falsch? Oder da war ich unvorsichtig? Ja, es gibt Sachen, über die wir quasi nicht gesprochen haben, die nicht ganz so groß sind, wo quasi Fehler passiert sind. Und ich glaube, ich würde die Sachen nicht mehr so löschen, weil ich mich nicht mehr so unter Druck setzen wollte. Das war was zum Beispiel? Ich weiß jetzt gar nicht, was du meinst. Ich habe mal ein Video gemacht zu Gaza, wo ich quasi eine falsche Wortwahl getroffen habe, was dann aber auch gelöscht wurde und ich mich tatsächlich entschuldigt habe. Genau, das würde ich jetzt so nicht wieder posten. Aber das war auch nicht so ein großes Ding, sonst hätte es auf der Liste gestanden. Und ich glaube, ich habe viel mehr privat oder ich denke mir halt privat, ist es ein Problem, dass Leute denken, ich bin die, die immer alles löscht. Und das finde ich halt scheiße, weil das wollte ich nie. Das Image haben Sie ja öffentlich jetzt nicht unbedingt. Die, die alles löscht. Doch, doch. Die, die alles postet. Ich habe schon das Gefühl, ich bin die, die alles löscht. Weil halt mit dem ACAB-Pulli habe ich einen Podcast oder beim Stern dann an dem Abend noch einen Interview-Podcast gegeben. Und da wollte ich mich gar nicht entschuldigen. Aber dann meinte ich so, ja, ich habe den halt als Privatperson getragen, so chill mal in die mäßig. Und dann wurde das ausgelegt, wie sie entschuldigt sich. Und da habe ich mich gar nicht entschuldigt. Und genau, ich würde gerne mehr noch zu den Dingen gestanden haben. Es war in dem Umfeld mit dem Druck, mit den Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, in vielen Fällen einfach nicht möglich. Aber das im Nachhinein finde ich das schade, weil man halt so nicht ganz weiß, wo man ran an mir ist, habe ich das Gefühl. Und wie geht es weiter? Was haben Sie jetzt noch vor? Wo sehen wir Sie? Machen Sie uns mal ein bisschen Angst. Was posten Sie als nächstes? Ich habe früher viel in der MieterInnenbewegung gemacht und bevor ich über die Jugend sprechen würde, ich würde gerne zurückgehen, mehr auch wieder in die MieterInnenbewegung. Genau, weil ich glaube, dass Mieten eine der wichtigen Fragen unserer Zeit sind. Und da braucht es auch ein bisschen Polarisierung, weil ehrlich gesagt ganz schön viele Vermieter in Deutschland ganz schöne Arschlöcher sind. Aber genau da bin ich ja dann nicht allein und mit anderen Menschen und ich bin natürlich weiter in der grünen Jugend. Also alle Vermieter aufhängen oder? Das haben Sie jetzt gesagt. Nein, das würde ich so nicht sagen. Aufhängen muss man sie nicht, aber vielleicht könnte man ja ein paar von denen enteignen. Oder die Mieten deckeln, das wären ja alles gute Ideen. Aber da geht es weiter. Ich werde bestimmt weiter im Bereich Asyl und Seenotrettung aktiv sein und irgendwie muss ich ja auch eine Miete verdienen. Also arbeiten werde ich wohl auch weiter. Okay, dann vielen Dank für die Zeit und das Gespräch.