Also ich wusste, dass RT ein russischer Staatssender ist. Was ich nicht wusste ist, dass es quasi nicht erwünscht, nicht gut, nicht angemessen ist, für einen russischen Staatssender zu arbeiten. Was macht unabhängigen Journalismus aus? Weiß ich nicht so genau. Das ist kein fehlender Part, das ist Manipulation. Also das ist einfach ein politischer Wirrwarr und russische Propaganda. Ich kann dazu nichts mehr sagen, weil das ist 2005, ich weiß es nicht mehr. Sie werden unzählige Beispiele finden wahrscheinlich, wo ich Dinge anders machen würde. Ich war Anfänger und hatte auch nicht so viel Ahnung, wie ich schon gesagt habe. Das ist keine Entschuldigung, es ist einfach faktisch so gewesen. Und ich bin so dankbar, weil ich habe so eine breite Perspektive irgendwie auf die Welt. Und jetzt darf ich hier mit Ihnen sprechen und ich werde von Ihnen hier durch die Mangel genommen. Also irgendwie ist es doch eine tolle Erfahrung. Enthüllungsjournalistin, Augsburger Allgemeine, Putins schönes Gesicht für Deutschland, Merkur. Die Außenseiterin, Schweriner Volkszeitung. Ihr Format normalisiert rechtsextreme Ideologie durch Sympathie und prominente Szenegäste. Beltor News. Unser heutiger Gast bei Amman Unframed werden wahrscheinlich wenige Hörerinnen und Hörer kennen. Trotzdem ist sie einer großen Zahl von Deutschen sehr bekannt als bekanntes Gesicht, prominente Stimme in der Medienwelt. Jasmin Kosubek war Moderatorin bei Russia Today, Anchor Woman, hat ein wichtiges Format dort präsentiert. Das hieß Der fehlende Part. Inzwischen betreiben sie erfolgreich einen eigenen YouTube-Kanal, einen eigenen Podcast. Und sie hatten zuletzt auch Herrn Siegmund, den AfD-Spitzenkandidaten aus Sachsen-Anhalt zu Gast, Götz Kubitschek, den rechtsextremen Vordenker und ja, wenn man ihre Positionen zusammenfassen will, was fällt einem da auf? ARD und ZDF halten sie für Staatsfunk. Sie sagen, seit der Corona-Pandemie würden sich immer mehr Menschen von den etablierten Medien abwenden und sich eher unabhängigen anderen Formaten wie eben ihrem Podcast zuwenden. Genau darüber möchte ich mit Ihnen sprechen heute, über ihr Selbstverständnis als Journalistin, über ihre Zeit bei RT Deutsch. Herzlich willkommen, Jasmin Kosubek. Ja, danke, Frau Armand, dass ich hier sein darf und dass wir miteinander sprechen können. Freue mich sehr. Putins schönes Gesicht für Deutschland. Finden Sie sich damit gut beschrieben? Also finde ich ist jetzt nicht die schlimmste Headline. Also es ist schmeichelnd. Das war ja ganz am Anfang meiner Karriere. Vielleicht um das mal grob zu umreißen. Ich war von 2014 bis 2021 bei RT Deutsch, was dann später RT.de hieß. Und ich habe das Format Der fehlende Part moderiert. Gab es Unterbrechungen. Später habe ich es auch produziert. Und das war meine Zeit dort und ich glaube, dieser Artikel kam in den ersten Wochen raus, wenn ich mich recht erinnere, aber der wird natürlich sehr gerne zitiert und finde ich jetzt, ich weiß nicht mehr, was drin stand, wenn ich ehrlich bin, aber an die Headline kann ich mich noch gut erinnern. Und schmeichelhaft finden Sie schön, den Begriff schön oder finden Sie den Begriff Putin auch schmeichelhaft? Schön finde ich schmeichelhaft, ja, war schmeichelhaft. Ich meine, da ist ja viel über mich geschrieben worden und über RT gesagt worden, da gehört der auf jeden Fall zu der milderen Sorte. Erzählen Sie doch mal, wie Sie zu RT Deutsch gekommen sind. Wie findet man so einen Job? Genau, diese Frage wird mir immer wieder gestellt und es gibt eine 90-Sekunden-Antwort darauf. Aber hier kann ich natürlich gerne ein bisschen mehr dazu sagen und Sie können auch gerne nachfragen. Also ich habe BWL studiert. Also ich bin eine totale Generalistin gewesen. Ich habe an der Hochschule hier Marketing BWL studiert und dann später International Business Economics. Also ich komme nicht aus dem Journalismus. Das ist vielleicht ganz wichtig an dieser Stelle zu sagen. Und habe dann mich nach meiner Arbeit, nach meinem Master, habe ich mich in unterschiedlichen, ganz klassischen Berufen beworben. Sie werden es wahrscheinlich auch kennen. Ich meine, Sie haben ja Jura studiert, also auch aus einem anderen Feld. Und habe mich dann hier, wo habe ich mich beworben? Vodafone, Vertrieb, also so ganz typische Sachen. Und dann habe ich irgendwann mal eine Stellenausschreibung von Ruptly gesehen. Und Ruptly war die Videonachrichtenagentur von RT, wird Ihnen ja wahrscheinlich bekannt sein. Und die hatten eine Stelle ausgeschrieben für Newsgathering und Online-Recherche. Und da habe ich mir gedacht, ja okay, recherchieren konnte ich, weil ich habe ja unendlich viele verschiedene Papers über unendlich verschiedene Themen in meiner Masterzeit geschrieben. Über ganz viele verschiedene Bereiche, über die ich noch keine Ahnung hatte. Also es ist mir ganz wichtig an dieser Stelle zu sagen, ich habe mich nicht auf eine Moderationsstelle beworben. Das ist wirklich... Aber warum auf eine Recherchestelle? Weil Sie wollten ja ein Marketing oder so. Wie haben Sie da so umgeschaltet? Das ist ja jetzt zwölf Jahre her. Möchte ich nur mal kurz den Kontext aufmachen und das war nach dem Studium und ich habe einen Job gesucht und ich habe einfach mich beworben und dann habe ich das gesehen, ich habe gesehen, das ist in Berlin und das sind halt so, ich war 26, da weiß ich nicht, da sind die Entscheidungen zumindest bei mir nicht ganz so tiefgehend, sage ich Ihnen ganz ehrlich. Ich habe mich so aus einem Impuls heraus beworben. Und dann hatte ich ein Skype-Gespräch mit Ivan Rodionov, der ja später mein Chefredakteur wurde, der ist Ihnen bestimmt auch bekannt. Und dann wurde ich eingeladen zu einer Studioprobe. Und da sollte ich einen Text über die Russland-Sanktionen, die ja da schon, weiß ich nicht, welcher Tonus es war, drei, vier, fünf, vorbereiten. Und das habe ich gemacht. Und ich habe auch explizit die Seite rt.com verwendet in der Recherche. Ich glaube, es wurde mir auch gesagt, ich sollte da auch hingucken. Und das war für mich jetzt, ich kam nicht aus dem Journalismus, auch nicht verdächtig. Ich habe einfach geguckt, ja okay, habe mir einen Text vorbereitet. Und dann wurde ich eingeladen zu dieser Studioprobe nach Berlin und dachte, oh Berlin, toll. Studioprobe, bestimmt das interessanteste Bewerbungsgespräch, das ich hatte. Und so bin ich da hingegangen. Ich erinnere mich noch, ich saß vor zwei Freunden von mir, wo ich dann meinen Text da geprobt habe, die kennen das auch noch sehr gut und diese Geschichte ist noch sehr präsent irgendwie. Und dann bin ich nach Berlin gekommen und ich bin wirklich, ich habe den Job einen Tag später bekommen und bin an meinem 27. Geburtstag, keine Woche später, nach Berlin gezogen und einen Tag später habe ich dann angefangen bei RT zu arbeiten. Also das ist quasi die Timeline. Also Sie wussten aber, dass hinter RT der russische Staat steht? Ich denke ja, ja. Also ich wusste, dass RT ein russischer Staatssender ist. Was ich nicht wusste ist, dass es quasi nicht... Erwünscht, nicht gut, nicht angemessen ist, für einen russischen Staatssender zu arbeiten. Aber Sie selber haben sozusagen gedacht, warum nicht für Russland arbeiten? Genau. Und warum haben Sie, was war damals Ihr Bild vom Journalismus? Also warum haben Sie kein Problem damit gehabt? Ich glaube, ich hatte kein Bild vom Journalismus. Und ich weiß, ich kann total nachvollziehen, wenn jetzt Leute darauf blicken und sagen, oh, ist das naiv. Ja. Also es war, ich weiß, es ist auch so unbefriedigend. Ich finde eher so ein bisschen, da ist ein fehlender Part, um in ihrer alten Sprache zu bleiben. Also ich glaube, da gibt es irgendwas, was sie nicht erzählen, weil wenn man BWL studiert hat, in eine bestimmte Richtung zu BWL geht und vorher nichts mit Journalismus zu tun hatte und sich dann bewirbt und nimmt so ein Angebot. Also sie hätten ja, ist ja nicht so, dass es für BWL Absolventen nicht noch sieben Millionen andere Angebote gibt. Ja, ja, genau. Verstehe ich nicht, aber wahrscheinlich können sie es auch nicht anders erklären. Also ich kann es gerne erklären, wenn sie es hören wollen. Ist die Frage, ob sie das wollen. Es ist ja eine sehr aus mir heraus, eine Entscheidung aus mir heraus gewesen. Und ich weiß, dass das schwierig nachzuvollziehen ist, aber ich war neugierig, ich war naiv und wenn ich hier mal Michael Andrick zitieren darf, den Philosophen, der ja sagt, Naivität ist das Unwissen darüber, was passieren muss. Und das ist halt, das trifft bei mir wirklich zu. Also. Ich konnte das nicht absehen, ich habe das nicht ganz verstanden und ich habe mich dafür entschieden, weil, da kamen verschiedene Dinge zusammen, Berlin, oh interessant, ein Job, oh wow, daran habe ich ja gar nicht gedacht, dass ich so was machen könnte und einfach so eine gewisse Risikobereitschaft in etwas reinzugehen, wovon ich keine Ahnung hatte. Es ist einfach so und natürlich einfach, es war irgendwie so prickelnd, es war neu, es war so gar nicht, von dem ich dachte, dass das möglich ist. Was hat er Sie denn gefragt im Vorstellungsgespräch, der Herr Rodionow? Was hat er mich gefragt? Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Ich glaube, er hat mich gefragt, ob ich schon mal vor der Kamera stand. Ich weiß es nicht mehr. Und was haben Sie ihn gefragt? Wenn Sie nichts wussten über den Job, Sie wussten nicht, was RT.com ist, aber Sie müssen ja irgendwelche Fragen gestellt haben, um überhaupt zu wissen, was mache ich da eigentlich für eine Arbeit. Also ja, natürlich. Aber ich kann Ihnen nicht mehr sagen, wie dieses Gespräch ablief. Das tut mir leid. Das ist zwölf Jahre her. Ich weiß es wirklich nicht mehr. Ich weiß aber, dass wir in den zwei Monaten, in denen wir die Sendung vorbereitet haben, natürlich auch immer wieder darüber gesprochen haben, was RT ist und was für eine Rolle RT spielt. Also ich wurde durchaus gebrieft diesbezüglich und auch ehrlich gesagt auch realistisch gebrieft. Also die haben schon gesagt, ja, da wird eine Gegenwelle kommen, da wird viel Gegenwind kommen, aber ich kam ja nicht aus dem Journalismus. Das heißt, ich habe das nicht verstanden. Also ich konnte das nicht verstehen, was die damit meinen, bis wir dann online gingen und dann diese Medienwatschen auf mich zukamen. Dann habe ich es verstanden, weil ich es erlebt habe. Das heißt, die haben Sie über die Gegenwelle gebrieft? Haben die Sie auch über die Welle gebrieft? Also was von Ihnen erwartet wird? Also wir waren ja ein zusammengewürfeltes Team. Also die Personen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, kamen. Teilweise waren welche schon bei Ruptley. Dann kam eine Person, ich glaube, die kam aus dem linken Spektrum, aus diesem Montagsmahnwachen, soweit ich mich erinnere. Und wir waren alle relativ, glaube ich, also kamen nicht unbedingt unmittelbar aus einer Journalistenschule. Und ich glaube schon, dass das so gewollt war. Das denke ich schon. Dass es keine Journalisten sind? Also zumindest keine formell ausgebildeten Journalisten, sagen wir es mal so. Was denken Sie, warum war das gewollt? Also ich denke, dass man sich über das Personal die Leute rangeholt hat, die gepasst haben. Also dass man quasi das... Gepasst haben zu was? Zu der Linie, die man dort verfolgt hat. Zu RT, zu RT Deutsch. Wobei man dazu, es ist vielleicht auch ein interessanter Fakt, RT Deutsch, können es mir auch wieder nicht glauben, ich schätze, dass sie das nicht glauben wollen, wurde aus der Taufe gehoben, ohne dass Moskau es wusste. Ja sowas. Ja, und das ist wirklich eine sehr russische, ja, es ist wirklich tatsächlich krass und ich erinnere mich nämlich daran, da kam irgend, ich habe den Namen vergessen, eine Person aus Moskau irgendwann mal Monate später, als wir schon online waren und ich habe diese Person gefragt, wussten Sie von unserem Sender und er sagte nein. Das haben Sie geglaubt? Ja, auf jeden Fall. Und warum haben Sie das geglaubt? Weil ich jetzt im Nachhinein, na gut, ich stücke mir das selber so zusammen. Oder ist das Naivität wieder? Kann sein, ja, kann auch sein, nur es spricht vieles dafür, dass es so war. Was spricht denn dafür? Die Art und Weise, wie wir gestartet sind, spricht einfach dafür, weil das ja alles sehr rudimentär war. Es gab keine ordentliche Kampagne, es war ja nicht irgendwie gut strukturiert. Aber wo kam denn das Geld her, wenn die das nicht wussten? Von Ruptley. Wir waren ja zuerst bei Ruptley untergebracht. Aber Ruptley wird ja auch vom russischen Staat bezahlt. Dann wusste es halt jemand anders im russischen Staat. Ja, ich glaube, was sie da missverstehen vielleicht, und das ist auch okay, ist, dass das alles irgendwie immer von oben abgesegnet wird und dass die unten alle immer darauf hören, was oben passiert. Das ist genau so, stellt man sich es auch vor. Genau, und so ist es nicht. Also da unten passiert ganz viel so Wildes, bis irgendwann mal irgendjemand davon was mitbekommt. Ich kann nur sagen, formell, juristisch waren wir am Anfang, ich weiß nicht mehr, wie viele Jahre das waren, unter der Ruptly, ich glaube GmbH, da sind wir firmiert und deswegen waren wir auch in diesem Budget drinnen. So war das. Es klingt jetzt für mich so ein bisschen rechte Tasche, linke Tasche. Also ob jetzt der Staat das aus der einen Tasche bezahlt oder aus der anderen, ist jetzt für mich nicht so, das war vom russischen Staat nicht gewollt oder so. Es war einfach eine andere Abteilung wahrscheinlich oder eine andere Stelle. Aber Sie haben sich für eine Recherchestelle beworben, aber sind dann letztlich, Moderatorin geworden. Wie lief das? Da müssten Sie jetzt ganz konkret wahrscheinlich Ivan fragen. Aber Sie haben es ja erlebt. Genau, ich kann ja von meinem Erleben sprechen. Ich stelle mir vor, dass Sie einfach gesehen haben, ah, okay, die sieht ganz gut aus, die könnte vor der Kamera funktionieren. Ich denke, das war die Entscheidung, die da getroffen wurde. Also, dass jemand ohne jede journalistische Vorerfahrung vor eine Kamera gestellt wird, das fanden Sie auch nicht irgendwie komisch? Nein, also vielleicht auch noch zum Hintergrund. Ich habe ja, ich komme auch dann zum Punkt, ich komme ja aus einem binationalen Haushalt. Also meine Mutter ist Brasilianerin. Habe auch Praktikum in Brasilien gemacht und habe, sagen wir mal, schon enge Verbindungen dorthin, auch familiär. Das heißt, mir ist es bekannt, in Brasilien zum Beispiel ist es total normal, dass sehr junge Personen sehr viel Verantwortung bekommen. In Russland ist das ähnlich. Das heißt, Margarita Simonian, die ja immer noch Chefin von RT ist, hat ja mit 25 diesen Posten bekommen. Das heißt, in anderen Ländern geht man da anders vor und mir war diese Vorgehensweise nicht unbekannt. Das ist in Deutschland unüblich, das verstehe ich, aber das kenne ich aus anderen Ländern Und deswegen fand ich das tatsächlich nicht verdächtig, nein. Und wie muss man sich so einen typischen Tag bei RT vorstellen? Also was, wie, können Sie beschreiben, wie Sie Ihre Sendungen vorbereitet haben oder wie Sie die Themen ausgewählt haben oder... Ja, gerne. Also es war am Anfang natürlich noch anders. Also es hat sich ja verändert. Wir haben unser Studio verändert. Wir waren ja am Anfang in der Linné-Straße. Da war Rubley situiert. Also hier mit Blick auch noch auf den Bundestag und Brandenburger Tor. Also mitten in der Stadt. War super, ja. War wirklich schön. Also war auch schön, dort jeden Tag hinzukommen. Und man war so mitten im Epizentrum, wenn man so möchte, im Politischen. Und später waren wir dann in Adlershof, da wo auch viele andere Produktionen gedreht werden, wie hier irgendwelche, diese Star-Produktionen, ich vergesse, ich gucke kein Fernsehen, diese, Voice of Germany und so weiter, das wird ja auch alles dort gedreht und da war dann später, da waren wir dann später situiert. Und als wir noch in der Linneestraße waren, hatten wir ja auch noch eine tägliche Sendung, was wirklich, es war ein unglaubliches Bootcamp, also das kann man sich kaum vorstellen für jemanden wie mich, die da eingestiegen ist als Quereinsteiger, die keine Ahnung hatte, jeden Tag vor der Kamera zu stehen, das war krass. Also jetzt mal ganz unabhängig vom Inhalt, es war einfach vom Arbeitspensum richtig krass. Und wie das dann angefangen hat, also ich glaube, wir kamen so um neune rein, dann ging es los mit den Themen und der fehlende Part war ja quasi unser Frame, wenn man so möchte. Also was läuft gerade politisch ab? Wo gibt es Lücken, die erzählt werden wollen? Und so haben wir uns dann entschieden, redaktionell vorzugehen. Das heißt, sie haben aber nicht geguckt, was passiert und das berichten wir, sondern sie haben geguckt, was passiert und was können wir berichten, was passiert. Aus ihrer Sicht fehlt. Das ist ja schon mal ein ganz anderer journalistischer Approach, als zu sagen, was passiert. Genau, aber es ist auch nicht, also es gibt ja auch nicht immer den fehlenden Part. Also bei manchen Themen, dann ist die Geschichte so, wie die Geschichte ist. Aber bei anderen Themen gibt es vielleicht einen Teil der Geschichte, den man noch dazu erzählen kann. Kann man das an einem Beispiel festmachen? Bestimmt kann man das an einem Beispiel festmachen. Ja, natürlich an außenpolitischen Beispielen kann man das sehr gut festmachen. Da war ja die RT-Linie dann am deutlichsten im außenpolitischen Bereich, würde ich sagen. Und es war ja damals 2014, dürfen wir nicht vergessen, inmitten der Ukraine-Krise, damals mit dem Maidan, mit dem Putsch, alles was damals passiert ist, da hatten natürlich die Russen auch ein Interesse daran, ihre Perspektive da mit. Also das war schon auch, genau, wie hat sich das geäußert? Also in der Berichterstattung natürlich. Ja, aber woher wussten Sie, was die Perspektive ist, die man einnehmen sollte? Ich glaube, das hat man über das Personal gemacht. Über welches Personal? Über die Leute, die man eingestellt hat. Die waren ja auf jeden Fall aufgrund gehalten. Also über Sie mit anderen Worten? Ja, wobei ich glaube, dass bei den anderen es eindeutiger war, weil ich kam ja nicht aus einem politischen Raum. Aber haben Sie jemals inhaltlich irgendwie beeinflusst, was Sie da vorgetragen haben? Also ich persönlich, ob ich das beeinflusst habe. Ja, also haben Sie inhaltlich selber Ihre Moderationen geschrieben? Ich habe die selber geschrieben und vor allem am Anfang hat die mein Chefredakteur noch geprüft, Gott sei Dank, weil ihm auch tatsächlich Fehler aufgefallen sind. Also ich war auch dankbar dafür. Fehler aus welcher Hinsicht? Fehler aus Sicht der russischen Regierung? Nein, nein, nein, tatsächlich irgendwie Sachen, die vielleicht nicht korrekt formuliert sind über, weiß ich nicht, politische Gepflogenheiten hier oder ich glaube, ich habe auch einmal, das sind Kleinigkeiten, aber die fallen mir jetzt halt ein, da habe ich irgendwie Gysi als. Irgendeinen Chef und das war nicht Fraktionschef, sondern irgendwas, also solche Kleinigkeiten waren das und da war ich dann natürlich auch dankbar, weil ich da wirklich auch nicht so viel Ahnung hatte, gebe ich offen zu. Aber Sie haben gesagt, dass letztlich war es so, man hat die Leute ausgesucht. Oder es lief über die Leute, die da angestellt waren, also über sie, welche Inhalte man verbreiten wollte, also im Sinne der russischen Regierung. Habe ich das richtig zusammengefasst? Also es ist vielleicht ein bisschen, also ich weiß nicht so genau. Ich gebe Ihnen meine, also RT schrieb damals, ich weiß nicht, ob das jetzt noch aktuell ist, RT gibt seinem Publikum einen Einblick in die Logik, die Interessen und Ansichten Russlands. Ja, ich denke, das ist korrekt. Vor allem außenpolitisch, das würde ich jetzt tatsächlich da hinzufügen, weil ich hatte eher die Idee, dass wenn wir über innenpolitische Themen berichten, dass das nicht unbedingt die russische Sicht war, sondern dass das dann einfach unser fehlender Part war, so wie wir das gesehen haben. Naja, das ist ja ein Unterschied. Also der Auftrag war, RT gibt seinem Publikum einen Einblick in die Logik, die Interessen und die Ansichten Russlands. Haben Sie das auch so empfunden, dass Sie so gearbeitet haben? Also, ja, ich denke schon. Also bei außenpolitischen Themen ganz eindeutig würde ich das schon sagen. Und was ist daran dann Journalismus? Also es ist halt ein anderer Journalismus. Aber ist es Journalismus? Was ist unabhängiger? Was macht unabhängigen Journalismus aus? Weiß ich nicht so genau, ehrlich gesagt. Aber nach Ihrer Philosophie? Nach meiner Philosophie, was unabhängigen Journalismus ausmacht, ist wahrscheinlich. Einen offenen Blick auf verschiedene Themen. Das ist ja dann das Gegenteil von dem, was hier steht. Genau, also ich glaube, jeder hat einen gewissen begrenzten Blick auf Themen. Ich denke, das ist fair, so zu machen. Aber ist das noch Journalismus? Also ich würde sagen, es ist eine Form von Journalismus. Aber warum, wenn Journalismus einen offenen Blick voraussetzt und hier steht, es sind die Ansichten, Interessen und die Logik Russlands? Was ist dann daran noch offen? Also für mich ist es offen. Warum? Also ich kann nur sagen, wie ich dort gearbeitet habe. Und für mich hatte ich, so wie ich das dort erlebt habe in der Redaktion, war das ein offener Blick. Was war denn ein Beispiel, wo Sie nicht in Ihrer Berichterstattung die Interessen, die Logik und die Ansichten Russlands? Also wir haben auf jeden Fall immer wieder versucht, natürlich verschiedene Perspektiven mit reinzubringen. Zum Beispiel? Ja, über außenpolitische Konflikte. Nur war das Problem natürlich, ja na klar. Kann man es an einem Beispiel festmachen? Nein, weil wir diese anderen Perspektiven über außenpolitische Konflikte natürlich versucht haben reinzubringen. Wir haben die Gäste dafür nicht bekommen. Das ist natürlich jetzt unser Problem. Sie können es ja auch selber sagen, Sie brauchen ja keinen Gast, um sowas zu sagen. Ja, ja, das wurde ja auch in der Moderation immer auch vorgetragen. Also das würde ich schon sagen, definitiv. Weil man muss ja, wenn man den fehlenden Part... Präsentieren möchte, gehört natürlich der andere Teil auch dazu. Also, dass man den dazu erzählt. Das ist ja schon nachvollziehbar. Also, ich habe mir mal ein Beispiel angeguckt. Haben Sie die Idee, dass Sie eine unabhängige Journalistin sind? Ja. Und inwiefern, wenn Sie auch bei einem Haus sind? Ich gebe nicht die Interessen, die Logik und die Ansichten meiner Verlegerin, meiner Bundesregierung, also der Bundesregierung von Deutschland, das ist ja nicht meine Bundesregierung, oder irgendeiner anderen Stelle wieder. Sie wurden ja trotzdem bei Funke eingestellt, weil Sie eben diese Positionen haben, die Sie ja haben. Also so hat die Frau, die im Aufsichtsrat sitzt, ich glaube Julia Becker heißt sie. Ja, so hat sie das ja auch gesagt, dass sie das eingestellt hat. Das Zitat habe ich jetzt nicht auf der Hand. Da kann ich, glaube ich, auch nicht darauf reagieren. Also ich wurde nicht eingestellt, weil ich eine bestimmte Meinung vertreten soll. Also das ist okay. Ich habe das Zitat jetzt nicht zur Hand, weil ich bin hier nicht mit Papier hergekommen. Ja, alles klar. Also ich habe mir insbesondere ein Beispiel angeschaut, eine Sendung, die sie 2015 gemacht haben über... Über Syrien? Kaum ist der Bundeswehreinsatz in Syrien beschlossen, schon ist die Fregatte Augsburg unterwegs und hat den französischen Flugzeugträger im südöstlichen Mittelmeer erreicht. Die deutsche Augsburg ist als Begleitschutz abkommandiert worden. Vorher war sie an der Operation Sophia im Mittelmeer gegen Schleuse beteiligt. Wie schon oft genannt, sollen 1200 Soldaten entsandt werden und eigentlich ist der Einsatz bis zum 31. Dezember 2016 begrenzt. Allerdings betonte Verteidigungsministerin von der Leyen, dass es ein gefährlicher und schwieriger Einsatz werden würde. Die exakte Länge sei nicht vorhersehbar. Assad nennt die britischen Luftangriffe illegal und meint in einem Interview zu der britischen Sunday Times, dass ohne einer Zusammenarbeit mit syrischen Soldaten und der Öffentlichkeit der IS nicht bekämpft werden könnte. Nur Luftangriffe reichen nicht aus. Ein illegaler Kriegseinsatz, so sieht das auch Stefan Weber, erster Vorsitzender der Volkspartei. Er sieht keine völkerrechtliche Grundlage für den Syrien-Einsatz. Außerdem habe der Deutsche Bundestag eine vorsätzlich irreführende Begründung für den militärischen Kampfeinsatz vorgelegt. Er und seine Partei haben aus diesem Grund Strafanzeige gegen die Bundesregierung erstattet. Es beginnt damit, dass sie sagen, eine deutsche Fregatte wird nach Syrien geschickt, um Schleppern das Handwerk zu legen. Dann kommt ein Zitat von Assad. Diese Luftangriffe auf Syrien sind irgendwie rechtswidrig. rechtswidrig, menschenrechtswidrig. Wo man denkt, was hat das jetzt mit? Völkerrechtswidrig, aber auch rechtswidrig einfach nur. Völkerrechtswidrig, da bin ich mir ziemlich sicher. Ja, nur die Fregatte hat natürlich überhaupt nichts zu tun mit irgendwelchen Luftangriffen. Die fahren dahin, um Schleppern das Handwerk zu legen. Die fahren ja auch nicht nach Syrien. Es werden ja auch keine Soldaten nach Syrien geschickt. Dann kommt ein Diktator, der sein eigenes Volk bombardiert, sozusagen in einem Land, wo zu derselben Zeit Russland massiv mit Bombardements eingegriffen hat und sagt, die britischen Luftangriffe, die sind aber völkerrechtswidrig. Die waren auch völkerrechtswidrig. Das heißt, was aber komplett ausgeblendet wird, ist, dass A, dieser Mann sein eigenes Volk bombardiert, vergast, in Gefängnisse gesperrt, furchtbar gefoltert, unterdrückt hat und es kommt auch kein Wort dazu, dass Russland massiv bombardiert hat, zu genau dieser Zeit, die Zivilbevölkerung massiv bombardiert hat. Und dann geht es weiter mit, dann wird irgend so ein Parteichef von einer Volkspartei interviewt, wo ich noch nie was von gehört habe, der erste Vorsitzende einer Volkspartei, deutsche Volkspartei, wurde da irgendwie minutenlang erklärt in so einem, wirren Referat irgendwie, warum die UNO da irgendwie was sagt, was nicht in Ordnung ist und der Bundestag hat eine völkerrechtswidrige Entscheidung getroffen, dass er dieses Schiff da hinschickt, was mit dem Krieg jetzt gar nichts zu tun hat, sondern das Schlepper stoppen soll und so weiter und so weiter. Also da dachte ich so, das ist kein fehlender Part, das ist Manipulation. Also das ist einfach ein politischer Wirrwarr und russische Propaganda. Ist da eine Frage? Können Sie nachvollziehen, warum ich das so sehe? Wieso machen Sie diese Beiträge so oder haben Sie die so gemacht? Ich kann dazu nichts mehr sagen, weil das ist 2050, ich weiß es nicht mehr. Ich habe Ihnen ja gerade gesagt, was da vorkam. Ja, Sie haben mir etwas gesagt, aber das ist natürlich auch komplett in Ihrem Frame vorgetragen. Nein, das ist eins zu eins, was Sie da vorgetragen haben. Also Sie haben gesagt, nochmal, es fing an mit einem Schiff, das da hingeschickt wird zur Bekämpfung von Schleusern. Sie haben gerade darauf hingewiesen, dass wir gesagt hätten, es wäre ein völkerrechtswidriger Angriff von den Briten und sonstigen gewesen, was ja auch gestimmt hat in Syrien. Die einzige völkerrechtskonforme Partei, die in Syrien eingegriffen hat, war Russland und das ist faktisch korrekt. Weil Syrien ein souveräner Staat ist. Das ist faktisch unkorrekt, würde ich sagen. Also sie sind noch sehr auf der Spur, wie ich sehe. Nein, das ist völkerrechtlich korrekt. Aber warum wird in so einem Beitrag noch nicht mal erwähnt, dass Russland dort auch eingreift und bombardiert? Also das kann ich Ihnen in diesem Fall nicht sagen. Also das kann ich Ihnen zu 100, das kann auch jeder, der das hört und sieht, kann diesen Beitrag nachschauen. Wir können das in die Shownotes, den Link dazu packen. Es gibt keine Erwähnung, dass Russland dort bombardiert. Woran liegt sowas? Ich kann das nicht sagen. Ich kann Ihnen das tatsächlich hier nicht sagen. Bestimmt gibt es fehlerhafte Beiträge, die ich gemacht habe in der Vergangenheit. Ich war zwischen 2014 und 2021 bei RT, habe hunderte Interviews geführt, habe verschiedene Beiträge moderiert. Sie sprechen jetzt auch von einem Beitrag, der ganz am Anfang stattgefunden hat und wo ich bestimmt noch vieles gelernt habe. Also ich bin mir sicher, dass da Dinge dabei sind, die ich heute anders sagen würde, die ich heute anders präsentieren würde. Aber wenn Sie es anders sagen würden, würden Sie ja nicht die Logik, die Ansichten und die Interessen Russlands vertreten. Tue ich ja auch nicht. Aber haben Sie ja vorhin gesagt, das war die Linie von RT. Ich bin seit 2021 oder seit 2022 habe ich meinen eigenen YouTube-Kanal und selbstverständlich vertrete ich dort meine eigene Linie. Aber wir reden ja jetzt über die damalige Zeit. Genau und in der damaligen Zeit habe ich bei RT gearbeitet und da waren wir außenpolitisch, das würde ich definitiv sagen, auf russischer Linie. Definitiv. Also hätten Sie irgendetwas dort sagen können, was russischen Interessen, Logik und Ansichten widerspricht? Ich habe auf jeden Fall Interviews geführt mit zum Beispiel John Miersheimer, der auf jeden Fall auch andere Ansichten vertritt über die Interventionskriege der USA und die haben wir dort auch publiziert. Aber die Redaktion als solche hat ja auch die Aufgabe, wenn man Journalismus betreibt, Sie haben ja gesagt, Sie haben das damals auch als Journalismus verstanden. Habe ich das richtig verstanden? Das heißt, damals wäre es ja, um eine faktentreue, realitätsgetreue Schilderung zu liefern, wichtig gewesen zu erwähnen, auch Russland bombardiert. Sicherlich, sicherlich. Das heißt, wenn Sie das nicht tun, war das doch dann auch kein Journalismus. Ich kann dazu jetzt nichts sagen. Ich kann Ihnen noch andere Beispiele nennen. Vielleicht kann ich mir in einem anderen Beitrag, also Sie werden unzählige Beispiele finden wahrscheinlich, wo ich Dinge anders machen würde. Ich war Anfänger und hatte auch nicht so viel Ahnung, wie ich schon gesagt habe. Das ist keine Entschuldigung, es ist einfach faktisch so gewesen. Ich habe 2014 angefangen bei RT zu arbeiten und wir können gerne noch weitere Beispiele durchgehen. Aber Sie sehen es ja auch bis heute so. Also Sie sehen ja, Russlands Bombardement in Syrien sehen Sie ja nach wie vor als gerechtfertigt. Nein, Russlands Einsatz in Syrien ist völkerrechtskonform, das habe ich gesagt. Warum ist der völkerrechtskonform? Weil Syrien ein souveräner Staat ist und Syrien die Russen zur Hilfe gebeten hat und das ist erlaubt. Übrigens dieselbe Logik, die ich aber jetzt nicht als nachvollziehbar empfinde, benutzen ja die Regionen in der Ostukraine, die sich ja dann quasi autonom oder sich unabhängig gesagt haben und sagen deshalb, wir holen die Russen zur Hilfe, was ich übrigens nicht legitim finde. Aber was unterscheidet dann die beiden? Weil Syrien ein souveräner Staat ist anerkannt. In der UNO vertreten alles mögliche. Also das ist ja auf jeden Fall ein ganz großer Unterschied. Das heißt, wenn jeder Staat, der seine Zivilbevölkerung bombardieren will und dafür die Hilfe eines anderen Staates holt, ich glaube nicht, dass das von der UN-Menschenrechtscharta in irgendeiner Weise gedeckt ist. Frau Ammann, es gibt zu Syrien tatsächlich sehr viele verschiedene Perspektiven und die, die Sie jetzt hier vortragen, ist ihre und die, die im Westen vorrangig ist und das ist auch vollkommen in Ordnung, nur es gibt dazu auch noch andere. Ja, es gibt die russische Haltung natürlich auch noch, die Sie hier vortragen. Es gibt nicht nur eine russische Haltung, es gibt eine Haltung, die das westliche Narrativ durchaus kritisch gibt. Wer vertritt die denn außer Russland? Nein, nein, das kann man so nicht sagen. Sie können mir ja sagen, wer sie vertritt, wenn sie sagen, das ist die. Also auf jeden Fall vertreten viele, sie würden das wahrscheinlich als den globalen Süden bezeichnen, die die westlichen Narrative grundsätzlich etwas in Frage stellen. Wer macht das? Ja, dazu gehören natürlich Russland, China und andere Verbündete vielleicht, die auch in den BRICS-Staaten vertreten sind, die bestimmte Dinge durchaus etwas kritischer sehen als das westliche Narrativ sozusagen. Also wenn ich einfach mal einen Überblick gebe, Beispiel Nawalny. Also der Oppositionsführer in Russland, der ja dann später in einem Straflager umgebracht wurde. Und da war zum Beispiel in der RT-Berichterstattung, als er vergiftet wurde, hat RT-Deutsch berichtet. Dass er in Deutschland vergiftet worden sei und hat die Aussagen des russischen Außenministers ohne auch nur eine Gegenstimme zu schildern im Programm gezeigt. Haben sie damit gar kein Problem? Ich weiß nicht, also reden die jetzt von RT-Deutsch, von der Online-Berichterstattung oder von meiner Berichterstattung, von der fehlende Part? Also weil es gibt ja wirklich Unterschiede. Also Sie meinen, bei der fehlende Part wurde berichtet, dass Nawalny von der russischen Regierung vergiftet wurde? Also ich glaube nicht, dass dieses Narrativ dort berichtet wurde, das denke ich nicht. Ich weiß gar nicht, ob wir darüber berichtet haben, wenn ich ganz ehrlich bin. Ja, doch, es wurde, also ich habe den Beitrag gesehen. Ja, auf RT Deutsch, ja. Aber das war doch Ihr Sender. Ja, aber ich hatte ja das Programm der fehlende Part. Es gibt einen Sender, es gibt das Mutterschiff RT, dann gibt es unzählige, verschiedene Sender. Aber das Mutterschiff RT Deutsch, bei dem Sie waren? Nein, nein, nein, ich meine damit, es gibt das Mutterschiff quasi RT in Moskau. Aus Moskau wird RT Arabic, RT Akualitat und so weiter gesendet. Lassen Sie uns mal bei RT Deutsch bleiben. Es geht um die Berichterstattung von RT Deutsch. Ja, aber ich bin ja nicht verantwortlich für die Berichterstattung von RT Deutsch. Ich war verantwortlich für die Sendung der fehlende Part, was ich dann später auch produziert habe. Dafür bin ich verantwortlich, aber ich bin nicht verantwortlich für die Berichterstattung von RT Deutsch. Ich sage ja auch nicht, dass Sie verantwortlich sind. Ich konfrontiere Sie damit, dass RT Deutsch auf diese Weise berichtet hat. Ja, aber da bin ich der falsche Adressat an dieser Stelle. Weil ich dafür keine Verantwortung trage für die Berichterstattung von RT Deutsch in Gänze. Ich war für die ganze Online-Abteilung nicht zuständig. Ich kann dazu wirklich nicht so viel sagen. Sie können ja gerne Ivan Rodionov einladen. Ich glaube, er kann dazu richtig viel sagen. Das glaube ich, ja. Also man kann auch in Ihrem Format jede Menge Beispiele finden. Also Beispiel Corona. Da gab es irgendwie Berichte bei Ihnen, auch bei der fehlenden Part, dass der Impfstoff mehr Menschen tötet, als er rettet. War die Information. Also das ist jetzt sehr verkürzt. Nein, das war die Headline damals. Also die Headline, gut. Mit der der Bericht veröffentlicht wurde auf der Website. Sind Sie sicher, dass das von, also ich bin mir nicht sicher, dass wir so eine Headline so beschreiben würden. US-Forscher Doppelpunkt Pfizer-Impfstoff tötet mehr Menschen, als er rettet. Genau, das ist ja schon ein bisschen was anderes, das habe ich ja nicht behauptet. Ja, aber sie verbreiten, also sozusagen, wenn sie sowas verbreiten, dann haben sie ja auch eine Verantwortung dafür, wie das bei den Leuten ankommt. Also was ich interessant finde, ist sich bei dem Thema Corona aus dem Fenster zu lehnen, während Und wir ja viele neue Erkenntnisse haben darüber. Und ich glaube, dass wir in der Corona-Berichterstattung nun wirklich uns keine groben Fehler erlaubt haben. Also das ist aber, würden Sie sagen, dass das eine inhaltlich richtige Aussage ist? Also die Zahlen sprechen ja schlicht dagegen. Es spricht ja schlicht dagegen, dass es mehr Leute getötet hat, als es gerettet hat. Also Frau Ammann, bei dem Thema Impfung, Impfkampagne, Corona-Maßnahmen, würde ich sagen, dass da die kritische Berichterstattung von den Alternativmedien sicherlich teilweise überzogen war. Und ich weiß jetzt nicht genau, was dieser US-Pfizer... Die Aussage war, Pfizer-Impfstoff tötet mehr Menschen als er rettet. Diese Aussage, würden Sie sagen, ist faktisch richtig? Ich weiß nicht, ob die faktisch richtig ist. Aber die ist doch gesunder Menschenverstand, dass das nicht richtig sein kann. Es wurden doch Millionen Menschen geimpft. Und es gibt extrem viele Impfgeschädigte. Aber verglichen mit Millionen Geimpften ist das doch nicht mehr. Würden Sie sagen, es sind mehr Menschen... Gestorben am Coronavirus. Würden Sie sagen, es sind mehr Menschen an der Impfung gestorben als an... Ich kenne, da müssen Sie wirklich mit jemandem sprechen, der das weiter verfolgt hat als ich. Ja, aber die Aussage ist doch mit Allgemeinwissen zu beantworten. Ich kann zu diesem Bericht nichts sagen. Ich weiß nicht, was in diesem Bericht drin ist. Sie zitieren jetzt einfach irgendeine Überschrift und ich soll jetzt irgendwas dazu sagen. Aber die Überschrift ist doch klar. Was gibt es denn da nicht dran zu verstehen? Es ist eine Headline, es ist ein Titel und ich weiß nicht, was da drin fabriziert wurde. Ich finde es nur irre, tatsächlich, sich bei dem Corona-Thema so weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn wir jetzt so viele neue Erkenntnisse darüber haben. Aber ich finde es irre, wenn Sie noch nicht mal diese Aussage infrage stellen können, dass Sie sagen, es sei alles falsch gewesen, was die anderen geschrieben haben. Ich habe nicht gesagt, dass alles falsch gewesen ist, was die anderen geschrieben haben. Ich weiß nur, das haben Sie auch am Anfang zu Recht gesagt. Dass ein großes Misstrauen in die etablierten Medien auch daraus entstanden ist, wie in Corona berichtet wurde. Und deswegen finde ich es da, wäre es etwas zuträglicher, vielleicht etwas sorgsamer zu sein, wie man damit umgeht. Aber das sagen Sie noch so in der Überschrift? Ich weiß ja nicht mal, um was es sich für einen Beitrag handelt, Aber das müssen Sie doch nicht, wenn Sie diese Überschrift hören. Ich finde es interessant, dass Sie da so ins Detail reingehen und zugleich mit so einer Pauschalität die gesamte Berichterstattung der anderen in die Tonne haben. Das habe ich gerade nicht gesagt. Was tun Sie? Ich frage ja nur nach einem Beitrag. Ich weiß nicht mal, ob das ein Beitrag ist, den ich gemacht habe. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht mal, ob das ein Beitrag ist, der vom fehlenden Part ist. Ich weiß nicht, von wem dieser Beitrag gemacht wurde. Sie geben mir einfach nur einen Titel und nicht mehr dazu. Also ich möchte noch einmal klarstellen. Ist es von der fehlenden Part? Aus welchem Jahr ist es? Von wem wurde dieser Beitrag gemacht? Ich weiß es nicht. Ich glaube, wenn ich Ihnen das sagen könnte, wenn ich Ihnen den Tag sagen könnte, dann würden Sie sagen, das ist so lange her, dann müsste ich mir den Beitrag nochmal anschauen. Müsste ich ja auch. Das heißt, letzten Endes... Und es ist ja auch ein bisschen organisierte Verantwortungslosigkeit, einfach zu sagen, solange es nicht der fehlende Part war und solange ich den Beitrag hier jetzt nicht sehen kann und hier nochmal bewerten kann, kann ich mich dazu inhaltlich nicht einlassen, wenn die Aussage so klar ist. Ich meine, wir sprechen darüber über den Sender, bei dem sie eingestellt waren. Dieser Sender hat politische Morde wie an Nawalny verharmlost, geleugnet, bei Corona Falschinformationen wie diese in die Welt gesetzt. Im Fall Mädchen Lisa, darüber hatten wir schon am Telefon gesprochen, da war ein junges Mädchen, das für ein paar Tage sich versteckt hatte, weil es Angst hatte, Ärger zu kriegen wegen schlechter Schulnoten und daraufhin wurde die Nachricht in die Welt gesetzt. Sie sei erstmal von ihr selber, aber wurde von ihrem Sender dankbar aufgegriffen, auch von ihrem Format. Sie sei vergewaltigt worden von Flüchtlingen oder Südländern war glaube ich die Formulierung. Daraufhin hat RT Deutsch von morgens bis abends gepusht, dass das Mädchen von Flüchtlingen vergewaltigt worden sei. Die russische Regierung hat sich gemeldet. Es wurden Demonstrationen im russlanddeutschen Milieu irgendwie organisiert oder aufgepeitscht dazu und das ist schon eine Art von Desinformation und Spaltung und Fake News. Ich finde, damit muss man sie konfrontieren dürfen, ohne einen Tag zu nennen, ohne einen Beitrag hier vorzuführen. Tun sie doch auch. Ja, aber wieso wollen sie sich nicht dazu einlassen? Aber tu ich doch, ich bin doch hier. Ja, sie sagen im Prinzip, sie haben damit nichts zu tun gehabt und deswegen. Nein, ich sage nur in diesem Fall, Sie nennen eine Headline von einem Beitrag, wo ich mir denke, okay, war der jetzt von uns, war der von RT Deutsch, weil wir hatten ja auch ein großes Videoprogramm und ich weiß es nicht. Ist sie verkürzt, der Titel? Ja, auf jeden Fall. Und gab es Probleme? Er ist nicht verkürzt, er ist falsch. Also er ist inhaltlich einfach falsch. Na gut, wir haben ja jemanden zitiert. Ja, aber Sie haben eine inhaltliche Falschaussage verbreitet. Da können Sie sich ja nicht dahinter verstecken, dass Sie das nicht selber gesagt haben. Sie haben ja auch eine Verantwortung für Aussagen anderer, die verbreitet werden. Ja, korrekt, ja. Und dieses Mädchen Lisa, dieser Fall, können Sie nachvollziehen, warum deshalb RT Deutsch als Gefahr für die Gesellschaft gesehen wird? Also ich finde, das ist jetzt sehr, also Sie eskalieren natürlich im Sinne von Gefahr für die Gesellschaft. Ich habe tatsächlich dazu nicht Bericht erstattet, aber ich kann natürlich verstehen, dass da Dinge nicht korrekt wiedergegeben wurden oder dass man vielleicht diesem jungen Mädchen geglaubt hat, was sich dann später als falsch herausgestellt hat. Ja, das ist nachvollziehbar. Wurde das denn richtig gestellt dann? Es tut mir leid. Ich weiß es nicht mehr. Ich kann es Ihnen nicht sagen. Wurde jemals eine Richtigstellung in Ihrer Zeit gemacht? Ja, selbstverständlich gab es auch immer wieder Korrekturen und so weiter. Wir wurden ja auch dadurch, ich kenne das vor allem vom Online-Team, dass auch immer wieder Korrekturen da stattgefunden haben und dass man das unten angefügt hat, so wie das, in den deutschen Medien auch üblich ist, würde ich schon sagen. Aber das war im Online-Bereich vermutlich etwas eher verbreitet. Aber ein Beispiel fällt Ihnen nicht mehr ein? Nein, tatsächlich nicht. Schade, ja, okay. Also ich war, wie gesagt, von 2014 bis 2021 dort, das ist fünf Jahre her. Und seitdem mache ich meinen YouTube-Kanal, also seit 2022. Und. Tatsächlich ist es lange her, ja. Und es ist seither einfach extrem viel passiert. Und ich beschäftige mich einfach sehr gerne mit den Dingen, die jetzt irgendwie unmittelbar um uns herum los sind. Und da ist ja, das wissen Sie ja selber, so einiges los. Genau, da kommen wir gleich noch zu. Wie blicken Sie denn auf die Pressefreiheit in Russland und die Freiheit der Medien in Russland? Wie beobachten Sie das so? Sie haben ja nun lange einen inneren Einblick gehabt durch Ihre Arbeit für RT Deutsch. Später dann, jetzt können Sie ja einfach so als Bürgerin und Frau, die sich als Journalistin versteht, wenn ich das richtig verstanden habe. Wie blicken Sie da drauf? Ja, also ich denke, das ist auf jeden Fall ein ambivalentes Verhältnis, zumindest in Russland. Gleichzeitig möchte ich sagen, dass es dort auch natürlich eine heterogene Landschaft gibt. Nun muss man dazu sagen, dass sich natürlich das Verhältnis mittlerweile so sehr verschlechtert hat, dass ich nicht mehr weiß genau, ob die deutsche Welle in Russland überhaupt noch erlaubt ist. Das RT ist ja im europäischen Raum mit Ausnahme von der Schweiz auch zensiert worden nach Ausbruch des Krieges. Also weiß ich gerade nicht genau, ob jetzt ausländische Medien in Russland noch tätig sind. Das weiß ich nicht. Aber ich möchte damit nur sagen, dass es durchaus ein heterogenes Angebot Presse, gab. Die Pressefreiheit in Russland? Also ich glaube auf jeden Fall anders als sie bei uns. Was heißt anders? Weniger? Anders. Was heißt denn anders? Ich kann es Ihnen nicht sagen, weil ich habe mich damit auch tatsächlich nicht so sehr auseinandergesetzt. Aber was meinen Sie denn damit, wenn Sie anders sagen? Naja, dass Sie auf jeden Fall das nicht so kodiert haben wie bei uns. Was heißt das? Sie kennen doch unser Grundgesetz. Eine Zensur findet nicht statt. Und da bin ich mir nicht sicher, wie das in Russland gehandhabt wird, wie das in der Verfassung drin steht und so weiter. Aber herrscht Pressefreiheit in Russland? Für deren Verständnis ja. Und für Ihr Verständnis? Das weiß ich nicht. Es wurden seit Amtsantritt von Wladimir Putin 25 Morde an Journalisten begangen und ca. 37 Todesfälle im Arbeitskontext, wo man nicht sicher sein kann, war es ein Mord oder nicht. Zwischen Juli 2024 und Juli vergangenen Jahres gab es 42 Urteile gegen russische Journalisten, die bis zu 12 Jahre in Haft kamen. Es gab... Seit dem Ukraine-Krieg 1500 bis 1800 russische Journalisten, die das Land verlassen haben, weil sie gefürchtet haben, dass sie verhaftet, verurteilt, womöglich noch Schlimmeres werden. 66 Journalisten wurden in Abwesenheit verurteilt. Also wenn ich Sie mit diesen Zahlen konfrontiere, die von internationalen Organisationen stammen, die sind jetzt nicht von irgendwelchen abseitigen Bloggern zusammengekehrt worden, wie blicken Sie dann auf die, ist das für Sie ein Land mit Pressefreiheit? Nein, nein, nein, das ist für mich ein Land im Informationskrieg, ein Land im Krieg seit 2022 und das hat ganz eindeutig Auswirkungen darauf natürlich, wie berichtet wird. Was heißt das? Das verstehe ich nicht. Also, dass, seit 2022 ist Russland im Krieg und dass dort, wenn dort kritisch berichtet wird, natürlich mit einer harten Hand geurteilt wird, das kann ich mir sehr gut vorstellen, Sie haben es gerade vorgetragen, das verleugne ich unter keinen Umständen und dass es dann für Journalisten dort extrem schwierig ist, die eine andere Linie vertreten, das ist so, ja. 25 politische Morde an Journalisten? Also das hat doch etwas mit dem Regime zu tun. Das hat ja nichts mit dem Krieg zu tun, sondern das hat mit einer Haltung der Regierung zu tun, wie man mit freien, unabhängigen Journalisten umgeht, oder? Also bestimmt auch. Ich weiß jetzt nicht, in welchem Zeitraum das mit den Morden passiert ist. Seit dem Anstandtritt von Wladimir Putin. Und es ist auch, wie soll ich sagen, in der Sie bei RT waren. Absolut richtig. Die einzelnen Fälle sich anzuschauen, ist bestimmt auch angemessen und interessant. Das habe ich nicht getan. Das ist korrekt. Und ich, also das ist alles richtig, was sie sagen. Ich kann da nichts dagegen sagen. Was schließen Sie daraus für Ihr Russland-Bild? Ist Russland für Sie ein, wie soll man sagen, ein, wie soll man sagen. Ein Staat, mit dem man seriös verhandeln, sprechen, Vereinbarungen schließen kann, mit dem Deutschland in einem normalen diplomatischen Austausch sein sollte. Ja, für mich auf jeden Fall. Wie passt das zusammen? Ja, weil wir, natürlich bin ich sehr dankbar dafür, hier in dieser Welt zu leben. Also das ist tatsächlich so. Warum? Wieso, warum sagen Sie das jetzt? Verglichen mit Russland? Naja, also ich glaube, ich persönlich hätte jetzt wahrscheinlich in Russland nicht so viele Probleme, aber ich mag unsere liberale Welt und finde es auch gut so. Und gleichzeitig glaube ich nicht, dass es so viel Sinn macht, diese Errungenschaften, die wir uns auch erkämpft haben mit der Zeit, auf andere Länder umzustülpen und sie davon zu überzeugen, auf so eine herablassende Art und Weise. Das nehmen diese Länder oft so wahr. Ob das stimmt oder nicht, ist das mal zweitrangig, das ist deren Perspektive. Und deswegen glaube ich, dass es im Austausch tatsächlich besser ist, im diplomatischen Austausch, im Schüleraustausch, im Studentenaustausch, im kulturellen Austausch mit diesen Ländern im Kontakt zu sein und damit meine ich nicht nur Russland, damit meine ich China, ich meine den Iran, ich meine von mir aus alle Länder, die auch, problematische Gesetzgebungen haben. Dass wir mit diesen Ländern im Austausch sind und quasi so Einfluss nehmen, wenn man so möchte, damit diese Dinge besser werden. Ich glaube nicht, dass, eine Mauer, die man aufbaut, hilft in diesem Kontext. Das ist meine Grundhaltung dazu. Aber warum ist das herablassend, wenn man... An Russland kritisiert oder einen normalen diplomatischen Kontakt ablehnt wegen, des Angriffskriegs auf die Ukraine, wegen der Ermordung von Journalisten, wegen des Austrockens der Zivilgesellschaft, des Verbots von Menschenrechtsorganisationen. Der Unterdrückung von Schwulen und Lesben. Also warum ist das herablassend, wenn man daraus die Konsequenzen zieht? Weil wir mit anderen Ländern da auch anders umgehen. Und weil die Russen die Idee haben, dass man bei ihnen einen anderen Standard ansetzt, als zum Beispiel bei Saudi-Arabien. Aber Saudi-Arabien wird ja kritisiert. Und es gibt auch keine normalen diplomatischen Beziehungen. Sondern man hat diplomatische Beziehungen. Wir haben ja auch diplomatische Beziehungen zu Russland. Ja, also ich glaube, die sind im Moment wirklich richtig Israel. Aber die haben keinen Angriffskrieg gegen ein Land auf unserem Kontinent geführt. Es ist korrekt, nur wenn wir zum Beispiel die Amerikaner nehmen, die haben ja durchaus völkerrechtswidrige Angriffskriege. Aber können Sie jetzt mal einen Schritt zurücktreten? Ich finde es interessant, dass immer, weil ich habe es damit gerechnet, dass ab dem Thema, wo man auf diese Kritikpunkte gegen Russland kommt, dass sie in andere Länder springen und sagen, da ist es aber genauso schlimm. Können Sie nicht erstmal sich äußern dazu, wie Sie denn dann mit Russland umgehen würden? Würden Sie das alles ausblenden oder warum haben Sie damit ein Problem? Okay, ich würde im Kontakt bleiben und das haben ja vergangene Regierungen auch getan und das Verhältnis war besser und ich würde im Kontakt diese Dinge ansprechen, so würde ich es machen. Ja gut, aber es wurde ja alles versucht und dann irgendwann, als dann der Krieg begonnen hat, war es auch müßig weiter über den Krieg sozusagen diplomatisch alleine als Deutschland zu sprechen, sondern da musste man ja, oder beziehungsweise es geht ja nicht um meine Position, es geht ja um ihre. Helfen Sie mir nochmal zu verstehen, inwiefern es herablassend ist oder inwiefern wir Schulkinder in ein Land schicken sollten, das seine Bürger so behandelt, wie ich es gerade aufgefächert habe. Also ich bin ein bisschen verloren gerade bei diesen ganzen Sachen, die Sie mir so entgegenschmeißen, weil ich einfach, meine Grundhaltung einfach ist, dass man im Kontakt bleiben muss. Wir wollen Frieden haben und so polemisch wie es auch klingt, glaube ich, ist es vor allem dann wichtig, im Kontakt zu bleiben. Wie meinen Sie mit dir? Ja, also Deutschland mit der Bundesregierung, dass man versucht, einen Frieden auszuhandeln, so wie die Trump-Regierung es zugegeben nicht innerhalb von 24 Stunden geschafft hat, aber so wie es weiterhin probiert wird. Und ich glaube, das ist der richtige Weg, im Austausch zu bleiben und darüber zu sprechen. Aber warum ist es richtig, Schulkinder in einen Austausch zu schicken, in ein Land, wo Menschenrechte auf diese Weise mit Füßen getreten werden? Warum finden Sie das gut? Also ich finde es grundsätzlich gut, im Austausch zu sein, auch mit Ländern, wo wir bestimmte Dinge problematisch sehen. Aber warum? Was versprechen sie sich davon? Was sollen die Kinder mitnehmen? Aber sie tun ja so, als gäbe es das Einzige, was in Russland dann stattfinden würde oder das Einzige, was man dort erleben würde, wären irgendwelche Menschenrechtsverletzungen. Und ich finde, das ist doch eine sehr, ich sag mal, etwas reduzierte, ein sehr reduzierter Blick darauf. Also ich glaube, dass man im Austausch auch noch andere Dinge erleben kann und dass da eine bestimmte Nähe entsteht, auch durch den Austausch mit anderen Ländern, die vielleicht auch zu einem, sagen wir mal, grundsätzlich langfristig, betrachtet einer etwas gedeihlicheren Zusammenarbeit sein müssen. Aber warum ist das für Sie so eine Nebensache? Warum ist das für Sie wie Menschenrechtslage so eine Nebensache? Also nehmen Sie das so wahr? Inwiefern? Weil Sie gerade gesagt haben, das sei doch nur ein Teil. Ja, aber es ist doch so. Aber ich glaube, Russland ist doch mehr als nur das. Aber es ist eine Art wie ein Staat mit seinen Bürgern und seinen Rechten. Aber Sie tun ja so, als würden die alle so damit umgehen. Und das lehne ich einfach ab. Also es ist einfach nicht so, wie ich, wenn ich auch in Russland war, das habe ich so nicht erlebt dort. Und ich sage nicht, dass es in Russland keine Probleme gibt. Sie haben die wirklich, es ist gut, dass Sie das auch aufzeigen und aufgelistet haben. Ich dementiere das nicht. Aber das ist ja nicht das Einzige, was in Russland passiert. Aber warum ist das nicht? Ja, das meinte ich mit sozusagen, ist nicht das Einzige, aber es scheint ja für Sie kein wichtiger Part zu sein, wenn Sie das so ein bisschen wegwischen. Oder wenn Sie eine Normalisierung fordern sozusagen. Warum folgt für Sie daraus nicht irgendeine Form von Konsequenz? Ja, das ist interessant. Ich weiß es nicht. Ich kann es Ihnen nicht sagen. Ich glaube einfach, dass es mehr Sinn macht, im Kontakt zu bleiben. Aber warum ist das für Sie kein Relevant? Sie sind ja Journalistin oder Sie verstehen sich als Journalistin. Also ich denke, als Journalistin ist es sowieso nicht meine Aufgabe, irgendwie einen Kontaktabbruch von irgendwelchen diplomatischen Beziehungen zu fordern. Das ist ja auch ein bisschen anmaßend. Und ich denke, es ist wichtiger, im Austausch zu bleiben, als in den Kontaktabbruch zu gehen, weil dadurch die Fronten nur weiter verhärtet werden, die Feindbildgenese nur noch weiter angeht. Und ich glaube, es ist für uns menschlich einfach nicht gut. Wie oft waren Sie bisher schon in Russland und was haben Sie da gemacht? Ich war 2016 zum ersten Mal in Russland, dann habe ich eine Queer in St. Petersburg Doku gedreht, ich glaube das war auch 2016, dann war ich 2019 mit meinem Ex-Mann, haben wir eine Tour gemacht von Berlin bis nach Wladivostok mit dem Auto und sind dabei aber auch durch Kasachstan und die Mongolei gefahren. Also das war privat tatsächlich. Ich glaube, das ist das erste Video auf meinem Kanal, da ist so eine Doku darüber. Das sind quasi meine Berührungspunkte mit Russland gewesen. Und sonst habe ich natürlich mit Russen zusammengearbeitet bei RT, nicht nur Russland. Und habe allgemein keine konkreten Kontakte mehr nach Moskau. Aber wenn ich jetzt mit meinen Kollegen das aufwärmen wollen würde, dann wäre das möglich. Erhalten Sie jetzt noch für Ihr neues Projekt, Ihren neuen Podcast, noch finanzielle Unterstützung irgendeiner Art aus Russland? Nein. Wie finanzieren Sie sich im Moment? Über YouTube-Einnahmen, über Werbeeinnahmen, also nochmal zusätzlich zu den YouTube-Werbeeinnahmen und ein kleiner Teil sind noch Spenden. Und wissen Sie, wer die Leute sind, die Ihnen da spenden? Ja, das sind, also bei den Überweisungen sieht man ja dann Name. Ich kann darauf schließen, dass das ganz normale Leute sind. Das meiste sind ja auch Kleinspenden. Also wir reden da von 2 Euro bis 50 Euro. Das heißt, es gibt keinerlei finanzielle Unterstützung, auch nicht indirekt. Das kann ja auch über Organisationen laufen. Das hat man ja bei der AfD teilweise auch gesehen, bei AfD-Politikern. Oder über irgendwelche Organisationen, die dem russischen Staat nahestehen, ist nichts dabei. Nein, ich bekomme kein Geld aus Russland mehr. Früher wurde ich natürlich aus dem russischen Staatshaushalt bezahlt. Das war Steuerzahlergeld. Und seit 2021, im Oktober habe ich gekündigt und dann war ich ja noch angestellt bis Dezember wahrscheinlich und 2022 seither, das sind jetzt dann bald fünf Jahre, habe ich den YouTube-Kanal und bin selbstständig. Sie haben, ich habe ein Video gesehen, in dem Sie erklären, warum Sie weggehen von RT, aber vielleicht erklären Sie es für unsere Hörer auch nochmal selber. Ja, und das wird wahrscheinlich auch Sie nicht zufriedenstellen, also wie ich so merke. Sie müssen ja für sich selber entscheiden, wie Sie Ihr Leben leben wollen. Ja, aber ich merke schon, es ist schon, also okay, darf ich das mal hier offen so sagen, vielleicht auch so persönlich, ich gehe dann sehr gerne auf die Frage noch drauf ein. Aber es ist schon hart, also ich merke schon so ein ganz hartes Urteil von Ihnen darüber, dass ich auch andere Entscheidungen getroffen habe in meinem Leben sozusagen. Und ich finde das krass, mit so einem harten Urteil auf mich zuzugehen und, Also ich erlebe sie nicht als offen tatsächlich, sondern eher noch härter drauf gehen und deswegen finde ich auch diesen, ich finde es so interessant, dass es unframed heißt, eigentlich passt es gut, dass dieses an in Klammer ist, weil es ist ein komplettes Framing, das sie hier weiterhin durchführen. Aber ich frage sie ja. Aber sie sind nicht offen. Moment, ich frage ja immer wieder nach und wenn mich die Antwort nicht zufrieden stellt oder ich das nicht verstehen kann, was sie sagen, dann frage ich halt nochmal nach. Aber das heißt ja nicht, ich sage ja nicht, dass ihre Haltung falsch ist, aber ich frage, warum die Haltung so ist, wie sie ist und immer wieder kommt dann die Antwort, ich weiß es nicht. Ja, und das stimmt ja auch ganz gut. Und ja, und das dürfen sie ja auch sagen, nur das hat dann nichts mit Framing zu tun, sondern dann komme ich einfach an eine Grenze des Verständnisses, weil wie soll ich sie verstehen, wenn letztlich es immer darauf hinausläuft, ich weiß nicht, wie es war, ich war nicht dabei, es ist so lange her, ich muss den Beitrag sehen, sozusagen. Aber jetzt haben Sie es schon wieder gemacht. Ich reagiere auf das, was Sie sagen, das ist ja eine sehr fundamentale Kritik. Aber Sie lassen mich auch wirklich, es ist wirklich schwierig, mit Ihnen zu sprechen. Es tut mir leid. Es ist ja auch Ihre Sendung, das ist ja auch in Ordnung. Aber Sie haben ja direkt schon, das allererste, was ich gesagt habe, ach, das kann ich Ihnen ja kaum glauben oder das kann ich mir kaum vorstellen. Das heißt, so sind Sie schon mit dieser Haltung, sind Sie schon mit mir reingegangen. Das heißt, es ist fast egal gewesen, was ich sage, weil sie konnten sich einfach das nicht vorstellen, dass das so für mich ist. Und sie haben schon recht, dass ich teilweise bestimmte Dinge auch wahrscheinlich nicht durchdacht habe oder auch ehrlich gesagt auch nicht mehr drüber nachdenke, weil es für mich heute nicht mehr so eine große Rolle spielt. Das ist korrekt. Und dass ich dann mir denke, was denke ich jetzt darüber? Oh mein Gott, dieser Beitrag, keine Ahnung mehr. Mit wem haben wir da gesprochen? Ich weiß es tatsächlich nicht mehr. Und ich verstehe auch, dass das total unbefriedigend ist. Dann können Sie ja, damit ist die Frage ja vielleicht auch beantwortet. Ja, nur würde ich sagen, von Ihrer Grundhaltung her erlebe ich das nicht. Dass Sie tatsächlich offen sind. Weil Sie sind ja schon eingestiegen mit, das kann ich mir ja nicht vorstellen. Das glaube ich nicht. Also ich weiß nicht mehr genau, wie ich eingestiegen bin. Das können die Hörer ja nochmal zurückspulen sozusagen und sich selber fragen. aber, Ich gebe ihnen die Chance, auf diese Fragen zu antworten. Und ich hake nach, das ist auch meine Rolle. Ich bin eben nicht den Interessen, Ansichten und Logiken irgendeines Staates verpflichtet, sondern ich bin meiner, meines eigenen Berufsverständnisses verpflichtet. Aber sehen Sie das heute vielleicht so? Also können Sie anerkennen, dass ich heute an einem anderen Punkt stehe als vor zehn Jahren? Ist das möglich? Ich sehe, dass sie nicht mehr angestellt sind beim russischen Staat, aber wenn ich mir zum Beispiel anschaue, da wollte ich auch mit ihnen drüber sprechen, wo sie ihre thematischen Schwerpunkte legen. Das finde ich schon auch, dass sie die Themenschwerpunkte, die sie bei RT hatten, ähneln schon denen, die sie jetzt auch haben, finde ich. Das finde ich. Aber erzählen Sie mir gerne. Ich will Sie da nicht framen, sondern ich sage Ihnen meine Meinung, wie es mir aufgefallen ist. Erzählen Sie doch vielleicht, wie Sie Ihre Gäste auswählen. Oder wie Sie Ihre Themenbeschwerpunkte setzen. Also manchmal gehe ich über Thema, dass ich ein Thema habe und mir dann denke, wer könnte da was Interessantes dazu sagen. Dann manchmal, wenn ich irgendjemand Spannendes bei Instagram sehe, dann schreibe ich den einfach an. Das war jetzt vor kurzem mit dem Jungunternehmer aus München der Fall. Dann gibt es manchmal auch Leute, die ja mir eine E-Mail schreiben oder die auch sagen, hey ich habe ein neues Buch, wollen wir was dazu machen also das entsteht so, unterschiedlich Und bei denen, die aus dem politischen Spektrum kommen, wie wählen sie da aus? Also ich spreche ganz ganz also ich glaube Ulrich Sigmund war nicht der erste, aber, einer der wenigen Politiker, mit denen ich spreche, also ich glaube ich habe noch mit Sevim Daddelen gesprochen vom BSW und Ach, wieso habe ich den Namen vergessen von der einen CDU-Abgeordneten, die auch für den Corona-Untersuchungsausschuss ist? Habe ich den Namen vergessen? Also mit ihr habe ich auch gesprochen. Ich glaube, Fabio De Masi wegen diesem Thema Wahlbetrug BSW. Und jetzt natürlich unmittelbar Ulrich Siegmund, weil er halt die Person war jetzt. Und das fand ich dann schon spannend, mit ihm zu sprechen. Und das war auch erst vor kurzem. Wenn ich jetzt das zusammenfassen darf, zwei prominente Vertreter einer sehr russlandfreundlichen Partei BSW. Herr Sigmund, Herr Kubitschek, Daniele Ganser, Herr Otte, der Ökonom, der ja auch sehr massiv sowohl gegen die Bundesregierung als auch für die AfD trommelt. Dann Herr Mannhardt, der Chef eines rechtspopulistischen Mediums. Der Chefredakteur von Apollo News. Genau, von Apollo News. Also würden Sie sagen... Genau, aber jetzt... Nein, nein, nein. Deswegen habe ich nach dem Sagen Sie mir gerne, wo Sie im politischen Spektrum auch was abdecken, was den fehlenden Part nimmt. Ich spreche ja mit total viel verschiedenen Leuten. Also ich spreche mit jungen Unternehmern, ich spreche mit Feministinnen, ich spreche mit queer-feministischen Influencern, ich spreche mit linken Influencern. Und ich schreibe auch viele Leute an, zugegeben, es gibt eine Lücke in dem grünen Spektrum, das stimmt, aber das liegt nicht nur an mir und das ist auch vollkommen fein. Ich habe wirklich nicht den Anspruch, dass jeder jetzt zu mir kommen muss und jeder muss mit jedem reden. Gar nicht. Das bleibt wirklich, da bin ich ganz frei. Aber da habe ich natürlich eine Lücke, weil die Personen nicht zu mir kommen. Das ist auch vollkommen okay. Aber sonst würde ich sagen, dass ich schon... Also bei den politischen Themen sind Positionen, ich meine damit gar nicht unbedingt Politiker, aber Menschen mit dieser Weltsicht, habe ich zumindest nicht gefunden. Aus dem, Grüne haben sie schon gesagt, aber auch FDP Das ist schon länger her. SPD, also sozusagen. FDP hatte ich auch, Kemmerich. Aber auch Herr Kemmerich ist natürlich nicht der Mainstream in der FDP, sondern er ist jemand, der sich von der AfD zum Ministerpräsidenten hat wählen lassen in Thüringen und ist mittlerweile in der Partei von Frauke Petry. Ich bewerte das nicht, ich sage nur, das ist auch, finde ich jetzt kein... Aber Sie bewerten es ja schon. Naja, ich weiß und es ist ja einfach faktisch so, es ist ja kein Beispiel für eine FDP-Position. Aber ich verstehe gar nicht... Herr Kemmerich hat von seiner eigenen Partei kein Geld für seinen Wahlkampf bekommen, das letzte Mal, weil die nicht wollten, dass er nochmal antritt. Also das ist ja dann keine, da kann man ja nicht sagen, ich hatte auch jemanden von der FDP. Aber er war bei der FDP. Also was interessiert mich das, diese ganzen Hintergründe? Warum sollte, also ich meinte jetzt nur, warum sollte ich jetzt... Das finde ich einen sehr interessanten Satz, was interessieren mich die ganzen Hintergründe? Okay, ist witzig, das stimmt, da haben Sie recht, aber wie Sie ja selber sagen, Podcasts verleiten zu manchmal eigenartigen Aussagen, aber ich glaube, ich weiß auch gar nicht, ob das zu dem Zeitpunkt relevant war. Wann habe ich mit dem Herrn Kemmerich gesprochen? Das kann ich Ihnen nicht sagen. Jedenfalls habe ich mit sehr vielen unterschiedlichen Personen gesprochen und sie sitzen hier und sagen jetzt, naja, aber das sind ja jetzt nicht die Leute, die wirklich dann dafür sorgen würden, dass sie ein breites Meinungsspektrum auf ihrem Kanal hätten. Ja, ist ja auch so. Für mich schon. Ich finde, ich decke ein sehr breites Meinungsspektrum auf meinem Kanal. Das kann sich ja jeder auch selber angucken und dann seine eigene Meinung dazu bilden? Also meine Frage betraf ja politische Themen und bei den politischen Themen sehe ich die Schwerpunkte Medienkritik, da können wir vielleicht nochmal gleich drauf kommen, Corona, Meinungsfreiheit und im Prinzip alles, was so fundamentale Systemkritik ja, was ich so unter dem Begriff so zusammenfassen würde und dazu kommt dann auch noch, natürlich es kommen Leute bei Feminismus und Liebe und so, aber bei den politischen Themen, sagen Sie mir, was ich noch verpasst habe, was habe ich da noch an, vielleicht habe ich da was übersehen, ich will ihnen da kein Unrecht tun. Also was sind die Themenschwerpunkte jenseits derer, die ich gerade genannt habe, aus diesem politischen. Bereich? Nein, also ich finde ist es auf jeden Fall Establishment-Kritik, ist es Regierungskritik, es sind Libertäre auch viel dabei, das ist ja auch meine, ich habe ja eher eine anti-etatistische Grundhaltung, deswegen, ist das durchaus viel vertreten, das ist ja auch mein Kanal, also von dem her, fließt da ja auch viel von mir hinein und einfach das, wofür ich mich interessiere. Genau, also das ist schon so, aber ich würde auch sagen, dass ich auf jeden Fall also unterschiedliche politische Positionen vertrete auf dem Kanal. Vielleicht, was wäre denn Ihr Vorschlag? Also was würden Sie sagen, wenn Sie mich jetzt beraten würden für meinen Kanal? Würde mich jetzt mal interessieren. Was würden Sie denn da sagen? Was fehlt da? Was müsste da eigentlich noch da sein? Ja, würde mich jetzt mal interessieren. Nee, ich berate Sie nicht. Ich kann nur sagen, was ich wahrnehme. Ich weiß ja nicht, wo Sie hinwollen, wen Sie erreichen wollen. Mir fällt nur auf, dass das meistens auch Themen sind, die bei RT Deutsch eine große Rolle gespielt haben und dass das Themen sind, wo auch man bekanntermaßen auch die russische Regierung Interessen daran hat, dass sie auf eine bestimmte Weise aufgearbeitet werden. Wirklich? Ja. Aber was denn jetzt konkret? Die, die ich Ihnen gerade genannt hatte. Corona, Meinungsfreiheit, fundamentale Systemkritik, Medienkritik. Deutschland wird unterdrückt. Aber Frau Amann, das ist ja wirklich... Mir fällt einfach die Überschneidung auf. Krieg und Frieden kommen natürlich auch viel. Das ist für Sie dann eine russische Linie. Es ist ja spannend, dass Sie jetzt sogar, obwohl ich seit fünf Jahren diesen YouTube-Kanal mache, unabhängig übrigens, dass Sie sogar da mich in diese Russenschiene reinframen wollen. Ich sage ja nur, dass mir die Überschneidung auffällt, aber Sie können ja gerne sagen, dass es nicht so ist. Also ich meine, so erlebe ich das natürlich nicht. Ja, natürlich nicht. Aber bin ich wahrscheinlich durch die politischen sieben Jahre, die ich bei RT verbracht habe, zwischen 2014 und 2021, natürlich geprägt, ja selbstverständlich. Und ich würde sagen, dass ich ein ziemlich offenes Visier habe und offene Perspektive. Sicherlich gibt es blinde Flecken, die ich mir noch angucken kann. Ja, auf jeden Fall. Aber ich bin mit der Arbeit, die ich jetzt in den letzten fünf Jahren mache, sehr zufrieden. Ich glaube, das ist eine gute Entwicklung, hat da stattgefunden. Ich finde den Austausch sehr konstruktiv. Ich sehe ja das Feedback, das ich bekomme. Ich meine, ich lese die Kommentare nicht, aber Sie können ja die Kommentare sehr gerne unter manchen Videos lesen. Nicht zuletzt unter dem Ulrich-Sigmund-Interview. Dass das nicht immer alles so ist, wie mein Publikum das gerne hätte, ist ja klar. Ich fand es interessant, wie Sie Herrn Sigmund in die Enge getrieben haben mit der Frage, was ist eigentlich Deutsch denken? Und das entspannende war... Das fand ich echt genial, weil da hatte er überhaupt keine Antwort drauf und sie haben da einfach nur ganz freundlich gefragt und er hat ganz freundlich versagt, würde ich sagen. Das Spannende war, ich war selber überrascht, weil dieses Hashtag Deutschdenken hier war ja überall plakatiert und es hat mich einfach interessiert. Also das war nicht mal, um in die Enge zu treiben und da war ich dann auch ein bisschen überrascht. Tatsächlich interessiert es mich ja bei Ihnen auch. Mich interessiert ja auch, was für eine Position diese da haben. und wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlen, dann tut mir das leid. Aber darf ich da auch persönlich kurz nachfragen? Weil es wirkt nicht so. Und ich meine, ich glaube, Herr Martenstein hat sie so ein bisschen als Staatsanwältin hier bezeichnet. Das nehme ich auch so wahr. Ich meine, sie haben Jura studiert und es war mir schon bewusst, dass sie dann so nachdrücken. Also ich habe die Idee, ich frage mich halt, warum bei einer Person wie mir. Das dann so nachdrücklich gemacht wird. Ich fände es ganz fantastisch, sie irgendwie mit Politikern zu sehen. Ja, ich glaube, sie können mich problemlos mit Politikern sehen. Ich habe mehrere Politiker schon auf diese Weise interviewt und vielleicht ist das ihre erste Begegnung mit echtem Journalismus, das weiß ich nicht. Das ist aber auch wieder sehr gemein. Nein, aber ich meine, es tut mir leid. Aber das ist doch wieder so unterirdisch, was sie da waren. Dass ich nachfrage, wenn ihre Antworten nicht... Die erste Begegnung mit echtem Journalismus. Ich meine, das ist doch wirklich... Ja, aber ich finde Journalismus funktioniert so, du stellst Wenn Menschen fragen und wenn sie dich nicht überzeugen, hakst du nach. Aber das tue ich doch. Sie haben doch gerade eben gesagt, dass ich bei Herrn Sigmund genau das getan habe. Ja, und das habe ich auch nur zum Beispiel, ich kann Ihnen auch ein paar Gegenbeispiele nennen. Also Sie haben Herrn Sigmund ja auch mit der HDJ-Vergangenheit einiger, seiner Mitarbeiter da konfrontiert. Und beim Thema Remigration haben Sie auch nachgehakt. Aber es gab ja x andere Passagen, wo er unwidersprochen Dinge in den Raum stellen konnte. Und Sie haben das affirmativ begleitet. Ja, ja, kann ich verstehen. Nee, ist sehr interessant. Und also sozusagen, das war für mich keine kritische Begleitung, sondern sie haben ihn da sehr oft sehr leicht davon kommen lassen. Das waren wirklich die Ausnahmen. Aber weil wir auch wahrscheinlich bei bestimmten Themen einfach unterschiedliche Ansichten haben. Also dass ich bei bestimmten Themen wahrscheinlich nicht so kritisch bin wie Sie, weil ich es tatsächlich anders sehe, habe ich dann vielleicht aus Ihrer Sicht ein affirmatives Verhältnis in dieser Hinsicht. Und in anderen, wo Sie dann sagen, ja Gott sei Dank, fragt sie da kritisch nach, stimmen wir dann überein. Und ich glaube, das ist einfach, weil wir unterschiedliche Perspektiven haben und unterschiedliche Ansichten bei bestimmten Themen. Doch, da bin ich ziemlich überzeugt. Da kommen wir auch mit einem unterschiedlichen Berufsverständnis, glaube ich, daher. Es geht nicht um die persönliche Ansicht. Aber es geht doch ganz viel um Ihre persönliche Ansicht. Es geht darum, ist die Antwort, bringt diese Antwort eine Erklärung? Ist es eine Antwort? Oder ist es eine Ausflucht? Und darauf dann zu reagieren ist journalistisch, auch wenn das, ich habe hier Jette Nizat sitzen gehabt, die grüne Positionen hat. Und die ich sehr kritisch befragt habe und auch immer wieder nachgehakt habe und das ist mir egal, ob die dann bei den Grünen ist oder ob die bei der AfD ist, ich finde, wenn die Antworten nicht befriedigend sind, dann hakt man nach, das hat nichts mit persönlichen Ansichten zu tun und da haben wir ein sehr unterschiedliches Berufsverständnis, glaube ich. Ich gebe Ihnen noch ein Beispiel. Götz Kubitschek hat bei Ihnen gesagt, Afghanen haben eine extrem hohe kriminelle Energie. Das haben sie einfach so stehen lassen. Er hat bei Ihnen gesagt, die Medien sind gelenkt. Haben sie auch so stehen gelassen wahrscheinlich, weil sie es auch so sehen. Sie haben sogar gesagt, ja es stimmt, dass der Staat, haben wörtlich gesagt, dass der Staat über Propagandamaßnahmen in die Meinungsfreiheit eingreift. Haben sie gesagt, dass hier in Deutschland der Staat über Propagandamaßnahmen in die Meinungsfreiheit eingreift. Ist das ihre persönliche Überzeugung also? Also ich glaube, dass die Meinung in Deutschland durchaus beeinflusst wird, ja. Es ist was anderes, eingreifen in die Meinungsfreiheit durch Propagandamaßnahmen. Was heißt das denn? Ich weiß nicht mehr den Kontext, in dem ich es gesagt habe. Ich nehme das jetzt mal so für bare Münze. Der Kontext ist tatsächlich wichtig. Aber ich glaube tatsächlich, dass in Deutschland die Meinung sehr stark beeinflusst wird. Aber was sind denn Propagandamaßnahmen? Was fällt Ihnen da ein? Es wird zum Beispiel, dass bestimmte Narrative gepusht werden und andere weniger. Ich glaube nicht, dass wir in Deutschland, Wir haben ja jetzt in Deutschland keinen Staatssender, also keinen offiziellen, also über Steuergelder. Wir haben zwar die Deutsche Welle, aber die publiziert mittlerweile auf Englisch und ist auch eher im Ausland tätig. Das ist was anderes. Das ist tatsächlich eher vergleichbar mit RT, zumindest von der Struktur her. Ich sage nicht inhaltlich, ich sage nur von der Struktur her. Auch nicht von der Struktur her, aber ja, von der Finanzierung her. Von der Finanzierung her, von mir aus. Das ist vollkommen in Ordnung. Aber ich glaube schon, dass wir in Deutschland über die Medien sehr stark beeinflusst werden. Und ich glaube, dass wir das nicht zuletzt bei Corona ganz, ganz, ganz stark gemerkt haben. Und da bin ich nicht die Einzige, die das so wahrgenommen hat. Dass dort ganz eindeutig die Regierungslinie, das kann man dann als Propaganda bezeichnen, muss man nicht. Aber das ist ja etwas anderes, wenn ich nur kurz sage, oder wie definieren Sie Propaganda? Also Propaganda ist ja nicht unbedingt eine Lüge, sondern das Weglassen von Information, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. So würde ich das definieren. Ich glaube, das ist auch eine Definition davon. Aber bitte, sagen Sie mir, wie Sie es definieren. Vielleicht hätte man das auch am Anfang mal machen müssen. Ich bin interessiert an Ihrer. Für mich hat Propaganda etwas von aktivem Tun. Ich finde, das weglassen ist keine Propaganda. Also ich weiß auch nicht, wie hat sich das dann aus Ihrer Sicht, Sie haben es ja auf die Medien bezogen. Also Sie haben die Aussage ja in den Gesprächen mit Kubitschek auf die Medien bezogen, dass sozusagen der Staat über die Medien Propaganda macht, um missliebige Meinungen oder eine bestimmte Meinung zu etablieren. Und ist das Ihre Sicht auf die Medien in Deutschland? Es darf Ihre Sicht sein. Ich frage mich nur, wo Sie dann diese Propaganda sehen. Also ich glaube, dass wir tatsächlich bestimmte Narrative über die Medien gepusht werden. Ich glaube nicht, dass es unbedingt so ist, dass der Staat da jetzt in die Redaktionen geht oder irgendwelche Anrufe tätig, das glaube ich überhaupt nicht. Das ist null meine Position. Aber ich glaube schon, dass wir gewisse Narrative haben, die gepusht werden. Um Meinungen zu beeinflussen in Deutschland. Das glaube ich definitiv, ja. Und wie muss man sich das dann aus Ihrer Sicht vorstellen? Also ich glaube, dass es in den Redaktionen tatsächlich, wie bei RT auch im Übrigen, über die Personalauswahl geht. Also man stellt einfach das Personal ein, um eine gewisse Linie zu propagieren. Aber der Staat stellt doch nicht in den Medienhäusern die Leute ein. Nein, natürlich nicht. Aber wir wissen ja auch, dass, ich glaube, da korrigieren Sie mich, dass die deutschen Medien in den Händen von, von wenigen Eigentümern sind, auch die Privatmedien. Und dass diese, wenn zum Beispiel... Doch, das stimmt. Aber wie viele Privateigentümer von Medien gibt es aus Ihrer Sicht? Also es gibt die Springerpresse, es gibt Funke Mediengruppe, es gibt Burda, Bertelsmann, wer gibt es noch? Ich glaube es sind Funk. Mazak, es gibt jede Menge Redaktionsgemeinde, Spiegel Verlag, FAZ, Süddeutsche Zeitung. Genau, aber wir wissen ja auch... Also Sie können jetzt noch, es gibt Bayerische Mediengruppe, Also es gibt in Deutschland x, ich könnte Ihnen jetzt auch keine Zahlen nennen, aber es ist doch nicht wenig. Nein, nein, nein, das sage ich ja nicht. Ich sage nur, dass es durchaus Kontakte gibt zwischen Friede Springer, Angela Merkel. Es gibt Fernsehräte bei dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn wir so wollen. Also dass da eine Nähe da ist. Moment, Fernsehräte kommen ja aus der Zivilgesellschaft, von Kirchen, von NGOs. Es gibt auch Politiker. Da sitzen aber von jeder Partei ein Vertreter. Da sitzen mittlerweile ja auch AfD-Vertreter, soweit ich weiß. Ja, aber ich sage trotzdem, ist dort eine Nähe da? Nein. Also ich glaube, das ist objektiv. Okay, das ist meine... Sie dürfen das so wahrnehmen, ich sage Ihnen, das ist objektiv nicht richtig, aber ich finde es so interessant, dass Sie da so... Ich finde es interessant, ich habe Sie konfrontiert mit Morden an Journalisten in Russland. Ich habe Ihnen gesagt, wie viele Menschen aus dem Land fliehen mussten, weil sie nicht mehr sicher waren. Und jetzt kommen sie und sagen, in Deutschland gäbe es zu viel Nähe zwischen den Medien und dem Staat. Ich finde, also fällt ihnen nicht auf, dass das ein leichter, sozusagen, dann müssten sie doch eigentlich, wenn ihnen das wichtig ist und wenn sie das ablehnen, wenn sie staatliche Propaganda, die die Meinungsfreiheit beeinflusst, ablehnen, müssten sie doch Tag und Nacht anprangern, was in Russland passiert. Also den Zusammenhang haben sie jetzt hergestellt. Ja, warum stellen sie den nicht her? Sie haben den Zusammenhang hergestellt. Ich habe gesagt, dass das natürlich nicht in Ordnung ist, dass es nicht gut ist und dass es bedauerlich ist, dass sowas in Russland passiert. Und natürlich verstehe ich, dass das in Deutschland anders ist und trotzdem sehe ich, dass wir hier eine gewisse, ich sag mal, dass die Meinung, die öffentliche Meinung beeinflusst wird durch die Medien. Ich verstehe nicht genau, warum das problematisch ist zu sagen und warum sie dann sagen, dass es objektiv falsch ist, dass es eine gewisse Nähe gibt, über eine politische Einflussnahme, zum Beispiel in den Fernsehräten oder eine politische Nähe zwischen bestimmten Eigentümern und zum Beispiel der ehemaligen Bundeskanzlerin. Also das ist doch einfach nachvollziehbar. Ja, also ich sage ja auch nicht mal, dass es jetzt irgendwie schlimm wäre, aber ich sage einfach nur, dass es einfach da ist. Nein, es gibt. Ich glaube, da müssten sie dann mit Angela Merkel drüber sprechen, ob die den Eindruck hat oder mit Friede Springer, dass da eine Nähe ist. Es steht mir auch nicht zu, mit denen zu sprechen. Aber wir kamen ja von dem Punkt, gibt es Propaganda und gibt es Steuerung der Berichterstattung in Deutschland über die Medien? Steuerung der Meinungsfreiheit durch Propagandamaßnahmen? Und das ist jetzt nicht belegt durch das, was Sie gerade gesagt haben, würde ich sagen, oder? Ja, okay, vielleicht würde ich das heute auch anders sagen, ja, auf jeden Fall. Und dennoch bin ich der Meinung, dass wir auf jeden Fall stark beeinflusst werden über die Medien, 100%. Und die öffentliche Meinung sehr stark, durch die Medien beeinflusst wird, 100 Prozent. Und dass da Narrative gepusht werden, ich finde, wie gesagt, Corona ist das beste Beispiel dafür. Vielleicht machen wir zum Abschluss ein Fazit. Was denken Sie, wo die deutsche Medienlandschaft sich hin entwickelt? Oder was denken Sie, wo wir in fünf oder zehn Jahren stehen mit dem Journalismus in Deutschland? Ich frage mich gerade, ob wir den offenen Loop noch fertig machen sollen, warum ich gegangen bin, oder ist das nicht wichtig? Da haben Sie recht, ja, das stimmt. Sie können das, das habe ich schon völlig vergessen. Erzählen Sie gerne noch. Einfach nur, falls die paar Leute, die sich dafür interessieren, dass sie das irgendwie noch mitbekommen. Aber da kann ich ja dann weitermachen mit der Frage, die Sie jetzt gestellt haben. Und zwar, ich habe ja gekündigt im Oktober 2021, übrigens kurz nach den Bundestagswahlen, ich habe im letzten Jahr bei RT die Social Media Abteilung geleitet. Also die Sendung haben wir abgesetzt, das war tatsächlich freiwillig, weil wir hatten ein neues Management und ich war mit dem nicht so zufrieden, das hat sich dann über das Jahr herausgestellt. Warum waren Sie mit dem nicht zufrieden? Ich mochte es einfach nicht. Also da hat man übrigens tatsächlich gemerkt, dass da kam dann Moskau zum ersten Mal tatsächlich rein. Und auch nicht mal so, nicht mal so, wie sie denken, sondern wir wurden so ein bisschen mehr gemainstreamed. Das war ja inmitten der Corona-Krise und tatsächlich war ja in Russland das Regime ja auch sehr streng. Und das kollidierte dann mit einer Corona-Maßnahmen-kritischen Belegschaft. Also das war sehr interessant eigentlich auch mitzuerleben, weil die Führung, die aus Moskau kam, eher, sagen wir mal, sehr Corona, sie haben sich selber als Covid-Cowards bezeichnet, also dass sie selber Feiglinge waren in dieser Hinsicht. Und das kollidierte dann. Erst mal kein Problem, wurde dann austariert. Ich glaube, die Artikel wurden dadurch auch tatsächlich besser. Das heißt, die wollten gerne auch eine weniger kritische Berichterstattung über die Corona-Maßnahmen? Ja, ja. Und war das dann der Grund, warum sie zum Beispiel einfach stundenlang live gestreamt haben von Querdenker-Demos? Nein, nein, nein. Das hat Ruptly RT immer gemacht. Mit Pegida hat es ja angefangen. Die haben ja einfach unkommentiert gestreamt. Und da gab es nie irgendwelche Widerstände. Oder das hat jetzt auch die Chefredaktion als unproblematisch gesehen. Ja gut, das ist ja auch im Fall der Corona-Maßnahmen sozusagen da... Konnte man ja auch einfach die Leute dann erzählen lassen, oder? Wie meinen Sie jetzt? Also Sie meinen sozusagen, dass auch in dem Fall, dass die Corona-kritische, Moskauer Linie wurde dann bei diesen Livestreams für eine Weile nicht befolgt? Oder wie muss ich das verstehen? Nee, ich glaube, die Livestreams waren einfach egal. Also ich glaube, das war einfach kein Schwerpunkt. Das hatten wir schon immer so gemacht. Da gab es keine Probleme. Da gab es nur Probleme, weil ja YouTube extrem zensorisch vorgegangen ist in der Corona-Zeit. Und dass wir dann tatsächlich bei den einzelnen Livestreams wegen fünf Sekunden Sachen rausnehmen mussten, weil irgendjemand irgendwas Obskures da reingeschrien hat. Also viele Leute erinnern sich gar nicht mehr an diese Zeit. Der Grund, warum ja RT, also der fehlende Part wurde ja gelöscht, weil, ist eine Formalität, aber ist trotzdem korrekt, weil RT wurde gestrikt und dann haben die den fehlenden Part als Ausweichkanal verwendet. Und das war natürlich nicht erlaubt zu den Community Guidelines und deswegen wurde der fehlende Part gelöscht von YouTube. Also das ist eigentlich die korrekte. Das ist das korrekte Prozedere gewesen in dieser Hinsicht. Und deswegen wurden die Kanäle gelöscht. Aber es war wirklich sehr hart damals, wenn man über Corona Bericht erstattet hat oder diese Livestreams gemacht hat, da musste man reingehen bei diesen 8 Stunden Sachen und Sachen rausschneiden von 10 Sekunden und so. Es war auf jeden Fall sehr irre. Und das fanden Sie ansonsten aber, wie fanden Sie das Format, dass man da stundenlang streamt? Super, super. unkommentiert streamen. Übrigens, das haben ja danach alle auch gemacht. Ich glaube, Sky News hat es dann gemacht. Also ich finde das total gut. Weil da ist ja dann überhaupt keine journalistische Arbeit mehr. Da ist man ja einfach nur noch der Verstärker für politische Ansichten, über die man keinerlei Kontrolle hat. Könnte man das nicht auch so bezeichnen? Zeigen, was ist. Ja, das stimmt. Aber natürlich ist ja der Inhalt, der dort vorgetragen wird, nicht was ist, sondern was diese Menschen denken. Das, was auf der Bühne gesagt wird, das ist ja, ob da der größte Wahnsinn, Stichwort Pfizer, mehr Menschen sterben an der Impfung als am Virus. Wenn da sowas behauptet wird, dann sind sie einfach nur der Lautsprecher für solche Positionen. Und ihr Publikum und das Publikum von RT Deutsch schaut das und bekommt dort keinerlei Informationen, noch nicht mal irgendwie wie ein Faktencheck oder eine Live-Begleitung in irgendeiner Form. Ob da vielleicht Lügen erzählt werden, ob da Falschheiten erzählt werden. Keine Korrekturen, kein nichts. Aber Sie finden, das ist in Ordnung. Darf ich was sagen? Dafür gibt es ja auch Berichterstattung. Und ich finde Live-Format großartig. Sie haben es schon mal gesagt in einem Interview, dass Sie auch die Menschen nicht für dumm halten. Und dass die Leute das einordnen können. Und dass die Leute sich ihre eigenen Gedanken machen. Und ich finde, diese Livestreams sind wirklich zeigen, was ist. Es findet statt, das sagen die Leute dort und wir lassen es einfach stehen. Ich kann nachvollziehen, sie sagen, ja, aber das muss doch eingeordnet werden. Okay, das ist dann, so blicken sie darauf. Ich finde, das war wunderbar. Ich finde, es ist wirklich genial eigentlich, das einfach zu zeigen. Und es hat ja auch geholfen, da werden Sie wahrscheinlich eine andere Ansicht haben, bei diesen Querdenker-Demos und die viele Berichterstattung, die es dann darüber gab, wo man natürlich dann immer die größten Vollidioten zusammengeschnitten hat, weil es auch gutes Fernsehen macht. Ich bin mir gerade unsicher, ob der Spiegel das auch so gemacht hat. Ich glaube ja. Und wenn man einfach diesen Livestream verfolgt hat, dann konnte man einfach sehen, Da konnte man die Normalität auch einfach begleiten und nicht immer nur diese absurden, obskuren Spitzen, die ja teilweise eine. Ganze Menschenmenge, also tausende, zehntausende, hunderttausende Menschen komplett diskreditieren, weil man irgendwelche obskuren Spitzen da im Fernsehen zeigt. Und deswegen finde ich tatsächlich diese Form von Berichterstattung großartig, weil man kann sich selber ein Bild machen, man kann sagen, okay, ich habe es gesehen, so sah die Normalität an diesem Tag aus. Also das ist halt für mich, nur nochmal zur Klarstellung, hat das nichts damit zu tun, was ich in dem Ben-Podcast gesagt habe, ich nehme die Leute ernst, aber meine Aufgabe als Journalistin ist, ihnen die Informationen zur Verfügung zu stellen, dass sie sich eine Meinung bilden können. Und ich sehe meine Aufgabe oder die Aufgabe von uns Journalisten nicht darin, kritiklos und faktenbefreit Veranstaltungen zu verbreiten, die wir inhaltlich einfach laufen lassen und wo keinerlei Check stattfindet, was passiert dort eigentlich und wo auch für die Leute überhaupt keine Orientierung da ist. Die müssen sich selber, die müssen das dann selber schauen und komplett selber verarbeiten. Das können sie machen, das ist ihre Freiheit und das ist auch die Freiheit der Leute, die können ja auch zu der Veranstaltung hingehen oder die können sich einen YouTube-Stream von der Veranstaltung anschauen, nur das hat dann halt mit Journalismus für mich nichts mehr zu tun. Sie sind also gegangen, wenn ich jetzt richtig verstanden habe, weil Ihnen RT Deutsch zu Corona-Maßnahmen freundlich wurde? Nein, nein, nein, das war nicht das Problem. Also ich bin gegangen im Oktober 2021, da habe ich die Kündigung eingereicht. Und ich bin gegangen, weil ich hatte keine Aussichten. Ich fand die Führung nicht gut. Der Job war richtig, also es war richtig hart. Also Social Media Abteilung zu leiten, ich weiß nicht, ob Sie das schon mal gemacht haben. Hier machen Sie ja Digitales. Das war ich dann nochmal übergeordnet, aber das war echt übel. Also da ist so dieser ganze Nachrichtenstrom zehn Stunden durch mich durch und das hat mir einfach nicht gut getan. Also auch rein so körperlich, mental war es einfach nicht gut. Und ich habe einfach keine Aussicht mehr gehabt dort und es war auch irgendwann mal Zeit. Also nach sieben Jahren war es dann einfach Zeit zu gehen. Und ich bin auch wirklich ganz froh darüber, weil dann mit dem Krieg 2022, am 24. Februar der ausbrach, also das wäre ja aller, aller spätestens dann der Moment gewesen, um auszusteigen, weil ich glaube, es gibt schon nochmal einen Unterschied, bei einem Staatssender zu arbeiten, wenn man im Krieg ist und wenn nicht. Es ist eine militärische Spezialoperation, es ist kein Krieg. Sagt man in Russland so, ja, also ich bin ja hier und ich sage Krieg und es ist auch ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, ich habe gar kein Problem, das irgendwie so auszusprechen, aber ich meine nur damit, ich bin ganz froh, zu dem Zeitpunkt gegangen zu sein, ich bin wirklich dankbar auch für die Zeit, weil wissen Sie. Ich durfte da viel erleben und sicherlich habe ich auch einige Fehler gemacht und bestimmte Dinge nicht ganz durchdacht, das ist 100 Prozent so und ich bin so dankbar, weil ich habe so eine breite Perspektive irgendwie auf die Welt, und jetzt darf ich hier mit Ihnen sprechen und ich werde von Ihnen hier durch die Mangel genommen. Also irgendwie ist es doch eine tolle Erfahrung. Tut mir leid. Empfehlen Sie mich weiter. Sie sind immerhin nicht rausgegangen. Das ist schon mal ein Vorteil zu früheren Gästen. Ja, ich würde Ihnen total empfehlen. Ich würde total gerne hören, dass Sie mal mit Daniele Ganser sprechen. Weil wenn jemand geframed wird, ja dann wohl er. Ich fände das total spannend. Machen Sie das mal, weil er da auch viel... Viel besser faktenorientiert ist, was auch die ganze Ukraine und Russland sagt. Also er kann besser argumentieren. Ja, aber Sie sagen es ja schon auf diese Art und Weise. Ich bin ein bisschen skeptisch, was ich bisher von ihm wahrgenommen habe, wie faktenorientiert er ist. Aber ich danke Ihnen, dass Sie sich auf das Format einlassen. Und vielleicht noch abschließend der Wahlkampf von Herrn Sigmund. Wie haben Sie so die mediale Begleitung wahrgenommen? Und was denken Sie, was sagt auch dieser Sieg so über den Journalismus in Deutschland aus. Ach ja, stimmt, wir wollten ja noch kurze Aussicht, Perspektive. Genau, aber dann habe ich jetzt erstmal was anderes gefallen. Ja, nein, das ist ja okay, das kann man ja quasi nochmal so verwursteln sozusagen. Also das war schon sehr spannend zu begleiten, das muss ich wirklich sagen. Jetzt versuche ich mal ganz neutral zu sein. Das war schon spannend, wie er die Menschen bewegt hat und berührt hat. Weil ich habe ihn ja auch dann persönlich erlebt und habe wirklich mir das mal angeguckt und das ist schon, ich so, okay, krass. Also er ist eine People-Person, sagen wir es mal so. Und das spielte ihm natürlich wahnsinnig in die Karten. Ich glaube, ich hatte den Politikwissenschaftler Christian Stecker bei mir im Format und der hatte das eigentlich ganz gut formuliert, wie er meinte, zum ersten Mal hatte die CDU einen sympathischen AfD-Gegenkandidaten. Und das habe ich mir gedacht, stimmt, das ist wirklich irgendwie ganz interessant formuliert. Und das ist da passiert. Ich fand jetzt tatsächlich, ich habe, der hat doch total viel Aufmerksamkeit bekommen. War die so kritisch die ganze Zeit? Außer jetzt das Spiegelcover, der gefährlichste mein Deutschlands, aber das hat ihm doch geholfen. Wie meinen Sie? Fanden Sie, dass er schlecht dargestellt wurde? Ich habe zwei... Ach, ich glaube, das ist gar nicht meine Aufgabe, das hier so einzuordnen, sondern mich interessiert eher, wie Sie das sehen. Wie haben Sie die Berichterstattung über ihn erlegt? Also ich fand sie jetzt, also wenn ich jetzt so aus dem Gefühl, ich habe jetzt auch nicht so viel über ihn gelesen, sondern habe mir Interviews angehört und so weiter. Ich bin ja auch auf Social Media unterwegs und da sieht das dann oftmals irgendwie anders aus. Aber ich hätte jetzt eher gesagt, eher wohlwollend. Kann das sein, dass Sie vor allem diese alternativen Medien konsumiert haben? Apollo News, Aktivistenmann, Utopia TV? Definitiv nicht, Frau Ammann. Weil die haben ja sehr wohlwollend über ihn berichtet. Frau Ammann, woher glauben Sie denn, okay, das können wir jetzt hier gerne noch einmal besprechen. Woher glauben Sie denn, habe ich die Information zu diesen Themen Heimat, Treue, Deutsche Jugend? Ich lese natürlich den Spiegel, Frau Ammann. Nein, woher haben Sie denn den Eindruck, dass nicht kritisch berichtet wurde, weil es wurde ja durchaus kritisch über ihn berichtet? Ja, aber ich glaube, dass er auf jeden Fall ziemlich positiv dargestellt wurde. Das ist wirklich meine Wahrnehmung. Und dass er auch davon sehr profitiert hat. Doch, also ich sage das weder positiv noch negativ. Das war nur meine Idee dazu. Und wie blicken Sie auf die AfD? Ist das für Sie eine demokratische Partei da in Sachsen-Anhalt? Also da haben Sie ja eine ganz andere Haltung dazu. Jetzt habe ich Angst dazu, irgendetwas zu sagen. Nein, nur sagen Sie, was Ihre Haltung ist. Also ich denke, dass die Wähler ein ganz eindeutiges Votum abgegeben haben und dass es natürlich... Also ganz eindeutig war, dass die ganze BRD, also die ganze Bundesrepublik hat auf Sachsen-Anhalt geblickt, auch aus gutem Grund. Und die haben jetzt, was waren es jetzt? 44 Prozent. Wir runden mal großzügig auf. Und dass das natürlich Auswirkungen hat, ist eindeutig. Und die Wähler haben entschieden. Es ist aus meiner Sicht klar. Und sozusagen, dass die AfD eine demokratische Partei ist? Also für mich gehört sie zum demokratischen Spektrum dazu. Ich weiß, dass sie auf jeden Fall extreme Ausreiße hat. Ich weiß, dass sie in Teilen als, extremistischer Verdachtsfall oder wie heißt es eingeordnet wird vom Verfassungsschutz? Gesichert rechtsextrem. In Teilen? Nee, der AfD Sachsen-Anhalt ist als Ganzes. Vom Verfassungsschutz so einge... Schon seit Jahren. Schon lange vor Ulrich Sigmund. Schon lange vor Ulrich Sigmund. Ja, also ich habe da im Detail, kenne ich jetzt nur die Leute, die um Herrn Siegmund arbeiten, auf die ich ja auch mit ihm gesprochen habe. Die in der HDJ waren und so weiter. Ich habe da jetzt auch nicht unbedingt die befriedigendste Antwort darauf bekommen, wenn ich ehrlich bin. Aber ich glaube wirklich, dass es einfach an der Zeit ist, das irgendwie zu lassen. Weil die Wähler haben entschieden. Was zu lassen? Das zuzulassen. Also das Votum ist so eindeutig. Wenn jetzt die anderen Parteien, Das ist jetzt meine ganz oberflächliche politische Analyse. Ich bin da wirklich nicht die Expertin darin. Ich stelle mir nur vor, wenn jetzt die anderen alle zusammenkommen, Und einen Gegenkandidaten aufstellen, dass das tatsächlich demokratisch schädlicher ist. Das wäre jetzt meine vorsichtige Beobachtung in dieser Hinsicht, weil das Votum ist so eindeutig, Frau Ammann, ich, 44 Prozent. Und spielt dann für Sie irgendwie eine Rolle, dass sozusagen sagt man, wenn es dieses Votum gibt, muss man auch akzeptieren, dass es für eine Partei ist mit den Positionen und dem Profil gesichert rechtsextrem. Da sagen Sie, das ist dann halt, so ist die Demokratie. Also ich weiß nur, dass Sie, ich habe ja mir das Parteiprogramm auch in Teilen angeschaut und ich weiß, dass Sie dann immer wieder eine Sache zum Beispiel sagen und da muss ich Ihnen sagen, das stimmt nicht, was Sie da, Sie sagen die ganze Zeit, dass es das Willkommensgeld nur für deutsche Staatsbürger gibt. Das habe ich nicht gesagt. Dann sagen Sie es gerne nochmal, damit ich es hier nicht falsch. Kinderdeutsche Abstammung von Eltern, wo mindestens ein Elternteil deutscher Abstammung sein muss. Okay, jetzt sagen Sie es, genau. Ja, so habe ich es aber auch bisher. Und nicht deutsche Abstammung, sondern dass ein Elternteil eine deutsche Staatsbürgerschaft hat. Und da frage ich mich, wo das Problem denn daran ist. Also ich verstehe es wirklich nicht. Das heißt, für Sie ist es okay, bei Kindern zu unterscheiden, wenn die Geld kriegen und hier in Deutschland leben, ob die deutsch sind oder nicht? Naja, es geht ja um die Eltern. Es geht darum, dass ein Elternteil deutsche Staatsbürgerschaft hat. Ich meine, es gibt doch Kindergeld, das geht für alle, das geht über den Aufenthaltstitel. Also ich glaube nicht, dass wir hier irgendwie ein Problem haben, im Sinne von, dass wir nicht. Gleich umgehen mit den Menschen. Das heißt, ein kleines russisches Mädchen bekommt die, was war das, 1000 Euro oder wie viel war das Begrüßungsgeld? 2000 Euro und dann irgendwann nochmal 2000 Euro. Das ist eine Riesensumme, finde ich. Finden Sie? Das muss ich vielleicht auch an dieser Stelle festhalten. Das heißt, für ein russisches Kind, wenn das dann diese 2000 Euro nicht bekommt, das ist für Sie kein Problem. Es geht ja auch um die Eltern. Wenn ein Elternteil einen deutschen Pass hat, dann kriegt ja das Kind das Geld oder die Familie. Abgesehen davon möchte ich einmal hier festhalten, ich bin absolut gegen diese Umverteilungspolitik. Ich würde so ein Willkommensgeld sowieso nicht einführen wollen. Das ist meine Grundhaltung dazu. Alles klar. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, dass Sie sich auf die Fragen eingelassen haben. Und wir begegnen uns sicher wieder. Dankeschön, Frau Amann. Wenn euch diese Folge gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr den Podcast auf eurer bevorzugten Plattform abonniert und eine Bewertung hinterlasst. Eure Unterstützung hilft uns, auch künftig spannende Inhalte zu produzieren. Amann Unframed ist eine Produktion von Funke. Moderation Melanie Ammann Produktion Simon Eichinger, Redaktion Lukas Weil und Melanie Ammann Distribution und Planung Alexandra Schaller.