Und ich bin so erzogen worden, dass man nix oder an den Teppich zu kehren hat. Wenn man Fehler macht, steht man dazu. Ex-Kinett, drei Jahre in der Nazi-Szene. Springerstiefel und Deutschrock, solche Geschichten. Ich bin der Meinung, dass wir klar anecken. Ich bin der Meinung, dass das Rockmusik auch soll und auch muss. Leute, die ganz weit rechts sind, hassen uns. Da war mein Geist noch einfach nicht gesundet. Und da ist dieser Song entstanden und dann haben wir gesagt, nee, den mögen wir nicht mehr. Ich bin ein Christ, ich bin kein fanatischer Christ. Ich habe auch meine Glaubenszweifel und so weiter. Aber ich glaube, dass die christliche Wertehaltung eine gute ist. Stefan, unser Manager. Ist das der, der der Neonazi-Band zu ihrem Vertrag verholfen hat? Erstmal musst du einen Menschen mit der Musik erreichen und dann werden die Lieder mit diesen Menschen was machen. Man wird Menschen niemals zurück in die Mitte der Gesellschaft bringen, indem man sie die ganze Zeit sagt, ich drücke dich an die Wand. Geh auf die Bühne und schrei Fuck AfD. Was soll denn das bringen? Das ist doch dumm. Für mich ist Heimat positiv besitzt. Und zwar mit dem Gefühl, hier kannst du dich fallen lassen, hier bist du sicher, hier weißt du, wo deine Familie ist. Ihr könnt uns alle mal am Arsch lecken. Freiwild ist vielleicht nicht 100% bei uns auf Linie, aber doch 80%. Und 30% davon geben sie zu. Wir haben aus dieser Band die Möglichkeit zu profitieren. NPD-Funktionär Patrick Schröder. Freiwild besingen eine Blut- und Bodenideologie und knüpfen genau dort an, wo man 1945 geglaubt hatte, einen Bruch vollzogen zu haben. Boga will in der Öffentlichkeit präsent sein. Immer wenn eine neue Platte ansteht, versucht er, medial einen kleinen Skandal vom Zaun zu brechen, um Sichtbarkeit zu erzeugen. Ich glaube, es gibt keine einzige Band, die von Rechten so gehasst wird wie Freiwild. Philipp Burger, herzlich willkommen bei Amman Unframed. Philipp, wir haben gesagt, wir duzen uns. Alles andere fände ich auch seltsam. Du bist ja nicht nur jünger als ich, sondern hast noch mehr Tätowierungen als ich. Ein paar. Ein paar. Wir haben es gerade gehört, du bist Musiker, Sänger, Kopf der Band Freiwild. In Deutschland rasend erfolgreich, aber nicht deutsch, was man vielleicht auch vorweg sagen müsste, du bist Südtiroler. Sprichst aber perfekt deutsch wegen deiner österreichischen Wurzeln sozusagen. Oder wie nennt man das? Ja, wegen meiner Mutter eigentlich, die sehr früh Wert darauf gelegt hat, als Deutschlehrerin, Geschichtelehrerin, mich in Sachen Grammatik zu verbessern. Und dann habe ich es mir beigebracht über die Musik, denke ich. Ich habe ja von Kindheit an sehr viel Musik gehört und insbesondere die Hosen und wie sie alle heißen, Onkels und Ärzte und Dimpelmeins, die haben mich fasziniert. Und dann habe ich das probiert so nachzusingen und irgendwann klang es dann immer mehr nach Hochdeutsch. Schauen wir es mal so. Aber so schön wie Markus Franz klinge ich nicht. Wollte gerade sagen, das ist unser anderer prominenter Südtiroler Italiener. Du bist, auch das haben wir gerade schon gehört, du wirst schon in ganz schön viele Schubladen gesteckt. Also ich erzähle doch in meinem Umfeld, dass du in die Sendung kommst. Der Name sagte den Leuten nichts, aber bei Freiwild sagten alle, ach das ist doch diese rechte Band. Das heißt, du bist seit 25 Jahren im Geschäft und seit 25 Jahren eigentlich seid ihr sozusagen die rechte Band. Nein, nicht ganz. Ein bisschen später ging es los. Mit dem Erfolg. Am Anfang hat es ja keinen interessiert. Man spielt im Jugendraum, man spielt im Proberaum vor eigenen Kollegen und irgendwann mal gibt es die ersten Konzerte oder gab es die ersten Konzerte im Ausland. Und dann habe ich überlegt, ist es richtig oder falsch, dass ich über meine Jugend einfach offen und ehrlich berichte. Und ich bin so erzogen worden, dass man nichts unter den Teppich zu kehren hat. Wenn man Fehler macht, steht man dazu. Und wenn man irgendwas verschweigt, kommt es irgendwann ans Licht und in unserem Fall war es halt natürlich schon so, dass Freunde in der Crew waren und ich, reiße keinen anderen mit irgendwo rein, der soll wissen, mit wem er es zu tun hat, sag ich mal. Und deswegen hat das dann schon relativ schnell dafür gesorgt, dass irgendwelches, es waren ganz, ganz kleine Medien und Fans, natürlich. Diese Headlines relativ schnell gezogen haben. Hat uns... Diese Headlines, was waren die Headlines? Ex-Kinett, drei Jahre in der Naziszene, Springerstiefel und Deutschrock, solche Geschichten. Also im Grunde das, was man wahrscheinlich als Journalist relativ schnell lernt, was schafft Neugier. Und das stimmte aber damals auch, oder? Also diese Bilder sind ja nicht irgendwie gefakt, sondern diese drei Jahre gab es? Oder waren es drei Jahre? Die gab es. Weniger, ein bisschen unter drei Jahren waren es. Unter drei Jahre waren es. Und ich will auch nichts beschönigen. Ich bin rumgerannt, wie man sich ein Nazi-Skin vorstellt. Also sprich Springerstiefel, weiße Schnürsenkel, hochgekrempelte Hosen, Bomberjacke, ein paar Aufnäher, Hosenträger. Und letzten Endes natürlich, das war eigentlich so meine große Geschichte, war die Bands, die mir es einfach angetan haben. Von bis. Alles und je radikaler, desto besser. Lass uns noch mal einen Schritt zurücktreten. Wir sind ja in der Jetzt-Zeit, und dieses Label, rechte Band, ist das was, womit du leben kannst? Muss. Aber eigentlich nicht. Eigentlich willst du es loswerden? Ich muss eine Gegenfrage stellen, weil ich diesbezüglich wirklich viel mit Leuten rede. Wir haben als Südtiroler einen ganz anderen Umgang, weil wir auf italienischem Staatsgebiet sind mit dem Thema Unpartito di Destra, also eine Partei von rechts. Das ist noch lange nichts Schlechtes in Italien, genauso wie Sinistra. oder in der Mitte. Genau, und diesbezüglich ist die Frage ja grundsätzlich, wenn man sagt, ist die Band... Eine Rockmusik schaffende Gruppe aus Leuten, wo man das Gefühl hat, diese Band hat oder vertritt da ist konservative Werte. Oder als Südtiroler ist für uns Brauchtumspflege total wichtig. Als Minderheit in Italien haben wir wahrscheinlich auch mehr Bezug zu unserer Muttersprache. Oder auch zum christlichen Glauben. Wir sind Italien in der Mitte, in Rom oder in Rom der Vatikan. Und damit sind wir aufgewachsen. Und wenn Leute denken, dass das Recht sei, dann würde ich sagen, sind wir hundertprozentig eine rechte Band. Aber nicht aus diesem Winkel heraus betrachtet, dass wir uns als etwas Besseres fühlen, dass wir uns über jemanden stellen, dass wir anderen Leuten diktieren wollen, wie sie zu denken oder zu handeln haben. Damit sind wir sie überhaupt nicht. Also ich glaube, im Grunde sind wir eine komplett. Hundertprozent mittige also von wenn man so politisch betrachtet wie man es bei uns zu hause sieht da sind wir 100 in der mitte und sonst gar nichts, Ja, es gibt ja Bands, die sagen, wir sind dezidiert links und wir wollen auch, politisch sein. Also es gibt ja auch Bands, die wirklich ganz sich zu Demos gehen, dort auftreten, sich irgendwie politische Botschaften verbreiten. Versteht ihr euch als politische Band und wollt ihr politisch wirken oder kommunizieren? Ich glaube, da hat sich was gedreht. Als wir angefangen haben zu spielen, war es eine ganz, ganz wichtige Aussage immer, ich bin unpolitisch. Damit hat man relativ schnell ruhe gehabt bei euch jetzt in deutschland würde ich sagen also man hat relativ, wir haben ganz ganz viele bands getroffen und die haben immer gesagt wir unpolitischer bankrock unpolitischer deutschrock unpolitische rockmusik, das hat sich dann irgendwann gedreht und zwar weil es mehr und mehr modern wurde zu sagen ich bin links das hat aber damit auch zu tun dass es so viele. Backpfeifen um die Löffel gegeben hat, wenn man beispielsweise schon eine Onkels-Coverband war, dann hat man auch relativ schnell schon Stempel weggekriegt und dann hat man gesagt, oh ja, bitte nicht. Aber es war ja vielleicht auch ein Verkaufsargument. Es gibt ja auch Leute, die sagen, hey cool, die sind wie die Onkels und das ist ja auch so ein bisschen dieses Bad-Boy-Image, das in bestimmten Kreisen ja auch gut ankam. Also ist das nicht auch ein Verkaufsargument gewesen für euch? Also wir haben uns damit eigentlich fast alle Türen zugeschossen, würde ich sagen. Es hat relativ schnell Bands gegeben in Deutschland, die gesagt haben nehmen dieser band ich habe da was gelesen ich habe da was gehört, ich kann mir das nicht leisten vor meine fans nicht innerhalb der band gibt es leute die ganz anders ticken und dann hat schon sehr schnell bands gegeben die gesagt haben mit den spielen wir nicht und, dann hat es auch relativ schnell auch bands gegeben die die andere band angerufen haben gesagt haben passt hier bei der band auf weil ansonsten nee du musst dann machen wir alle zusammen da sind die raus. Und ich sage jetzt verkaufsfördernd ja, dahingehend, dass Bands, die ich zitiere jetzt Shep Gordon, das ist so der bekannteste Manager, den es im Entertainment Business weltweit gibt, der Alice Cooper Managed, der hat immer gesagt, schaffe es, dass die Eltern dich hassen, dann werde ich die Kinder lieben. Und in unserem Fall hat es auch so natürlich angefangen, dass relativ schnell die bösen Headlines Jugendliche bei Jugendlichen Spannung erzeugt haben. Und ich bin das beste Beispiel gewesen als Jugendlicher. Da hat es in Deutschland so eine Art von der Bundesprüfstelle so ein Heft gegeben. Da waren vier Kategorien drin an Bands, die man rausgefiltert hat. Und da stand links, unpolitisch, Mitte und rechts. Und dann hat man das Zeug bestellt, je nach Belieben. Und du hast dann wahrscheinlich in der rechten Spalte erstellt. Ich habe mein ganzes Geld für Musik ausgegeben. Ich fand... Immer auch ganz linke Bankbands, total gut und habe irgendwie alles gehört. Aber natürlich bin ich ein neugieriger Mensch gewesen und wollte wissen, was ist jetzt da dran und so weiter und so fort. Und da war ich 15, 16, so circa die Zeit, wo es so losging. Und verbotene Früchte schmecken am besten. Und dann hat es ja noch diese Märchen gegeben, wenn dich da jemand aufhält oder anhält mit diesen CDs, dann spanne dich ein und so weiter. Und je mehr man von dem Zeug hatte, umso mehr war man da harte Macker. Schwachsinn eigentlich, hätte ich ja keiner eingesperrt deswegen. Und schon gar nicht in Italien. Aber die Märchen haben ausgereicht. Und aber nochmal zu euren Fans. Würdest du sagen, dass die Fangemeinde von heute, die ja auch Stadien füllen, ihr hattet gerade eine sehr erfolgreiche Tour, sind das dieselben Leute oder ähnliche Leute wie damals? Oder hat sich eure Zuhörerschaft irgendwie verändert? Ne, unsere Zuhörerschaft bei Freiwild hat sich nie verändert, weil wir bei Freiwild nie, also überhaupt nichts mit meiner Vergangenheit zu tun haben. Das heißt, als Freiwild gegründet wurde, war ich komplett raus und meine Bandkollegen haben gesagt, Philipp, wir haben Bock auf dich. Ich spiele mit, meinte Jonas und ich wollte nicht. Und dann wollte ich, weil er mich überzeugt hat, einfach nur proben und aus ein paar Proben ist eine Band entstanden mit zwei weiteren und wir haben es ganz, ganz offen geredet, die sagen, wir haben da Sachen gehört. Die sind nicht schön, aber wenn du ehrlich bist und das ernst meinst mit deinem Ausstieg, warum nicht? Es ist doch schön. Ich bin ja keine Musikwissenschaftlerin, aber als ich deine Biografie gelesen habe, die du... Hast du die komplett gelesen? Ich habe sie fast komplett gelesen. Gibt es doch nicht. So schnell. Ja, das lernt man im Jurastudium schnell lesen. Überfliegen? Ja, überfliegen ist vielleicht auch... Nee, für überfliegen, ich habe es schon richtig gelesen. Und ich würde mal sagen, es gab bei dir, beim Musiker oder Berufsmenschen, Philipp Burger, sehe ich so drei Phasen. Also du hast ja angefangen mit dieser Band Kaiserjäger. Da würde ich sagen, das war schon ein Hardcore-Rechtsradikal. Oder ich erzähle es dir erstmal und dann sagst du mir, ob das geframed ist und falsch ist. Mein Eindruck war eben, erst gab es die Band Kaiserjäger, da kamen schon ganz schön heftige Texte bei raus. Dann kam so eine Freiwild-Phase, Anfangsphase, wo ich schon sagen würde, können wir nachher im Detail noch mal drüber reden, da gibt es so den einen oder anderen Songtext, wo ich denke, okay, Schluck, das finde ich auch ganz schön hart, aber, ist definitiv keine, würde ich jetzt sagen, ist keine rechtsextreme Band oder so. Und dann kommt jetzt die Freiwild-2-Phase quasi, so bis heute, ist mein Gefühl, so vielleicht ab 2015 oder 2016, wo ich ehrlich gesagt nichts mehr finde, wo ich sagen würde, Das ist für mich irgendwie in irgendeiner Weise radikal oder da kann man jetzt drüber streiten, ob einem das gefällt oder nicht, aber es ist eine Geschmackssache und das ist nicht eine, da finde ich. Kann man nicht mehr diesen Kernvorwurf machen, der die Leute euch oft machen, hier wird rechtes Gedankengut normalisiert. Das ist ja eigentlich so der Frame, mit dem ihr am meisten konfrontiert seid. Und würdest du, kannst du damit irgendwie was anfangen mit dieser Einordnung? Ja, ich kann dir recht geben, bei Kaiserjäger, das waren Texte, die teilweise schon so sind, dass ich mir heute denke, was hast du dir da gedacht? Und da verstehe ich auch den Vorwurf, wobei natürlich einige Zeilen aus dem, Zusammenhang gerissen wurden und anders interpretiert wurden, als sie da gestanden haben. Nichtsdestotrotz, mea culpa. Wollen wir den Leuten eine Kostprobe geben? Gerne, gerne. Vielleicht auch sogar als Song einspielen, aber der Text ist, eine Gruppe Glatzen kämpft dagegen an, gegen Weicheier wie Raver und Hippies und Punks. Ich weiß nicht, warum es mich jetzt amüsiert, aber ich finde es eigentlich ganz lustig auch. Die wandern bald bei uns ein, dann werden wir hier die Ausländer sein. Ich hasse diese ganze Gesellschaft, dann kommt das N-Wort und Jugos werden sesshaft doch den größten Teil der Schuldtrakt nun mal ihr. Weshalb haben wir dieses Gesindel hier? Genau, gemeint sind die Politiker. Kostproben. Mit dem Gesindel aber nicht, sondern mit dem Gesindel sind die Ausländer gemeint, oder? Auf jeden Fall. Und ich sagte ja gerade, da ist ja auch nichts schön zu reden. Ist eine Geschichte, die würde ich natürlich gerne aus meinem Leben löschen, kriege ich aber nicht hin. Fakt ist, es gibt keinen Grund, das unter den Teppich zu kehren. Man steht dazu, was man falsch macht. Und war es Provokation oder war es Überzeugung? Vielleicht dachte der jüngere Philipp das. Vielleicht war es Überzeugung, vielleicht war es Provokation, vielleicht war es da Jugendliche... Oder die jugendliche Lust, auch mit seinen Freunden hier einfach mal zu denken, jetzt hau ich aber mal richtig auf den Tisch, das muss mal raus. Und das sind ja letzten Endes vielleicht auch, irgendwie hat man es mal aufgesaugt, auf den Stammtisch, auf Montage, irgendwo in einer Bar oder sonst was. Und dann hat man das natürlich ganz nach dem Stile in der Musik oder der Unterhaltungsindustrie nochmal vielleicht überspannt den ganzen Bogen, um noch mehr irgendwie auf den Sack zu gehen anderen. Und das ist mir gelungen, sagen wir es mal so. Kann man sagen. Und war eigener, ja. Und das war es eigentlich, was diese Band betrifft. Danach können wir noch reden. Dann gab es sie nicht mehr und ich hatte wirklich gar keine Lust, Musik zu machen. War total enttäuscht von der ganzen Szene. Es steht auch ganz komplett im Buch Freiheit mit Namen drinnen, in meiner Biografie, ohne ihr Werbung zu machen. Aber die Geschichtesfreiwelt widerspreche ich dahingehend. Da können wir auch Texte anschauen. Ich bin der Meinung, dass wir, klar, anecken. Ich bin der Meinung, dass das Rockmusik auch soll und auch muss. Und ich würde auch behaupten, dass kein Musiker, der 25 Jahre lang auf der Bühne steht, ich kenne ja auch Peter Maffay gut, ich habe gerade vorhin mit ihm telefoniert, selbst er sagt, ich werde nicht alle Texte nochmal so machen. Der hat ja auch seine Probleme gehabt mit Texten. Und ein Mensch ist im Grunde immer im Wandel und wird dann irgendwann wann man andere Einflüsse haben und Inputs und vielleicht ein anderes, grundsätzlich ein anderes Weltbild und dann schreibt man halt seine Lieder jeweils, wie eine Momentaufnahme. Aber dass ich. Also am Ende muss man sagen, wir haben keinen Text, der irgendwo auf dem Index ist und wir haben auch in keinem Text uns über irgendeinen Menschen dieser Welt gestellt und uns als was Besseres dargestellt, weil wir es nicht sind. Fertig. Das war auch, was mir aufgefallen ist, dass auch Musikwissenschaftler, die euch kritisch begleiten, also zum Beispiel Thorsten Hinrichs wurde da. Den kenne ich, den mag ich ja total sogar. Der sagt auch, ihr seid kein Typ, das, was man so landläufig als Rechtsrock bezeichnet, wo aufgerufen wird, wer weiß was für Gewalttaten, auch gegen Ausländer zu begehen. Und dann meinte er, das war genau das, was du gerade gesagt hast. Das war aber Rechtsextremistenrock, glaube ich. Also es gibt auch da in diesen ganzen. Musikgenres natürlich auch wiederum Unterteilungen. Aber das gibt es für uns nicht. Und trotzdem, das ist auch interessant, Ich habe mich auch mit Kollegen unterhalten, die in Ostdeutschland als Ostdeutsche über die rechte Szene berichten. Und die sagen, Freiwildaufkleber auf dem Auto ist ein schlechtes Zeichen. Also das ist oft so, dass das eine bestimmte... Das sind einfach Leute, da sozusagen Faustregel ist, wenn du sozusagen die Leute, die da aussteigen, die sind oft... Und das liegt jetzt nicht an euch, da können wir diskutieren, an was es liegt. Aber das ist oft ein Zeichen dafür, dass das ein bestimmtes Milieu ist. Das können auch ganz andere Leute sein. Dazu, sozusagen, es hören euch sicher auch noch gerade im Westen noch total andere Leute oder so. Aber im Osten scheint es ein Milieu zu geben, wo sozusagen eure Fans... Unterwegs sind, die schon ein bisschen härter auch drauf sind. Das stellst du infrage, dass das überhaupt so ist? Nein, das stelle ich nicht infrage. Ich behaupte, dass es nicht stimmt. Und zwar, weil ich es weiß, es gibt genug Umfragen. Wir haben mit Klaus Farin, der das Bundesverdienstkreuz gekriegt hat auch, der hat ja mit vielen Studenten in Berlin, aus Berlin raus, eine bundesweite Umfrage gemacht, wo die Leute herkommen. Und das widerspricht einfach ganz vielen Punkten. Also wir haben die größte Schnittmenge der Hörer, von uns hören die Toten Rosen. Und natürlich auch Onkels und so weiter, aber insbesondere auch Ärzte und Reulers und so weiter. Das wissen die Bands vielleicht oder sie wollen es vielleicht gar nicht so gerne hören. Fakt ist, musikalisch betrachtet ist es deutschsprachige Rockmusik von links bis egal wohin, aber immer im geistig gesunden Rahmen, ohne, wie ich das gerade sage, ohne ins Extremistische zu gehen. Das Zweite ist, Leute, die ganz weit rechts sind, hassen uns. Das hat einen ganz einfachen Grund, weil wir sie beleidigen. Und zwar nicht beleidigen dahingehend, dass wir sagen, du bist ein Arschloch oder sonst was, sondern weil wir uns mit unseren Texten Leuten aufzeigen, dass es dumm ist, das so zu denken. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Leute sagen, ich mache mir einen Aufkleber von Freiwild drauf, wo auf jedem Album Songs drauf sind, die für ein gesundes Miteinander werben, Werben, die. Leute kriegen das mit, dass wir in unseren Postings immer sagen, hört aufs Herz und auf den Hausverstand, lasst euch von niemandem vor den Karn sparen, seid wachsam und vergesst nicht, was wir in unseren Liedern auch rüberbringen, dass wir wirklich alle vom ersten bis zum letzten Menschen die gleiche Würde haben sollten und letzten Endes alle gleich viel taugen und gleich viel wert sind, die selben Fehler machen und egal was. Und da muss ich einfach widersprechen. Leute, die... Extremistisch denken oder sehr weit in die Richtung oder zu dieser Richtung tendieren oder sogar gewaltbereit sind, auch das wirst du bei Freiwild, einfach nicht finden, außer wie gesagt, man sucht danach und geht her und sagt, ja, aber ihr habt aber im Jahr 2001 einen Song gemacht, wo Rache muss sein ist. Der Song kam von der Band weg, den haben wir damals relativ schnell gesagt, da war mein Geist noch einfach nicht gesundet, Und da ist dieser Song entstanden und dann haben wir gesagt, nee, den mögen wir nicht mehr. Dann haben wir ihn aus dem Album rausgenommen. Weggecancelt. Gecancelt, kann man es ja wirklich sagen. Kann man so sagen. Weil wir nicht fühlten. Und deswegen, nee, glaube ich nicht. Ich glaube, es gab diese Zwischenphase. Wo ich den Eindruck habe, es gab schon Texte, die eine bestimmte Geisteshaltung bedienen. Zum Beispiel? Und das heißt nicht, also zum Beispiel, ich habe mir so ein paar Sachen rausgeschrieben. So dieses, heute gibt es... Ein Stempel, kein Stern mehr. Genau. Ich wusste, dass das jetzt kommt. Ja, aber ich finde, das ist ja sowas, wo man sagt, Leute, die eine bestimmte Meinung haben, die eine rechtskonservative Meinung haben, oder die wie wir am Pranger der Gesellschaft stehen, wie es auch in dem Song heißt, die sind im Prinzip die modernen Juden. Und das ist natürlich eine Haltung, die hörst du im AfD-Milieu oft, die hörst du überhaupt im rechten Milieu oft. Wir sind die aufrechten deutschen Kämpfer und wir werden von linken Heuchlern behandelt, so wie früher die Juden von den Nazis beantworten. Der Vergleich ist natürlich so ein bisschen sportlich, würde ich jetzt mal sagen. Ja, so ein bisschen kann man sogar löschen. Es ist schon ein sportlicher Vergleich. Wir sind ja bei Live Nation, das ist weltweit größte Bookeragentur, die deutsche Niederlassung oder Firma wird geleitet von Marek Lieberberg. Ich habe ja mit Marek auch über diese Zeilen geredet. Marek ist Jude und ich habe mit ihm auch geredet. Er sagt natürlich, es ist absolut eine sportliche Aussage. Und sportlich ist von mir noch milde formuliert. Andere würden sagen, geht gar nicht. Geht gar nicht. Vielleicht kann es auch sein, dass es gar nicht geht. Nichtsdestotrotz ist es Fakt, dass Musik von der Herkunft her übertreibt. Überspitzt, provoziert, rebelliert und natürlich polarisiert und Leute letzten Endes auch zum Nachdenken animiert. Ich würde sagen... Heute mit diesem Alter, mit dieser Denke und auch zu wissen. Weil ich mit vielen Leuten darüber gesprochen habe, würde ich es vielleicht gar nicht mehr so machen. Aber ich habe auch mit denen diskutiert und unsere Geschichte erzählt, dann sagen sie, jetzt verstehen sie es auch ein bisschen besser. Fakt ist, dass wir in Sachen. Grundsätzlich andere Menschen als was Schlechteres zu fühlen, liegt uns diesbezüglich einfach komplett fern. Und das ist in so vielen Songs drin und ich glaube, man muss eine Band als Gesamtkunstwerk betrachten. Weil sonst finde ich dir bei jeder Band irgendwas, wenn man sich daran aufhängt, dann glaube ich, kann jede Band relativ schnell auch durch diesen Kakao getrieben werden oder durch diesen medialen Fleischwolf. Den gibt es einfach auch. Ich gebe dir noch, das weiß ich auch und ich muss auch sagen, ich fühle mich auch gar nicht so wohl damit, diese Beispiele zu nennen, aber ich glaube, man muss die Beispiele nennen, weil daher kommt ja euer Image auch. Und ich würde gerne mit dir darüber diskutieren, wie du die Wirkung auf deine Fans so einschätzt. Also zum Beispiel in eurem Lied Land der Vollidioten singst du, Kreuze werden aus Schulen entfernt, aus Respekt vor den andersgläubigen Kindern. Finde ich falsch. Also ich finde es falsch, dass man die Kreuze entfernt. Ja, aber abgesehen davon, dass ich gar nicht weiß, ob das jetzt nur aus Respekt vor andersgläubigen Kindern ist. Ich glaube, da gibt es eine Menge Punkte. Ich habe da einfach eine einfache Erklärung. Die Erklärung, die ist mir als, in Südtirol lebender Mensch, der christlich-katholisch geprägt ist, einfach ans Herz gewachsen. Ich bin ein Christ, ich bin kein fanatischer Christ. Ich habe auch meine Glaubenszweifel und so weiter. Aber ich glaube, dass das... Dass die christliche Werterhaltung eine gute ist. Und ich glaube auch, dass man in der Schule, wie ich das kannte, wir haben noch tatsächlich ein Morgengebet gebetet und ich glaube, dass das niemandem Schaden zufügt. Und ich sage auch, man kann bei mir aufhängen, was man will. Du kannst alles daneben aufhängen, das ist mir auch grundsätzlich wurscht. Aber auch dann, sage ich erst, wenn ich das Gefühl habe, dass es den Christen gegenüber in den anderen Ländern auch gestattet ist. Die Gerechtigkeit möchte ich einfach haben. Und davor hängst du, bitte lässt du mein Kreuz um. Fertig. Dein Kreuz, genau. Aber ich meine, wir reden über eine staatliche Institution. Also wir reden über die Schule als eine Einrichtung, wo man hingehen muss. Und wo also auch Eltern ihre Kinder hinschicken müssen, die, ich weiß nicht, wie es in Südtirol ist, aber hier sind die Austrittszahlen gewaltig. Bei der Kirche. Es gibt sehr viele Eltern, die nicht mehr ihre Kinder taufen lassen. Ja, das hat einen anderen Grund. Ich würde in Deutschland auch austreten aus der Kirche. Ich wäre der Erste, weil ich diese Kirchensteuer so zum Kotzen finde in Deutschland und auch ungerecht. Ich zahle auch Kirchensteuer. Ich habe in Deutschland, ich glaube, das sind 9% auf die Einkommensteuer. Ich habe die Sandalen verloren unter mir, als ich das erste Mal den Kirchensteuer Bescheid gekriegt habe, war wie in Italien. Aber das passt jetzt nicht, wenn du das Kreuz so liebst und sagst, das muss doch immer so. So, damit wird ja die Religionsgemeinschaft der Christen finanziell unterstützt. Ich muss da kurz was sagen. Das verstehe ich jetzt nicht. Dann erkläre ich es. Wir zahlen in Italien auch Kirchensteuer, aber ich muss es nicht der Kirche geben. Ich kann es... So eine Sozialabgabe oder... Genau, aber das ist erstens mal viel tiefer und jetzt kommt der große Unterschied. Es zahlen alle. Jeder. Jeder zahlt. Und somit kommt ein großer Haufen zusammen und das kann nicht sein, dass es in Deutschland nur da Christ zahlen muss. Mein Onkel ist auch Christ, ist Arzt, ist nach Deutschland gegangen, hat konfessionslos angekreuzt, hat bis heute nie einen Cent gezahlt. Mein Steuerberater hat gefragt, Christ, ja, zack, quatsch. Und los ging die Zahlerei. Und ich bin dann aus Deutschland, aus München wieder weggezogen, hab nochmal immer die Bescheide hinterher gekriegt. Und meine Mama, die auch sehr christlich ist, die hat gesagt, Philipp, ganz ehrlich, ich würde da auch austreten. Das ist ein bisschen ein Nebenaspekt. Ich glaube, was kritisiert wird, ist, du musst in diese Schule gehen und du bist diesem Kreuz ausgesetzt, egal, was du glaubst. Das ist der eine Punkt. Und der andere ist, das Lied suggeriert aber, das wird jetzt nur gemacht, um den Kotau zu machen vor den ausländischen Kindern. Und abgesehen davon, dass da ausländische Kinder an den Pranger gestellt werden, ich finde Kinder immer schwierig, das auf denen abzuladen. Aber weil es in der Schule ist, Kinder gehen halt zur Schule. Ich kann ja auch Berufsschulleute sagen, aber natürlich. Nein, ich finde, es ist ja in Schulen... Mein Mann, ich habe eine Frage. Es geht ja um die Schulen. Ich möchte den Punkt sagen, ich finde, Kinder sind wirklich so die Schwächsten, an denen man irgendwie was auslassen kann. Und so ein Songtext hat eine Wirkung. Der kommt ja nicht mit Fußnoten. Der kommt ja nicht mit einem Erklärbüchlein. Irgendwie, das meinen wir damit. Und wir haben nichts gegen ausländische Kinder sozusagen. Aber da wird ja so ein bisschen das Ressentiment geschürt. Wenn es doch nur weniger afghanische Kinder oder syrische Kinder in deutschen Schulen gäbe, dann könnte das schöne Kreuz da hängen bleiben. Nee, damit hat es gar nichts zu tun. Und das finde ich eine schwierige Botschaft. Darf ich noch mal zwei Sekunden zurückspulen? Es ist für dich nicht ungerecht, dass Christen in Deutschland... Die Kirchensteuer zahlen müssen und alle anderen nicht. Das ist ja wie ein Mitgliedsweiter. Es kommt ja auch den Kirchen zugute. Es wird ja nicht ausgeschüttet. Aber die Kirche finanziert auch Kindergärten. Die Kirche finanziert Schulen. Da gehen nicht nur Christen hin, lustigerweise. Und deswegen verstehe ich es nicht. Entweder es zahlen alle und sonst zahlt es keiner. Ja, aber dann ist es ja eine Entscheidung der Institution, die für das Kreuz steht. Und wenn dir das Christentum wichtig ist, dann müsstest du doch der Institution Kirche vertrauen und sagen, die wird das Geld schon so einsetzen. Sonst kann es dir austreten, wenn dir die Kirche nicht passt. Ich muss mal was sagen. Glaube, Vatikan und Kirche sind für mich drei absolut unterschiedliche Barschuhe. Ich bin eh evangelisch, insofern bin ich die andere Truppe. Wunderbar, aber für mich sind es drei komplett verschiedene Barschuhe. Der Vatikan ist der Vatikan. Kirche gibt es in anderen Glaubensrichtungen auch. Das bedeutet einfach gemeinschaftliches, gemeinsames Beten. Das ist eine andere Geschichte. Und der christliche Glaube ist nochmal komplett was anderes. Ich bin christlich-gläubig, aber ich bin nicht gerne Kirchensteuerzahlen, solange es nicht alle mitzahlen. Und ich verstehe jeden, der austritt. Aber hier geht es ja nicht um die Kirchensteuer. Wir können gerne über die Kirchensteuer eine separate Diskussion führen, aber hier geht es um die Geschichte. Kannst du verstehen, aus welchem Punkt raus das kritisiert wurde, diese Passage wegen der ausländischen Kinder? Genau, also es kann kritisiert werden, aber ich kann es auch erklären und deswegen mache ich das auch gerne. Ich habe es gerade vorhin schon angesprochen. Ich finde, dass bei einer Wand, die siebenmal im Raum ist drei Meter hoch, 21 Quadratmeter hat, ein Kreuz mit 40 mal 30 niemandem einen Schaden anrichtet. Das ist einfach meine Meinung, schau nicht hin. Meine Meinung ist. Auch dahingehend, weil ich wurde ja auch gefragt, was wäre denn, wenn du dann daneben einen Judenstern hinhängst? Ja, bitte, gerne. Alles wunderbar. Ihr könnt machen, was ihr wollt. Ich habe nur einen einzigen Wunsch und das betrifft ganz, ganz viel. Ich kenne einfach die Zahlen, weil mich das einfach interessiert. Und ich weiß, dass es viele Länder gibt, wo diese Offenheit entgegen dem Christentum einfach nicht gelebt wird. Und das wünschte ich mir, dass das endlich mal überall gleiches Recht für jeden wäre. Und das ist eine Geschichte, die ich ungerecht finde. Und weil ich ein gerechtigkeitsliebender Mensch bin, backe ich solche Sachen auch rein und das hat mit mir auch dahingehend damit zu tun, ich glaube auch, wenn wir, hier ein bisschen mehr nach den Zingibuten leben würden, hätte man auch tatsächlich, eine friedlichere und bessere Gesellschaft. Ich glaube, dass das Kreuz, das Symbol als Christen und nochmal, ich bin kein fanatischer Christ, aber ich finde es ein bisschen... Sagen wir es mal nicht ein bisschen, sondern ich fände es schön. Ich glaube, ich probiere es nochmal mit einem anderen Gedanken. Wir diskutieren jetzt so auf den Ebenen, dir geht es, du hast ein extrem positives Bild vom christlichen Glauben, ich persönlich jetzt auch, aber ich glaube, die Leute, die diesen Song hören, die denken nicht, dass die Botschaft ist, liebt das Christentum, kämpft für das Kreuz oder in den Klassenräumen, sondern die hören, wegen der Ausländerkinderdurft, auf unser schönes Kreuz da nicht mehr hängen. Und abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass das der Grund ist, finde ich, mich hat das so erinnert an, AfD Sachsen-Anhalt hat jetzt in ihrem Wahlprogramm gesagt, wir möchten, dass in allen Schulen Extraklassen für ausländische Kinder eingeführt werden, damit die deutschen Kinder nicht behelligt werden davon, dass da Kinder sind, die kein gescheites Deutsch sprechen. Und das ist, finde ich, die gleiche Mentalität, dass du sagst, du nimmst wirklich die Schwächsten, die ja auch nicht selber entschieden haben, jetzt nach Deutschland zu kommen, und du packst die in einen separaten Raum oder lädst auf denen einen Brass ab, den du eigentlich aus einem ganz anderen Grund bei einem Thema hast. Und die Leute, die das hören, das setzt bei denen eine Botschaft. Und kannst du wirklich nicht verstehen, dass diese Botschaft so bei denen ankommt. Nee. Melanie, das kann ich nicht, weil es so ganz klar ausgedrückt ist. Wie gesagt, und was solche Themen betrifft, was irgendwann, wir haben das Lied 2000 und, was weiß ich, sechs oder sieben gebracht. Da waren die ganzen Parteien oder die Partei zumindest noch nicht mal da. Und ich lasse mich da diesbezüglich, da muss man jemanden, also da bin ich nicht der richtige Ansprechpartner dafür. Wie gesagt, ist nicht mein Metier. Ich weiß nur eine Sache, dass diese Zeile, du fast die Erste bist, die die beanstandet hat. Wirklich. Ich muss auch mal die Erste sein. Fühlt sich gut an. Das ist doch gut. Also ich habe, Sie wären mir ja nicht aufgefallen, wenn es nicht andere Leute gegeben hätten, die Sie beanstandet hätten. Die Zeile, tatsächlich haben wir, das mit dem Stern sehr, sehr oft. Es gibt noch so ein paar andere, also zum Thema Heimat kommen wir noch, da wollte ich auch noch drüber sprechen, aber was mir noch aufgefallen ist, ist dieses... Was du sehr stark thematisierst in diesen auch etwas früheren Lieder, wie gesagt, ich glaube, für mich ist das die Freiwild 1-Phase, die Meinungsfreiheit war dahin, gewisse Themen waren verboten im Land der Vollidioten, nimm die Hand vor den Mund, sag, was du fühlst, wenn du dagegen bist und wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Und das ist, finde ich, auch so ein Frame, der da gesetzt wird, du darfst in diesem Land nicht mehr sagen, was du wirklich denkst. Darf sie auch nicht. Ja, das würde ich jetzt in Frage stellen. Aber dann erkläre ich es dir, natürlich wird es nicht so sein, dass wenn ich was sage, dass man mich wegsperrt. Ja, weil du sagst, du gerät das ja. Nee, wieso? Es gibt doch auch andere Konsequenzen. Die Konsequenz ist doch auch beispielsweise, dass ich eine Benachteiligung kriege, egal welcher Form. Ich kenne viele Leute, die du interviewt hast oder euch gegenseitig interviewt habt, die ganz, ganz klar sagen, ich passe extremst auf, was ich sage, weil es Konsequenzen hat. Und wenn ich Konsequenzen fürchte, ist die Freiheit nicht mehr die, die es sein könnte. Ich mache ein Beispiel, Ben Undeskriptet. Kennen wir beide. Was gerade passiert, hat wie gesagt schon auch damit zu tun, und ich rede jetzt nicht von diesem scheiß Höcke-Interview, das ist mir sogar noch wurscht, weil ich das nicht mehr angehört habe. Aber was ich sagen will, ist, dass man jetzt hergeht und sagt, Auf Basis von genau diesem Interview will ich, dass du alle 300 Folgen durchhörst und schaust, was da eventuell sein kann. Tut mir leid, das ist ein Eingriff in die Meinungsfreiheit. Es ist sein Job. Und ich kenne viele Leute, die davon berichten, und das sind sogar Freiwild-Fans, die mit einem T-Shirt aus der Schule heimgeschickt wurden. Wir wissen von Leuten... Von Freiwild oder von was jetzt? Naja, nicht von Freiwild-Fans nach Hause, sondern Freiwild-Fans. Ich dachte aus der Schule seien die jetzt nach Hause. Mit Freiwild, T-Shirt, gingen in die Schule und die Direktorin oder der Direktor hat gesagt, nee, mit diesem Shirt kommst du nicht rein. Das hat eine Konsequenz. Das ist nicht Freiheit. Wir sind nicht auf dem Index, wir haben nichts verbrochen. Und wenn du uns nicht gut findest, alles okay. Es ist nicht die Freiheit. Die nächste Geschichte, glaube ich, und da kann man, braucht man nicht auf dieser bei uns bleiben, so wichtig sind wir nicht. Es gibt auch wichtigere Themen als uns. Aber natürlich haben viele Leute Angst zur Migrationspolitik irgendwie ihre Meinung oder ihre Ängste zu sagen, pass auf, pass auf, weil es mit Konsequenzen haben. Und das meinte ich. Also bei dem Ben, finde ich, ich hatte wirklich einen sehr netten, angenehmen Kontakt zu ihm. Ich glaube aber, dass er sich so ein bisschen versteckt in dieser Formlosigkeit, dass er versucht irgendwie, er sagt den Leuten, ich bin ja gar kein Journalist, er schreibt es zwar ins Handelsregister rein, dass er irgendwie Journalismus macht als Beruf, da muss er eine Kategorie angeben und mich hat das so ein bisschen daran erinnert, als würde, ich jetzt in unserem Haus irgendwie sagen, ich koche hier jeden Abend und jeder, der vorbeikommen will, darf bei mir essen und muss halt für das Essen bezahlen, aber ich habe kein Restaurant. Ich habe kein Restaurant. Also es kann jeder reinkommen, sich einen Tisch nehmen, kriegt Essen, muss dafür bezahlen, aber ich habe kein Restaurant. Und wenn die Leute dann eine Salmonellenvergiftung kriegen, dann sage ich, ich habe doch kein Restaurant. Und ich finde, das ist so diese Methode. Es tut mir leid, wenn dann das Ordnungsamt kommt und sagt, mein lieber Herr Bernd, bitte räumen Sie mal Ihre Küche auf. Und wir haben hier den Verdacht, dass da die ein oder andere Kakerlake rumkrabbelt. Also da denke ich, er kann nicht sagen, ich mache Interviews, die stundenlang dauern. Und ich bin eigentlich der bessere Journalist, ich mache die besseren Gespräche, ich informiere die Leute durch meine Gespräche, und dann aber sagen, ich bin aber kein Journalist und muss deswegen nicht die Sorgfaltspflichten einhalten, die ich einhalte, die jede Talk, die Markus Lanz, was meinst du, was Markus Lanz für Vorschriften einhalten muss, was in seiner Talksendung passiert und wenn da was verbreitet wird, muss er wieder sprechen. Ja, aber auch, das muss eben nicht nur bei Öffentlich-Rechtlichen, gerade sogar noch weniger bei Öffentlich-Rechtlichen. Ich sage nur, lügen wir uns nicht in die Tasche, dass da eine Zensur stattfindet, wenn er behandelt wird, wie jeder andere auch, der das macht. Das hat auch mit Verantwortung zu tun, finde ich. Wenn ich darf, würde ich hier zwei Sätze dazu sagen. Ich habe, Einige Ben ungescriptet Podcast gehört. Er macht für mich überhaupt nicht den Eindruck eines Journalisten. Und das hat einen ganz großen Grund. A, er stellt keine Fragen wie ein Journalist, fällt den Leuten auch nicht ins Wort. Man sieht den großen Unterschied. Melanie, du bist ein Journalistin, eine der bekanntesten, die Deutschland hat. Du bist darin geschult, Leuten letzten Endes. Ins Gespräch auch reinzugretschen. wenn du sagst, pass mal auf, hier habe ich eine Frage dazu. Das macht er nicht. Das ist schon mal ein großer Unterschied. Die zweite Geschichte bei ihm ist, soweit ich weiß, als Journalist und in Deutschland wird man, bitte nicht falsch verstehen, aber ihr habt in Deutschland einen ganz schnellen Weg zum Journalist im Vergleich zu Italien. In Italien geht man ein ganz normales Studium machen. Ich habe einen guten Freund, der hat jetzt die Staatsprüfung gemacht. In München hat er studiert. Aber dann bist du noch lang kein Journalist. Dann musst du jetzt mal, glaube ich, eineinhalb oder zwei Jahre irgendwo in einem, und ich rede jetzt nicht vom Volksbankdorf-Hackzeitung. Also du brauchst eine Zulassung, um Journalist zu sein in Italien. Naja, nicht eine Zulassung, sondern es ist eine scheiß schwierige Staatsprüfung. Wo jedes Jahr wirklich mehr als die Hälfte durchfallen. Und da geht es auch ganz, ganz viel um Haftung. Ein großer Unterschied zwischen deutschen und italienischen Journalisten ist, dass bei euch die Haftung einfach minimal ist. Da wäre ich mir nicht so sicher. Okay, dann erzähle ich aber ein paar Sachen. Die kann schon ganz schön schmerzhaft sein, die Haftung. Aber nicht, dass du in eine Wohnung kommst. So stark ist es nicht. Also wir haben in Italien einige Journalisten gehabt, die haben richtig, richtig viel zahlen müssen. Und die überlegen sich schon mehr als beispielsweise Leute bei Isar Wurscht. Ich weiß nicht, ob du schon mal von Christian Scherz gehört hast, aber es gibt jede Menge Anwälte, die jede Menge sehr erfolgreiche Zivilklagen, gegen Medienhäuser und Journalisten angestrengt haben, die auch zu sehr empfindlichen Summen geführt werden. Ist schon klar, aber das ist bei euch in Deutschland sehr, sehr oft, du warst ja beim Spiegel von der Rechtsabteilung, effektiv teilweise schon so, könnte passieren das, aber das kriegen wir abgefedert. Also bei Axel Springer ist es Fakt. Und das ist auch ein ganz normales Geschäftsmodell. Früher hattet ihr natürlich alle Reichweiten oder beziehungsweise Verkäufe. Wer war die größte? Die Sun, glaube ich, war die größte Zeitung Europas, oder? Wenn es mich nicht alles täuscht. Und dann war die Bild, glaube ich, relativ schnell dahinter oder umgekehrt. Und da hat es natürlich ganz, ganz oft Dinge gegeben, wo man von vornherein kalkuliert hat, da flattert was rein und da muss man zahlen. Und das wurde in Kauf genommen. Was ich aber sagen will jetzt gerade, ich habe mit meinem Kumpel eben geredet und er sagt, wenn man es ganz genau nimmt, sind in Deutschland sehr viele Journalisten, die in Italien noch lange keine wären. A, gibt es keine Staatsprüfung, zweitens, wenn man die Leute fragen würde, wie es um die Haftung gestellt ist oder was man letzten Endes auch lernt, welchen Auftrag und Job man hat. Das heißt nicht, dass in Italien nur Superjournalisten sind. Mir ist nur eine Sache aufgefallen, weil ich es ein bisschen, ich wollte dem mal auf den Grund gehen, dass ein Journalist schon einen anderen Job erfüllt als ein Ben, ungeskriptet. Und er sagt es ja auch selber, obwohl das natürlich kein Argument ist, aber ich weiß, dass ich, egal mit welchen Menschen ich geredet habe, ich habe Spiegelinterviews gehabt, wir haben mit der Welt, mit der Süddeutschen geredet, ihr habt eine komplett andere Art. Das ist eine komplett andere Art. Er ist ein Zuhörer, der, wie er richtig sagt, dass Leuten, die das anschauen, die Möglichkeit gibt, diesen Menschen ausreden zu lassen und seine Vita, seine Ansichten zu transportieren. Und er ist auch nicht imstande, als Nicht-Journalist im Vorfeld so tief zu gehen, wie du das bist. Das zahlt ihm auch keiner. Also was du über das deutsche Mediensystem gesagt hast, ich weiß nicht, ob das so hundertprozentig mit meiner Wahrnehmung übereinstimmt oder mit der Realität übereinstimmt, aber was Ben jetzt angeht. Darf ich, aber nur für die Zuschauer. Jetzt wollte ich nur ganz kurz reagieren auf das, was du gesagt hast. Für die Zuschauer, für das Publikum von Ben, sind das Informationen, die mehr Wert haben als journalistische Informationen. Du musst dir vorstellen, die sagen ja nicht, okay, da ist kein Journalist, deswegen sehe ich erstmal alles, was er sagt, ganz skeptisch. Oder alles, was dort erzählt wird, weiß ich, ich muss das selber nochmal prüfen. Der nimmt keine Sorgfaltspflicht, der hat keine Sorgfaltspflicht, deswegen mache ich dann sozusagen die Prüfung. Und das findet ja nicht statt oder so, sondern es ist ja so, dass die Leute, dass wenn du halt kritiklos verbreitest, was Leute sagen mit einer riesen Reichweite, dann wird das von den Leuten trotzdem als Information wahrgenommen, die sogar besser ist als das, was Journalisten machen. Und ich will jetzt gar nicht sagen, dass wir besser sind. Ich weiß auch, dass es die Leute wahnsinnig getriggert hat, wenn ich gesagt habe, ja, wir ordnen die Dinge ein. Da kriegen viele Leute gleich einen Föhn, sagen, wieso ich ordne das selber ein. Aber entscheidend ist, wenn diese Einordnung nicht stattfindet, aber trotzdem für eine große Community, das als wertvolle Informationen und, wahrhaftige Informationen präsentiert wird, dann hast du diese Verantwortung. Und dann musst du auch entsprechend Sorgfaltspflichten einhalten. Weil wer kontrolliert sonst oder wer hilft sonst beim Faktencheck oder bei der Prüfung? Ihr, als Mädchen. Ja, aber er verbreitet ja die Informationen, die von den Leuten als behaftige Informationen wahrgenommen werden. Aber es ist ein großer Unterschied. Ich finde, und das ist für mich ganz einfach erklärt, so als Bild. Ben lädt einen Menschen ein, ob das ein Sportler ist, ein Arzt, egal was, und sagt, erzähl mal, wie bist du aufgewachsen? Und er erzählt das. Wie in Gottes Namen sollte er imstande sein, das auch noch alles zu wissen, um hier überhaupt eine Frage entgegenzustellen? Das kannst du nur dann machen, wenn du dich auf diesen Menschen mit Fragen vorbereitest. Du hast deine Fragen hier, er hat keine. Das ist ein großer Unterschied. Dasselbe betrifft ja auch die Politik. Das kannst du ja im Grunde sogar bei Politikern sehen. Im Bundestag oder wie es bei uns heißt, im Landtag oder sonst was. Da reden ja auch Politiker einen Schluss teilweise daher. Wer kontrolliert das? Wahrscheinlich der andere Politiker, der dann sagt, hör mal zu, ganz so ist es nicht. Dann wird gestritten. Alles gut, mag ich eh, wenn Leute streiten, wenn was nicht stimmt. Aber am Ende, das ist auch genau euer Job. Medien sind der Job. Ihr seid der Job als vierte Gewalt. Zu kontrollieren, dass das, was letzten Endes an Reichweite kriegt, dann stimmt. Ihr habt die Möglichkeit, das einzuhören. Das ist aber nicht sein Job, von mir aus gesehen. Ja, also er nennt es zwar selber seinen Job. Er hat ja seine Tätigkeit als journalistische Tätigkeit angemeldet in seinen Unterlagen. Aber wir wollen ja auch keinen Podcast über Ben, wir wollen einen Podcast über dich machen. Nein, ich sage, wir reden hier einfach, ich glaube, dass wir... Aber ich finde es spannend, das mal thematisiert zu haben. Ich würde dich gerne was anderes fragen. Es gibt ja, nochmal auf eure Fans zurückzukommen und auf das, also wir haben ja am Anfang in den Zitaten gehört, was dieser NPD-Mensch über dich gesagt hat, die passen zu 80% zu uns. Ja, ich bin nicht verantwortlich für andere, wenn der so einen Scheiß redet. Also genau, ich würde einfach mit dir darüber sprechen, wie das auf dich wirkt. Die Zeit hat 2012 mal geguckt in diese Neonazi-Foren irgendwie, wo eure Band gefeiert wurde von den Leuten. Mensch, super, das ist genau unsere Art von Musik. Das war 2012. Insofern, das kann sich auch geändert haben. Das will ich nicht ausschließen. Ich habe auch seitdem jetzt nichts Jüngeres dieser Art gefunden. Und trotzdem sind das so krasse Endorsements, wenn man so will, dass ich dich schon gerne fragen würde... Wie du darauf blickst, dass dieses Milieu sich total angesprochen fühlt von eurer Musik und von eurem Habitus, von eurem Style. Nee, es ist nicht so. Sie sagen es ja. Ich glaube, sie meinen das nicht ernst. Ich unterstelle niemandem irgendwas, aber wenn wir solche Sachen lesen, machen wir uns natürlich auch auf die Suche und schauen. Fakt ist, wir haben da nichts gefunden diesbezüglich. Natürlich hat der Typ das gesagt, aber ich bin nicht verantwortlich, wie gesagt, ich lasse mich hier auch nicht irgendwo reinziehen für irgendjemanden, der so eine Ansicht in die Welt treibt. Für mich gibt es einfach nur ein paar Sachen, die sollten jeden Menschen betreffen. Wie outet sich der jeweilige Mensch? Wofür tritt dieser Mensch ein? Wie handelt dieser Mensch? Das sind die drei Sachen. Dafür bin ich verantwortlich. Dafür ist mein Gitarrist, der andere, also der gute Gitarrist, der Schlagzeuger. Ist du auch einen schlechten Gitarristen? Ja, das bin ich. Ach, das bist du. Okay, alles klar. Wir sind für uns verantwortlich. Dachte, wenn der das jetzt hört, dann verlässt er sofort die Band. Nee, nee, nee. Dann würde ich es auch nicht sagen. Also, ich sage, diese drei, vier Parameter, die reichen mir. Das wäre wie, ich zum Beispiel, wenn ich heute hier reinkommen würde. Du bist auch ein umstrittener Mensch. Wer sagt denn sowas? Das Internet. Und dann stimmt es auch. Ich glaube nicht, was im Internet steht. So, dann haben wir es schon. Und das selbe betrifft auch mich. Wer ist unser Korrektiv, um im Grunde unsere Musik auf die Probe zu stellen? Beziehungsweise wenn wir irgendwie so das Gefühl haben, jetzt kommt ein Album raus. Natürlich sind es die Fans. Aber im Vorfeld geht das natürlich auch zu unserer Crew. Unsere Crew weiß um die Probleme, die es geben könnte. Und dann würden die anrufen und sagen, pass mal auf. Dann haben wir natürlich unsere Eltern und Geschwister und wir sind verheiratet und Kinder. Wir sind ja mittlerweile auch alte Herren. Mittlerweile sind wir ja jetzt nicht mehr die Jungsbunde. Sagt das Licht, du bist jünger als ich. Ja, okay. Aber was ich sagen will, wir haben wirklich ein richtig großartiges, tolles und sehr gut kennendes Umfeld. Wenn jetzt irgendein Hajobeiner herkommt und sagt, ja, jetzt ist es anschlussfähig, dann sage ich, würde ich ihm selber gerne die Gegenfrage stellen, wie kommst du darauf? Erzähl doch mal, was du ganz genau meinst. Ich zum Beispiel berufe mich hier viel, viel lieber auf unsere Konzerte, wo gar nichts ist an solchen Leuten. Ich berufe mich viel, viel lieber auf Aussagen beispielsweise von Medien, die uns nicht so negativ gesonnen sind, aber auch ganz bestimmt nicht irgendeine politische rechtsextreme Ader haben oder sonst was. Aber kann es nicht auch sein, dass in deinem Umfeld einfach die Leute sagen, ich meine, die mögen dich, die lieben dich, die finden dich toll, sozusagen mein Umfeld sagt jetzt auch nicht, dass ich umstritten bin. Oder wenn ich die Frage bin, Leute, ich bin umstritten, was sagt ihr dazu? Melanie. Dann sagen die, ja, mag sein, aber du bist doch auf dem richtigen Kurs und mein Mann würde ja jetzt nicht zu mir sagen, so Schatz, lenke sofort um. Also Stefan, unser Manager. Ist das der, der der Neonazi-Band zu ihrem Vertrag verholfen hat oder wer war das? Nee, pass auf, da können wir gleich drüber reden. Stefan, unser Manager, ist ein absolut erfolgreicher A&R von Warner, Sony, Universal und so weiter und so fort gewesen. Der hat Menschen von England über Amerika, er kennt wirklich ganz, ganz viele Leute und ist insbesondere ein totaler Fan von Latino Musik und so weiter. Und hat ein ganz buntes Umfeld, egal woher und aus welcher, wie soll man sagen, Bubble, ist wurscht. Und Stefan ist ein Mensch, der sagt aber auch eine Sache ganz, ganz klar. Wenn er die Texte durchstellt, ich denke das vielleicht nicht so wie du, aber es ist auch nichts daran auszusetzen, beziehungsweise ihr müsst das fühlen und bleibt einfach auf diesem Weg. Singt, was ihr fühlt, Und alles andere macht dir eh nicht, was weitergehen würde. Und so hält das mit allen Künstlern. Und ich glaube, weil wir das gerade geredet haben, nee, zu Hause findet nicht jeder alles gut, was wir machen. Natürlich haben wir auch sehr kritische Freunde. Oder auch meine Ehefrau ist sehr, sehr kritisch. Die sagt bei jedem dritten Lied, nee, ist scheiße, gefällt dir nicht. Ja, aber das gefällt dir aus anderen Gründen nicht, weil sie es schön findet. Nee, auch Dex nicht. Nee, natürlich nicht. Aber hat euch schon mal jemand gesagt, Leute, das ist jetzt zu, also zum Beispiel diese Songs, über die wir vorhin gesprochen haben, aus der, was ich freiwillig, Phase 1 nenne. Ja, ne, hat's gegeben. Weißt du, was aber auch interessant ist? Und die spielt ihr jetzt noch oder spielt ihr die nicht mehr? Wenn du meinst, Land der Vollidioten, das ist unser fast größter Hit, den spielen wir natürlich. Es ist auch einer der größten Hymnen, die wir haben, genauso wie das Lied Südtirol. Aber das hat nichts mit dem Text zu tun, sondern es hat einfach damit zu tun, dass es so ruckig ist. Und vielleicht ist es auch, das Land der Vollidioten ist so eine Headline, da bin ich wieder wie beim Spiegel. Ihr macht auch mit Headlines, das ist Musik. Das ist die Headline. Aber dann kannst du doch vielleicht verstehen, dass die Leute nicht bereit sind, euch aus dieser Schublade zu entdecken. Welche Leute? Das ist die Frage. Ja, die Leute, die euch kritisieren, die Öffentlichkeit. Also ich meine, ich möchte nochmal auf einen anderen Punkt, bevor wir wieder auf die Meta-Ebene gehen. Du hast ja in deiner Biografie beschrieben, wie du so in die rechte Szene reingerutscht bist. Und das fing für dich mit der Musik an. Nee, vorher war die Mode. Okay, meinetwegen war vorher die Mode. Aber mit der Musik, du beschreibst diese Faszination, die von diesen Rechtsrock-Songs für dich ausging. Und ich fand, ich habe jetzt kein Zitat rausgeschrieben, aber so dieses Reinrutschen im Sinne von, du fängst an mit was, was jetzt eher vergleichsweise soft ist und dann landest du bei Störkraft und bei Lanzer und solchen Bands. Deswegen frage ich mich, jemand, der das mitgemacht hat, der das selber durchlebt hat und sich danach nach diesem Reinrutschen getrennt hat von der rechtsextremen Szene, musst du doch verstehen, dass solche Songs irgendwie eine Wirkkraft haben, die man als Musiker reflektieren kann. Weil vielleicht fangen Leute an mit euren Songs von 2012, die vergleichsweise harmlos sind. Und dann gehen sie von euch über zum nächst härteren. Das heißt, du bist der erste Schritt oder du bist der, wo die auf die Rutsche gehen. Und danach rutschen sie runter. Und das hat dann mit dir vielleicht gar nichts mehr zu tun. Aber du bist das Einstiegstor. Nein, ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass wir mehr als jede andere Band das Ausstiegstor sind. Das hat einen Grund. Weil Leute, das ist jetzt eine steile These, weiß ich. Ja, finde ich auch. Aber ich sage dir auch warum. Leute, die wie ich damals in der Jugend auf der Suche sind nach deutschsprachiger Rockmusik, die ihnen aus der Seele. Wo sie einfach das Gefühl haben, mit dieser Musik kann ich was anfangen. Die sind Handwerker, die sind ländlich, die stehen auf Bräuche, die haben im Grunde so diese Lieder, wo ich mich beherbergt fühle. Wenn diese Bands oder diese Band, wie wir das sind, diese Leute erreichen und auf diesem Album viele Lieder drauf sind, und das sind bei jedem Album Lieder drauf. Die für ein friedliches Miteinander werben, die gegen Extremismus werben, die für Meinungsfreiheit, aber trotzdem Wachsamkeit und auch eine andere Meinung zulassen usw. Werben, dann erreichen wir mit unserer Band hundertprozentig mehr als jede andere, weil die anderen gar kein Gehör finden. Das ist meine These. Aber es sind ja keine Leute, jetzt euretwegen aus der rechten Szene ausgestiegen, oder? Natürlich, es gibt viele, sehr, sehr viele. Jetzt nur Tirol oder Deutschland? In Südtirol gab es sie ja nicht mehr. Die sind wegen mir ausgestiegen. Das klingt jetzt arrogant, aber es ist de facto so. Ich habe die Szene damals mit, groß gemacht in Prixen. Und als ich gegangen bin, sind mir alle gefolgt. Das klingt jetzt bitte nicht so, als ob ich Moses wäre. Das bin ich überhaupt nicht. Auch wenn mein Vater wollte, dass ich Moses verreise. Aber trotzdem. Nein, was ich sagen will. Erstmal musst du einen Menschen mit der Musik erreichen. Und dann werden die Lieder mit diesen Menschen was machen. Aber wenn ihr den Leuten in euren Liedern sagt, du darfst nicht sagen, was du denkst. Weil es ja auch so ist. Ich musste irgendwie dran denken, nein, aber ich fand das so frappierend, dass du in dieser Biografie genau das beschreibst und du sagst jetzt, es sei bei dir das Gegenteil, aber hältst du es für außerhalb des Vorstellbaren, dass es auch genau so laufen kann? Dass die Leute bei dir anfangen und landen am Ende bei Thorsten Heise, diesem NPD-Musikproduzenten. Der nicht ohne Grund ein Projekt Schulhof-CDs gemacht hat, wo er irgendwie Bands wie Kommando Freisler oder sowas verbreitet. Ich kenne die Bands nicht. Auf alle Fälle waren wir noch auf keinem Schulhof-Scheiß drauf. Ja, aber dass die von euch, die das nicht sind, das will ich ausdrücklich sagen, dass ich euch nicht so label, aber dass die von euch dann bei dem landen. Nein, ich glaube... Du bist doch selber von den harmloseren Sachen beim härteren Stoff gelandet. Also warum soll das bei den anderen Leuten nicht so sein? Bei uns ist es ein bisschen anders gewesen. Ich bin mit unpolitischen Skinhead-Bands, das waren aber schon was heißt unpolitisch die waren, Sagen wir mal, die alten Onkels, die auf dem Index standen, okay, das war so die Geschichte und das wurde von deutschen Touristen nach Südtirol gebracht, über Busreisen und so weiter, und das hat es halt nicht gegeben, bei uns zu kaufen, damit hat man angefangen und damit hat man gedacht, okay, jetzt das tut man sich da letzten Endes vor. Auf diesen Alm allerdings hat nicht einer gesagt, setzt euch für Gleichberechtigung ein. Auf diesen Alm hat noch nie einer gesagt, reicht euch die Hand. Es ist wurscht, wo du herkommst. Und diese Botschaft, da muss ich drauf bochen, diese Botschaften, die verbreiten wir bei Freiwild. Und das habe ich bei den anderen Bands eben nie gehabt. Und deswegen glaube ich, und das ist meine wirkliche Meinung, keine einzige deutsche Band, ich nenne sie, wie sie heißen, ob das Feine Sahne Fischfilet, Bräuders, Donuts oder wie sie alle heißen, auch die Toten Rosen, leider hören sie jetzt auf, ich bin ein großer Fan von denen. Wird irgendeinen Menschen aus dieser Gedankenwelt oder aus diesem Holzfäck rausbringen, indem man die ganze Zeit irgendwie fuck dies und du bist ein fuck das und das und so weiter. Das wirst du keinem Menschen damit ködern. Man wird Menschen niemals zurück in die Mitte der Gesellschaft bringen, indem man sie die ganze Zeit sagt, ich drücke dich an die Wand. Das geht nicht. Und deswegen sind wir, glaube ich, das Magnet für Leute, die sich vielleicht radikalisieren würden und mit Freiwild tatsächlich sagen, alter das ist ja krass, Okay, ist ein anderes Bild. Das möchte ich mir mal noch genauer anhören. Und deswegen haben wir auch seit 20 Jahren mindestens, wo die Band immer ein bisschen erfolgreicher geworden ist, so die letzten Jahre sind gleich geblieben, aber vielleicht geht es ja noch erfolgreich. Es ist ja wurscht, wir sind ja total happy, wie es läuft. Es sind uns immer wieder Leute auch zugeflogen, die gesagt haben, boah, es ist so gut. Ich war kurz davor, mich zu verlieren diesbezüglich. Und Eure Lieder haben mich, da irgendwie eines Besseren belehrt. Und das finde ich schön. Es wäre schön, wenn es so wäre. Du hast es vorhin in so einem Nebensatz, war vielleicht auch versehentlich oder so, über die unpolitischen Skinheads gesprochen. Mir ist das in deiner Biografie so aufgefallen, dachte ich jetzt gerade, dass du beschrieben hast, diese Phase, die eigentlich bestand aus unter der Woche Handwerk und Dachdecken und irgendwie hart arbeiten und am Wochenende sich volllaufen lassen und prügeln. Aber dieses Prügeln war eher so, fand ich, so ein bisschen, wie soll man sagen, da gab es halt dann so Wirtshausprügeleien und so ohne großen Hintergrund. Und in Deutschland ist halt diese Skinhead-Phase in den 90ern, so den Wendejahren, wir nennen das ja die Baseballschlägerjahre. Und das ist für viele Leute extrem angstbesetzt und gewaltgeprägt gewesen. Ich weiß jetzt nicht, ob die Skinhead-Szene in Südtirol da vergleichsweise dann harmlos war. Aber das ist schon, also ich meine, wie reflektierst du? ich für mich war das in dieser biografie ein bisschen zu, kuschelig oder verharmlosend irgendwie dass das so eine hier war das ja wirklich handfest ist wenn du da der einzige im dorf was der als typ lange haare hatte du musstest wirklich um deinen deine gesundheit dein leben fürchten da teilweise und. Ja, wie reflektierst du das im Nachhinein? Siehst du das wirklich als so diese, harmlose Kneipenbolzerei oder Prügelei? Oder steht da nicht mehr irgendwie hinter? Und müsstest du nicht vielleicht auch mehr auf diesen Gewaltaspekt eingehen, um halt die Fans auch wegzubringen von dieser Haltung? Nee, ich kann nicht, wenn ich eine Biografie schreibe, dann kann ich Dinge verharmlosen oder ich kann sie ausführlich beschreiben, und mich sogar noch heftiger kritisieren, als ich von Leuten kritisiert werde in meiner Stadt. Mir war es wichtig, dass ich alle Hosen runterlasse, dass ich nichts verharmlose oder sonst was. Und in meinem Fall war es wie in der Biografie in kurz und knapp erzählt. Was heißt kurz und knapp erzähle ich es jetzt? Das ist ja ausführlich erzählt, für viele sogar zu ausführlich. Aber ich habe genau wie meine anderen 30, 40 Kollegen, wir hatten unsere zwei, drei Bars mit dieser Musik am Wochenende. Teilweise hat man einfach zu viel Kraft noch übrig gehabt nach dem Arbeiten und hat dann irgendwo auf dem Dorffest weiter oben oder auch Richtung Süden, egal was, genau mit denselben Stöpseln, wie wir es auch waren, geschaut, wer da stärker ist. Mit vielen großen Unterschieden. Wir haben, wenn jemand am Boden lag, einfach aufgehört. Es gab nie einen Bierkrug oder ein Messer oder einen Stein, wie man das heute die ganze Zeit... Oder einen Baseballschläger. Ja, überhaupt nicht. Nee, gar nicht. Und ich würde es ja auch erzählen, wenn es so wäre. Hätte im Buch wahrscheinlich gut gestanden, wenn es so wäre. Das ist natürlich, deswegen funktioniert American History X mit solchen Pillern so wunderbar. Aber es ist nicht mein Leben. Und es war auch nicht mein Leben. Und deswegen erzähle ich es so, wie es war. Und bin ich ja auch froh, dass es nicht anders war. Du hast ja auch 2015 dann so einen sehr beachteten Post oder die Band hat einen sehr beachteten Post gemacht, wo ihr gesagt habt, ihr hört auf, versucht uns so in die Flüchtlingspolitik reinzuziehen. Nee, ich habe die AfD kritisiert. Ja, oder sag es selber dann. Das sage ich auch. Nee, beschreib es selber für die Zuhörer, was du da anstatt. Ja, ganz einfach. Wir lassen uns nicht von Kahn sparen. Das war zu dieser Zeit und das hätten wir auch bei anderen Parteien genauso getan. Während der Flüchtlingskrise. Als sehr viele Menschen... Ja, die Flüchtlingskrise ist ja nicht nur 2015 wahrscheinlich aus medialer Sicht oder in Deutschland, die Flüchtlingskrise hat, oder nennen wir es mal so, wir schaffen das ab da, oder? Kann man das sagen? Wir haben das einfach damals extremst gemerkt, dass es Parteien gab, insbesondere war es damals die AfD, die bei uns einfach unvorstellbar aktiv auf den Seiten waren. Und weil wir überhaupt keinen Bock haben, uns vor irgendeinem Parteikarren spannen zu lassen, haben wir gesagt, ihr könnt uns alle mal am Arsch lecken und was sonst noch stand und sind auf diese Geschichte eingegangen. Was danach passiert ist, war aber letzten Endes auch notwendig, weil ich draufgekommen bin und das halte ich bis heute als absolut notwendig an, dass es falsch ist, Leute, alle Leute über einen Kamm zu scheren. Das betrifft, wie gesagt, alle Seiten von links nach rechts, von oben nach unten. Es ist einfach falsch. Und dann haben wir noch ein zweites Posting gemacht, wo draufsteht, warum wir Ross und Reiter nennen. Und gemeint, wie gesagt, und das betreffe oder würde heute genauso funktionieren, Freiwillig ist eine Band. Versuchen die euch jetzt noch zu vereinbaren? Nee, Gott sei Dank nicht. Niemand. Und wie blickst du auf die AfD? Kann ich nicht sagen. Ich will mich auch nicht blöd rausreden, weil es wird mir eh keiner glauben, dass ich überhaupt nichts weiß von der deutschen Politik. Ich sage nur eine Geschichte. Dass ich gespannt bin wie sich die Wahlen entwickeln und was, Ihr als Medien und auch die Partei im Gegenspiel daraus macht. Ich glaube, alles ist gespannt, wie sich die Zukunft von Deutschland entwickelt. Es gibt große Probleme, die haben wir aber in Italien genauso. Und ich bin froh, dass ich diesbezüglich auch nicht so festgenagelt werden kann, weil, wie gesagt, wir haben genug selber. Du könntest dich ja für eine andere Seite festnageln lassen, sozusagen. Du könntest ja sagen, getreu diesem Post, den ihr damals gemacht habt, das fand ich sehr berührend, wo du geschrieben hast, wir als Südtiroler wissen, was das Heimatverlust bedeutet. Und deswegen, wenn Menschen in Not zu uns kommen, dann wollen wir sie aufnehmen. Und ich habe keine Lust, mich von Leuten vereinnahmen zu lassen, die die ausgrenzen wollen. Könnte jemand ja sagen, mach doch jetzt ein Konzert in Sachsen-Anhalt und sag auf der Bühne, fuck AfD. Würde ich ja nie machen. Ich bin ja nicht bescheuert. Naja, aber ich meine, die Haltung, die ihr in diesem Post ausdrückt, wenn ihr die habt. Das stimmt. Es gibt ja viele Leute, die euch dazuhören. Das passt. Und ihr könntet sagen, wenn das eine Botschaft ist, die wir nötig sind, dann könnte ich mich jetzt engagieren. Melanie, hast du dich jetzt direkt verredet und da würdest du mich in tausend Jahren nicht hinkriegen. Ich möchte eine Geschichte erzählen, die ist mir ganz, ganz wichtig. Und dann verstehst du auch die Haltung. Und deswegen finde ich, dass das gesagt werden darf hier, wenn ich Zeit habe und auch muss. Wir hatten als jugendliche mit unserer skinnet optik relativ schnell dafür gesorgt dass es kneipen gegeben hat die gesagt haben wir kommen nicht rein und dass es auch jugendzentren gegeben hat wir haben zwei gehabt aber, wo es geheißen hat ihr kommt so nicht rein und dann hat es auch relativ schnell leute gegeben die dann. Aus diesem Jugendraum raus, teilweise auch Erwachsene gesagt haben, fuck Nazis und egal was. Und passiert ist im Grunde was ganz komisches, für mich sehr prägendes. Und das Ergebnis hinterher ist noch viel wichtiger. Ich hatte, draußen bin ich gestanden mit meinen Freunden, wir hätten es nie zugegeben. Vor so einer Kneipe, wo ihr nicht reinkommen durftet. Vor dem Jugendhaus, das war eigentlich das Schlimmere. Vor der Kneipe gehst du zur nächsten, aber Jugendheim hast du halt nur eins. Und haben drin die Leute gesehen, die es warm hatten. Die hatten Stereoanlage, die hatten Fernseher, hatten Billard und Kicker und letzten Endes Freude. Und es war ein hübsches Mädchen drin. Und wir standen raus in dieser Horde, in der Kälte bei unseren 50er Motorrädern mit einem alten Küchenreiter von der Oma, wo die Kassette nur noch so gedreht hat, weil der Akku schon wieder alle oder die Batterien schon wieder leer waren. Und das hätten wir in tausend Jahren nicht zugegeben, dass wir hier gerne dazugehört hätten und wir wären auch gerne drin gewesen. Fakt ist, es ist dann irgendwann ein Jugendarbeiter rausgekommen, eigentlich ein Älterer, den ich sehr, sehr schätze und der hat gesagt, so geht das nicht weiter, Leute. Es geht nicht, dass ihr da drin rausschreit und die als scheiß irgendwas betitelt, und bei euch geht es auch nicht, dass ihr hier draußen wie gesagt steht und mit denen auch nicht ins gespräch kommt und die ganze zeit nur gegenseitig anbrüllt, und hat gesagt wir müssen das jetzt anders machen macht die tür auf und wirkt skeptisch wollen wir überhaupt die anderen was machen die denn da und wir gehen rein, oder sagt er jetzt gibt euch meinen ruck und jetzt stellt euch mal an dresen ich gebe euch eine runde irgendwas aus, und wir standen da und im laufe von ich würde sagen keiner halben stunde haben die haben wir angefangen mit den anderen leuten normal zu reden. Und dann gab es diese Fragen, wieso ziehst du dich so an und dann hast du es erklärt und umgekehrt genauso. Und somit hat man zurückgefunden und wir haben gemerkt, da ist eine Welt, die ist mir lieber. Ich will hier nicht draußen stehen in der Kälte und ich will nicht, dass mich die ganze Zeit irgendjemand als was irgendwas anschreit. Verstanden, verstanden. Geschafft haben es, hat es eine offene Tür, eine offene Hand und ein schönes Gespräch. Aber ganz bestimmt nicht, was du gerade gemeint hast, geh auf die Bühne und schrei Fuck AfD. Was soll denn das bringen? Das ist doch dumm. Also erstmal habe ich ja nicht gesagt, du sollst nicht AfD-Leute dein Konzert, auf irgendwen limitieren. Natürlich können ja auch AfD-Leute dahin kommen. Ich sage nur, wenn dir die Botschaft wichtig ist, Völkerverständigung, sich sozusagen miteinander gut verstehen, dann mach doch ein Konzert dazu und sag, das sind die Werte, die wir haben. Und wenn du das findest, und das weiß ich eben nicht bei dir, dass die AfD für diese Werte nicht steht, und das siehst du in den Programmen, dass sie das nicht tut, das ist die erklärte Linie dieser Partei, siehe Ausländerkinder in separate Klassen. Ich finde, du hast so eine Vorbildfunktion und gerade in diesem Milieu eine Glaubwürdigkeit, die könnte kein linker Grönemeyer und kein anderer haben. Das meinte ich vorhin mit den Liedern. Und mit diesen Liedern aufzutreten und aber auch diese politische Botschaft offensiver zu transportieren, da frage ich mich, warum nutzt ihr das nicht? Für einen guten Zweck. Ganz einfach. A, wurden wir überhaupt noch nie gefragt zu irgendwas. Es gab ja mal dieses Konzert, wir sind mehr. In Chemnitz, glaube ich, war das, glaube ich. Da hätten wir auch gern gespielt, hat uns keiner gefragt. Es gab genug Kontakte auch mit, wie heißt das, Aussteigerprogramm, wo wir uns einbringen wollten. Haben uns nicht mit dem Arsch angeschaut. Wir haben so viele Gespräche gehabt mit Leuten, die gesagt haben, echt ohne Scheiß, ich hätte euch gerne auf diesem Festival. Wie gesagt, ich lasse mich... Aber ihr würdet es machen. Naja, was heißt, ich würde viele Sachen machen, aber ich werde sicher nicht Leute als irgendwelche Arschlöcher oder Fuck dies oder das machen. Ja, da habe ich es jetzt... Nein, ich möchte mit... Ich sage dir, wie mein Ding wäre. Jetzt frame nicht mich. Ich habe jetzt auf eine sehr aggressiv zugespitzte Formel gebracht, aber mir ist schon klar, dass das die Leute vor den Kopf stößt und das ist jetzt nicht mein Rat gewesen, das so zu machen, aber die Frage ist ja, wenn ihr die Botschaft habt, die da konträr ist, dann... Meine Botschaft bringe ich in Gesprächen wie diesem. Meine Botschaft bringe ich gerne über Lieder, über Ansagen. Aber ich bin kein Politiker. Das ist nicht mein Job. Und ich finde es auch grauenhaft, wenn diese Zweifel, Zwei Stunden Konzert, wo Leute mal vom Job, von der Familie, von den Song, von den Schulden, egal was, den Kopf frei haben. Und dann werden im Fünf-Song-Takt Politik runtergedonnert. Das nimmt auch keiner mit nach Hause. Deswegen drehst du keine Wahl oder sonst was. Eine Wahl dreht man, wenn man mit Leuten anständig redet. Wenn man ihnen das Gefühl gibt, dass man sie ernst nimmt. Und sonst gibt es immer natürlich, und das ist menschliche Psychologie, dieses dir werde ich es zeigen und jetzt erst recht. Dir mache ich sicher keinen Gefallen und komme dir entgegen. Und das ist für mich das prägende Beispiel, in diesem Jugendheim. Und der Rest, wie gesagt, ist bei uns in den Liedern drinnen. Das ist meine Botschaft, verbreite ich als Musiker in Liedern. Es ist schlauer. Man hat ja auch mal versucht, es ist ein bisschen unklar für mich gewesen, mit deinem Auftritt da bei dieser freiheitlichen Jugend von dieser Südtiroler rechten Partei. Die schon ziemlich krasse Positionen hat. Also Südtirol zuerst, Einwanderung stoppen, Heimat schützen, sofortige Ausweisung von ausländischen Straftätern. Lass uns mal bitte ganz kurz darüber reden. Ich lese nur das vor, was ich hier über die gefunden habe. Man muss aber auch die Sachen schon einordnen. Diese Partei ist bei uns Regierungspartei mit der Südtiroler Freiheit. Das ist Mitte-Links-Sammelpartei. Das ist ja jetzt erstmal kein demokratisches Label, wenn man Regierungspartei ist. Das heißt erstmal nur, dass die Leute nicht alle wählen. Ja, seit über 70 Jahren. Und ich glaube, dass Südtirol politisch besser dasteht als Deutschland. Also da brauchen wir nicht Vergleiche ziehen, bitteschön. Ich glaube, dass Südtirol das Paradebeispiel eines friedlichen Zusammenlebens ist und Deutschland, ganz, ganz viele Leute hat, auch Politiker, die Südtirol auch so sehen und das auch sehr, sehr gerne in Gast besuchen. Aber die Positionen, die ich gerade vorgelesen habe, sind ja schon heftig, finde ich. Ich glaube nicht, dass das heute noch so ein Parteiheft stehen würde. Auch eine Partei kann sich ändern. Ich würde das auch gerne jetzt sagen, man kann das auch gerne anschauen. Das war früher so, auf jeden Fall. Aber ich glaube, dass das heute nicht mehr so ist. Aber bitte nicht festnageln, ich glaube es nicht. Stimmt. Wir wollten mit Freiwild auf deren Konzert spielen, aber, und jetzt kommt das Wichtigste, mit einem Versprechen, dass es nicht unter einer Fahne der Partei, beziehungsweise nicht offiziell, von diesen Leuten organisiert ist, sondern Leute aus dieser Jugend hätten für ihr Dorffest dieses Konzert organisiert. Die Partei hat was gemacht, was nicht abgesprochen war und wir haben es auch nicht gespielt. Und zwar mit dem Titel Freiheitliche Jugend und Konzert von Freiwild drauf gemacht. Und dann war der Clash da und das war es auch. Dann hast du gesagt Bye-Bye. Nicht nur Bye-Bye, dann gab es ja auch ich wäre ja zufrieden gewesen, wenn es nur Bye-Bye gegeben hätte. Da gab es danach schon anders Ärger noch. Dann hatten wir keine Plattenfirma mehr und dann hatten wir kein Management mehr und dann stand wir nackt da wie ein neugeborenes Kind mit ein paar rostenden Eckebangen. Mit rostigen Gitarren und haben gedacht, was geht denn jetzt in unserer Zukunft? Und dann ist es trotzdem, Gott sei es, Gedanken nach oben gegangen wieder. Du hast vielleicht abschließend noch den Punkt mit dem Thema Heimat. Das wurde euch ja auch immer wieder vorgehalten, dieses Thema patriotische Überhöhung der Südtiroler Heimat bis hin zur Blut- und Bodenideologie, sagt dein Freund Hindrichs. Mein Freund. Ja, in Anführungsstrichen Freund. Und du singst dagegen, ihr seid dumm, dumm und naiv, wenn ihr denkt, Heimatliebe ist gleich Politik. Ist ja auch dumm. Aber Heimat ist natürlich ein zentrales Thema von Politik. Also die Frage, wer dazugehört in einem Land. Das hat ja nichts mit Heimat zu tun. Wer sozusagen sich heimisch fühlen darf, wer willkommen ist. Was wir verlangen von Leuten, die zu uns kommen für unser Zusammenleben. Das sind ja alles hochpolitische Themen, die mit Heimat verbunden sind. Jetzt verstehe ich, wie der Spiegel arbeitet. Nein, ich bin ja nicht mehr beim Spiegel. Ich weiß, aber du warst beim Spiegel. Aber ich wollte trotzdem, Melanie, dazu was sagen. Ihr habt eine komplett andere, das Wort Heimat hat in Deutschland ganz, ganz anderen Klang als in Südtirol und auch als in Italien, in Frankreich, in Spanien, wahrscheinlich auch in Japan und, Australien, Amerika, egal wo. Für mich ist Heimat positiv besetzt. Und zwar mit dem Gefühl, hier kannst du dich fallen lassen, hier bist du sicher, hier weißt du, wo deine Familie ist. Hier hast du die großen Erfahrungen in deinem Kopf, deine schönen Bilder, da Kindheit, da Jugend, da Bräuche, da Kultur, da Lieder, egal was. Das ist für mich Heimat. Das sage ich auch, obwohl ich kein Südtiroler, das würde wahrscheinlich auch ein Japaner unterschreiben. Das ist für mich Heimat. Das ist für alle Heimat, glaube ich. Nicht Heimat. Und nur weil ich dieses Gefühl so empfinde, stelle ich mich noch lange nicht. So dämlich bin ich nicht, dass ich hergehen kann und sagen, die gilt nur für mich und für dich nicht. Warum denn? Ich glaube nämlich, dass Menschen mit diesem Gefühl zu sagen, Genau das gibt mir Stärke und Kraft. Das macht Selbstbewusstsein und auch Selbstsicherheit. Und ich glaube, dass genau solche Menschen offener sind als Leute, die verunsichert sind. Das ist für mich Heimat. Ja, und trotzdem ist ja da dieses Gefühl, das wird in Deutschland in rechten Kreisen auf die Formel gebracht, fremd im eigenen Land. Aber das muss man dann auch sagen. Ich habe das nie gesagt. Ja, ich bin ja auch noch nicht fertig mit meiner Frage. Deswegen glaube ich, dass Heimat so ein hochpolitisches Thema ist, weil viele Leute ein Problem damit haben, also gerade die Wählerschaft der AfD, wenn sie sagen, ich bin umgeben von zu vielen Menschen, die nicht so aussehen, wie ich es in meiner Heimat, wie die Menschen, mit denen ich Heimat verbinde. Menschen mit Kopftuch, Menschen mit dunkler Haut. Und ist das sozusagen, kannst du verstehen, also aus dieser Haltung raus, glaube ich, feiern die dann auch solche Lieder. Und nochmal, da sagen die dann nicht, das singt ja ein Südtiroler, deswegen gilt das für mich jetzt nicht so, sondern die fühlen sich dadurch angesprochen, auch sozusagen ihre Ablehnung zu rechtfertigen. Es singt ja, glaube ich, an einer Stelle, wer sich für die Heimat schämt, soll sie verlassen. Und das ist natürlich auch ein Spruch, den du in rechten Kreisen sehr oft hörst. Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen. Also es ist genau das parallele Wording. So, Melanie, es ist, wenn man diesbezüglich noch drei Minuten hat, dann würde ich darauf gerne eingehen. Ich verstehe jeden Menschen, die auf dem Land draußen groß geworden ist, Und nicht in Berlin-Kreuzberg, dass sich der erstmal unsicher fühlt bei allem, was er nicht kennt. Das ist in unserer Psyche einfach drin. Das hat auch damit zu tun, dass die Menschheit überhaupt noch existent ist, weil natürlich eine Art Vorsicht vor Leuten, das gab es schon früher, in der Steinzeit, wo die ersten Leute sich in Siedlungen niedergelassen haben, dass jemand, der dazu kommt, erstmal argwöhnisch begutachtet wird, weil du weißt ja nicht, wie dieser Mensch dir gegenüber ist. Das ist aber bei uns. Das ist im Übrigen auch bei meinen Rindern und überall so, wo viele Rinder auf der Weide stehen, kommt was Neues dazu, dann schauen die alle mal, oh, wie meint der es gut mit mir? Meint der es schlecht mit mir? Ich vergleiche jetzt keinen Menschen mit einem Rind. Ich will nur sagen, dass es in der Natur so ist. Ich persönlich kann auch sagen, dass es mir selber auch so mal gegangen ist, bis ich eines Besseren belehrt wurde. Ich bin mit 14 in die Lehre gegangen, beziehungsweise genau am 16.06.96. Mit 15 bin ich in die Lehre gegangen und wurde am ersten Arbeitstag nach München geschickt. Ein Rotzlöffel. Und damals sagtest du, das, was ich dort gesehen habe, die Deutschen gegen die Türken, war das gleiche wie das, was ich in Südtirol gesehen habe, wir gegen die Italiener. Ja, genau. Aber das ist es ja gerade, deswegen ist es ja... Ich will nur auf das Bild reingehen. Jetzt kommst du als Südtiroler und deswegen ist auch diese Kaisergeschichte so absurd, weil wir überhaupt keine Ausländer hatten damals. Bei uns hat es die einfach nicht gegeben. Wir hatten immer mit den Italienern zu streiten, weil damals, wir hatten vielleicht, und die waren aber älter, aus dem Ex-Jugoslawien-Krieg hat es ein paar Leute gegeben, aber das waren Bauarbeiter, da waren wir zu jung, mit denen haben wir nichts zu tun gehabt. Aber ich bin, wie gesagt, nach München gekommen und bin dann teilweise abends in diese Clubs, weil man kann ja auch mit zwei Stunden noch am nächsten Tag 13 Stunden arbeiten und dann am Tag drauf nochmal. Und ich habe da auch so geschaut und ich kann es halt einfach nicht. Was kanntest du nicht? Also dass so viele türkischstämmige Menschen da waren? Auch das, auch dass Leute mit Verschleierung irgendwie an mir vorbei, ich kannte es nicht. Das war bei mir, Menschen, die verschleiert waren, war meine Großtante mit ihren Freunden, die war Klosterfrau. Das war aber auch alles, wo wir dann Binguine hinterher geschrieben haben, so geschrien. Dann war es natürlich auch so, dass meine Arbeitskollegen zum ersten Mal irgendwo in Deutschland beim Inder gegessen haben. Gott sei Dank war es gut oder beim Döner und so weiter. Das waren alles so Dinge, Shisha, alles Dinge, die wir nicht kannten. Natürlich ist das für uns erstmal so gewesen, boah, hoffentlich passiert nichts. Und dann gehst du wieder, dann fährst du nach Südtirol und sagst, schön, alles vertraut. Jetzt fährst du nochmal hin. Dann war der Inder so gut. Dann sagen wir, Knödel und Pizza kriegen wir zu Hause. Dann gehen wir nochmal zum Inder oder zum Döner. Und das braucht alles seine Zeit. Jetzt die Leute herzustellen oder zu verurteilen, dass sie dieses in sich drinnen, in ihrer DNA lebende Gefühl zum Ausdruck bringen. Weil sie sagen, weiß ich nicht, ob ich das so gut finde. Und die dafür zu verteufeln, ist meines Erachtens so ein bisschen falsch. Verurteilt wird ja nicht das. Verurteilt wird, dass Teile zum Beispiel der AfD sagen, diese Leute können nie deutsch sein. Die können einen deutschen Pass haben, die können vielleicht auch Deutsch sprechen, aber die sind keine echten Deutschen. Ja gut, das ist, weißt du, was ist ein echter Deutscher? Gibt es ja eh keine mehr, hat es ja nie gegeben im Grunde. Was soll denn das heißen? Es gibt ja auch keinen echten Italiener oder nicht mal einen Römer war ein echter. Was heißt denn das? Für mich gibt es einen Pass oder es gibt letztendlich für mich, wenn ich heute jemanden als irgendwas. Betitel, was er ist, dann sage ich einfach, es ist ein guter Mensch oder es ist ein schlechter Mensch. Es ist ein Mensch, der mit den hier gut funktionierenden und sich über Jahrhunderte aufgebauten, Werten und Regeln des friedlichen Zusammenlebens fein macht damit. Dann gehört er dazu und der andere ist überall ein Arschloch. Das wird die ganze Welt betreffen. Die gibt es überall. Wir haben übrigens auch Arschlöcher. Vielleicht bin ich so eins, würde ein anderer sagen. Aber klar, das ist auch dumm, wenn man so agiert. Das ist meine Meinung. Arschloch ist ein Arschloch und ein netter Mensch ist ein netter Mensch. Damit wärst du voll anschlussfähig bei der SPD und bei allen. Bei Mitte links, würde ich jetzt mal sagen. Ja, du, da gibt es ja auch Wichser. Und wie gesagt, überall. Ich möchte, wie gesagt, nur eine Sache noch loswerden. Ich bin Handwerker. Bei mir geht ganz, ganz viel auch mal nicht so kompliziert zu denken, weil sonst kriegst du auch ein Dach nicht drauf. Man macht dann macht man fehler man korrigiert sich man krempelt die ärmel hoch wenn es notwendig ist man jammert nicht den ganzen tag rum sonst kriegst das dach auch nicht drauf und man arbeitet auch ganz ganz viel mit hausverstand und im vertrauen auf den anderen sonst lässt das seil aus und liegst unten und ich finde, Das alleine schon sind einige Regeln. Auch mal zu sagen, ich habe einen Fehler gemacht, es tut mir leid und ich reiche dir die Hand. Zu sagen, danke, dass du mir geholfen hast. Wenn man jemanden nicht versteht mit Händen und Füßen, kriegt man sich auch irgendwie erklärt und so weiter. Das sind für mich eigentlich schon gute Werte. Wenn die alle so ein bisschen funktionieren würden, dann mögen das zwar vielleicht auch teilweise sehr konservative Werte sein in gewissen Teilen. Aber für mich haben sich die bewährt. Und deswegen sind auch unsere Lieder eher aus dieser Warte raus, aus dem ländlichen Alpenraum. Und dass in Deutschland die Band so erfolgreich wurde, das konnte ja keiner ahnen. Aber es wäre ja dumm, wenn wir Dinge singen, die wir nicht fühlen und auch nicht kennen. Deswegen verurteile ich auch niemanden, der die Welt ein bisschen anders sieht. Schön wäre, wenn man das wie wir beide machen. Deswegen sage ich und sage, du hast eine andere Meinung als ich. Das finde ich schön. Man redet dann miteinander und muss ja nicht streiten die ganze Zeit. Das passt eigentlich ganz gut zu meiner Abschlussfrage. Und ich höre ja oft so, ja, hier unframed, in Wahrheit will sie eigentlich doch nur ihre Gäste wieder in genau der Schublade drin halten, in der sie schon die ganze Zeit waren. Du blickst sehr kritisch auf die deutschen Medien und auf den Umgang mit deiner Band. Und dir hattest du jetzt heute das Gefühl, du konntest das loswerden, was du wolltest. Ich habe bei dir das Gefühl, wir könnten noch sieben Stunden reden. Das stimmt. Aber wir haben ja auch einen straffen Zeitplan. Und jedenfalls, meine Frau hat gesagt, die Frau Amman, die wird dich richtig grillen. Hat sie gemeint, meine Frau, weil die verfolgt das auch so ein bisschen. Dafür war es doch ganz harmlos, oder? Nee, es ist alles gut. Weißt du, ich habe eine gewisse Lockerheit seit dem Buch, die ich vorher nicht hatte. Und ich hätte die gerne auch vorher schon gehabt. Ich habe durch dieses Buch und auch durch einige Guides, die mich mit Fragen wirklich wie ein Schweizer Käselöcher rausgetrieben haben aus mir, ich habe... Viel in meinem Leben besser verstehen lernen oder verstehen können. Ich habe auch gewisse Ansichten von Medien hinterfragt und es mitgekriegt, dass auch ihr, das ist die Geschichte, die ich bei den Medien bis in einer sehe. Ich glaube, du kommst aus der Nähe von Bonn, oder? Richtig, altes Westdeutschland, ja. Rhein-Sieg-Kreis Siegburg. Siegburg, genau. Und ich habe, natürlich bist du anders geprägt als ich. Und natürlich sind die meisten Medien in großen Städten und natürlich gibt es gewisse Ängste und Vertrautheitsgefühle in großen Städten anders als in kleinen Dörfern draußen. Und ich glaube, wenn man diese Geschichte bei mir anerkennt, dass ich kein Deutscher bin und wenn man auch als Philipp Burger anerkennt, dass viele Medienleute eben auch nicht aus den Bergen kommen. Dann versteht man sich schon mal drei Schritte besser, als es je zuvor war. Und deswegen habe ich, wie gesagt, aufs Buch betreffend keine Angst vor irgendeiner Frage. Ich habe nichts zu befürchten. Und ich rede lieber mit Leuten, die mir kritisch gegenüber sitzen, als mit jemandem, der mir nur auf die Schulter klopft und sagt, Philipp, das ist total recht, weil sowas langweilt mich, dass ich schon nach einer halben Stunde aufgestanden wäre und gegangen wäre. Denkst du, dass wenn es Freiwild noch zehn Jahre gibt, werdet ihr aus diesem Label rechte Band rauskommen? Ehrlich gesagt glaube ich es nicht, weil das sich einfach auch gut verkauft weiterhin. Also das heißt, du fändest es gar nicht so schlimm? Nein, ich fände was nicht schlimm, dass man uns... Also wenn es so bliebe. Ich würde mir schon lieber wünschen, dass wir auch mal große Festivals spielen und mal im Backstage mit anderen Bands einfach reden könnten. Ohne wo es nur um die Politik oder sonst was oder umgekehrt, ohne dass man uns die Tür gar nicht mal aufmacht. Natürlich würde ich gerne mit Leuten reden, aber es betrifft jeden. Ich würde mit jedem Menschen gerne reden, auch wenn er eine andere Meinung hat. Und ich finde auch dieses, das was bei dir schön ist, du scheinst eine Sache ein bisschen anders zu machen. Oder zumindest ist es jetzt derzeit so in Bezug auf mich. Man gibt mir mindestens die Chance, mit mir zu reden. Wir hatten früher, ich mache ein Beispiel, Riverboat. Ich würde gerne da mal reden. Oder man hat uns das nie gehört. Ich gebe es den Kollegen weiter. Nee, die haben immer gesagt, das passt nicht in unsere Sendung, du passt uns nicht. oder vielleicht sage ich ja jetzt was Falsches. Aber wir hatten einfach die Möglichkeit nicht. Und heute kommt mir vor, dass man seit dem Buch und seit der Gesprächsbereitschaft auch von euch aus, von der Medienwelt, einfach ein paar Schritte weiterkommt, weil ich glaube, das ebnet sich. Und was zusammenwachsen kann, sollte man zusammenwachsen lassen. Und deswegen muss nicht jeder. Dieselbe Denker haben. Das denke ich einfach. Das ist Freiheit für mich. Dann hören und sehen wir dich bei Riverboat und warten auf weitere politische Statements von dir. Alles gut. Vielen Dank. Danke. Wenn euch diese Folge gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr den Podcast auf eurer bevorzugten Plattform abonniert und eine Bewertung hinterlasst. Eure Unterstützung hilft uns, auch künftig spannende Inhalte zu produzieren. Lukas Weil und Melanie Ammann. Distribution und Planung Alexandra Schaller. 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