Da mein Migrationshintergrund eigentlich nicht immer eine große Rolle gespielt hat, habe ich Rassismus nicht erfahren. Ich glaube, das ist ein Privileg dahingehend, dass ich eben tatsächlich einen deutschen Vor- und Nachnamen habe. Nach der Gegenrede war das dann auch sehr präsent in den sozialen Medien und auch in der Öffentlichkeit. Und ich meine, aus der eigenen Klasse heraus gab es dann auch die ersten Drohungen nach der Rede, die halt für diesen Sicherheitszustand gesorgt hatten. Natürlich ist dieser Mann gefährlich, aber ich finde viel gefährlicher, dass man dann eben alle so wirklich unsichtbar macht, die sich dem entgegenstellen. Es geht nicht darum zu sagen, sofort ein AfD-Verbot durchzusetzen, sondern erst mal überhaupt das Verbot zu prüfen, ob das überhaupt erfolgreich wäre. Ich sehe halt das wirklich jetzt ein Problem an, dass Menschen sehr viel Angst besitzen hier und dass die AfD immer die Kraft war, die mit dieser Angst gespielt hat. Wie frustriert man junge Menschen, indem man einfach ständig diese Zuschreibung macht, weil du Simson fährst, bist du rechts? Ich zum Beispiel habe Kritik daran, das habe ich ja sehr offenkundig gemacht, dass man ihn auf das Frontcover klebt und dann runter schreibt, der gefährlichste Mann Deutschlands. Erst kürzlich nach dieser Gegenrede. Willkommen zu einer ungewöhnlichen neuen Folge von Amman Unframed. Wir mussten letztes Mal ja, nachdem uns unser Gast Herr Tilschneider von der AfD unerwartet verlustig gegangen ist, etwas früher die Folge ausspielen als geplant. Das heißt, wir machen jetzt noch eine weitere Folge außer der Reihe und freuen uns sehr, dass wir hier sind mit Max Schneller. Herzlich willkommen. Herzlichen Dank für die Einladung. Wir treffen ihn hier bei TV Halle im Studio in Sachsen-Anhalt, denn Max ist voll im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Wir haben uns entschieden, dass wir uns duzen, weil du 17 bist. Deine Eltern finden es gut, dass du hier bist. Das sage ich auch gleich zur Sicherheit, damit es keine. Bösen Vermutungen gibt. Du bist bekannt in Social Media als maximal demokratisch unter dem Namen. Du bist ein politischer Aktivist gegen die AfD, gegen die rechte Szene in Sachsen-Anhalt. Also man kann sagen, du bist quasi der Gegenpol zu Hans-Thomas Tilschneider, den wir letzte Woche hier hatten. Du bleibst hoffentlich länger als er. Du bist aber auch schon länger zivilgesellschaftlich engagiert. Und du bist eigentlich das erste Mal bekannt geworden, so richtig, als du mit 16 ganz allein auf eine Querdenker-Demo gegangen bist und, den Holocaust-Leugnern da widersprochen hast. Und das Video ging viral. Seitdem bekommst du aber auch die Schattenseiten des Engagements zu spüren mit Morddrohungen und allem Möglichen. Und sagst aber, du bleibst in Sachsen-Anhalt, willst ja auch bleiben, wenn eine AfD eines Tages regiert. Ich möchte heute mit dir darüber sprechen, was passiert hier in diesem Bundesland gerade? Wie blickst du auf den Wahlkampf? Wie kommt es, dass die etablierten Parteien, so absaufen gegen die AfD? Und welche Rolle kann die Zivilgesellschaft noch spielen bei dieser Wahl? Also herzlich willkommen, Max Schneller. Danke. Linke Zecke ist ein Zitat, das wir über dich gehört haben. Wie fühlst du dich mit diesem Frame? Naja, also wenn man schaut, wer sowas schreibt, dann sehen wir ganz schnell, dass es sind Personen, die sich nicht mal mit Klarnamen im Netz aufhalten, die nicht mal ein Profilbild drin haben. Also ich glaube, das sind Dinge, wo ich gar keine Relevanz drauf gebe. Aber klar, wenn das halt in Größenordnung manchmal schon mit hunderten Nachrichten kommt und auch in den Direktnachrichten, dann ist es natürlich eine Sache von, da schaut man sich einfach drüber hinweg. Viele Fälle zeige ich an, aber auch nicht alle Fälle, weil manchmal kommt dann halt auch wirklich dieses da rein, da raus und dann nimmt man es halt einfach hin. Du machst zurzeit eine Ausbildung, aber du hast ja vorher auch in der Schule, erlebt, dass eine große Anzahl deiner Mitschüler zum Beispiel bei so, wie soll man sagen, Testwahlen oder Schülerwahlen in deiner Schule haben ja, glaube ich, mehr als 50 Prozent die AfD gewählt. Also kamen da dann auch solche Sprüche? Und wie war das für dich, sich mit denen auseinanderzusetzen? Also vielleicht jetzt keine Rektur, ich mache keine Ausbildung, ich mache einen Bundesreiwilligendienst. Das ist eine Folge davon natürlich, dass ich aufgrund der Bedrohungslage, vielleicht gehen wir darauf noch ein, die Ausbildung abgebrochen habe. Und ich war ja bis letztes Jahr noch Schüler und wusste natürlich sofort auch, wie das Thema Schule und Rechtsextremismus ist. Also das Spiegelbild der Gesellschaft ist Schule immer. Und sich gegen diese einfache Narrative zu wehren, war schon oft nicht einfach, das muss man ganz klar sagen, weil solche Narrative oft auch von Lehrkräften bestärkt wurden. Und wenn halt also wirklich so Parolen fallen, wie die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg und die Lehrkraft nicht einschreitet, sondern mich dann gegen sechs Schülerinnen und Schülern in eine Diskussion stellt, dann ist das natürlich eine Sache von, also A. Keine Diskussion auf Augenhöhe und B, halt auch keine Grundlage, auf der man auch nicht diskutieren kann und der Sozialkundenunterricht war halt immer schon so geprägt, dass die Lehrkraft, die ich da hatte, eben offenkundig, Ich glaube, ich würde das behaupten, Vorlieben zu dieser Partei hat, beziehungsweise halt keine Scheu davor hat, auch sie in Schutz zu nehmen öffentlich und sowas. Ich wollte gerade fragen, also wir reden nicht über Lehrer, die vielleicht überfordert sind mit den, mit klar AfD-positionierten Schülerinnen und Schülern, sondern du meinst, da gab es auch nennenswerte Zahl an Sympathisanten. Naja, also ich würde behaupten, es gibt einen Unterschied zwischen den Lehrkräften, die aus dem eigenen Ort kommen und zwischen die, die aus Leipzig kommen. Ich glaube, die, die aus Leipzig kommen, das sind meistens die jüngeren Lehrerinnen und Lehrer, die offenkundig ein demokratisches Weltbild haben als diejenigen, die von vor Ort halt stammen. Und gerade die von vor Ort, also die Lehrkraft, die ich im Sozialkohlenunterricht hatte, war eben offenkundig. Und so hat man das auch wahrgenommen. Das habe nicht nur ich wahrgenommen. Einfach eine Lehrkraft, die auch kein Interesse daran hatte, die Diskussion oder dieses heiße Thema an der Klasse einfach zu kühlen oder zu entkräften. Nee, das hat man noch angeheizt und so eine Diskussion zu führen, die unter Emotionen stattfindet, da hast du einfach keine Chance. Also es ist wirklich... Und jetzt sind wir schon mittendrin, aber das würde ich jetzt doch noch gerne intensiver besprechen. AfD-Leute sagen ja, gut, dass es dann vielleicht vorbei ist mal damit, dass man in der Schule unsere Kinder links indoktriniert werden. Solange die AfD nicht verboten ist, ist es ja auch erlaubt, diese Position zu vertreten, auch sozusagen innerhalb des rechtlichen Rahmens. Also kannst du nachvollziehen, dass es Leute gibt, die sagen, ich bin rechts, ich habe ein Weltbild, das dem der AfD entspricht und jeden Tag gehen meine Kinder in die Schule und hören davon irgendwelchen linksverstrahlten, aus Leipzig kommenden Sozialkundelehrern, dass sie irgendwie mit offenen Grenzen und dass sie hier die ganzen Migranten reinlassen sollen oder die ganzen Flüchtlinge reinlassen sollen. Genau so extrem, wie es die AfD ja darstellt, ist es ja gar nicht. Also es ist ja völliger Quatsch. Ich würde behaupten sogar, dass, also die AfD definiert ja ihre Neutralität immer dahingehend, dass Lehrer gar nichts machen dürften politisch. Also sie dürfen nicht politisch sein. Die Frage ist immer, was definieren sie als politisch? Also ich definiere politisch, dass sie halt natürlich sich ganz klar gegen Menschenverachtung äußern oder gegen, weiß ich nicht, Rassismus oder irgendeine Art von Diskriminierung, die Menschen herabwürdigt. Und das ist die Pflicht des Lehrers, dagegen anzugehen und dagegen auch wirklich lautstark zu sagen, das geht so nicht. Und also das ist Demokratiebildung. Lehrkräfte haben dazu auch ein Eid geschworen. Also sie haben auf die Verfassung des Landes ein Eid geschworen. Und gerade auch in Sachsen-Anhalt, Artikel 37a der Landesverfassung, der beinhaltet ja auch ganz klar, dass die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts klar bekämpft werden soll. Das ist eine klare Landesverfassung. Also die Antifa-Klause sagt man ja auch umgangssprachlich. Und das ist eine Verfassung, auf die Lehrkräfte geschworen haben. Und ich finde einfach, da geht es auch jeder Lehrkraft, dass sie das halt nachverfolgt. Antifa ist ein harter Trigger, glaube ich. nicht nur das Wort, nicht nur für AfD-Leute, sondern auch für wahrscheinlich CDU-Wähler, muss man ja sagen. Und vielleicht mal so rumgefragt, wurdest du denn auch direkt rassistisch angegriffen und hätte dann Lehrer sozusagen einschreiten müssen? Oder war es eher so, dass man so abstrakt gesprochen hat über Flüchtlinge, die zu faul sind oder nichts machen? Oder ging es auch schon auch gegen dich und deine Familie direkt? Naja, also da mein Migrationshintergrund eigentlich nicht immer eine große Rolle gespielt hat, habe ich Rassismus nicht erfahren. Ich glaube, das ist ein Privileg dahingehend, dass ich eben tatsächlich einen deutschen Vor- und Nachnamen habe. Also offenkundig würde jetzt nicht jeder davon denken, dass ich irgendwie eine kurdische Migrationsgeschichte habe. Aber ich glaube schon, dass dieser Rassismus gegenüber anderen Menschen offenkundig in der Klasse war. Also da wurde das N-Wort verwendet, da wurde auch das Wort, das K-Wort, ich will es jetzt nicht aussprechen, verwendet. Das sind Begriffe, die einfach in der Sache, in der Klasse einfach nicht zu suchen haben und dass die Lehrkraft auch diesen Narrativen nicht widerspricht oder auch diese Wörter und diesen Rassismus ungehemmt stehen lässt, das sagt halt auch viel über die Lehrkraft aus, wenn sie halt nicht in der Lage sich sieht, dagegen wieder zu widersprechen. Gab es denn auch Druck auf die Lehrer von den Eltern, dass die sich vielleicht auch deshalb da so rausgehalten haben? Also ich würde jetzt nicht entschuldigen, aber wenn bei dir jeden Tag jemand auf der Matte steht, der ein offensichtlich aggressiver, emotional aufgewühlter AfD-Fan ist, dann hältst du dich vielleicht auch einfach zurück, um deine Ruhe zu haben. Naja, ich glaube nicht, dass es da den Druck gab. Ich habe ihn nicht wahrgenommen, ich weiß es nicht. Was wir wissen, der Druck wird ja trotzdem gemacht. Also die AfD hatte das Meldeportal in Sachsen-Anhalt, wo Schüler wirklich dazu aufgefordert werden, ihre Lehrkräfte einzureichen, anzuscheißen, wenn sie irgendwie nicht politisch neutral in Anführungszeichen gewesen sind. Ich glaube, der Druck, der schwingt da immer im Hintergrund mit. Aber offenkundig, dass Eltern das gemacht haben, weiß ich nicht. Klar ist natürlich auch, bei 40 Prozent, die in Sachsen-Anhalt AfD wählen würden, laut Prognosen widerspiegelt sich das natürlich auch im Elternrat oder in der Elternvertretung. Und vielleicht noch, wie bist du mit den Mitschülern und Mitschülerinnen umgegangen, die sich so verhalten haben? Ich glaube, es war schwer, immer auf Distanz zu gehen, weil irgendwann warst du halt auch alleine, dann hast du halt keinen mehr. Und demnach habe ich versucht, natürlich irgendwie in einer Gruppe zugehörig zu bleiben, aber nicht irgendwie jetzt einfach stehen zu lassen. Also es gab auch Widerspruch. Und ich hatte natürlich auch in der Klasse, was du jetzt schon vorgelesen hattest mit dem Linke Zecke, auch in der Klasse dieses Labels. Also ich war der Linke und mein Engagement war jetzt nicht unbekannt. Auch nach der Gegenrede war das dann auch sehr präsent in den sozialen Medien und auch in der Öffentlichkeit. Und ich meine, aus der eigenen Klasse heraus gab es dann auch die ersten Drohungen nach der Rede, die halt für diesen Sicherheitszustand gesorgt hatten. Max allein unter Nazis war eine Headline, wie das Magazin Chris Mann hat. Wie findest du den Titel? Du hast selber gerade gesagt, du warst alleine. Also war das treffend? Also ja, ich war alleine und ich war auch nicht mit Begleitung dort. Das war auch dieser Impuls, der mir dann so ein bisschen herausgebrochen ist, zu sagen, jetzt gehe ich da hin. Ich war am Tag davor noch zu sagen, nee, wir machen es nicht, wir geben dir nicht die Aufmerksamkeit. Aber dann war mir klar, ich glaube, jetzt sind wir an einem Punkt, wo man wieder sprechen muss und das auch mit jeglichen Mitteln. Und das habe ich gemacht. Und ob die Bezeichnung jetzt richtig ist oder nicht, das mag man halt anders definieren. Ich würde jetzt auch nicht behaupten, dass jeder Mensch, ich würde diesen Begriff Nazi nicht inflationär verwenden, aber wenn halt Menschen offenkundig den Holocaust leugnen beziehungsweise die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden infrage stellen, dann sehe ich schon einen Grund tatsächlich zu sagen, dass da offenkundig, nicht nur Verschwörungstheorien hinterstecken, sondern auch eher ein gefestigtes Weltbild. Ich hatte die Überschrift gar nicht nur auf diesen Auftritt empfunden, sondern ich habe mich gefragt, ob das auch für die Lage jetzt sozusagen im übertragenen Sinne gilt. Also fühlst du dich auch alleine jetzt in der jetzigen politischen Lage, wenn man mal den einen oder anderen Aktivisten mal abzieht? Naja, also ich würde das nicht auf Aktivisten vielleicht reduzieren. Ich sehe eine sehr starke Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt, deswegen finde ich nicht, dass ich alleine bin, aber ich glaube, dass diese Zivilgesellschaft eben noch sehr leise ist und sie könnte lauter sein, beziehungsweise wenn sie es ist, wird sie halt trotzdem leise gemacht. Das ist ein Punkt, den ich ja sehr viel kritisiere in den letzten Wochen, der mich sehr, sehr stört. Und die Aktivisten, die halt offenkundig laut sind, sind halt vielleicht den Teil gar nicht mehr in Sachsen-Anhalt präsent, also wohnen ja gar nicht mehr, sondern leben in Berlin oder irgendwo anders. Und die, die halt präsent sind, die sind vor Ort wie ich oder sie fahren halt hierher und, wollen natürlich irgendwie helfen, aber im Moment sehe ich halt eher die Gefahr, dass die das nochmal verschlimmern, indem sie halt auch dieses Weltbild oder dieses Bild auf Sachsen-Anhalt so sehr verzerren, dass sie halt eben diese 40 Prozent immer nach oben heben und diese 60 Prozent immer halt unbeleuchtet lassen. Ich habe ein Bild von Jette Nizza gesehen, einen Post von ihr, wo sie gesagt hat, komm jetzt hier, anstatt über ein Spiegelcover zu schimpfen, dass Ulrich Siegmund sozusagen aus ihrer Sicht glorifiziert, lieber hingehen und helfen und Wahlkampf machen. Da habe ich auch gedacht, hilft das wirklich oder ist das eher so, da kommen die Leute aus Berlin und machen Entwicklungshilfe sozusagen bei den Armen aus Deutschen. Also was denkst du, wie, ist es dir lieber, wenn solche Leute kommen und sagen, hey, wir helfen oder ist es dir lieber, dass sie das stillschweigend tun? Ich glaube, die Hilfe ist schon notwendig. Ich glaube, es sollte erlaubt sein, Kritik an diesem Spiegelcover zu üben und nach Sachsen-Anhalt zu fahren und an Mecklenburg-Vorpommern und zu helfen. Aber zu sagen, das eine schließt das andere aus, ist falsch. Also ich finde schon, die Kritik am Spiegel, die ich auch sehr stark geübt habe, die jetzt auch aufgenommen wurde tatsächlich in einem Medium, das ist schon ein Punkt, den man auch öffentlich üben muss. Also gerade wenn man hier lebt, warum reduziert man dieses Bundesland immer noch auf eine einzige Person? Natürlich ist dieser Mann gefährlich, aber ich finde viel gefährlicher, dass man dann eben alle so wirklich unsichtbar macht, die sich dem entgegenstellen. Und das sind eben noch die Mehrheit. Es ist der allgemeine Eindruck, Sachsen-Anhalt ist blau, das wird ja auch oft Ostdeutschland in Landkarten, politischen Landkarten sozusagen blau eingefärbt. Warum stimmt das nicht? Vielleicht stimmt es ja auch. Naja, also erstmal mal festhalten, diese politischen Landkarten, die nach jeder Bundestagswahl kommen, schauen wir auf die zweitstärkste Kraft, dann können wir ganz Westdeutschland im Blau sehen. Also ich finde einfach, vielleicht könnte man auch diesen Ansatz mal ein bisschen verschieben und zu sagen, hey, wir haben ein gesamtdeutsches Problem mit Rechtsextremismus. Aber es ist ja die stärkste Kraft insofern. Absolut ist sie und das will ich auch gar nicht schönreden und auch 42 Prozent will ich hier gar nicht schönreden. Und ich sage auch nicht, dass wir das Problem nicht haben. Natürlich ist dieser, menschenbeachtende Scheiß hier öfter zu sehen als irgendwo anders eventuell. Aber natürlich ist auch klar, wenn wir dafür sorgen, dass diese Bilder sich immer mehr verbreiten und wir immer dafür sorgen, dass immer noch dieses Bild gesehen wird, woran denken denn die Menschen auch sofort an Sachsen-Anhalt als erstes? Natürlich ist dann Ulrich Siegmund und die AfD ein Oberstar im Gedanken halt ganz vorn. Aber es gibt halt eben auch, wie gesagt, das kann ich nur erwähnen, die Menschen in Bitterfeld, die jeden ersten Montag jetzt bis zur Wahl diese Demonstration dort machen. Am 31. ist die nächste Demonstration mit Demozug. Jeder ist eingeladen, da hinzukommen. Das ist eine Demo gegen die AfD für den Rechtsstaat. Für Demokratie ist es nicht gegen, es ist für Demokratie, für den Erhalt von Menschenrechten, für Freiheit und einfach das, was man in einer gelebten Demokratie auch leben muss. Also diese Toleranz einfach zu leben. Und ich finde einfach, es ist viel einfacher gesagt, das immer zu loben, aber seinen eigenen Arsch dann auch dahin zu bewegen. Auch als Mensch von irgendwo anders her, auch aus Halle und Magdeburg. Das ist ein Punkt, den viele halt immer einfach nicht sehen, dass sie halt sagen, also dass sie nicht sehen, dass sie auch in der Pflicht dazu stehen, genau dort im ländlichen Raum zu unterstützen. Und das würde ich mir viel mehr überwünschen, dass man auch diesen Menschen halt konkret hilft. Ja. Und zahlenmäßig stimmt es ja auch, sie sind die Mehrheit. Also wenn man auf der einen Seite eben 42 Prozent AfD nimmt, dann ist eben der Rest... Zumindest nicht pro AfD. Wenn man das BSW dazurechnen, wird es schon knapp. Aber klar ist, es ist ein Punkt, das ist erstmal die Realität. Man spricht immer von viel Realität. Wir sollen die Realität anerkennen, dass wir hier ein großes Nazi-Problem haben oder ein Problem mit Rechtsextremisten. Das sehe ich auch. Aber die Realität auch mal anzuerkennen, dass die Wahlergebnisse auch sagen, dass sich 60 Prozent der AfD hier entgegenstellen, das ist auch ein Punkt, der halt dazugehört, den man miterzählen muss. Und ich finde es wirklich anstrengend, wenn wir stets und ständig, also es ist auch ein Ding, was mich in den letzten Wochen sehr, sehr die Nerven zerreiben lassen hat, dass ich ständig anderen Demokraten erklären muss, Leute, wir sind doch auch noch da. Hört doch auf, wenn man ständig diese negativen Schlagzeilen zu verbreiten. Weißt du, das ist ein Problem, was ich sehr anstrengend finde. Dieses negative Clickbaitchen, das lässt sich so einfach verbreiten. Das ist wirklich eine Sache von, die Algorithmen finden das ja geil, wenn negative Sachen kommen. Die positiven Sachen hingegen, die auch die Zivilgesellschaft zeigen, die haben es richtig schwer, einfach in der Öffentlichkeit anzukommen. Und das ist ein Punkt, den ich halt klar machen will. Beschreib mal diese Szene, die zivilgesellschaftliche Szene in Sachsen-Anhalt. Was gibt es da für Player oder. Für Gruppen irgendwie, die sich da engagieren? Bestes Beispiel nochmal Bitterfeld. Eines der vielen Beispiele, Netzwerk Zukunft gestalten. Das sind Menschen, auch von der CDU, also aus einem ganz überparteilichen Spektrum, die sich jeden ersten Montag im Monat da hinstellen. Auf dem Marktplatz, meist mit der AfD im Rücken. Also die teilen sich dann einen Marktplatz. Und natürlich hörst du dann diese Chöre, also von dort und von dort. Aber du hast immer diesen Gegenpol. Und das zeigt auch ganz klar, und das ist ein Punkt, den viele verlernt haben. Auch die AfD hat das verlernt, dass sie Widerspruch ertragen muss. Das ist ein Punkt. Niemand nickt denen hier alles ab. Widerspruch ist eine Demokratiepflicht und das muss gelebt werden. Dann ein bestes Beispiel im Eisleben. Das sind jeden Freitag vielleicht 30 Menschen, die sich dort versammeln. Aber auch genau diese 30 Menschen geben 100 anderen den Mut, nicht mehr zu schweigen. Und ich finde einfach, das ist ein Punkt auch in der eigenen demokratischen Zivilgesellschaft. Schätzt doch diese 30 Menschen. Und macht dann vielleicht 31 draußen. Beim nächsten Mal 32. Oder dann immer mehr. Das ist ein Punkt, das muss man einfach viel mehr schätzen. Weil genau diejenigen sind ja auch erstmal diejenigen, die sich auf die Straße stellen, die sich auch wirklich trauen, in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Da mangelt es ja bei vielen anderen schon gänzlich. Das habe ich in meiner Zeit noch als AfD-Berichterstatterin oft gesehen, dass dann die AfD-Leute oder wenn es da zum Beispiel um eine Schulung da bei Götz Kubitschek in Schnellroda ging, dann filmten die den Gegenprotest, dann war das nur so ein kleines Grüppchen. Dann sagt man, guck mal hier, dieser kleine jämmerliche Haufen von den fünf oder sechs Leuten, das soll jetzt hier diese bunte Gesellschaft sein. Das ist natürlich irgendwie so eine Bildsprache und ein Wording, das, glaube ich, echt wehtun muss, wenn man da dabei ist. Und auch als Beobachterin denkst du so, ja, das ist schon eine sehr kleine Gruppe. Und ja, gibt es das überhaupt, die Zivilgesellschaft da? Aber wie gesagt, auch da ist der Fall. Diese kleine Gruppe, wenn es die nicht gäbe, gäbe es ja gar keinen Widerspruch. Und das ist ein Punkt, den man schätzen muss. Und jetzt gibt es natürlich die Hilfe. Viele kommen aus Leipzig hingefahren mit Bussen und auch aus Halle. Und ich finde das gar nicht so schlecht, wenn man einen Bus organisiert und sagt, komm, wir fahren zusammen dahin. Weil das ist gelebte Solidarität. Man unterstützt die Menschen vor Ort. Und ich glaube, jene, die das halt kritisieren, Haben es halt selbst noch nicht gemacht. Dem würde ich empfehlen, das auch mal zu tun. Weil dann kommt man vielleicht auch aus der eigenen Berliner Hauptstadt-Bubble raus. Und versteht ihr euch untereinander in diesen zivilgesellschaftlichen Gruppen? Weil man hat ja oft so von außen das Gefühl, das ist so ein bisschen wie bei der iranischen Exil-Opposition, dass die sich untereinander total bekämpfen. Ist das denn bei euch wenigstens halbwegs geschlossen? Naja, also ich glaube, in der Demokratie sollte man nicht immer einer Meinung sein. Das ist ganz normal. Natürlich gibt es Meinungsverschiedenheiten. Ich glaube, das beste Beispiel in dieser demokratischen Szene ist doch das Thema Nahost. Also ich muss an der Grenzen ziehen zwischen Hamaslovern und Leuten, die den Palästinensern den Tod wünschen, aber ich finde einfach, es gibt ein gemeinsames Ziel und das ist der Erhalt der Demokratie. Und ich finde, das eint ja, das eint die Menschen. Und ich glaube, das sehen wir auch bei den ganzen Protesten. Der große Protest hoffentlich in Magdeburg am 5.9. wird auch nochmal ein sehr starkes Zeichen setzen, einstatt vor der Wahl, in dem halt ganz klar gezeigt wird, wir ziehen ja einen Strang, wenn es um den Erhalt unserer Demokratie geht. Wenn es darum geht, dass wir Menschen, die entmenschlicht werden sollen, dass wir uns dagegen stellen und uns vor die stellen. Und ich finde einfach, da komme ich wieder an den Punkt zu sagen, schätzt das doch einfach, was da passiert. Also klar ist das nicht alles sehr einfach, was gerade hier auch in der medialen Berichterstattung abläuft. Aber dass sie vor Ort sind, dass sie sich zeigen, dass sie sagen, wir sind jetzt hier und wir machen das, das ist einfach eine Sache, die erfordert sehr, sehr viel Mut. Und das ist Anerkennung, die da auch entgegenkommen sollte. Und im Verhältnis zur CDU, wenn man zurückdenkt an diese kleine Anfrage, wo die ganzen NGOs angeprangert wurden vor der Bundestagswahl. Merkst du davon was hier? Also ist die CDU auch so ein bisschen skeptisch, wenn irgendwie linke zivilgesellschaftliche Organisationen sagen, hey, wollen wir nicht vor Ort was zusammen machen, dann kriegen wir nicht 30, sondern 50 Leute oder 80 Leute zusammen. Die CDU hält sich halt sehr zurück. Ich glaube, sie sind in Sorge, dass sie, das ist beispielsweise der CSD in Magdeburg, sie hatten keinen eigenen Infostand, das war nicht sehr traurig, weil ich mir dachte, Mensch, gerade Tobias Kohl in Magdeburg, der da auch ein Direktmandat gewonnen hat, der eigentlich als der Sozialere in der CDU in Sachsen-Anhalt gilt, dass die dort nicht präsent war, natürlich eher nur auf der Bühne als Podiumsdiskutant, aber, ich finde, das ist ein viel stärkeres Zeichen, wenn du auch mit einem eigenen Infostand mit CDU-Logosar stehst. Und natürlich können sie sich halt ganz einfach in Berlin auf den CSD mit ihrem Wagen da reinschmuggeln und dann LSU, also Läsden- und Spulen-Union, aber in Sachsen wird das halt nicht gelebt, so wirklich. Und das ist auch ein Punkt, also wenn ich manchmal denke, was es da für Abgeordnete gibt, bestes Beispiel ist der aus Quedlinburg, der Herr Reuscher von der CDU, der ja auch offenkundig Zusammenarbeit mit der AfD gar nicht so schlimm findet, der die Brandmauer ja beendet haben will. Das ist so einer derjenigen, wo ich mir denke, da tickt einfach raus einer Gehorsam schon. Also die haben offenkundig kein Problem damit, in die Nähe der extremen Rechten zu gehen. Und denen muss man ganz da auch wieder Einheit gebieten. Ich meine. Aus meinem Ort, der Bürgermeister in Bad Dürrenberg, wo ich ja bekannt geworden bin, da sehe ich jetzt am Freitag das Bild mit Herrn Siegmund, wo er sich da den Handschlag gibt. Und dann habe ich ihm klar geschrieben, du hättest dich nicht mit dem treffen müssen. Es gibt auch keine Neutralität gegenüber einer gesichert rechtsextremen Partei, die in Sachsen vom Landesverfassungsschutz so eingestuft worden ist. Hat er geantwortet? Nein, natürlich nicht, aber er hat es gelesen. Er hat es gelesen und ich finde einfach, das ist schon klar genug zu zeigen. Ich habe es auch veröffentlicht, weil ich würde diesen Druck natürlich auch erhöhen, weil ich finde es einfach, man muss Widerspruch leisten. Das habe ich auch mir wirklich von mehr Menschen gewünscht. Wenn ihr das Kacke findet, dann empört euch nicht darüber, sondern geht auch aktiv hin und sagt, ich finde das scheiße. Sagt es einfach, weil das ist ein Punkt, also auch zu argumentieren, ich finde es deshalb nicht gut, ist halt auch wirklich etwas, was man auch wirklich mehr und mehr verbreiten sollte, weil das ist ein Punkt, der in den letzten Wochen und Monaten und auch Jahren sehr verloren gegangen ist. Und du bist ja selber Mitglied der Linken. Wie blickst du so auf die Sätze, die man da teilweise hörte aus Berlin vom Bundesparteitag oder ich weiß gar nicht, ob er in Berlin war oder jedenfalls vom letzten Parteitag, wo ja dann auch Herr Pantesano nochmal ordentlich ausgeteilt hat gegen die CDU und dann hieß es ja, die CDU seien Faschisten und so. Ist das nicht ein bisschen kontraproduktiv, wenn man so mit dem Rücken zur Wand steht? Also ich unterstreiche diese Aussage nicht und ich finde es ja auch grundlegend erstmal falsch. Klar ist natürlich, die CDU macht AfD-Politik und sie würde es sofort machen, wenn sie allein regieren würde. Würdest du sagen, auch bundesweit? Selbstverständlich. Ich glaube, also wir sehen jetzt ja auch gerade der Angriff auf den Sozialstaat. Das ist eine Sache, die Konservativen und Rechten, eigentlich eher Rechten, nicht näher liegt, als das zu tun. Und ich meine, soziale Gerechtigkeit ist das beste Mittel gegen die extreme Rechte. Aber das ist ja ein harter Vorwurf, jetzt zu sagen, eigentlich ist die CDU und die AfD das Gleiche. Nein, ich sage nicht, dass sie das Gleiche sind, aber sie machen halt offenkundig die Politik. Sie rucken halt immer weiter nach rechts. Also ich meine, das ist ja nicht ein Ding, was ich mir ausdenke, sondern es ist tatsächlich so, dass wenn die AfD einen Vorschlag bringt, ich glaube auch das Thema Migration ist ja da selbst so aufgeladen, weil man mit jedem Narrativ, wo man denen auf den Sattel steigt, dass man halt das noch verschlimmert. Also ich glaube, wir müssen das Thema Migration gar nicht so emotional debattieren und immer davon schreien, dass es alles Messerstecher sind, wenn halt auch eine CDU nicht immer ständig diesen Narrativ hinterherrennen würde. Wobei natürlich schon die AfD mit ihren Forderungen, einfach was sie verändern will, ob das jetzt rechtlich möglich ist oder nicht, natürlich nochmal 20 Stufen, glaube ich, weitergeht als die CDU, oder? Absolut. Insofern ist das nicht ein bisschen... Es gibt da eine Grenze. Es gibt da auch, ich würde nicht sagen, dass sie das Gleiche sind. Ich sage trotzdem, sie machen an einigen Punkten diese Politik. Politik, das muss man halt sagen. Das ist halt nichts, was man jetzt sicher beiträumt, sondern man sieht das konkret. Aber es gibt eine Grenze. Und ich sage auch nicht, dass die CDU faschistisch ist. Ich hoffe einfach nur, dass die CDU am 6. September klar sagt, wir stehen auf der Seite der Demokratie. Und wenn sie sich am Ende zum Steigbügelhalter machen. Und das ist eine Frage von, ich glaube, es liegt nicht daran, ob die AfD jetzt stärkste Kraft wird und eine Alleinregierung stellt oder nicht. Am Ende liegt es an der CDU, wenn es ehrlich dazu kommt. Es wird nicht auch an der Linken liegen. Ich glaube, die Linkspartei zum Beispiel wird für Gespräche bereit sein, es muss keine Koalition geben, aber es kam ja auch ins Magdeburger Modell, ist man hier in Sachsen ja schon bekannt, mit Reinhard Höppner damals, als die PDS damals toleriert hatte. Ich glaube, es wirklich liegt an der CDU, weil wenn man halt schon hört, dass einige Abgeordnete laut dem Fokus, oder T-Online-Fokus, glaube ich war es, Fokusartikel gesagt haben, dass es ja Pläne gibt, dass man dann sich abspeiten muss. Es müssen ja nur wenige sein, drei würden schon reichen nach aktuellen Umfragen. Ich meine, die AfD steht ein Sitz vor der absoluten Mehrheit, so, beziehungsweise nach aktuellen Umfragen, glaube ich, bei 39 Sitzen. Wenn man jetzt diese 42, ab 42 geht die Mehrheit, das sind halt wirklich tatsächlich drei Sitze, so. Und du würdest deiner Partei trotzdem raten, auch wenn du diese Gemeinsamkeiten siehst zwischen CDU und AfD, mit ihr zusammenzuarbeiten, um eine AfD-Regierung zu verhindern? Also ich bin hier nicht als Mitglied der Linkspartei, das muss man ja auch sagen. Ich bin immer noch in der Öffentlichkeit als Aktivist, der überparteilich engagiert ist. Ich bin auch bei den Grünen viel aktiv. Ich meine, ich war auch im Ortskongress auf dem Landesparteitag, ich habe da Grußwort gehalten. Ich sehe es nicht in der Pflicht, meiner Partei irgendwelche Empfehlungen zu geben, die wissen selbst, was sie machen. Und ich glaube, in Sachsen-Anhalt guckt man sich noch die Realpolitik an. Ich habe bei Eva von Acker ein gutes Vertrauen, dass sie auch am Ende weiß, was sie da macht. Und ich glaube, auch bei dem Landesverband hier in Sachsen-Anhalt sehe ich wirklich den Schutz der Demokratie an erster Stelle. Es geht nicht darum, irgendwelche parteitaktischen Befindlichkeiten in den Vordergrund zu stellen. Am Ende muss es Gespräche geben, wenn es darum geht, einen Staatshaushalt zu verabschieden. Weil der ist zum Beispiel für 2027 noch gar nicht verabschiedet worden. Also es ist die erste Pflicht, die alle Parteien oder die Parteien, die Regierung sind, nach der Wahl machen müssen. Es geht um den Staatshaushalt und da hängen Vereine dran, da hängen Initiativen, Beratungsstellen dran und ich glaube, da muss man diese Parteitaktik erstmal ablegen, weil dann geht es um Menschen, da geht es um konkrete Fördergelder und generell Menschen, die wirklich jetzt darauf angewiesen sind, dass sie das Geld bekommen und ich finde, da muss man sich vielleicht auch mal diese Scheuklappen ablegen, aber ich sage auch, eine Linke und eine CDU passen nicht zusammen, das sind zwei komplett gegensätzliche Pole, kann man behaupten und ich würde auch nicht befürworten, dass es eine Koalition gibt, das muss auch nicht immer die Form von einer Regierungsmehrheit sein, das ist vergessen viel, es gibt andere Optionen. Tolerierung oder Gespräche wie in Sachsen und Thüringen, wo man halt zwischendurch für Enthaltung oder irgendwie Einerzustimmung für Mehrheit besorgt. Es gibt da Optionen, aber die bis nach dem 6. September geklärt werden und nicht jetzt. Und ist das nicht auch das Problem, dass in vielen Fällen auch auf lokaler Ebene... Die AfD als Regierungsmacht nur verhindert werden kann, wenn man sozusagen alles zusammenkratzt, was sich irgendwie politisch nicht als AfD definiert. Und ist das nicht, also sozusagen, was löst das bei den Leuten aus? Oder bekommst du mit als jemand, der sich hier engagiert, was das bewirkt? Also ich glaube, ich würde mir auch bessere Zeiten wünschen, indem wir hier nicht diesen, wie das jetzt die AfD sagen würde, Einheitsbrei formieren müssten. Also es ist nicht eine Sache, die ich toll finde. Aber ich glaube, wenn es gerade darum geht, also das ist ja am Ende auch Demokratie, wenn sie miteinander sprechen und am Ende eine Mehrheit. Ich meine, also klar, 40 Prozent ist in dem Moment der. Offenkundige Wählerwille für diese Partei, aber 40 Prozent sind eben immer noch nicht über 50 Prozent und demnach sehe ich nicht den Grund zu sagen, wir müssen jetzt eine gesicherte Rechte zu der Partei regieren lassen, wenn es am Ende noch andere Mehrheiten gibt und am Ende muss man diese anderen Mehrheiten ausnutzen. Aber ich sage auch, wenn es dazu kommen sollte, dass es eine Regierung gibt, die jenseits der AfD gebildet werden kann, dann haben wir nur fünf Jahre mehr Zeit. Und in diesen fünf Jahren muss sich klargemacht werden, haben wir am Ende jetzt eine Überprüfung dieses AfD-Verbots, sehen wir irgendwie eventuell die Chancen, dass es tatsächlich in die Richtung gehen könnte. Wir haben ja das Gutachten gesehen von der Gesellschaft für Freiheitsrechte, in dem ja offenkundig gesagt wurde, sie sind verfassungswidrig. Darauf wird offenkundig auch nicht viel Wert gelegt, ist mir aufgefallen. Also es liegt ja am Ende immer noch an der CDU, CSU, die im Bundestag eben die Mehrheiten nicht für sowas beschaffen. Es geht nicht darum zu sagen, sofort ein AfD-Verbot durchzusetzen, sondern erstmal überhaupt das Verbot zu prüfen, ob das überhaupt erfolgreich wäre. Das heißt aber, du siehst keine Möglichkeit, falls sich jetzt diese Regierung ohne die AfD bilden sollte nach der Wahl, ihr in dieser Phase, in den fünf Jahren, die man dann hat bis zur nächsten Wahl, politisch beizukommen oder zivilgesellschaftlich beizukommen. Man sagt ja immer, man soll sie ja inhaltlich stellen. Das habe ich jetzt in den letzten Jahren nicht gesehen. Ich weiß nicht, wo man eine Partei inhaltlich stellen wollte, die offenkundig keine Inhalte hat, außer Remigration. Und dieses Schlagwort zu entkräften, was auch in erster Linie für die Deportation von Menschen steht, ich finde einfach, da gibt es einfach keine Diskussionsgrundlage, auf der demokratische Parteien sich an dieser Diskussion beteiligen sollten. Das Wort Remigration ist menschenverachtend. Und das zu entkräften, das ist ungemein schwer, weil am Ende geht es immer noch darum, über Menschenleben zu sprechen und Menschen von A nach B zu deportieren. Sie haben es ja jetzt geschafft, ein neues Framing für Remigration einzuführen, das sozusagen, wo Sie sagen, das hat ja auch Till Schneider da, vor seinem Abmarsch gesagt, dass Remigration heißt ja eigentlich nur Einhaltung der rechtlichen Vorschriften und wenn dann auch jemand geht, der es hier nicht mehr schön findet, umso besser so ungefähr. Also Sie schaffen es ja, Sie schaffen es sozusagen, einen Frame zu etablieren, der sagt, wir wollen ja gar nicht deportieren massenhaft und jeder, der das sagt übrigens, wird verklagt, also Vorsicht damit. Auch? Also das ist nur ein guter Rat. Sonst gibt es bald Jugendknast oder sowas. Also ich glaube, da habe ich... Also da, nee, ich meine es ganz ernst. Also sie schaffen es ja juristisch sozusagen mit irgendwie winkeladvokatorischen Argumenten so zu tun, als sei das einfach eine normale... Rechtsstaatliche Maßnahme, die sie fordern. Ja, da sind wir an dem Punkt, dass sie halt jedes unsagbare Thema zum Sagbaren machen. Also es sind halt, also damals mit der Weiderede, die alimentierten Messermänner und sonstigen Taugenichtse, die unser Wohlstand zerstören werden in diesem Land, das sind alles Dinge, die halt damals unsagbar waren. Jetzt mittlerweile kann man das offen sagen. Ich meine, Detlef Gürth von der CDU zum Beispiel aus dem Landtag, der hat damals auch nachdem, ich glaube, ein Afghane in seinem Heimatort jemanden niedergestochen hat, gesagt, dieses Pakt muss raus aus Deutschland. Und dass man mit so einem Begriff, dieses Pakt zum Beispiel, dass man schon sieht, dass bei der CDU so ein Vokabular angekommen ist, das zeigt ganz offenkundig, wir haben uns in den letzten zehn Jahren, fünf Jahren kann man schon sagen, noch weniger würde ich behaupten, in der letzten Bundestagslegistatur, 21 bis jetzt 25, so krass radikalisierte Sprache, dass wir wirklich an dem Punkt sind, dass wir Dinge, die damals nicht mehr sagbar waren oder als wirklich verunglimpft wurden, dass die jetzt einfach offenkundig ausgesprochen werden können. Das ist so interessant, wie sehr einen diese jahrelange Berichterstattung über die AfD prägt, dass ich jetzt sofort wüsste, was ein AfD-Mensch sagen würde, der hier säße darauf, der würde sagen, Sigmar Gabriel hat uns das PAK genannt, nämlich die Pegida-Leute, da gab es, als er noch Minister war, ich glaube Außenminister, Und Pegida so eine Hochphase hatte, da hat Sigmar Gabriel gegenüber Protestlern, gesagt, ja, dieses Pack, mit dem wir da nichts zu tun haben. Und seitdem sah man sogar Plakate, wo das Pack irgendwie Sigmar, das Pack Gabriel gehört, rausgeschmissen und alles mögliche. Ja, das ist ein Punkt von, also wie weit sind wir auch daran beteiligt, dass wir Menschen nicht menschlichen und ich finde einfach, es gibt so kluge Menschen in diesem Land, die eine war Margot Friedländer und dass wir uns einfach an deren Worte erstmal halten würden. Also ich glaube, wir wünschen, dass wir mehr Margot Friedländer wagen als Ulrich Siegmund, dass wir in der Rhetorik erstmal abrüsten. Und was heißt das für, in Anführungsstrichen, uns? Ich sehe am Ende irgendwie alle noch Teil dieser Gesellschaft. Also auch jeden AfD-Wähler ist Teil dieser Gesellschaft, weil mit denen muss ich ja genauso reden wie mit allen anderen auch. Ich rede mit diesem Kader nicht, da mache ich einen Unterschied zwischen Wählenden und Kadern. Das sollte man auch generell machen, weil entweder gibst du halt jemanden eine Bühne, der halt offenkundig sehr viel überzeugt von diesem Parteiprogramm ist. Wie jetzt zum Beispiel Herrn Tilschneider, der aber offenkundig sein Programm nicht gut genug kennt. Oder halt den Wählenden, die noch nicht vielleicht 100 Prozent überzeugt sind, sondern noch so wirklich einen Funken haben, wo sie nachdenken würden. Und alleine einen Wähler anzuregen, nachzudenken, das ist schon richtig viel, das ist Erfolg, das kann man auch als Erfolg labeln, weil das ist wirklich ein Punkt, der in den letzten Wochen oder Monaten sehr verloren gegangen ist, dass Menschen nachdenken über solche Themen. Ja, da wollte ich einfach mal die ganz grundsätzliche Frage stellen, wie konnte es soweit kommen, dass wir in einer Situation sind, dass die AfD eben bei 42 Prozent liegt? Also was ist da schief gelaufen, dass es zu diesem Erfolg gekommen ist, Erfolg in Anführungsstrichen, also dass die so stark werden konnten? Jetzt will ich keinen Politikwissenschaftler, um das zu beantworten. Wie erlebst du es? Ich finde, da gibt es ja kein richtig oder falsch, das sind ja jetzt deine Beobachtungen. Ich glaube, dass die Unzufriedenheit in den letzten Wochen oder in den letzten Jahren so gestiegen ist, dass die Menschen immer zu Wahlen, dass denen Dinge versprochen wurden, die offenkundig einfach nicht eingehalten wurden. Sagen die dir das? Naja, es gibt schon die Unzufriedenheit. Was ich als großes Problem sehe, ist, dass wir immer mit der Migration ankommen. Wir haben eine Migrationsquote von 8 Prozent. Ich weiß nicht, wo sie jetzt Migration als die Mutter aller Probleme sehen. Ich sehe das nicht so. Ich glaube, wir müssen über die Dinge sprechen, wie in meiner Region, Saalkreis, der Chemiestandort, Leuna, größtes Chemiedreieck Mitteldeutschlands, wo Firmen insolvent gehen. Das ist wirklich ein Punkt, der die Menschen vor Ort betrifft, weil viele arbeiten gehen dort. Aber dass die halt Migration zum Thema machen, kann ich nicht nachvollziehen. Und ich weiß auch nicht, woher sie das nehmen. Ich sehe halt wirklich jetzt ein Problem an, dass Menschen sehr viel Angst besitzen hier. Und dass die AfD immer die Kraft war, die mit dieser Angst gespielt hat. Und Angst ist halt immer eine schlechte Ratgeberin. Also Angst macht natürlich empfänglich für einfache Antworten. Und demnach würde ich behaupten, ist auch genau das Problem, was in den letzten Jahren verloren gegangen ist, dass man diese Angst. Dass die AfD die Angst verstärkt hat und alle anderen Parteien haben die Angst aber nicht entkräftet, sondern sie haben meistens vielleicht auch gar nicht reagiert. Und das ist auch ein Punkt von Wahlkreisabgeordneten, die können nicht erst präsent sein, wenn im Wahlkampf ist. Die müssen schon dann präsent sein, wenn es darum geht, dass Menschen wirklich Ansprechpersonen brauchen vor Ort. Und das heißt die ganze Legislaturperiode, nicht nur dann, wenn man halt gerade nach den Stimmen bettet. Ich fand es interessant, also mir haben dann oft Leute, früher AfD-Leute gesagt, wenn ich die auch konfrontiert habe mit, ihr habt doch ganz wenige Ausländer nur oder ihr habt ganz wenige Migranten und Geflüchtete hier, dann hieß es immer ja, wir wollen halt auch nicht, dass es mehr wird. Die, in Anführungsstrichen, Altparteien machen hier, wollen hier Verhältnisse wie in Duisburg. Also die holen halt so, die sind ja nicht ganz doof, die AfD-Leute, die fahren dann, die gucken, was im Westen passiert und sagen, wir wollen halt nicht, wir wollen nicht das Ruhrgebiet werden. Also wie kann man damit umgehen oder wie gibt es einen Weg, das zu kontern? Weil ich finde es schwer zu kontern, wenn man weiß, was schiefläuft, was dort schiefläuft. Wir sprechen ja viel über Wirtschaft. Schauen wir uns die Wirtschaft an, die Krankenhäuser, das Krankenhaus in Merseburg, wo wir ursprünglich ja gewesen wären. Das zum Beispiel hat ja auch offenkundig Menschen in Chefetage, Chefärzte, die Migrationsgeschichte haben. Das Personal besteht aus Menschen mit Migrationsgeschichte. Und schauen wir uns das nicht mal auf Sachsen-Alt projiziert, sondern generell auf der Bundesrepublik an. Wir haben so viele Menschen mit Migrationsgeschichte, die die Arbeit leisten, die die Deutschen nicht leisten wollen. Reinigung, Logistik, Lager und was weiß ich nicht. Das sind alles Dinge, die machen halt offenkundig Menschen mit Migrationsgeschichte. Und wenn es die nicht gäbe, dann würde es diesem Land ganz viel anders gehen. Und ich finde einfach, das auch mal anzuerkennen. Wir reden immer über, wie gesagt, Realität und dann auch mal diese Realität anzuerkennen. Am Ende würde es dieser Gesundheitsversorgung in diesem Land noch schlechter gehen, wenn wir diese Menschen im Krankenhaus nicht hätten, die uns nicht pflegen. Oder in der Alterspflege und sowas. Das sind alles Dinge, die man auch einfach mal wirklich darstellen muss. Aber, das merke ich ja oft, wenn du das dann halt sagst, dann wird aus diesem Fakt immer eine Meinung gemacht. Sie oder diejenigen, die AfD wählen, meinen halt immer, dass ihre Meinung sofort auch ein Fakt ist. Und das ist ein Punkt, das ist halt sehr schwer zu entkräften. Und da fehlt mir auch manchmal einfach die Antwort, weil ich dann nicht weiß, das sind immer diese Einflussnarrative, Die kannst du noch irgendwie entbinden, aber es geht halt auch einfach nicht, weil sie so gefestigt dann manchmal sind, dass sie dann sagen, aber es ist ja so und so und dann suchen sie sich ein neues Argument und dann springen sie einfach zum nächsten rüber. Also man kommt gar nicht ran zu sagen, man kann das nicht mal wirklich jetzt einmal beenden an dieser Stelle. Man geht immer in so einem Gespräch raus, dass man sich einfach nur im Kreis gedreht hat. Und welche Rolle spielt dabei diese DDR-Nostalgie und diese Geschichte mit der Schwalbe oder mit der Simson und dieses Ganze, früher war alles besser? Also, Herr Sigmund sagt ja auch, er möchte in die guten alten Zeiten zurück. Ich glaube, viele sehen sich in den guten alten Zeiten darin eventuell, dass sie von der Staatssicherheit bespitzelt werden. Ich weiß es nicht. Ich hoffe nicht, dass das der Fall ist, dass sie das als gute alte Zeiten sehen. Ich behaupte tatsächlich, also die Frage von die Simson zum Beispiel ist ein Kulturgutchen in Ostdeutschland oder in Sachsen-Anhalt. Ich meine, ich kenne so viele junge Menschen, Freunde, Freunde, die dieses Ding fahren. So, ich nicht, aber die machen es. Und warum soll das denen halt nicht gegönnt werden? Aber wenn sie halt von der Öffentlichkeit, und das ist halt ein Punkt, was ich sehr oft mitbekommen habe, auch aus der eigenen Bubble, die werden ja sofort als rechts gelabelt, sobald sie einfach mal diesem Ding rumfahren. Und ich finde einfach, damit muss man aufhören. Also, wie frustriert man junge Menschen, indem man einfach ständig diese Zuschreibung macht, ja, weil du Simson fährst, bist du rechts. Das ist doch Quatsch, das ist doch völlig Bullshit. Das ist eine Sache von auch Identität. Natürlich sind die jungen Menschen keine Ossis, weil diese Sache von Ossi und Wessi, das gab es vor 89, das gibt es jetzt nicht mehr. Aber es gibt immer die Identität von der Osten Deutschlands und der Westen Deutschlands. Und diese Mauer, die sehen wir halt, also die ist ja imaginär leider immer noch da. Und wie würdest du das Thema Heimat und so den der AfD wieder wegschnappen? Oder glaubst du, das ist denen gar nicht zu nehmen? Ich glaube, erstmal zu definieren, dass Heimat der Ort ist, an dem man sich wohlfühlt. Und ich finde einfach, da hat die Linke zum Beispiel, da sind wir ja bei dem Thema, die Heimat ist den Slogan, Heimat ist für alle da und ich würde das bekräftigen in dem Moment, weil Heimat ein Punkt sein soll, an dem niemand ausgeschlossen wird. Also Heimat soll der Ort sein, an dem ich mich wohlfühle, an dem du dich wohlfühlst, an dem alle Zuschauerinnen und Zuschauer sich wohlfühlen, weil das ist doch der Ort, an dem wir einfach ich sein können. Und warum soll Heimat jetzt jemanden weggenommen werden? Wir sehen das ja durch Kriege und durch Krisen, vielen Menschen wird die Heimat weggenommen und warum dürfen sie keine neue finden? Warum dürfen sie hier keine neue finden? Warum können wir nicht einfach solidarisch sein und diese Menschen einfach einfach nicht aufnehmen. Also ich meine. Das ist bei mir, das merkst du offenkundig einfach unbegreiflich, dass man Menschen, wir reden immer noch von Menschen, dass man nicht immer betont, wir reden von Menschen, dass man einfach Menschen nicht immer als Menschen behandelt, sondern als Illegale oder so, wie man sie halt diffamiert. Ja, ich glaube es sind Verlustängste, es ist die Sorge, das ist wahrscheinlich hier in, Sachsen-Anhalt ein kleineres Problem als zum Beispiel in Berlin, aber dieses, ich finde keine Wohnungen, sozusagen die Ausländer kriegen die tollen Wohnungen, jetzt wird hier was Neues gebaut oder das sind ein bisschen zu so kleinen Sachen, eine CDU-Politikerin, die mir schildert, dass jetzt ganz lange, ein Spielplatz in ihrem Wahlkreis irgendwie da niederlag, gab nicht genug, Geld, um den zu restaurieren und dann, werden Wohnungen für Flüchtlinge gebaut und dann wird bei der Gelegenheit auch der Spielplatz neu gemacht. Und dann denken die Leute natürlich so, ja toll. Ja, gut. Oder die Busse fahren nicht. Also man kann das ja beliebig fortführen. Und man hat das Gefühl, erst wenn dann... Ja, das ist halt eine dumme Situation, wenn halt dann... Und dann werden halt automatisch diese Menschen, die in dieser Situation vielleicht einfach nur reingeschlittert sind, automatisch zum Problem gemacht. Und das ist ein Problem, was viele verlernt haben, einfach miteinander auch zu sprechen. Also wir können alle viel übereinander sprechen, aber miteinander fällt halt viel schwer. Und vielleicht würde es eben auch viel, viel besser gehen in dieser Gesellschaft, auch dem gesellschaftlichen Klima, wenn Menschen wieder mehr ins Gespräch kommen würden. und vielleicht auch dadurch Narrative und Vorurteile sich entkräften lassen. Wie gehst du zu, wenn du bei so einer Demo bist? Ich weiß gar nicht, es ist ja wahrscheinlich sehr oft auch ziemlich streng getrennt oder so, aber versuchst du zu diesen Leuten, die dann zum AfD-Volksfest gehen oder so, zu denen hinzugehen, dich mit denen zu unterhalten? Das Problem ist halt immer so, es ist halt immer so emotional und du kannst halt auch keine Debatte mal ordentlich führen. Also ich meine, ich habe auch mit jungen Menschen, also bestes Beispiel war jetzt in Mücheln, als die AfD so einen Bürgerdialog hatte, da standen wir halt genau in dieser Schneise, an dem alle vorbei mussten. Und dann habe ich mich einfach hingestellt und habe in manchen einfach gesprochen und habe gefragt, naja, wo suchen sie denn jetzt zum Beispiel, was erhoffen sie sich so? Und die Antworten sind einfach nur so, naja, wir wollen Uli sehen, also sie wollen einfach, dass diese Person, Kult, einfach nur einen Typen sehen, der halt in den Medien halt so hochgelebt wird und der halt brandgefährlichster Mann Deutschlands ist zum Beispiel. Vielleicht ist da doch was dran, muss man sagen. Ja, und aber die Inhalte, und dann frage ich mich da konkret, was erhoffen sich denn inhaltlich, was denken sie? Na ja, so ein bisschen mehr Einblick in die Partei zu bekommen und das, was die machen, finde ich ja gut, also alles so. Dann kommt immer dieses Wort alles, also sie finden alles gut und dann sagen sie nochmal einen konkreten Begriff und dann geht es um Migration. Und dieses Wort Migration auch mal positiv zu beleuchten in so einem Gespräch, das ist für manche unvorstellbar. Also die kennen das halt einfach nur negativ. Und dann, viele kommen dann zu Nachdenken, wenn du einfach sagst, was ich eben gesagt habe mit den Krankenhäusern, die Migrationsquote dort ist oft viel höher, weil dort Menschen halt diese Arbeit leisten, die viele von uns nicht leisten wollen. Die denken nicht, dass diese Zahlen alle gefälscht sind, weil das… Viele von ihnen schon, viele von ihnen sagen schon, naja, sehen wir jetzt nicht so, aber viele von denen sagen auch, also viele denken einfach mal drüber nach und sagen, ja, das finde ich ja nicht schlimm, die dürfen ja bleiben, so nach dem Motto. Und ich sehe das Problem wirklich immer daran, dass wir, genau dieses Gespräch einfach auch Menschen zum Nachdenken anzuregen, was ich schon sage, das ist ein Erfolg, wenn man allein dafür sorgt, dass die dann mit einem nachdenklichen Gedanken aus diesem Gespräch rausgehen, dass man das schon nochmal macht, weil das ist ein Punkt von, das ist auch Demokratie, also auch andere Meinungen vielleicht zu entkräften oder nicht zu entkräften, sondern einfach zu verstehen und. Oder nachzuvollziehen, nicht zu verstehen, weil manches kann man einfach nicht mal verstehen. Ich kann erst nicht vielleicht den Gedanken nachvollziehen, was sie jetzt für ein Problem sehen und da muss man aber auch wenn es Gespräch geht und eine andere Lösung aufzeigen. Und das ist aber oft schwer. Was ich interessant finde, ist, dass du selbst ja früher nicht immer links warst, sondern du warst ja am Anfang ja als Teilnehmer auch bei diesen Querdenker-Demos dabei und du fühltest dich da irgendwie hingezogen dazu und. Was ist passiert, dass du dich da abgewandt hast und was kann man daraus vielleicht lernen für den Umgang mit der AfD? Gab es da so einen Moment, wo du gemerkt hast, das ist alles Quatsch oder war das ein langsamer Prozess? Ich glaube, man muss manchmal beleuchten, ich war zwölf zu dem Zeitpunkt. Mit zwölf hast du kein Meinungsbild, politisches Meinungsbild, was du auf einmal fest im Kopf hast. Also du bist in der Entwicklung, du liest viel, du hörst viel und siehst viel. Social Media ein großes Problem, was das natürlich manchmal sehr stark beeinflusst. Ich glaube, was mich sehr zum Nachdenken gebracht hat, ist, als ich die ersten Inhalte gesehen habe, die so Richtung AfD gingen. Ich glaube, ich weiß nicht wieso, ich habe einfach das Bild gehabt, also ich habe diese Partei nicht für gut empfunden. Lag das an deinem Background vielleicht auch? Das kann möglich sein. Dass du dachtest, Moment mal, das richtet sich auch gegen mich? Das kann möglich sein. Ich glaube, ich habe das damals nicht so wahrgenommen. Das war einfach der Punkt. Ich habe eine Distanz dieser Partei. Ich wusste nicht warum. War einfach da. Und der Punkt war aber, warum ich da mitgelaufen bin, war ja die Corona-Zeit, in dem ich als Sechstklässler jegliche soziale Kontakte hatte, die mir gefehlt haben. Also auf einmal abgekappt zu werden und dann morgen Homeschooling. Du sollst einen Laptop haben, du sollst einen Drucker haben, du sollst das und das haben. Am besten noch funktionieren das WLAN. Das ist ein Ding, das kann man nicht von heute auf morgen organisieren. Und damit wurdest du ins kalte Wasser geworfen. Natürlich macht die Verzweiflung sich breit. Und dagegen hast du versucht, diesen Frust in irgendwie was Produktives umzuwandeln. Ein Protest kann produktiv sein, weil man seinen Unmut kundtut. Aber dieser Protest ging halt nach drei Protesten, bei denen ich mitgelaufen bin, irgendwann in eine Richtung, in der man sich wirklich schon sagen musste... Mir geht es um Verschwörungstheorien. Das hast du schon gespürt. Mit 12 wusste ich nicht, was Verschwörungstheorien sind. Aber im Nachhinein kann ich schon sagen, was da dann gesagt wurde, das waren keine Dinge mehr, die man normal empfand. Was kann das so sein? Die Impfung zum Beispiel, dass die uns alle umbringen wird und sowas. Das ist ja wirklich eine Sache von, also ich bin auch dreimal geimpft. Habe mich damals recht viel mit jungen Jahren impfen lassen. Und mir geht es gut. Ich freue mich schon auf die Kommentare mit, guck dich doch mal an, aber es ist mir egal. Mir geht es gut. Ich habe keine gesundheitlichen Probleme dahin, Kind, aufgrund dieser Impfung gehabt. Jeder hatte dann dieses Unwohlgefühl danach und eine vielleicht angeschwolltenen. Also eine Spellung an der Einstichstelle. Aber mehr war es ja nicht. Ja, vor allem auch so dieser Gedanke, das habe ich nie verstanden, die Politik will uns umbringen, wo ich immer denke, warum, warum? Warum sollte die Regierung ihre Bürger umbringen wollen? Also ist das nicht so ein bisschen kontraproduktiv, wenn man wiedergewählt werden will? Es gab da so einzelne Impfschäden, das ist ja nicht, dass man verschwinden tut. Aber das auf die Allgemeinheit zu pauschalisieren, zu sagen, wir sind jetzt alle, wir sterben alle dadurch, das ist halt Quatsch, so und Landtagsvereinundzwanzig, Sachsen-Anhalt, jetzt vor fünf Jahren, war halt der Punkt, an dem ich mich dann, Im Moment das Demokratische bewegt habe. Ich war damals sehr krass von der FDP überzeugt, das muss ich gleich mal sagen. Bildungspolitisch fand ich das geil, dass sie sagten, wir wollen digitale Endgeräte in Schulen zur Verfügung stellen. Und einem Sechsklässer das zu erklären, der mit einem iPad vielleicht arbeiten darf, wie geil ist denn das? Das war mein Wunsch, das war meine Überzeugung, fand ich super. Und dann aber bin ich davon auch wieder weggekommen. Irgendwann bin ich dann mit Bundestagsabgeordneten ins Gespräch gekommen, auch von der Linkspartei. Und bin dann zur Bundestags-V21 schon das erste Mal in Zeitz, da bin ich am Dienstag jetzt auch wieder, das erste Mal in Zeitz auf einem Anti-AfD-Protest gewesen, wo Alice Weide kam. Und das ist ein Punkt, da hat mich eine Landtagsabgeordnete von der Linkspartei zu Hause abgeholt. Das war erst mal ein Highlight. Dich holt eine Abgeordnete aus dem Landtag mit dem Auto ab nach der Schule und dann fährst du zum Gegenprotest. Und das ist eine Sache von so einem jungen Menschen, der Politik begeistert. Das ist natürlich eine super krasse Sache. Ich glaube, damit habe ich, also ich fand das immer als krassen Fame zu sagen, hier, die hat mich abgeholt. Aber dann dachte ich mir so, hä, was meinst du? Aber ich fand das super. Okay, und das heißt, das war ein schleichender Prozess, wo dir klar wurde, du glaubst nicht an die Zielgruppe Unionistische Weltverschwörung. Jetzt kann natürlich nicht jeder Wähler der AfD in Sachsen-Anhalt von einer linken Abgeordneten abgeholt werden oder wollen das vielleicht auch gar nicht. Gibt es trotzdem was aus diesem Prozess, wo du sagen kannst …. Das hat geholfen und das müsste man viel mehr machen, sei es jetzt Schule, aber wie kriegt man die Leute dazu? Die denken ja, sie hinterfragen ja schon, sie hinterfragen uns Medien und das System. Naja, ich glaube, was man gelernt hat, ist erstmal aus der eigene Bubble rauszukommen und ich glaube, das muss man auch denen klar machen, also auch ich befinde mich nicht nur in einer eigenen Bubble, in dem ich jetzt gegen diese Partei bin oder für etwas bin, sondern ich befinde mich natürlich auch mal in der Bubble, in dem ich nachvollziehen möchte, warum die so denken. Und vielleicht würde ich mir wünschen, dass die das auch mal machen und die müssen sich einfach in die Bubble von, vielleicht waren sie selbst sogar damals überzeugte Linksparteiwähler oder SPD-Wählerinnen und Wähler und dass die sich wieder in diese Lage zurückversetzen. Ja, was hat uns denn so frustriert und warum sind wir an dem Punkt und warum sehen die das denn zum Beispiel so und wir so? Und ich glaube, also wie ich die Menschen dazu anrege, das ist mir immer noch sehr schleierhaft, weil ich hab's ja schon gesagt, diese Gespräche zu führen sind manchmal sehr mühselig und du brauchst manchmal für ein Gespräch schon wirklich 30 Minuten. Und wenn du am Tag dann, weiß ich nicht, sechs Personen hattest, also du kommst ja gar nicht mehr dazu, dann auch irgendwas anderes zu machen, außer genau diese Spräche jetzt auf Firmen. Mein Eindruck ist auch genau, dass die AfD-Bubble genau das Gegenteil macht, sich nämlich mehr einigeln und diese ganzen alternativen Medien, die jetzt auch die Auftritte von Ulrich Siegmund begleiten, die sind ja, wenn man so will, verstärken das ja noch, weil die feiern ihn, die stellen liebedienerische Fragen, die machen halt so begleitende Propaganda und sind teilweise, die treten ja regelrecht zu... Und der will einen Arsch gepudert bekommen, um das mal ganz vulgar zu sagen, weil es ist einfach ein Punkt wirklich, die haben verlernt, dass sie mit Widerspruch umgehen müssen und dass man auch Journalisten haben, die auch wirklich journalistische Arbeit machen. Also da kann ich meinen Dank an dich richten, dass du ihn offenkundig dazu gebracht hast, dass er mal auch nachgedacht hat, aber nicht beantworten wollte, was du ihn gefragt hast. Und das ist ein Punkt, den ich sehe, den auch Ulrich Sigmund sieht, der bekommt von diesem Ben, wie auch immer, der ist keine Ahnung, ist mir egal, bekommt der ja stets und ständig irgendwie dieses Tablett hingelegt, indem er halt seine Narrative hinpressen darf und dann wird, der Herr Höcke da als ganz normaler, trauriger Familienvater dargestellt, obwohl der offenkundig auch SA-Lösungen rausbrüllt in die Welt. Also das sind so Punkte, die finden das geil, weil das ist eine Sache von, die verdienen ja daran. Also Ben Berndt bekommt ja Kohle dadurch. Das ist ein Punkt. Reichweite und Klicks generieren Geld. Das ist ja super für die. Die wissen jetzt also, wie sie Geld generieren können. Denen ist es egal, wie es darum geht. dass es am Ende diese Demokratie zugrunde geht, wenn man solche Leute normalisiert. So mir eben nicht. Ja, es ging mir jetzt gar nicht so sehr darum, mir einen Dank abzuholen für einen Till Schneider, aber es ist eher so die Frage, wird gerne genommen, aber ich frage mich jetzt eher so, ist es überhaupt realistisch, diese Leute nochmal mit einem normalen, kritischen Medienangebot abzuholen? Oder sagen die ja, ihr seid sowieso gegen die AfD, ihr gebt denen sowieso keine Chance? Deswegen, das erklärt ja auch diesen Erfolg der Videos von Ben, Mit Höcke und mit Hilfschneider, da hört man ja immer wieder so, der ist der bessere Journalist, der lässt die Leute ausreden, der hat nicht dauernd unterbrochen. Und wir kommen ja aus dem Problem nicht raus als normale Journalisten, dass wir unterbrechen müssen, um einen bestimmten Erkenntniswert zu haben. Und wenn die AfD nun mal die Position hat, die sie hat, dann muss ich ihnen ja auch was Kritisches entgegenhalten. Also wie kommt man aus diesem Dilemma raus? Deswegen sehe ich ja jeden Journalisten, der seine Arbeit oder jeder Journalistin, die ihre Arbeit macht, in dem Moment erstmal, sie wird wissen, was sie tut. Und jetzt bei der AfD ist es halt so, ich würde behaupten, nicht jeder AfD will das Überzeugungstäter. Wir sind ja auch in Sachsen. Der Sachsen-Halmonitor hat gesagt, jetzt habe ich die Zahl nicht im Kopf, aber es gab eine geringe Zahl mit dem gefestigten rechtsextremen Weltbild. Und alle anderen, ich glaube 20 Prozent oder 14 Prozent, die da drauf kommen würden, die jetzt die AfD wählen würde, nach Prognosen sind eben nicht in diesem gefestigten Weltbild. Und ich glaube schon, dass man sie mit einem, wir sehen das jetzt zum Beispiel mit diesem Herrn Aktivistmann da, dass ich glaube, dieser Mensch schon bei vielen von denen schon für Gedanken sorgen wird. Der begleitet die Auftritte von Sigmund und pöbelt bei der Gelegenheit für die Leute, die ihn nicht kennen. Es gibt ja doch noch einige. Die pöbelt da andere Journalisten an, befragt sie in Anführungsstrichen auf teils sehr aggressive Weise, filmt sie, rempelt sie an. Übt weitaus, ob physisch und psychisch. Und das ist ein Punkt, ich glaube, das würde viele nochmal dazu anregen, zu sagen, wenn das das Netzwerk von diesen Menschen ist, dann muss man, also dann überlegst du ja stark, wie das am Ende sein wird. Und da sind wir an dem Punkt nochmal von diesem Spiegelcover zum Beispiel. Der Artikel dahinter ist eigentlich schlecht gewesen, dass man aufgezeigt hat, dass er mit der identitären Bewegung sehr gut vernetzt ist und auch, dass dieses Filmkunstkollektiv ihn ja wirklich begleitet, den Herrn Siegmund. Es ist immer noch unklar, wer bezahlt für dieses Filmkunstkollektiv. Genau, ob Fraktionen oder Parteimittel sind. Am Ende wird das der Landesrechnungshof irgendwann hoffentlich mal klären. Das ist auch ein Punkt, was ich auch in den letzten Wochen sehr oft gesehen habe, dass auch diese AfD-Veranstaltungen in Schönebecker am 1. Mai, dass die da aus dieser ESN-Fraktion, Europafraktionen offenkundig vielleicht mit Fraktionsgeld finanziert wurden, wo es am Ende auch wieder so ein bisschen Wahlkampfveranstaltungen war. Also, Also das sind so Verstrickungen, da will ich mich gar nicht reinhängen, aber man muss halt offenkundig sagen, dass man schon Zweifel haben kann, wie das finanziert wird, darum soll es jetzt gar nicht gehen, um den Punkt zu sagen, dass Ulrich Siegmund mit Menschen wie Simon Kaupert von 1% zum Beispiel abhängt, die damals bei der IB aktiv waren und die. Identitäre Bewegung ist gesichert rechtsextrem in Deutschland, vom Verfassungsschutz eingestuft, wird beobachtet seit mehreren Jahren, dass das erstmal ein Problem ist und dass man das auch aufzeigt, das finde ich richtig, das ist journalistische Arbeit. Ich zum Beispiel habe Kritik daran, das habe ich ja sehr offenkundig gemacht, dass man ihn auf das Frontcover klebt und dann runterschreibt, der gefährlichste man Deutschlands. Das ist er absolut. Ich sehe aber die Gefahr darin, dass man alle anderen eben dann nicht mehr beleuchtet, die sich ihm entgegenständigt. Das ist immer noch die Mehrheit in Sachsen-Anhalt. Und das auch oft zu zeigen, ist so journalistisch auch wichtig, weil am Ende wird das auch den Einfluss darauf haben. Der Spiegel meinte, er hatte keinen Einfluss auf Wahlen, doch hat er schon. Weil damit erzeugt er Aufmerksamkeit auf eine Person und nicht auf alle anderen. Und lass mich den Satz noch sagen. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen in Hamburg, Köln und Berlin an Sachsen-Anhalt dann eben sofort an die demokratische Zivilgesellschaft denken und nicht an Ulrich Sigmund. Man hat ja so ein bisschen das Gefühl, dass wir Wessis, da zähle ich mich ja nun auch zu, oder Hauptstadtmenschen, euch so ein bisschen aufgegeben haben. Man merkt das bei Friedrich Merz, finde ich, sehr stark und bei der CDU. Entschuldigung. Hier ist Meinungsfreiheit. Aber man hat so das Gefühl, er weiß nicht, was hilft und was wirkt, deswegen macht er einfach gar nichts. Ein Kanzler, der von oben herab so auf Menschen einspricht, der holt hier halt niemanden ab. Also die Menschen sind das hier nicht gewohnt, dass da jetzt jemand kommt, der bei Blackrock im Aufsichtsrat saß oder sogar Aufsichtsratsvorsitzender war, ich weiß es nicht genau. Für die deutsche Gesellschaft, ja. Dass er dort halt eben richtig viel Kohle gemacht hat, privat versichert ist und sich damit noch schmückt. So und dann hier den Menschen zu erklären, wählt mal so und so, naja, wie kommt denn das auch an? Aber eigentlich war ja Friedrich Merz die Hoffnung der CDU für Ostdeutschland ursprünglich mal. Herzlichen Glückwunsch, ich habe mal gesehen, was das Ergebnis davon ist. Also ich sage ehrlich, ich sehe auch Sven Schulze nicht als das glückliche Ergebnis dieser CDU in Sachsen-Anhalt. Also ich meine, ich finde diesen Social-Media-Auftritt manchmal sehr gruselig. Also da kommt jugendsprachlich das Wort cringe bei mir raus, weil ich mir denke, auf so vielen Ebenen unangenehm, wo ich mir auch dachte, Mensch, also er spricht manchmal wie so ein Junge, dem man das Spielzeug weggenommen hat. Das ist so manchmal meine Wahrnehmung, immer so... Ich weiß nicht, es hat so einen ganz komischen Charakter. Ich glaube, Mensch ist das bestimmt super. Aber ist das nicht auch das Problem, dass das, ich finde, ich kann nachvollziehen. Sozusagen diese Kritik an seinen Social-Auftritten, ich finde die jetzt auch nicht optimal. Aber es ist natürlich auch eine sehr oberflächliche Betrachtungsweise, oder? Ja, absolut. Ich meine, da haben wir einen, der kommt ein bisschen bieder daher, verglichen jetzt mit Sigmund. Aber wenn man jetzt anfängt irgendwie auch noch da, man müsste doch eher sagen, hat er jetzt die Positionen, die funktionieren und wie kann man die besser rüberbringen? Wie verkauft er sich, muss man ja auch sagen. Welche Wahrnehmung hat er auf die Menschen nach außen hin? Und ich glaube, das muss man halt dem Sigmund lassen, ich will nicht von dem schwärmen, aber dieses. Schwiegermutters Liebling, dieses Lächeln, dieses ständige, auch dieses nahbare, in Anführungszeichen. Manchmal habe ich das Gefühl, das fehlt Herrn Schulze einfach offenkundig. Er muss jetzt nicht Schwiegersmutter und Mutters Liebling sein, aber er darf ruhig auch mal gern diesen Familienvater, den er mal betont zu sein, auch einfach mal rauslassen. Also er muss nicht immer diese Politiker-Maske aufhaben. Sei doch einfach auch mal menschlich und nicht mal Politiker. Das würde ich mir wünschen, das macht ihn viel nahbarer. Und ich meine, ich glaube, ich sehe das Potenzial darin, dass er auch in den Umfragen noch aufsteigen würde in diesen zwei Wochen. Aber dazu muss man halt auch wirklich das Interesse daran zeigen und dass er halt immer, naja gut, ich verstehe, dass er auch Berlin oft zeigt, weil halt was da gerade in der Bundesregierung oft kommuniziert wird, ist halt pure Frustration, die bei den Menschen hier ankommt. Also dieser Streit, der auch zu Ampelzeiten sehr oft war, das ist eine Sache von, das verunsichert Menschen hier offenkundig. Und das macht sie ja wieder, das macht ihnen Angst und das macht sie halt wieder empfänglich für einfache Antworten. Und was könnten die Parteien jetzt noch machen aus deiner Sicht, um das zu drehen? Also gäbe es überhaupt noch die Möglichkeit? Oder weil viele Wähler entscheiden sich auch auf den letzten Metern? Oder ist das so gefestigt, ist das so das Kind in den Brunnen gefallen? Also 13 Prozent der Wähler, zumindest habe ich es bei Campeg gelesen, ich weiß nicht, ob das eine verlässliche Quelle ist, sind ja noch unentschlossen. Kommt auf an, wen man fragt wahrscheinlich. Sind ja noch unentschlossen. Von diesen 13 Prozent der Wählerinnen und Wählern gibt es bestimmt noch genügend, die für eine demokratische Alternative entscheiden würden. Und von Alternative spreche ich jetzt nicht von der AfD, sondern tatsächlich von der CDU, SPD oder wem auch immer. Ich sehe das Problem tatsächlich dahingehend, also ich glaube, wir kriegen das in den letzten Wochen jetzt nicht nochmal so krass rumgerissen, dass jetzt alle ihre Social-Media-Strategie ändern würden. Also ich sehe bei jeder Partei das Potenzial, es besser zu machen. Aber ich bin kein Social-Media-Experte. Ich mache natürlich auch Social-Media, aber ich sehe nicht die Pflicht darin, dass ich sie jetzt berate, dahingehend, was sie besser machen könnten. Ich glaube aber, wenn man das vergleicht mit Herrn Siegmund und Herrn Schulze, sie versuchen beide dieses typische immer in Filmszene zu sein und irgendwie auch immer dieses, wir wollen immer dieses Lächeln drauf haben. Das machen alle anderen auch, aber einer bekommt es halt irgendwie nur hin, weil alle anderen es versuchen zu kopieren. Und ich glaube, vielleicht kann man sich auch mal wieder ein Alleinstellungsmerkmal schaffen, indem man halt offenkundig auch allein auftritt und auch allein irgendwie etwas dahingehend auch wirklich kommunizieren, also besser kommunizieren kann. Und eigentlich müsste man doch sagen, die Linke, die hat hier, ist sozusagen bekannt, etabliert, ist lange auf dieser Ostfrustwelle auch geritten, muss man sagen, auch nicht ganz erfolglos. Und wieso zündet die jetzt so gar nicht mehr? Was denkst du? Oder wie, was fehlt da? Tatsächlich, also die Linke hat sich jetzt in Umfragen vergleichbar zur Wahl 21, hat sie diesen bundesweiten Aufschwung nur minimal mitbekommen. Also bei 13 Prozent wären zwei Prozent mehr als zur Wahl 21. Das ist ein Erfolg, den sie verhalten können. Diese Wahiergebnisse wie in Westdeutschland oder jetzt zum Beispiel, dass sie zur Bundestagswahl so ein phänomenales Ergebniskult haben mit so einem Aufschwung durch Heidi Reichneck zum Beispiel auch. Das ist eine Sache von, man muss halt anerkennen, dass die Linke sich zu einer gesamtdeutschen Partei, nicht mehr zu einer alleinigen ostdeutschen Partei entwickelt hat. Und demnach glaube ich auch nicht mehr, dass Werte von 23 Prozent hier wie 2011 noch drin sind. Obwohl auch die SPD so abbaut. Eigentlich müsste man ja sagen, es braucht irgendwie eine sozialdemokratische Kraft. Die SPD hat letztes Jahr zur Bundestagswahl in Sachsen-Altem-Landeswahl das Ergebnis von 11 Prozent geholt. Jetzt stehen sie bei sieben. Also ich meine, irgendwann muss man ja auch mal vielleicht die Alarmglocken läuten lassen. Was machen wir denn hier konkret falsch? Und eine Sozialdemokratie, die halt wirklich sehr viel einstecken muss bei der CDU, die halt sich offenkundig nicht immer durchsetzen kann, ist halt ein Problem dahingehend, dass viele Menschen sich von dieser Sozialdemokratie halt nicht mehr repräsentiert fühlen. Und das war an dem Punkt zu sagen, was ich mir auch wünsche ist, dass die Politik, wenn sie etwas für die Menschen zum Guten bewegen konnte, dass sie das auch gern ins Schaufenster stellt. Weil das ist ein Problem, was ich sehe, die Kommunikation dahin geht, was die jetzt besser gemacht haben für die Menschen. Das fehlt manchmal einfach. Also das ist ja nicht alles schlecht, was sie machen. Und das auch einfach vielerweit zu kommunizieren, zu sagen, wir haben ja dafür gesorgt, dass es Steuerentlastungen gibt, dass ihr vielleicht mehr Geld bekommt am Ende und sowas. Dass es auch spürbare Entlastungen sind, die Menschen am Ende auch merken, dass das auch kommuniziert wird und das auch gezeigt wird, wir haben ja etwas zum Guten bewegen können. Aber ich finde auch, manchmal habe ich das Gefühl, sie wollen sich damit gar nicht schmücken. Also als ob sie sich schon selbst auf dieser Welle begleiten oder gleiten lassen, indem sie sagen, alles ist schlecht. Zum Thema auch die Linke. Ich glaube, das Problem ist auch jetzt gerade dieses taktisch Wählen, was ich sehe. Wir haben das jetzt, das wird in Sachen Zeit gerade etabliert, wo zur Wahl von SPD und Grünen aufgerufen wird. Ich habe da eine geteilte Meinung zu. Einerseits sage ich auch, wir verschieben die Stimmen in den progressiven Lager. Also ich glaube, wir holen einfach noch die Stimmen von der Linkspartei zu SPD und Grünen rüber, statt zu sagen, wir holen vielleicht ein Prozent von der CDU noch rüber. Ich glaube auch, dass wir uns mit diesem taktisch will natürlich fünf Jahre mehr Zeit schaffen, aber da sind wir an dem Punkt zu sagen, wie effektiv sind diese fünf Jahre, was machen wir daraus? Und dadurch sehe ich das Problem, dass in den fünf Jahren eben nicht konkret was getan wird, um diese Menschen oder. Dieses rechtsextreme Gedankengut irgendwie auch Einheit zu bieten. Und vielleicht noch zu den Leuten in deinem Alter, die die AfD toll finden, das fällt einem schon auf, dass auf diesen Familienfesten, die die machen und so, dass da ja wahnsinnig viele auch so Kids, so um die 16 oder so sind, die dann da einfach, Spaß haben und abhängen und irgendwie, ist das eine Generation, die die AfD dauerhaft gewinnt oder ist das so, dass man in dem Alter vielleicht auch nochmal total radikal umsteuern kann, wie du von der FDP zur Linken, wer weiß wohin noch. Also ist das so, ist das jetzt eine, aus Sicht der anderen Parteien, Lost Generation oder geht da noch was? Absolut nicht. Ich glaube, viele junge Menschen überdenken nochmal, weil viele Menschen, also vor allem Menschen in meinem Alter sind, in so einer Entwicklungsphase, in der sie diesen Scheiß, in dem sie halt auch mal hier Sünden begangen haben, irgendwie so ein Hitlergruß oder so. Ich will das nicht schönreden, aber ich glaube, dass sie später eben dann das reflektieren und dann sagen, nee, fand man scheiße, was wir gemacht haben. Das beste Beispiel sind zwei Jungs, die ich aus meiner Schule wieder getroffen habe, die damals mit Springerstiefeln in die Schule gekommen sind und so einen Scheiß, schwarze Sonnen auf dem T-Shirt hatten und dann habe ich sie mit dem RTL-Team von meiner Schule wieder getroffen und auf einmal trug da jemand. Das kann man jetzt gut für den noch nicht, aber einer trug zum Beispiel so ein T-Shirt mit Free All Antifas. Das ist eine sehr krasse Wandlung von, manche würden jetzt sagen, von ganz rechts nach ganz links. Ich würde sagen von ganz rechts nach links. Linksextrem? Ich würde nicht behaupten, dass sie linksextrem sind. Wir sind nicht gewalttätig, machen sie nicht. Aber dass sie sich in diese Richtung begeben haben zum Thema wieder Antifaschismus statt Profaschismus. Hast du gefragt, woran das liegt? Freundeskreis haben sie mir erzählt. Sie haben die Leute, die sie im Saale-Kreis in Leuner kennengelernt haben, sind nicht mal befreundet. Es gab Streit, haben da neue Freunde gefunden in Braunsbethra und Halle. Großstadt kamen wir wieder zum Thema und sind halt offenkundig dadurch wieder in so eine Welt zurückgelangt, an der man auch offenkundig Dinge hinterfragt und denen sie auch Widerspruch erlebt haben. Und dann habe ich mich mit denen unterhalten und... Ich war überrascht, weil ich mir dachte, Mensch, also wie kann man sich innerhalb weniger Monate so schnell nochmal wandeln? Aber man hat es ja auch bei mir gesehen, hat auch geklappt. Und ich glaube, man sollte die Jugend nicht immer absprechen. Und das finde ich auch ein Punkt von, wollen wir Social-Media-Verbot und was weiß ich nicht. Natürlich kann man über solche Dinge reden, aber das wird am Ende nicht die Probleme lösen. Im Gegenteil, man sorgt noch für viel mehr Unzufriedenheit bei den jungen Menschen, weil ihnen halt immer wieder die Erwachsenen vorschreiben, was sie zu machen haben und was nicht. Und ich glaube, beim Thema Social-Media, natürlich ist das völliger Fluch. Ich finde das nicht geil, was da mal geschrieben wird und was da gepostet wird. Aber ich glaube, mit ein bisschen mehr Medienkompetenz in den Schulen könnte man diesem Thema auch endlich mal besser entgegentreten. Denn KI-Fakes lassen sich leicht in Kräften, wenn man auch einfach wirklich, darauf, naja, sich nicht trainieren lässt, aber auch wirklich gezeigt bekommt, welche Hinweise da zum Beispiel sind, dass da irgendwelche Hände zehn, also sechs Finger haben und nicht nur drei oder nicht nur fünf. Es ist ein Punkt von, das kann man sehen und ich finde einfach, da sollte man in Schulen auch viel besser lernen. Und diese Idee von Sven Schulze, Didi Hallervorden einzuladen, ist das, also glaubst du, das verfängt und wen könnte man zum Beispiel für die junge Generation einladen, der vielleicht hier wirkt? Ich bin überrascht, dass Didi Hallervorne von BSW so richtig wieder zur CDU-Ambi rübergerutscht ist. Und gerade auch das BSW ist ja bekannt dafür, dass es eine Nähe zur AfD aufzeigt hier in Sachsen-Anhalt. Was die CDU sich dabei gedacht hat, ist mir völlig egal. Am Ende müssen sie ja eine Kontroverse losgeschlagen haben. Herr Hallervorne hat Kritik an Herrn Merz geübt und auch an Herrn Pistorius. Und ich finde, das muss man auch aushalten. Das muss man ertragen. Wie man es findet, das ist eine ganz andere Sache. Das steht nicht auf diesem Blatt jetzt. Aber was sie da machen, das ist halt denen überlassen, das will ich gar nicht bewerten. Wie man sich als junger Mensch vielleicht herholen könnte, ist, wir kennen ja zum Beispiel Markant. Markant ist ja einer der bekanntesten, ich würde nicht sagen Aktivisten, weil ich glaube, er macht eher journalistische Arbeit. Da sagen die AfD-Fans bei den Jugendlichen vielleicht so, wir hören mit dem auf, oder? Naja, ich glaube, einige von denen gehen auch schon bewusst zu ihm in die Nähe. Weil ich glaube, viele von denen gucken heimlich auch die Videos, die aus diesen rechten Kreisen stammen. Und viele von denen zeigen auch diesen Neid, den sie gegenüber ihm spüren. Ich glaube, das kann ein Player sein, der vielleicht bei jungen Menschen sehr gut punkten kann, das habe ich jetzt beim CSD Magdeburg gesehen, also was für Schlangen da um den standen, um ihn einfach nur zu, ein Foto mit ihm zu haben. Aber es sind sicherlich auch ganz viele andere und ich glaube, namentlich, wenn ich jetzt jemanden, ich kenne gerade gar keinen, ich glaube, was schöner wäre, wenn irgendwelche Fußballspieler auch endlich mal Klarpositionen mehr beziehen würden, weil Fußballspieler sind offen ein Idol für junge Männer zum Beispiel und wenn die mal so ein klares Signal senden würden und wenn die einfach mal ganz klar sich gegen Rassismus einsetzen würden, gegen Menschenverachtung, eventuell auch, und das ist ein Punkt von, beziehe ich mich auf Behörden, Verfassungsschutz zum Beispiel, die die AfD als gesichert Rechtssystem einstufen, dann macht dieser Fußballer nichts anderes, als sich auf das Gutachten einer Behörde zu berufen. Und das darf er auch mit gutem Recht. Und dann zu sagen, ich finde diese Partei nicht gut, das setzt ja auch einen Akzent bei irgendeinem jungen Menschen, auf jeden Fall. Das ist ja nichts, was irgendwie gar keine Wirkung zeigen würde. Und das würde ich mir wünschen, aber auch Sängerinnen und Sänger, also Menschen in Kunst und Kultur und Sport und sowas, die halt wirklich einen sehr engen Draht zu Menschen haben, auch zu jungen Menschen, die auch so einen Idolfaktor haben, dass die einfach mal auch ihrer Verantwortung mit dieser hohen Reichweite gerecht werden. Wenn Sie sich davon angesprochen fühlen, liebe Hörerinnen und Hörer, und zu dieser Gruppe zählen, falls uns ein Bundesligaspieler hört oder so. Melden Sie sich bei maximal demokratisch. Vielleicht noch ein ernstes Thema zum Schluss. Du hattest es vorhin kurz angerissen, Bedrohung. Also ist das ein Thema noch und wie würdest du sagen, die AfD distanziert sich offiziell ja immer sehr von Gewalt und auch das ganze rechtsextreme Vorfeld sagt immer, wir sind gewaltfrei. Wie sieht die Realität aus, die du da erlebst? Gewaltfrei sind sie dann nur dann, wenn sie schlafen. Ich glaube, also ich würde lügen, wenn ich jetzt sage, dass das nicht ein Punkt ist, der mir seit Wochen immer im Kopf mitschwebt. Also die Bedrohungslage, die ich auch Ende Juli erst hatte, das ist eine Sache von, viele würden das jetzt als Klingelstreich abtun. Was war da der Anlass oder was war da passiert? Naja, da wird nachts bei mir einfach geklingelt und das mehr einfach hintereinander, also Strom geklingelt. Und viele würden jetzt sagen, es ist ein Klingelstreich. Ich sage das nicht mehr. Es gab die Vorfälle schon im Februar und das drei Wochen lang an verschiedenen Tagen, in dem es auch Anzeigen gab und Polizeieinsatz soweit, dass sich eben tatsächlich mehrere Gefahrenabwehrmaßnahmen ergriffen wurden bei der Polizei. Und jetzt Ende Juli gab es den Vorfall, wie gesagt, nochmal. Das habe ich aber auch nur spontan mitbekommen, als ich aus der Küche raus bin. Und meine Klingel blinkt halt immer auf. Also ich habe den Ton schon ausgemacht aufgrund dieser Vorfälle. Ich höre also auch nicht mehr, ob es klingelt. Die klingelt jetzt den ganzen Tag aus. Deswegen kommen meine ganzen Pakete auch gar nicht mehr zu Hause an, sondern werden immer die Filialen geleitet. Und was ich auch immer mitbekomme, ist halt immer die Angst, die auch, also ich bin ja in Therapie. Das ist eine Sache von, ich habe mir professionelle Hilfe gesucht aufgrund dieser Vorfälle, weil ich einfach. Für mich das auch irgendwie aufarbeiten möchte, ohne damit einen Schaden rauszugehen, um das ganz einfach zu sagen. Und ich glaube, die krasseste Sache, die mir daraus folgte, war tatsächlich, dass ich meine Ausbildung abgebrochen habe oder abbrechen musste, weil diese Vorfälle dann mich von März diesen Jahres bis Mai diesen Jahres psychisch ausgenockt haben. Also ich war acht Wochen, fast zehn Wochen krankgeschrieben, einfach nur aufgrund dieser Vorfälle, in denen man als junger Mensch erst mal mit 17 klarkommen muss, dass nicht jeder deine Meinung, die du gerade teilst, für gut empfindet. Und du vermutest auch, dass da Leute sind, die dich auch wirklich direkt angreifen wollen. Ich erfahre ja von niemand anderem Hass, außer aus dieser Richtung. Der äußert sich auch in Nachrichten? Absolut. Also ein Beispiel. Erst kürzlich nach dieser Gegenrede damals schrieb mir jemand, wenn ich dich auf der Straße sehe, baller ich dich um inklusive Familie. Um solche Nachrichten zu erhalten, das geht an einem doch nicht spurlos vorbei. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das alles gar nicht mehr, mitnimmt, dass mich das alles irgendwie in Ruhe lässt. Das ist völliger Quatsch. Also es läuft ja alles so einfach, wie man das vielleicht auf Social Media sieht. Ich glaube, ich bin oft an Punkten, wo ich sage, jetzt höre ich auf. Weil das, was passiert, mit welchem Hass und mit welcher Einschüchterung offenkundig versucht wird, mich mundtot zu machen, das sind Methoden, die sind, also das sind wirklich, ich sage nicht Zersetzungsmethoden, wie das jetzt irgendwie damals genannt wurde, aber ich würde sagen, es sind wirklich Methoden, die einen psychisch allein fertig machen sollen. Und psychisch und mentale Gesundheit, das ist das Wichtigste. Also ohne, das kannst du gar nicht leben, um das mal direkt zu sagen. Natürlich kann mir physisch auch was passieren, wenn die Menschen mich angreifen und die Menschen mich vielleicht zusammenschlagen, aber gerade ist es wirklich die psychische Gewalt, die wirklich enorm auf mich lastet und. Die Folgen sind ja, wie gesagt, eine Therapie, eine ambulante psychische Therapie, dann eben diese Bedrohungstage, die dann halt erfolgte, dass ich eben, Gefahren Abwehrmaßnahmen bekommen habe, konkret will ich es gar nicht sagen, weil das ist eine Sache von, die Polizei macht das ja nicht umsonst und, dass ich halt offenkundig als gefährdetes Personal gestuft bin und das mit 17, also, ich mache ja nichts anderes, außer mich für den Erhalt dieser freiheitlich-demokratischen Grundordnung einzusetzen und dass das bei so vielen auf Widerspruch stößt, obwohl das auch das ist, wofür Menschen hier 89 auf die Straße gegangen sind, ich weiß nicht, wo ich gelandet bin, also das ist ja nichts anderes als das, wofür viele, auch meine Oma auf die Straße gegangen ist. Es tut mir sehr leid, es ist schrecklich, dass du das erleben musst. Und wie erlebst du die Behörden in dem Kontext? Weil es gibt ja oft Beklagen darüber aus dem zivilgesellschaftlichen Milieu, dass zum Beispiel bei Gegendemonstrationen dann die Polizisten mit Blick. Zu den Gegendemonstranten sozusagen stehen und man hat das Gefühl, man wird eher als Gefahr gesehen als das AfD-Familienfest. Umgekehrt glaube ich, die Polizistinnen und Polizisten sind auch nicht in einer einfachen Situation, geraten ja auch da auf zwischen die Fronten und wie erlebst du jetzt persönlich? Ich mache es mal an dem Beispiel fest von dem letzten Vorfall Ende Juli. Das war um 23.18 Uhr und ich soll dem Polizisten erst mal erklären, dass was bei mir gerade abgeht. Also ich telefoniere vier Minuten lang mit diesem Menschen und dann muss ich mir erst mal eine rechtliche Einordnung geben lassen, dass das Klingeln jetzt keine Straftat darstellt. Ja, herzlichen Dank. Ich rufe doch nicht aus Spaß an. Das ist doch jetzt nicht eine Sache von, ich möchte jetzt unbedingt einen Polizeiasatz inszenieren oder irgendjemanden deshalb oder irgendwas für mich in der Öffentlichkeit haben. Nein, ist es nicht. Hier besteht für mich gerade eine Bedrohung. ich fühle mich bedroht. Und der Staatsschutz hat mir nicht umsonst empfohlen, dass ich sofort den Notruf wähle, wenn sowas wieder passiert. Dass ich vier Minuten erklären musste. Und das sind vier Minuten, die hätten entscheidend sein können. Erklären muss, dass da jemand offenkundig vor meiner Tür steht. Das macht mich jetzt auch. Also das ist eine Sache, die an mir sehr seit Wochen, auch die Gegenstand meiner Therapie ist, die mich wirklich sehr lange belastet und die mich auch immer noch belastet. Weil wie sehr kann ich mich auf Rechtsstaat verlassen, wenn es am Ende wirklich drauf ankommt? Und ich meine, erst als ich gesagt habe, ich stand im Flur oder kurz, also in meinem Wohnzimmer mit Blick in Richtung Haustür, konnte also von Weitem durch den Spion schauen, zumindest das Licht erkennen und wenn ich dann sage, dass da jetzt jemand von meiner Tür steht, weil ich ein Handylicht erkenne. Und das so laut sage, dass das Handy nicht weg ist und der Polizist dann sagt, jetzt schick mir jemanden. Wo komme ich denn da hin? Also ich würde ja, das ist ein Punkt von, wie sehr greift es mich auch an und dass die Polizei mich dahingehend einfach mit so einem Beispiel zum Beispiel erstmal belehren möchte, obwohl ich jetzt nicht anrufe, weil ich gerade danach Lust habe, sondern weil mir wirklich gerade nicht gut tut, weil es gerade eine Situation gibt, in der ich Angst habe. Das ist eine Sache von, also das ist verantwortungslos. Ich will nicht von Polizeiversagen sprechen, aber es hat eine Tendenz dahin. Jetzt ist ja der Erfolg von jemandem wie Herrn Siegmund ja gerade, dass er so... Gewaltfrei, freundlich, unangressiv wirkt. Aber es gibt ja auch keine, sozusagen von ihm ja auch keine Berichte, dass er irgendwie gewaltvoll gewesen geworden wäre. Also, woran machst du fest, dass es vielleicht mit der AfD. Diesen Hang zur Gewalt hat oder das in Leuten auslöst? Ich finde, das ist ein Vorwurf, den man, wenn man ihn nennt, ja auch irgendwie unterfüttern muss, damit nicht auch die AfD jetzt wieder sagt, hier wird uns total unfair was vorgekommen. Wir sind doch nur die Netten mit den Hüpfbogen. Und die Partei selbst. Ich glaube, das beste Beispiel aus Sachsen-Halt ist zum Beispiel der Europaabgeordnete Arno Bausemeer aus Stendal, der mit einem Baseballschläger einem 14-jährigen Jungen hinterherrennt und dem vom E-Roller schlägt. Also man kann davon sprechen, dass die Baseballschläger Jahre zurück sind, wenn man sowas sieht. Und dass man, dass Herr Siegmund sich dazu nicht geäußert hat bisher und das einfach an sich herabbreiten lässt, das sagt schon viel darüber aus, wie die AfD zum Thema Gewalt steht. Und ich würde nicht, also klar, Herr Siegmund ist nicht mit Gewalt in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten, aber sein Umfeld, was er hinter sich stehen hat, dieses Filmkunstkollektiv, die identitäre Bewegung, das sind, und das ist für mich eine Auffassung, die ich teile, weil es auch wirklich in Schnellroda betreffe ich ja solche Leute, das sind gewaltbereite Neonazis. Und ich finde einfach, dass man da einfach so drüber hinwegleitet und das einfach nicht beleuchtet und das einfach wirklich für sich ignoriert und sagt, die machen ja so tolle Arbeit. Das ist so viel Ignoranz und so viel wirklich, also dieser Mensch, dass er sich dafür nicht schämt, mit solchen Leuten zusammenarbeiten, das sagt viel über sein eigenes Weltbild aus. Das sagt wirklich viel über sein eigenes Weltbild aus. Was denkst du, würde sich ändern, wenn die AfD regiert? In deinem Bundesland? Naja, ich würde behaupten, wir sind an einem Punkt, an dem viele Menschen darüber nachdenken werden, zum Beispiel das Land zu verlassen. Du aber nicht, hast du gesagt. Da komme ich gleich nochmal drauf, an dem Migranten sagen, wir fühlen uns nicht mehr sicher. Bestes Beispiel bei der Anschlag in Magdeburg. Kurz danach wurden Menschen mit Migrationsgeschichte auf einer Straße rassistisch angegangen und angefeindet, weil der Täter Migrant war. Und offenkundig auch Sympathisant einer gesichert rechtsehenden Partei, zumindest in den sozialen Medien. wird auch verschwiegen, will man gar nicht wahrnehmen. Ich glaube, diese Vorfälle von, wir verbieten die Regenbogenflagge an Schulen, wir wollen deutsch denken, wir wollen ein Bekenntnis zu diesem Staat, zu einem Patriotismus, also ein patriotisches Bekenntnis ablegen müssen, das sind alles so Dinge, wo ich mir denke, wir gehen immer mehr eine Zeit zurück, also diese Vielfalt, die wir eigentlich leben und die wir uns dieses Land auch zugeschworen haben, dass wir sagen, wir akzeptieren jeden so, wie er ist, das wird es danach nicht mehr so offenkundig geben. Und dass allein auch eine Bannmeile um Proteste, also um irgendwelche Veranstaltungen gemacht werden sollen, wo ich mir denke, ein Protest soll immer in Höhe und Sichtweite sein, da soll es keine Bannmeile geben. Natürlich muss er geschützt werden. Auch beide Seiten müssen geschützt werden. Aber dass sie das verbieten wollen und dass sie von kulturfremden Menschen sprechen und sowas, also kulturfremden Fachkräften, das sind alles so Begriffe, wo ich mir denke, dass das strotzt von diesem Rückschritt in eine Zeit, in der wir dachten, die ist längst hinüber. Und ich glaube, das ist ein Punkt, wo ich mir immer Orientierung suche und den kriege ich immer und da muss ich diese Frau nochmal erwähnen, Margot Friedländer, weil diese Frau, diese ganze, also allein diese Sätze seit Menschen, das ist eigentlich die ganze Ethik dieses Landes, darauf baut dieses Land, und dass man das wieder vergisst oder dass man diese Zeit, in dem Menschen schon mal entmenschlicht wurden, damals waren es Jüdinnen und Juden, jetzt sind es zum Teil leider Migranten und Migranten, die jetzt im Visier stehen von extrem rechten Kräften, dass man das so vergisst, dass man das nicht mehr in den Vordergrund hebt, dass diese Ethik, diese Zeit einfach Menschen, das sind so zwei leichte Worte. Die aber eigentlich schon so krass radikal schon wieder sind, dass die vergessen werden, das finde ich traurig. Wie wichtig ist für die AfD dieses Thema Erinnerungskultur? Höcke spielt das ja in Thüringen riesengroß, aber in Sachsen-Anhalt, die halten sich ja total, damit zurück. Tischneider macht keinen Hehl daraus in die AfD, auch nicht, dass die mehr Bismarck statt Hitler wollen. Und ich finde einfach, wenn man die Geschichte dieses Landes nicht anerkennt und ich finde einfach, Dieses dunkle Kapitel gehört zum Teil dieses Landes dazu. Natürlich sind wir nicht verantwortlich dafür, was dort gewesen ist. Aber es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass es nie wieder geschieht. Das hat auch Margot Friedenherr gesagt. Als siebtenjähriger Mensch zu sagen, ich sehe mich in der Pflicht, von dieser Frau ihre Worte weiterzutragen, das ist schon ein großes Stück. Da muss ich mir auch mit manchen denken, es ist eigentlich so viel Last. Obwohl das eigentlich auch so kurze Worte sind, die eigentlich so viele Aufgaben mit sich bringen. Aber das hat sie auch gesagt, dass wir nicht verantwortlich dafür sind, was gewesen ist. Aber wir sorgen dafür eben, dass es nicht wieder geschieht. Und wenn Herr Tilschneider oder die AfD in Sachsen-Anhalt sagt, wir wollen mehr Bismarck statt Hitler und den Fokus auf diesen wichtigen Teil der Geschichte dieses Landes weglässt, in dem Menschen entmenschlicht wurden, in dem wirklich, die übelsten Verbrechen begangen wurden, dass man das einfach ausblendet, das ist einfach wieder so ein Punkt von, sie ignorieren das, sie wollen das gar nicht anerkennen, dass es gewesen ist. Warum denkst du, machen die das? Was ist das Ziel dahinter? Weil es eventuell Parallelen gibt zur heutigen Zeit. Und das ist ein Punkt, sie wollen jungen Menschen das kritische Denken verbieten in dem Moment. Also ich meine, wie sehr greift man auch derzeit die Bildung an? Also deren Programm besteht ja darin, vor allem Bildung wirklich umzugestalten. Und Bildung macht Menschen eben im besten Fall schlau und im besten Fall sehr klug und macht Menschen zu kritischen Denkern, zu kritischen Nachfragern. Aber genau das ist ein Problem, was die AfD sieht, weil kritisches Denken würde am Ende dafür sorgen, dass sie nicht bei 40 Prozent liegt, sondern bei einem viel niedrigeren Wert. Zumindest vermute ich das. Und deshalb sehe ich das Problem, dass sie so angreifen, weil man eben tatsächlich parallel zu 33 und heute leider sehen muss. Das ist nichts, was ich sage. Es hat auch selbst die Holocaust-Überlebende, jetzt habe ich den Namen vergessen, aus München. Charlotte Knobloch. genau, schon hat Knoblauch gesagt, dass es wirklich tatsächlich ein Punkt ist, man sieht die Parallelen zur heutigen Zeit und ich finde einfach. Das entlarvt ja, warum sie auch genau das angreifen. Und du wolltest noch sagen, warum du trotzdem in Sachsen-Anhalt bleiben willst, im Falle eines Wahlsiegs der AfD. Naja, also sie werden stärkste Kraft, das können wir nicht verhindern. Das sehe ich tatsächlich als... Das ist also kein... Das wollte ich dich nämlich auch noch fragen. Gut, dass du es sagst. Ich habe manchmal das Gefühl, ist die AfD nicht vielleicht so ein Scheinriese mit ihren Simson-Touren und ihren Volksfesten und in Wahrheit sind die gar nicht... Und die Meinungsforscher haben Angst, dass sie sie unterschätzen, rechnen deshalb die Ergebnisse hoch oder würdest du sagen, dass es... Sie füllen schon die Marktplätze und sie sorgen schon dafür, dass Menschen... Es bildet die wahre Stimmung auch ab. Ja, ja, also das ist eine Sache von auch in Merseburg. Ich weiß nicht, ob die Zahlen offiziell stimmen. 5.000 war jetzt die Aussage am Wochenende. Das ist eine Sache, die haben wir nicht hinbekommen als demokratische Zivilgesellschaft. Das müssen wir uns eingestehen. Also wir kriegen die Leute nicht so mobilisiert. Ob die jetzt alle aus dem Ort kommen, das mag ich bezweifeln. Aber allein, dass da 5.000 Menschen auf dieser Rischmühnhalle stehen oder auf dieser Insel davor, das ist ein Erfolg für die. Das muss man denen anerkennen. Aber ich sage auch. Also sie wird die Wahlen gewinnen, aber ob sie allein regieren wird, das würde ich nochmal sehr stark infrage stellen, gerade weil ich eben weiß, dass die Sachsen-Anhalterinnen und Sachsen-Anhalter eben nicht nur das Land der Frühaufsteher sind, sondern auch eben modern denken zum Beispiel. Und die denken dann eben auch, was passiert in den nächsten fünf Jahren und wollen wir wirklich in so einer Zeit leben, in der Menschen vielleicht wieder entmenschlicht werden. Ich glaube, dass viele sich in der Wahlurne selbst nochmal oder im Wahllokal nochmal für etwas anderes entscheiden werden und nicht für eine Partei, die darauf aufbaut, eventuell Menschen gegeneinander auszuspielen. Und deshalb ist mein Appell, eine AfD-Regierung lässt sich nicht aus Berlin verhindern, sondern nur aus Sachsen-Anhalt von vor Ort. Und das muss man auch aufzeigen, denn so weniger wir werden, umso mehr gibt man halt auch ihnen den Raum. Bestes Beispiel, hier in Halle hat die identitäre Bewegung versucht, ein Hausprojekt zu eröffnen. Daran ist die kläglich gescheitert, weil es massiven Protest von der Zivilgesellschaft gab. Jetzt sitzt sie im Umland von Halle in Skopau und dort fehlt jetzt die Zivilgesellschaft hier gegen Protest. Das ist ein Ergebnis davon, was passiert, wenn man aus den ländlichen Räumen zum Beispiel auch wegzieht. Deswegen bleibe ich im ländlichen Raum. Deshalb will ich auch präsent bleiben, weil ich auch sage, Sachsen-Anhalt ist so viel mehr als diese 40 Prozent, die wir gerade sehen. Und das ist meine Euphorie, mit dem wir vielleicht auch enden, mit dieser Motivation zu sagen, bitte schaut doch auf uns und zahlt doch auf uns und macht uns auch lebendiger und macht uns auch größer und macht nicht die AfD größer, als sie eigentlich ist. Natürlich sind 40 Prozent schlimm, aber 60 Prozent sind immer noch da und sind dagegen und wollen nicht eine extrem rechte Partei in Sachsen-Anhalt an der Regierung haben. Und ich glaube, das müssen wir auch zeigen. Wir reden damit nicht schön, aber wir zeigen auch die Realität damit auf. Und deshalb glaube ich an einen Sachsen-Anhalt, das menschlich bleibt, das auch vielfältig und offen und solidarisch bleibt. Denn Sachsen-Anhalt sind auch die Menschen, die in Bitterfeld, in Magdeburg, in Halle, hier in Merseburg, in Eisleben auf die Straße gehen und nicht nur auf irgendwelchen AfD-Volksfesten, weiß ich nicht, eine Bratwurst und ein Bier trinken. Also glaubt doch an das Sachsen-Anhalt, was auch menschlich bleiben kann. Das nehmen wir mit für unsere lieben Hörerinnen und Hörer. Vielen Dank für deinen Besuch und alles Gute. Vielen Dank für die Möglichkeit. Wenn euch diese Folge gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr den Podcast auf eurer bevorzugten Plattform abonniert und eine Bewertung hinterlasst. Eure Unterstützung hilft uns, auch künftig spannende Inhalte zu produzieren. Amman Unframed ist eine Produktion von Funke. Moderation Melanie Amman. Produktion Simon Eichinger.